Stadt Wien Podcast

Wiens neue Wohnbau- und Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch im Gespräch über leistbaren Wohnraum, Gewaltschutz und ihre politischen Ziele

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In dieser Folge des Stadt Wien Podcasts spricht Gastgeberin Christine Oberdorfer mit der neuen Stadträtin Elke Hanel-Torsch über deren neue Aufgaben und zentrale Schwerpunkte in den Bereichen Frauen und Wohnen. Im Interview geht es um leistbaren Wohnraum, sowie um wichtige Themen wie Gleichstellung, Gewaltschutz und gesellschaftliche Verantwortung. Dabei gibt sie persönliche Einblicke, spricht über ihre politischen Ziele und ihre Vision für ein zukunftsfähiges Wien.

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Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Leistbares Wohnen, neue Gemeindewohnungen, die Gleichstellung von Frauen und der Schutz vor Gewalt, Elke Hanel-Torsch übernimmt in der Wiener Stadtregierung die wichtigen Themenbereiche Wohnen und Frauen. Heute darf ich sie zum Interview begrüßen über ihre Schwerpunkte, neue Ideen und Visionen für Wien. Danke, dass Sie sich Zeit nehmen, sehr gerne, danke für die Einladung. Darf ich Sie bitten, dass Sie sich selbst ganz kurz vorstellen? 


Elke Hanel-Torsch

Mein Name ist Elke Hanel-Torsch. Ich bin Juristin, bin ursprünglich aus Kärnten.

Ich bin zum Studieren nach Wien gekommen, habe hier eben Rechtswissenschaften studiert, das Gerichtsjahr absolviert und dann begonnen, bei der Mietervereinigung zu arbeiten und das habe ich dann auch 20 Jahre lang gemacht und kenne daher sehr gut die Probleme von Mieterinnen und Mietern. Und eineinhalb Jahre durfte ich Wien auch im Nationalrat vertreten und war dort die Sprecherin für Bauen und Wohnen.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Was hat Sie motiviert, in die Politik zu gehen?


Elke Hanel-Torsch

Also ich war immer schon ein sehr politischer Mensch. Bin schon in meiner Jugend politisiert worden. Bin zum Studieren nach Wien gegangen und bin erst danach dann tatsächlich politisch aktiv geworden, weil ich einfach gesehen habe, es ist nicht selbstverständlich, was da alles in dieser tollen Stadt passiert. Es ist nichts Zufall, sondern das ist die harte Arbeit von Politikerinnen und Politikern. Und daran wollte ich dann auch gerne mitwirken und habe mich dann entschieden, auch aktiv ein Teil zu sein.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Sie haben gerade gesagt, Sie sind zum Studium nach Wien gekommen, was mögen Sie denn besonders an dieser Stadt? Was sind denn die Dinge, die Sie dann dazu bewegt haben, auch hier zu bleiben?


Elke Hanel-Torsch

Also dass ich hier bleibe, das war von Tag eins klar, möchte ich sagen, es ist einfach eine großartige Stadt. Sie bietet Chancen für alle Menschen. Es war damals für mich auch möglich, eine leistbare Wohnung zu finden als Studierende. Nicht Selbstverständlich. Wenn man sich andere Europäische Städte anschaut, Wien steht auch dafür, eben, dass alle Menschen, die hier leben wollen, auch alle Chancen bekommen. Es ist natürlich die Hauptstadt der Kultur, man kann sehr viele Unternehmen in dieser Stadt und das waren für mich vor allem die Beweggründe, auch dauerhaft hier bleiben zu wollen und mich hier niederzulassen.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Der Bereich Wohnen und Wohnbau ist hier in Wien ein besonders gewichtiger. Wo werden sie denn die Schwerpunkte und vor allem neue Impulse setzen?


Elke Hanel-Torsch

Also Wien ist ja die Hauptstadt des sozialen Wohnbaus und des leistbaren Wohnens und da muss ganz klar auch in Zukunft der Schwerpunkt liegen, das heißt, wir müssen auch in Zukunft leistbare neue Wohnungen errichten, wir müssen schauen, dass der Bestand gut saniert wird, damit die Menschen hier gut leben können und was eben für mich sehr wichtig ist, Wohnen muss leistbar sein, Wohnen muss sicher sein, Wohnen muss eine hohe Qualität aufweisen, das zeichnet Wien aus seit über 100 Jahren und diese Tradition gilt es auch fortzusetzen, weil Wien ist Vorbild in ganz Europa, wenn ich sogar weltweit für den sozialen Wohnbau und das ist ganz wichtig, dass wir dieses Vorbild auch weiterhin sind und das auch weiter ausbauen.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Nach 20 Jahren, glaube ich, in der Mietervereinigung, kennen sie ja die Sorgen der Mieterinnen und Mieter sehr gut, hohe Mieten, befristete Verträge gehören da auch dazu, was kann denn die Politik tun, damit, wie weiterhin die Hauptstadt des leistbaren Wohnens bleibt?


Elke Hanel-Torsch

Also da gibt es mehrere Themenfelder, die hier ausschlaggebend sind? Auf der einen Seite ist die Bundespolitik gefragt, wenn es darum geht, eben Befristungsmöglichkeiten einzudämmen. Wien dort, wo es möglich ist, gibt es keine befristeten Verträge und da spreche ich vom Gemeindebau, da werden die Wohnungen unbefristet vermietet, auch im gemeinnützigen Bereich werden die Wohnungen unbefristet vermietet. Das Problem der Befristungen haben wir vor allem im privaten Sektor, da ist es der Bundesregierung ja jetzt gelungen, die Mindestbefristung von drei auf fünf Jahre zu verlängern. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber aus meiner Sicht muss der unbefristete Vertrag wieder zum Regelmietvertrag werden, weil das gibt eben die Sicherheit für die Mieterinnen und Mieter und da ist es, glaube ich, schon auch möglich, aus der Wiener Stadtregierung heraus auch auf den Bund einzuwirken und hier auch die Forderungen aufzustellen, dass es hier noch weitere Verbesserungen für die Mieterinnen und Mieter braucht auch das Mietrechtsgesetz gehört aus meiner Sicht reformiert. Auch eine Bundesaufgabe. Auch da wieder kann Wien Ideengeberin und Impulsgeberin sein, aber was kann Wien selbst tun? Was kann eine Stadt tun?

Da geht es darum, neuen Wohnraum zu schaffen, der auch leistbar ist, tatsächlich? Weil es bringt uns nichts, wenn wir Wohnungen bauen, die dann im Endeffekt leer stehen, weil es sich die Menschen nicht leisten können, dort einzuziehen, das heißt ganz klar, die Leistbarkeit im Fokus zu haben, dann eben diese unbefristeten Verträge im Fokus zu haben und die Qualität, weil aus meiner Sicht, wohnen ist einfach ein Grundbedürfnis, wir alle müssen irgendwo wohnen und deshalb ist es so wichtig, dass es eben sicher leistbar und qualitätsvoll ist, weil es ist die Grundvoraussetzung für so viel anderes im Leben.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Ab Herbst solche, eine neue Regelung geben für die Vergabe von Gemeindewohnungen? Warum ist denn diese Reform notwendig und was wird sich denn da genau verändern?


Elke Hanel-Torsch

Durch die neue Regelung, die ja ein Punktesystem werden wird, soll einfach mehr Transparenz geschaffen werden bei der Vergabe von Wohnungen. Und sie soll auch den Personenkreis erweitern, die dann tatsächlich Anspruch auf eine Gemeindewohnung haben und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiges Zeichen für die Wienerinnen und Wiener, dass hier auch dahingehend eine Öffnung erfolgt, ja und das ist eben auch nachvollziehbar, wird die Kriterien, nach welchen die Wohnungen vergeben werden.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Was werden das für Kriterien sein?


Elke Hanel-Torsch

Da gibt es dann unterschiedliche oder wird es unterschiedliche Bonuspunkte geben? Natürlich braucht man wie bisher einen Grund, um ein Einwohner*innen Wohnticket zu erhalten, aber dann wird auf die einzelnen Lebenssituationen individuell besser eingegangen, beispielsweise wenn jemand alleinerziehend ist oder wenn es dann zu einer Trennung kommt, also da gibt es dann unterschiedliche Bedürfnisse der Menschen und auf die kann in Zukunft auch besser eingegangen werden.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Sie haben vorhin schon gesagt, das Wiener Modell des sozialen Wohnbaus ist europaweit oder wird europaweit immer wieder als Vorbild genannt. Es gibt aber auch Kritik, Wohnungen zu bauen, Wohnbau zu fördern, kostet Geld, wie sehen Sie das denn?


Elke Hanel-Torsch

Ja, Wohnbau zu fördern, kostet Geld, aber ich glaube, das muss es einer Gesellschaft Wert sein, weil wie gesagt, wohnen ist ein Grundbedürfnis, wir alle müssen wohnen und ich glaube, wenn eine Gesellschaft ja will, dass die Menschen gut Zusammenleben, ja, dass sie sich auch für andere Dinge im Leben auch interessieren können. Ja, dann braucht es dieses Grundbedürfnis, das muss befriedigt sein und da ist es auch die Aufgabe der Gesellschaft, des Staates, einer Stadt für ausreichend Wohnraum zu sorgen.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Kommen wir zu den Frauenthemen, die fallen ja auch in Ihr Ressort, was liegt Ihnen denn da besonders am Herzen?


Elke Hanel-Torsch

Auf der einen Seite Selbstverständlich der Gewaltschutz. Wir müssen beinahe täglich in den Medien lesen, dass Frauen von ihren Ex-Männern, Männern, Vätern, Brüdern ermordet, vergewaltigt, bedroht werden. Und ich glaube, da ist es ganz wichtig, entschieden dagegen aufzutreten und das Gewaltschutznetz noch weiterzuknüpfen, in Wien gibt es ein sehr gutes Gewaltschutznetz, es gibt zahlreiche Einrichtungen, aber ich glaube, man muss ständig daran weiter arbeiten, dann auch auf neue Gegebenheiten reagieren. Stichwort was passiert im Netz? Es ist gerade sehr viel zu diesem Thema, auch in den Medien, wie hier mit Frauen umgegangen wird, wie ihre Bilder verwendet werden, ohne deren Einverständnis. Und da braucht es ganz dringend Maßnahmen und daran müssen wir weiterarbeiten. Und deshalb bin ich auch eine große Unterstützerin unserer Frauenministerin, der Eva Maria Holzleitner und der Justizministerin Sporrer, die sich ja dafür einsetzen, auch dieses nur ja, heißt ja, Prinzip im Sexualstrafrecht zu verankern.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Erklären Sie uns das? Kurz, was heißt das?


Elke Hanel-Torsch

Das heißt, dass es hier eine Umkehr geben wird, bis jetzt musste ja das Opfer einer Straftat, einer Vergewaltigung, beweisen, dass es ausreichend nein gesagt hat oder dass es nein gesagt hat, und in Zukunft muss der Täter nachweisen, dass es hier eine Zustimmung gab, dass mich ein klares Ja vorlag. Und das gibt es in zahlreichen europäischen Ländern schon und dort zeigt sich es auch, dass es dadurch zu mehr Verurteilungen auch gekommen ist und dass es einfach für die Opfer auch leichter wird, in einem Prozess auszusagen, die eh schon in einer schwierigen Situation sind und sich hier nicht mehr beweisen müssen, dass sie ausreichend nein gesagt haben, sondern hier kommt es einfach zu einer Umkehr und das würde ich sehr begrüßen, weil es einfach nicht sein kann, dass die Opfer, die eh schon in einer schweren Situation sind, hier auch noch nachweisen müssen, dass sie ausreichend eben dagegen gesprochen haben.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Die Gleichstellung der Geschlechter, die ist ja immer noch nicht in allen Bereichen umgesetzt, warum ist da so? Was dauert da so lang?


Elke Hanel-Torsch

Die Gleichstellung der Geschlechter ist leider immer noch nicht in allen Bereichen umgesetzt. Wien ist aber da viel weiter als alle anderen Bundesländern und das möchte ich auch einmal klar hervorheben und das ist natürlich auch die Konsequenz sozialdemokratischer Politik. Warum? In Wien gibt es den Gratis-Kindergarten, in Wien gibt es die Ganztagsschule, in Wien ist es so, dass mehr Frauen in Führungspositionen sind als in anderen Bundesländern. Und das hat natürlich auch zur Konsequenz, dass die Einkommensunterschiede, die ja leider immer noch bestehen, aber deutlich geringer sind als in anderen Bundesländern. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt nichts mehr zu tun haben, sondern ganz im Gegenteil, wir haben noch viel vor uns, weil das Ziel ist erst erreicht, wenn Frauen für gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn bekommen, wenn Frauen nicht von Altersarmut betroffen sind, wenn Frauen tatsächlich die Wahlmöglichkeit haben, ob sie einen Job nachgehen möchten oder nicht und wenn sie nicht dazu gezwungen sind, weil es keine Kinderbetreuung gibt, beispielsweise zu Hause zu bleiben, also das sind alles Punkte, die man sich anschauen muss und wo wir erst leise sein können, wenn es eine absolute Gleichstellung der Geschlechter auch tatsächlich gibt und das ist mir persönlich auch ein Anliegen, weil die einfach aus meiner persönlichen Geschichte heraus auch weiß, dass es Frauen immer noch schwerer haben als die Männer. Ich bin früher oft zu Podiumsdiskussionen eingeladen worden, wo ich die einzige Frau war, wo mir dann Männer erklärt haben, wie es eigentlich alles richtig funktionieren müsste, und das darf eigentlich nicht mehr so sein und ich glaube, wir müssen auch Mädchen und Frauen dazu ermuntern, auch ihre Position einzunehmen, nach ihren Talenten zu agieren und nicht nach diesen klassischen alten, tradierten Berufswahlgeschichten, sondern dass sie wirklich sagen, ich gehe den Weg, den ich gehen möchte.

Und dass wir als Stadt da auch die bestmögliche Unterstützung bieten für alle Mädchen und Frauen, damit sie ihren Weg gehen können, selbstbestimmt, sicher und auch frei von Gewalt.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Dazu passt jetzt auch Ende April. Glaube, am 23. April ist Wiener Töchtertag, sind Sie mit dabei?


Elke Hanel-Torsch

Ja, ich bin auf alle Fälle mit dabei beim Wiener Töchtertag, da freue ich mich schon ganz besonders drauf, weil es nämlich eine großartige Sache ist und hier eben auch die Mädchen ermuntert werden und weil sie einfach einfach das Selbstvertrauen bekommen, da auch ihren Weg zu gehen.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Was würden Sie denn der zehnjährigen Elke für ihren beruflichen und privaten Weg mitgeben? Im Rückblick?


Elke Hanel-Torsch

Das ist eine gute Frage, also ich glaube, ich würde ihr mitgeben, dass es sich auszahlt, wenn man ein Ziel hat, darauf auch hinzuarbeiten, auch wenn der Weg manchmal steinig ist, nicht aufzugeben, vor allem an sich selbst zu glauben.

Und, ja, ich glaube, das sind eh die wichtigsten Dinge, die man so mitgeben kann und vor allem auf sich selbst zu hören, weil meistens hat man selbst ein gutes Gespür dafür, was einem gut tut, was einem weiterbringt, und ich glaube einfach, das Selbstvertrauen zu haben, an sich selbst zu glauben.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Ja, und Dinge Kennenlernen, das geht hier dann auch beim Töchtertag.

Mal sehen, wofür interessiert man sich und kann man auch einen Weg gehen, der vielleicht ein bisschen abseits des Weges oder abseits der üblichen Weges ist.


Elke Hanel-Torsch

Genau und ich glaube, das ist auch unsere Aufgabe, diese Wege aufzuzeigen und den Mädchen vor allem diese auch anzubieten und ihnen die Möglichkeiten zu geben.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Zum Thema Care-Arbeit ist ihnen nicht nur nicht nur das Einkommen ist nach wie vor nicht gerecht verteilt, auch die Care-Arbeit, die unbezahlte Arbeit ist ja nach wie vor nicht gleich verteilt, wie leben Sie das denn privat?


Elke Hanel-Torsch

Also bei uns privat? Also mein Mann und ich leben das tatsächlich halbe halbe und teilen uns hier vor allem die Arbeit im Haushalt, also aus meiner Sicht sehr gerecht auf, würde ich jetzt sagen, ich glaube, im Großen und Ganzen haben wir da einen wirklich guten Ausgleich und ich merke auch, dass das vor allem bei den jungen Männern auch immer mehr zunimmt und so sollte es sein, weil eine Partnerschaft funktioniert nur gleichberechtigt.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Lässt sich das auch mit politischen Maßnahmen in irgendeiner Art und Weise unterstützen? Dass diese Care-Arbeit erstens mal geschätzt wird und andererseits auch gerechter aufgeteilt wird.


Elke Hanel-Torsch

Es gab in der Vergangenheit ja immer auch wieder Kampagnen dazu. Ich erinnere an echte Männer machen halbe-halbe. Es hat leider bis dato noch nicht ganz den Effekt, dass es wirklich überall so angekommen ist, ja, aber ich glaube, es ist sehr, sehr wichtig, hier das Bewusstsein zu schaffen und es ist natürlich auch wichtig, dass eben und wir haben früher davon gesprochen, Frauen endlich die gleichen Chancen haben, den gleichen Lohn bekommen, weil dann wird sich da auch in diesem Bild was verändern aus meiner Sicht, ja, das heißt, wir müssen an mehreren Schrauben drehen, dass es im Endeffekt zu echter Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen kommt und das muss das Ziel von uns als Gesellschaft sein, dass eben alle mitwirken, sowohl im Beruflichen als auch im Privaten, bei der Care-Arbeit und dass es nicht immer bei den Frauen zum Schluss hängen bleibt, die dann immer das Gefühl haben, sie müssen das machen, weil sich Männer gern wegdrücken, also da müssen wir einfach die Männer auch mehr in die Verantwortung nehmen. Und zwar nicht nur bei dem Thema, sondern auch beim Thema Gewaltschutz, es ist kein Frauenthema, es ist ein gesellschaftspolitisches Thema, es ist aber vor allem ein Männerthema, weil Männer sind diejenigen, die die Gewalt ausüben und die sind da auch in die Pflicht zu nehmen.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Zum Thema Karenz, gibt es da auch Ansätze, wo Sie sagen, da Müsste man inhaltlich was tun?


Elke Hanel-Torsch

Da geht es vor allem darum, auch die Männer hier in die Pflicht zu nehmen, auch die Karenz in Anspruch zu nehmen, sich die Karenz auch fair aufzuteilen, weil es ist leider immer noch so, dass die Männer deutlich weniger oft in Karenz gehen und wenn sie in Karenz gehen, dann nur sehr kurz. Ich glaube, da muss es auch Maßnahmen geben, hier die Einwohner*innen stärker dazu zu bewegen, die Möglichkeiten, die es gibt, auch auszuschöpfen, weil es ist, glaube ich, auch für die Familie, für die Frau, für den Mann und für das Kind extrem wichtig, dass sich das hier gleichberechtigt auch aufteilt.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Welche Vision haben Sie denn so grundsätzlich für das, Wien der Zukunft? Was sind denn Dinge, die in 20 Jahren besser oder anders sein sollten in der Stadt.


Elke Hanel-Torsch

Ich glaube, die Voraussetzung für eine gute Stadt ist, dass sie sich auch immer wandelnden Gegebenheiten anpasst. Ich habe es vorher gesagt, Wien ist die Hauptstadt des sozialen Wohnbaus, Wien ist aber auch die Hauptstadt der Frauen. Das heißt aber nicht, dass man nicht noch weiter arbeiten muss, Dinge verbessern kann. Und ich glaube, in 20 Jahren sollte Wien so sein, dass alle Menschen, die hier leben, ein leistbares, sicheres Zuhause haben, Frauen sich überall sicher fühlen können. Und zwar im öffentlichen Raum, im digitalen Raum, aber vor allem auch in ein eigenen vier Wänden, dass Frauen und Männer tatsächlich gleichberechtigt sind auf allen Ebenen, sprich gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, dass die Frauenpensionen steigen, dass sie wirklich ein Leben in Würde auch im Alter führen können.

Dass die Stadt sich auch modern weiterentwickelt, da Rede ich auch davon, dass es vielleicht noch mehr Grünanteil gibt, dass einfach die Lebensqualität noch mehr steigt und daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten, und zwar auch über die Parteigrenzen hinweg, dann ist das möglich. Also ich bin da sehr positiv gestimmt, dass Wien in 20 Jahren noch besser sein wird, als es jetzt ist und das ist ja jetzt schon eine der lebenswertesten Städte der Welt.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Für sie geht jetzt Los dieser Tage als Stadträtin. Was werden denn die ersten Themen sein, die bei Ihnen am Schreibtisch landen?


Elke Hanel-Torsch

Das kann ich so noch nicht beurteilen, was tatsächlich auf meinem Schreibtisch sch landet? Es wird sicher viel auf meinem Schreibtisch landen, aber ich werde mir jetzt die einzelnen Punkte in den nächsten Tagen, Wochen nochmal in Ruhe anschauen und dann nach Priorität auch ordnen und das dann wirklich Stück für Stück angehen, weil ich bin ein Mensch, der sehr akribisch arbeitet, der wirklich versucht, die Dinge nacheinander auch abzuarbeiten und ich glaube, das ist jetzt die Hauptaufgabe in den nächsten Tagen, dass man mal sortiert und dann Punkt für Punkt abarbeitet.


Christine Oberdorfer (Interviewerin)

Ich danke Ihnen für das Gespräch. Danke fürs Kommen!


Elke Hanel-Torsch

Sehr gerne, sehr gerne, danke für die Einladung.

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