Timo Wahl YOGA-PODCAST
Timo Wahl YOGA-PODCAST
#37 Wie Achtsamkeit Stress bändigt und das Immunsystem stärkt
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Hast Du Fragen oder Anregungen..?
Der Moment, in dem du merkst, dass du nicht deine Reaktion bist, sondern den nächsten Schritt wählen kannst, verändert alles. Wir nehmen dich mit auf eine Reise durch Achtsamkeit als neurophysiologische Praxis: weg vom Autopiloten, hin zu echter Wahlfreiheit. Statt Stress nur zu dämpfen, zeigen wir, wie du Peaks zulässt, Plateaus verkürzt und dein Nervensystem so trainierst, dass Ruhe zur Grundkompetenz wird.
Gemeinsam setzen wir Wut in ein neues Licht: kein Fehler, sondern Bote deiner Bedürfnisse. Wir sprechen über kulturelle Double Standards, frühe Signale im Körper und die Kunst, Emotionen interozeptiv zu spüren, bevor sie dich steuern. Du erfährst, wie Inselrinde und präfrontaler Kortex zusammenspielen, warum die 90-Sekunden-Welle Emotionen entmystifiziert, und wie Achtsamkeit kognitive Bewertung lockert. Dazu verknüpfen wir klinische Erfahrung: Chronischer Stress schwächt das Immunsystem, doch gezielte Yogatherapie, Breathwork und Meditation können Marker verbessern und Selbstregulation stärken.
Praktisch wird es, wenn wir Zustände formen, die innere Arbeit erst möglich machen: von Beta in Alpha und Theta, über Wechselatmung, Yoga Nidra und einen intelligenten Vinyasa-Bogen, der Bewegung als Brücke zur Stille nutzt. So entsteht eine moderne Praxis, die westliche Lebensrealität ernst nimmt: Reize runter, Körper rein, Kopf klar. Kein Schönreden, kein Wegdrücken, sondern präzise Tools, die Stress metabolisieren und Gesundheit fördern. Wenn dich die Idee reizt, Reaktionsmuster in Wahl zu verwandeln und messbar ruhiger zu werden, hör rein, probiere die Übungen aus und erzähl uns, welche Praxis dich verlässlich erdet. Abonniere, teile die Folge mit jemandem, der oft „im Plateau“ hängt, und hinterlasse uns eine kurze Bewertung — welche 90-Sekunden-Welle willst du als Nächstes reiten?
Ankommen und Themenfindung
Speaker 1Lieber Timo, herzlich willkommen.
Speaker 2Liebe Ann-Sophie, herzlich willkommen.
Speaker 1Da sind wir wieder.
Speaker 2Da sind wir wieder.
Speaker 1Das ist toll. Ich freue mich sehr, dass wir das jetzt in eine weitere Runde führen Und jetzt in ein Gespräch, in einen Austausch Und wir haben ja eben schon gesagt, hoffentlich auch mit vielen praktischen Ideen und Anwendungsmöglichkeiten, jetzt mal einzutauchen In ein Thema, was wir gerade als Achtsamkeit auch im Kontext von der Neurophysiologie benannt haben.
Achtsamkeit als Brücke zur Meditation
Speaker 2Genau, wir hatten ja so ein kleines Vorgespräch und wussten ja beide für alle, die jetzt zuhören, nicht, worüber reden wir denn heute, und haben aber recht schnell eigentlich ein Thema gefunden. Also ich freue mich total auf das Thema. Ich finde es super spannend, und ich freue mich auch total drauf, mich jetzt auch inspirieren zu lassen, weil du hast ja ganz andere Sachen, die du mitbringst, als die, die ich ja auf dem Buckel habe. Die kenne ich ja schon. Also ich freue mich sehr Wunderbar. Ja gut, sehr schön.
Speaker 2Du hast ja gerade mir gegenüber auch geteilt, du kommst gerade aus Retreat, aus Prozessarbeit, auch gerade im Kontext von Achtsamkeit. Magst du da vielleicht einfach mal einsteigen und ein paar Dinge aus deiner Erfahrung jetzt auch der letzten Zeit teilen? Was heißt das für dich, was sind da Aspekte, die für dich auch v sehr intensiv beschäftigt mit dem Thema Achtsamkeit und auch mit dem Thema, den Yoga-Weg als Weg eigener innerer Entwicklung nutzen zu können. Und da ist ja das Thema Achtsamkeit ein ganz zentraler Tri und Angelpunkt Aus meiner Sicht häufig falsch verstanden wird der Achtsamkeit nicht wirklich geht. Sondern, bei der Achtsamkeit muss man auch dazu sagen, das ist ein Begriff, der Sati, eigentlich aus dem buddhistischen Kontext kommt und in den Yoga-Bereich eingeflossen ist ist Achtsamkeit ja als etwas definiert, was sozusagen als Bindeglied verstanden werden kann zwischen unserem Alltagsdenken, alltagszustand, unserem Alltagsreaktionsvermögen oder unseren Arten zu reagieren auf innere Dinge, auf äußere Dinge, und der Meditation.
Speaker 2Also sprich, wir brauchen eine Brücke, wenn wir uns entwickeln wollen, bevor wir einfach nur eintauchen und in die Leere versuchen zu gehen, was auch immer das jetzt ist, die Leere mit Doppel-E. Wir brauchen einen Mechanismus, in dem wir quasi mit unserer Innenwelt in Kontakt kommen und die inneren Prozesse, die im Normalfall im Alltag dazu führen, dass ich aus inneren Prozessen inneren, meist un und vorbewussten Prozessen des Denkens, spürens und Erlebens, des Hereintragens aus dem Un und vorbewussten Prozessen des Denkens, spürens und Erlebens, des Hereintragens aus dem Un und Unterbewussten von Glaubenssätzen, von Werten etc. Dass sich daraus innere Gebilde entwickeln ich nenne es mal Gebilde, die letzten Endes zu unserer Absichtsbekundung führen, die uns häufig weitgehend unbewusst ist. Und aus dieser Absicht, daraus agieren wir dann und fragen uns ja im Alltag ganz häufig warum habe ich denn jetzt so Banane reagiert? das passt doch eigentlich gar nicht.
Speaker 2Den Zuschauer zu spielen und uns dabei über die Schulter zu schauen, und das immer wieder, um quasi zu erleben, wie sich unsere inneren Gebilde aufbauen, ohne sie über einen Zustand von Bewertung darin zu hindern oder zu unterbrechen, um uns quasi besser kennenzulernen, um eines Tages das regulieren zu können. Also, es ist ein großer, großer Prozess, der da eigentlich mit der Achtsamkeit beschrieben wird, der den Output hat, letzten Endes über eine Form der beobachtenden Akzeptanz wie soll man sagen uns so weit zu beobachten, dass wir uns in unseren inneren Entstehungsprozessen kennenlernen, und erst wenn wir die kennenlernen, können wir starten, sie zu regulieren.
Speaker 1Was wir?
Speaker 2im Alltag halt meistens machen, ist was anderes. Wir unterliegen ihnen unsere Autopilotreaktion oder wir ärgern uns über uns, und alles ist nicht zielführend.
Speaker 1Ja schön, was deine Worte gerade auch in mir auslösen, ist dieser Aspekt eben.
Speaker 1Achtsamkeit ist nicht ein Tool, um jetzt bestimmte Dinge weg zu mindfulnessen, so ungefähr, sondern eben genau diese Präsenz mit dem und diesen inneren, ja häufig Interpretationen dieser eigenen Geschichte, die dann ja ganz häufig schlussendlich du hast es benannt auch zu unbewussten Mustern, also diese ganzen habituellen Denkprozesse, emotionalen Reaktionen, verhaltensweisen ja darin auch begründet sind, und da zu merken oh wow, was läuft da eigentlich, welche Räder werden da bewegt Du hast gerade das Wort Glaubenssätze auch reingeworfen Was liegt da im Argen?
Innere Muster, Glaubenssätze und Freiheit
Speaker 1was aber meinen Alltag und auch meinen Lebensweg zum Teil ja vollständig übernimmt und mit beeinflusst, und etwas das ist ja auch wieder nur ein Wort, aber etwas, was mich sehr, sehr fasziniert, auch an dem Yoga-Weg, ist so diese Vorstellung, zu einem inneren Freiheitsgrad zu gelangen. Und den verstehe ich eben auch in dieser Achtsamkeit. Da geht es nicht darum, dass bestimmte Dinge stattfinden oder nicht stattfinden oder Reaktionen ausbleiben oder auf eine gewisse Art anders ablaufen, sondern es geht darum, dass das Bewusstsein darüber, was da eigentlich läuft, mir die innere Freiheit gibt, eben bewusst Entscheidungen in die eine oder andere Richtung zu treffen. Und das empfinde ich als sehr reizvoll, diese Idee von Freiheit nicht im Sinne von Abwesenheit von Schmerz zum Beispiel, oder Anwesenheit von ständiger Glückseligkeit, sondern im Sinne von wow, ich bin in der Lage, mit dem, was da läuft, zu sein.
Speaker 2Und unterliege nicht diesen habituellen Impulsen, das in die eine oder andere Richtung einordnen und dann vielleicht auch sozusagen in Handlung zu treten, sondern schauen, also, wir müssen mit einer das ist immer so häufig, finde ich missverstandener Termin, das ist der Akzeptanz. Also Akzeptanz heißt ja nicht, dass wir uns akzeptieren, oh, so bin ich super, nehme ich so, und anders gibt es mich nicht. Das ist ja Ignoranz, aber Akzeptanz der Anwesenheit der Dinge in uns gegenüber. Also nehmen wir mal das klassische Thema Wut der Dinge in uns gegenüber. Also nehmen wir mal das klassische Thema Wut. Wir wollen alle keine Wut empfinden, aber alle acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten haben Wut als in sich angelegte Eigenschaft. Das ist halt einfach da. Und vielleicht zur Erklärung die Wut hat ja auch eine Funktion.
Speaker 2Es ist ja nicht so, dass sie schlecht wäre, sondern nur dann, wenn sie ein Maß erreicht, dass wir aus ihr heraus wüten, also Scherben hinterlassen, dann ist sie vielleicht so ein bisschen destruktiv. Aber sie ist ja in der Regel erstmal ein Antreiber, der uns daran hat, dass wir Bedürfnisse haben, die befriedigt werden wollen, und wenn wir dem nicht nachkommen, dann wird die Wut halt, sticht in der Kraft mit der Zeit größer und ist so die körperliche Quelle des inneren Sagens. Jetzt mach mal, bitte, kümmer dich mal um das, was dir wichtig ist. Und worauf ich hinaus möchte wenn wir Wut und das tun wir gesellschaftlich ganz häufig, gerade bei Frauen gibt es darüber ganz, ganz viele Studien, dass Frauen in vielen, vielen, also ich glaube allen Kulturkreisen, die uns hier irgendwie bekannt sind, ein kulturelles Problem mit dem Umgang mit Wut haben. Weil ich erinnere mal an das Deutsche eine Frau und Wut, das ist gleich die Furie. Da wird gleich so ein Schulterschluss getroffen, der ziemlich krass ist, ziemlich radikal, Und insofern neigen wir deshalb dazu, vielleicht die Wut zu unterdrücken, und dann haben wir einen schlechteren Zugang zu unseren Bedürfnissen, das heißt, wir können überhaupt nicht ausdrücken, was wir überhaupt brauchen.
Speaker 2Schwierig, dann sind wir vielleicht so ein bisschen auch übertrieben gesagt am Rumnölen, aber können nicht wirklich sagen, was wir lieber hätten. Das sind der klassische Kommunik macht das so nicht. Ja, wie soll ich es denn machen? ja, weiß ich auch nicht, aber so halt nicht Super konstruktiv.
Wut verstehen statt unterdrücken
Speaker 2Also nur, wenn wir dieser allen inneren Anteilen, und zwar so früh und aufmerksam wie möglich, also in ihrem Entstehen, bevor sie zu stark werden, liebevoll zuschauen, liebevoll im Sinne von sie, freudvoll, offen anerkennen, dass sie sind, und mal gucken, was haben sie uns mitzuteilen, nur dann haben wir die Möglichkeit, an unsere Bedürfnisse zu kommen, uns die Frage zu stellen was wollen die?
Speaker 2Und dadurch, dass in dem Moment die Emotion auch gehört wird, muss sie sich nicht weiter aufbauen. Wenn wir aber diesem häufig anerzogenen Dogma schon fast würde ich sagen folgen, alles zu unterdrücken, um in so ein Schema F zu passen, und das matchen zu müssen mit dem, was du gesagt hast nicht mehr, ich möchte nichts wegwerfen, sondern ich möchte gucken, was da ist Dann können wir auch einen viel besseren Umgang damit finden, weil es ist ja nicht möglich, die Wut über Bord zu werfen, aber es ist vielleicht möglich, auch den freudvollen Aspekt zu betrachten und vielleicht, statt aus der Wut zu handeln, aus der Freude zu handeln, aber nicht die Wut zu unterdrücken. Und das sind zwei paar Dinge. Und das geht nur mit einer Form von Introspektionsarbeit, die wir halt Achtsamkeit nennen, das heißt, ein dauerhaftes Zuschauen, und dann eines Tages entsteht die Möglichkeit, wirklich zu wählen, und genügend.
Speaker 1Entspanntheit entwickelt haben gegenüber dieser Anwesenheit, dieser Energie. Schön. Als du eben gerade über die Wut und auch vielleicht nochmal so dieses Geschlechter oder diesen Doppelstandard, den wir auch als Gesellschaft da ein Stück weit eingeführt haben, musste ich gerade an so einen Cartoon denken, was mir im Gedächtnis gebliebent, die sich so Und dann dreht sich die andere von ihrem Computer um und sagt so ja, dein Geschlecht, also so, und das eben zwei Frauen, die sich unterhalten. Also quasi die gleiche Verhaltensweise macht die Frau zur aggressiven Furie, und der Mann ist halt bestimmt und weiß, was er will. Also das erlebe ich auch sehr viel, dass diese Klarheit oder Bestimmtheit gerade bei Frauen häufig anders interpretiert wird, als wenn es dann in einer ähnlichen Situation vielleicht ein Mann gesagt oder auf eine bestimmte Art und Weise gehandelt hätte. Und das ja, ich will das gar nicht jetzt nur auf die Frauenschiene schieben.
Speaker 1Aber das Thema Wut und gespeicherte, unterdrückte, nicht wahrgenommene Wut, also unterdrückte Wut setzt ja vorauser, wir uns eigentlich in dem Sinne gar nicht mehr bewusst sind, da kann ich auch nur mich selbst reflektieren. Ich glaube, so als junger Erwachsener habe ich mit der Frage wie geht es dir mit deiner Wut, kennst du das, wie äußert sich das für dich? Hätte ich gesagt nö, also wütend bin ich eigentlich selten. Ich bin dann enttäuscht oder so. Also, ich war gar nicht in der Lage wahrzunehmen, dass ich Wut in mir trage, so sehr hatte ich das von mir weggeschoben und ein Selbstbild aufgebaut, in dem Ansophie doch nicht wütend ist. Ansophie ist vielleicht mal traurig oder enttäuscht, natürlich auch ein großes Stück passiv-aggressiv, aber die Reflexion hatte ich da nicht. Und jetzt über die Zeit merke ich okay, ja, einem Miteinander, aber das ist absolut ein Weg. Und das, was ich absolut faszinierend finde und verbringe da sehr viel Zeit, mich auch weiterzubilden ist wirklich auch medizinisch diese Fachrichtung Psychoneuroimmunologie.
Speaker 1Ich glaube, da haben wir im letzten Gespräch habe ich das auch- mal erwähnt einfach, weil das genau das Thema ist, wo jetzt die Wissenschaft kommt und sagt meine Güte, wir haben psychoemotionale Themen, zum Beispiel verdrängte oder unterdrückte Wut als ein Beispiel autonomem Nervensystem aus. Da haben wir eine schöne chronische Sympathikus-Aktivierung, die wir vielleicht auch irgendwann nicht mehr als solche wahrnehmen, weil das zu einem neuen Normal geworden ist Und sozusagen der Kontrast zu einem wirklich regulierten und schwingungsfähigen Nervensystem gar nicht mehr da ist. Also, ich laufe sozusagen dauerhaft auf 110% Stressantwort. Und das, wie äußert sich das jetzt in meinem Immunsystem, und wie ist das bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten relevant? Das finde ich unglaublich interessant.
Speaker 2Absolut.
Stress, Immunsystem und Krankheitsrisiko
Speaker 1Und gerade die Yoga-Therapie wird ja ganz häufig mit Schier-Stress-Reduktion und so gleichgesetzt, und da kommen wir nicht drum rum, uns auch eben diese psychoemotionale Ebene anzuschauen. Und natürlich das Thema Achtsamkeit Wie gehe ich denn damit um? Wie kann ich denn, wenn ich merke, wow, wow, wow, die Wut kommt? wie kann ich damit sein, wie kann ich das wahrnehmen, beobachten, wie kann ich auch die körperlichen Empfindungen als solche spüren und wahrnehmen?
Speaker 2Vielleicht sogar auflösen.
Speaker 1Ja, vielleicht sogar auflösen. Das ist ja die Arbeit, das ist genau die Praxis.
Speaker 2Das ist so Balsam auf meinem Denken. Gerade Das bringt so ganz viele Ebenen zusammen. Ich finde, du hast eben ganz viele Sachen gesagt, die es auf den Punkt bringen und alle miteinander verwoben sind. Ich würde gerne nochmal ganz kurz, weil ich würde selber gerne natürlich von deinem neuen, womit du dich beschäftigst, natürlich auch noch ein bisschen was mitnehmen für mich und wirklich ein bisschen in die Physiologie eintauchen, mich mal so ein bisschen inspirieren lassen. Aber du hast ja eben ganz viele Dinge miteinander kombiniert. Du hast am Anfang gesagt, du bist dir der Wut gar nicht bewusst, du warst eher mal enttäuscht oder traurig, um das mal auf die Achtsamkeit wieder zurückzubringen sobald ich enttäuscht bin, heißt das ja, dass ein Anspruch da war, weil eine Enttäuschung ist ja eine Traurigkeitsreaktion auf einen nicht erfüllten situativen Ausgang. Das heißt, ich hatte eine andere Idee. Also war eine Erwartungshaltung da, also war ein Bedürfnis da, und wenn das Bedürfnis nicht befriedigt ist, dann kommt Traurigkeit. Die nenne ich dann Enttäuschung Heißt aber, wenn das Bedürfnis da war, dann ist der Bote, der für das Bedürfnis eigentlich einsteht, nämlich das, was später zur Wut wird, was mich an Bedürfnis erinnert, hier anwesend gewesen. Nur die Idee darf ich mir Wut erlauben, oder ist Wut was Gutes, oder ist es vielleicht eher was Böses? und das darf ich nicht.
Speaker 2Die war wahrscheinlich dominanter, und in dem Moment spricht ja allein das Erwähnen des Wortes Enttäuschung dafür, dass diese Energien immer da sind und dass sie es vollkommen wegkonditionieren sind haben entweder zu viel Fantasie gehabt in das, wie es kommt, sich in ihre Fantasien gesteigert, oder sie haben was ich häufig in der Kommunikation erlebe sich nicht klar gemacht, was sie wollen, oder und das erlebe ich noch mehr das nicht kommunikativ veräußert. Also nicht gesagt, pass auf. Ich merke gerade, ich brauche genau das, und das ist mir wichtig. Das fehlt total. Und wenn das fehlt, dann haben wir natürlich auch keinen Zugriff auf die Wut, zumindest keinen auf eine sinnvolle.
Speaker 2Dann muss ich die so lange unterdrücken, bis die so groß wird, dass ich anfange aufzukochen, und dann haben wir auch noch subjektiv das Gefühl, wir haben eine wütende Person vor uns, die eigentlich, wenn wir es aus der Achtsamkeitsperspektive betrachten, einen schlechten Zugang zur Wut hat. Dann muss die Wut erst so stark werden, bis ich ihre Anwesenheit merke, und ich kann sie schlecht regulieren, weil ich dauernd versuche, sie zu unterdrücken, dass es mir irgendwann entgleitet. Entweder ich gehe in die Selbstaufgabe und gleiche mich an, machen ganz viele ein Anpassungsmechanismus im Leben nach dem anderen, oder ich raste vollends aus, und beides entspricht nicht dem sinnvollen Lebensweg, glaube ich, den die Menschen gehen oder anstreben sollten, streben sollten. Und das Zweite, was du gesagt hast, ist wirklich, dass ja immer, wenn wir sowas situativ nicht ausinteragieren, wir letzten Endes neuronal auf den Dingern, auf unseren Hormonen, also Neurotransmittern etc. Hocken bleiben, und das ist für unser System zutiefst ungesund.
Speaker 1Ja Massiv, und wie ungesund das ist. Also ich tue mich schwer du kennst mich ja jetzt auch ein bisschen ich tue mich schwer mit so absoluten Pauschalaussagen, und das ist tatsächlich eine, zu der ich mich durchringe und auch das Gefühl habe, ich habe da genug Wissenschaft quasi im Nacken, um sowas zu äußern. Aber wir wissen heute, dass Stress, also eine anhaltende Stressreaktion über unser autonomes Nervensystem die Ursache aller, und das ist jetzt der pauschale Anteil aller erworbenen modernen Erkrankungen ist, aller. Und das ist genau diese Achse, weil natürlich der anhaltende Stress das absolute Gift für unser Immunsystem ist. Und unser Immunsystem ist ja das.
Neutralität, Gleichmut und Immunbalance
Speaker 1Wenn wir in der Yogatherapie über die Kraft oder über die Selbstheilungskräfte sprechen, oder wie wir es auch immer nennen, geht immer nur um ein kompetentes, effektives, effizientes Immunsystem, bis hin zu Krebserkrankungen. Wir alle ich in diesem Moment, du in diesem Moment wir haben im Prozess der Zellteilung gerade auch entartete Zellen in uns. Das gehört dazu, und mein kompetentes Immunsystem hoffentlich ist gerade in der Lage, diese zu erkennen, zu markieren und einfach abzuräumen. Und Tumorerkrankung als ein Beispiel ist etwas, was ein Ungleichgewicht zwischen der Entstehung von entarteten Zellen und der Fähigkeit des Immunsystems, diese entsprechend abzuräumen, markiert. So ganz banal gesprochen. Also, das ist kein großer Boogie-Mann von außen, und auf einmal habe ich einen Tumor, sondern da sind wir wirklich tief in der Kompetenz unseres jeweiligen Immunsystems verankert.
Speaker 1Und ein Dauerstress, ein chronischer Stress ist eben das, was unser Immunsystem am ehesten längerfristig in seiner Kompetenz schwächt. Ganz einfach also so vom Mechanistischen gedacht Und dann zu überlegen okay, wir haben eine uralte Stressantwort. Da ist noch der Säbelzahntiger in uns, neurophysiologisch verankert, und alles in mir möchte gerne akut flüchten oder kämpfen, und der Körper stellt entsprechende Energien bereit. Da hat sich nichts geändert. Aber die Stressoren heutzutage sind ganz andere. Also, was führt mich und was hält mich auch in dieser Stressreaktion? Das finde ich eben sehr, sehr wichtig. Und das Thema Achtsamkeit, die Fähigkeit, mich achtsam mit diesen eben zuvor vielleicht vor oder unbewussten Prozessen auch auseinanderzusetzen, nicht reaktiv auseinanderzusetzen, ist etwas, was diese Stressantwort abschwächt bis hin zu beendet. Das ist die Kraft von Achtsamkeit.
Speaker 2Das heißt, du würdest vereinfacht gesagt sagen, dass, wenn ich in der Lage bin oder zunehmend in der Lage bin, innere Prozesse zu beobachten, die vielleicht in den letzten Monaten, wochen, jahren noch Stressantworten ausgelöst haben über die innere Bewertung gut oder schlecht, das macht ja was im limbischen System, und dann habe ich ja sofort eine Antwort, dass, wenn ich das beginne, quasi in einer Form von Neutralität zu bringen. Der Yoga kennt dann den Begriff von Varagya Gleichmut oder Upeka, upeksha, gelassenheit, großzügigkeit im Umgang mit inneren Dingen dass dann eine solche immunsuppressive Ausgangslage weniger stark zu erwarten ist 100%, 100%, genau.
Messbare Effekte in der Yogatherapie
Speaker 1Und in meiner Sprechstunde ich habe ja relativ viel auch Patienten, wo Themen rund ums Immunsystem eben auch als Diagnosen auftauchen, ob das dann eine Autoimmunerkrankung ist oder eben eine Begleitung bei Krebsdiagnose. Das sind die Ansätze. Oh, die sind natürlich alle auch noch anders medizinisch eingebunden. Aber ich erwarte mir von der Arbeit, die wir machen und da verstehe ich Yoga-Therapie eben sehr weit gefasst auch im Sinne mit der Arbeit mit dem unbewussten Materialien und eben diesem Aspekt der Achtsamkeit ich erwarte mir, dass dann bitte auch mit der Zeit entsprechende Messwerte sich verändern. Also wir therapieren da nicht ins Blaue, sondern die Idee ist wirklich zu sehen okay, wie sieht es denn aus mit den Antikörpern? Und da sehe ich eben und das sind nicht nur Bücher und Studien, die ich lese, sondern auch jetzt in meiner täglichen Praxis sehe ich, dass dann bestimmte Werte auch zurückgehen und sich das Immunsystem in seiner Kompetenz sozusagen auch wieder stärkt. Das ist das Schönste der Welt, das gibt mir sehr viel.
Speaker 1Sinnhaftigkeit. Es ist kein einfacher Weg. Es ist auch kein schneller Weg. Aber wenn das nicht nachhaltig ist, dann weiß ich auch nicht.
Speaker 2Ich wollte es gerade sagen. Ich habe mich selbst gerade beim Lächeln erlebt als.
Speaker 2Du das gesagt hast. Das ist ja nicht nur für dich ein super tolles Feedback oder für all die, die diesen Weg auch propagieren und versuchen, irgendwie auf ihre Weise authentisch zu vertreten und vielleicht weiterzugeben, sondern es ist ja auch Nommage an unsere Fähigkeit der Selbstregulation auf einer mehr als psychophysischen Ebene, also auf einer Komplettebene durch die Art und Weise, wie wir unser Leben führen. Das erinnert mich so ein bisschen an die Ausgangslage, weil wir ja auch wir sprachen ja vor Beginn unseres Podcasts. Ich habe gesagt was haben wir denn für Themen? Habe ich dir gesagt, wo ich gerade herkomme? Und mein letztes Seminar ist jetzt gerade gestern zu Ende gegangen.
Speaker 2Heute Montag, also Freitag, samstag, sonntag hatte ich innerhalb unserer 300 Stunden Weiterbildung gibt es ein Modul, das heißt Yoga als innerer Weg oder Yoga als Weg der Entwicklung, und genau da geht es darum, dass der Yoga ja auch intrinsisch aus sich heraus ganz viele Tools bietet, genau das zu tun. Du hast vorhin so schön gesagt, es gilt, nichts wegzumachen, und das ist ja ganz häufig der Ansatz in unserem Alltag. Also, wir sagen, wir haben Stress, da müssen wir so einfach die stresslösenden Faktoren wegpusten. Wer das kann, super möge es tun. Aber es ist ja nicht mal ebenso leicht, mit dem Leben so aufzuräumen, dass man es auf den Kopf stellt und auch noch finanziell überlebensfähig bleibt. Ja, also, wenn mir das Thema Sicherheit und oder soziale Bindung, was damit reinfällt, oder auch das Thema Freude etc.
Speaker 2Sinnhaftigkeit, wenn das wegfällt, dauerhaft, dann ist es mit meinem Immunsystem ja ohnehin nicht mehr so gut bestellt. Das ist eine massive Stressanwirkung jetzt nicht gerade vierfach im Lotto gewonnen habe, für die wenigsten darstellbar ist. Aber ich kann natürlich auch die Art und Weise. Natürlich kann ich ein paar Parameter in meinem Leben ändern, muss ich vielleicht. Aber nichtsdestotrotz ist ja viel von dem, was wir als Stress empfinden, selbst gemacht, im Sinne von bewertungsabhängig, Nicht alles.
Speaker 2Also ein Overload an Arbeit ist einfach nicht wegzudenken, ist nicht zu reframe. Aber ich kann mir jetzt um die Welt permanent Gedanken machen, wie schrecklich alles ist. Und ich rede nicht davon, bitte für alle, die jetzt schon denken oh Gott, oh Gott, jetzt kommt das wieder. Nein, ich rede nicht von dieser Yoga Leier, alles ist gut. Ich rede nicht von diesem Schönreden.
Speaker 2Das ist keine Lösung, weil das lässt uns den Bezug zur Wirklichkeit verlieren, was bei einer Therapie verhängnisvoll wäre, glaube ich, wenn wir uns da ins Schlaraffenland bieben, gedanklich und sagen wird schon alles. Aber worauf ich hinaus möchte, ist wir halten uns so häufig für defizitär, und wir halten so häufig viele unserer Anteile, die uns ungut erscheinen, als die müssen weg, so der Denkansatz. Wenn das erst weg ist, dann Aber ich kann zum Beispiel keine Wut wegnehmen, ich kann keine Traurigkeit wegnehmen, ich kann vor allem die Art und Weise, auf Dinge zu reagieren, nicht wegnehmen, weil die habe ich ja mal irgendwann mir selbst anerzogen oder habe es übernommen. Das heißt, wir stecken ja voller Muster. Der Yoga nennt es Samskaras erworbene Neigung, das heißt, diese Muster, aus denen heraus wir reagieren.
Stress ist nicht der Feind
Speaker 2Die haben wir ja. Ich wollte schon sagen, jahrhunderte, so alt sind wir nicht, aber wir haben ja jahrelang gepflegt. Heißt also, dass wir habituell ganz stark gucken müssen, mit welchen Lösungsschlüsseln, mit welchen Lösungsschlüsseln, mit welchen Kompetenzen, mit welchen Qualitäten gehe ich denn ans Werk. Und wenn wir uns im Leben betrachten, womit wir häufig punkten, was uns leicht fällt, wofür wir uns andere loben, dann sind es häufig Strategien, die wir zwar gut können, die deshalb sehr ökonomisch sind für uns, wenn wir sie anwenden, aber die auch natürlich so überstrapaziert sind, weil sie uns so leicht fallen, dass sie uns manchmal in die falsche Richtung bringen, weil wir sie überstrapazieren.
Speaker 2Also zum Beispiel ein arbeitssamer Fleiß ist, was Gutes, aber Fleiß überstrapaziert wird, komplett zur Überforderung. Aber worauf ich hinaus möchte, ist komplett zur Überforderung. Aber worauf ich hinaus möchte, ist, wenn wir diese Dinge überstrapazieren, dann laufen wir entweder ins Leere oder überfordern uns. Aber was noch viel wichtiger ist die anderen Kompetenzen, die wir vielleicht auch brauchen könnten, die kommen deshalb zu kurz, weil wir sie gar nicht einstudieren.
Speaker 2Jemand, der jetzt total auf Leistung getrennt ist, der schnell denkt, der schnell im Handeln ist, der Dinge schnell umsetzt, der mutig ist und Dinge angeht, der wird bestimmt sehr erfolgreich. Aber der ist oder hat zumindest das Potenzial, aber der brennt vielleicht auch schnell aus, der merkt vielleicht dann seinen Stress nicht. Selbst jemand, der sehr kreativ ist, der denkt, oh ist ja alles super, ich bin im Flow, macht Spaß und ist trotzdem dauerhaft im Stress. Das heißt, wir können nicht die Kreativität killen oder den Anspruch killen, sondern wir müssen eine zweite Kompetenz entwickeln, und das macht zum Beispiel die Achtsamkeitsarbeit zu schauen, was ist da, weil die ist ja nicht nur gekoppelt an Zuschauen, sondern du hast vorhin ja was ganz Wichtiges gesagt sondern auch an Erkenntnis.
Speaker 2Und wenn der denkende Geist eine Erkenntnis hat, dann kann nur der denkende Geist eine, das Gleiche ist, was rauskommt, aber für den Kopf was anderes nicht mehr so viel machen heißt eher, in der Aufgabe Entwicklung von Ruhe, entwicklung von Selbstfürsorge, entwicklung von gezielten Pausen für Spaß, für Ruhe, für einen Waldspaziergang Rausen, für Spaß, für Ruhe, für einen Waldspaziergang Und ich weiß, dass das auf den ersten Blick genauso klingt wie raus aus dem Stress, ist es ja auch, aber es ist ein ganz anderer Lösungsansatz. Wir entwickeln nicht das Zurücknehmen von Stress und arbeiten eigentlich gegen unsere Kompetenzen und Gewohnheiten, sondern wir entwickeln eine neue Gewohnheit. Und die neue Gewohnheit heißt die bewusst Auszeiten suchen, die bewusst nichts tun, bewusst in die Ruhe gehen, bewusst etwas leicht Kreatives machen, was dich kognitiv nicht anstrengt. Und das mag ein kleiner Schwenk sein in der Sprache, aber es macht in der Herangehensweise halt einfach einen riesengroßen Unterschied aus, weil die meisten Leute nehmen sich auch Jahr für Jahr vor, das ein oder andere nicht mehr zu tun, statt das Komplementär anzustreben. Das Komplementär der Übersteuerung ist die Ruhe.
Speaker 1Richtig richtig. Ja, ja, was mir noch wichtig ist es taucht auch jetzt, wenn ich zum Beispiel im Kontext des traumasensiblen Yogas ein Stück weit aufzeige okay, was passiert da, denn in unserem Nervensystem, sind so diese ersten Schritte deckungsgleich mit der Stressreaktion. Ich will jetzt da nicht weiter abbiegen, aber Stress und Trauma das ist mir gerade wichtig, das nochmal zu betonen sind in erster Linie nicht kognitive Programme, sondern es wird immer ein Leben lang Situationen geben im Außen oder entsprechende Dinge im Inneren, die dann über zum Beispiel den Weg der Amygdala, also sprich unserem Zentrum, wo zum Beispiel Emotionen, vor allen Dingen die Angst, klassisch Reptilienhirn, das liegt nicht im Bereich von dem, was wir entscheiden. Mache ich das auch, meine Erwartungshaltung an verschiedene Yoga-Übungen oder auch an einen therapeutischen Ansatz auch nochmal richtig auszurichten, stress zu haben, dann muss ich jetzt sagen, geht gar nicht und ist auch gar nicht so vorgesehen. Also die Angst auch vor Stress zu verlieren und einfach zu sehen, das gehört dazu.
Interozeption und Inselrinde
Speaker 1Es gibt auch Emotionen. Eine Wut ist immer auch eine Stressreaktion im Nervensystem, eine Angst. Selbstverständlich ist Stressreaktion im Nervensystem, wohlgemerkt, aber auch Freude. Stressreaktion im Nervensystem, wohlgemerkt, aber auch Freude. Also es geht nicht darum, diesen Boogie-Mann-Stress jetzt irgendwie immer in die Ecke zu stellen, sondern und da kommt mir gerade das fand ich wirklich ganz klasse, sage ich an dieser Stelle. Ich habe mal einen Vortrag gesehen auf dieser Online-Plattform TED, kennst du vielleicht.
Speaker 1Und da war der Mathieu Ricard, vielleicht kennst du vielleicht Ja, klar, und da war der Mathieu Ricard, vielleicht kennst du den auch.
Speaker 2Mein Lieblingspädester.
Speaker 1Ja genau, ach, der ist toll, also auf jeden Fall einer seiner Vorträge. Da ging es um das Thema Achtsamkeit, unser Thema heute auch. Und er hat eine kleine Studie mitgebracht, und die Idee war ganz einfach Zwei Gruppen. In der einen Gruppe waren eben Meditationsgeübte, also Meditationsmeister Ich weiß gar nicht mehr, wie das definiert war, ich glaube, 10.000 plus Stunden Meditationserfahrung Und dann Menschen, die noch keinerlei Berührung mit Achtsamkeitsmeditation in dem Sinne hatten. Und die Idee war, beide Gruppen wurden gleichermaßen verkabelt und hatten dann am Finger so eine kleine Elektrode, über die man dann mit einem kleinen Elektroschock einen Schmerzreiz setzen konnte. Und die Idee war jetzt machen wir das mal. Die Leute wissen nicht, wann der Schmerzreiz kommt, wie häufig er kommt, wie intensiv er kommt, und wir registrieren sozusagen dann die Reaktion mal im Nervensystem.
Speaker 1Und dann, so war es Stressreiz kommt, die Meditationsmeister sitzen da, die Stresskurve schießt in die Höhe, die pieken, das ganze System ist im Stress, weil Schmerz macht Stress. Also das ist auch wichtig nochmal zu verstehen wenn jemand zum Beispiel mit chronischen Schmerzen kommt, bedeutet das auch, das Nervensystem ist dauerhaft im Stressüberaktion. Also zurück zu unserem Experiment. Die sind hochgeschnellt, stress auf ganz natürliche Art und Weise hat sich im System gezeigt, ob die das wollten oder nicht, völlig egal, aber dann nach kurzer Zeit sind die quasi wieder zurück in Ruhezustand, völlig in Ordnung.
Speaker 1Das war einmal durchs System durch, wie so eine Welle. Die hatten das verdaut und waren dann wieder in Ruhe, da in Präsenz, wunderbar. Dann die Versuchsgruppe ohne Meditations und Achtsamkeitsvorerfahrung ähnlich vergleichbare Stresskurve. Also die sind nicht höher rausgeschossen, sondern ganz vergleichbar. Dann ist das Ding ein kleines bisschen abgeflacht und war ewig lange im Stressplateau.
Speaker 2Absolut glaube ich.
Speaker 1An diesem Versuchsaufbau finde ich, lässt sich so viel illustrieren. Erstens es geht nicht darum, nie wieder Stress zu haben, sondern wir werden alle schmerzhafte Situationen auf der einen oder anderen Ebene erfahren, auch bestimmte Emotionen brauchen, um die nötige Energie bereitzustellen, auch sozusagen die Übersetzung im Sinne der Stressantwort. Das ist nicht gefährlich. Aber das, was bei den ungeübten Meditationsmenschen sozusagen dieses Plateau erklärt, ist eben genau die Interpretation, Das, was wäre, wenn? oh Gott, oh Gott, kommt jetzt das Nächste. Oh, das erinnert mich an damals, Und da hatte ich dann eine Infektion am Finger und musste zum Arzt oder was auch immer. Also, da kommen dann diese ganzen habituellen Prozesse mit voller Wucht zur Geltung, Und das ist eigentlich das Spannende, Und da können wir eben auch über die Achtsamkeit lernen. Wie du es gesagt hast das Antidot zu Stress ist Ruhe. Wenn es mir gelingt, eben wieder in diese Ruhe zu finden, dann muss ich nicht etwas gegen den Stress tun, sondern das ist intrinsisch schon gegen den Stress gerichtet.
Vipassana, EMDR und Kopfkino
Speaker 2Das ist total interessant, weil einen ähnlichen Versuch gab es mit Bildern und emotionalen Reaktionen. Da war das genau das Gleiche, wobei nicht Geschulte. Damit hat man es mit Leuten gemacht, die Meta-Meditationen vor allem machen, so weit ich mich erinnere. Die konnten natürlich zum Teil sogar diese Bilder außen vor lassen, die haben die gar nicht an sich herangelassen, was so ein bisschen für unsere Fähigkeit spricht, uns vielleicht was manchmal gar nicht schlecht ist zu entkoppeln von diesen Nachrichten, die da alle so kommen, sind ja nicht immer so schön. Aber vor allem gibt es im Buddhismus dafür angelegt schon die Idee des Gandhas. Das ist ja eine ganz alte Geschichte im Buddhismus. Und vereinfacht gesagt es gibt ein Ereignis im Außen Rupyas, die Form also es verändert sich etwas. und dann gibt es auf der zweiten Ebene immer eine basale Reaktion. Die ist körperlich, du sagtest gerade präkognitiv, das ist so, die ist da. Das ist auch bei jedem Lebewesen, das mir auf diesem Planeten bekannt ist, über das ich mir gehört habe, so dass jedes Lebewesen immer versucht, raga sich auf Angenehmes zu bewegen und Leid zu vermeiden, Richtig. Also, es gibt eine körperlich basale Reaktion, und dann kommt aber die Ebene sozusagen der inneren assoziativen Muster, und da kann ich mit Achtsamkeit lernen, diese zu steuern. Also lasse ich die Kaskaden von einströmenden Erinnerungen dazu und stattfindenden Verknüpfungen zu einer inneren Wahrheitsgestaltung. So ist das. Oh Gott, oh Gott, das ist aber schlimm Und kommt bestimmt gleich. Der nächste Reiz Lasse ich das zu oder besinne ich mich auf die reine Wahrnehmung dessen, was gerade ist, und nehme auch wahr, auch das unterliegt der Veränderlichkeit und Vergänglichkeit ist gerade wieder weg. Ohne in diese Vorannahme zu gehen, weil es eben war kommt es bestimmt gleich wieder, diesen Stress.
Speaker 2Das ist ja auch der gleiche Umgang mit Schmerzen. Weißt du wahrscheinlich noch viel besser, dass Menschen ja Schmerzen auch antizipiert erlernen? Also, die haben Schmerz, und dann ist sofort dieser Schmerzvermeidung Schutzmechanismus drin. Jeder, der zuhört, kennt Schonhaltung, schutzhaltung, ausweichmechanismen. Das ist ja erstmal für den Körper gut, kompensatorisch zu reagieren, um Bewegung aufrechterhalten zu können. Aber wenn es halt das Gehirn macht, das sagt, oh Gott, oh Gott, da könnte es gleich wieder wehtun, dann sind wir so lange in der Schonhaltung, die wir gar nicht mehr bräuchten aus Angst vor dem Schmerz. Und das zeigt uns ja, dass unser Kopf uns immer wieder unbewusst einen Strich durch die Richtung zieht. Das zeigt uns aber auch, dass wir diesen Strich immer dünner werden lassen können durch Achtsamkeitsmeditation, bis wir eines Tages quasi an der Schwelle stehen. Nicht ad hoc, der Peak, nicht, der Peak ist erstmal da. Aber was die Nachhaltigkeit der eigenen Reaktion anbelangt, überlegt und sinnhaft zu reagieren. Und reagieren heißt, in der Reaktion halte ich dieses Bild von Bedrohung aufrecht oder registriere ich ist vorbei, ist vorbei.
Speaker 1Ja genau, was du gerade gesagt hast den Schmerz zu antizipieren, also allein die gedankliche Ebene, der Schmerz könnte da sein, oder was wäre, wenn aktiviert ganz ähnliche Areale im Gehiriv wahrgenommene Schmerz. Das ist eine Einteilung, die man gerade bei chronischen Schmerzen eigentlich in dem Sinne über Bord geworfen hat, zu sagen oh, wir haben Nozizeptoren, also sprich Rezeptoren, die sich darauf spezialisiert haben, schmerz zu registrieren. Das ist objektivierbarer Schmerz, und das, was ich dann an Geschichte daraus mache und was vielleicht auch zur Chronifizierung mit beiträgt, das ist subjektiv und ist quasi nur meine Geschichte und meine Story. Das ist tatsächlich obsolet. Also, man weiß heute, dass die Kraft der Antizipation in der Lage ist, diesen Schmerz effektiv zu rekonstruieren, und dann ist der real, und dann muss ich nicht mehr überlegen gibt es da jetzt effektiv noch einen Gewebsschaden, und ich habe mir den Schmerz nur eingebildet, sondern das ist dann so wie wir uns effektiv unsere Realität kreieren und wie sich das auch entkoppeln kann von Dingen, die sozusagen effektiv im Außen stattfinden.
Speaker 1Umso wichtiger, weil die Achtsamkeit eben dann wieder mit dem Kontakt aufnimmt, was gerade stattfindet. Das finde ich irre.
90-Sekunden-Welle der Emotion
Speaker 1Und eine Sache ich merke, du holst gerade Luft aber da möchte ich noch einmal kurz weitergehen, weil du hast was ganz, ganz Spannendes gesagt, nämlich auch in diesem Versuch, den ich gerade so ein bisschen beschrieben habe, die Fähigkeit, dann auch reinzuspüren, zum Beispiel jetzt, wenn der Schmerz da ist, und zu merken, ah, jetzt ist er ja nicht mehr da Und diese Fähigkeit, also Interrozeption nach innen spüren, körperliche Empfindungen bewusst wahrnehmen. Das ist etwas, was eben Hand in Hand geht auch mit den, mit Achtsamkeit, und da du hast ja vorhin auch gesagt, vielleicht kannst du neurophysiologisch noch ein bisschen ein paar Dinge noch daz dazu nehmen, weiß ich nicht, ob ich dir was Neues erzähle, aber diese interozeptiven Reize werden natürlich auch in unserem Gehirn verarbeitet. Einen Herzschlag wahrzunehmen oder Temperaturunterschiede im Körper zu spüren oder einfach in einem Schmerz oder zu merken irgendwie zieht sich gerade was in meinem Bauchraum zusammen, also die Aufmerksamkeit und die Beschreibung des inneren Erlebens und des inneren Milieus Das wird natürlich auch irgendwo in unserem Gehirn verarbeitet, und die Region, die dafür hauptverantwortlich ist, nennt man die Inselrinde oder Inselregion, und diese Inselrinde kriegt das jetzt alles mit und ist aber wiederum direkt auch gekoppelt mit dem sogenannten präfrontalen Kortex, der Ebene in unserem Gehirn, wo wir ganz viel dieser Bewertungen und diesem Was-wäre-wenn und Oh Gott, oh Gott, das kenne ich doch schon, wo diese Dinge eben stattfinden. Das heißt, während Achtsamkeit diese Aktivierung und die Bewertung im präfrontalen Kortex sozusagen mit der Zeit auflockert oder durchlässiger werden lässt, können wir durch das gezielte Wahrnehmen unserer körperlichen Empfindung, wenn wir üben, mehr reinzuspüren, können wir diese Achtsamkeitsebene weiter unterstützen. Und das finde ich total genial, weil dann gehen die Hand in Hand.
Speaker 1Gerade finde ich jetzt beim Thema Schmerz oder eben auch bei dem Emotionalen, da ist eine Wut zu überlegen. Wo in meinem Körper erlebe ich denn jetzt gerade diese Wut? Kann ich die für mich vielleicht gerade als eine Art von Empfindung beschreiben, experiencing und der körpertherapeutischen Traumaarbeit diesen Begriff Felt Sense geprägt, also die wahrgenommenen Empfindungen. Wie spüre ich meine Wut? In dem Moment, wo ich das beschreibe, bin ich aus der Geschichte und der Interpretation rund um die Wut ausgestiegen, nicht weil ich sie weghaben will, aber weil ich mir meine Aufmerksamkeit anders verankere, im Hier und Jetzt, im Körper. Und das ist einfach fantastisch, weil dann eigentlich diese Achtsamkeitsaspekte mit diesem tief verankerten Körperbewusstsein so schön miteinander Hand in Hand gehen.
Speaker 2Toll.
Speaker 1Machen wir oder Rollen wir die Matte aus und springen mal wieder rein.
Speaker 2Wir machen es ja in der Tat. Ich finde es immer so lustig. Deshalb lächle ich oft und hole so oft Luft, weil es letzten Endes es ist ja schön, gerade für uns hier im Westen. Wir haben ja immer gern so ein Erklärungsmodell, wir haben immer gern sowas Validiertes Ach, das funktioniert, weil Letzten Endes zeigen uns die ganzen alten Techniken, dass die das irgendwie schon immer gewusst haben.
Speaker 2In zwei Jahren habe ich eine Weiterbildung gemacht im EMDR no-transcript wütend wütet, wenn es was blockiert und nicht mehr in der Funktion ist, also keinen Zugriff mehr auf das Warum gibt. Und da hat man schon angefangen, das damals zu verändern mit diesem Bewinken Für alle, die das nicht kennen man ist quasi im Gefühl, man beschreibt die Intensität des Gefühls, man sagt auch, wo das Gefühl ist, und dann fängt man an, sich bewinken zu lassen. Also, man schaut quasi mit den Augen dieser Winkbewegung des Therapeuten hinterher. Und das Erklärungsmodell damals war bifokale Stimulation, also dass die Aufmerksamkeit an zwei Punkten gleichzeitig ist. Und dieses Bifokale, dass ich auf zwei Dinge gleichzeitig meinen Fokus lege, nämlich auf die innere Erfahrungswelt und auf etwas andere, entsteht ein dissoziativer Effekt von diesem Verordnetsein, die Wut zu sein Und damit der Wut zu unterliegen. Und das macht das Vipassana seit tausend Jahren. Vipassana macht nichts anders. Du sitzt halt da, und du schaust dir einfach. Du gehst durch deinen ganzen Körper durch, und zwar nicht auf der Suche nach Wut, aber die kommt ja irgendwann. Wenn du zehn Stunden am Tag sitzt, zehn Tage, dann bist du stinkwütend.
Speaker 1Kann mir keiner erzählen, ja genau.
Speaker 2Insofern kommst du da ohnehin immer die Dinge dran, und das kannst du auch übernehmen in den Alltag. Wenn du wütend bist, kannst du zur Wut werden, oder du kannst einen Step rausnehmen und kannst die Wut anschauen und kannst genau das gleiche tun. Das macht der Buddhismus seit tausenden Jahren. Du schaust liebevoll auf die Wut und fragst sie nach ihrer Botschaft, und dann machst du exakt das gleiche Du verortest sie, wo ist sie, du lässt sie zu damit und unterdrückst nicht, aber du gehst nicht den Step, den du im Alltag gehst, einfach blind aus dieser Wut alle assoziativen Gedanken noch sich weiterdrehen zu lassen, und das Ganze wird immer mehr Sondern.
Zustände schaffen: Alpha bis Theta
Speaker 2Du nimmst eine Metaposition der Betrachtung ein und schaust quasi neutral auf die Wut und erlebst sie als somatisches Phänomen innerhalb deines Körpers, was kommt, sich aufbaut, aber auch wieder abbaut. Wenn du das mit dieser Distanz, dieser liebenvollen Betrachtung machst, merkst du auch gleichzeitig noch, wenn du dich beobachtest, dass du Kopfkino hast, dass du Gedanken hast, bilder, erinnerungen, dass da plötzlich in der Wut über die Sache A die Erinnerung an die Sache B, c, d, e, f bis X, zweimal alphabethoch und runter dran hängt, deine letzten 25 Jahre Erinnerung die du gar nicht mehr richtig abrufen kannst.
Speaker 2Die sind dann so halb. Das ist eigentlich mehr limbisch als irgendwas anderes. Das sind dann irgendwelche diffusen Bilder. Aber in dem Moment, wo du das verstehst, weil du siehst, kannst du schon wieder über dich lächeln, und dann ist wieder der Schritt, den ich vorhin meinte. Dann kannst du aus der Situation raus und denken hast ja ganz schön Kopfkino gehabt, war gar nicht so schlimm, no-transcript gemacht, dass es noch nie eine, ein Gefühl gab Ich rede jetzt nicht von Trauer, weil jemand gestorben ist oder irgendwas, aber so ein Gefühl, was im Alltag mal entsteht, was auch mal ganz intensiv werden kann, was länger als eineinhalb, zwei Minuten angehalten hätte, wenn ich es untersucht habe Nee, das ist dann weg, das ist wirklich weg, und damit kann sie es auch abbauen. Und dann verliert auch diese Unterstützung da aus unserem alten Gehirnanteil mehr draus zu machen aus den Dingen. Die flautern auch so ein bisschen ab Und werden einfach schlicht und ergreifend handlungsfähiger.
Speaker 1So ist es. Diese 90 Sekunden, die du gerade anderthalb Minuten bis zwei, das ist tatsächlich auch das, was wissenschaftlich kommuniziert wird Ja das hat sich auf die Stressreaktion bei unseren tibetischen Mönchen bezogen, nach dem Schmerzreiz, aber das gilt eben auch bei Emotionen Die Emotionen als Reinform, bis sie sich sozusagen erschöpft hat. Ich finde das Bild einer Welle eigentlich auch ganz schön, bis so einmal die Welle durch den Körper gezogen ist. Geht, lässt sich auch nicht abkürzen, aber geht.
Speaker 190 Sekunden Also plus minus aber das ist genau das, was du gerade beschrieben hast, wenn ich damit wirklich bin. Genau, Ich kenne auch Gefühle, die gehen dann mal nicht zwei Minuten, sondern vielleicht mal zwei Tage oder zwei Wochen oder so, immer mal wieder. Also das ist ja unendlich verlängerbar, aber in dieser Achtsamkeit selber die physiologische Reaktion ist genau. In diesem Rahmen ist total spannend.
Speaker 2Die Achtsamkeit ist ja auch kein Mittel, alles wegzuputzen. Nee richtig, es gibt ja auch mal Gründe. da ist es ja auch mal ganz gut, sich zwei Tage aufzuregen weil du vielleicht auch mal zwei Tage ganz viel Kraft brauchst, dich gegen was aufzulehnen, kann ja auch mal sein. Richtig, oder was zu verarbeiten, also Trauer Es wäre schlimm, wenn man geliebten Menschen verliert, und nach 90 Sekunden sagt man gut, jetzt ist er weg Machen wir einfach so weiter? Das wäre ja schlimm. Ja, genau.
Speaker 2Ich rede jetzt auch von so Alters. Aber das ist das Interessante, dass du das sagst, dass es darüber so Untersuchungen gibt.
Speaker 1Ja, es fühlt sich auch ein bisschen konstruiert an. Also, wie will ich das jetzt genau nachweisen? Aber ja, theoretisch muss das gar nicht ewig lange gehen und wer weiß, wie im Körper sozusagen diese ganzen somatischen Marker und all das hinterlassen, sondern wir sind in der Lage, uns dem zuzuwenden, mit entsprechender Übung. Also ist ja auch wieder Übungssache, und das wie eine Welle zuzulassen und durchzulassen. Diese Durchlässigkeit ist möglich. Ja, genau, sehr schön.
Speaker 2Jetzt muss ich dich nochmal fragen Du bist so schön an die Wissenschaft angebunden. Gibt es denn neue Tools, neue Techniken, wo man sagen könnte boah, die sind total potent, diesen Stress runterzufahren, die vielleicht somatisch ansetzen oder wie auch immer?
Vinyasa als Brücke in die Ruhe
Speaker 1Also, was mich sehr interessiert, ist eben gerade wenn wir auch über Achtsamkeit sprechen oder in Kontakt mit einigen habituellen zum Beispiel Denkmustern zu kommen, samskaras, wie auch immer eine Methodik zu wählen, in der ich nicht unbedingt in meinem normalen Alltagsbewusstsein unterwegs bin. Also sprich, wenn ich in normalen EEG-Wellen, wenn ich in meinen normalen Beta-Wellen unterwegs bin und mich jetzt hier so lockerflockig mit dir unterhalte, ist es nicht unbedingt ein Zustand, der besonders förderlich oder fruchtbar ist. Um jetzt auch an diese tieferen Strukturen heranzukommen, also auch da zu sehen, inwiefern wähle ich eine Übung und nehme vielleicht vorausschauend erstmal etwas, was mich mehr in einen auch sozusagen intrinsisch nach innen gekehrten Zustand führt, also mal mindestens Alpha-Wellen, also Augen schließen, kontaktpunkte zum Boden spüren, erden zentrieren, abgrenzen, was auch immer dazu gehört, idealerweise sogar das würde man dann schon als beginnende Trance beschreiben Richtung Theta-Wellen, also sowas, was wir über das Yoga-Nidra gut erreichen können, oder eben mit etwas Übung auch in bestimmten Meditationszuständen oder mit ein bisschen Übung nach 10 Minuten Wechselatmung, wo einfach unsere Gehirnhälften in einer Synchronisation sind, die viel ja, ich bin wieder bei dem Wort fruchtbar aber die dann die Arbeit und die Möglichkeit der Achtsamkeit noch weiter unterstützen. Das wäre so etwas, was ich für mich im 1 zu 1 versuche, mehr einzusetzen, dass wir nicht nur quasi so ein bisschen an der Gesprächstherapie angelehnt versuchen, dinge zu verstehen, sondern wirklich auch selber in einem Zustand zu sein, in dem dann ein Stück weit eine Neubewertung oder Neuprogrammierung überhaupt möglich ist. Wir haben ja beim letzten Mal über das Breathwork gesprochen.
Speaker 1Fantastisch, durch allein die Veränderungen während dieser tiefen Atemprozesse auch teilweise ganz neue innere Türen aufgehen und auch Prozesse in Gang kommen, die ich so im normalen Alltagsbewusstsein vielleicht gar nicht in dem Sinne hätte eingehen können. Und von der körperbewussten, körpertherapeutischen Ebene her bin ich tatsächlich verwundert, weil ich auch jetzt, wenn ich Bücher lese oder Studien lese, eigentlich immer wieder zur guten alten Interruzeption geführt werde, egal auf welchem Wege. Also, was auch immer mir dabei hilft, mich selber besser zu spüren, ist etwas, was diese Regulationsfähigkeit und dadurch natürlich Stressmanagement oder wie auch immer wir das nennen grundsätzlich unterstützt Mich zu spüren Und das ist natürlich, was du hast vorhin gesagt mal in den Wald gehen, mal wieder mehr Ruhe reinbringen. In einer überreizten Welt, in der ich bei Stress, um mich abzulenken, von dem Stress vielleicht noch mehr Reize obendrauf gebe, von dem Stress vielleicht noch mehr Reize obendrauf gebe, mit Bildschirmzeit und Swipen und einfach einer unglaublichen Geschwindigkeit auch an Reizen, ist das Reinspüren natürlich schwieriger. Der Körper hat ja auch die Funktion Im Stress werden ja unsere Sinne geschärft, aber im Sinne der Extrozeption.
Speaker 1Ich möchte ja den Säbelzahntiger besser sehen. deshalb gehen die Pupillen auf. Ich möchte kleine Geräusche hören, deshalb nehme ich Lärm und Klänge um mich herum mehr, wahr? Also, wenn ich im Stress bin oder in einer sehr emotional intensiven Situation, wie Angst zum Beispiel, ist es umso schwerer, mal eben reinzuspüren. Also deshalb zu sehen, was kann ich machen, vielleicht auch durch eine Asana-Praxis, durch Pranayama, um überhaupt mein System mal so vorzubereiten, dass dann diese interrezeptive Arbeit und auch die Achtsamkeit auf fruchtbaren Boden fällt. Also, das würde ich sagen, ist auch wissenschaftlich so der neue Shit im Sinne von Tempo raus und nicht erwarten, dass ich zwischen zwei Meetings nochmal kurz eben da in die Tiefe gehe, sondern eher zu schauen, was braucht es denn, damit diese Übungen eben auch ankommen, damit ich da in diesen Selbstkontakt auch finden kann.
Speaker 2Aber genau da an der Grenze könnte ich oder an der Stelle würde ich wirklich erst regelrecht gerne Werbung für uns machen. Also, es ist nicht für uns zwei, sondern Werbung für das häufig verpönte Vinyasa-Yoga, weil das nämlich genau die Brücke schlägt.
Speaker 2Ich glaube, wenn wir nämlich anfangen ich meine, da sind ja jede Menge Neurotransmitter drin, die auch, vereinfacht gesagt, verbraucht werden, die einfach, ja, wenn ich mich bewege dann ist es gerade für gestresste Menschen, die noch komplett im Büro sind, eine total gute Sache. Die gehen in den Yoga-Unterricht und müssen nicht erst stundenlang still sitzen und atmen, sondern die fangen an, sich zu bewegen, zack, zack, zack mit dem Atemmuster, was vielleicht nicht ganz so sympathisch aktivierend ist, weil das schlicht und ergreifend etwas langsamer ist, fünf, sechs Sekunden aufwärts. Und dann führe ich die Überbewegung ins Fühlen überhaupt mal nach innen, damit die von ihrem Denken ans Büro mal entkoppelt werden, verschieße ein paar Neurotransmitter und werde immer langsamer, Und indem immer langsamer werden, kann ich dann irgendeinen Asanas vielleicht mal mit geschlossenen Augen machen, und kann sie dann vielleicht gegen Mitte zweites, drittes oder drittes Drittel schon der Praxis. Dann kann ich vielleicht eher ins Fühlen gehen, Dann merken die gar nicht, wie sie ins Fühlen kommen, Um dann in so einem regelrecht jingigen, harter sonst was in Verbindung mit Atemgedöns sozusagen zu enden, damit Menschen gar nicht merken, wie sie von ihrem Stress entkoppelt werden, am Ende ruhig sind, Und ich glaube, dass das wirklich für eine moderne Praxis spricht.
Speaker 2Vivekananda hat gesagt, wenn Yoga jemals in den Westen kommt, muss es eine westliche Praxis werden. Und wir haben im Westen eine Situation, die halt ganz anders ist als die Grundsituation, die die Yogis vor zweieinhalb Tausend Jahren vorgefunden haben. Wir sind total reizüberflutet. Wir sind in einer Megaleistungsgesellschaft, die uns durch dieses permanente Erreichbarsein ja auch noch kontrollierbar macht. Also, wir sind ja nie abgeschaltet, Und ich glaube, da braucht es nur, um für alle Zuhörer und Zuhörerinnen so eine Lanze für das Moderne zu brechen. Es braucht bei uns einfach ein am Anfang flotteres Yoga ohne Leistungsgedanken. Ganz wichtig Also nicht höher, schneller weiter.
Praxisbogen und Schlussgedanken
Speaker 1Und wenn ein Lehrer ein lehrendes Geschick macht, kann man dann ganz langsam beginnen, den Stecker zu ziehen Und Bewegung und dann den Körper mehr und mehr in die Ruhe zu führen Und sie auch abzuholen, wo sie sind.
Speaker 2So ist es, wenn du total Banane von der Sonsters Bank kommst, und dann hörst du dann vorne so, jetzt brauchst du gar nichts mehr zu tun, also da schicke ich.
Speaker 1Alle Leute, die ein Problem mit Wut haben, schicke ich dahin, weil dann werden die sehr schnell wütend, wenn da so ein Typ oder eine Frau vorne steht und sagt jetzt atmen wir ganz ruhig durch. Und man denkt oh, das kann ja wohl jetzt nicht sein.
Speaker 2Ja, das ist schwierig. Das ist ein Moduschange von 100 auf 0. Wie soll das gehen? Das ist wie eine Vollbremsung, das ist wie gegen die Wand fahren.
Speaker 1das tut auch nicht gut. Ja, ganz genau, und es ist meistens auch die eigene Erwartungshaltung ich muss mal mehr runterfahren. dann mache ich mal jetzt hier eine Entspannungsübung.
Speaker 1Es braucht meistens eben einfach noch eine Eisscholle zwischendrin Ist ja auch nicht, ist ja verständlich, da muss ich mir auch nicht Vorwürfe machen, wenn das dann nicht so gut klappt oder auch die Meditation aus einem sehr angespannten und reizüberfluteten Alltag nicht so gut gelingt. Aber mit den Tools, die wir eben in der Bandbreite des Yogas finden, haben wir so schöne Möglichkeiten, uns eben auch schrittweise in diesem schön gezogenen Bogen da auch mehr und mehr hinzubegeben. Und ich glaube, wenn wir auch die Wissenschaft in dem Sinne nutzen, diese Verständnisebene einzuziehen und zu sagen ach so, es macht Sinn, dass ich erstmal ein bisschen rauffahre und auch wirklich Kraft und Körperlichkeit mit einbeziehe, weil dann gelingt es auch besser, diese anderen Dinge zu tun, dann finde ich, ist das eine wunderbare Symbiose, und da verlieren wir auch nichts aus dem tiefen traditionellen Schatz, sondern nutzen eigentlich in einer Intelligenz das, was es heute braucht, um dann mehr in diesen Zustand des Selbstkontaktes zu kommen. Ja, da ist die Achtsamkeit, timo, wir haben jetzt den Bogen geschlagen.
Speaker 2Wir haben schon wieder eine Stunde weg, Ann-Sophie.
Speaker 1Sehr schön, fantastisch.
Speaker 2Wir treffen uns. Zack ist eine Stunde weg, zack So machen wir das Sehr schön.
Speaker 1Ich fand es war toll, Also mir hat es auch wieder Riesenfreude gemacht. Mir auch, timo, wir müssen gleich schon den nächsten Termin ausmachen.
Speaker 2Wir machen das Wieder ohne Thema.
Speaker 1Wir lassen es einfach, und dann schießen wir wieder los und schließen doch jetzt mal unser Gespräch ab. Ich hoffe auch, wenn du jetzt zuhörst, dass die Verständnisebene auch zu Inspiration und Motivation führt, ins Erleben zu gehen, in die Praxistiefe einzutauchen. Das wünsche ich uns beiden auch Timo.
Speaker 2Ja, ich schließe mich einfach da an. Absolut, dann hoffe ich, es hat allen Spaß gemacht.
Speaker 1Jawohl, bis zum nächsten Mal.