Erfolg durch Ernährung | Reizdarm & Fehlbesiedlungen strukturiert angehen

Zusatzstoffe & Hilfsstoffe: Auf diese musst du achten! | #144

Dr. Gabriela Hoppe | Heilpraktikerin & Spezialistin für ganzheitliche Regulation Season 7 Episode 144

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Süßstoffe, Zusatzstoffe und Supplements: Was merkt dein Darm wirklich?Vielleicht ist nicht immer dein Darm das eigentliche Problem, sondern eher die Zutatenliste. Viele Produkte klingen heute gesund: zuckerfrei, proteinreich, gut für den Darm oder speziell für das Mikrobiom entwickelt. Aber was steckt wirklich drin, wenn man die Packung umdreht?

In dieser Folge spreche ich mit Heilpraktikerin für Darmgesundheit Julia Lukaszewski über Süßstoffe, Zusatzstoffe, Hilfsstoffe und Füllstoffe in Lebensmitteln, Probiotika und Nahrungsergänzungsmitteln. Wir schauen darauf, warum offiziell zugelassen nicht automatisch heißt, dass ein Produkt für jeden empfindlichen Darm gut verträglich ist, und warum gerade Menschen mit Reizdarm-Beschwerden, SIBO, IMO, Histamin-Themen oder vielen Supplements genauer hinschauen sollten.

In dieser Podcast-Folge sprechen wir darüber:

  • warum Zusatzstoffe in Supplements manchmal mehr auslösen können als der eigentliche Wirkstoff
  • welche Red Flags Julia bei Nahrungsergänzungsmitteln sofort hellhörig machen
  • warum Probiotika mit Inulin, Akazienfaser oder anderen Ballaststoffen bei empfindlichem Darm schwierig sein können
  • was Süßstoffe, Proteinpulver und Light-Produkte mit Mikrobiom, Blutzucker und Süßverlangen zu tun haben können
  • warum Emulgatoren, Farbstoffe, Konservierungsmittel und Aromen kritisch hinterfragt werden dürfen
  • wie du Zutatenlisten im Alltag bewusster liest, ohne in Stress oder Perfektionismus zu verfallen

Diese Folge ist für dich, wenn du viele „gesunde“ Produkte, Supplements, Proteinpulver oder zuckerfreie Alternativen nutzt und verstehen möchtest, warum dein Darm trotzdem reagieren kann.

 

Mein Tipp:

Schau beim nächsten Einkauf nicht nur auf Kalorien, Proteinmenge oder Werbeaussagen, hör nicht auf einfach blind auf Influencer, sondern dreh die Packung einmal um. Die Zutatenliste verrät dir oft mehr über ein Produkt als die Vorderseite.

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Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Erfahrungsberichte beschreiben einen persönlichen Verlauf. Jede Ausgangslage ist anders, und was bei Betroffenen geholfen hat, lässt sich nicht direkt auf andere Menschen übertragen.

SPEAKER_01

Vielleicht ist nicht dein Darm das Problem, sondern die Zutatenliste. Du kaufst ein Produkt ja normalerweise, weil es gesund klingt. Zum Beispiel zuckerfrei, proteinreich, gut für den Darm oder sogar speziell für dein Mikrobiom gemacht. Und natürlich verlässt du dich darauf, dass solche Produkte gesund und gut für dich sind, denn schließlich sind sie offiziell von den Behörden zugelassen. Aber stimmt das wirklich? Bedeutet offiziell zugelassen immer auch, dass Produkte gesund oder gut für dich sind. In dieser Folge spreche ich mit Julia Lukaschewski über bestimmte Inhaltsstoffe, Zusatzstoffe und Hilfsstoffe, die in Lebensmitteln, Probiotika und Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind. Und ich spreche mit ihr darüber, was diese Stoffe bei einem empfindlichen Darm verursachen können und warum sie manchmal mehr auslösen können, als man so denkt. Julia ist Heilpraktikerin mit Schwerpunkt auf Darmgesundheit. Und gemeinsam schauen wir auf Stoffe wie zum Beispiel Süßungsmittel, Trennmittel, Emulgatoren, Farbstoffe und ähnliche, die in Supplementen, aber eben auch in Lebensmitteln stecken. Und wir beantworten die Frage, was diese Stoffe mit Darm, Mikrobiom und Verträglichkeiten machen können. Es geht dabei nicht um Panik vor jeder Zutatenliste. Es geht uns vielmehr darum, dass du wieder besser verstehen kannst und bewusster damit umgehen kannst, was du dir tagtäglich zuführst. Wenn du also wissen möchtest, was vielleicht auch in deinen Supplements drinsteckt, was dir nicht gut tut, dann bleib dran, wir legen jetzt los. Julia, wenn du dir Supplements anschaust, was sind denn für dich so absolute Red Flags und warum?

SPEAKER_03

Ja, das ist ja ein Riesenthema. Das Thema Zusatzstoffe. Also eigentlich möchten wir ja etwas einnehmen, weil wir den Wirkstoff haben wollen. Sagen wir jetzt mal zum Beispiel Probiotika. Wir gucken dann drauf und wenn ich mir das anschaue und ich bin da sehr, sehr kritisch. Ich weiß nicht, wie du das, wie du da so bist. Ich bin da so ein bisschen detektivisch unterwegs und dann drehe ich es um und denke, ach ja, da ist ein bestimmter Stamm drin und dann ist die Liste, wird immer länger und man muss da erstmal reingucken, was ist denn da alles so drin. Und absolute Red Flags sind für mich so Dinge wie, ja, Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Farbstoffe, wo ich auch denke, warum muss das irgendwie eingefärbt werden? Und unnütze Füllstoffe. Manchmal muss das wohl sein, das ist ja produktionsbedingt, das muss auch sein, aber viele Dinge sind halt irgendwie sehr merkwürdig. Und vielleicht können wir ja gleich auch nochmal über das Thema Titandioxid sprechen. Das ist ja auch so ein absolutes Red Flag für mich zumindest.

SPEAKER_01

Ja, sehe ich genau wie du. Also da sind wir sehr, sehr ähnlich. Auch ich bin da übergenau und denke mir immer, bevor wir die Gefahr in Anführungsstrichen eingehen, dass ein Betroffener ein Präparat einnimmt und gar nicht, also und wenn er es nicht verträgt, gar nicht auf den Wirkstoff irgendwie allergisch oder unverträglich reagiert, sondern eben auf irgendeinen komischen Zusatzstoff, dann nehmen wir doch lieber gleich ein cleanes Präparat. Denn es ergibt auch einfach für mich gar keinen Sinn, irgendwelche unnützen Ballast, Zusatzstoffe, Hilfsstoffe zuzuführen. Denn ich denke immer, der Körper muss ja alles, was wir dem geben, ob jetzt über einen Magen-Darm-Trakt, Oral oder über die Haut oder so, er muss ja alles anfassen, muss es verarbeiten, muss irgendwas damit machen. Im besten Fall, sage ich mal, kann er es einbauen und was Cooles draus machen. Im Worst Case ist es sogar giftig und er muss es schnellstmöglich loswerden. Und in so einem mittleren Fall muss er halt irgendwie damit umgehen, aber er verbraucht immer Ressourcen und das ist ja völlig kontraproduktiv, finde ich. Und genau wie du sagst, es geht um den Wirkstoff. Und insofern bin ich da auch super, super kritisch und das finde ich cool, dass du da genauso unterwegs bist, weil wir nämlich dann wirklich mal so ein bisschen auseinandernehmen können. Was gibt es denn da für Stoffe und was sind denn das für Dinge, die Betroffene vielleicht auch mal in Zukunft etwas genauer unter die Lupe nehmen dürfen? Denn das geht dir, glaube ich, genauso wie mir. Wir beide stecken im Thema. Wir gucken uns das irgendwie den lieben langen Tag an, immer wieder, ne? Und haben schon, sind schon so geeicht auf diese Zusatzstoffe. Weil ich stelle fest, dass ganz viele Menschen, die jetzt, sagen wir mal, neu in diesem Spiel sind, dass die gar nicht darauf kommen, dass es überhaupt kritische Stoffe in Präparaten gibt, also entweder in Lebensmitteln oder auch in Supplements, die ja offiziell zugelassen sind. Ich meine, da geht man ja erstmal davon aus, das ist was Gutes. Ist ja aber nicht unbedingt so. Vielleicht können wir da mal so die Range aufmachen. Du hast gerade schon so ein paar Sachen genannt. Du hast gesagt, irgendwelche Füllstoffe, du hast auf jeden Fall Titandioxid angesprochen. Wir können ja mal versuchen, so ein bisschen irgendwie Struktur da reinzubringen. Fangen wir vielleicht mal mit diesen Füllstoffen an. Was hast du da im Sinn, was ist da dein Gedanke dazu? Wo siehst du Probleme?

SPEAKER_03

Ja, ich denke halt auch, also ein paar Füllstoffe, es gibt ja wirklich auch Menschen, die auf alles reagieren. Also wenn man gerade irgendwie empfindlich ist, manchmal ist ja vielleicht irgendwie Reismehl zugesetzt, das ist vielleicht noch in Ordnung, aber da gibt es auch manche Menschen, die gesagt haben, wenn das da drin ist, ich vertrage das einfach nicht. Aber das herauszufinden, wie du schon sagst, ob das jetzt der Stoff ist oder der Zusatzstoff, das ist ja halt so ein bisschen schwierig. Ich weiß es am Ende halt nicht. Und es ist dann immer ein bisschen schade. Ich weiß nicht, wie deine Erfahrung da so ist, dass man dann oft das Produkt selber dann in Verdacht bringt und dann sagt, oh, da habe ich eine schlechte Reaktion drauf gehabt. Das möchte ich gar nicht mehr ausprobieren. Das habe ich ein paar Mal probiert und hatte dann irgendwie komische Reaktionen. Und das ist halt, das finde ich dann immer schade, weil dann fällt vielleicht etwas weg, was der Körper vielleicht eigentlich braucht. Also das ist halt so ein bisschen schwierig. Dann gibt es ja noch das Magnesiumstearat. Also es sind ja oft immer E-Stoffe. E-Stoffe kennen viele ja auch. Sagen immer, ah, da fällt ja alles drunter und nicht jeder E-Stoff, das muss man ja auch sagen, ist ja gefährlich. Es ist einfach nur eine Nummer, die dahinter steckt. Bei manchen muss man aber auch sagen, da gehört ja Titandioxid dazu, vor ein paar Jahren hat man auch noch gesagt, es ist Unkrite. In anderen Ländern wissen wir ja mittlerweile, es ist schon verboten sogar. Und jetzt hier in Deutschland wird so geguckt, okay, es gibt noch ein paar Zulassungen, da ist es drin, da darf das noch enthalten sein, was ich auch sehr merkwürdig finde. Aber viele wissen es ja gar nicht. Die nehmen ihre Pillen seit vielen Jahren und ich glaube, man guckt da gar nicht nach, weil man denkt ja auch, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel sind eigentlich gut untersucht und sollten safe sein. Also ich glaube, hättest du mich vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich auch gesagt, weiß ich nicht. Also ich wäre eher davon ausgegangen, wenn ich mir etwas kaufe, dass das auch mir nicht, also nicht schädlich zumindest ist.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Gerade wenn du es jetzt zum Beispiel in der Apotheke kaufst. Und ich stelle das fest, also ich arbeite ja so gut, wir dürfen ja gar nicht als Heilpraktiker mit verschreibungspflichtigen Präparaten arbeiten, aber klar kriegst du die auch mal in die Hand oder wirfst mal einen Blick drauf oder schaust dir Listen von Medikamenten an, die Patientinnen und Patienten einnehmen. Und wenn ich mir diese Listen der schulmedizinischen Präparate angucke, ich kenne, glaube ich, keins, wo nicht irgendwie, ich nenne es mal in Anführungsstrichen, komische Zusatzstoffe drin sind. Und dann frage ich mich manchmal auch, wenn Leute da Nebenwirkung, Wechselwirkung haben, liegt es möglicherweise hier auch nicht nur an dem, ja dann doch vielleicht etwas kritischeren Wirkstoff, sondern eben an den Zusatzstoffen. Und das ist halt ultra interessant. Und bei dem Titandioxid, da bin ich wirklich, da hole ich schon gefühlt alle Abwehrmechanismen vor. Das ist ja schon locker, ich würde sagen fünf Jahre, glaube ich, ist es ja offiziell auf dem Radar, dass wirklich gesagt wird, eine sogenannte Gentoxizität, also Gift für unser Genmaterial, kann nicht ausgeschlossen werden. Und für mich ist es immer so, wenn es einen Hinweis gibt oder eine Studie oder wie auch immer, eine Beobachtung, die schließen lässt oder Hinweise darauf gibt, dass irgendein Zusatzstoff oder irgendein Stoff komisch ist, kritisch ist, vielleicht ungesund für den Körper ist, dann wäre der für mich schon raus aus der Liste. Ich möchte ja immer nur mit Dingen arbeiten, die keine Negativpresse haben sozusagen.

SPEAKER_03

Zumindest wenn der Verdacht schon besteht. Es gibt ja natürlich auch Füllstoffe, gerade in Probiotika, das kennst du ja auch, die eigentlich ja nicht schädlich sind. Nehmen wir jetzt zum Beispiel mal das Inulin als Präbiotikum. Das wird ja sehr, sehr häufig zugesetzt. Also viele Patienten kommen dann auch und sagen, ja, ich habe das und das schon mal genommen oder kannst du da mal drüber gucken. Und die dann aber auch sagen, das habe ich aus irgendwelchen Gründen nicht vertragen oder ich bekomme dann irgendwie Blähungen. Und ja, da kommt natürlich auch wieder das Thema SIBO ins Spiel, weil Inulin und SIBO, ich weiß nicht, wie deine Erfahrung eher nicht so gut verträglich, ne? Und obwohl ja Inulin jetzt grundsätzlich nicht schädlich ist. Also das ist ja auch so eine Sache, wenn Menschen dann denken, oh, dann hole ich mir ein Probiotikum und das ist ja eigentlich ganz gut, habe ich auch mal gehört, und dann sagen, ich vertrage das Probiotikum nicht. Aber dann ist es vielleicht das Präbiotikum, was zugesetzt wurde, ne? Und dann auch vielleicht eine Angst entwickeln. Und wenn man dann dann nochmal irgendwann im Verlauf auch dazu kommt, ach, wir können mal ein Probiotikum einsetzen, dann ist sofort so, oh nee, bitte nicht. Und da habe ich ganz, ganz schreckliche Erfahrung mit gemacht. Das ist auch so eine Sache.

SPEAKER_01

Ja, total. Auch Akazienfaser würde ich damit ins Rennen schmeißen. Eigentlich auch ein toller Stoff, ne? Nur, ich stelle fest gerade, ist es ja Gummi Arabicum auch als Synonym dafür. Das ist bei Histaminbetroffenen ja oft ein großes Problem, dass die auf die Akazienfaser an sich reagieren. Obwohl das an sich wirklich ein toller Stoff für unseren Darm ist, wie auch Inulin, was du sagst, oder diese ganzen Maisstärke, Reissstärke und was es da alles gibt, da ist ja an sich erstmal nichts auszusetzen. Aber genau wie du sagst, gerade in diesem großen Reizdarmkontext, wenn wir es mal so benennen wollen, Speziellbereich Fehlbesiedlung, kann das echt immer der Tropfen sein, der das fast zum Überlaufen bringt. Und genau was du sagst, da auseinanderzudröseln, worauf habe ich denn jetzt reagiert? Ist es der Stamm? Ist es die Zusammensetzung der Stämme? Ist es das Präbiotikum, also der Ballaststoff, der da drin ist? Ist es vielleicht auch die Menge, die einfach zu viel war, weil mein Darm das irgendwie gar nicht verkraften konnte, was da auf einmal alles anders reingeschmissen wurde? Da gibt es ja so viele Möglichkeiten, die einfach der Grund dafür sein kann, warum ich darauf reagiert habe, dass ich verstehe, dass das halt für viele Betroffene natürlich auch schon so ein bisschen müßig ist und die schon gar keine Lust mehr haben, da zu suchen. Aber gerade für uns ist es natürlich interessant, finde ich, je mehr man sieht, desto mehr sammelt man ja auch für sich selber so eine kleine interne Datenbank an oder so eine kleine Statistik, die einen da vielleicht nochmal mit etwas breiterer Brust sprechen lässt, wenn es darum geht, was kann es denn jetzt wirklich sein. Das ist ja auch spannend, gerade in diesem Bereich Fehlbesiedlung, wenn wir halt viel mit den Bacillus-Stämmen arbeiten. Also ich arbeite total gerne mit diesen Sporenbildnern, weil die meiner Erfahrung nach auch schon während einer Fehlbesiedlung, egal wo und welche, recht gut verträglich sind und da ja wirklich wie so einen grundrauschenden Darm schon mal ein bisschen organisieren können. Es gibt halt sehr viele Präparate, da steckt dann, und das verstehe ich dann einfach nicht, wenn sie speziell ja auch irgendwie in diesen Breizernbereich vorgesehen sind, da steckt dann wieder Akazienfaser drin. Oder Flosamschalen oder irgendwas. Und das finde ich immer schade, weil, oder halt eben irgendwelche Füllstoff oder sowas, ne? Das finde ich immer so schade, weil sie dann einfach nicht wirklich gut einsetzbar sind für die Betroffenen, obwohl das vielleicht eigentlich eine tolle Intervention sein könnte.

SPEAKER_03

Ja, auf jeden Fall. Dann, ich hatte ja in der letzten Zeit nochmal bei dir auch auf deiner Seite geguckt. Du hast ja auch eine eigene Supplement-Brand und das heißt, du kennst dich ja noch viel, viel tiefer mit der Thematik aus. Und du hast ja auch, du bist ja total clean unterwegs, habe ich gesehen. Also du achtest schon sehr, sehr extrem. Ich habe da alles auch genau durchgeguckt, habe gedacht, ach, guck mal, nirgendwo irgendwas drin. Und was mir aber bei anderen Firmen teilweise aufgefallen ist und wo ich immer dachte, wieso machen die zum Beispiel Zinkoxid rein? Oder die schlecht verfügbare Form von B12, das Cyanokobalamin. Und dann habe ich irgendwann mal recherchiert und herausgefunden, dass, wenn du ja, sage ich mal, nur ein Probiotikum hast, darfst du ja keine sogenannte Help's Claims draufschreiben. Schreibst du aber dazu oder nimmst du das B12 dazu, kannst du sagen, trägt zur Verringerung von Müdigkeit oder so irgendwie bei. Und deswegen, weil ich habe damals immer gar nicht verstanden, warum nimmt denn jemand für irgendein Produkt noch zusätzliche Dinge und noch günstige Stoffe rein, ja. Und bin dann irgendwann aber dahinter gekommen, also das wirst du wahrscheinlich noch besser noch beantworten können oder den Zuschauern, warum dann noch mehrere Stoffe da rein sollen. Also besonders hatte ich jetzt gestern ein Produkt gefunden mit Zinkoxid und dem schlecht verfügbaren B12. Wo ich mir dachte, hä?

SPEAKER_01

Ja, wie du schon sagst, diese Health Claims, das sind ja, für die, die es jetzt nicht wissen, so gesundheitsbezogene Aussagen. Viele kennen das aus dieser Erkältungssaison, ne, trägt bei zu einem normalen Immunsystem oder sowas in der Art, oder was du gerade gesagt hast, zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und sowas. Das sind so gesundheitsbezogene Aussagen, da gibt es Gesetze dazu oder Verordnungen dazu. Da steht halt drin, was darf man sagen, in welchem Wortlaut und wann. Also, ne, und zwar ist das genau dann, das hast du gerade ja schon benannt, wenn man einen bestimmten Wirkstoff drin hat, zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe, da gibt es diese Health Claims für, die müssen in einer bestimmten Menge in einem Produkt enthalten sein. Das sind so, meine ich jetzt, ich will jetzt nichts Falsches sagen, aber so 15% ungefähr der empfohlenen täglichen Zufuhrmenge, wenn die quasi enthalten sind in einem Präparat, dann darf ich diesen Health Claim verwenden. Und das ist auch der Grund, genau wie du gerade sagst, mir ging es auch oft so, dass ich, bevor ich das wusste damals, gedacht habe, so, hä, warum packt man jetzt in Probiotikum irgendeinen Mineralstoff rein? Es ergibt doch irgendwie gar keinen Sinn jetzt rein von der Wirkung her, bis ich dann irgendwann gecheckt habe, so, ja, ach, guck mal, da sind ja genau immer 15% drin. Ja klar, damit ich das alles ausloben kann. Und dann denke ich immer so, das ist halt schon irgendwie so ein bisschen, so ein bisschen Verbraucherverarschendes.

SPEAKER_03

Es ist ja irreführend, weil du ja eigentlich denkst, ein Darmtherapeutikum, und wenn du dann liest, ja, trägt zu meinem Immunsystem bei, dann denkst du ja, das ist der Stoff, aber eigentlich ist es das ja gar nicht, sondern das ist einfach nur wegen den zugesetzten Methoden, die ja auch zu vernachlässigen sind. Sind wir mal ehrlich, das ist ja so in Mikro-Markt.

SPEAKER_01

Das ist Marketing. Ich nenne es immer Marketing-Zutat, weil du damit halt gutes Marketing machen kannst. Ja, natürlich ist das verlockend als jemand wie ich, der solche Produkte entwickelt und vertreibt. Natürlich möchtest du ja auch Produkte bewerben. Und wenn du halt keine Health Claims hast, darfst du da wenig zu sagen. Dann darfst du halt nur sehr weichgespülte Aussagen machen und dann darfst du so Sachen sagen wie, ja, was überhaupt? So Harmonie oder wirkt harmonisch. Ich meine, und ob du das jetzt sagst oder nicht, du darfst halt nicht wirklich erklären, was das Produkt macht. Und das macht es ja noch schwieriger für sogenannte Pflanzen oder Botanicals nennen sich, diese Pflanzenstoffe, ne? Dafür gibt es einfach mal gar keine Health Claims. Das ist seit Ewigkeiten in der Diskussion, also wirklich ja seit Jahren, aber das gibt es nicht. Das heißt, du darfst über Kurkuma, da kannst du eine Studienlage haben, noch und nöcher, die letzten Jahre, darfst du nichts Positives sagen. Und du darfst es als Hersteller halt nicht mal auf deiner Website irgendwie in einem Blog oder so schreiben, weil das ja dann trotzdem indirekt eine gesundheitsbezogene Aussage wird. Und dann kannst du wieder abgemahnt werden. Also da hast du schon recht, da bin ich tiefer drin bei all dem, was man so abmalen kann. Und bin da wirklich sehr, sehr, sehr zurückhaltend. Also nicht nur im Hinzufügen von komischen Stoffen, das ist wirklich mein absoluter Ansatzpunkt. Damit laufe ich immer los in der Entwicklung, dass ich sage, das ist mir fast völlig egal, was so ein Produkt kostet. Also irgendwann wird es halt nicht produziert, wenn es zu teuer wird, weil es einfach keinen Sinn ergibt. Aber es ist mir egal, was ein Produkt sozusagen in der Produktion für Herausforderungen überwinden muss und dadurch vielleicht mehr Kosten verursacht, wenn ich dafür ein kleines Produkt habe. Weil es alles andere für mich einfach keinen Sinn ergibt. Und weil du sagst gerade, warum tun andere Sachen rein? Einmal aus Marketinggründen, aufgrund der Deklaration, dass du halt eben bestimmte gesundheitsbezogene Aussagen ausloben darfst, also nennen darfst. Und teilweise, weil einfach die Produktion günstiger wird. Du hast schon gesagt, manche Stoffe sind halt im Einkauf, die Rohstoffe sind halt teilweise günstiger. Ich habe zum Beispiel, ich nehme mal als Beispiel, weil ich es bei dem sehr genau weiß, aber so ein Sportgetränk, da kannst du natürlich irgendwie Fruktose reintun. Das ist super günstig, ist aber super ungefähr. Kannst du aber auch, ich habe mich entschieden, für Trhalose reintun, die kostet ein Vielfaches davon. So, dann wird das Produkt teurer. Du hast keine Fruktose drin. Und jetzt musst du einfach darauf bauen, dass der Verbraucher versteht, warum dein Produkt einfach teurer ist und den Transfer hinkriegt, dass es da eben keine Fructose gibt. Und das muss man dann wieder quasi leider, in Anführungsstrichen leider dem Verbraucher überlassen und darf halt nur begrenzt darüber sprechen. Also ist man natürlich angewiesen auf Menschen jetzt wie dich oder andere, ich nenne es mal Multiplikatoren, die das einfach an den Betroffenen zum Beispiel erklären können.

SPEAKER_03

Erklären, was da irgendwie ist.

SPEAKER_01

Und wieder noch eine andere Sache, warum tun manche Hersteller Dinge rein, wie jetzt so Trennmittel, Füllstoffe und ähnliches? Das hat dann eben produktionsseitige Gründe, das hattest du ja eben auch schon angesprochen, zum Beispiel, wenn du hast halt bestimmte Kapselgrößen. Es gibt halt nicht jede Kapsel. Das heißt, es gibt so bestimmte Kapselgrößen. Und wenn du jetzt sagst, ich will aber sieben Milliarden KWE-Bacillus-Stämme da reinpacken, dann sagt mein Hersteller, so ja, jetzt ist die Kapsel aber so gefühlt ein Zehntel voll. Das geht nicht. Wir müssen die irgendwie füllen, sonst klappt das mit der Maschine nicht und dann geht das alles nicht. Dann musst du dir halt überlegen, was tue ich da rein. Und wenn du jetzt, und das müssen, unterstelle ich jetzt mal so ein bisschen manchen Produzenten, die haben davon auch, glaube ich, einfach keine Ahnung. Also nicht jeder, der Supplements herstellt, ist ja Heilpraktiker oder Ernährungswissenschaftler oder Ortho Molekularmediziner, sondern ganz oft sind das Leute, die gehen zu einem Produzenten, das sind Lohnfertiger teilweise und sagen, ey, ich habe gehört, mit Supplements kann man richtig Geld verdienen, ich brauche ein Protein, ich brauche ein Magnesium. Und dann sagt der Hersteller, ja, ich habe hier so ein Rezept, das hat schon hundertmal gut funktioniert, ey, komm. Und dann sagt derjenige, ja klar, gar kein Problem. Wenn das gut funktioniert und günstig, ist es ja super. Und der hat dann gar keine Ahnung davon. Jetzt kommt aber jemand wie du oder wie ich und sagen jetzt, nee, nee, wir wollen ja jetzt aber keine Maisstärke drin haben. Und dann fängst du an zu dissortieren. Und dann gibt es eben sowas wie, bei mir ist es zum Beispiel in den Bacillus-Stämmen so, ich habe dann Schwarzkümmel mich entschieden, weil ich finde, das ist ein generell ein guter Stoff, mit dem ich gute Erfahrungen mache für den Darm, der hat nicht die negativen Effekte dieser, ja, sag mal, ballaststoffartigen Füllstoffe. Und schon habe ich eine Möglichkeit. Aber natürlich kannst du sowas nur einfordern, wenn du dich auskennst.

SPEAKER_03

Und wenn du es weißt, einfach, was kann ich noch einsetzen halt, ne? Genau, ja.

SPEAKER_01

Und da musst du halt in die Diskussion gehen. Oder du nimmst dann in Kauf, dass Maschinen halt, wenn du bestimmte, also Trennmittel bedeutet, ja, dass Stoffe einfach nicht verklumpen sozusagen oder dass eben sie nicht so klebrig mehr sind und an Maschinen sozusagen festkleben, wenn jetzt Maschinen diese Kapseln oder Sachets oder wie auch immer befüllen, dann müssen diese Maschinen ja auch irgendwie wieder gereinigt werden. Und es wäre schön, wenn die nicht kaputt gehen bei der Produktion, bei diesem Teil verklumpen und verkleben. Und da kannst du natürlich auch, hast du Varianten. Du kannst halt auch hier variieren, dann wird es vielleicht teurer, weil Maschinen mehr gereinigt werden müssen. Und das sind halt alles Erwägungen, die kennt ja der Endverbraucher gar nicht. Der sieht halt, das ist ein Magnesium, das kostet es. Oh, jetzt gibt es ein anderes Magnesium, das kostet viel mehr. Ja, natürlich nehme ich das Günstige. Und da aufzuklären oder so ein bisschen zu braten zumindest, das finde ich halt sehr wertvoll, sich da einfach so ein bisschen auszukennen, weil man einfach schon qualitativ deutliche Unterschiede merkt.

SPEAKER_03

Ja, und das, also ich habe natürlich auch ein paar Lieblingshersteller, mit denen ich zusammenarbeite. Und das sage ich auch, meinen Patienten habe ich dann auch so ein paar, zwei, drei, vier, die ich dann gerne nehme. Es gibt ja leider nicht immer von jedem alles, ne? Aber man hat da schon so seine Lieblinge und ich sage auch immer, das hat mich auch Zeit und Zeit gekostet, mich damit auseinanderzusetzen. Also ich nehme jetzt nicht einfach nur, weil mich jemand anschreibt, ja, ne, mach mal, empfehle mal das oder das, sondern da steckt dir halt auch was dahinter. Und viele sind dann aber so ein bisschen enttäuscht, weil sie dann jahrelang schon ein bestimmtes Präparat genommen haben und sagen dann, ja, kannst du da mal bitte einmal drüber schauen und dann gucke ich mir das an und kriege so innerlich so einen Nervenzusammenbruch und kennst du das auch. Und ich mir denke, eigentlich schadest du dir damit mehr. Das ist ja das Schlimme ist ja noch nicht mal, dass es vielleicht nicht eine Wirkung hat, sondern du schadest dir damit, weil da irgendein Stoff drin ist oder weil es irgendwo dubioser Hersteller ist oder so. Und dann denke ich mir lieber, dann lieber nichts einnehmen. Als irgendwie was, wo man vielleicht noch was Fragwürdiges ist, auch mit irgendwelchen Pestizidbelastungen oder das ist ja ein Riesenthema, was da alles noch so hintersteckt, dann lieber gar nichts. Oder weniger von etwas Gutem. Weil wenn ich da sage, dann, oh, ich pfeife mir da irgendwie vier, fünf Magnesiumkapseln von irgendeinem Hersteller, wo ich mir denke, boah, ne, bitte nicht, ne? Oder mit Zusatzstoffen. Das ist halt schwierig. Da in die Diskussion dann so, aber warum denn? Ich nehme das doch schon immer und das ist halt immer dann schwierig, schwierig, ne? Weil die anderen Sachen vielleicht auch ein bisschen mehr kosten.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Und ich meine, man muss ja auch sagen, du hast das eben zu den E-Stoffen ja auch schon so angedeutet. Nicht alles, was wir jetzt so benennen oder was wir extrem mies sozusagen so problematisch finden oder was deinen inneren Nervenzusammenbruch verursacht, nicht all das ist ja per se gesundheitsschädlich oder macht sofort ein Symptom. Es gibt ja, Gott sei Dank, sonst wären wir Menschen ja schon lange ausgestorben, es gibt ja Kompensationsmechanismen im Körper und jeder Mensch ist ja auch unterschiedlich empfindlich oder der eine, der eine Histaminintoleranz hat, reagiert vielleicht auf bestimmte Stoffextrem. Jemand, der das nicht hat, kann das besser vertragen. Das heißt noch nicht, dass es gut ist, aber es heißt ja auch nicht, dass sich jetzt sofort alles vielleicht auch wegschmeißen muss, dass man Dinge auch nochmal aufbrauchen kann, aber dass man halt in der Zukunft einfach ein bisschen bewusster drauf schaut sozusagen und sich einfach dessen bewusst ist, dass es für den Körper anstrengend ist. Das muss man ja vielleicht nochmal differenzieren. Dieses Jahr ist es Anstrengend oder so ein Ballaststoff ist bei einer Fehlbesiedlung nicht ganz so toll. Der ist ja in dem Sinne dann nicht giftig oder so, sondern der stresst das System. So kann man es vielleicht jetzt mal vorsichtig formulieren, dass man so eine Vorstellung hat. Und dann gibt es aber Stoffe, und wir hatten ja eben schon dieses Titandioxid angesprochen, das finden zumindest wir beide gar nicht cool. Da würde ich wirklich sagen, schmeiß es weg, denn das ist wirklich nicht gut für deinen Organismus. Hast du noch andere Dinge im Kopf, wo du sagen würdest, schmeiß weg. Da bin ich wirklich krass.

SPEAKER_03

Ja, sowas wie Emulgatoren-Polysorbat 80, ich glaube, das ist meistens eher bei flüssigen Mitteln, habe ich zumindest so im Kopf. Ich hatte das schon mal irgendwo in einem, ich glaube, Silentropfen oder so gefunden. Das ist irgendwie ein Konservierungsstoff. Da denke ich mir auch irgendwie so, das muss irgendwie nicht sein. Und da gibt es tatsächlich auch schon, da gibt es auch Studien dazu. Das ist wohl auch in Eis und in anderen Fertigprodukten, also auch in Lebensmitteln, verarbeiten Lebensmittel mit drin. Das fällt mir auf jeden Fall noch ein. Und das ist auf jeden Fall, ja, kann auf jeden Fall den Darm entzünden oder dazu beitragen. Und gerade wenn ich ja schon, zu uns kommen ja die Menschen halt mit Darmproblemen, die haben ja schon Darmprobleme und dann ist das für mich unlogisch, da noch Dinge reinzugeben, die noch weiter vielleicht Entzündung fördern können. Das ist ja halt so die Sache. Also das würde mir noch einfallen. Und das Karagen, da weiß ich jetzt nicht, ob das auch in Nahrungsergänzungsmitteln drin ist, aber das ist ja oft in Sahne als Haltbarkeitsstoff drin. Das ist jetzt auch, da gibt es wohl auch mehrere Untersuchungen jetzt dazu, dass das für die Darmschleimhaut auf jeden Fall auch nicht so toll sein soll, wenn man das oft irgendwie nimmt. Weil man denkt ja immer so, ach, statt Sahne nehme ich dann vielleicht so eine Leitvariante, so, weil ja irgendwann mal ja auch so ein Hype und eigentlich tue ich mir damit dann nichts Gutes. Also man kann da drin, ja.

SPEAKER_01

Ja, genau, diese Emulgatoren, das finde ich auch nochmal spannend, wenn wir es jetzt mal so als Obergruppe quasi auch einfach benennen, denn die sind ja sozusagen auch deklariert. Da steht ja dann immer so Emulgator-Karragen oder sowas. Also die erkennt man, weil dann da wirklich Emulgator sozusagen davor steht. Und das habe ich nämlich auch so für mich auf dem Schirm, dass die so die Darm, also den Darm-Schleim eigentlich, diese Schleimhaut oder Schleimschicht nennen wir sie mal, die quasi auf unserer Schleimhaut liegt im Darm. Also erfreulicherweise, nee, es ist nichts Schlechtes, sondern was Gutes sozusagen, dass diese Schleimschicht angegriffen wird und dass eben möglicherweise auch in Richtung Likigat so eine Beförderung passieren kann. Und eben, was du sagtest, so diese entzündliche Aktivität vielleicht so ein bisschen befeuert werden kann. Also da habe ich die auf jeden Fall auch auf dem Schirm. Das ist absolut interessant, definitiv, Emulgatoren. Dann hatten wir noch nicht richtig angesprochen, aber vorhin mal so im Kopf Farbstoffe. Da hast du schon gesagt, warum? Warum muss etwas eine Farbe, sehe ich genau wie du. Also es gibt auch natürliche Farbstoffe wie rote Beete oder sowas, selbst die Frage.

SPEAKER_03

Aber das ist ja was anderes, ne? Aber es gibt ja wirklich auch einige Dinge, Farbstoffe, wo, du kennst das vielleicht von Süßigkeiten von Kindern, diese blauen Sachen, die gibt es ja mittlerweile weniger, aber da steht ja sogar drauf, kann die Aufmerksamkeit verändern oder ne? Bei Kindern, und dann denke ich mir so, okay, bei Kindern, das ist jetzt untersucht, aber was kann das vielleicht auch mit uns machen? Es muss ja nicht jetzt sein, dass du dann ein Aufmerksamkeitsproblem bekommst, aber es scheint ja irgendeine Reaktion im Körper auszulösen. Und wenn es nicht so ist, Unruhe ist oder so, ne? Also das ist ja auch nicht zuträglich.

SPEAKER_01

Nee, der Körper zeigt ja eindeutig, dass er darauf reagiert und dass da irgendwas komisch ist. Das sind diese Southampton-Farbstoffe, ne, da gibt es ja so mehrere, sieben oder acht sind das, glaube ich, für die dieses, was du gerade gesagt hast, diese Warnung, nenne ich das mal, oder dieser Hinweis ausgegeben wurde, dass es so in Richtung Hyperaktivität, Aufmerksamkeit, Konzentration krass. Dann denke ich mir so, warum? Warum sollten wir so etwas in unsere Lebensmittel oder in irgendwelche Produkte reintun, die wir uns zuführen? Das ergibt einfach mal so gar keinen Sinn. Genau. Also Farbstoffe finde ich schwierig. Also bei mir ist es so, ich habe selbst die natürlichen rausgenommen mittlerweile, sowas wie rote Beete hatte ich drin, weil es halt tatsächlich am Ende des Tages in minimalen Dosen, aber vielleicht doch noch ein bisschen Fructose irgendwie enthalten könnte. So, ne, dass wir dann gesagt haben, ach komm, pink war schön, aber für so ein Getränk, ne? Aber irgendwie lass es doch einfach durchsichtig. Du bist so pingelig wie ich. Ja, wenn du dann Leute hast, bei denen du sagst, die haben halt so eine mega krasse Fructose-Problematik und die möchten das gerne benutzen. Und wir sind nicht hundertprozentig sicher, ob die das dann sagen, denke ich mir, okay, das ist eine Restunsicherheit. Ich kann das nicht hundertprozentig sagen, ob es nicht möglicherweise an dieser minzigen Spur an Fruktosepotenzial liegt irgendwie und dann kommt fliegt sogar sowas drauf.

SPEAKER_03

Wir hatten noch nicht die Konservierungsmittel. Das ist, glaube ich, auch eher in so flüssigen Dingen drin wie Natriumbenzoat, das kenne ich auch, aus einem ganz bekannten Darmentherapeutikum, einem flüssigen. Da ist das, glaube ich, auch noch enthalten. Ich weiß nicht, ob in allen von den Präparaten, aber da habe ich auch damals gedacht, als ich das das erste Mal gelesen habe, so, es kann doch nicht sein, dass ich ein Darmschleimhauttherapeutikum entwickle und dann etwas reinmache, was im Verdacht steht, irgendwie die Bakterien zu stören. Also da dachte ich auch, das ist doch merkwürdig. Also irgendwie, da fragt man sich auch, warum? Warum ist das so? Muss das irgendwie sein? Manchmal kann es ja auch sein, dass es nicht anders geht, weil es sonst irgendwie kippt. Das ist auch so eine Sache, aber da ist dann die Frage, gibt es nicht Alternativen dafür? Finde ich da nicht irgendwie was anderes? Wenn ich jetzt vielleicht jemanden habe, der nicht ganz so empfindlich ist, wo man dann sagen kann, okay, wir wollen mal ein bisschen an der Schleimhaut arbeiten und wir haben keine andere Möglichkeit, aus welchen Gründen auch immer, dann kann man da mal abwägen für eine bestimmte Zeit, aber weiß nicht. Also ich denke, es gibt immer andere Alternativen, ne?

SPEAKER_01

Ja, ich denke, es konterkariert die Wirkung ja auch so ein bisschen. Ich kann mir dann immer nicht vorstellen, dass es trotzdem so die erwünschte Wirkung vollständig entfalten kann. Genau, Konservierungsstoffe, wichtig auch so Nitrite oder sowas, ne? Das ist jetzt ja eher Lebensmittelbereich auch, Karzinogen möglicherweise, wenn das umgewandelt wird in Nitrosamine oder so. Wäre ich sowieso immer vorsichtig, aber das betrifft ja tatsächlich eher Lebensmittel jetzt als Supplements. Dann Aromen, auch noch ein interessanter Punkt, weil wir ja gerade so bei den Farbstoffen natürlich oder nicht sind, ist ja auch immer ein spannendes Thema. Finde ich auch total verwirrend, muss ich sagen. Also generell dieses Thema, wann ist etwas natürlich? Das ist ein ganz komisches Wort, in Anführungsstrichen, im Lebensmittelbereich. Also Nahrungsergänzungsmittel sind ja auch Lebensmittel, jetzt rein von der rechtlichen Klassifizierung, nur halt spezielle Lebensmittel. Und dazu fällt übrigens noch was ein, weil du vorhin gesagt hast, warum tut man manchmal irgendwie so eine andere B12-Verbindung rein. Ich habe zum Beispiel auch Produkte, die wollte ich gar nicht als Lebensmittel zulassen, sondern als Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel mein Proteinpulver, darf ich aber nicht. Ich musste es als Lebensmittel zulassen. Und für Lebensmittel gelten andere Vorschriften als für Nahrungsergänzungsmittel. Und ich darf in meine Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel so ein B-Komplex, darf ich andere B12-Verbindungen reintun als in Lebensmittel. Lebensmittel darf ich nicht dieselben reintun. Das gibt einfach Gesetze, wo es die gibt, frage mich nicht. Mir erschließt es sich nicht, es ergibt für mich auch einfach gar keinen Sinn. Aber ich durfte nicht meine gewünschte B12-Verbindung zum Beispiel, dürfte ich nicht in ein Protein zum Beispiel reintun. Also habe ich auch nicht, aber dürfte ich auch noch nicht, weil es eine andere Gesetzgebung gibt. Also das ist total interessant, auch was die Vorschriften da, sag ich mal, von rechts wegen sagen. Aber auch bei den Aromen, ich versuche ja immer möglichst natürlich zu arbeiten. Und da bin ich auch irgendwann zum Beispiel an meine Grenzen gestoßen, als ich angefangen habe mit meinem Hersteller und dessen Labor sozusagen, die genau wissen, was geht, was geht nicht, was können wir technisch darstellen, als wir in die natürliche Diskussion eingestiegen sind. Weil bei zum Beispiel gibt es bei Aromen gibt es per Definition natürliche Aromen und Aromen und Aromen sind quasi chemisch hergestellt und auch natürliche Aromen heißt jetzt nicht, dass wenn etwas ein Vanille, natürliches Vanillearoma hat, dass dann da eine Vanilleschote direkt reingeworfen wird, sondern das heißt einfach nur, dass das Aroma trotzdem ein künstlich hergestelltes ist, aber aus einem natürlichen Stoff. Es ist immer noch was Verarbeitetes. Und ich finde, das ist zum Beispiel total verwirrend. Also natürlich ist auch quasi das Natürlichste, was man machen kann. Und man kann dann halt noch sowas reinschmeißen wie Kakaopulver oder so, wenn man jetzt ein Schuhearoma haben will. Aber es ist halt was anderes als ein natürliches Aroma. Das fand ich nochmal interessant. Bei Vitaminen oder so gibt es schon auch sowas wie natürliches Vitamin C. Da steht dann aber auch immer dahinter, aus Camukamu oder aus Azarola oder wie auch immer. Das gibt es aber zum Beispiel jetzt nicht irgendwie für Aminosäuren oder für ja, sowas zum Beispiel für Aminosäuren. Da gibt es sowas zum Beispiel nicht, weil die immer, also da kann man sich jetzt drüber streiten, ist das natürlich oder nicht, die werden halt von Bakterien produziert. Das wird je gewesen, also irgendwie ist es natürlich, aber irgendwie ist es ja aber auch hergestellt. Also das ist so, wie definiert man jetzt natürlich? Also das ist zum Beispiel auch so eine Sache, man kann gar nicht jetzt rein rechtlich-technisch gesprochen, rein natürliche Lebensmittel oder Supplements herstellen. Außer man macht jetzt wirklich so einen Multivitaminsaft, bei dem man halt verbrannt macht. Aber sonst kriegst du das halt schwierig hin. Also mindestens mal, wenn jetzt nicht nur Vitamine da drin sind, sondern eben auch alle möglichen anderen Stoffe. Also das ist tatsächlich ein tricky Business sozusagen, da überhaupt der Sache auch auf die Spur zu kommen. Und selbst mir fällt das manchmal schwer, wenn ich dann versuche, so ein bisschen detektivisch so rauszufinden, so, ja, aber was sind denn das jetzt für Rohstoffe, die ich überhaupt einsetzen kann? Wo kommen die denn her? Was haben die denn für einen Weg hinter sich? Wie werden die denn produziert? Was steckt denn da vielleicht noch alles drin? Das findest du manchmal gar nicht so einfach raus. Also da muss man sich wirklich auf die Suche machen und das ist als Endverbraucher illusorisch. Das kriegst du irgendwann nicht mehr raus. Von daher hat es viel mit Vertrauen auch zu tun, dass man sich da eben, wie du auch sagst, Hersteller raussucht, wie du das schon eben formuliert hast, mit denen arbeitest du seit Jahren zusammen, da hast du dich informiert, vielleicht hast du auch mal ein Gespräch geführt, bist mal irgendwo da hingefahren, hast dir da die Produktion angeguckt, hast dir ein Seminar mal angeguckt, hast mit den Leuten gesprochen. Ich finde halt, das ist nicht für jeden möglich, aber für uns ist sowas ja möglich als Therapeutin, Therapeutin, dass man sich halt da auch enger mal verbandelt irgendwie mit den Herstellern und einfach besser versteht, was haben die für ethische Prinzipien, die sie ein oder zugrunde legen für ihre Produktion. Was ist denen wichtig? Worauf achten die? Was haben die auch für ein Background-Wissen? Womit beschäftigen sich?

SPEAKER_03

Da denke ich immer so, ja, ich gucke mir tatsächlich jedes Präparat an. Also meine Patienten können sich hundertprozentig sicher sein, dass ich mir von jedem Präparat die Inhaltsstoffe angeguckt habe. Klar kann es irgendwann mal sein, dass was verändert wurde oder so. Das passiert halt. Aber ich gucke mir alle Listen an und dann fliegt auch mal was raus. Also wo ich sage, da ist irgendwie nichts oder so. Und das ist halt natürlich auch mit Aufwand verbunden. Gerade beim Thema Therapiepläne schreiben. Das kennst du sicherlich auch. Da sitzt man nicht mal fünf Minuten dran oder so. Das ist wegen eine lange Zeit, weil man dann auch gucken muss, was kann ich einsetzen bei der Person, was ist vielleicht dann auch zu viel, was kumuliert sich irgendwann auch von diesen ganzen Sachen. Das muss man alles im Blick haben. Und das ist nicht mal so einfach gesagt, ach, nimm mal die und die und die Sache. Und bei der anderen Person kann das dann auch wieder komplett anders sein. Das ist mit viel Arbeit verbunden. Und man hat irgendwann seine Lieblings- oder seine Auswahl auf jeden Fall schon, wo man einfach auch gute Erfahrungen mitgemacht hat. Wo ich sagen kann, auf das und das Präparat hatte ich noch nie eine negative Wirkung. Ich sehe auch nach Monaten, dass sich da auch Werte verbessern bei dem und dem Hersteller. Da gibt es alles Mögliche, habe ich schon erlebt, dass ich wirklich auch Patienten hatte mit anderen Herstellern, die sagten, ich habe über jahrelang was eingenommen und die Blutwerte oder die Werte verändern sich nicht nach oben. Also es verbessert sich nicht. Und dann ist ja auch mal die Frage, was ist da? Warum ist das so? Liegt es jetzt wirklich nur an der Darmaufnahme oder ist da vielleicht auch gar nicht das drin, was da drin sein sollte? Das ist ja auch nochmal so eine andere Sache. Absolut. Ich würde dich gerne nochmal zum Thema, weil das gerade bei mir in der Praxis ein Megathema immer ist, zum Thema Eiweißpulver. Proteine. Proteinpulver, da eine Riesenhype auch mit bestimmten Marken, die da jetzt gerade sehr aggressives Marketing betreiben. Und die von den Inhaltsstoffen so mittelmäßig sind mit vielen Süßungsmitteln. Bist du bei den Süßungsmitteln auch so kritisch wie mit den Zusatzstoffen? Ja. Oder sagst du, ach, geht alles eigentlich, ist nicht schlimm.

SPEAKER_01

Gar keinen Fall geht alles. Konnte man sich schon denken, dass wir da beide nicht so ganz entspannt sind, was das angeht. Also sehe ich auch sehr, sehr kritisch. Ich würde am liebsten gar keine reintun. Bei meinen Produkten ist Devia aus Deviolglycosiden drin, weil das irgendwie das Beste ist, der beste Kompromiss, auf den ich mich so einigen konnte, weil ich feststelle, wenn ich gar nichts rein tue, schmeckt es halt irgendwie auch wie eingeschlafene Füße und dann kauft es keiner ein zweites Mal und dann nehmen sie halt doch die Produkte mit Sukralose sehr gerne genommen und mit Aspatam und Acosulfam K, Sorbit und was da alles drin ist. Und ich verstehe, ich kann mir ungefähr denken, wir haben nicht drüber gesprochen, aber welche Produkte du meinst, ich verstehe die Argumentation des Herstellers, der sagt, ja, Sukralose ist halt drin, ist doch nicht schlimm. Nein. Man muss immer gucken, woher kommen die Leute. Wenn die sonst gar nichts nehmen und einen total grottigen Protein spiegeln, nenne ich das jetzt mal so habe, in ihrer Zufuhr, sollen die doch lieber das nehmen, denn das andere würden die sowieso nicht nehmen. Es ist natürlich immer eine Frage, woher komme ich und wie viel Kompromiss bin ich bereit zu machen? Und dann nehme ich vielleicht lieber sowas als gar nichts so. Ich würde es nie so empfehlen. Also ich will damit verstehe diese Argumentation. Aber ich für mich würde was anderes als irgendwie ein Stevia zur Not nicht gut heißen, nenne ich das jetzt mal so. Oder würde es für mich selber nicht benutzen, machen wir es mal so, weil ich der Meinung bin, dass diese Zusatzstoffe, Acesulfarm K, Sorbit, aber auch hier Sucralose, dass die etwas mit unserem Mikrobiom machen. Und die führen dort zu Veränderungen. Und dann gibt es ja noch so Dinge wie Aspartam oder so, was ja auch in allem Möglichen von Cola bis Kaugummi irgendwie drin ist, finde ich auch alles andere als gut und finde es auch nach wie vor komisch, dass sowas zugelassen ist. Ich finde das für den Körper nicht gut. Ich finde das generell für auch unser Süßempfinden und diesen, nennen wir mal Süßstoffwechsel, gibt es hier nicht, aber finde ich das nicht gut, ja, für unser Mikrobiom nicht. Also ich denke mal, dass du da ähnlich denkst.

SPEAKER_03

Ja, und auch in Richtung Glucose-Toleranz, ne? Also das hat, das hatte ich auch oft, weil ich glaube, es geht ja dann halt auch um die Menge. Wenn ich grundsätzlich ein gesunder Mensch bin und ich habe keine Darmprobleme, dann und ich ab und zu mal ein Leitgetränk zu mir nehme oder sage, okay, mein Proteinpulver, das schmeckt mir ganz gut und das ergänze ich mal nach dem Frühstück oder was auch immer, dann denke ich mal, ist das in Ordnung. Aber wenn wirklich jemand sich von morgens bis abends mit Süßungsmitteln, also das auch vielleicht in sein Wasser reinmacht, als Sirup und so weiter, und das wirklich über den ganzen Tag, dann ist der Körper einfach verwirrt, weil er denkt, da kommt irgendwie, da kommt was Zuckerhaltiges an. Also dieser Reiz, das weiß man ja, kommt ja trotzdem. Also Insulinausschüttung passiert sehr wahrscheinlich auch, aber er kann da nirgendwo andocken. Und dann fährt der Blutzucker trotzdem Achterbahn oder es kommt da zu irgendwelchen komischen Ereignissen ein paar Stunden, nachdem ich diese Dinge ja zu mir genommen habe. Und das habe ich leider nicht so selten in der Praxis gesehen, dass wirklich oft auch Menschen mit Ängsten und anderen Dingen reagiert haben, die eine längere Zeit diese Dinge konsumieren. Wie gesagt, das muss nicht bei jeder Person passieren, aber wenn sowas plötzlich auftaucht, sollte man auch immer gucken, ist es vielleicht irgendwas, was ich auch an Süßungsmitteln zu mir nehme. Das ist nicht so selten. Nur man bekommt den Zusammenhang nicht. Weil man ja denkt, ich tue mir was Gutes. Also es wird ja immer gesagt, Zucker ist böse, dann nimm doch lieber das. Und das, finde ich, ist nicht richtig. Also da muss noch mehr Aufklärung sein.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Das steckt ja alles auch noch so in den Kindern schon, was jetzt so Studienoffizielle angeht und so, für Aspartalen gibt es ja schon so eine Einordnung potenziell kancerogen, ne, schon seit Jahren. Ich auch denke, würde mir schon hundertprozentig ausreichen, dass ich das auf gar keinen Fall meinen Kindern geben würde und was ich meinen Kindern nicht geben würde, würde ich auch meinen Patienten nicht geben. Und neben dem, was du gerade gesagt hast, beobachte ich auch, gerade auch dieses, auch hier muss man mal gucken, wo kommen die Leute her, aber angenommen, man hat jetzt ein Gewichtsmanagement-Thema in der Praxis, so wo es jetzt gar nicht unbedingt um den Darm geht, aber um Gewichtsmanagement. Und du stellst fest, die Person konsumiert halt Cola Light in großen Mengen. Und hat aber für sich im Kopf gespeichert, ja, wieso? Das ist doch mit Null Kalorien so, ne? Oder Cola Zero oder wie das heißt, ich weiß es gar nicht so genau. Cola Zero wahrscheinlich eher, ne? Null Kalorien. Das kann doch gar nicht das Problem sein. Und dann ist es oft ganz schwierig, dieses Verständnis anzusprechen oder zu verändern, dass sehr wohl diese Light- oder Zero-Getränke mit diesen ganzen künstlichen Zutaten, wo ja irgendwie nichts Gutes drin ist, womit der Körper wirklich was machen kann, sondern nur so anstrengende Dinge, dass die dazu beitragen können, dass halt permanent ein hemmender Mechanismus im Körper aktiv ist, der quasi Fettverbrennung nicht wirklich ermöglicht. Und das irgendwie richtig zu framen, ist nicht immer so einfach. Also verstehe ich auch, weil du natürlich irgendwie ja schon das Gefühl hast, ich tue mir was Gutes und jetzt komme ich und dann kommt Gabi und sagt so, ja, nee, der dumm auch blöd. Und dann denkst du irgendwann so, ich weiß schon gar nicht mehr, was ich machen soll. Ich hab doch schon. Und das hat mir schon nicht so gut geschmeckt und jetzt muss ich Wasser trinken. Das mag ich nicht. Und dann ist es ja oft so ein Prozess, in dem man sich so ranrobt an immer gesündere oder günstigere Bedingungen für den Körper. Aber was halt, glaube ich, wichtig ist, ist zu verstehen, was du gerade gesagt hast, man bringt halt diesen Kohlenhydratstoffwechsel durcheinander, man bringt den Blutzuckerspiegel damit eben durcheinander. Man macht etwas mit seinem Mikrobiom, man erhöht vielleicht Entzündungsneigung, dadurch ist ständig das Immunsystem aktiv. Dadurch schädigt man vielleicht seine Darmbarriere, dadurch hat man auch wieder ein Problem, irgendwie beispielsweise die Fettverdauung oder in die Heilung oder in die Regeneration, was auch immer das Ziel ist, zu gehen. Dann haben wir, was du gerade mit diesen Ängsten angesprochen hast, ja häufig dieses Thema Darm-Hirnachse. Ich beobachte das gerade du wahrscheinlich auch ganz, ganz viel in diesem, gerade in diesem Bereich empfindlicher Darm, Breizdarm in Anführungsstrichen, jeglicher Ursache, dass Menschen einfach ganz schnell auch oder eben auch zeverzögert, reagieren auf Verschiebungen des Mikrobioms, also so Diätfehler in Anführungsstrichen, irgendwas Blödes gegessen, gar nicht auf dem Schirm, was es ist, vielleicht irgendein Zusatzstoff, ne? Oder eine Menge von irgendwas. Und plötzlich gibt es eine sofortige Datenautobahn zum Gehirn, ne? Und wir wissen ja auch gerade auch, was unseren Vagusnerv betrifft, der sendet irgendwie zu 80 Prozent mindestens irgendwie nach oben ins Gehirn. Das heißt, da kommt sofort eine Meldung ans Gehirn und das kann sich massiv auf die Stimmung schlagen. Also das kann massiv zu Stimmungsschwankungen führen. Und da jetzt wirklich rauszufinden, wieder was es ist, es ist eine Detektivarbeit. Ich finde immer, die lohnt sich. Auf jeden Fall. Weil da einfach so viel Potenzial auch drin steckt.

SPEAKER_03

Thema Damenhirnachse, Riesenthema auch bei mir in der Praxis. Und das ist aber oft die Frage, die mir auch gestellt wird. Jetzt weichen wir leicht vom Thema, aber ich finde das total interessant auch. Das ist wahrscheinlich auch deine Erfahrung, dass viele auch verzweifelt sind, weil sie schon viele Dinge auch ausprobiert haben in Richtung Psychotherapie oder andere mögliche Dinge. Und das ist natürlich auch immer ein Baustein. Aber irgendwie sagen, ich komme irgendwie nicht weiter und ich habe immer ein schlechtes Bauchgefühl. Und die Frage dann immer kommt ja, ist das denn von meinem Gehirn gesteuert? Oder wie rum ist das? Und wenn ich dann auch erkläre, dass wir mittlerweile ja wissen, dass ein großer Teil, wie du sagst, 80, 90 Prozent kommt sehr wahrscheinlich eher aus unserem Darm nach oben. Und viele Dinge wahrscheinlich auch, da wird es wahrscheinlich die nächsten Jahre auch immer wieder Neurostudien dazu geben, finde ich mega spannend, dass der Darm so viel Einfluss hat, wie wir uns einfach fühlen. Und viele auch sagen, ich fühle mich aufgedreht oder dieses aufgedreht und gleichzeitig total erschöpft oder diese plötzliche Ängstlichkeit so aus dem Nichts, ne, gepaart mit diesem schlechten Bauchgefühl. Und viele sagen auch, es fängt erst eher an, dass ich so ein komisches Gefühl im Bauch bekomme. Und dann kommen diese anderen Reaktionen halt. Und das finde ich auch mega spannend, dann auch zu erklären, den Menschen, ja, wenn wir an deinem Darm arbeiten, wir dürfen ja keine Heilversprechen machen. Aber das beobachtest du vielleicht auch, bessern sich oft Dinge oder es verschwinden Sachen einfach so. Also wir wissen ja warum, aber die sind dann einfach weg irgendwie, ne? Das heißt, meine Ängste werden besser oder andere Dinge können sich verbessern. Und ja, das beobachte ich halt sehr, sehr viel, dass viele Dinge einfach dann verschwinden mit der Zeit. Wenn man den Darm die schädigenden Sachen erstmal wegnimmt, das ist, glaube ich, der erste Schritt. Nicht einfach irgendwas reinkippen, sondern erstmal gucken, was sind denn meine Trigger und da wirklich ganz akribisch zu schauen, was ist für dich halt nicht gut. Und da sind für mich diese Zusatzstoffe und andere Dinge ja sehr wichtig, neben anderen Themen natürlich auch, aber da nochmal wirklich die Packung umdrehen. Zu lesen, anfangen zu lesen, was ist denn da wirklich drin und brauche ich jeden Tag Fertigprodukte oder irgendwie was, ne? Sondern vielleicht kann ich das reduzieren. Es geht ja nicht um perfekt, dass ich immer alles super frisch und alles. Ich glaube, so lebt ja halt niemand, wäre schön. Aber es muss ja in den Alltag auch passen. Aber dieses Bewusstsein dafür schaffen. Ich drehe die Packung um, ich gucke und was ist denn wirklich gut und entscheide ich mich vielleicht dafür, eigentlich brauche ich das doch nicht.

SPEAKER_01

Ja, komplett. Es gibt ja so einen netten Spruch oder so einen Anker, den habe ich mal irgendwo gehört und fand es so süß, so wenn du dir die Zutatenliste anschaust und da stehen Sachen drin, die deine Oma nicht kennt, dann solltest du es nicht essen. Ich dachte, ja, wie du nicht aussprechen kannst. Oder die du nicht aussprechen kannst, dann solltest du vielleicht doch mal genauer hingucken. Sag mal, hast du für dich nochmal so eine Übersicht im Kopf in Anführungsstrichen? Was sind denn so besondere Risikogruppen, die verstärkt auf Zutaten und Zusatzstoffe achten sollten?

SPEAKER_03

Ja, du hattest vorhin auch schon mal das Thema Histamin angesprochen. Gerade Menschen mit dieser Histaminthematik oder wenn wir noch ein bisschen weitergehen, Verdacht haben auf Mastzellaktivierungssyndrom, habe ich auch einige Patienten. Da ist man natürlich noch, aber die Menschen kennen sich sehr oft sehr gut aus. Also die haben schon Dinge auf dem Schirm. Trotzdem geht da vielleicht auch nochmal das ein oder andere unter. Also da sollte man nochmal ganz kritisch sein. Und natürlich, wenn ich grundsätzlich schon so eine Allergieneigung habe. Also wenn ich irgendwie Heulschnupfen oder andere Dinge schon oder mit der Haut auch Neurodermitis reagiere, da würde ich auch sagen, nochmal kritischer hingucken. Das würde mir jetzt so einfallen. Und wenn ich natürlich auch schon eine längere Zeit mit Sibo oder mit, ja sagen wir mal jetzt erstmal mit Reizdarm oder mit Darmbeschwerden zu tun habe, da auch nochmal ganz genau hingucken. Also nicht, wenn ich das jetzt seit drei Monaten habe, aber ich denke, die Patienten hast du auch nicht, sondern auch die, die über längere Jahre schon Beschwerden haben, da auch nochmal genauer hinzuschauen. Weil da ist, das ist immer bei mir ein Thema. Da ist die Aufklärung noch nicht so, also dieses Bewusstsein noch nicht so ganz. Und natürlich, wenn man auch essen geht, dann weiß man es ja auch nicht so genau. Und viele gehen ja auch schon gar nicht mehr irgendwie auswärts essen, aber es gibt dann doch noch den einen oder anderen, der sagt, ja, eigentlich gehen wir jeden Abend essen. Und da weißt du ja auch nicht, was wie wo irgendwo drin ist. Das würde mir jetzt so einfallen an so Risikogruppen. Kinder natürlich auch, ne? Da ja, die Klein-Kruppen. Genau, die Kinderpräparate sind ja eigentlich öfters schon cleaner, aber auch nicht alles. Also da wundere ich mich manchmal auch, wenn ich mir was anschaue, gerade, ne? Das sollte ja eigentlich nochmal strenger sein. Aber das sind so die Patientengruppen, da würde ich sagen, da sollte man nochmal ganz genau auch hinschauen und eher vermeiden. Weil es gibt ja Alternativen. Ist ja nicht so, dass es keine gibt. Wäre das wirklich so, würdest du nur so fünf Sachen geben und ich sage, ja, musst du halt nehmen, ne? Aber es gibt ja wirklich zu allen Dingen auch clean Alternativen.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Also zusammengefasst, nochmal hast du eben gesagt, wer sollte besonders auf Inhaltsstoffe, Zusatzstoffe achten, Kinder, Schwangere können wir vielleicht noch mit reinnehmen und stillen. Dann hast du gesagt, Menschen mit Reizdarm-Fehlbesiedlung, SIBO, IMO, ISO, mit Histamin und Mastzellenproblematiken, dann vielleicht auch noch Allergiker hast du gesagt, dann vielleicht auch Leute noch, die sehr viele Supplements einnehmen, täglich so. Das würde ich nochmal sagen, weil sich dann viel ja auch kumulieren kann, da wo du vielleicht bei einem Supplement noch nicht reagieren würdest, wenn du es in zehn Sachen drin hast, reagierst du vielleicht umso mehr. Ich habe noch auf dem Schirm Leute, die so Fressanfälle haben und viel süß verlangen und lange Diätgeschehen. Da könnte ich mir auch noch vorstellen, dass die vielleicht grundsätzlich empfindlicher sind. Und ich hatte mir noch eins Sache aufgeschrieben, bei Aspartam nochmal speziell, wenn man so eine bestimmte Stoffwechselerkrankung hat, Phenylketonurie. Dann ist es noch ein besonderes Problem bei Aspartam, aber das ist vielleicht etwas, was die Menschen dann auch selber wissen, wenn die das haben, dann wurde ihnen das hoffentlich irgendwie gesagt. Ja, irgendwie auch, ne? Genau. Du hast vorhin ja nochmal diese E-Nummern angesprochen. Da sind ja irgendwie, hat man das immer auf dem Schirm im Zusammenhang mit Zusatzstoffen und so. Und bei mir merke ich, ist so abgespeichert, E ist schon mal nicht gut. Stimmt ja, aber eigentlich gar nicht so richtig, ne? Würdest du sagen, E-Nummern sind immer schlecht?

SPEAKER_03

Nee, ich würde mir da immer alles angucken. Ich gucke mir dann auch mal die bestimmten Dinge an und manches verändert sich auch. Bei manchen Sachen steht dann auch, ne, kann in ver ist im Verdacht oder so, das finde ich dann auch mal mega spannend. Oder bei manchen Dingen steht dann aber auch nach bestimmten Jahren so, nee, ist völlig unkritisch. Wurde jetzt untersucht, ne? Es gab doch mal, oder ich glaube letztes Jahr das Thema mit diesem Barbecue-Gewürz. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, dieses Raucharoma. Das war ja früher überall drin. Und letztes Jahr hat man dann ja gesagt, wahrscheinlich ist es doch, zumindest vor Dacht auf Krebs erregend. Und seitdem ist es ja rausgenommen worden. Also das ist, glaube ich, nämlich auch ein E-Stoff. Und das habe ich dann auch mal recherchiert. Und es war wohl früher so, das stand gar kein Thema. Dann war es wohl so, könnte eventuell sein. Und irgendwann ist es doch wohl gekippt, dass man jetzt gesagt hat, man nimmt es halt raus. Also man kann sich auch die einzelnen E-Nummern mal eingeben. Ich finde das immer ganz spannend und die Dinge verändern sich mit der Zeit auch.

SPEAKER_01

Ja, also zum Glück, ja, absolut. Aber auch zum Beispiel sowas wie Vitamin C, so als Askurbinsäure oder Zitronensäure oder so, kann ja mal als Zusatzstoff mit so einer E-Nummer auftauchen, wo man sagt, so, okay, das ist jetzt vielleicht auch nicht wirklich dramatisch. Ja, es kann, also ich zum Beispiel selber arbeite mit Askorbinsäure oder auch mit Zitronensäure ungern. Nicht, weil ich es schädlich finde, aber weil ich feststelle, dass viele gerade Histaminen und Mastzellenproblematiker da reagieren. Deswegen vermeide ich es einfach vorsichtshalber mal pauschal, so damit man eigentlich gar nicht in die Bredone kommt. Aber da muss man ja jetzt sagen, das ist an sich ja erstmal nicht ein schädlicher Stoff. Kein schädlicher Stoff. Kann schädlich sein, aber ist jetzt erstmal erstmal so nicht schädlich. Was würdest du sagen, wenn man jetzt so ein bisschen vielleicht auch aufgewühlt ist, weil man uns hier zugehört hat und jetzt das Gefühl hat, weil wir ja auch, ich habe uns vorhin Extremis genannt, da so ein bisschen extrem unterwegs sind und wirklich so jetzt mindestens mal für uns selber auf alles achten und für unsere Patientinnen und Patienten auch mit Blick auf deren Lebenswirklichkeit und Alltagstauglichkeit. Was würdest du sagen, ist jetzt, also kann man jetzt, darf man jetzt nur noch frisch kochen? Muss man jetzt ein Studium in Supplement Zusatzstofftechnologie absolvieren? Ja. Wie kann man, oder darf man sich wieder so ein bisschen jetzt zurückentspannen, nachdem wir jetzt alle aufgefühlt haben, mit was ist alles wo drin? Was kann man tun? Wie kann man damit wirklich im Alltag umgehen? Also hast du da vielleicht nochmal so ein paar Gedanken dazu?

SPEAKER_03

Stress ist ja auch nicht gut. Wenn ich mir ständig Stress mache, mit was esse ich und oh, darf ich das überhaupt noch essen, ist es natürlich auch halt nicht gut. Also man muss da ein bisschen, glaube ich, auch die Waage halten, aber ich glaube, je kränker man ist oder je mehr Beschwerden man hat, desto mehr muss man sich, glaube ich, auch mit Themen beschäftigen einfach und selber zum Experten teilweise werden. Ich glaube, da führt wirklich keinen Weg dran vorbei. Natürlich ist es immer gut, wenn ich mir jemanden an die Seite hole, der in der sich mit Mikronährstoffen auskennt, der da vielleicht auch den Blick für hat. Aber ich glaube, es ist auch wichtig, sich mit den Dingen selbst zu beschäftigen. Das finde ich wirklich hilfreich. Und ist das auch ein Thema bei dir? Du hast ja auch das Programm, dass du Menschen eine längere Zeit begleitest. Ist das bei euch auch Thema mit so, auf was achte ich in der Nahrung?

SPEAKER_01

Und ja, absolut. Also wir haben eine eigene Ernährungswissenschaftlerin als Expertin mit darin, die halt so wöchentliche oder zweiwöchentliche Zooms macht und dann halt da auch aufklärt. Ich habe halt viel, ich arbeite viel mit Empfehlungen im Sinne davon, dass ich quasi Präparate auch reinschmeiße. Und ich sage so mit denen, wie du auch, die habe ich mir angeguckt, da bin ich sehr sicher, sofern ich was verändern würde, dass die gut funktionieren. Ich kläre darüber auf natürlich, welche Zusatzstoffe sind schwierig, worauf sollte man achten. Und mir geht es immer ganz viel darum, dass die Leute selbst wirksam gemacht werden. Ich glaube auch wie du, da führt kein Weg dran vorbei, weil wir haben vorhin schon gesagt, legal zugelassen bedeutet nicht automatisch total unkritisch. So und insbesondere nicht individuell unkritisch. Das muss ja nicht ungesund an sich sein oder schädlich, aber vielleicht für dich nicht gesund und nicht gut und nicht zielführen. Und jede Geschichte ist individuell. Du hast das auch gesagt, du arbeitest genauso wie ich. Deswegen fand ich es ganz schön auch, dass wir uns austauschen können, weil ich das immer wichtig finde, sich auch da nochmal zu vernetzen, wenn man so im selben Vibe einfach unterwegs ist und eben nicht nur so pauschal irgendwie Mittel X plus Y bei Fehlbesiedlung verschreibt und sich dann wundert, warum es irgendwie nicht besser wird, sondern du machst dir genau wie ich Gedanken und schaust da ganzheitlich drauf und versuchst halt die Menschen schlauer zu machen am Ende und die von dir abhängig zu machen als Therapeut, sondern eben ihnen Wissen mitzugeben Stück für Stück, damit sie halt ihre neuralgischen Punkte erkennen. Und die sind ja sehr individuell und dann eben da ansetzen können. Und dazu gehört für mich eben auch, worauf achte ich, wenn ich jetzt mir in Zukunft selber Supplements aussuche. Das ist ja immer so ein Randrobben, man muss sich ja da Stück irgendwie so ein bisschen damit auseinandersetzen. Aber ich glaube, da kommen wir alle nicht dran vorbei. Nicht nur in Bezug auf Supplements, generell in Bezug auf Gesundheit.

SPEAKER_03

Genau, es kommt ja dann das Thema Ernährung, dann habe ich Supplements, dann habe ich vielleicht auch noch Stressthemen. Also man geht ja immer verschiedene Sachen parallel an und es ist natürlich auch dann überfordernd, wenn ich jetzt auch, was soll ich denn jetzt noch alles machen? Soll ich doch am besten abends eine Entspannungsübung machen und noch dies und das und auf alles achten. Aber es geht ja auch nicht darum, alles von heute auf morgen halt umzusetzen, sondern dass ich sage, okay, beim nächsten Einkauf schaue ich mal ein bisschen genauer drauf einfach. Oder ich setze mich jetzt mal hin und schaue mir meine Supplements genau an und gucke mir mal die Inhaltsstoffe an und schaue vielleicht, genau wie du das auch am Anfang gesagt hast, geht ja nicht darum, alles wegzuschmeißen. Vielleicht mit der Sache, aber vielleicht mal ganz kurz, ja, aber so grundsätzlich, dass man sagt, okay, dann brauche ich das auf, aber dann gucke ich nach anderen Empfehlungen. Und nehme mir da vielleicht auch noch jemanden an die Seite. Das ist ja richtig gut, wenn du da auch Empfehlungen gibst, so mache ich das ja auch. Für konkrete Sachen und nicht einfach nur, ja, nimm mal ein Magnesium und kauf dir mal ein Vitamin D, ist egal wo, ne? Sondern wirklich konkret bitte dieses Produkt halt nehmen und sich dann so langsam nach und nach durch die ganzen Bausteine so durchzuarbeiten halt und zu gucken, wo kann ich was verbessern. Und ich glaube, das geht auch nicht in ein paar Wochen und ein paar Tagen. Das ist halt so die Zeit, das dauert halt einfach sein. Es kann wahrscheinlich auch Jahre dauern, bis man alles integriert hat mit allen Dingen. Und das ist ja auch in Ordnung. Also es muss ja nicht jeder alles perfekt machen und es darf auch mal was mit Zusatzstoffen gegessen werden oder mit Süßungsmitteln oder sonstiges, ne? Genau, man muss da, glaube ich, irgendwann so die Waage halten.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Also ich glaube auch, dass es immer so ein bisschen um das Verhältnis geht zwischen Belastungen jetzt jeglicher Art, die wir uns irgendwie bewusst oder unbewusst zuführen oder die unser Körper so bearbeiten muss, und halt der Kapazität, die der Körper hat, um damit klarzukommen. Wie gesagt, sonst wäre die Menschheit schon lange ausgestorben, hätten wir die nicht. Das heißt, unser Körper hat ja tolle Kompensations- und auch vor allen Dingen Entgiftungsmechanismen und Ausleitungswege. Ich habe neulich bei dir ein Posting auch gesehen, da musste ich so lachen, weil ich da auch immer viel drüber spreche, so auch wieder innerer Nervenzusammenbruch, wieder pauschale Detox-Kur irgendwo gemacht. Unser Körper muss halt nicht permanent irgendwie gedetoxt werden. Der kann das hervorragend selber. Manchmal ist er aber einfach ein bisschen schwacher auf der Brust sozusagen, dann braucht er vielleicht ein bisschen Unterstützung. Und dann können wir uns da auch da langsam ranrobben, dann können wir langsam entlasten, dann können wir einfach in so einen Prozess eintreten, bewusster zu werden und unseren Körper einfach nach und nach immer stärker wieder zu machen, damit er einfach seinen Job gut machen kann. Und wenn unseren Körper seinen Job gut machen kann, ja, ich nenne es immer die gesunde 80-20-Regel, dann kann ich ja auch mal 20 Prozent Blödsinn. Das finde ich gut. Soll ja auch Spaß machen, das Leben. Aber trotzdem darf ich dabei bewusst sein und gucken, was mache ich da. Also worauf kann man achten, wenn man jetzt sich mit dem Thema mehr beschäftigen möchte. Du hast das gerade so schön gesagt, ich versuche es nochmal so ein bisschen zusammenzufassen. Einfach bewusster werden, sich wirklich selbst wirksam machen, sich einfach mit dem Thema beschäftigen, dabei nicht in Stress verfallen, sondern einfach in einen Prozess eintreten. Auch wir sind, glaube ich, in so einem lebenslangen Prozess. Ich glaube nicht, dass da jemals ankommen werde in der Vollkommenheit, sondern man entdeckt immer wieder was Neues, man findet raus, was fällt mir leicht, was fällt mir schwer, man darf nochmal reflektieren, warum Dinge schwerfallen, die Dinge, die leicht fallen, super, die nehmen wir mit. Und am Ende geht es darum, den Körper immer mehr gut zu versorgen, natürlich zu entlasten, indem man halt sich fragt, du hast es eben so schön gesagt, brauche ich das wirklich? Muss ich jetzt blaue Sachen essen, also nicht von Süßigkeiten oder dürfen es auch irgendwie ungefärbte Sachen sein? Oder wie kann ich zumindest das, was ich mir zuführe, auch sinnvoll, ich nenne es jetzt mal abpuffern in Anführungsstrichen, aber ergänzen, dadurch, dass ich dann trotzdem darauf achte, dass ich gut Eiweiß zuführe, dass ich schön Ballaststoffe esse, dass ich Mahlzeitenpaus mache, gut kaue. Also so Grundregeln, will ich das mal nennen, oder Grundempfehlungen für gesunde Ernährung, einfach um einen Ausgleich zu schaffen. Und ich glaube, damit kann man sich ganz gut sozusagen auf den Weg machen und ja, einfach ein Bewusstsein dafür entwickeln.

SPEAKER_03

Ja, ja. So eine Frage ist halt auch immer das, was ich auch immer gut finde, gerade wenn Menschen sagen, sie haben gute oder schlechte Tage und wissen nicht genau, wann sie mal vielleicht auch eine Ausnahme machen können, dann würde ich mich immer fragen, wenn ich jetzt irgendwie gerne etwas essen würde, was vielleicht nicht so gut ist, vielleicht kann ich mir das leisten. Kann ich es mir heute leisten? Also das Wichtigste ist, glaube ich, dieses Bewusstmachen und bewusste Entscheidungen treffen. Weil wenn ich dann sage, okay, ich möchte jetzt heute das und das essen, was wahrscheinlich nicht so super gut ist, aber ich entscheide mich bewusst dafür. Weil es mir vielleicht heute gut geht es oder ich Dinge ausprobieren möchte, dann ist das, finde ich, in Ordnung. Aber einfach so, ne, man sollte sich immer bewusst sein, kann ich es mir leisten aktuell oder ist es eher für mich schädlicher und wirft mich vielleicht wieder zurück oder damit bin ich vielleicht die nächsten Tage wieder beschäftigt.

SPEAKER_01

Ja, ein total schöner Punkt. Das hat ja auch wieder mit dem Bauchgefühl zu tun, einfach sich selbst auch wieder ein bisschen näher zu kommen und einfach drauf zu hören, was sagt denn der Körper gerade, ne? Muss ich jetzt ein Glas Sekt trinken, weil alle ein Glas Sekt trinken? Oder darf ich es trinken, weil ich einfach Bock drauf habe und weil ich das Gefühl habe, ja, ich bin gut drauf und mein Körper kann das halt gerade, ne? Um jetzt mal bei sowas zu bleiben. Aber einfach so ein Gefühl wieder dafür zu bekommen, was kann mein Körper gerade gut tolerieren. Das heißt, was man nochmal so als Takeaway vielleicht auch sagen kann, dieses nicht panisch werden. Also ein Zusatzstoff macht nicht automatisch krank. Wichtig ist schon, die Zutatenliste zu lesen und nicht nur die Nährwerttabelle, also nicht nur, wie viel Protein steckt da drin, sondern eben auch mal, sich die Zutaten anzugucken. Auch da ist ja nochmal wichtig, da sind wir jetzt im Detail nicht so drauf eingestiegen, da habe ich mal irgendwann einen Podcast vorhin ganz am Anfang aufgenommen, wo es so um Etiketten richtig lesen geht. Wer mag, kann ja da sonst nochmal reingucken, aber es darum geht, was steht denn eigentlich in so einer Zutatenliste? Was steht denn eigentlich in so einer Nährwerttabelle? Viele wissen ja auch nicht, dass wirklich alle Zutaten deklariert werden müssen, die in einem Lebensmittel- oder Nahrungsergänzungsmittel enthalten sind. Das heißt, diese Zutatenliste, die sagt euch wirklich, was ist da drin. Da könnt ihr halt auch sehen, ist dein Zucker zugesetzt oder stammt der Zucker, der in der Nährwerttabelle steht, vielleicht aus dem Apfel, der da drin steckt oder wie auch immer. Das heißt, man muss eigentlich beides anschauen, Zutatenliste und Nährwerttabelle, um sich wirklich ein gutes Bild zu machen. Dann auch gucken, darüber haben wir jetzt gar nicht so im Detail gesprochen, aber wenn wir über Zucker Austauschstoff, auch so Poliole und sowas sprechen, dass wir eben bei Blehbauch so Reizdarm, Fehlbesiedlungsverdacht, nochmal genauer gucken, gerade sowas wie Sorbizylitz.

SPEAKER_03

Zuckeralkohole, gerade bei Fruktosentoleranz auch, ne, alles hier Manitol und Maltit, was ja mittlerweile auch schon oft irgendwo mit drin ist, das ist nochmal ein anderes Thema, da muss man nochmal genauer halt spezieller dann nochmal schauen, weil dann macht das nachher Probleme, ne?

SPEAKER_01

Genau, die nochmal bei, gerade bei diesen Reitsdarm-Problematiken, muss ja jetzt mal Reizdarm in Anführungsstrichen, wenn wir noch nicht genau wissen, was dahinter steckt, aber den Reizdarmthemen mal angucken, bei Supplements eben nicht nur auf den Wirkstoff gucken, sondern eben wirklich auf die anderen Zutaten und da eben einfach nochmal überlegen, kann ich verstehen, was das ist? Kann meine Oma das verstehen, wenn nicht nochmal klinisch hinterfragen, vielleicht nochmal irgendwie gucken und nachgoogeln, was da hinter sich verbirgt. Auch vielleicht schauen die Zutatenliste, gibt es auch so ein bisschen Hinweise auf den Verarbeitungsgrad, dass wir auch da uns fragen dürfen, brauche ich es eigentlich so dolle verarbeitet oder kann ich vielleicht doch ein bisschen frischer selber irgendwie zubereiten, wenn es jetzt um Ernährung geht. Und ich, wie du gerade gesagt hast, ich finde auch dieses nie wieder darf ich, einen ganz blöden Gedanken. Es geht halt eben um so eine, ja, wir haben gerade gesagt, gesunde 80-20-Regel, wirklich dem Bauchgefühl zu folgen und zu gucken, so was geht halt gerade, was kann mein Körper verknusen, was kann der, was hat der für Kapazitäten und Puffermöglichkeiten, um eben das, was vielleicht nicht so cool ist, einfach auch gut verarbeiten zu können. Und eben die individuelle Verträglichkeit zählt. Das finde ich halt auch nochmal ganz wichtig, dass wir nicht pauschal immer alles verteufeln müssen, sondern natürlich können wir Beispiel Akazienfaser super gut verwenden. Wenn wir allerdings mit Histamin- und Mastzellenproblematiken zu tun haben, gucken wir vielleicht nochmal genauer hin. Das heißt, es geht nicht immer nur um giftig und schädlich, es geht wirklich darum, was individuell für dich halt gerade auch machbar ist oder nicht sozusagen. Und alles muss aber auch noch in die Lebenswirklichkeit passen. Das hast du gerade auch schon gesagt. Ich habe immer das Bild dieses Aufmerksamkeitsakkkus, du kannst halt nicht auf Biegen und Brehn, alles integrieren und umsetzen. 100%-Lösung ist illusorisch. Aber die eigenen Big Bullets zu identifizieren und zu gucken, so was ist leicht für mich, was bringt mich große Schritte weiter. Ich finde, das ist schon mal so ein ganz guter Start, um damit irgendwie loszulaufen. Genau. Sage mal, hast du noch irgendetwas auf dem Herzen, irgendeinen Impuls, einen Impuls, eine Message, etwas, was du noch unseren Zuhörenden oder Zuschauenden, wie auch immer, mitgeben möchtest, was ihnen da vielleicht auch noch weiterhelfen kann oder was vielleicht nochmal so ein Gedanke sein kann, den du mitgeben möchtest?

SPEAKER_03

Ja, ich glaube, wir haben schon alles so durchgesprochen, was wichtig ist, wenn man sich einfach mit vielen Themen, die einfach komplex sind, Darm und Darmentherapie ist einfach sehr komplex, dass man sich da wirklich Unterstützung holt, in welcher Form halt auch immer. Da finde ich bei dir das Programm halt sehr, sehr gut, was du machst über eine längere Begleitung. Ich denke, langfristig geht es auch einfach nur so, weil es ist einfach sehr komplex. Man muss verschiedene Dinge angehen und das schafft manchmal ein einzelner Therapeut kaum in der Praxis, mit alle paar Wochen einen Termin oder so, diese ganzen Dinge abzuarbeiten, sage ich mal, so Stück für Stück. Und es dauert auch einfach dann eine längere Zeit. Das heißt, da wirklich zu gucken, was passt zu mir und wo hole ich mir diese Information, um in diese Selbstwirksamkeit zu kommen. Diese Verantwortung nicht abgeben. Also dieses, ich nehme es selber in die Hand, aber ich hole mir jemanden an die Seite, der mich begleitet. Also diese Begleitung, nicht, ich gebe ab, therapiere mich, sondern begleite mich, gib mir die Information. Ich glaube, langfristig geht es halt nur so. Das wäre mir nochmal sehr, sehr, sehr wichtig, dass man sich jetzt nicht nur auf das Thema Zusatzstoffe fokussiert und da jetzt alles guckt, sondern wirklich dieses Ganze sieht. Woher kommt der Stress, Ernährung, alle Bausteine müssen immer angeschaut werden.

SPEAKER_01

Ja, absolut. Und da kann ich ja auch nur deine Instagram-Beiträge beispielsweise empfehlen. Du machst ja wirklich sehr schönen Content, auch der einfach, ich sage jetzt mal, auf eine sehr leicht verdauliche Art und Weise, einfach schöne Impulse, selbst wo man einfach mal so kleine Gedankenimpulse mitnehmen kann zu ganz verschiedenen Themen, vom Zusatzstoff bis zur ganzheitlichen Darmentherapie und ganz viele andere Dinge mehr. Wir verlinken deine Kontaktpunkte natürlich auch hier in der Beschreibung in den Shownotes. Also wer mag, schaut bei Julia natürlich gerne mal auf der Seite vorbei, beziehungsweise auch auf Ihrem Social-Media-Kanal. Da gibt es viel Spannendes zu entdecken und ich glaube, so ein paar Augenöffner sind dabei für jeden. Ich hoffe. Bestimmt. Ich bin sehr zuversichtlich. Ja, super. Dann vielen, vielen Dank, liebe Julia, für das wunderschöne Gespräch. Ich hoffe auch. Vielen Dank für die Einladung.

SPEAKER_03

Dankeschön.

SPEAKER_01

Ich hoffe auch für alle, die uns zuschauen oder zuhören, ist ein guter Impuls dabei gewesen. Wie immer gilt, schreibt eure Kommentare, wenn euch irgendwas gefehlt hat, wenn ihr noch Fragen habt, wenn wir unklar waren, wenn wir euch Angst gemacht haben, was ich nicht hoffe, schreibt es bitte gerne in die Kommentare. Ich lese damit, wenn es Fragen an Julia gibt, lasse ich sie natürlich auch wissen, wenn sie es nicht selbst schon mitbekommen hat, dass da noch eine Frage an sie ist. Und dann sind wir natürlich auch immer gerne im Gespräch mit euch. Denn auch Julia, genau wie mir, hilft es ja immer, von euch Impulse auch mitzubekommen und zu lesen, zu hören, was treibt euch um, wo habt ihr eure Fragezeichen im Kopf? Dann können wir einfach auch besser mit unserem Content reagieren und das legt uns einfach auch am Herzen. Genau. Ja, in diesem Sinne allen eine wunderschöne Woche. Wir hören uns, sehen uns beim nächsten Mal wieder. Vielen Dank, liebe Julia, und bis falsch gerne. Tschüss.