Einfach Projekte
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Kompakter Klartext zu Projektmanagement, Führung und Zusammenarbeit – kritisch, praxisnah, ohne Bullshit.
🎯 Für wen ist dieser Podcast?
- Projektleitungen, die nachhaltig erfolgreich arbeiten möchten.
- Führungskräfte, die menschlich und effektiv führen wollen.
- Manager, die Transformation aktiv vorantreiben.
💡 Was dich erwartet:
- Strategien für bessere Projekte und stärkere Teams.
- Praxisnahe Tipps für Leadership und Change Management.
- Klartext zu den realen Herausforderungen in Führung und Teamdynamik.
🌱 Mein Ansatz:
Menschlich. Nachhaltig. Klar.
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Einfach Projekte
Ihr habt kein Wissensproblem. Ihr habt ein Ernsthaftigkeitsproblem.
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Projekte kippen selten wegen fehlender Methoden um. Sie kippen, weil wir in Portfolio-Meetings und Lenkungskreisen zu oft so tun, als wäre alles unter Kontrolle: schöne Templates, saubere Ampeln, ein PMO mit Reporting, ein Sponsor auf der Folie und am Ende der Satz, der alles vertagt: „Das nehmen wir mit.“ Genau da beginnt die organisierte Vermeidung, die sich wie Professionalität anfühlt, aber Priorisierung, Entscheidungsfindung und Ehrlichkeit systematisch verhindert.
Wir nehmen dich mit in eine typische Montagmorgen-Szene im Portfoliostau und zeigen, woran du erkennst, ob deine Organisation nur projektförmig arbeitet oder wirklich projektfähig ist. Projektfähigkeit heißt: unter Druck Start, Stopp oder Weiter durchziehen, echte Entscheidungen treffen, Verbindlichkeit über Sponsorrolle und Eskalationspfade herstellen und Risiken, Kapazitäten und Zielkonflikte offen ansprechen. Wenn Status an drei Orten lebt, Schlüsselpersonen überall gleichzeitig verplant sind und Sponsorenschaft nur ein Kalendereintrag bleibt, ist das kein Toolproblem, sondern ein Ernsthaftigkeitsproblem.
Zum Schluss wird es konkret: Start-Stopp-Weiter-Board, Kapazitätsplanung in echten Tagen statt Prozenten, Sponsor als Pflichtfunktion, ein Ort der Wahrheit als Single Source of Truth und ein 90-Tage-Check, der sichtbar macht, ob sich Governance und Zusammenarbeit wirklich verändern. Wenn du Projektmanagement, PMO-Arbeit, Ressourcenmanagement und Portfolio-Management wirksam machen willst, bekommst du hier ein klares Raster und umsetzbare nächste Schritte.
Den One-Pager findest du hier direkt (kostenfrei) im Stand Store, damit du gleich in die Umsetzung gehen kannst: https://stan.store/einfachprojekte/p/projektfhig-statt-projektfrmig
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Fünf Probleme – ein gemeinsames Muster.
SpeakerWas ist eigentlich when you in eurem Unternehmen nicht fünf verschiedene Probleme habt, sondern immer wieder dasselbe Thema, nur in einer anderen Verkleidung? Stell dir den Montagmorgen vor. Lenkungskreis Portfolio Runde. 10 Vorhaben sind irgendwie strategisch. Eine kritische Fachperson hängt in vielen davon. Sponsorenschaft ist formal bekannt. Praktisch ist sie ein gelegentlicher Kalendereintrag. Der Status lebt gleichzeitig in Mail, Tool und PowerPoint, and am Ende sagt jeder wieder, nehmen wir mit. Das klingt nach fünf Problemen, die aber oft nur eins sind. Niemand will wirklich priorisieren, niemand will wirklich entscheiden, niemand will wirklich Verbindlichkeit herstellen, und niemand will die unangenehme Wahrheit früh genug aussprechen. And genau darum geht es heute. Nicht um noch ein Tool, nicht um noch ein Zertifikat, sondern um die Frage, warum Projektarbeit oft nicht an Unwissen scheitert, sondern an fehlender Ernsthaftigkeit. Damit Projekte eben nicht nur laufen, sondern liefern. Sal dabei. Herzlich willkommen bei Allen von Projekten. Mein Name ist Jonathan Thomas und Freund und du kannst hier für deine Projektarbeit Strategien, Ansätze und Tipps bekommen. Vor allem in meinem Klammertext gesprochen. Und für dich, damit du direkt was damit anfangen kannst. Ist einfach dabei. Hey und herzlich willkommen bei Einfach Projekte. Du findest mich hier wieder im virtuellen Projekt Office und diese Folge ist heute bewusst etwas stärker angelegt. Nicht weil ich Lust auf große Worte habe, sondern weil das Thema diesmal auch etwas stärker und größer ist. Denn das hier ist keine Folge über ein einzelnes Projektmanagements-Symptom. Es ist eine Folge über die Diagnose hinter den Symptomen. Also über Strategieumsetzungslücken, über PMO ohne echte Zähne, über Agilitätstheater, über KI auf ungeklärten Rollen und damit abwägen und über Zusammenarbeit im Dauerfeuer. Und die eigentliche Zumutung ist ja, das fühlt sich oft an wie fünf verschiedene Schmerzen. In Wahrheit ist es aber erstaunlich häufig dieselbe organisierte, man könnte sagen, Vermeidung. Und zwar nicht aus Bosheit, nicht weil alle irgendwie unfähig werden, sondern weil Organisationen sehr gut darin werden können, an den unbequemen Stellen wirkungslos abzubiegen. Und mein Versprechen für diese Folge ist deshalb dreiteilig. Erstens, du wirst sauberer unterscheiden können zwischen projektförmig und projektfähig, also zwischen sieht nach Projekt aus und kann unter Druck wirklich sauber steuern. Zweitens, du bekommst ein klares Raster mit den vier Zumutungen, nenne ich das jetzt mal, vor denen sich die Organisation gern drückt. Und du wirst erkennen, in welchem Kostüm, in welcher Verkleidung sie bei euch gerade auftauchen. Und drittens, du bekommst einen sehr konkreten Montagmorgen-Teil. Start, Stopp, Weiter, reale Kapazitätslogik, Sponsorpflicht, Ein Ort der Wahrheit und ein 90-Tage-Check, ob ihr es wirklich ernst meint. Und wir wollen ja diese Folge etwas robuster aufbauen und deswegen erzähle ich dir heute nicht nur eine These, sondern wir werden sie uns mal wieder mit einer Projekt Phönix-Szene ein kleines bisschen genauer anschauen. Unser Projekt Phönix heute könnte heißen Montagmorgen im Portfoliostau. Also nicht als Einzelprojekt, sondern als Teil einer typischen Montag-morgen-Lage in der Organisation. Wieder wie so oft Mittelstand, mehrere Bereiche, ein paar strategische Themen gleichzeitig. Jeder davon mit nachvollziehbaren Gründen, jeder davon irgendwie wichtig. Im Raum sitzen, Projektleitung, PMO, ein Sponsor, zwei Bereichsverantwortliche und vielleicht noch jemand aus IT oder Controlling. Der Tisch ist nicht chaotisch, das ist wichtig. Hier herrscht nicht das wilde Improvisationstheater, ganz im Gegenteil. Es gibt Status, es gibt Templates, es gibt Verantwortliche, es gibt Tools, es gibt sogar eine Sprache, die nach Professionalität klingt. Und trotzdem merkst du schon nach acht oder neun oder zehn Minuten, dass hier nicht sauber gesteuert wird. Dass hier höflich organisierte Überforderung herrscht. Warum? Weil eine Schlüsselperson gleichzeitig in vier Themen hängt. Weil alle wissen, dass zwei der Vorhaben gerade faktisch kaum arbeitsfähig sind, weil Sponsorenschaft zwar formal existiert, aber nur dann sichtbar wird, wenn die Folie vorbereitet ist, weil Entscheidungen angekündigt werden, aber selten so getroffen, dass danach wirklich gearbeitet werden kann. Und das PMO sammelt Berichte, konsolidiert Ampeln, bringt Struktur in das Sichtbare, darf aber beim eigentlichen Start-Stopp-Weiterspiel nicht ernsthaft mitreden. Und jetzt passiert diese ganz typische Montag-Morgen-Logik. Alle benutzen die richtigen Begriffe. Keiner stellt die falsche Priorität grundsätzlich in Frage. Niemand will die unangenehme Wahrheit aussprechen. Und so endet die Runde mit genau dem Satz, der Projekte ganz elegant ruiniert. Das nehmen wir mit. Das klingt nicht nach Eskalation, das klingt auch nicht nach Krise, das klingt auch nicht nach Drama. Und genau deshalb ist es für Projekte so gefährlich. Denn das Projekt stirbt hier nicht an einem großen Knall, es stirbt an einer Summe höflicher Vertagungen. Weil du weißt ja, das ist das Schlimmste, was im Projekt passieren kann. Dass nichts passiert. Weil die Fachperson bleibt überbucht. Die Entscheidungen bleiben herrenlos und damit entscheidungslos. Die Sponsorenrolle bleibt dekorativ, der Status bleibt mehrdeutig. Und aus fünf Einzelproblemen wird eine einzige vertraute Handschrift. Wir wissen genug, aber wir handeln nicht so. Und Projektarbeit scheitert eben oft nicht daran, dass niemand weiß, was zu tun wäre. Sie scheitert daran, dass niemand das System an den unbequemen Stellen festhalt. Und jetzt lohnt sich die Unterscheidung projektförmig gegen projektfähig einmal genauer anzuschauen. Weil projektförmig ist eben nicht projektfähig. Und das ist aus meiner Sicht eine der saubersten Unterscheidungen, die man treffen kann und treffen sollte. Projektförmig und projektfähig. Projektförmig heißt, es gibt Projekte, es gibt Rollen, es gibt Meetings, es gibt Tools und es gibt Berichte. Also viel Projektoptik, viel Projeksprache und viel Projektverhalten auf der Oberfläche. Und ich sage das jetzt ganz bewusst und nicht irgendwie spöttisch. Denn natürlich braucht es all diese Dinge, gar keine Frage. Projekte ohne Struktur, ohne Rollen, ohne Formate, ohne Artefakte laufen auch nicht besser. Das Problem ist nur, all dies ist noch kein Beweis für Arbeitsfähigkeit. Projektfähig hingegen heißt etwas deutlich Anspruchsvolleres. Die Organisation kann unter Druck priorisieren. Sie kann entscheiden, sie kann Verbindlichkeit herstellen. Und sie kann offen über Risiken, Engpässe und Abweichungen sprechen, ohne sofort in Kosmetik oder Diplomatie zu flüchten. Sie kann also die Dinge so ansprechen, wie sie in dem Moment erscheinen oder sind. Und genau da trennen sich halt einfach leider Fassade und Fähigkeit. Projektförmig ist oft die hübschere Vorstufe von Überforderung und projektfähig ist die Fähigkeit, auch dann sauber zu steuern, wenn es eng, politisch oder unangenehm wird. Und das ist ein entscheidender Unterschied für jede Projektleitung und für jedes PMO. Und wenn du nur auf Projektform schaust, dann sieht ja ganz oft vieles sehr okay aus. Es gibt vielleicht ein Projektmanagement-Handbuch. Es wurden Schulungen gemacht. Ein Tool ist eingerichtet. Reporting ist aufgebaut und läuft und die Rollen sind beschrieben. Und trotzdem ist das Unternehmen in kritischen Situationen weder fähig, Dinge zu stoppen, noch Entscheidungen zu erzwingen oder Engpässe ehrlich zu benennen oder Sponsorenschaft praktisch echt wirksam zu machen. Dann ist es halt projektförmig, aber eben nicht projektfähig. Und die Frage ist nicht, ob wir Projekten, die Frage ist, ob wir unter Druck projektfähig sind. Das ist meine Frage übrigens auch an dich. Und das ist genau die Stelle, wo die Folge für dich relevant wird. Und ich sage das nochmal, beziehungsweise ich wiederhole das nochmal. Die Frage ist nicht, ob wir Projekte haben, die Frage ist, ob wir unter Druck projektfähig sind. Und hier geht es nicht um Kritik an Methoden oder an Menschen, sondern es geht eben einfach um Muster, die im System bzw. der Organisation ablaufen. Und um da ein Stück weit tiefer reinzugehen, möchte ich mit dir mal diese vier Zumutungen, nenne ich das jetzt mal, anschauen und darauf gucken, wie die sich so darstellen. Nicht weil Methoden so kompliziert sind, sondern weil gute Projektarbeit vier Dinge verlangt, die in vielen Unternehmen ausgesprochen unbeliebt sind. Die erste Zumutung? Priorisierung. Nicht alles ist gleichzeitig wichtig. Ja, ich weiß, allein dieser Satz löst in manchen Portfolio-Runden oder Projektrunden bereits leichtes Hyperventileren aus. Priorisierung heißt Start, Stopp oder Weiter. Nicht alles ist strategisch und auch nicht, das ist auch noch wichtig und auch nicht, wir wollen uns da nichts verbauen. Wenn zehn Dinge Top Priorität sind, gibt es keine Priorität mehr. Dann gibt es nur noch rhetorische Gleichmacherei mit Kalenderfolgen. Und genau hier taint sich Vermeidung gern als Tugend. Priorisierungsvermeidung tat sich als Ambition. Es klingt groß, es klingt nach Wachstumswillen, es klingt nach Energie. In Wahrheit ist es oft nur die Weigerung, ein ehrliches Nein auszusprechen. Das zweite ist die Entscheidung. Und das ist natürlich auch einer der ganz großen Schmerzen in fast jeder Organisation. Und das Thema heißt hier Ja, Nein oder später. Und zwar so, dass danach wirklich gearbeitet werden kann. Und zwar nicht noch eine Vorabstimmung, noch ein Follow-up, noch eine Schleife zur Schleifenabstimmung und noch eine politische Vorwärmrunde, Entscheidungsvermeidung tarnt sich gern als Harmonie, als Sorgfalt, als wir wollen niemanden überfahren, also machen wir nochmal eine Abstimmung und holen den und den und jenen ins Boot. Aber wenn nach dem Meeting weiter unklar ist, was jetzt gilt oder was jetzt gemacht wird, dann war es keine Führung. Dann war das höflich formulierte Unentschlossenheit. Kommen wir zum dritten Punkt. Verbindlichkeit. Sponsorenrolle, Statuslogik, Eskalationspfade, Minimalstandards im Projekt. All das darf nicht jedes Mal neu verhandelt werden. Nur weil irgendjemand einen Sonderfall entdeckt oder anmeldet. Denn wer alles situativ macht, lernt zwar vielleicht lokal, scheitert aber global. Und hier tarnt sich die Vermeidung als Flexibilität. Das klingt modern. Ach ja, übrigens, die Flexibilität wird manchmal auch als Agilität bezeichnet. Das klingt noch moderner. Das klingt nämlich dann auch anpassungsfähig und das klingt total vernünftig. Ist aber in vielen Fällen einfach nur die Weigerung, Spielregeln stabil zu machen. Und verstehe mich hier nicht falsch. Natürlich sollte nichts zu einem super engen und unbeweglichen Korsett werden. Aber das ist in den seltensten Projekt Minimalstandards. Das ist nämlich das Wort Minimalstandards der Fall. Sollte es zumindest nicht sein. Und damit kommen wir schon zum vierten Punkt. Und das ist die offene Kommunikation. Risiken müssen früh sagbar sein. Kapazitätsgrenzen übrigens auch. Und Zielkonflikte ebenso. Wer immer nur grüne Fassaden produziert, du weißt schon ProjektAmpel, beruhigt vielleicht kurzfristig das System, steuert es aber nicht. Und genau hier wird aus Diplomatie sehr schnell Transparenzvermeidung. Und das Gemeine ist, diese vier Zumutungen werden selten offen abgelehnt. Ja, niemand sagt, wir wollen nicht priorisieren oder wir wollen nicht entscheiden oder wir wollen keine Verbindlichkeit oder wir wollen keine Ehrlichkeit. Wie werde das denn sagen? Wäre aber sauber. Stattdessen verkleidet die Organisation ihre Vermeidung ganz, ganz wunderbar. Und genau das macht es so teuer in der Projektarbeit, aber auch grundsätzlich. Weil sie sich dabei noch vernünftig vorkommt. Die Organisation, die kommt sich noch vernünftig vor. Die Frage ist nicht nur, was wir tun, die Frage ist auch, was wir gerade elegant vermeiden. Und das sollte durchaus ab und an mal thematisiert werden. Und wir kommen im Prinzip jetzt an die Stelle, wo wir mal darüber nachdenken sollten, wenn Wissen gegen das System verliert. Das ist sozusagen der Werkstatt oder der Workshop-Teil heute. Ich habe oft genug Konstellationen gesehen, in denen Unternehmen methodisch gar nicht so schlecht aufgestellt sind. Projektleitungen ordentlich, Projektmanagement-Handbuch vorhanden, Templates vorhanden, Tool vorhanden, Schulungen gelaufen und alle benutzen die richtigen Wörter. Man könnte fast sentimental werden und sagen, Mensch, das ist so, wie man sich Projektarbeit vorstellt. Und trotzdem, ganz häufig folgendes Bild. Eine kritische Fachperson hängt gleichzeitig in vier Themen. Der Sponsor ist formal benannt, praktisch, aber nur ein gelegentlicher Kalendereintrag. Entscheidungen werden in Gremien angekündigt, aber selten wirklich getroffen. Der Status ist an drei Orten gleichzeitig verfügbar und an keinem davon verlässlich. Das PMO sammelt fleißig Berichte, darf aber am eigentlichen Start-, Stopp- und Weiterspiel nicht ernsthaft teilnehmen. Und dann kommt eben gern die Frage, sollen wir nochmal an den Projektmanagement Standards arbeiten? Oder, gibt es auch manchmal, wir brauchen unbedingt nochmal eine Projektmanagement-Schulung? Das ist nicht wirklich hilfreich. Denn wenn Wissen gegen das System verliert, hilft dir Methodenbewunderung oder Methoden nochmal Lernung überhaupt nicht weiter. Was hilft, ist weniger Parallelität, damit verbunden auch Ehrlichkeit, klare Sponsorpflichten, ein Ort der Wahrheit, saubere Entscheidungsfristen und eine ehrliche Kapazitätslogik. Mit anderen Worten weniger Projektkosmetik und mehr Organisationsklarheit. Und genau an der Stelle ist es eben total wichtig, sich Folgendes nochmal sehr, sehr präsent zu machen. Ein neues Zertifikat schlägt Keine alte Anreizlogik. Es glänzt nur schöner im Intranet. Das ist natürlich unbequem, aber genau deshalb bleibt es ja hängen. Übrigens, das Projekt bleibt auch daran hängen am neuen schönen Zertifikat, weil sich eben nichts ändert. Und wir gucken da nochmal drauf. Also stell dir ein Unternehmen vor, dass wirklich nochmal so ein Standardprojekt startet. Neues Reporting, neues Tool, neue Schulung, neue Rollenbeschreibung. Sechs Wochen später, der Engpass ist derselbe. Der Sponsor auch noch genauso selten da und wirksam, die Statusqualität kaum besser, die Kapazitätslüge lebt weiterhin lustig vor sich hin. Denn dann war das eben nicht Lernen, dann war das Organisationskosmetik mit Weiterbildungsbudget. Und ganz ehrlich, das braucht halt keiner. Und deswegen schaue ich mit dir mal auf die fünf Dinge für morgen früh sinnbildlich. Also genug der großen Diagnose, ganz praktisch. Fünf Dinge, die du morgen früh anders machen kannst. Du, dein Team, ihr gemeinsam. Erstens, hört auf, alles strategisch zu nennen. Wenn zehn Dinge Top-Priorität haben, gibt es keine Priorität. Dann gibt es nur noch rhetorische Gleichmacherei mit Kalenderfolgen. Bau ein Start-Stopp-Weiterboard. Nicht als Kunstwerk, sondern als Steuerungsinstrument. Was startet wirklich, was stoppt, was läuft weiter und wer schützt diese Entscheidung gegen spätere politische Verwässerung. Deswegen ist auch mega gut geeignet, um auf Kapazitäten zu schauen von sogenannten Schlüsselpersonen. Weil das ist der zweite Punkt. Plant Schlüsselpersonen in echten Tagen oder Stunden. Nicht in irgendwie geglätteten Prozentzahlen, die nur deshalb gut aussehen, weil sie mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Kapazitätslügen sind höflich verpackte Projektverzögerungen. Also wenn dir jemand sagt, die Person ist mit 20% dabei, dann frag zurück, was heißt das in echten Tagen? In welcher Woche? Und was bleibt vom Tagesgeschäuter dieser Person oder vom anderen Projekt dafür liegen. Und übrigens, kurzer Ausflug hier an der Stelle, das ist eben der Punkt, an dem die meisten Projektplanungen scheitern. Weil es eben überhaupt keine Sicht darauf gibt, wie Menschen fürs Projekt zur Verfügung stehen. Und übrigens, zweiter wichtiger Gedanke, wenn ihr das nicht macht mit Zuverlässigkeiten im Kalender, dann frage ich mich, wie ihr ernsthaft die Dauer eines Projekts berechnen wollt. Wir rechnen. Nicht irgendwie geschätzt im Reiskommen gesucht oder sonst irgendwas. Wir rechnen. Aber zurück. Wir kommen zum dritten Punkt von den fünf. Mach Sponsorenschaft zur Pflichtfunktion. Ein Sponsor ist kein freundlicher Name auf der Startfolie. Er braucht Entscheidungsbefugnis, Eskalationspflicht und sichtbare Verantwortung. Sonst ist das keine Sponsorenschaft, dann ist das irgendwie Hierarchiedekoration. Sieht nicht aus, bringt gar nichts. Und damit kommen wir zum Punkt 4. Schafft einen Ort der Wahrheit. Status, Risiken, Entscheidungen und Abhängigkeiten gehören alle an einen verbindlichen Ort. In der Literatur findet man da auch manchmal sozusagen so Single Source of Truth oder sonst irgendwie ist das beschrieben, also das ist kein neuer Gedanke. Eigentlich total logisch. Ein Ort der Wahrheit. Nicht in sieben Versionen, nicht in drei Tools und schon gar nicht in zwei oder drei Bauchgefühlen. Suchaufwand ist selten nur ein Toolproblem. Meist ist er ein Zeichen fehlender Informationsordnung. Und damit komme ich schon zum fünften und letzten Punkt. Mestführung nicht nur an Ruhe, sondern an Klärung. Das ist vielleicht der härteste Punkt der ganzen Folge, ich weiß es nicht. Führung und Bereichsverantwortung müssen auch daran gemessen werden dürfen, ob sie Prioritäten klären, ob sie Entscheidungen herbeiführen, ob sie Kapazität ehrlich offenlegen und Sponsorschaft im kritischen Moment tatsächlich leben. Sonst bleibt Projektarbeit der Bittsteller des Tagesgeschäfts. Klammer auf, wie oft hast du das schon erlebt? Klammer zu. Und ja, nach GoLive bitte endlich nicht nur fragen, ob geliefert wurde, sondern auch, ob das Ergebnis genutzt wird und ob der erwartete Nutzen eingetreten ist. Delivery ist halt nicht gleich automatisch Wirkung. Und nur live gehen ist noch kein Freispruch. So, also nochmal zum Mitschreiben oder Nachsprechen. Wenn zehn Dinge gleichzeitig Priorität haben, haben wir keine Priorität. Kapazitätslügen sind höflich verpackte Projektverzögerungen und ein Sponsor ist kein Name auf einer Folie. Ein Sponsor ist eine Pflichtfunktion. Und übrigens, kurzer Check für dich, woran ihr in 90 Tagen erkennen könntet, ob ihr es ernst meint. Sozusagen 90 Tage Signale, weil man soll ja auch immer sinnvoll checken, ob sich was in der Organisation verändert, wenn man eben nicht nur über Diagnose redet, sondern über Ernsthaftigkeit. Dafür braucht es kein Großprogramm, dafür braucht es auch irgendwie kein Transformationsprojekt und auch kein neues Label, das wir ganz schick irgendwo hinkleben oder jemandem eine Mütze mit Aufdruck geben. Du brauchst eigentlich nur ein paar zugegeben harte Signale. Denn nach 90 Tagen müsste folgendes sichtbar sein. Weniger parallele Vorhaben, sauberere Statusqualität, mehr echte Entscheidungen statt Folgegespräche und Zusatzmeetings, weniger Suchaufwand, in der Folge natürlich auch mehr Klarheit, mehr Sponsorpräsenz im kritischen Moment und echte Gespräche über Nutzen statt nur über Terminlage. Und wenn davon nach 90 Tagen nichts sichtbar ist oder vielleicht auch gerade aktuell, dann habt ihr eben keine Projektfähigkeit oder auch keine Projektfähigkeit aufgebaut. Dann habt ihr nur wieder sehr engagiert über Projektfähigkeit gesprochen. Auch nett. Und das ist der Punkt, an dem ich nochmal eins ganz klar formulieren möchte. Ihr habt kein Wissensproblem, ihr habt ein Ernsthaftigkeitsproblem, wenn diese Themen relevant sind. Und da geht es nicht darum, dass niemand was gelernt hätte, sondern die Organisation hat die Voraussetzungen nicht gebaut, unter denen ein gutes Projektverhalten überhaupt Wirkung entfalten kann. Und lass mich dir zum Ende hin das Ganze mal in einem Satz zusammenfassen. Projektmanagement scheitert selten daran, dass keiner weiß, wie es grundsätzlich geht. Es scheitert viel öfter daran, dass Organisationen gutes Projektverhalten nicht absichern, sondern unterlaufen. Und jetzt die finale Frage, mit der ich dich heute rauslasse aus dieser Folge. Welche elegante Vermeidung nennt ihr gerade Professionalität? Obwohl sie euch in Wahrheit nur vor Priorisierung, Entscheidung und Ehrlichkeit schützt? Nochmal, welche elegante Vermeidung nennt ihr gerade Professionalität, obwohl sie euch in Wahrheit nur vor Priorisierung, Entscheidung oder Ehrlichkeit schützt? Und damit sage ich dir danke, dass du heute und bis hierher wieder mit dabei warst. Teil die Folge gern in deinem Team, empfehle den Podcast weiter und bis wir uns hier ganz bald wieder treffen, wünsche ich dir allseits erfolgreiche Projekte. Bis dann! Vielen Dank, dass du heute mit dabei warst und schalte einfach das nächste Mal wieder ein, wenn das heißt einfach Projekte.