Einfach Projekte
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Kompakter Klartext zu Projektmanagement, Führung und Zusammenarbeit – kritisch, praxisnah, ohne Bullshit.
🎯 Für wen ist dieser Podcast?
- Projektleitungen, die nachhaltig erfolgreich arbeiten möchten.
- Führungskräfte, die menschlich und effektiv führen wollen.
- Manager, die Transformation aktiv vorantreiben.
💡 Was dich erwartet:
- Strategien für bessere Projekte und stärkere Teams.
- Praxisnahe Tipps für Leadership und Change Management.
- Klartext zu den realen Herausforderungen in Führung und Teamdynamik.
🌱 Mein Ansatz:
Menschlich. Nachhaltig. Klar.
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Einfach Projekte
Das machen wir noch mit. - Der teuerste Satz im Projektportfolio
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„Das machen wir noch mit“ klingt wie Pragmatismus, ist aber oft der teuerste Satz im ganzen Projektportfolio. Wir sprechen darüber, warum Portfolio-Überlastung nicht plötzlich passiert, sondern sich über Monate aufbaut, bis Teams kaum noch Luft haben und Projektleitungen mehr Versprechen verwalten als Projekte steuern. Wenn du im PMO arbeitest, Projekte leitest oder in einer technischen Organisation Verantwortung trägst, wirst du viele Muster sofort wiedererkennen: dieselben Schlüsselpersonen in mehreren Vorhaben, volle Lenkungskreise, stauende Entscheidungen und Prioritäten, die niemand mehr glaubt.
Anhand eines typischen Montagmorgen-Portfolio-Settings im Mittelstand zeigen wir, wie „lauter vernünftige Projekte“ zusammen trotzdem untragbar werden. Der entscheidende Punkt: Ein überlastetes Projektportfolio ist kein Fleißproblem, sondern ein Systemproblem. Wir räumen mit drei Priorisierungsillusionen auf, die professionell aussehen, aber Steuerung verhindern: die Prioritätenliste ohne Konsequenz, die unsichtbar mitgeplante Linienkapazität und das Dauer-„Einzelfall“-Entscheiden, bei dem am Ende Druck statt Wert gewinnt.
Zum Schluss geben wir dir einen konkreten, schnellen Ansatz für Portfolio-Management und Kapazitätsplanung an die Hand: 30 Minuten Portfolio-Klartext mit Projektlandkarte, Engpassampel und einer harten, aber befreienden Start-Stopp-Weiter-Entscheidung. Hör rein, teil die Folge mit jemandem aus Projektleitung oder Führung und lass eine Bewertung da, damit mehr Teams aus der Überbuchung in echte Priorisierung kommen.
Den kompletten OnePager mit Anleitung und Tipps zur Umsetzung des 30-Minuten-Portfolio-Checks findest du direkt hier: https://stan.store/einfachprojekte/p/portfolioklartext-30minutencheck
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Und hey. Teile gerne die Folge mit deinem Team. Abonniere den Podcast. Lass gerne eine Bewertung da. Und sei einfach wieder mit dabei, wenn es bald wieder heißt: Einfach Projekte
Der Teuerste Satz Im Portfolio
SPEAKER_00Meine ganz ernsthafte Frage. Was ist eigentlich der teuerste Satz in eurem Projektportfolio? Ich glaube, es ist nicht, das wird schwierig. Es ist auch nicht, wir sind im Verzug. Und es ist wahrscheinlich nicht einmal, wir haben Ressourcenprobleme. Der teuerste Satz ist meistens viel harmloser. Er klingt pragmatisch, zupackend und sogar irgendwie mittelständisch vernünftig. Der Satz lautet, das machen wir noch mit. Und genau dort beginnt die Überlastung. Nicht laut und nicht spektakulär, sondern freundlich, vernünftig und mit guten Gründen. Und darum geht es heute: um Projektportfolios, die mehr versprechen als das System tragen und vertragen kann, um Engpasspersonen, die in viel zu viele Projekte gezogen werden, um Priorisierung ohne Konsequenz und um die Frage, warum Projektleitungen irgendwann mehr jummulieren als Steuern, damit Projekte eben nicht nur laufen, sondern liefern. Projekte. Ich bin's wieder und zwar melde ich mich heute, wie immer, aus dem virtuellen Projektoffice. Und heute geht es um ein Thema, das fast jedes Unternehmen kennt, aber erstaunlich selten wirklich sauber damit umgeht. Und es geht um Projektportfolio-Überlastung. Klingt erstmal total sperrig und auch nicht besonders sexy, aber es ist für Projekterfolg elementar. Und wenn du dich mit Projekten beschäftigst, dann ist das super spannend für dich. Weil bei Projektportfolio denkt man erstmal schnell an Excel-Listen, Strategietabellen und irgendwelche Portfolio-Boards, vielleicht noch sogar Ampeln und irgendwelche Priorisierungsrunden. Und in Wahrheit geht es um etwas viel, viel Einfacheres. Es geht um die Frage, wie viele Projekte kann eure Organisation wirklich tragen oder vielleicht sollte man eher sagen, vertragen. Und zwar nicht starten und nicht ankündigen und nicht auf eine Liste schreiben und schon gar nicht mit einer schönen Ampel versehen, sondern wirklich tragen. Und dazu gehören Entscheidungen, Engpaskapazität, Führungszeit, Aufmerksamkeit, Priorität und Schutz. Schutz fürs Projekt. Und genau hier wird es halt unbequem. Denn viele Unternehmen, viele Organisationen haben nicht zuerst ein Projektmanagement-Problem, sie haben ein Projektportfolio-Problem. Das heißt, sie starten mehrere Projekte und es sind dann mehr Projekte, als die Organisation entscheiden, führen und personell tragen kann. Man hofft dann, dass sich Engpässe irgendwie auflösen und bezeichnet in diesem Zug auch irgendwie fast alles als wichtig. Und dann wundern sich Menschen in den Organisationen, Führungskräfte und so weiter, dass Projekte länger dauern, Teams müde werden und Projektleitung mehr jonglieren als Steuern und am Ende des Tages vielleicht sogar Beginnen auszubrennen. Und diese Folge ist deshalb wieder klar aus der Perspektive Projektleitung und PMO gebaut. Und nochmal, wenn du dich mit Projekten beschäftigst, dann ist das eine ultra wichtige Folge für dich. Weil ihr im Alltag früher als andere merkt, wenn das Portfolio überfüllt ist. Jemand, der sich mit Projekten beschäftigt, merkt es, wenn dieselbe Schlüsselperson in drei Projekten gleichzeitig gebraucht wird. Du merkst es, wenn jede Initiative angeblich strategisch ist. Und du merkst es, wenn Entscheidungen sich aufstauern, weil dieselben Führungskräfte in jedem Lenkungskreis sitzen. Und du merkst es übrigens auch, wenn Teams zwischen Themen hin und her springen müssen und die Qualität leidet. Woran du es übrigens auch noch merkst, ist, wenn die Motivation sinkt, weil Prioritäten nicht glaubwürdig sind. Und mein Versprechen in dieser Folge an dich ist ganz klar. Erstens, du erkennst, warum Portfolioüberlastung selten plötzlich entsteht, sondern über Monate aufgebaut wird. Zweitens, du bekommst Sprache für den gefährlichsten Satz im Portfolio. Das machen wir noch mit. Und drittens, du bekommst drei Priorisierungsillusionen, die in vielen Unternehmen sehr professionell aussehen, aber Steuerung verhindern. Und viertens, du bekommst einen konkreten Portfolio-Klartext-Check, den du direkt nächsten Montag in deinem Projekt anbringen kannst. Und hier geht es nicht um Methodenzirkus und es geht nicht um irgendwelches Reporting-Theater. Sondern es geht um einen ehrlichen Blick darauf, was euer Projektsystem wirklich tragen oder vertragen kann. Sei also dabei. Und wir starten einfach mal wieder mit meinem Beispielprojekt, um so eine kleine Geschichte zu haben, mit meinem Phoenix-Projekt. Und heute nicht als einzelnes Projekt, sondern heute schauen wir auf das Phoenix-Projekt im Portfolio. Also wieder Montagmorgen Portfolio-Runde. Mittelständisches Unternehmen, produzierendes Umfeld, technische Organisation, Maschinenbau, Anlagenbau, Industrie oder Produktentwicklung. Und im Raum sitzen Projektleitungen, PMO, ein paar Bereichsverantwortliche, vielleicht jemand aus Controlling, vielleicht ein Sponsor, vielleicht die Geschäftsführung, zumindest teilweise. Und auf der Liste stehen fünf Projekte. Projekt A ist strategisch, Projekt B ist Kundenseite kritisch, Projekt C hängt an einer regulatorischen Frist und D ist eigentlich nur klein, braucht aber trotzdem dieselben drei Schlüsselpersonen. Und übrigens, E wurde gerade vom Vertrieb zugesagt, weil der Kunde sonst wirklich unruhig wird. Also fünf Projekte und jedes Einzelne hat natürlich einen guten Grund. Und das ist wichtig. Portfolioüberlastungen entstehen selten durch lauter dumme Projekte. Portfolioüberlastung entsteht durch lauter Projekte, die Einzelnen betrachten, dass total vernünftig sind. Und genau deshalb ist sie so gefährlich. Projekt A ist strategisch. Wer will schon gegen Strategie sein? Projekt B ist, der Kunde droht. Wer will schon einen Kunden verlieren? Projekt C regulatorisch. Das kann man jetzt echt schlecht ignorieren. Projekt D, nur klein. Klingt harmlos. Und Projekt E vertrieblich zugesagt. Und jetzt ist es politisch schwierig, nein zu sagen. Ja, und dann sitzt die Runde da. Alle schauen auf die Übersicht. Irgendjemand sagt, wir müssen einfach besser priorisieren. Alle nicken, niemand widerspricht. Denn natürlich müssen wir besser priorisieren. Und das ist einer dieser Sätze, bei denen sich alle einig sind, weil er noch gar nichts kostet. Und dann passiert erstaunlich wenig. Warum? Weil Priorisierung in vielen Unternehmen kein Erkenntnisproblem ist. Alle wissen, dass es zu viel ist. Alle wissen, dass dieselben Leute überbucht sind. Alle wissen, dass die Projekte sich gegenseitig blockieren. Und alle wissen, dass auch Termine nur deshalb noch im Plan stehen, weil niemand sie offiziell anfassen möchte. Das Problem ist also nicht, dass niemand die Überlast erkennt. Das Problem ist, echte Priorisierung hätte ja Konsequenzen. Wer wirklich priorisiert, muss etwas nach hinten schieben oder pausieren oder stoppen oder bewusst später liefern. Und genau da wird es halt unbequem. Denn jetzt geht es nicht mehr um eine hübsche Liste, jetzt geht es um Entscheidungen, um Enttäuschung, politisches Aushalten, Kundenkommunikation, interne Erwartungen und Führungen. Und genau deshalb bleibt vieles hängen. Nicht weil alle unfähig wären, sondern weil das System gelernt hat, Überlastung elegant zu verteilen. Ein bisschen mehr Druck hier, ein bisschen mehr Kontextwechsel dort, ein bisschen mehr nun auch diese Woche durchhalten und natürlich auch noch ein bisschen mehr, das kriegen wir schon irgendwie hin. Ja, und aus Sicht der Projektleitung fühlt sich das irgendwann so an. Du steuerst nicht mehr ein Projekt, sondern du verwaltest konkurrierende Versprechen, du priorisierst nicht mehr nach Wert, sondern du reagierst auf Druck. Du führst nicht mehr nach Plan, du improvisierst zwischen Engpässen. Und genau an dieser Stelle fällt dir dann wieder dieser Satz. Das machen wir noch mit. Und deswegen schauen wir mal ein bisschen genauer drauf, warum eben Portfolioüberlastung kein plötzliches Ereignis ist. Also ganz, ganz selten. Sondern sie ist eher wie ein Raum, in dem immer wieder jemand noch einen Stuhl stellt. Am Anfang passt es noch. Ein zusätzliches Projekt, Kundenwunsch, eine zusätzliche Initiative, ein kleines Verbesserungsthema, eine gesetzliche Anordnung, strategischer Impuls und ein digitales Vorhaben. Und jedes Mal sagt jemand, geht noch, ist wichtig, ist ja nicht so groß, müssen wir machen und kriegen wir irgendwie. Und irgendwann sitzt die Organisation in einem Raum, in dem sich niemand mehr bewegen kann. Du erinnerst dich, weil da so viele Stühle rumstehen. Sinnbildlich. Aber weil jeder einzelne Stuhl irgendwann einmal begründbar war, fühlt sich niemand verantwortlich für die Engel. Und das ist Portfolioüberlastung. Nicht als plötzlicher Unfall, sondern als Ergebnis vieler kleiner Ja-Entscheidungen und nochmal, die alle für sich zu einem bestimmten Zeitpunkt total vernünftig waren. Und was eben fehlt, sind viele Nein oder noch nicht oder nicht mehr Entscheidungen an der Stelle. Und gerade in mittelständischen Unternehmen oder in kleineren Unternehmen, wo die Ressourcen auch sehr, sehr stark begrenzt sind, ist das besonders sichtbar. Denn dort laufen die Dinge nicht in getrennten Welten. Dieselben Fachleute, die Serienprobleme lösen müssen, Kundenanfragen beantworten, Qualitätsthemen bearbeiten und sich mit Lieferanten abstimmen sollen. Und dabei nebenbei irgendwie noch natürlich auch Tagesgeschäft, aber auch Produkt- und Prozessprojekte mitgestalten sollen. Also der ganz normale Wahnsinn, könnte man sagen. Und auf dem Papier sind das ja auch verschiedene Projekte. In Realität laufen sie halt durch dieselben Engpässe. Also durch dieselbe Konstruktion, durchs Engineering, durch IT, Qualität, Einkauf, durch die Projektleitung und du hast auch dieselben Entscheider. Und dann wird im Portfolio, also in der Gesamtschau aller Projekte, so getan, als könne man Projekte addieren, solange jedes Einzelne wichtig ist. Aber Portfolios werden nicht durch die Addition guter Argumente steuerbar. Sie werden steuerbar durch Auswahl, Reihenfolge und Kapazitätslogik und klare Entscheidungen. Das ist der Punkt. Nicht jedes Projekt, das sinnvoll ist, ist jetzt sinnvoll. Nicht jedes Projekt, das strategisch klingt oder ist, hat gerade Vorrang. Und nicht jedes Projekt, das ein Kunde möchte, kann sofort geliefert werden. Und übrigens, nicht jedes kleine Thema ist klein, wenn es durch dieselben Engpass-Rollen durchläuft. Und deshalb, nicht jedes Projekt, das einmal gestartet wurde, hat automatisch ein Recht auf ein Weiterleben. Das klingt total hart. Aber es ist in einem reifen Projektsystem total normal, das zu hinterfragen. Ein Projekt wird gestartet, weil es zu einem Zeitpunkt sinnvoll ist oder erscheint. Wenn sich Voraussetzungen ändern, muss auch diese Entscheidung überprüfbar sein. Ein pausiertes Projekt ist nicht automatisch ein Scheitern. Es kann eine Führungsaktivität sein. Und jetzt kommt was ganz Wichtiges. Ein Projektportfolio ist nicht überlastet, weil Menschen zu wenig leisten. Es ist überlastet, weil das System mehr gleichzeitig will, als es sauber tragen kann. Und das ist keine Entschuldigung. Das ist einfach nur eine Diagnose. Und wenn du diese Diagnose nicht stellst, wenn du das System nicht analysierst, dann suchst du an der falschen Stelle. Dann versuchst du, Projektleitung effizienter zu machen. Oder Teams resilienter oder Statusberichte schöner oder Meetings noch straffer. Oder suchst nach dem nächsten besseren Tool. Kann alles helfen, aber löst nicht den Kern des Problems, wenn das Portfolio eben einfach grundsätzlich überbucht ist. Dann wird Effizienz nur noch irgendwie zur allerhöflichsten Form der Selbstausbeutung. Und was am Ende der Selbstausbeutung liegen kann, das ist eben tatsächlich auch der Burnout. Und den wollen wir, glaube ich, alle maximal vermeiden. Und das machen wir noch mit. Das ist der Satz, den wir uns jetzt nochmal ganz genau anschauen müssen. Ich mag den Satz grundsätzlich total gern, weil er klingt zupackend, pragmatisch und nicht nach lange rumjammern. Der Kunde braucht es, wir machen es. Die Geschäftsführung will es, wir machen es. Regulatorisch wichtig, machen wir auch. Kleine Initiative machen wir gleich noch mit. Und genau deshalb ist der Satz so gefährlich. Er klingt nach Stärke, ist aber oft der Anfang vom Ende, zumindest aber von der Überlastung. Denn noch mit heißt selten, wir haben wirklich freie Kapazität oder wir haben eine klare Priorität oder wir haben ein belastbares Entscheidungsfenster. Oder auch wir haben geprüft, welche Engpassrollen betroffen sind. Häufig heißt noch mit eher, wir packen es obendrauf und wir hoffen irgendwie, dass die Organisation das absorbiert und hinbekommt. Das Blöde ist, die damit entstehenden Kosten tauchen nicht sofort auf. Niemand bekommt am selben Tag eine Rechnung mit der Überschrift Kosten ihrer heutigen Überlastungsentscheidung. Schade eigentlich, denn das wäre total hilfreich. Stattdessen verlieren sich die Kosten elegant im System. Schlüsselpersonen werden in zu viele Projekte gezogen, Projektlaufzeiten verlängern sich schleichend, Entscheidungen stauen sich, weil Führungskräfte überall gebraucht werden. Projektleitungen verlieren dadurch die Steuerungsfähigkeit und werden irgendwie zu Eskalationsverwaltern. Und übrigens, Motivation sinkt, weil Prioritäten überhaupt nicht mehr glaubwürdig sind. Und das Gemeine daran ist, niemand muss eine böse Absicht haben, dass es genauso läuft. Portfolio-Überlastungen entstehen aus lauter nachvollziehbaren Einzelentscheidungen. Und genau deswegen ist es halt so gefährlich. Ich kann jede einzelne Entscheidung super gut erklären. Und trotzdem ist das Ergebnis nicht tragfähig. Das ist der Unterschied zwischen Einzelargument und Systemwirkung. Ein einzelnes Projekt kann sinnvoll sein. Fünf weitere Projekte obendrauf können zusammen trotzdem falsch sein. Weil dieselbe Organisation das nicht tragen kann. Engpässe, Führungszeit, Aufmerksamkeit und so weiter. Und wenn du in so einem Portfolio ein Projekt leitest, bekommst du halt die Folgen ab. Und das ist nicht abstrakte Projekt- und Portfoliotheorie, das ist Alltag. Du wartest auf Entscheidungen, jagst den Ressourcen hinterher, verhandelst mit der Linie, klärst Verzögerungen und beruhigst die Stakeholder. Alles gut, alles schön. Und du rettest dort, wo eigentlich Führung entscheiden müsste. Und irgendwann bist du nicht mehr Projektleitung, sondern du bist Portfolio-Überlastungsdolmetscher. Du übersetzt die Überforderung des Systems in Maßnahmen, Listen, Risiken und neue Termine. Und das ist anstrengend. Und übrigens, das ist oft komplett unnötig. Weil nicht Projekte irgendwie einfach wären oder sonst irgendwas, sondern weil viele Überlastungen vermeidbar wären, wenn vor dem Start ehrlicher draufgeschaut und entschieden worden wäre. Weil jedes zusätzliche Projekt ohne echte Kapazität ist keine Chance. Es ist eine Wette auf Selbstausbeutung. Mag sich wieder mal hart anhören, ist aber so. Denn genau darum geht es. Nicht jedes Ja ist ein Fortschritt. Manche Ja-Entscheidungen sind nur verschobene Nein-Entscheidungen. Und die Rechnung zahlt später entweder das Projekt oder die gesamte Organisation. Deswegen möchte ich mit dir mal auf diese drei Projektillusionen schauen, die in Projektportfolios besonders oft auftauchen. Und ja, das sind tatsächlich echte Illusionen, weil sie auf der Oberfläche total vernünftig wirken. Aber in der Tiefe halt einfach Steuerung verhindern. Illusion Nummer eins, wir haben doch eine Prioritätenliste. Klar, haben ganz viele, nur ist eine Liste noch keine Priorisierung. Weil wenn 47 Projekte auf einer Liste stehen und die ersten 14 alle Prio 1 sind, dann ist das keine Führung und keine Prio-Liste. Dann ist das irgendwie so etwas ähnliches wie eine Reihenfolge mit schlechtem Gewissen. Weil eine echte Priorisierung beantwortet nicht nur, was wichtig ist, sondern sie beantwortet auch, was dadurch weniger wichtig ist. Und wenn eben ein Projekt wirklich Vorrang hat, dann hat das eine Auswirkung auf alle anderen Projekte. Und wenn zum Beispiel ein Kundenprojekt geschützt wird, ist dann halt die Frage, was passiert zum Beispiel mit der internen Verbesserung? Und deswegen ist Priorisierung ohne Konsequenz nur Deko. Also eine Liste kann hilfreich sein. Aber eine Liste, die nichts nützt, die nichts stoppt und nichts verschiebt, ist keine Steuerung. Das ist nur Darstellung von Hoffnung. Schauen wir mal auf die Illusion 2. Die Linienbereiche schaffen das schon. Das ist eine mega beliebte Illusion in vielen Projekten. Also viele Portfolios wirken nur deshalb machbar, weil die Linienarbeit unsichtbar gerechnet wird. Also die Organisation plant Projekte als hätten Fachbereiche freie Projektkapazität. Also säße zum Beispiel Konstruktion, Qualität, Einkauf und alle anderen, nur rum darauf warten, dass endlich ein Projekt um die Ecke kommt und alle sich damit beschäftigen dürfen. In Wahrheit läuft da ja noch so etwas ähnliches wie Tagesgeschäft, Kundeneskalation, Qualitätsprobleme, Serienänderungen und so weiter und so fort. Und das ist irgendwie kein kleines Nebengeschäft, das ist Realität. Und wenn Projekte in diese Realität hineingeplant werden, ohne dass die Engpässe sichtbar gemacht werden, entsteht halt keine ambitionierte Planung. Es entsteht eine höflich formulierte Überbuchung. Und dann kommt irgendwie so eine Zahl von wegen, die Person ist mit 20% eingeplant. Das klingt natürlich total ordentlich. Aber was heißt das? Ein Tag pro Woche, zwei halbe Tage, immer freitags, wenn sowieso alle keinen Bock mehr haben. Also das ist erstmal tolle Theorie. Aber Kapazität ist einfach was ganz anderes. Kapazität ist Verfügbarkeit zur richtigen Zeit, mit der richtigen Rolle, mit dem richtigen Zweck. Und genau deshalb reichen pauschale Prozentzahlen halt nicht aus. Und gerade bei Engpassrollen musst du noch konkreter werden. Welche Woche, welche Tage, welche Entscheidung, welche Projektphase. Und natürlich auch mit der Frage oder der Antwort vielmehr auf die Frage, und was bleibt dafür liegen? Ohne diese Fragen ist Kapazitätsplanung nur irgendwie lächerliche Zahlenkosmetik. Führen wir uns direkt zur Illusion 3. Wir entscheiden im Einzelfall. Und Einzelfallentscheidungen klingen auch total pragmatisch. Und manchmal sind sie auch sinnvoll. Aber nicht alles lässt sich vorab regeln und nicht jedes Portfolio braucht einen riesigen Steuerungsapparat. Aber wenn jede Ressourcenkollision neu verhandelt wird, ist das Portfolio nicht gesteuert, sondern es ist permanent improvisiert. Dann gewinnt nicht automatisch das wichtigste Projekt, sondern dann gewinnt das Projekt mit dem lautesten Sponsor oder mit dem dringendsten Kunden oder mit der höchsten Eskalationstraumaturgie. Ein Portfolio, das ständig im Einzelfall priorisiert, priorisiert in Wahrheit nur über Druck. Und das ist für Projektleitung und für alle anderen Beteiligten extrem frustrierend. Denn dann arbeitest du nicht mehr mit klaren Prioritäten, sondern du arbeitest mit Machtverhältnissen. Es gibt kein Projektportfolio mehr, sondern es gibt nur noch ein politisches Wettrennen um Engpässe. Und diese drei Illusionen tauchen halt oft zusammen auf. Also we have a listed, die Linie schafft das, and the rest entscheiden wir im Einzelfall. Das klingt mega flexible, and in Wahrheit is oft a perfected productions for the machine. But a priority, that not, is not an wunch with it. And now that priority is im Label, sondern it is in Entscheidungszeit, Engpasskapacität and Eskalationszugang. Und wenn all das fehlt, ist Prio 1 nur eine schöne Überschrift. Und stell dir einfach als Praxisbild vor, 38 Projekte und sechs Engpasspersonen. Und ich möchte es nicht aufmachen, nicht weil die Zahl überall gleich wäre, ist sie natürlich nicht. Sondern weil das Muster so vertraut ist. Stell dir einfach ein Maschinenbauunternehmen vor, in dem offiziell 38 Projekte laufen. Zwölf davon gelten als strategisch relevant. Und auf den ersten Blick sieht das Portfolio ambitioniert aus. Oder vielleicht sogar beeindruckend. Themen, Bewegungen, Zukunft und so weiter und so fort. Aber 24 Projekte greifen auf dieselben sechs Schlüsselpersonen zu. Und drei der Schlüsselpersonen sind zusätzlich mega stark im Tagesgeschäft gebunden. Und zusätzlich stehen noch mehrere Kundenprojekte kurz vor dem Abschluss, obwohl sie seit Monaten nicht mehr irgendwie neue Klärungen erzeugen. Also typisches Projekt Chaos. Viel zu viele Projekte auf Gelb, realistisch betrachtet, ist das gesamte Portfolio rot. Und irgendwie nur höflich eingefärbt. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Die Lösung ist nicht ein neues Tool, sondern die Lösung ist eine neue Entscheidungslogik. Eine vollständige Projektlandkarte, was läuft wirklich? Nicht nur die offiziellen strategischen Projekte, auch alle kleinen Initiativen. Und dann drauf zu gucken, alles, was Kapazität bildet, abzubilden. Zweitens musst du dann die Engpassrollen sichtbar machen. Nicht 200 Menschen durchplanen, sondern die wenigen Rollen erkennen, die das gesamte System begrenzen. Und die gibt es in jeder Organisation. Engpass-Ressourcen halt. Und drittens, ein Portfolio-Board mit echtem Mandat. Nicht nur Reporting, nicht nur Anhören, nicht nur Verständnis, sondern Entscheidungen. Start, Stopp, Pause, Prio und Ressourcenverschiebung plus Eskalation. Und dann passiert etwas, das in vielen Organisationen kulturell erstmal total wehtut. Fünf Projekte werden pausiert. Drei priorisierte Projekte werden aktiv geschützt und beschleunigt. Und zwei Initiativen werden bewusst nicht gestartet. Da sind ganz viele nicht begeistert, natürlich nicht. Aber Priorisierung ohne Enttäuschung gibt es halt einfach. Also selten bis gar nicht. Aber zum ersten Mal ist klar, was wirklich zählt. Und genau das entlastet. Nicht weil plötzlich weniger Arbeit wichtig wäre, sondern weil die Organisation aufhört, so zu tun, als könne alles gleichzeitig wichtig sein anderigt werden. Und das ist der Kern von Portfolioführung. Nicht mehr starten, weil man es kann, sondern bewusst auswählen, weil man das Projekt führt. Und jetzt kommt deswegen genau der Montagteil. Also kein großes Reifegrad-Modell, kein Portfolio-Tool und auch kein Methodenzirkus. Sondern 30 Minuten Portfolio-Klartext für dich am Montag. Einfach nur in drei Schritten. Schritt 1, Projektlandkarte. Die baut ihr in 10 Minuten und ihr macht sichtbar, was wirklich läuft. Ohne zu bewerten, zu diskutieren oder gleich zu verteilen. Einfach nur sammeln Projekte, die offiziell sind, inoffizielle, kleine Themen und so weiter und so fort. Und es geht einfach darum zu sagen oder drauf zu schauen, alles, was Kapazität bindet, auf die Landkarte zu bekommen. Und dann fragt zu jedem der Punkte knapp, worum geht es konkret, welchen Wert erzeugt es, wo steht es realistisch, welche Engpassrollen werden gebraucht, was muss entschieden werden und wovon hängt es ab. Und da entstehen oft schon die ersten Aha-Momente. Nicht weil Menschen vorher dumm waren, sondern weil das Portfolio bisher verteilt, versteckt und unterschiedlich benannt war. Daraus kannst du dann natürlich nicht nur du alleine, sondern daraus könnt ihr dann alle eine im Schritt zwei eine Engpassampel ableiten. Auch wieder nur 10 Minuten. Und da wird nicht irgendwie gefragt, welche Abteilung ist beteiligt, sondern welche Rolle oder welche Rollen sind wirklich knapp. Welche Rollen begrenzen aktuell die Umsetzungsfähigkeit? Welche ist stabil verfügbar, welche ist kritisch und welche ist bereits überbucht. Ganz wichtig, diese Ampel stellt nicht einzelne Menschen an den Pranger, sondern sie macht Engpässe im System sichtbar. Es geht nicht darum, die Konstruktion zu beschuldigen, dass sie es nicht drauf hat oder die IT oder die Qualität oder wie auch immer. Es geht darum, ehrlich zu sehen, hier hängt unser Portfolio nicht wegen fehlender Leistungsbereitschaft, sondern dann wegen begrenzender Engpaskapazität. Und dann Schritt 3, start, stopp, weiter. Die letzten 10 Minuten. Alles in allem 30 Minuten. Und was macht ihr da? Da wird es jetzt ernst. Drei Fragen. Erstens, was starten wir bewusst mit welcher echten Kapazität, mit welchem Schutz und mit welcher Entscheidung? 2. Was stoppen oder pausieren wir bewusst? Nicht als Scheitern, sondern als Akt der Führung. Und drittens, was führen wir bewusst weiter und warum? Nicht automatisch und nicht weil es schon läuft. Und übrigens auch nicht, weil niemand es anfassen möchte, sondern weil es nach Wert, Engpass und Priorität weiterhin sinnvoll ist. Und wenn ihr aus diesen 30 Minuten nur mit drei klaren Entscheidungen rausgeht, war es ein guter Termin. Ein Projekt starten, eins pausieren, eine Engpassrolle schützen. Das reicht für den Anfang. Denn der Reifegrad eines Projektportfolios oder einer Projektorganisation zeigt sich nicht daran, wie viele Projekte gestartet werden, sondern daran, wie bewusst Projekte gestartet werden. Und deswegen, sozusagen, nochmal als Merksatz, wenn du so willst, was starten wir bewusst und was bekommt dafür echte Kapazität? Was stoppen oder pausieren wir bewusst, nicht aus Schwäche, sondern aus Führung. Und welche Priorität schützen wir diese Woche ganz konkret? Und genau ab da wird es interessant und wird spannend für das Umsetzen der Projektarbeit. Und lass mich das Ganze einfach nochmal quasi ganz konkret zusammenfassen. Ein überlastetes Projektportfolio ist kein Naturereignis. Es ist das Ergebnis vieler Entscheidungen und vieler Nicht-Entscheidungen. Und jetzt die Frage, mit der ich dich heute gehen lasse. Welches Projekt schützt ihr gerade mit Priorität, obwohl ihr längst wisst, dass euer System es nicht tragen kann. Und wenn dir diese Folge hilft, abonniere den Podcast gern und teil die Folge mit jemandem, der gerade Projekte mehr jongliert als steuert. Und ja, hey, ich sage dir einfach danke, dass du heute mit dabei warst und freue mich, wenn wir uns hier bald wieder treffen und gemeinsam über Projekte und Projektarbeit nachdenken. Und bis dahin wünsche ich dir allseits erfolgreiche Projekte. Bis dann.