Einfach Projekte

Mandat statt Märchen: Warum Matrix-Projekte ohne Klarheit sterben

Jörg Tausendfreund

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Versprichst du Ergebnisse, für die dir das Mandat fehlt? Wir gehen dorthin, wo Matrix-Projekte oft scheitern: nicht an Tools oder Talenten, sondern an fehlender Steuerbarkeit. Wir zeigen, wie du Machthebel sichtbar machst, Verbindlichkeit schaffst und mit klaren Eskalationen Tempo sicherst, ohne auf Heldentum oder Methodenkriege zu setzen.

Wir starten mit einer Kickoff-Szene, die vielen bekannt vorkommt: Zusagen klingen gut, doch im Kalender sterben sie. Daraus leiten wir den Kern ab: Ein belastbares Mandat beantwortet, wofür du Verantwortung tragen darfst, definiert Entscheidungsrechte, Eskalationspfade, Zeitboxen und echte Ressourcencommitments. Danach kartieren wir die fünf stabilen Machthebel der Matrix – Ressourcen, Prioritäten, Budget, Abnahmen und Karriere – und nutzen einen schnellen Selbsttest, um Governance-Lücken sofort zu erkennen. So wird klar, warum Kommunikationstrainings ohne klare Rechte nur Pflaster sind.

Auf dieser Basis bauen wir ein praktisches Modell aus vier Teilen: Mandat als Rahmen, Währungen als Tauschlogik für Kooperation, Verbindlichkeit als Antinebel-Maßnahme und Eskalation als Hygiene. Wir teilen konkrete Fragen für deine 1:1s, mit denen du rationale Anreize statt Moralappelle setzt, und einfache Routinen wie Commitments statt Statuspoesie, Entscheidungslog mit Owner und Konsequenzen sowie Kapazitätsklarheit in Prozent und Zeit. Außerdem etablieren wir einen Sponsor-Service-Level: Bleibt ein Zielkonflikt fünf Arbeitstage offen, entscheidet der Sponsor.

Damit das nicht Theorie bleibt, packen wir alles in einen Mandat-One-Pager: sechs Felder für Mandat, Machtlandkarte, Währungen, Verbindlichkeit, Eskalation und klare Brennsätze, die Konflikte erwachsen machen. Der smarte Move zum Schluss: ein Kickoff vor dem Kickoff mit Sponsor und Linie, um Auftrag, Nichtziele, Top-Entscheidungen, Ressourcen, Eskalationspfade und die Priorität zum Tagesgeschäft vorab festzuziehen. So lieferst du statt zu hoffen.

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Problemaufriss: Verantwortung Ohne Hebel

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Hey, eine ernsthafte Frage an dich. Wie oft sollst du im Projekt liefern? Aber sobald du entscheiden willst, heißt es plötzlich, das darfst du nicht. Ist Linie, ist Gremium, ist später. Und dann beginnt das stille Spiel. Du moderierst, erklärst und baust Pläne und merkst, du führst eigentlich nicht, du verwaltest den Mangel. Das ist kein Du musst dich mehr durchsetzen-Problem. Das ist ein Mandatsproblem. Und heute geht es um Mandat statt Märchen. Um Matrix-Projekte, um Macht, nicht als Ego-Nummer, sondern als Hebel. Damit Projekte nicht nur laufen, sondern liefern. Sei dabei. Herzlich willkommen bei Einfach Projekten. Mein Name ist Johtausendfreund und du kannst hier für deine Projektarbeit Strategien, Ansätze und Tipps bekommen. Vor allem immer im Klartext gesprochen. Und für dich, damit du direkt was damit anfangen kannst. Ist einfach dabei. Herzlich willkommen bei Einfach Projekte. Und ich bin wieder im virtuellen Projekt Office. Und in dieser Folge heute, und ich sag's gleich, das ist eine Folge, die vielen Projektleitungen aus der Seele sprechen wird und vielen Führungskräften einen Spiegel hinhält. Weil es um etwas geht, das in Matrix-Organisationen permanent passiert, aber selten sauber ausgesprochen wird. Du sollst Verantwortung übernehmen und du sollst Ergebnisse liefern. Du sollst Termine halten, aber die Hebel, Ressourcen, Prioritäten, Budget, Entscheidungen liegen woanders. Und dann wird aus einem Steuerbarkeitsproblem ganz schnell ein Kommunikationsproblem gemacht. Dann heißt es, da müsst ihr besser miteinander reden. Oder die Projektleitung braucht mehr Durchsetzungsfähigkeit. Klammer auf, dann werden gerne Führungstrainings oder Moderationstrainings für Projektleitungen gemacht, Klammer zu. Kann alles helfen, kann alles stimmen. Aber es lenkt oft vom Kern der Sache ab. Ohne Mandat führst du nicht, sondern du moderierst einfach nur den Mangel. Und mein Versprechen für diese Folge ist ganz einfach. Wenn du bis zum Ende dran bleibst, hast du zwei Dinge. Erstens, du kannst sauber benennen, warum Matrix-Projekte so oft C werden, obwohl alle kompetent sind. Und zweitens, du hast ein Werkzeug, eine Seite, mit der du am Montag mehr Steuerbarkeit hinbekommst, ganz ohne Theater. Und ich verspreche dir, kein Methodenkrieg, kein mach jetzt alles irgendwie mit Scrum oder mach jetzt alles mit Wasserfall. Heute geht es um Handwerk, es geht um Klarheit und um Entscheidbarkeit. Und ich nehme dich jetzt einfach mal mit in eine Szene, die du vielleicht kennst. Kickoff, wieder mal im Projekt Phoenix. Mittelstand, nichts Abgehobenes, ein Projekt, das halt wirklich liefern muss. Im Raum, du als Projektleitung, ein Sponsor, zwei Linienführungskräfte, jemand aus IT und jemand aus dem Fachbereich. Und die Stimmung ist erstmal gut. Alle wollen ja wirklich. Es wird präsentiert, was das Projekt erreichen soll, Meilensteine, grober Plan, Abhängigkeiten. Alles wirkt echt professionell. Und dann kommt dieser Moment, den wirklich fast jeder kennt. Du sagst, damit wir das hinbekommen, brauche ich von euch zwei Dinge. Erstens Kapazität von Rolle X, mindestens 40% für die nächsten acht Wochen. Und zweitens Entscheidungskompetenz bei den Top-Themen A, B und C mit einer ganz klaren Frist. Und dann sagt jemand diesen Satz, der in der Matrix total harmlos klingt, aber Projekte tötet. Klar! Wir unterstützen. Nur wie, wie viel, wie lange und was passiert, wenn das Tagesgeschäft knallt und wer entscheidet beim Konflikt, das wird nicht geklärt. Weil es ungemütlich ist, weil man nicht gleich zu Beginn hart wirken will und weil man Harmonie will. Wir verstehen uns ja alle so gut. Und dann passiert das Typische. Man macht weiter, man schreibt ein Protokoll, man plant, man startet. Zwei Wochen später ist die Zusage tot. Nicht auf dem Papier, im Kalender. Leider noch keine Kapazität. Ist gerade im Kundenfeuer. Muss ich priorisieren. Können wir nächsten Monat erledigen. Und lauter so ähnliche Sätze hörst du dann mit ganz feiner Regelmäßigkeit. Und du sitzt da mit Projektplan und Anspruch und merkst, hm, also der Plan ist nicht falsch. Er ist nur nicht steuerbar. Weil das Projekt nie ein Mandat hatte, das diesen Satz unmöglich macht. Leider doch keine Kapazität. Und genau hier kippt Projektleitung in den falschen Modus. Retten, kompensieren, hin und her telefonieren, nacharbeiten und irgendwann wird aus Projektleitung irgendwie sowas wie Konfliktentsorgung oder Konfliktschiedsstelle. Und ich sage es dir hier ganz offen. Das ist nicht Heldentum, das ist purer Systemverschweiß. Merksatz: Ohne Mandat führst du nicht, du moderierst nur den Mangel. Und jetzt schauen wir uns an, warum das kein persönliches Problem ist, also kein persönliches Problem von der Projektleitung, sondern Struktur. Und wir gucken uns einfach mal den berühmten Elefanten im Raum an. Und zwar in Matrix-Organisationen wird Verantwortung gern geteilt. Entscheidungsrechte leider auch, nur eben nicht sauber. Und das ist für ein Projekt relativ ungünstig. Weil das Ergebnis ziemlich stabil ist. Entscheidungsdruck liegt im Projekt. Ressourcenkontrolle liegt in der Linie. Prioritäten können oben gedreht werden. Budget entscheidet, ob du Tempo bekommst oder Theater. Und vielleicht noch ein paar andere Dinge mehr mit dazu. Aber das sind so die Wesentlichen. Und wenn es dann knirscht, wird aus einem Steuerbarkeitsproblem ein Du musst besser kommunizieren-Problem. Das hört man dann so im Statusmeeting oder in der einen oder anderen Rücksprache. Das ist natürlich sehr bequem, vor allem fürs System, weil man dann am System nichts ändern muss. Und man schickt die Projektleitung ins Training. Nochmal, Training ist nicht falsch. Aber Training ohne Governance ist oft wie ein Pflaster auf einem offenen Beinbruch. Das sieht tatsächlich nach Fürsorge aus, trägt aber nicht dazu bei, dass es besser wird. Und heilt das Ganze schon gar nicht. Und jetzt er kann. Der viele befreit übrigens, weil er das Problem richtig einsortiert. Projektleitung ohne Mandat ist wie Autofahren ohne Bremse. Du bist in Bewegung, du bist beschäftigt, aber du bist nicht steuerbar. Und steuerbar heißt hier nicht, du bestimmst alles. Steuerbar heißt, du hast klare Rechte, klare Fristen, klare Eskalation, klare Konsequenzen. Also du hast das, was man ein Mandat nennt. Das sollte übrigens in jeder Projektorganisation ziemlich gut definiert sein. Und wenn es nicht grundsätzlich in eurem Projektmanagement-Handbuch definiert ist, dann sollte man es pro Projekt definieren. Was heißt Mandat wirklich jetzt? Mandat ist nicht irgendwie ein hübsches Dokument, könnten wir ja gleich sagen. Dann machen wir irgendwie so ein Dokument und hat eh keine Wirkung. Sondern Mandat ist die Antwort auf folgende Frage. Wofür darf ich Verantwortung übernehmen und wofür nicht? Eigentlich ganz einfach. Eigentlich total banal und müsste eigentlich allen klar sein, die sich damit beschäftigen, was ist ein Projekt, wofür machen wir ein Projekt und welche Rolle hat eigentlich die Projektleitung. Und ein belastbares Mandat erklärt mindestens Auftrag- und Erfolgskriterien. Also im weitesten Sinne Zielsetzung, gerne gut und genau beschrieben, inklusive der sogenannten Nichtziele. Der nächste Punkt sind dann die Entscheidungsrechte. Also was darf die Projektleitung entscheiden und was nicht. Und das ist auch total wichtig. Du musst doch als Projektleitung wissen, wo ist meine Grenze oder andersrum. Es ist ja nicht die Aufgabe der Projektleitung, alles zu entscheiden, sondern Entscheidungen zu treffen im Rahmen des Mandats, Schrägstrich des Projektauftrags. Und in diesem Rahmen bewege ich mich und alles, was darüber hinausgeht, nach rechts, links, oben, unten, das kann ich eben nicht entscheiden. Und das ist voll fein. Das muss einfach nur klar sein. Der dritte Punkt oder das dritte, was geregelt sein müsste, ist der sogenannte Eskalationspfad und dann im Idealfall auch noch die Zeitbox. Also quasi, wann wird aus Klärung Entscheidungen? Übrigens, also auch wieder No-Brainer an der Stelle. Lohnt sich eigentlich theoretisch gar nicht drüber zu sprechen. Natürlich müssen fürs Projekt, weil wir in der Matrix arbeiten, Eskalationspfade vordefiniert und ein Klarsein. Das ist noch das nächste. Also nicht nur irgendwo aufgeschrieben, sondern alle müssen dazu abgeholt sein und dann weiß wieder jeder, wann was passiert, in Anführungsstrichen. Dann braucht es so etwas ähnliches wie ein Sponsor-Service-Level, also eine Reaktionszeit bei Konflikt. Also das Einzige, was im Projekt ja nicht anhält, ist die Zeit. Das heißt, wenn ich einen Konflikt habe oder wenn ich eine Entscheidung in einer Situation brauche, dann brauche ich die im Regelfall halt dann, wenn ich es sage und nicht vier Wochen später. Weil vier Wochen später kann eine Entscheidung, die heute richtig ist, schon wieder falsch sein. Und last but not least ist natürlich das Ressourcencommitment. Das heißt, also ganz banal, wer, wie viel, wie lange und was mache ich bei einem Engpass. Übrigens, wenn das nicht geregelt ist für alle Projektträumer da draußen, dann erübrigt sich ohnehin jeder Plan. Beziehungsweise, wie soll ich dann einen Plan erstellen, wie soll ich dann einen Plan kalkulieren, wenn die Ressourcen mir nicht committed sind oder wenn die Ressourcen nicht committed werden können. Sonst kann ich doch gar nichts machen, berechnen oder sonst irgendwas. Dann ist der Projektplan, und sorry, wenn ich das so hart hier sage, von vornherein einfach nur Quatsch und Makulatur. Und wenn das in der Organisation nicht geht, dann habt ihr einfach ein ganz anderes Problem und dann macht ihr einfach auch nur Projektfush. Ist so, kann auch fein sein, aber ist mit Sicherheit nicht das, was dazu führt, in der heutigen Zeit Projekte zügig und erfolgreich durch die Organisation zu bringen und damit die Organisation nach vorne zu bringen. So, nachdem ich das jetzt gesagt habe, nochmal zurück zum Mandat. Wenn du alles aushandeln musst, dann killt dich sozusagen die Matrix. Und dann während dem laufenden Projekt, da gehst du kaputt. Und bevor wir zu den Hebeln kommen, also zu dem, was getan werden kann, musst du eine Sache verstehen, die viele unterschätzen. Übrigens, du musst natürlich gar nichts, aber es wäre total cool, wenn du das verstehen würdest. Macht in der Matrix ist selten eine Person. Macht steckt in Hebeln. Ja, und ich meine jetzt die Unternehmensmatrix und nicht die andere. Und wenn du die Hebel nicht kennst, dann handelst du einfach nur im Dunkeln. Und das muss ja klar sein. Und wenn wir uns das mal ein bisschen genauer anschauen, dann ist oder dann hat das ganz, ganz viel mit der sogenannten Macht-Landkarte zu tun. Und du musst Macht nicht mögen. Aber du solltest sie erkennen: in der Matrix ist Macht erstaunlich stabil in fünf Hebeln verankert, platziert, wie auch immer du das nennen willst. Das eine ist die sogenannte Ressourcenmacht. Also wer Menschen zuteilt, abzieht oder auch überlasten kann, also Überstunden und so weiter und so fort. Also wer Menschen zuteilen kann. Ressourcenmacht liegt übrigens ganz häufig in der Linie. Das zweite, der zweite Hebel ist die sogenannte Prioritätenmacht. Und bei der Prioritätenmacht geht es darum, wer kritisch zu optional drehen kann. Also wer kann die Prioritäten im Projekt oder in der gesamten Projektlandschaft verschieben. Das ist übrigens meistens irgendwo da oben angesiedelt. Also auf der Ebene der Sponsoren, der Geschäftsleitung oder andere Gremien, die sich damit beschaffen. Das nächste, das dritte ist die sogenannte Budgetmacht. Also Geld ist ja Tempo, Qualität, externe Hilfe und Puffer. Gehör da alles mit rein. Und die Budgetmacht, die liegt auch meistens irgendwo beim Steuerungskomitee, bei der Geschäftsleitung und so weiter. Also die könnt ihr das Budget freigeben. Das vierte ist die Abnahme und die Entscheidungsmacht. Das können irgendwelche Boards sein. Compliance spielt da häufig eine Rolle. Aber auch an ganz vielen Stellen oder in ganz vielen Aspekten natürlich der Kunde. Bei externen Kundenprojekten sowieso, aber auch bei internen Projekten ganz, ganz häufig der Kunde. Und der fünfte Hebel ist die sogenannte Karrieremacht. Und also wer bewertet die Menschen, die du im Projekt brauchst? Liegt auch ganz häufig in der Linie übrigens. Und jetzt mache ich mit dir einfach mal einen zwei Minuten Schnelltest. Also nicht irgendwie hochwissenschaftlich, sondern einfach nur mal ganz kurz, maximal ehrlich. Und beantworte die Fragen doch einfach quasi für dein Projekt? Du wirst ja wahrscheinlich eh gerade eins am Laufen haben. Ganz einfach, wer kann heute ohne großen Prozess Kapazität für dein Projekt freischaufeln? Zweite Frage, wer kann deinen Scope reduzieren oder aufblasen, ohne dass du gefragt wirst? Dritte Frage, wer kann mit einem Satz deinen Termin kippen? Vierte Frage, wer kann Budget freigeben oder einfrieren? Und fünfte Frage, wer bewertet die Schlüsselpersonen, die du im Projekt brauchst? Wahrscheinlich, also im Idealfall oder nicht nur wahrscheinlich, wirst du sofort zu allem eine Antwort haben. Wenn du bei diesen Fragen aber nur vage Antworten hast, dann ist das kein persönlicher Makel, sondern dann ist das ein Signal. Dann ist das ein Signal, dass diese Dinge nicht klar geregelt sind, beziehungsweise nicht transparent genug. Kann ja sein, dass sie geregelt sind. Sie wurden ja aber einfach nicht transparent gemacht. Und damit sind wir halt bei erst Machtlandkarte. Das, was wir gerade eben so durchgefragt haben, ist im Prinzip die Machtlandkarte, und dann der Projektplan. Denn sonst passiert halt genau das, was du kennst. Du verhandelst mit Menschen über Kooperation, ohne zu wissen, welche Hebel sie wirklich in der Hand haben. Und eventuell stellt sich dann halt raus, dass sie es vielleicht gern machen, liefern, möglich machen, was auch immer würden, aber dass sie es in der Realität gar nicht können. Dann hast du ein Problem an der Backe und die sind in der Zwickmühle. Auch nicht gut. Und jetzt kommt der Teil, in dem es für dich richtig praktisch werden kann, wenn du das magst. Also quasi die Klassiker aus der Matrix und was du jeweils konkret tun kannst. Und ich gebe dir jetzt ein Modell, das ich persönlich ganz gern mag, weil es irgendwie nicht nach Bürokratie und großem Auffasch riecht oder daherkommt, sondern das ist einfaches Handwerk, einfaches Projekthandwerk. Also nicht mehr kämpfen, sondern eher Mandat, Währungen, Verbindlichkeiten und Eskalation. Und ich gehe das mit dir so durch, dass du die Dinge gleich direkt in deinem Projekt anwenden kannst. Braucht natürlich immer so ein bisschen so einen Übertrag, aber das kriegst du hin. Also, Hebel 1, Mandat, also Rolle vs Wirksamkeit. Also Mandat ist ja der Unterricht, zwischen ich leite das Projekt und ich kann es steuern. Und wenn du nur einen Satz aus dieser Folge mitnimmst, dann bitte ohne Mandat führst du nicht, du moderierst nur den Mangel. Praktischer Satz an der Stelle, damit ich liefern kann, brauche ich klare Rechte. Was darf ich entscheiden, was nicht? Und wann eskalieren wir? Und übrigens natürlich, aber das war eh schon klar, woher? Und noch einer von diesen Sätzen, ich brauche Ressourcen als Vereinbarung, und zwar Prozent, also wie viel Kapa, Zeitraum und eine Engpassregel. Sonst ist es halt keine Zusage, sondern nur Hoffnung. Und wieder hier eine kleine Anmerkung. Die meisten Projekte werden eben mit Hoffnung geplant und danach gemanagt. Und genauso wird es dann halt auch. Hebel 2: Währungen. Also Kooperation ist Tausch und nicht Moral. Menschen helfen dir selten, weil du sie nett fragst. Vielleicht ist es schon mal aufgefallen. Sie helfen dir, wenn es für sie Sinn ergibt. Oder wenn es für sie riskant ist, dir nicht zu helfen. Oder, das gibt es natürlich tatsächlich auch, wenn sie dich mögen. Aber vor allem, wenn es für sie Sinn ergibt, wenn es für sie ein Risiko darstellt, wenn sie dir nicht helfen, dann wirst du eher Hilfe erhalten. Und jetzt kommt sozusagen dein Move, du verhandelst quasi Währungen statt Moral. Und das sind die Fragen, die du im Eins zu eins stellen kannst. Und da kann man doch einfach mal drüber reden. Woran wirst du gemessen und was darf dieses Projekt dir nicht kaputt machen? Das ist eine voll coole Frage, die ganz, ganz selten leider nur gestellt wird, wenn wir so im Einzelgespräch mit unseren Teammitgliedern oder auch mit anderen, die fürs Projekt relevant sind. Was ist gerade dein größtes Risiko? Zeit, Qualität, Sichtbarkeit, Ärger von oben, alles drin. Was wäre ein Gewinn für dich, wenn dieses Projekt funktioniert? Also das ist so ein bisschen die Antwort auf die Frage, was hast du davon, wenn es gut wird? Wäre ja total cool, wenn die Person, mit der ich da im Gespräch bin, auch was davon hat, wenn mein Projekt erfolgreich ist. Und letzte Frage wäre: Was brauchst du von mir, damit du hier mitgehen kannst? Das wäre auch was. Also wenn du darauf ehrliche Antworten kriegst, dann bist du schon 28,5 Schritte weiter. Übrigens, wieder so ein Satz an der Stelle. Ich will nicht, dass du mir hilfst, ich will, dass das für dich rational ist, mir zu helfen. Also nicht irgendwie Mitleid oder sonst irgendwas, sondern dass es für dich Sinn ergibt, mir zu helfen, dass du das sinnvoll findest. Und wenn die Person keinen Sinn sieht, dann braucht es entweder einen Sinnstifter oder irgendwas anderes, damit das da vorangeht. Hebel Nummer 3, Verbindlichkeit, also Kontrolle ohne Linienmacht. Herzlich willkommen im Projekt. Verbindlichkeit ersetzt formale Macht natürlich nicht. Aber sie ersetzt das, was Projekte eh am meisten killt, und zwar Nebel. Also nicht genug Transparenz, nicht genug Wissen, nicht genug Durchblick. Und ich habe da drei simple Ansätze für dich, wie du das fast immer gut geregelt bekommen kannst. Erster Ansatz, Commitment statt Status. Also jede Runde endet mit Zusagen, wer was bis wann irgendwie macht und wir ergehen uns weniger in Statuspoesie. Das ist eh Quatsch. Also wenn wir uns schon treffen, dann geht es vor allem darum, wie machen wir weiter und wer übernimmt Verantwortung für was. Übrigens, aber das weißt du ja, Menschen, die im Meeting nicht mit dabei sind, können keine neue, andere oder wie auch immer Aufgabe bekommen, weil sie können dir keine vernünftige Antwort auf das bis wann geben. Ist ja logisch, sie sind ja nicht da. Zweiter Punkt oder zweite Werkzeug sozusagen ist das Entscheidungslog. Also offene Entscheidungen bekommen einen Owner, ein Datum, eine Konsequenz und im Idealfall noch einen Eskalationsschritt. Auch easy. Also es muss ja irgendwo einen Platz geben, wo die ganzen offenen Entscheidungen ohnehin dokumentiert sind. Und im Sinne von der Unterstützung des Entscheidungstreffens braucht es natürlich auch eine Konsequenz aufzeigen. Und das dritte ist dann die sogenannte Kapazitätsklarheit. Also keine Kapazität wird übersetzt in Prozent, Zeitrauma, Auswirkungen auf Termin und Scope. Nicht meckern, einfach nur aufschreiben und reporten, in Anführungsstrichen. Also Transparenz ist nicht Kontrolle, sondern Transparenz ist der, du könntest sagen, Preis für Zusammenarbeit. Also wenn wir keine Transparenz haben, dann ist ein Projekt, dann kannst du an den Nagel hängen, dein Projekt. Also so ein Satz für deinen Steuerungskreis könnte sein, wir diskutieren gerade, aber wir entscheiden nicht. Welche Entscheidungen brauchen wir heute und wer trifft sie bis wann? Nicht aufmucken. Also ganz häufig mögen solche Komitees ja keine Klugscheißer, aber du sagst es dann in einem Ton, den die Menschen, mit denen du da oben gehst, gut vertragen können. Vierter Hebel ist dann übrigens Eskalation und Sponsorship. Also sozusagen mehr Hygiene und weniger Krieg. So könnte man das zusammenfassen. Und jetzt kommt der Punkt, den halt viele Projektleitungen viel zu spät lernen oder manchmal nie lernen. Eskalation ist nicht Ärger. Eskalation ist Hygiene. Auch ein schöner Gedanke. Zu spät eskalieren ist wie zu spät bremsen. Es wird lauter, aber nicht besser. Gute Eskalation ist früh, wenn du halt noch Optionen hast. Konkret, Entscheidungsvorlage, keine Beschwerde. Das ist ja eh klar. Also wenn wir eskalieren, dann kommen wir immer mit einem Plan und nicht irgendwie mit Gemaule. Also das will eh keiner hören. Eskalation ist immer zeitlich. Das heißt, du hast eine klare Frist mit gedacht, mitgebracht, mit eingebaut und sauber aufbereitet. Optionen, Konsequenzen, keine Schuldzuweisung. Der hat, will keiner hören, sondern es geht nur darum, das Projekt wieder sauber auf Kurs zu bringen. Und der sogenannte Sponsor-Service-Level, den du etablieren willst, der ist eigentlich ganz simpel. Wenn ein Zielkonflikt nach fünf Arbeitstagen nicht gelöst ist, entscheidet der Sponsor. Nicht das Projekt im stillen Kämmerlein. Sollte eigentlich ein Automatismus sein, macht total Sinn, weil dann gibt es auch nicht irgendwie so einen Hin- und Hergemauschel oder irgendwelchen politischen Druck oder sonst irgendwas oder einen Gefallen für den und für den, sondern es ist ganz klar geregelt. Projekt E und Projektwelten beginnen dann zu zerbröckeln, wenn wir nicht klar und transparent miteinander handeln, sondern wenn wir miteinander mauscheln. Damit hast du jetzt ein Modell, mit dem du arbeiten könntest. Und wir geben dem Ganzen jetzt eine Form, die sozusagen für dich schon ab Montag wirkt. Also so etwas ähnliches wie so ein One Pager. Und wenn du in der Matrix wirksam werden willst, brauchst du am Ende keine 40-seitige Projektmanagement-Bibel. Wobei, wieder in Klammer gesprochen, wäre schon cool, wenn ihr eine hättet. Dann würdet ihr euch nämlich viel Quatsch ersparen. Es reicht aber auch schon, wenn du eine Seite hast, die Steuerbarkeit sichtbar macht. Und zwar, ich nenne das den Mandat One Pager oder Mandat Canvas, wie du willst. Wichtig ist, dass es eine Seite ist und die Seite hat sechs Felder. Ich meine, du kennst das, wieso Canvases aufgebaut sind. Feld 1 ist Mandat im Sinne von Klarheit, also da ist dann drin der Auftrag, die Entscheidungsrechte, der Eskalationspfad, die Zeitbox, der Sponsor Service Level und das Ressourcencommitment. Das hatten wir oben schon, also das Mandat. Dann Feld 2, und übrigens, du kriegst den One Pager gerne von mir im Anschluss. Also das ist überhaupt gar kein Problem. Das heißt, also du musst das jetzt hier nicht im Eiltempo mitschreiben, sondern du gehst es einfach nochmal mit mir durch. Also Feld 2 ist die Machtlandkarte, die Hebel. Ressourcen, Prioritäten, Budget, Abnahmen, Karriere. Du erinnerst dich. Kurz, also wer hält welchen Hebel in der Hand? Transparenz dazu ist total hilfreich. Feld 3 sind die Währungen, also das, was wir uns so mit der Tauschlogik angeschaut haben. Wer oder ne andersrum, was gewinnt oder verliert die Linie, was gewinnt oder verliert das Team, was gewinnt oder verliert das Management. Da kannst du ganz schön mit arbeiten, wenn du das einmal sauber durchdenkst. Lohnt sich total. Das vierte Feld, das ist dann Verbindlichkeit im Sinne von Steuerung, also Zusagen, wer was bis wann, Entscheidungslog und Kapazitäts- und Risikotransparenz. Haben wir zwar nicht drüber gesprochen, aber natürlich müssen wir auch im Projekt immer die Risiken betrachten. Fünf wäre dann Eskalation und Sponsor, das heißt Entscheidbarkeit. Also wann ist Klärung am Ende, wer entscheidet und welche Optionen und Konsequenzen gibt es. Also einfach wieder die ganz normale Eskalationsroutine. Klar zu haben, wann geht es eine Ebene höher. Oder halt dahin, wo du Entscheidungen bekommst. Und wenn es brennt, das wäre so dein Feld 6, die quasi mehr oder weniger dazu führen, dass Konflikte erwachsen werden. Das ist auch ein schöner Gedanke. Konflikte erwachsen machen. Ich sehe einen Zielkonflikt, wer entscheidet bis wann? Das ist der Satz. Ich sehe einen Zielkonflikt, wer entscheidet bis wann. Muss ja nicht sein, dass ich das entscheide, sondern ich will wissen, wer es entscheidet. Zwei, ohne Ressource X sind unsere Optionen A, B und C. Welche wählen wir? Und ohne X muss ich offiziell quasi eine neue Baseline festlegen, Termin rauf, Scope runter und Risiko hoch. Auch da, du hast es übrigens, du merkst es bei allen drei Sätzen und bei allen Sätzen, die du selber noch entwickelst. Es geht nie darum zu heulen und es geht nie darum, irgendwie Schuld zu verteilen. Also man könnte jetzt, weil der Maya nicht, also dritter Satz ohne Ressource oder ohne X muss ich offiziell dies und das tun, weil der Maya das nicht geliefert hat oder so. Deswegen geht das nicht. Das ist doch voll irrelevant. Sozusagen, wer Schuld hat. Wenn das nachher irgendwie eine Relevanz hat, kommt das sowieso wieder auf. Sondern dein Anspruch ist es, im Idealfall immer das Projekt auf Kurs zu bringen. Und jetzt kommt der ganz smarte Move, der dir halt Monate spart. Und zwar der Kickoff vor dem Kick-Off. Was ist damit gemeint? Einfach folgende Teilnehmer, der Sponsor, die zentrale Linie, also die zentrale Führungskraft aus der Linie und die Projektleitung. Vielleicht brauchst du zwei Führungskräfte aus der Linie, aber das weißt du selber. Folgende Agenda. Auftrag und Nichtziele, Top 10 Entscheidungen und Rechte, Ressourcencommitment, deswegen haben wir die Linie mit dabei, Prozent, Zeit, Raum, Engpassregel, Eskalationspfad und Zeitboxen und Priorität gegen Tagesgeschäft. Also wer zieht wann den Joker? Das ist ganz wichtig. Kann ja auch sein, dass ein Tagesgeschäft mal den Joker kriegt. Und wenn du das nicht am Anfang klärst, klärst du es später. Verworren unter Stress und meistens so, dass danach irgendwie ein komischer Geschmack übrig bleibt. Und wie gesagt, ich packe dir das Ganze als in den Shownotes, als Text und wenn du magst, kannst du das tatsächlich auch als fertig designen, so heißt das, designten One Pager von mir haben. Und ich fasse dir alles, worüber wir jetzt nachgedacht haben, nochmal in einem Satz zusammen. Ohne Mandat führst du nicht, du moderierst nur den Mangel. Und wirksam wirst du nicht, indem du mehr Druck machst, sondern indem du Steuerbarkeit baust, Macht sehen, Sehen, Augen, Macht klären, Währungen verhandeln, Verbindlichkeit erzeugen und Eskalation professionalisieren. Das ist es dann schon. Und ich ende das Ganze heute mit einer einzigen Frage. Nur eine. Kein Vorwurf. Nur ein Angebot mal in den Spiegel zu schauen. Welches Ergebnis versprichst du gerade, obwohl du weißt, dass du dafür kein Mandat hast? Und damit sage ich danke, dass du heute wieder mit dabei warst. Und ich hoffe, dass wir uns beim nächsten Mal wiedersehen, wieder hören. Und bis dahin wünsche ich dir allseits erfolgreiche Projekte. Bis dann. Vielen Dank, dass du heute mit dabei warst. Und halte einfach das nächste Mal wieder ein, wenn das alles Projekte.