Erfolg durch Ernährung | Reizdarm & Fehlbesiedlungen strukturiert angehen

Entspannung kann deinen Reizdarm verschlechtern! (Interview mit Dr. Nadine Webering) | #145

Dr. Gabriela Hoppe | Heilpraktikerin & Spezialistin für ganzheitliche Regulation Season 7 Episode 145

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In dieser Folge spreche ich mit Neurologin Dr. Nadine Webering darüber, warum Entspannung nicht immer sinnvoll ist und was ein gut reguliertes Nervensystem (speziell bei Reizdarm) braucht!

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Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Erfahrungsberichte beschreiben einen persönlichen Verlauf. Jede Ausgangslage ist anders, und was bei Betroffenen geholfen hat, lässt sich nicht direkt auf andere Menschen übertragen.

SPEAKER_00

Entspannung ist nicht immer sinnvoll, denn unser Nervensystem muss reguliert werden, anstatt einfach nur den Vagusnerv anzuknipsen und mit aller Macht zu entspannen. Klingt komisch, denn schließlich sind wir ja alle gestresst und Entspannung ist doch so wichtig. Ja, könnte man meinen, allerdings sind hier wahnsinnig viele Falschinformationen im Umlauf, was das Nervensystem betrifft. Zum Glück gibt es Dr. Nadine Webering, die Neurologin und Ayurveda-Ärztin bringt Licht ins Dunkel. Mit ihr spreche ich in diesem spannenden Interview darüber, was es mit dem autonomen Nervensystem auf sich hat, warum dein Fuß manchmal gleichzeitig auf dem Gas und auf der Bremse steht, wie du herausfindest, in welchem Zustand sich dein Nervensystem befindet, warum viele Menschen die falschen Übungen machen. Und natürlich, wie du herausfindest, was dein Nervensystem jetzt gerade braucht. Speziell auch bei Reizdarm und Fehlbesiedlungen. Bleib also dran, es geht los. Liebe Nadine, Vagusnervübungen, die sind ja total im Trend. Und du sagst jetzt, es gibt Kontraindikationen für bestimmte Vagusnerv- oder Nervensystemübungen. Klär uns doch bitte mal auf. Wer sollte sofort stoppen mit Boxatmung, Bienen-Summen, palmieren oder meditieren?

SPEAKER_01

Eine großartige Frage. Ich liebe es. Und das Erste, was mir dabei immer sofort kommt, ist Vagusnervübungen. Das finde ich ganz großartig, denn das zeigt eben, wenn sowas vermittelt wird, wie wenig Verständnis der Person da ist, die das vermittelt tatsächlich. Denn der Vagusnerv oder die Vagusnerven, wir haben nämlich zwei davon, sind tatsächlich genau das, wie sie heißen. Es sind Nerven. Und Nerven sind im Endeffekt, wenn man es ja ganz einfach erklären möchte, Stromkabel. Nerven verbinden zwei verschiedene Bereiche unseres Körpers, in dem Fall eben ein Bereich in unserem Hirnstamm und eben ein Endorgan und leiten Informationen. Also da juckt es mich schon in den Fingern da ganz viel drüber zu sagen. Aber deine Frage war ja jetzt auch vor allem, gibt es da Kontraindikationen? Denn all diese Übungen, die uns als Vagus-Nerv-Übungen verkauft werden, sind ja häufig Übungen, wo es eben um das autonome Nervensystem geht, um Stress geht und Stress reduzieren und aus dem Sympathikus kommen und über all das werden wir unter Garantie gleich noch reden. Dann geht es eben ja vor allem den Menschen, die das verkaufen, darum, uns zur Ruhe zu bringen, uns zu entspannen, uns zu erden. Das sind ja so diese Buzzwords, die wir heutzutage benutzen. Und da wird eben ganz häufig falsch verstanden, was eine Stressreaktion eigentlich wirklich ist und wie man aus einer Stressreaktion rauskommt, nämlich nicht, indem man sie einfach unterdrückt. Und das ist genau das, was eben passiert, wenn wir diese Vagusnerv- oder Nervensystemübungen machen, ohne zu verstehen, wo stehe ich denn gerade individuell, was ist denn gerade los in meinem Nervensystem, wenn ich mir einfach nur am Ohrläppchen ziehe oder summe oder sonst irgendwas mache und aber gar nicht weiß, in welchem Zustand mein Nervensystem gerade ist und was es in diesem Zustand wirklich brauchen würde, dann kann das im schlimmsten Fall sogar schädlich sein. Im besten Fall wirkt es einfach nur nicht oder wirkt nur so kurzfristig, dass ich eh nichts davon habe und im schlimmsten Fall kann ich mir damit auch noch schaden. So, jetzt haben wir eine Tür aufgestoßen, durch die wir definitiv durch müssen, oder?

SPEAKER_00

Absolut, absolut. Also erstmal ganz kurz, ja, ich liebe das, dass du da so differenziert drauf schaust. In deiner Arbeit geht es ja total viel um eben besagte Nervensystemregulation. Und ich fand einen Punkt ganz essentiell, den du gerade gesagt hast. Also A, die Tür, die du natürlich jetzt aufgemacht hast, so mein Gott, das kann mir schaden. Da müssen wir jetzt auf jeden Fall drüber sprechen, was kann da passieren. Ich will nur noch einmal vorher kurz einhaken, da hast du nämlich gesagt, dieses, wir müssen doch nur, wird so landläufig oft gesagt, unser Nervensystem oder unseren Vagusnerv aktivieren. Und ich finde das so toll. Ich verfolge deine Inhalte jetzt ja schon eine Weile. Dazu muss man vielleicht sagen, wir haben uns ja zufällig eigentlich kennengelernt, obwohl das war wahrscheinlich vorher bestimmt natürlich. Wir sind gemeinsam bei einem Kongress aufgetreten. Ich durfte ja auch bei dir im Podcast schon zu Gast sein. Da hast du das so süß anmoderiert und hast gesagt, wir haben uns da in diesem Panel eigentlich mehr oder weniger ungeplant zufällig getroffen bei diesem Kongress und waren direkt schockverliebt, weil wir gemerkt haben, beide reiten wir da dieselbe Welle, was diese Betrachtung der Gesundheit und des gesamten Organismus angeht und Ursachwirkungsprinzip und ich nenne es immer ganzheitliche Regulation. Du nennst es ein bisschen anders, da kommen wir gleich dazu, aber wir meinen eigentlich dasselbe, nämlich dass wir gucken müssen, wo stehen wir, dass Lösungen immer individuell sind, dass man nicht eine schnelle Pille findet, sondern irgendwie in einen Prozess eintritt. Und dieses Nervensystem Regulation, das beschreibt es ja, finde ich, auch. Es geht nicht um mehr machen, es geht nicht um weniger machen, es geht darum, den Zustand zu nehmen, der gerade da ist, den mal anzuschauen und dann gegebenenfalls, wenn nötig, irgendwie zu regulieren, aber erstmal erst offen in welche Richtung. Das ist doch das, worüber du sprichst, ja?

SPEAKER_01

Absolut. Ja, ich glaube, wir müssen da noch einen ganz kleinen Schritt vormachen, damit wir dann da weitergehen können. Denn auch dieser Begriff Nervensystemregulation wird heutzutage ja so oft falsch verstanden. Nervensystem Regulation bedeutet für ganz viele Leute, ich muss ruhig und entspannt sein. Ich muss auf alles tiefen entspannt reagieren, dann habe ich ein reguliertes Nervensystem. Und reguliert sein bedeutet im Endeffekt, dass wir adäquat auf das reagieren können, was uns passiert, also auf Stressoren von außen. Und eben, wenn der Stress vorüber ist, dann wieder in einen Zustand gehen können, in dem Reparatur möglich ist, in dem Regeneration möglich ist, in dem unser Körper heilen kann. Aber es bedeutet eben nicht, dass wir nie gestresst sind. Und es bedeutet eben auch nicht, dass der Körper nicht auch mal die Notbremse zieht und sagt, okay, du hast jetzt hier zu viel Energie ausgegeben, wir müssen jetzt erstmal in den Energiekonservierungsmodus. Mach mal ein bisschen langsamer. Das bedeutet es eben nicht. Und das ist in den Köpfen vieler Menschen so falsch und wird eben häufig auch so falsch weitergegeben. Deswegen ist es ja erstmal falsch angekommen in den Köpfen. Regulation heißt nicht, wir sind immer tiefenentspannt. Und wenn wir das verstanden haben, dann können wir eben den nächsten Schritt gehen und sagen, okay, was bedeutet der Zustand, in dem ich jetzt gerade bin? Ist es ein Zustand, an dem ich überhaupt was verändern muss? Oder ist mein Körper gerade in einem Zustand, der okay ist, weil er braucht ihn gerade, muss gerade kämpfen. Das ist so ein bisschen wie dieses krampfhafte Fieber senken, wenn wir krank sind. Wir bekommen ja Fieber, weil der Körper gerade aktiv was tut, um die Infektion zu bekämpfen. Und Fieber ist ein Teil davon. Und natürlich sollen wir nicht alle irgendwie da mit 41 Fieber stundenlang liegen. Das ist auch nicht richtig. Aber bei 38 Grad schon panisch, meine Kinder mit Paracetamol zu füttern, damit das Fieber runtergeht, ist halt auch nicht immer richtig. Also die erste Frage ist eben, wie kann ich rausfinden, in welchem Zustand sich mein System gerade befindet? Ist das ein Zustand, der jetzt vielleicht gerade adäquat ist und ich muss ihn gar nicht verändern? Und wenn es ein Zustand ist, der jetzt nicht mehr adäquat ist, was braucht mein System denn dann eigentlich gerade wirklich? Und dann ist es eben ganz häufig nicht die erdende Atemübung und der Boxbreath, der mich da weiterbringt, der mich rausbringt aus dem, wo ich gerade festhänge vielleicht, sondern häufig was, was wir eher nicht erwarten an der Stelle.

SPEAKER_00

Ja, danke, dass du es nochmal so schön gesagt hast. Du hast gerade so mehrere Sachen gesagt und ich dachte immer so, ja, Haken, Haken, danke, dass du es gesagt hast. Also A hast du gesagt, Nervensystemregulation oder genau jetzt nochmal spezifischer Vagusnervübung, bedeutet nicht automatisch immer, wir müssen jetzt entspannen. Es bedeutet nicht, das ist das Zweite, was du implizit gerade gesagt hast, dass wir immer eigentlich falsch sind. Es ist gar nicht so, dass wir ständig, wenn wir angespannt sind, falsch sind sozusagen, sondern es darf Zustände geben, und mein Beispiel ist oft so, auf der Autobahn zieht dir ein Laster davor, da will ich nicht entspannt irgendwie drüber nachdenken, so, welchen Radiosender schalte ich ein, sondern, oder passt die Musik gerade zu meiner Stimmungslage, sondern da ist es total wichtig, dass der Körper auf Autopilot schaltet und ich nicht mehr nachdenke, wo die Bremse ist, sondern dass mein Fuß das einfach weiß aus irgendwelchen Gründen. Das heißt, da muss ich ja angespannt sein oder wenn ich Sport machen will und jetzt im Marathon laufe, weil das gerade angesagt ist, dann muss ich ja in die Aktivierung gehen sozusagen. Das heißt, Nervensystemarbeit ist nicht gleich Entspannung. Das ist total wichtig und gut, dass du das gerade nochmal so deutlich gesagt hast, weil ich das auch wahrnehme und ich merke tatsächlich, muss ich ja ehrlicherweise sagen, auch bei mir, dass wenn ich nicht im professionellen Modus bin und das so richtig doll darüber nachdenke, dass ich das oft so abgespeichert habe. Also das ist schon so eine Kiste, in die man so automatisch gerne reingreift, finde ich, weil man das so immer wieder kolportiert bekommt. Das ist total spannend.

SPEAKER_01

Ja, und die Kiste ist uralt. Ich bin ja tatsächlich nicht nur Nervensystemexpertin, sondern wie du ja auch gerne sagst, in meinem alten Leben, ich war in meinem alten Leben tatsächlich Fachärztin für Neurologie, also bin das auch immer noch. Also jemand, der wirklich Nervensystem gelernt haben sollte im Endeffekt. Also ich habe ganz klassische Medizin studiert, habe dann fünf Jahre lang eine Facharztausbildung gemacht, wo ich mich nur mit dem Gehirn und dem Rückenmark und dem peripheren Nerven beschäftigt habe. Und trotzdem war meine Vorstellung, wie von allen anderen Kollegen auch, vom autonomen Nervensystem. So, da gibt es jetzt den Sympathikus, das ist der Stressnervenanteil, der Nervensystemanteil, und dann gibt es den Parasympathikus und der ist für die Entspannung zuständig. Und der Sympathikus, der ist böser, das ist Fighter Flight und da kriegen wir ganz viele schlechte Symptome wie Bluthochdruck und Diabetes und die ganzen schlimmen Folgekrankheiten von chronischem Stress. Punkt. Und das ist das Paket, mit dem ich die Uni verlassen habe und mit dem ich im Endeffekt auch in meiner Fachartszeit gearbeitet habe. Haken drunter abgeschoben, haben wir abgespeichert. Und so werden wir halt damit groß. Und es wird eben komplett vergessen, dass es ein System ist, das primär dafür da ist, uns am Leben zu erhalten. Und damit meine ich nicht den ominösen Säbelzahntiger, der uns angreift. Das hören wir ja auch immer wieder und wieder. A, sind die ausgestorben und B, sind wir ja auch in den wenigsten Situationen heutzutage wirklich noch lebensbedroht. Ja, dein Beispiel war gerade ein sehr gutes. Das ist ein Beispiel, wo wir wirklich lebensbedroht sind. Aber überleg mal zurück, wie oft ist dir das in den letzten Wochen passiert, dass du wirklich in so einem Alarmzustand gewesen bist, dass dein autonomes Nervensystem wirklich komplett auf Autopilot geschaltet hat und einfach für dich übernommen hat und du nicht erst überlegen musstest, wo war denn jetzt nochmal die Bremse, sondern es ist erledigt, gerettet. Das passiert heutzutage in den wenigsten Fällen, aber diese beiden Anteile des Nervensystems sind eben an allen unseren Körperfunktionen beteiligt. Ununterbrochen regulieren sie eben rauf und runter und was eben auch ein bisschen neuer ist als das, was ich in der Uni gelernt habe. Sie sind keine Gegenspieler. Das heißt nicht, wir haben hier Ruhe und Entspannung, auch gerne Rest and Digest. Da wird ja so drüber gesprochen, über das parasympathische Nervensystem. Und dann haben wir eben den Gegenspieler, der halt fight or flight ist, sondern die beiden agieren permanent zusammen und regulieren überall ganz feine Rettchen, damit alles, alles, alles in uns funktioniert, so wie es funktioniert. Und wir dafür keinen Finger krumm machen müssen im Endeffekt. Und das wird so häufig vergessen. Und das ist eben das, wo diese, ja, wo auch deine Nervensystemprägung herkommt. Eben aus dieser Vorstellung von Gegspielern und der eine ist schlecht und der andere ist gut und wir wollen immer nur da sein, wo es gut ist im Endeffekt. Und das ist ja so nicht richtig.

SPEAKER_00

Nee, aber total spannend. Also auch, dass du das nochmal so benannt hast, wie du als ja wirklich absolute Spezialistin für das Nervensystem für Neurologie, Fachärztin für Neurologie, wie du da aus dem Studium gekommen bist, eigentlich ja auch, ich nenne es jetzt mal so ein bisschen mit so einem sehr rudimentären körperlichen Wissen, also rudimentär tatsächlich Quatsch, du konntest natürlich sehr spezifisch mit dem Nervensystem arbeiten und agieren und das benennen und so weiter und so fort. Und trotzdem finde ich immer diese Übertragung ins echte Leben, was mache ich denn mit jemandem? Also klar, wenn du eine Nervenverletzung hast, bist du eine gute Ansprechpartnerin, definitiv so, ne? Aber wenn der jetzt einfach nur in Anführungsstrichen gestresst ist und überreagiert oder in diesem falschen Modus gerade irgendwie unterwegs ist, der nicht angemessen ist, also wenn das Nervensystem dysreguliert ist, was mache ich mit dem? Da bist du dann irgendwie aufgeschmissen.

SPEAKER_01

Selbstverständlich. Und das ist eben einfach der Grund. Unser Gesundheitssystem in Deutschland ist eben kein Gesundheitssystem, sondern ein Krankheitssystem. Das muss man halt ganz klar sagen. Und ich kann dir die abgedrehtesten Namen von Erkrankungen nennen. Ich kann die abgedrehtesten neurologischen Erkrankungen diagnostizieren, von denen werden die meisten Menschen in ihrem Leben nie irgendwas hören. Gerade Neurologie ist so ein bisschen, vielleicht kennen manche diese Serie von früher Dr. House, wo der da diese abgedrehten Krankheiten. Das habe ich gemacht. Das war mein Alltag. Ja, krass. Aber ich habe eben, und das ist halt für alle Mediziner so, ich habe kein Grundverständnis von Gesundheit mitbekommen. Ich habe nur eins von Krankheit bekommen. Und im Endeffekt geht es ja nicht darum, erstmal prima Krankheit zu behandeln, sondern zu verstehen, wie funktioniert eigentlich Gesundheit und für mich dann eben, wie ist unser autonomes Nervensystem in Gesundheit involviert, um eben Krankheit überhaupt zu verhindern. Oder wenn sie da ist, das System dabei zu unterstützen, eben zu regenerieren, zu reparieren. Das heißt nicht, dass ich Schulmedizin ablehne. Ganz im Gegenteil, da wo sie ihre Daseinsberechtigung hat, soll sie bitte hin. Aber Gesundheitswissen geht eben weit darüber hinaus. Und das habe ich nie gelernt. Das habe ich mir dann selber beigebracht.

SPEAKER_00

Ja, super spannend. Also wir dürfen auf gar keinen Fall zwei Türen vergessen, nämlich die erste, die du aufgemacht hast, die gruselige, was passiert? Was kann ich kaputt machen? Dann jetzt die zweite, es gibt mehr als das, was du in der Schulmedizin gelernt hast. Also wie können wir denn nun ein Nervensystem regulieren? Wie geht denn das? Und bevor wir durch diese Türen gehen, würde mich aber nochmal brennend interessieren und ich wette auch ganz viele Menschen, die uns zuschauen oder zuhören, welche glückliche Fügung hat denn dazu geführt, dass du von dieser Facharztrichtung Neurologie plötzlich abgebogen bist und jetzt ja das alles integrierst in deine jetzige Arbeit und nicht vergessen hast zum Glück, aber dass du nochmal was ganz Neues draufgesetzt hast. Also A, was machst du denn jetzt überhaupt? Und B, wie kam es dazu?

SPEAKER_01

Oh ja, was machst du jetzt überhaupt? Ich habe tatsächlich irgendwann, weil ich es so schwer fand, es zu erklären, was ich da eigentlich mache, dem Ganzen einen eigenen Namen gegeben und habe dieses Paradigma neurointegrative Medizin genannt. Denn ich bin immer noch Neurologin und ich arbeite eben immer noch mit dieser Sicht auf das Nervensystem als wirklich oberster, regulierender Faktor unserer Gesundheit. Und integrativ ist die Medizin aber geworden, weil ich eben auch Wissen integriere, das primär nicht aus unserer Schulmedizin kommt. Und das ist tatsächlich der Ayurveda, also die traditionelle indische Medizin, als ein Medizinsystem, das sich eben mehr damit beschäftigt, wie kann der Körper gesund bleiben, anstatt wie müssen wir den Körper reparieren. Und wie funktioniert das im Zusammenspiel mit der Natur, mit unserer Umwelt, wo es mehr um Bedürfnisse geht, die wir eben haben aufgrund der Tatsache, wie wir gemacht sind und weniger um welche Pille hilft mir jetzt als erstes. Und ja, wie hat mich das gefunden? Es war eine sehr schlechte Kombination aus großer Frustration und eigenem Leid tatsächlich. Ich habe, da haben wir ja gerade schon drüber gesprochen, ich habe als Fachärztin für Neurologie im Krankenhaus gearbeitet. Ich habe einen Schlaganfall und eine Intensivstation geleitet. Also Akutneurologie, das war immer so mein Ding, obwohl ich auch diese Dr. Haus-Geschichte ziemlich spannend fand. Also abgedrehte Diagnosenstellen lag mir auch sehr gut. Und ich war sehr frustriert, weil ich irgendwann an diesen Punkt gekommen bin, wo ich das Gefühl hatte von, okay, ich repariere, was kaputt ist. Aber eigentlich frage ich nie, warum es kaputt gegangen ist. Und das war so eine Frustration, die ich immer mit mir rumgetragen habe. Und dann zusammen aber auch mit unserem System, in dem die Zeit ist, solche Fragen überhaupt mal zu stellen. Denn nicht nur die Kollegen in der Praxis haben nur kurze Zeit für ihre Patienten, sondern auch die Kollegen in der Klinik haben keine Zeit, sich anständig überhaupt um die Leute zu kümmern. Und dazu kam dann eben, dass ich selber von Migräne betroffen bin und ich früher wirklich so alle paar Monate mal eine Attacke hatte und das war dann auch für mich okay. Und über meine Ausbildung in der Klinik und über die Zeit als Oberärztin im Krankenhaus wurde es immer schlimmer und schlimmer und schlimmer. Und es endete dann wirklich darin, dass ich im Schnitt 20 Tage im Monat Kopfschmerzen hatte und eigentlich immer mit dem Kopf unter dem Arm zur Arbeit gegangen bin und die Kollegen mir dann irgendwas gespritzt haben, damit ich weiterarbeiten kann. Also ich bin das schlechteste Beispiel dafür, wie man mit sich umgeht, wenn man halt, wenn der Körper anfängt zu schreien. Und das hat mich letztlich dazu geführt, dass ich gesagt habe, okay, ich kann so nicht weitermachen. Und dann saß ich da und war hilflos und wusste nicht, was ich machen sollte, denn ich konnte ja nur Arzt. Und ich habe nichts anderes gelernt. Und über Yoga, wie es bei vielen ist, die im Ayurveda landen, bin ich dann tatsächlich auf den Ayurveda aufmerksam geworden. Denn es ist letztlich das Medizinsystem aus dem gleichen Land wie Yoga. Und habe darin letztlich gemeint gefunden zu haben, was mir immer gefehlt hat, bis ich dann irgendwann auch im Ayurveda an eine Wand gestoßen bin und gemerkt habe, warte, aber irgendwie ist es das immer noch nicht. Ich tue und mache und es fühlt sich auch alles viel ganzheitlicher an, was ich hier tue, aber es ist es immer noch nicht. Und ich kann es nicht sagen, wie, dann kam plötzlich das Nervensystem zu mir zurück, da aber in Form eben einer anderen Theorie, der Polyvagalt-Theorie. Das haben vielleicht einige schon mal gehört, die eben das auseinandernimmt, dieses Gegenspieler und der eine ist gut und der andere ist schlecht, sondern wirklich das autonome Nervensystem in allen seinen Facetten anguckt und mir dann eben auch wirklich die Möglichkeit gegeben hat, das wirklich zu verstehen, nämlich warum kann es denn gefährlich sein, wenn ich jetzt einfach mal nur summe, damit ich mich wieder beruhige und alles ist gut. Und jetzt haben wir die Tür wieder aufgemacht für die zweite Frage. Yay, ich habe es nicht vergessen. Danke. Ja, also ganz lange, eine ganz lange Reise, die aber unterm Strich für mich total viel Sinn gemacht hat. Und wie du gehört hast, für mich auch persönlich. Denn ich war ja meine eigene Betroffene auch. Ich bin jetzt seit, ich kann es noch nicht mal sagen, ich glaube fünf, sechs Jahre attackenfrei. Also es ist einfach keine Migräne mehr da. Dank Ayurveda, dank dem, was ich über mich selber verstanden habe, dank meines Nervensystems, dass dem ich jetzt auch wieder zuhöre und eben dann auch immer genau weiß, was ich brauche tatsächlich. Und das ist eben den Schritt jetzt wieder dann durch die Tür zu machen, ich eigentlich aufgestoßen habe, aufgestoßen, wie gesagt. Das ist eben das Wichtige, dass wir wirklich fortehen, wie sind denn diese verschiedenen Nervenzustände und wie kann ich mich, when ich merke, I hang in einem fest and it's good, da really ausbewegen im Endeffekt. And dafür brauchen wir ein paar Bausteine, um das technologischer zu machen. Denn es gibt eben nicht nur Fight und Flight, also Aktivierung und ich muss kämpfen oder bremsen in dem Moment, wo der LKW vor mich fährt. Sondern es gibt eben auch einen Zustand, den wir Freeze nennen in der Nervensystemarbeit, haben vielleicht auch einige schon gehört. Das Wiedername sagt, es ist so ein Einfrieren im Endeffekt und so ein Todstellen letztendlich. So wird es gerne gleichgesetzt. Ich differenziere da tatsächlich nochmal wieder zwei andere Zustände in diesem Freeze-Zustand. Der eigentliche Freeze, den die meisten Menschen heutzutage erleben, das ist dieses Einfuß auf dem Gas und Einfuß auf der Bremse. So, das eigentliche, das Aktivierte ist noch da. Wir fühlen uns tired, but wired, innerlich unruhig. Aber der Körper ist schon so, oh, schon so schwer, so müde und kann nicht mehr. Und das halt wirklich, mein sympathisches Nervensystem gibt Gas und der Rest meines Körpers sagt aber, nee, nee, wir können nicht mehr, wir müssen jetzt hier schon bremsen. Und das letztlich dieses Freeze, weil genau das passiert. Wenn du Gas und Bremse gleichzeitig trittst, dann bewegt sich nichts mehr, obwohl immer noch Aktivität in dir vorhanden ist.

SPEAKER_00

Ja, und das fühlt sich so ganz unangenehm an. Das ist total interessant, dass du das gerade differenzierst. Das habe ich so nämlich irgendwie noch nicht auf dem Zettel gehabt. Oft hat man ja diese Schockstarre, dass man dann so handlungsunfähig dann sitzt und denkt, so, eigentlich weiß ich, ich müsste voll viel machen, aber ich weiß jetzt gar nicht, was so ungefähr. Und was du gerade beschreibst, denke ich so, ja, das kenne ich auch. Für mich hat das so ganz viel mit innerer Unruhe zu tun, aber irgendwie sagt der Körper so, nein, bitte, ich möchte mich eigentlich hinlegen.

SPEAKER_01

Also so dieses Hin- und Hergerissen bringt es halt auch nichts, weil du ja eigentlich am Vibrieren bist.

SPEAKER_00

Oder bekommst.

SPEAKER_01

Und das ist letztlich so dieser Freeze-Zustand, den die meisten heutzutage wirklich kennen. Wie gesagt, im Englischen tired but wired, also müde, aber verkabelt, also im Kopf geht es immer noch weiter. Und dann gibt es letztendlich den Zustand, den man so als Botstellen bezeichnen würde. Das ist halt der Shutdown, wo einfach gar nichts mehr geht. Unser autonomes Nervensystem sagt, wir sind so massiv über unsere Reserven gegangen, über wir haben keine Energiereserven mehr. Ich muss dich jetzt in den Energiekonservierungsmodus schicken, damit du nichts mehr machen kannst, damit wir den Akku wieder aufladen können. Das ist letztlich ein Zustand, den man mit vielen Zuständen gleichsetzen kann, die wir heutzutage kennen, wie Chronic Fatigue-Syndrom, häufig eben auch vergleichbar mit einem Burnout-Syndrom, Long-Covid, wo eben wirklich keine Energie mehr da ist, wo wirklich Zusammenbrüche passieren, wenn ich versuche, irgendwie mich zu mobilisieren, obwohl nichts ist. Und das ist letztlich der Zustand ganz unten auf der Leiter. Wenn wir uns jetzt mal so eine Leiter vorstellen, da ist halt wirklich einfach nur noch alles aus. Und also nur noch Bremse, kein Gas mehr. Und wenn wir dann eben den Zustand nehmen, den wir davor hatten, das ist der Freeze-Zustand. Und das ist ein Fuß auf dem Gas, ein Fuß auf der Bremse. Und wenn wir weiter nach oben gehen und den Fuß von der Bremse runternehmen, dann sind wir halt im Vollgas. Das ist die Sympathikus-Aktivierung, das ist das, was du spürst, wenn plötzlich auch der LKW vor dir ist und du weißt nicht, woher der kommt und dein Herz rast und dein Atem wird ganz flach und du die nacken Haare gehen hoch und dir wird heiß. Das ist Sympathikus-Aktivierung. Und die Sympathikus-Aktivierung steht eben auf unserer Leiter über diesen beiden Zuständen. Und wenn die Sympathikus-Aktivierung beendet ist, dann sind wir eben in diesem Zustand, ja, der so als sich als Entspannungszustand anfühlt, das ist das, wo Regeneration und Reparatur stattfinden kann, wo Heilung stattfinden kann, wo wir in Verbindung sind mit uns selber und in Verbindung sind auch mit anderen. Und Stephen Porges, der diese Polyvagalt-Theorie geprägt hat, nennt es das Social Engagement System, also das System, wo wir wirklich in soziale Verbindung auch gehen können, wo wir kreativ sind und und und. Hört sich an wie ein super Zustand, den wir alle erreichen wollen. Und trotzdem ist es okay, manchmal Sympathikus aktivieren zu haben und manchmal auch im Freeze zu sein, wenn das System schon sagt, warte, warte, warte, zu viel Energie ausgegeben, ich muss mal auf die Bremse treten. Dann geht es nicht darum, wie kann ich mich jetzt wieder aktivieren, sondern wie kann ich halt tatsächlich jetzt den Fuß vom Gas nehmen, damit mein System austanken kann. Aber wenn, und jetzt schließt sich der Kreis, wenn ich in diesem Aktivierungszustand bin und ich merke, das ist nicht mehr gesund, ich komme gar nicht mehr zur Ruhe. Ich bin nur noch am Rennen, ich bin nur noch am Energie ausgeben, ich bin in chronischem Stress. Und wenn ich mich dann hinsetze und ich möchte jetzt Hummelatem machen, Boxbreath, was auch immer man angeboten bekommt, um den Vagusnerv zu aktivieren, um runterzufahren, dann habe ich vorhin am Anfang gesagt, passiert im schlimmsten Fall nicht viel, im besten Fall. Oder es hilft mir vielleicht in diesem Moment, es hilft mir aber nicht langfristig, weil wir haben das Problem nicht gelöst, warum wir überhaupt erstmal da angekommen sind. Oder was eben passieren kann. Und jetzt sind wir wieder bei dem Fuß auf dem Gas und dem Fuß auf der Bremse. Der Fuß auf dem Gas und auf der Bremse hält uns ja irgendwie noch in einem Zustand drin, der noch lebensfähig ist. In dem Moment, wo wir jetzt mit Vollgekanne den Gasfuß wegnehmen, geht der Bremsefuß ganz durch. Und wir können uns damit wirklich in so einen Shutdown reinpushen, im Endeffekt. Also dieses Bild mit Fuß auf Gas und Bremse ist sehr hilfreich tatsächlich. Und das kann sich für Menschen so anfühlen, als ob das ja erstmal gut ist. Weil wenn du dir vorstellst, ich habe so eine massive innere Unruhe, ich komme überhaupt gar nicht mehr zur Ruhe. Und dann geht mein System in Not aus. Ja, dann ist erstmal Ruhe. Dann fühle ich mich ja erstmal ruhig, dann ist ja erstmal alles okay. Und darum haben viele Menschen das Gefühl, ja, ja, diese Übung hat mir doch geholfen. Das Problem ist aber, wir sind nicht hier oben auf der Leiter. Also Social Engagement System, Verbindung, Reparatur, Regeneration, wir können hier nicht heilen, sondern wir sind ganz unten auf der Leiter und wir haben es nur einfach nicht gemerkt. Also das heißt, unser Körper ist immer noch in einem Energiedefizit. Er kann immer noch nicht das tun, was eigentlich notwendig ist, um gesund zu sein und gesund zu bleiben. Und wir merken das eben nicht, aber wir fühlen uns ganz ruhig und alles ist in Ordnung. Und das ist eben das große Problem, weil Energie ist halt für uns einfach so wichtig. Und das ist für deine Arbeit genauso wie für meine Arbeit unglaublich wichtig. Wir haben nur eine begrenzte Kapazität an Energie vorhanden, mit der muss unser System haushalten. Und Reparatur und Regeneration und Wachstum finden nur statt, wenn genug Energie da ist. Und wenn wir die aber die ganze Zeit mit vollen Händen ausgeben im Endeffekt, was die meisten von uns leider tun, weil die Welt, in der wir leben, nun mal so ist und wir uns sehr gut daran angepasst haben, dann wird eben Regeneration und Reparatur zugunsten von entweder Überlebensmodus, also chronischer Stress, und wenn da nicht mehr genug Energie da ist, zugunsten von Shutdown einfach ausgestellt. Und diesen Zustand, also die meisten springen aus meiner Erfahrung zwischen zu viel Aktivierung und Shutdown hin und her und kommen eigentlich gar nicht mehr in diesen Zustand, wo sie wirklich regenerieren können und ihr Körper. Und das ist eben etwas, was in meinem Konzept, in der neurointegrativen Medizin, die Basis im Endeffekt ist. Der Körper kann nicht mehr machen, was er eigentlich machen würde, nämlich regenerieren und regulieren. Und das macht er eigentlich selbstständig, ohne unser Zutun. Wir sollten ihm nur nicht dabei im Weg stehen. Und nach Möglichkeit, wenn wir ein Wissen uns angeeignet haben, was uns besonders gut tut, ihn nach Möglichkeit dabei unterstützen. Und das passt letztlich auch zu dem Konzept, in dem du arbeitest, weil du ja zum Beispiel irgendwelche natürlichen Antibiotika oder auch Supplements nicht gibst, damit die ein Leben lang jetzt das Problem lösen, sondern den Körper unterstützt, bis er wieder alleine in der Lage ist, das alles zu regulieren. Und das nehmen wir uns dadurch, dass wir halt ständig in diesen Zuständen hin und her springen. Und die meisten wissen es einfach nicht, weil wir ja gesagt bekommen, Vagus regulieren bedeutet, wir sind still und entspannt und eigentlich sind die meisten im Shutdown und da passiert gar nichts Gesundes mehr.

SPEAKER_00

Das ist so spannend. Ich will da nochmal einhaken, weil ich glaube, also für mich ist das gerade auch so ein kleines, so ein Aha-Gedanke und ich gucke schon immer so angestrengt, weil ich schon so in meinem Kopf rattern, weil sie so, da muss ich sie jetzt nochmal weiter befragen. Ich finde das total interessant, was du gerade gesagt hast, dass dieses Bild mit dem Gas und Bremse gleichzeitig, das finde ich so wertvoll, weil als du gesagt hast, und wenn man dann den Fuß vom Gas nimmt und die Bremse dann so richtig quasi durchdrückt, dann kommt man in diesen Shutdown-Modus und ich dachte, ja, das ist total logisch. Und zugleich ist, finde ich, dieser, was du dann weiter ausgeführt hast, dieser Gedanke auch irgendwie logisch, dass man erstmal denkt, jetzt ist das super, der Körper muss sich doch auch erholen, der muss sich doch entspannen. Das klingt doch auch total logisch, dass ich jetzt mal Ruhe brauche, denn offensichtlich war ich ja die ganze Zeit irgendwie zu viel auf der Bremse, zu viel auf dem Gas und habe mich ja überfordert, sonst wäre ich da ja gar nicht hingekommen. Also die rationale Herleitung davon ist ja total gegeben. Und dann zu sagen, ja, ist ja dann auch normal, in Anführungsstrichen, dass die Wippe dann erstmal in die andere Richtung ausschlägt und man dann erstmal total erschöpft ist, sich vielleicht mal drei Tage hinlegt und durchpennt und dann wird es schon wieder gehen, dieser Gedanke ist auch total nachvollziehbar. Manchmal klappt das ja auch. Ich erkenne aber genau das, was du gerade erzählt hast, glaube ich, in ganz, ganz, ganz, ganz vielen Menschen tatsächlich wieder, mit denen ich arbeite, dieses, ich komme, also ich falle dann in diese tiefere Erschöpfung rein, wenn ich viel, ich nenne es jetzt mal Vagusnervübungen, welcher Art auch immer gemacht habe, oder Entspannungstechniken nennen wir es mal so, die auch erstmal rational logisch klingen, weil wir total am Hibbeln sind und am uns selbst überfahren und irgendwie sagt, alles im System, es ist schon sinnvoll, sich irgendwie mal runter zu regeln und mal ein bisschen wieder durchzuatmen im wahrsten Sinne des Wortes. Dann macht man das, dann fühlt sich das ruhiger an. Bis dahin ist alles total logisch und jetzt kommst du aber und sagst, ja, Oberacht, das könnte jetzt aber auch ein Zacken zu viel gewesen sein. Und ich überlege gerade, und da kannst du mir jetzt bestimmt eine total tolle Antwort geben, wie kriege ich denn das raus, ob es jetzt eine, ich nenne es mal, gute Erschöpfung ist, weil es einfach jetzt mal nötig ist, dass wir dem Körper mal Ruhe gönnen und einfach mal aufhören, rumzurennen und uns bitteschön mal hinsetzen, auch wenn es kurz mal wehtut, so ungefähr, oder wir das ganz schlecht aushalten. Wo ist es richtig und gut? Wie finde ich das raus? Ist es jetzt richtig und gut, sich mal auszuruhen? Und wo ist es ein Zeichen dafür? Oder wie erkenne ich, dass es jetzt ein Zeichen dafür ist, dass ich in diesen Shutdown gekippt bin?

SPEAKER_01

Also richtig und gut, sich mal auszuruhen, ist immer in welchem Zustand wir auch sind. Da spricht überhaupt gar nichts gegen. Und das ist das, was wir am wenigsten können heutzutage, uns einfach mal auszuruhen. Die Frage, die eben ist, was bedeutet Ausruhen für uns? Und in dem Moment, und das hatten wir vorhin schon mal kurz angesprochen, wenn ich mich hinlege, um mich mal auszuruhen und ich merke, mein System kommt gar nicht zur Ruhe. Also man hat das ja wirklich, dass man so einen anstrengenden Tag mal hatte und richtig Power gegeben hat. Dann kommt man nach Hause und ich denke gerade an meine Hängematte zu Hause und dann lege ich mich in die Hängematte und dann fühlt sich das an wie so, es fällt so richtig schön von mir ab und ich bin dann wirklich entspannt und kann ein Buch lesen und mal zur Ruhe kommt. Und das ist ein Zustand, so wie der sein sollte. Dann hat mein Körper die Stressreaktion beendet und ich muss gar nichts tun, sondern mein System geht automatisch nach Ende der Stressreaktion. Sympathikus-Modus geht runter. Der parasympathische Modus, der für Regulation und Ruhe und Entspannung zuständig ist, fährt von ganz alleine hoch, beziehungsweise übernimmt hier jetzt gerade die Funktion, das zu tun, was bei mir gerade notwendig ist und ich brauche da gar nichts für tun. Und dann habe ich Tage, ich sage immer, ich komme nach Hause, weil eigentlich arbeite ich von zu Hause, aber sagen wir mal, ich komme nach Hause und ich bin total abgerockt und ich habe super viel gearbeitet und dann komme ich nach Hause und dann lege ich mich in meine Hängematte und dann klappe ich mein Buch auf und dann merke ich, es vibriert in mir. Ich merke, ich lese jede Zeile dreimal irgendwie und ich komme überhaupt nicht weiter. Und dann kommt mein Freund raus, weil er irgendwas möchte oder die Hunde wollen was von mir und ich bin super genervt, weil ich jetzt auch noch unterbrochen werde, obwohl sowieso schon gerade so schwer ist, mich zu konzentrieren. Und dann merke ich, das ist ein ganz anderer Zustand. Da ist irgendwie in mir zu viel Aktivität. Ich komme überhaupt nicht zur Ruhe. Mein Körper scheint das nicht alleine zu können. Und jetzt der erste Zustand wäre für mich eben, um zu differenzieren, sind wir da noch voll in der Sympathikusaktivierung? Oder steht vielleicht sogar schon Fuß auf der Bremse und wir sind schon auf dem Weg in den Shutdown? Für mich wäre dann jetzt hier die Frage, und wie fühlt sich mein Körper jetzt? Denn wir haben gerade festgestellt, okay, mein Inneres ist unruhig. Ich kann mich nicht fokussieren, meine Hunde gehen mir auf die Nerven, obwohl ich die total liebe. Mein Freund irgendwie spricht mich an und ich will denen eigentlich anschreiben. Irgendwas stimmt hier nicht. Und wenn ich das merke, dann frage ich mich, okay, und wie fühlt sich mein Körper jetzt an? Bin ich müde? Bin ich energielos? Brennen meine Augen? Habe ich das Gefühl, alles ist irgendwie dumpf und schwer? Dann habe ich einen Fuß auf dem Gas und einen auf der Blut. Wenn ich aber dagegen eher das Gefühl habe von, eigentlich ist alles gut und ich könnte jetzt auch eher noch mal eine runde Stramm am Strand spazieren gehen, dann bin ich noch voll im Sympathikusmodus, dann hat mein Körper scheinbar noch genug Energie und ich könnte theoretisch noch weitermachen. Und jetzt kommt der Clou, an der Stelle sollte ich auf. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt dann noch ein Halbmarathon laufen gehe, aber das bedeutet, ich bin wired, da ist noch Stressenergie in mir und ich habe aber noch Energiereserven zur Verfügung. Das bedeutet, ich muss die Stressreaktion beenden. Und wenn ich das merke, dann schnappe ich mir die Hunde und dann gehe ich wirklich noch eine Runde am Strand spazieren zum Beispiel. Oder ich habe jetzt den großen Vorteil, ich kann am Strand spazieren gehen. Wenn ich in der Großstadt leben würde, da ist kein Strand und kein Wald und kein See, dann kann ich eben mal Musik anmachen und mich ein bisschen bewegen zu der Musik. Oder wenn ich irgendeine körperliche Praxis habe, die ich mag. Manche mögen ja Yoga zum Beispiel. Dann könnte ich so ein entspanntes Yoga machen. Es geht hier nicht darum, mich anzustrengen, sondern die Stressenergie, die in mir festhält, rauszubewegen sozusagen. In der Polyvagal-Theorie sprechen wir da gerne von die Leiter wieder hochklettern. Ich habe vorhin von der Leiter erzählt, ganz unten ist Shutdown, dann kommt Freeze, dann sind wir in der Sympathikus-Aktivierung und dann können wir in den regulierten, entspannten Zustand, in dem wir reparieren und wie auch immer. Und wenn ich hier oben, also im Sympathikus festhänge, geht es um mehr Bewegung, um dann in diesen Zustand der Verbindung zu kommen. Wenn ich aber feststelle, nee, mein Kanzerkörper ist müde, ich bin fix und fertig, ich kann überhaupt nicht mehr und ich bin wired, in mir ist immer noch so viel Energie, dann weiß ich, okay, ein Fuß auf dem Gas, ein Fuß auf der Bremse. Wenn ich jetzt zu viel Mobilisierung bringe sozusagen, dann führt es im Endeffekt dazu, dass mir vielleicht die letzte Energie weggenommen wird und ich dann in den Shutdown falle. Das heißt, es geht hier nicht um Energie ausgeben, sondern es geht hier tatsächlich dann darum, mich vorsichtig mich aus diesem Zupfenstand rauszubewegen und eben versuche, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, ohne dass mir der Bremsfuß volle Kanne durchtritt, sondern den Bremsfuß auch unterzunehmen. Also keine Energie mehr ausgeben, aber eben auch nicht in diesen Shutdown-Zustand fallen. Und da versuche ich meinen Klienten und den Menschen, mit denen ich arbeite, immer wirklich Körperübungen, Körperpraxis beizubringen, die mehr wirklich mit dem Körper in Verbindung bringt. Wir sprechen da von Introzeption, also Körperwahrnehmung in der Arbeit mit dem Nervensystem, wo es wirklich, ne, also was ich mache die ganze Zeit mit meiner Hand so, die Leute, die im Podcast hören, sehen das nicht. Ich kreise meine Hand und ich arbeite zum Beispiel total gerne so mit Beckenkreisen. Das ist eine Form von Bewegung, die mir keine Energie wegnimmt oder zumindest nicht so viel Energie, wo ich aber eben wirklich mich rausbewege aus diesem Fuß auf der Bremse gefühlt und aber gleichzeitig eben auch regulierend unterwegs bin, was den Sympathikus angeht. Und das kann man super mit dem Atem verbinden, aber es geht hier nicht darum, irgendwelche Atempraxis zu machen, wo ich den Ausatem verlängere, um eben hier ganz schnell irgendwie in den regulierten Zustand zu kommen, sondern mit dem zu sein, was ist. Wir wollen nicht die Bremse massiv durchtreten, sondern eher auch, ich passe meine Bewegung dem Atem an. Und das kann man Becken kreisen, was ich auch gerne mag, sind so, ne, diese Katze-Kuh-Bewegungen zum Beispiel, alle aus dem Yoga, ne, so Becken kippen, das kann man im Sitzen machen, das kann man im Liegen machen, das kann man auf allen Vieren machen, um eben wirklich das System in der Mobilisierung zu halten. Wir wollen ja nicht die Leiter runter, sondern wieder rauf. Und aber gleichzeitig eben nicht akut den Parasympathikus anzuschmeißen, also volle Kanne auf die Bremse zu treten. Das gibt eben ganz viel Körpergefühl dann auch zurück. Und darüber lerne ich eben langfristig auch wirklich festzustellen, wie geht es mir eigentlich? Und das brauche ich jetzt, bevor ich den Freund anschreie oder die Hunde.

SPEAKER_00

Das ist total interessant, weil ich glaube, das, was du gerade gesagt hast, das ist super wertvoll und super hilfreich für ganz, ganz viele Menschen, also inklusive mir selber merke ich, weil ich merke, zum Beispiel, ich bin auch so ein kleines Durazell-Häschen sozusagen und bin die ganze Zeit unterwegs, meine Gedanken sind schon wieder bei 97 neuen Projekten. Selbst wenn mein Körper sagt, so können wir uns bitte hinlegen, sagt mein Kopf so, nein, aber warte mal, ich habe noch 27 Ideen, wie soll ich das in diesem Leben schaffen? Nein, alleine müssen wir noch, sonst wird das nicht. Und das ist doch alles so toll und so spannend und so aufregend. Also gar nicht so dieser negative, so, nein, ich muss noch Stress, sondern so dieses so, yeah, bam, ich will das. Trotzdem, ja, sagt die Logik so, ja, irgendwann müsstest du dich schon auch mal ausruhen und schlafen. Es geht halt noch nicht so richtig mit dem Perpetuumobili. Das haben wir ja noch nicht erfunden. Oder gefunden. Das heißt, irgendwie muss da wieder auffüllende Reserven kommen. Und ich merke halt selber von meiner Persönlichkeitsstruktur oder woher auch immer, mir fällt das zum Beispiel total schwer. Und ich sehe das auch bei ganz vielen Menschen, mit denen ich arbeite, diesen Modus, dass man sich so dadurch ja auch selbst überfährt. Und mir sagen viele Leute schon mein Leben lang, du musst dich mal entspannen. Och, kannst du dich nicht mal entspannen, kannst du dich nicht mal aussprechen, ruh dich doch mal aus. Und ich denke mal so, kann mir mal einer erklären, wie das geht? Ich weiß gar nicht, wie das geht. Ich setze mich jetzt hier hin und denke so, oh mein Gott, jetzt muss ich hier sitzen und muss mich rauskommen, was das anstrengend, da werde ich so wahnsinnig innerlich. Und ich habe so das Gefühl, das ist genau dieses Gefühl, was du beschreibst, der Körper sagt schon so, ja, bitte lass uns hier sitzen bleiben. Und der Kopf so, nein, nein, wir müssen aufstehen, das ist ganz schön in mir zu sitzen. So dieses hin- und hergerissen zwischen diesen Zuständen. Das ist das, oder? Was du gerade beschreibst? Ja, ne?

SPEAKER_01

Was eben im positiven Sinne, was viel mit deinem Charakter zu tun hat mit dem, wie du bist. Manche erleben das in einem negativen, aber ich muss noch und ich muss mich um die Kinder kümmern, ich muss dies und ich muss das.

SPEAKER_00

Ich muss noch, ich muss noch, ich habe noch Ideen, ich darf noch, ich will noch. Ja, ich glaube, es doppelt sich. Vielfach ist es, na klar, trotzdem irgendwie Kinder, Hund, Haus, Hof, so alles will irgendwie versorgt werden und dann einkaufen wolltest du auch noch, ach so, und gesund essen. So ein Sport, Sport wolltest du auch noch machen. Also es ist immer zu viel to-do für zu wenig Zeit, so ungefähr. Also es mischt sich so ein bisschen. Was ich halt merke, bei mir, das mag jetzt auch in diesem Alter geschuldet sein oder der persönlichen Weiterentwicklung, ich merke halt schon auch, und das gehöre ich von vielen Betroffenen auch, weniger Ambition oder Lust oder Energie oder alles davon, sich jetzt im Außen, wie du es so schön genannt hast, zu verbinden und zu connecten. Ich habe Bock, jetzt zum Beispiel mit dir zu sprechen, weil ich denke, so, ja, geil, und das ist total interessant, das Bevorjadung beflügelt meine Themen, da könnte ich jetzt fünf Stunden. Stunden mit dir weiterquatschen? Wenn ich jetzt denke, so, oh, jetzt rausgehend Smalltalk und so, da habe ich schon gar keinen Bock mehr. Vor 20 Jahren hatte ich da noch Lust drauf. So, das heißt, da frage ich mich auch oft, so ist es schon jetzt quasi so ein Hinweis darauf, wenn man solche Gefühle hat, geht man da schon in den Shutdown? Ist es vielleicht eine ganz normale Sortierungsreaktion? Also auch da wieder, wie findet man das raus? Und angeschlossen vielleicht die Frage, wenn man merkt, man überfährt sich da selber und man, du hast gerade diese Beckenübung angesprochen, man kommt nicht so gut wieder raus aus dieser Gasbremse-Situation. Was kann man vielleicht für sich noch tun? Also, wie kann man vielleicht da die Energie wieder zurückgewinnen? Denn du hast vorhin angesprochen, und dann mache ich meine Frage auch zu und dann darfst du endlich was sagen, so zum Beispiel Fatigue-Syndrom hast du vorhin angesprochen, dass viele Menschen, die auch so da reinfallen in diese multifaktoriellen, auch irgendwie schwierig zu greifenden Krankheitsbilder. Für mich gehört auch irgendwie Long-Covid oft so mit in diese Rutsche da rein, weil das auch viel mit dieser Erschöpfung zu tun hat. Also Menschen, die sehr erschöpft sind, die beschreiben ja auch oft, wenn es mir dann mal ein bisschen besser geht oder ich so das Gefühl habe, ja, jetzt geht vielleicht wieder was, dann mache ich Sport und danach falle ich erst so richtig in so ein Loch und da hatte ich wieder dieses Energiekonto im Kopf, was du gerade genannt hast. Deine Bilder sind schön. Gasbremse, die Leiter, das Energiekonto, das sind schöne Bilder, mit denen man was anfangen kann. Die haben wahrscheinlich auch ihr Energiekonto überreizt. Also, das ist ja eine ähnliche Personengruppe. Ich meine, A, wie findet man das besser raus? Und B, wie geht man damit um? Das war jetzt eine sehr komplexe Frage mit mehreren Teilfragen offensichtlich.

SPEAKER_01

Das hatte viel Facetten. Mal gucken, ob ich die alle zusammenbekomme. Lass mal schauen. Also, erstmal Energiekonto und wie gehe ich damit um? Und gerade solche Krankheitsbilder eben oder symptomkomplexe Bilder wie Long-Covid, wie Chronic Fatigue, wie auch Burnout, gehört für mich auch mit in diese Kategorie, wo es ja einfach unglaublich typisch ist, dass wir immer wieder diese Crashs haben. Die Betroffenen eben, was du beschreibst, oh, ich ist wieder ein bisschen Energie da, ich gehe los und ich mache. Und im guten Fall war es dann schon so viel Energie, dass man Sport machen kann und hat einen Rückfall. Bei vielen ist, ich bin zum Bäcker gelaufen und hatte einen Rückfall. Also da ist wirklich sehr, sehr, sehr wenig Energie da. Und das Grundverständnis, eben, mit dem da gearbeitet wird, ist auch wenig hilfreich, weil den Leuten wird dann gesagt, ja, du musst lernen zu pacen, also mit der Energie, die vorhanden ist, zu haushalten. Wenn keine Energie da ist, kann ich auch nicht mit Energie haushalten. Und wenn ich eben über Jahre hinweg auch mein Körpergefühl überschrieben habe, dagegen gearbeitet habe, mich nicht mehr bewusst wahrgenommen habe, meine natürlichen Bedürfnisse unterdrückt habe, dann kann ich auch nicht wissen, wie sich mein Energiekonto gerade anfühlt. Wenn wir jetzt so einen Akkustand nehmen, habe ich jetzt eine Linie oder habe ich fünf Linien. Das fühlt sich für mich alles gleich an. Ich kenne nur keine Energie, also Shutdown. Oder da ist Energie da, super, jetzt kann ich weitermachen. Und gerade für Betroffene, denen es geht oder eben Leute, die das Gefühl haben, ich steuere darauf hin, ist es so wichtig, erstmal, also A natürlich die Frage, wie kann ich die Energie, so gut es geht, wieder auffüllen. Und dann aber eben auch, wie kann ich denn herausfinden, ob das jetzt eine Linie ist, zwei Linien oder fünf Linien. Also wie viel Energie habe ich denn gerade zur Verfügung? Denn erst wenn ich das stören kann, dann kann ich auch anfangen zu pacen und sagen, okay, jetzt ist es vielleicht nur eine langsame Runde um den Blog. Vielleicht kann ich morgen ja ein bisschen weiterlaufen oder irgendwann ins Fitnessstudio, aber nicht, wenn ich gar nicht weiß, was da ist. Und das ist eben diese Introzeption, von der ich gesprochen habe. Also wirklich Körperwahrnehmen üben. Der Körper redet mit mir. Das tut er eigentlich ununterbrochen. Und ich kann eben üben, das auch wieder wahrzunehmen und das dann wirklich eben auch Schritt für Schritt wieder einzuordnen. Also was bedeutet dieses Gefühl denn jetzt gerade, was ich im Körper habe? Und das ist natürlich super individuell, weil unsere Körper sprechen nicht alle die gleiche Sprache. So das Pauschale, das tut weh, ich habe Hunger, ich habe Durst, das ist so ziemlich für jeden gleich. Aber wir haben eben eine sehr individuelle Sprache entwickelt mit unserem Körper zusammen, was auch viel mit unseren Prägungen und Mustern zu tun hat. Und da darf man eben erstmal wieder kennenlernen, was bedeutet das. Und das macht manchmal dann vielleicht auch Rückschritte und ich habe gedacht, wir könnten jetzt, oh nee, das war leider dort wieder zu viel und dann darf ich mich da wieder hinarbeiten. Und die andere Seite der Medaille ist eben, wo kann ich Energie herkriegen? Ich habe keine, ich muss also den Akku aufladen. Und dann kann ich eben gucken, was mache ich mit meinem Akku überhaupt. Und hier geht es eben wirklich ganz viel natürlich um Ernährung. Da kommt Energie her. Wir arbeiten ja beide damit auf verschiedenen Ebenen. Und gerade was das Nervensystem aber auch angeht, geht es hier, und da kommt der zweite Teil deiner Frage, mit der du eingeleitet hast, geht es eben auch um das Miteinander mit Menschen, die wir sprechen im context von Nervensystemen über Co-regulation. Also wenn wir auf die Welt kommen als ganz, ganz kleine Menschen, können wir uns gar nicht selber regulieren. We lernen uns über unsere Mutter, unsere Familie erstmal überhaupt zu regulieren. Meistens is the mother so she then is. And iron can we then self regulation, but this bedurfnished nachegution, this bedurfnished, bleibt immer bestehen. We hacken das nicht irgendwann ab und dann sind wir eine Insel, sondern it bleibt immer bestehen. And when ich mich mit jemand anderem zusammen regulieren kann, dann gibt mir das Energie. Und wenn mich jemand durchreguliert, dann nimmt mir das Energie. Das ist zu deiner Frage. Je älter ich werde, ich habe das Gefühl, irgendwie, ich möchte auch gar nicht mehr socializen und so. Meine Gegenfrage wäre dann, ist das mit allen Menschen so? Denn ich bin natürlich, je älter wir werden, desto sensibler werden wir dafür. Wer sind Co-Regulatoren und wer sind Co-Düsregulatoren. Manchmal sind die Co-Regulatoren auch Co-Dysregulatoren, je nachdem, wie es uns geht, auch. Weil so wie ich von anderen reguliert werde, reguliere ich andere ja auch. Oder the other way around. Also mein Partner ist zum Beispiel ein riesen Co-Regulator und der kann mich total dysregulieren, weil der weiß genau, welche Knöpfchen er drückt aus. Das ist so. Aber im Großen und Ganzen habe ich dieses, und ich beschreibe es meinen Klienten immer so, wenn der durch die Tür reinkommt, dann habe ich das Gefühl von es ist halt einfach so ein Durchatmen und alles in mir wird so ein bisschen ruhiger. Und dann gibt es die Menschen, bei denen hast du dieses Gefühl nie. Und wenn du plötzlich merkst, ich möchte mich eigentlich gar nicht treffen, ich habe gar keine Lust, ich würde lieber zu Hause bleiben, dann ist die spannende Frage, sind es vielleicht Kultusregulatoren, die sich da gerade mit dir treffen wollen? Und darum willst du die nicht sehen? Das ist bei mir sehr häufig der Fall. Also ich habe generell gemerkt, dass ich mehr Ruhe brauche, als ich mir erlaubt hätte. Meine Vorstellung von mir war eine ganz andere. Ich bin ja auch die Macherin, die immer rennen kann und überhaupt gar kein Problem. Und heute merke ich, nee, nee, das ist eigentlich nicht so. Aber ich habe auch ganz viel gemerkt, welche Menschen mein Nervensystem gar nicht sehen möchte, weil sie mich eben eher dysregulieren, als dass sie mich regulieren. Und der Kreis der Menschen ist einfach auch immer kleiner und kleiner geworden, dadurch. Ohne dass ich jemandem die Freundschaft gekündigt habe, sondern einfach durch meinen Rückzug dann auch.

SPEAKER_00

Ja, komplett. Ich meine, dann ist das ja eigentlich auch ein sehr gesundes Symptom, nennen wir das mal, wenn man, auch wenn man es vielleicht nicht so benennen kann, wenn man anfängt zu sortieren, sich wieder mehr wahrzunehmen, bei sich wieder anzukommen, auch festzustellen, auch wenn ich das nicht, ja, wie gesagt, artikulieren kann oder so offensiv benennen kann, der tut mir gut, der tut mir nicht gut, aber ich merke so unbewusst einfach, wo zieht es mich hin, wo zieht es mich nicht hin. Nennt ihr es wieder Bauchgefühl, aber folge dem Bauchgefühl, dann kann es so falsch nicht sein, so ungefähr. Wenn sie es gut anfühlt, ist es wahrscheinlich auch gut und andersrum. Also das finde ich super interessant, weil ich glaube, dass das auch wiederum wertvoll ist für viele Menschen, die zuhören, die oft ja auch, glaube ich, so gestresst nenne ich das jetzt mal sind, vom Nervensystem her vielleicht auch dysreguliert, weil sie so Entscheidungen nicht treffen mögen, weil sie festhängen in einer Situation, sei es jetzt eine Jobsituation, eine Beziehungssituation, welcher Art auch immer, in der sie irgendwie gefangen sind oder sich gefangen fühlen und da irgendwie nicht ausbrechen können, zumindest im Moment noch nicht, mit ihren aktuellen Mitteln und Möglichkeiten. Und das zieht wahnsinnig Energie. Deswegen glaube ich, ist für dich ja auch dieser Bereich, du sagst das ja in deiner Arbeit, du arbeitest ja nicht eben nur mit Techniken und Übungen, sondern eben auch über Ernährung, über Beziehungen. Deswegen sind das ja wahrscheinlich auch wichtige Bausteine in deiner Arbeit, alles anzugucken. Also wieder diese ganzheitliche Regulation im Grunde, ne?

SPEAKER_01

Ja, absolut. Also das Paradigma der neurointegrativen Medizin hat halt tatsächlich ein, ich nenne es den Circle of Health. Also bei mir sind es keine Säulen, sondern es ist rund tatsächlich, weil sich eben alle gegenseitig beeinflussen. Und es ist halt tatsächlich Ernährung. Es ist Schlaf. Schlaf ist so unendlich wichtig. Es ist Bewegung. Ich habe jetzt so einen ganz kleinen Glimpf gegeben, eine ganz kleine Idee von, was sind regulierende Bewegungen. Aber das wird ja irgendwann, wenn wieder mehr Energie da ist, wird das auch größer. Bewegung an sich ist ein ganz großes Thema. Wir sind dafür gemacht, uns zu bewegen und wir tun das alle nicht mehr. Und auch das hat ganz viel mit Regulation und Dysregulation zu tun, wie wir uns bewegen. Und dann geht es eben um die Regulation an sich. Also wie kann ich wieder lernen, mich zu entspannen, denn das können auch die wenigsten, sich das zu erlauben. Und eben weniger mich einfach nochmal hin, sondern es geht auch ganz viel um Erlaubnis und dann auch um Stille aushalten zu können tatsächlich. Auch das ist für viele ein großes Thema. Und wie du gesagt hast, ja, Beziehungen und diese fünf Punkte sind eben, wenn ich mit jemandem arbeite, immer, immer, immer dabei. Und es ist halt nicht einfach nur, wenn wir es jetzt am Ohrläppchen ziehen und dann länger ausatmen, als wir eingeatmet haben und irgendwelche Supplements nehmen, wo ich ganz klar sagen muss, in deinem Fall ist es ein bisschen anders fürs Nervensystem. Gibt es keins, was ich einfach mal nehmen kann und dann ist das gut. Dann haben wir da wirklich eben eine Palette, mit der wir arbeiten können. Und die Leute haben eben, und ich weiß, dass es dir auch so wichtig ist, auch wieder Selbstwirksamkeit. Nicht dieses, okay, ich habe jetzt diese Übung, die hilft mir, sondern ich kann in allen meinen Bereichen gucken, wo stehe ich denn jetzt überhaupt gerade. Was ist die Herausforderung? Ich kann mir in diesem Bereich das wissen holen, was ich brauche. Und dann eben wirklich gucken, wie kann ich dadurch meine Resilienz wieder vergrößern, dass die Resilienz meines kompletten Systems Körper, dass er mit allem umgehen kann, was im Leben auf mich einprasselt sozusagen. Und eben nicht durch jede Kleinigkeit direkt eben aus der Balance rausgeschmissen wird. Und Resilienz, das ist halt eben einfach die Baseline dafür, dass der Körper reparieren kann, dass wir heilen können, egal ob wir jetzt über irgendwelche Krankheiten sprechen, dass wir mental, emotional heilen können von irgendwelchen alten Wunden, die wir durch die Gegend tragen und dass wir eben langfristig gesund bleiben. Und das braucht es einfach ohne Gegnern.

SPEAKER_00

Ja, superschön, wie du das sagst. Du hast das ja auch in deinem Podcast schon gesagt, du bist ein sehr kritischer Mensch, was andere Ansätze angeht. Und du hast von dir gesagt, du bist da eher so mit dem erhobenen Zeigefinger oft unterwegs und sagst, Obacht, Obacht. Ich bin genauso, ich bin auch eher immer so mit dieser kritischen Brille unterwegs, weil es einfach so viel Blödsinn gibt, muss man ja einfach mal so sagen, auf der Welt und in den sozialen Medien halt die schnelle Wunderpille versprechend. Und es ist so schön, dass dein Ansatz so hervorragend sich mit meinem Mchtscht oder ergänzt oder wie auch immer man das sagen will. Also deine Inhalte verlinken wir ja auch in den Shownotes, in den Beschreibungen zur Folge, dass man auch mit dir da in Kontakt treten kann und sich dann nochmal anschauen kann, was du alles für tolle Impulse hast. Auch auf Instagram verfolge ich dich ja da regelmäßig, da bringst du es ja wirklich auch so schön in eine Nutshell immer rüber, dass man da einfach gute Impulse mitbringen kann. Und ich will aber angesichts, so mit Blick auf die Zeit, gleich nochmal auf einen Punkt nochmal raus, der meine Hörerinnen und Hörer oder Zuschauerinnen und Zuschauer natürlich immer sehr interessiert, die stark in diesem Reibstamp-Kontext unterwegs sind. Ich will vorher nochmal ganz kurz zusammenfassen, weil ich das so schön finde, die Bilder, die du benutzt hast und die Dinge, die du gesagt hast, dass das einfach nochmal ganz kurz so ein bisschen in so ein kurzes Raster nochmal kommt. Du hast am Anfang was ganz Wichtiges gesagt, nämlich Vagusnervübungen sind nicht die ganze Wahrheit. Es geht nicht darum, unser Nervensystem oder unseren Vagusnerv anzuknipsen. Das ist kein Wunderschalter, den man mal so kurz aktivieren kann und der Drops ist gelutscht, sondern was ich ganz wichtig fand, was du gesagt hast, ist, es geht immer um vegetative Regulation. Und selbst dieser Begriff ist nicht unbedingt unmissverständlich. Du hast gesagt, es geht im Grunde darum, dass ein Nervensystem angemessen reagiert auf den Zustand, der gerade angesagt ist. Das darf Entspannung sein und Regeneration und Verdauung, wenn das gerade angesagt ist. Das darf aber auch Aktivierung oder sogar Mobilisierung sein, wenn halt gerade sportliche Aktivität, Bewegung, soziales Engagement oder eine lebensbedrohliche Situation vorliegt. Wir dürfen angemessen reagieren und danach darf sich das Nervensystem aber auch wieder in einen anderen Modus bestmöglich begeben. Das ist ein gut reguliertes Nervensystem, wenn ich dich richtig verstanden habe. Und du sagst auch, es gibt jetzt nicht die eine Übung oder Technik, die man machen kann, womit man jetzt eben diese Regulation mal kurz herstellen kann, sondern es ist sehr individuell. Und was ich super spannend fand, ist, dass du gesagt hast, es gibt halt auch Kontraindikationen. Das heißt im Sinne von, ich kann im schlimmsten Fall auch Dinge verschlechtern. Und da hattest du dieses wunderschöne Bild der Leiter, das du gesagt hast. Man steht irgendwo in dem, wie hast du es genannt, sozialen Miteinander und in der Verbindung entspannt und glücklich und zufrieden, sage ich jetzt mal, am oberen Ende der Leiter, geht dann über einen sympathischen Zustand, in dem man sehr aktiviert und ja, mobilisiert ist. Zu einem Zustand, und das fand ich eigentlich fast mit einem für mich am spannendsten, den du nochmal differenziert hast, dass du gesagt hast, es gibt dann so eine Art Freeze-Modus, den du aber differenziert hast, dass du gesagt hast, es gibt einmal ganz unten auf der Leiter diesen Shutdown, dass eigentlich nichts mehr geht. Und dazwischen gibt es aber noch diesen super spannenden Zustand, das ist wie heute mein Name-the-day-Fakt, den ich mitnehme. Dieser Zustand zwischen einem Fuß auf den Gas und einem Fuß auf der Bremse. Und wenn ich jetzt zu doll in die Entspannungsübung reintauche, dann schnellt mein Fuß vom Gas und ich drehe die Bremse voll durch und falle quasi von der Leiter runter in diesen Shutdown rein. Und das ist, fühlt sich vielleicht erstmal richtig an und kann aber irgendwie trotzdem kontraproduktiv sein. Und da dann nochmal den Gedanken mitzunehmen, mein Energiekonto ist ja oder meine Energie ist wie auf so einem Konto oder in so einem Akku drin, ich nenne den immer so Aufmerksamkeits- oder Energieakku. Und du hast gerade so gesagt, dann zu erkennen, wie voll ist denn mein Akku? Ist der leer? Ist der ein Strich, fünf Striche? Das ist für viele Menschen oft so schwierig geworden. Und da diesen Akkustand wieder richtig her einschätzen zu können, das nennst du Interozeption, also so ein bisschen verbinde ich das mit dem, was ich immer Bauchgefühl nenne, also irgendwie wieder sich zu beobachten und festzustellen, wie geht es mir, wo stehe ich, was kann ich gerade, was will ich gerade, was brauche ich gerade? Und das ist eigentlich ein großer Schlüssel, überhaupt wieder dahinter zu kommen, was mein Körper mir sagen will und wie ich dann meine, ich nenne es jetzt mal Therapie oder meine Maßnahmen auswähle, wie umfangreich die sind, welche das sind, und dann auch, ob es nur in Anführungsstrichen, nur lediglich ausschließlich im Bereich des Übens sich bewegt oder ob wir halt eben den Bereich Ernährung, Koregulation, auch ein ganz wichtiges Thema. Wir sind keine Insel, hast du gesagt. Wir brauchen auch Korregulation oder da noch sportliche Bewegungen mit reinfließen lassen. Also wirklich dieses Gesamtkonzept dann auch im Bereich auf das Nervensystem aufzumachen. Das finde ich halt richtig, richtig gut, das eben nicht nur als so einen auch so pauschal abarbeitbaren Bereich zu sehen, sondern eben mit diesen ganzen Facetten zu betrachten. Und was natürlich Goldwert ist, das wollte ich auch nicht unerwähnt lassen. Ich meine, du als Ärztin, als Neurologin im Prinzip, die so eine Wahnsinnserfahrung auf dieser körperlichen, medizinischen Ebene mitbringt. Ich meine, wie traurig und gleichzeitig, wie wertvoll ist es, dass du auch selber so einen Weg erstmal gehen musstest oder überhaupt Symptome entwickeln musstest. Und trotzdem, wie groß ist die Chance, die du daraus mitnimmst, dein ganzes Wissen von früher jetzt mit deinen Erfahrungen zusammenzubringen und daraus die Motivation zu entwickeln, so ein krasses System auch zu entwickeln, dass du quasi neurointegrative Medizin nennst, dass du sagst, jetzt schmeiße ich das alles zusammen und jetzt ergibt es endlich Sinn. Das ist so cool. Also das wollte ich einfach nur nochmal so zusammenbringen, weil ich das halt so toll finde, dass du dich so sehr abgrenzt dadurch auch zu diesen, ich meine das jetzt immer nicht despektierlich, aber zu diesen, sagen wir mal, Vagusnerv-Influencern, die halt einfach das Grundwissen nicht haben. Und das macht dich ja da so auch sehr unique, finde ich, in diesem, was du einfach präsentierst, ne? Also danke dafür, deine wertvolle Arbeit, weil ich das einfach fantastisch finde. Und ich merke das ja immer, wenn wir uns jetzt so austauschen, solange kennen wir uns ja noch nicht, aber ich hoffe, wir intensivieren das in der Zukunft auch. Und vielleicht machen wir auch nochmal eine Folge, in der wir auf bestimmte Themen nochmal eingehen. Also da dürft ihr uns gerne in die Kommentare natürlich schreiben, was euch hier besonders interessiert oder euch auch gefehlt hat. Dass wir da nochmal tiefer eintauchen. Ich finde das so wertvoll, dass du da einfach so viel teilst und du bist ja auch so ein Dorazell-Häschen, glaube ich. Du bist ja auch so an so vielen Dingen dran und so gefühlt Stillstand ist Rückschritt. Irgendwie gibt es immer eine neue Idee und du entwickelst ja auch dein System immer weiter. Und das finde ich halt auch so cool.

SPEAKER_01

Ja.

SPEAKER_00

Total spannend. Also ja, danke erstmal dafür, dass du nochmal das zusammengefasst hast. Ich hoffe, ich habe es alles auch in deinem Sinne richtig wiedergegeben. Aber ich dachte, bevor wir jetzt nochmal so auf dieses Reitsdarmt-Thema nochmal einmal kurz schwenken, dass wir das nur nochmal zusammenfassen, weil das, was du alles gesagt hast oder worüber wir gesprochen haben, das ist ja jetzt nicht für Reitsdarm relevant. Im Gegenteil, das ist ja für jeden Menschen, egal wie der dasteht, ist das ja erstmal die Grundlage und das passt ja für jeden sozusagen oder ist wichtig für jeden Menschen. Was ich gerne nur nochmal wissen wollte, nur nochmal kurz von dir, vielleicht hast du da nochmal so einen Gedanken wie über Reizdarm und Nervensystem, können wir jetzt auch nochmal drei Stunden sprechen. Machen wir jetzt nicht angesichts der Zeit. Vielleicht können wir das nochmal so kurz und knackig irgendwie auf den Punkt bringen. Und vielleicht kannst du aus deiner Warte mal aus dem Bauchgefühl raus so sagen, was sollten denn deiner Meinung nach speziell jetzt Darmmenschen, die irgendwas haben mit dem Darm, ob das jetzt eine Fehbesiedlung ist, eine Histaminintolerz oder irgendwie Reizdarm im weitesten Sinne, die damit zu tun haben, was sollten die unbedingt und auf jeden Fall nochmal besonders beachten? Was sollten die über den Zusammenhang zwischen Darm und Nervensystem wissen? Was von den Dingen, die wir vielleicht noch nicht besprochen haben, würdest du da gerne noch platzieren? Was könnte da noch einen Mehrwert schaffen?

SPEAKER_01

Ich glaube, gerade für Menschen, wo es wirklich um das Thema Verdauung, Stoffwechsel geht, ist es einfach nochmal ganz wichtig. Und das hatten wir so noch nicht angesprochen. Es war kurz in einem dieser englischen Begriffe, war es kurz drin, Resident Digest, habe ich gesagt. Und das müssen wir nochmal ein bisschen vertiefen, um jetzt hier wirklich auch für dein Publikum dann den Bogen schlagen zu können. Es ist tatsächlich so, dass wir weder im Zustand von Sympathikusaktivierung, also Mobilisierung, aktiv sein machen rennen, noch im Zustand von Freeze oder Shutdown in der Lage sind, überhaupt Anständige zu verdauen. Und das hat einen Grund. Also nur ganz oben auf der Leiter ist es tatsächlich möglich, dass wir optimal Verdown und Stoffwechsel haben. Und es ist eben so, dass diese anderen Zustände, der Aktivierungszustand, der Freeze, der Shutdown-Zustand, das sind Zustände, wo entweder Energie für was anderes benötigt wird, also in der Aktivierung, ich bin jetzt aktiviert, wir reden miteinander, ich muss mich fokussieren, ich rede viel mit meinen Händen, ich aktiviere jetzt Energie in eine andere Richtung. Das heißt, mein System, das eben ein endliches Energiekonto hat, muss haushalten. Das bedeutet, es wird Energie rausgenommen aus Prozessen, die jetzt gerade nicht sind. notwendig sind. Und ich muss jetzt gerade mein Essen nicht verdauen, während ich mit dir spreche. Und genauso wenig muss ich mein Essen verdauen, während ich von dem Lkw geschnitten werde. Und darum wird eben wirklich Energie bereitgestellt aus allen Systemen, die wir gerade nicht brauchen. Und Verdauen ist eins davon. Und im Zustand von Shutdown oder eben auch im Freeze-Zustand ist es eben so, dass das System ganz klar sagt, das ist schön und Verdauen wäre jetzt super, aber wir haben nicht genug Energie dafür. Wir müssen die überlebensnotwendigen Funktionen jetzt am Laufen halten. Und das heißt, automatisch wird hier auch gedrosselt. Und gedrosselt bedeutet, wir bekommen Motilitätsstörungen. Also sowohl die Entleerung des Magens als auch eben die Bewegung des Darms nach unten funktioniert nicht mehr optimal. Aber das braucht wahnsinnig viel Energie. Der Darm muss durchblutet werden, der Darm ist ein Muskel, der muss sich bewegen. Der Magen ist ein Muskel, der muss sich bewegen, da wird die Energie rausgeholt. Verdauungzyme werden eben nicht mehr produziert, weil auch das kostet Energie, neue Verdauungsenzyme zu produzieren. Das heißt, es wird bedrosselt. Selbst wenn ich jetzt Essen in den Magen schmeiße und in den dünnen Darm, dann kann es sein, dass das nicht optimal verdaut wird und mein Körper da gar keine Energie rausziehen kann, weil die Enzyme fehlen und es bleibt halt alles da liegen und gleitet dann da so vor sich hin und macht Beschwerden. Also im Zustand sowohl von Aktivierung als auch im Zustand von Freeze oder Shutdown, da ist Verdauung nicht optimal bis zu gar nicht möglich. Es ist nie im Körper, der Körper ist ein komplexes System, es ist nie ein Alles- oder Nichts-Prinzip, sondern es gibt Stufen von Grau, aber es ist von nicht optimal bis gar nicht möglich, eine ganze breite Facette da. Und wenn du dir jetzt vorstellst, ich schmeiß was in meinen Magen rein und der Magen entleert sich nicht schnell genug. Da ist auch gar nicht genug Magensäure, um das überhaupt aufzuschalten. Das rutscht irgendwie so in meinen dünnen Darm, da sind keine Verdauungsenzyme. Der ganze Klotzt bleibt dann da irgendwie so halb an verdaut, verwest rutscht in meinen Dickdarm. Ja, was wird da wahrscheinlich passiert? Wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit Ablähungen bekommen, weil eben Fermentation, nicht natürliche Bakterienfermentation, sondern eben Fermentation von Zeug, was zu lange in dem Abschnitt bleibt, also Verwesung, Vergehrung stattfindet. Das macht Ablähungen, das macht einen aufgeblähten Bauch, wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit Schmerzen bekommen, wir werden ein Gefühl von Klotz im Bauch haben, ganz viele Symptome, die wir eben bei einem Reizdarm-Syndrom sehen, die damit zusammenhängen können, dass wir eben dauerhaft in diesem einen oder anderen Modus festhängen oder ständig inzwischen hin und her springen. Oder wenn es eben andere Gründe gibt und da an der Baustelle arbeitest du ja ganz viel. Wenn wir eine Fehlbesiedelung haben, wenn wir Antibiotika bekommen haben and deswegen eben unsere natürliche Flora nicht mehr optimal funktioniert, wenn es ganz viele andere Gründe gibt. And then kommt oben drauf, dass wir ständig noch in diesem Modus mit drin hängen, wird halt der Grund, der vorher da gewesen ist, noch zusätzlich verstärkt. Also ein dysreguliertes Nervensystem kann selber die Ursache sein für Magen-Darm-Beschwerden, die chronisch sind und eben auch Beschwerden, die woanders herrühren, massivst verstärken. Und das muss man einfach von vornherein wissen, weil ich kann die tollsten Ernährungsformen machen, ich kann die besten Supplements nehmen, ich kann alles machen, was nötig ist. Wenn mein System nicht verdauen kann, weil ich immer noch im Stressmodus festhänge, dann bringt das alles nicht sehr viel. Und darum ist eben auch deine Arbeit so wichtig, die eben als eine der Säulen ja hat auch wirklich das Nervensystem. Und wie gehe ich wirklich mit meiner Anspannung und Entspannung um? Weil nur dann kann alles andere, was ich mache, überhaupt wirken. Und sonst gerate ich einfach in diesen Strudel von, und das vertrage ich nicht und das vertrage ich nicht. Und das ist ganz spannend. In der Folge, die wir für deinen Podcast aufgenommen haben, hattest du ja auch gesagt, und an manchen Tagen verträgt man das und an anderen Tagen verträgt man das nicht. Ja, an manchen Tagen war das Nervensystem vielleicht in einem Zustand, wo es wenigstens ein bisschen Verdauung zugelassen hat, dann hat man das vertragen und am nächsten Tag war man im Shutdown und dann konnte man es nicht mehr vertragen. Und darum ist es eben so unendlich wichtig, das wirklich zu verstehen, dass das Nervensystem nicht nur zufällig irgendwie auch da ist, sondern ohne ein reguliertes Nervensystem, das dann eben wirklich selber auch in diesen Zustand zurückkommen kann, wo Regeneration, Regulation und Verdauung möglich sind, dass nur dann wirklich auch ich mich da rausbewegen kann. Und darum darf diese sechste Säule in deiner Arbeit halt nie vergessen werden.

SPEAKER_00

Ja, danke, dass du es nochmal so klar sagst. Ich werde ab jetzt immer sagen, liebe Menschen, denen es so schwierig ist zu vermitteln, wie doll das Nervensystem hineinspielt und die sich so doll auf das Körperliche stürzen, was ich verstehen kann. Den werde ich immer sagen, hört euch bitte meine Folge mit der lieben Nadine an. Mit der lieben Frau Dr. Nadine Webering, die als Neurologin und vieles mehr euch aus all ihrer Expertise nochmal sagt, dort in dieser Folge, dass das Nervensystem wirklich ausreichen kann, in Anführungsstrichen, um Beschwerden hervorzurufen oder sie auch am Verschwinden zu hindern. Und wie sehr es sich lohnt, an dieser Säule oder in diesem Bereich zu arbeiten. Und du hast gerade nochmal was ganz Wichtiges gesagt, fand ich, nochmal, ich muss wieder auf mein heute Learning des Tages zurück, auf das gefreezte Gas- und Bremsgestörte System sozusagen, was da so festhängt in diesem Zustand. Du hast gerade gesagt, auch in diesem Modus und im Shutdown, in dem man ja gefühlt sich ja voll entspannt hat gerade, funktioniert das nicht. Und das ist ja nochmal so ein scheinbares Paradoxon, weil wir ja häufig sagen, und ich glaube, es ist auch erstmal nicht grundfalsch, aber ich sage auch vielen Menschen immer, Mensch, guck doch mal, dieser Begriff Achtsamkeit ist jetzt ein bisschen sehr ausgelutscht, aber versuch doch mal im Sinne von zu essen und nur zu essen und nicht dabei Fernsehen quatschen, bla bla bla, sondern versuch doch mal bitte dich achtsam in Anführungsstrichen aufs Essen zu konzentrieren. Mach's dir schön, guck, dass du vorher vielleicht mal ein bisschen Tiefenatmung machst und dich einfach mal kurz einstimmst, mal ein bisschen in den Bauch atmest, deinen Darm mal ein bisschen aufwächst und erstmal sagst du, hey, es gibt jetzt Essen, so jetzt beobacht, wir machen jetzt mal was Neues, raus aus dem Stressmodus so ungefähr, irgendwie Rahmenbedingungen für Verdauung schaffen, nenne ich das jetzt mal. Das ist jetzt sehr platt gedacht, aber bevor man irgendwie gar nichts macht, war so die Idee, so irgendwie so ein Setting zu finden, dass der Körper zumindest mal so mitkriegt, so jetzt geht es übrigens ans Essen, so weil irgendwann müssen wir das ja machen. Und für die Menschen, die dann immer sagen, so nee, an meinem Nervensystem kann es nicht, weil ich habe jetzt dreimal geatmet vorm Essen und ich meditiere übrigens jeden Tag und mittwochs mache ich immer Yoga. Also mein Nervensystem kann es nicht sein. Das ist, ich übertrei das jetzt oder eigentlich ehrlich gesagt nicht, aber das höre ich total oft. Was sage ich denn diesen Menschen, die sagen, mein Nervensystem kann es nicht sein, ich habe doch jetzt schon geatmet und ich esse immer ganz ruhig und ich mache einmal die Woche Yoga und jeden Abend meditiere ich.

SPEAKER_01

Die wird ich und ich glaube, das ist die schönste Art und Weise, jemanden dafür bewusst zu machen, dass es vielleicht doch am Nervensystem liegen kann, die würde ich halt tatsächlich mal fragen, wie es ihnen denn vor dem Essen geht und wie es ihnen nach dem Essen geht. Und nicht, wie geht es dir im Sinne von, ja, ich war traurig, ich war glücklich, ich war müde. Also nicht Emotionen, sondern wirklich, wie geht es denn deinem Körper, bevor du gegessen hast, wie geht es deinem Körper, nachdem du gegessen hast, denn das ist eben immer ein ganz harter Indikator dafür, wenn die Menschen das nicht sagen können, oder einfach dieses Pauschale von ja, nach dem Essen geht es mir immer schlecht bekommen, dass sie eben tatsächlich wirklich nicht mit einem regulierten Nervensystem leben. Denn ein Nervensystem, das reguliert ist, also in alle Richtungen abweichen kann, das hat eben eine sehr gute Interozeption. Die können dann eben wirklich, ohne dass sie jetzt dreimal atmen müssen, einfach ganz klar sagen, gestern habe ich total gestresst gegessen, mein Herz hat irgendwie viel schneller geschlagen und meine Nackenhaare haben sich hochgestellt und mir war auch ein bisschen heiß und irgendwie, aber ich musste schnell, weil da musste ich weiter, aber und danach hatte ich einen Plotz im Bauch. Und wenn sowas passiert, dann weiß ich immer, okay, ja, da ist das Nervensystem definitiv mit an Bord. Wenn mir jemand sagt, ja, aber ich habe dreimal geatmet und mir aber nicht beantworten kann, die ging es dir eigentlich vor dem Essen, dann liegt es meistens daran, dass eben dreimal Atmen nicht gereicht hat und einmal die Woche zu gehen, oft auch nicht. Und dass es eben wirklich wieder darum geht, okay, innerhalb gefühlt, wie geht es mir wirklich? Und das nicht im Sinne von, ich muss jetzt stundenlang sitzen und mich fragen, wie sich das anhört, weil wenn ich verlernt habe, diese Sprache zu sprechen, dann kommt die nicht wieder durch erzwingen. Ich kann das nicht mit Disziplin wieder erarbeiten, sondern wirklich dadurch, dass ich eben mich darauf einlasse, mit mir zu sein und einfach zu gucken, was da ist. Also wie bei solchen Übungen, wie wir vonhin hatten, mit dem Beckenkreis und dann sich das anfühlt. Oder wie ich in der engematte liege und dann merke, oh Gott, ich kann überhaupt gar nicht. Oh, und wie fühlt sich das in meinem Körper an? Also so oft wie ich mich am Tag frage, oh, und wie fühlt sich das jetzt in meinem Körper an? Einfach aus dieser Neugierde heraus, weil ich dann wieder eine Kleinigkeit mehr bei mich mache.

SPEAKER_00

Die Vorscherbrille, ja.

SPEAKER_01

Ja.

SPEAKER_00

Ja, das ist ein super, also noch nicht die Lösung vielleicht, aber ein Arbeitsauftrag in Anführungszeichen oder einen Impuls, den man mal mitnehmen kann, diese Interozeption, dieses Bauchgefühl wieder mehr hervorzukitzeln, sich öfter mal zu fragen, wie geht es mit denen eigentlich, nicht zu verzweifeln, wenn man es nicht gleich beantworten kann, sondern neugierig weiterzuforschen und einfach zu sagen, oh spannend, ich kann es gar nicht sagen. Ja, interessant, frage ich mich nachher nochmal. Und dann weiterzugucken und vielleicht das auch mal aufzuschreiben, dass man einfach für sich mal so ein bisschen besser einschätzen lernt, hat man das, hat man das nicht, wann hat man es mehr, wann hat man es weniger, wie wird es vielleicht sich entwickeln? Und das mal vielleicht mitzunehmen, und jetzt bin ich schon fast dabei, dich hoffentlich zu verhaften für eine nächste Folge, denn dann würde ich das so gerne als Cliffhanger mitnehmen. Denn jetzt fragen sich natürlich alle und sagen so, ja, ja, das habe ich auch. Mir geht es nämlich genau so wie dir in der Hängematte in dem gestressten Beispiel, was du beschrieben hast. Aber wie komme ich jetzt raus? Was mache ich jetzt? Wie gehe ich damit um? Also die Lösung des Ganzen, das würde heute so ein bisschen den Rahmen sprengen, aber ich würde so gerne als Cliffhanger mitnehmen, als Idee für, ey, und genau da geht die Reise erst so richtig los. Und genau darf man tiefer eintauchen, vielleicht auch mit dir tiefer eintauchen, nämlich in die Lösung im Sinne von dem Loslassen, die Lösung des Ganzen, um sich wieder entspannt in der Hängematte wiederzufinden und nicht den Freund dabei anzuschreien oder die Hunde genervt zu finden. Denn da geht ja ganz viel. Du hast uns ja heute erstmal so einen kleinen Einblick gegeben, einfach nur, dass man mal ein Gefühl dafür bekommt, worum geht es in dem Thema, wie wichtig ist das, wo kann man da hindenken, welche Relevanz hat es jetzt speziell auch für diesen Bereich Darmgesundheit oder Reiz, Darmfehlbesiedlung? Und da haben wir jetzt ja so ein riesen neues Level aufgemacht, eigentlich in das wir noch nicht eingetreten sind. Wie kann man denn jetzt aber da speziell nochmal damit umgehen, wenn man jetzt merkt, boah, das bin ja ich. Also das wäre wunderschön, wenn wir uns irgendwann vielleicht nochmal demnächst verabreden könnten für eine Fortsetzung zum Thema, da können wir dann direkt aufsetzen auf allem, was wir heute gesprochen haben, zum Thema Reizdam. Das würde mich nochmal total interessieren. Und vielleicht ist ja auch die Idee ganz gut, dass alle, die das hören, sehen heute, nochmal schön ihre Fragen reinschreiben in die Kommentare. Dann können wir da gleich nochmal draus schöpfen. Denn für dich und für mich ist ja beide immer auch interessant und wichtig, was denkt die Community, wo gibt es Missing Links, was haben wir vielleicht noch nicht gut erklärt und wo ist einfach noch ein großes Fragezeichen im Kopf. Also wenn du da Lust drauf hast, würde ich mich total freuen.

SPEAKER_01

Von Herzen gern und ja, es ist einfach so wichtig, auch in dieser Kommunikation zu bleiben. Weil für mich ist es so, ja, für mich ist es halt normal, das ist jetzt meine Sprache und es ist für mich so selbstverständlich und wenn das jemand jetzt hört und der ist noch nicht in meinem Orbit und weiß noch nicht, worüber ich wirklich rede und hat noch keins meiner Programme gemacht und wie auch immer, dann ist es vielleicht alles böhmische Dörfer. Und das kann ich ja, du siehst, ich rede gerne und viel und erkläre auch viel. Ich kann auch böhmische Dörfer total gut auflösen. Das Problem ist meistens, dass ich sie ja selber nicht mehr sehe. Und deswegen bitte, bitte, bitte kommentieren. Das finde ich großartig. Da freue ich mich drüber und ich komme von Herzen gerne wieder. Denn das fängt es jetzt auch so an wie, okay, jetzt haben wir die Tür ganz weit aufgerissen, jetzt aber Zeit, dass wir auch durchgehen und dann die Lösung anbieten.

SPEAKER_00

Ja, das ist total spannend. Dann danke ich dir auf jeden Fall auch dafür von Herzen, dass du dich da bereit erklärst. Da finden wir bald einen Termin, denn ich kann mir vorstellen, dieses Thema ist für so, so viele Menschen relevant. Ich glaube fast für jeden oder die wenigsten haben es, glaube ich, schon geschafft, sozusagen, da das Ganze zu meistern. Das heißt, wir können da alles so viel mitnehmen und du erklärst es einfach so schön. Ich glaube nicht, dass es viele bullische Dörfer waren übrigens. Ich glaube nur einfach, es ist so spannend, es gibt noch so viel mehr Dörfer, die man da besuchen kann auf der Reise. Das heißt, da dürfen wir auf jeden Fall gerne nochmal hingucken und wie gesagt, schaut euch gerne Nadins Inhalte an. Wir verlinken das alles und für heute, denke ich, haben wir da erstmal eine runde Sache draus gemacht. Nadine, gibt es noch irgendwas, was du loswerden willst oder hast du auch das Gefühl, eigentlich haben wir es für heute erwischt?

SPEAKER_01

Ja, doch. Für mich fühlt es sich rund an. Was ich eigentlich ganz generell immer sage, egal wo ich rede und was ich mache, ist, wenn du jetzt aus diesem Gespräch rauskommst und du hast auf der einen Seite das Gefühl von, oh mein Gott, das ist es, und oh mein Gott, was hat sie eigentlich gesagt? Denn das ist ja so der Standard. Man hat das Gefühl, das hat mich jetzt total berührt und das war aber alles so komplex, dass man es nicht erinnern kann. Dann komm nicht auf die Idee, dir die Folge jetzt nochmal anzuhören, sondern lass einfach sacken, weil das das Wichtige ist in diesem Moment. Das bleibt tatsächlich immer hängen. Und von da kann man sich dann einfach weiterentwickeln und nicht dieses Gefühl haben von ich muss jetzt sofort losrennen und konsumieren. Wir sprechen da von Integration. Lass dich das erstmal integrieren und dann kristallisiert sich für dich heraus, was wirklich jetzt gerade ganz individuell wichtig ist und da guck dann einfach weiter.

SPEAKER_00

Oh, danke, dass du das nochmal gesagt hast. Das werde ich für mich jetzt auch mitnehmen, denn ich bin auch schon gedanklich auf den Sprung legst so, wie cool, ich muss mir jetzt nochmal tausend Podcasts von Nadine anhören. Nein, dann wäre mein Energiekonto leer nachher. Ich werde jetzt das integrieren, sacken lassen und gucken, was heute Abend oder morgen hochploppt und dann da nochmal nachgucken. Also danke, dass du mir gerade auch ein wenig mehr Leichtigkeit für den Rest des Tages gleich noch mitgegeben hast. Ja, perfekt. Ein wunderschönes Ende. Vielen Dank, liebe Nadine. Wir hören, sehen wir uns bald wieder und ja, danke für deine wertvolle Arbeit und für dein Sein und Wirken.

SPEAKER_01

Vielen, vielen Dank. Bis ganz bald.

SPEAKER_00

Bis dann. Tschüss.