Timo Wahl YOGA-PODCAST

#43 Freude ist trainierbar und macht resilienter

Timo Wahl Season 1 Episode 43

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Hast Du Fragen oder Anregungen..?

Freude ist nicht nur ein nettes Gefühl, sondern ein Zustand, der Körper und Geist sortiert. Wir sprechen darüber, warum Freude im Yoga und im Alltag oft unterschätzt wird, wie sie sich im Atem und im Nervensystem zeigt und weshalb sie uns handlungsfähig macht. Uns interessiert dabei besonders die stille, tiefe Freude, die mit Zufriedenheit, Genussfähigkeit und einem bewussten Verweilen im Moment zusammenhängt und nicht davon abhängt, ob gerade alles „sinnvoll“ wirkt.

Wir nehmen auch die schwierigen Seiten ernst: Zu wenig Freude kann ein Hinweis auf chronischen Stress, fehlende Regeneration und eine dauerhaft überlastete Lebensführung sein. Anhand von Dopamin und der Polyvagaltheorie erklären wir, warum Freude im Überlebensmodus in den Hintergrund rutscht und warum fehlender Zugang zur Freude ein Warnsignal sein kann. Gleichzeitig schauen wir auf den nahen Feind der Freude: Euphorie, die sich gut anfühlt, aber uns unbemerkt in Überaktivierung und Erschöpfung treiben kann.

Aus der Yoga-Tradition bringen wir Mudita, die Mitfreude, ins Spiel: eine praktische Haltung, die Neid und Missgunst entkräftet, Verbindung stärkt und das Miteinander leichter macht. Zum Schluss wird es konkret für die Yogamatte und den Unterricht: Humor, ein nicht verkrampfter Ton und echtes Willkommen-Sein öffnen Räume, in denen Freude wieder auftauchen darf, ohne Leistungsdruck und ohne Selbstoptimierung.

Wenn dich Yoga, Achtsamkeit, Nervensystem-Regulation, Resilienz und emotionale Gesundheit interessieren, hör rein, teile die Folge mit einem Menschen, der mehr Leichtigkeit brauchen kann, und abonniere den Podcast. Welche kleine Sache machst du diese Woche nur um der Freude willen?

Begrüßung Und Warum Freude

Timo

Dann würde ich sagen, liebe Katharina, herzlich willkommen mal wieder bei mir im Podcast. Und ich lade mich einfach mal selbst bei dir ein.

Katherina

Ja, schön. Auch ganz herzlich willkommen, Thibu.

Timo

Wir setzen heute so ein bisschen die Reihe dessen fort, was wir begonnen haben. Wir haben uns ja irgendwie so ein bisschen in den Emotionen verhakt. Und dein Vorschlag letztes Mal war, dass wir uns über das Thema Freude unterhalten. Warum Freude? Wie bist du drauf gekommen?

Katherina

Also Freude, ich liebe es, mich zu freuden. Ich finde das schön, weil Freude ist für mich, was auch ganz zutiefst eine Verbindung zum Yoga hat, weil es gibt ja einmal so diese eher vielleicht bewegte Freude, wirklich als Emotion und auch so eine ganz stille Freude, die, also da sind wir ja zutiefst in der Yoga-Praxis. Und ich habe gedacht, das würde mich sehr freuen und interessieren, was du dazu zu sagen hast. Dadurch, dass wir das ja immer vielleicht auch für alle, die zuhören. So schön, dass ihr da seid oder dass du da bist. Wir sprechen das nämlich nie ab und das macht es noch so schöner, finde ich, zu gucken, wo es einen hinführt. Und ja, deswegen, Timo, war das Thema Freude ganz oben auf, nachdem wir jetzt mit Wut und Ärger uns, glaube ich, gut so ein bisschen vertieft hatten.

Timo

Ich finde es sogar, ich würde an der Stelle auch mal alle begrüßen, die zuhören. Ich freue mich, ich habe gerade auch in letzter Zeit ein paar ganz, ganz liebe Zuschriften bekommen und habe auch immer so gebeten, um Themenvorschläge. Also nochmal so an alle, die zuhören, wenn ihr Themenvorschläge habt, super gerne einreichen. Weil das ist eigentlich immer das, woran es bei mir hakelt. Ich würde auch mal wieder einen Podcast alleine machen, so habe ich die eigentlich gestartet. Und ich habe schlicht und ergreifend keine Themen, wo ich sagen würde, das interessiert doch wirklich alle. Das ist da manchmal so sehr speziell. Aber ich glaube, du hast ebenso schön gesagt, wir haben uns an dem Wut und an dem Ärger, an der Wut, an der Wut, so jetzt stimmt. An der Wut und dem Ärger so ein bisschen Angst hatten wir auch hochgezogen. Und ich finde, es ist jetzt auch mal Zeit, in die Freude zu gehen. Und auch gerade so im Kontext des Yoga, ich erlebe das gerade in Deutschland, ich weiß nicht, wie das woanders ist, aber gerade so in den Studios, in denen ich unterwegs bin, in unserem eigenen nicht so stark zum Glück, aber häufig als sehr envog über sehr schwere Themen zu reden. Und ich glaube manchmal, es ist so ein bisschen eine gute Yogastunde, die muss irgendwas ganz Schweres abhandeln. Und ich glaube, es kann sehr tief sein, ohne schwer sein zu müssen. Und ich glaube vor allem, dass die Freude und im Übrigen auch der damit verbundene, häufig vorkommende Humor, zwei, zwei ganz große Stützen sein können, dass wir die Dinge, um die es im Yoga eigentlich geht, vielleicht noch viel besser entwickeln und kultivieren und wiederentdecken können.

Katherina

Ja, oh ja, absolut. Sehr, das finde ich auch. Und es ist auch schön, wie du gesagt hast, weil ich glaube, dass Freude und Tiefe sich so überhaupt gar nicht im Weg stehen, im Gegenteil. Oder auch Humor, dass es eine Leichtigkeit hat in einer sehr tiefgründigen Praxis. Sowohl auf der Yogamatte wie auch im Leben. Also das steht sich null im Weg im Gegenteil. Ich finde, das stützt sich gegenseitig ganz wunderbar.

Timo

Vielleicht könnten wir heute so ein bisschen gucken, wofür ist Freude gut? Was passiert, wenn zu wenig Freude da ist und was bremst vielleicht Freude? Was passiert vielleicht auch, wenn zu viel Freude da ist? Weil auch das kann passieren. Wofür kann man es da vielleicht oder wie können wir es davor bewahren? Ja, und wie und wann können wir es vielleicht auch im Yoga-Unterricht oder in der eigenen Praxis so ein bisschen verfügbar machen. Das kommt mir so gerade in Garde.

Katherina

Ja, schöner Fahrplan, würde ich sagen.

Timo

Gut, dann lass uns doch mal schauen. Wir hatten ja schon mal so ein bisschen, ich glaube, ich hatte mal so meine Definition oder unsere hauseigene Definition dessen, was Emotionen sind, reingeworfen oder wofür Emotionen stehen können. Ich habe sie immer mal beschrieben, ich glaube auch in unserer Historie, unser Podcast, als Botschafter unserer Bedürfnisse. Also Emotionen sind ja immer da, das ist das rein Körperliches, was uns ja irgendwo auf einer somatischen Ebene

Emotionen Als Botschaft Von Bedürfnissen

Timo

an Dinge erinnert, die unser System gerne hätte oder bräuchte. Und insofern sind ja alle unsere Emotionen irgendwie ganz gut und irgendwie ganz sinnvoll und sinnhaft und haben ihre Berechtigung. Wie würdest du denn Freude definieren? Wo kommt die denn her? Was verbotschaftet ihr denn so?

Katherina

Schöne Frage. Also Freude ist für mich auch was, was sich ja zutiefst auch wieder im ganzen Körper erleben lässt. Und ganz zentral auch bei einem unserer, glaube ich, auch beider Lieblingsthemen, sind wir sofort auch beim Atem. Das, also wirklich, Freude ist ja nichts, was im Kopf stattfindet, sondern wieder wirklich unser ganzes Sein ist da angedockt. Und ja, was ist es? Also, es bringt wirklich in eine Aktivierung, finde ich, ein Stück weit. Und auch in Richtung Zufriedenheit oder zeigt auch, ich weiß nicht, ich finde auch immer, das ist so was immer, was der Seele auch gut tut, macht das sehr deutlich. Also, wenn ich wirklich so eine Freude habe, das ist eigentlich ein ganz guter Wegweiser, dass ich da gerade sehr, also im Sinne meiner eigenen Bedürfnisse sozusagen erfüllend unterwegs bin, wenn sich Freude einstellen darf.

Timo

Also sprich, sie kommt dann, wenn du Bedürfnisse erfüllst und dir das auch ganz gut von der Hand geht, oder respektive du ein Erfolgserlebnis hast?

Katherina

Das schon. Oder auch wenn ich was tue, was ich einfach auch wirklich gerne tue. Also zum Beispiel, als wir, ich liebe Wasser und als wir da den Retreat in Goa im Februar unterrichtet haben, ich war bestimmt jeden Tag eine Stunde in diesem 27 Grad warmen Meer und ich war so beseelt. Also es hätte, glaube ich, sonst was für eine Nachricht kommen können, es hätte mich nichts erschüttert. Und ich habe sogar, als ich wieder zu Hause war, ein paar Nächte geträumt, ich bin in diesem Meer. Also, weil ich hatte so eine tiefe Freude, in diesem warmen Meer zu sein. Das hätte ich mit, kann ich mit Worten gar nicht ausdrücken. Und ja, also es ist gar nicht immer geknüpft an im Sinne eines, weiß nicht, ob das war, wo du so ein bisschen hinwolltest, im Sinne von eines Erfolgserlebnis oder ich erreiche irgendwie was, sondern auch, es hat so ganz viele Nuancen.

Timo

Absolut, absolut. Das heißt, ich finde nämlich, es hat ja ganz viele Aspekte, du hast eben den Atem erwähnt. Wenn wir uns angucken, wie sich der Atem verändert unter Freude, dann ist der Einatem betont und brustig. Das heißt, Freude hat immer irgendwas mit einer Aktivierung zu tun. Und damit ist es handlungsorientiert und damit ist es auch ein ganz wichtiger Handlungsantreiber. Und worauf ich gerade hinaus wollte, es gibt ja eigentlich zwei Möglichkeiten, uns in der Handlung wohlzufühlen, in die Handlung zu kommen.

Atem, Aktivierung Und Wertschätzung

Timo

Entweder wenn wir etwas gerne tun, weil wir uns daran erfreuen, oder wenn wir etwas tun, was neutral ist oder vielleicht nicht mal so dolle für uns, aber wir ein Erfolgserlebnis haben, dann auch. Also es hat immer irgendwas mit einer Form von Belohnung zu tun. Und damit hat es für mich unglaublich viel mit dem Thema Wertschätzung zu tun. Also wenn wir uns freuen über etwas, an etwas, dann schätzen wir das, was auch immer es ist, in dem Moment wert. Und das ist dann auch ein Augenblick, der später vielleicht zur Dankbarkeit werden kann, wo wir halt bewusst erfahren, wie schön es gerade ist, wie gut wir es haben, was wir alles besitzen, also auch auf einer geistigen Ebene oder Vermögen zu tun. Und deshalb glaube ich, ist uns Zeit für Freude zu nehmen, ein ganz wichtiger Aspekt. Also wenn ich so Kindern zuschaue, also vielleicht nicht allen, aber so diesem, was man mit Kindern, glaube ich, verknüpft, dass man ihnen irgendwas vermeintlich Kleines gibt oder sie sich an einer Kleinigkeit erfreuen können. Und die nehmen sich halt wirklich Zeit für diese Freude. Das ist nicht so dieses kurze Abhaken, ah ja, danke schön, wunderbar Nächstes, sondern es ist wirklich im Augenblick zu verweilen und das, was da gerade ist, komplett wertzuschätzen.

Katherina

Ja, oh, das ist schön. Ja, das stimmt. Das kann man gut beobachten, dass man dem wirklich, also wie so ein Eintauchen mit dem ganzen Sein in dem Moment wirklich das auch vielleicht auch einfach auch sich erlauben zu fühlen. Vielleicht ist es das auch, was wir Erwachsenen oder viele Erwachsene vielleicht auch irgendwie verlernt haben, dass man sich das wirklich erlaubt, in dem Moment voll da drin zu sein und diese Zeit da reinzugeben, weil es was ganz Schönes, Wertvolles für uns bereithält.

Timo

Ich glaube sogar, um an dem anzuknüpfen, was du gerade sagt hast, das finde ich einen interessanten Gedanken, den weiterzuspinnen. Weil ich glaube, wenn ich das mal rumdrehe, dass wir uns, es gibt ja so die Leute, die jetzt hin bis zur Selbstverletzung irgendwie eher so in das Gegenteil dessen gehen, um sich überhaupt noch zu spüren. Wenn sie einfach zu abgestumpft sind, wenn sie zu viel zu tun haben, wenn sie nämlich zu wenig Freude und Erfolgserlebnisse haben. Und ich glaube, dass man das sehr wohl wirklich unterstützen muss, dass man das üben muss, dass man sich da Zeit und Räume für schaffen muss, um genau das zu tun. Und für mich bedeutet das zum Beispiel auch, mir bei allem Alltagsstress, also ich, ja, ich weiß, ich habe ein Yogastudio und trotzdem ist Stress da. Ich glaube, du hast letzte Woche mit der Nicole Bongas gesprochen, gell? Ja, ich habe es, hab nur den Titel gesehen. Die Nicole ist ja auch schon Yoga-Unternehmerin seit hunderttausend Jahren. Und ich könnte mir vorstellen, dass sie es ähnlich gesehen hat. Es ist halt ein tolles Business und trotzdem ist es halt auch ein Business.

SPEAKER_02

Und so.

Timo

Und deshalb, ich habe für mich entschieden, mir wirklich für die Dinge, die mir wichtig und wertvoll sind, Zeit zu nehmen. Und das bedeutet, im Sinne eines Ausgleichens, wir sind ja manchmal so auf der Schiene unterwegs, das muss ich noch machen, das. Und wenn ich das und das alles nicht geschafft habe, dann ist es aber nicht genug. Und ich habe wirklich so, ich weiß nicht, ob ich es Gabe nennen soll oder ob ich es Dummheit nennen soll, aber ich kann Dinge trotz Wichtigkeit ab einem gewissen Punkt, wenn ich merke, ich bin

Freude Verlernen Und Wieder Üben

Timo

durch komplett ausblenden und ich lasse dann zum Teil sogar Dinge mal gegen die Wand fahren, um mich genau dem zuzuwenden, was mir halt auch wichtig ist für mich. Ich setze mich dann mittags irgendwie eine Stunde ans Klavier und spiele. Können nochmal zwei werden. Und das habe ich schon immer gemacht. Und ich glaube, das ist sogar für mich, ich weiß nicht, das soll jetzt keine Selbstbeweichung sein, überhaupt nicht. Sondern, weil ich weiß auch nicht immer, ist das jetzt gut oder nicht? Es hält sich auch nicht immer die Waage. Aber so vielleicht als Idee, ich glaube, dass wir, weil ich erlebe das für mich, ist es ein riesengroßer Resilienzfaktor, dass die, die uns gerade zuhören, die vielleicht das so ein bisschen so, vielleicht nicht den besten Zugang haben, sich vielleicht mal die Frage stellen können, gibt es Freiräume, die ich mir schaffen kann, um einfach nur mal was zu tun, was keinem Sinn und Zweck dient, außer der Freude selbst.

Katherina

Ja, wie schön. Ja, das finde ich ganz, ganz wichtig. Und das ist, glaube ich, überhaupt nicht so leicht. Also ich finde ja, das ist eher, weiß ich nicht, ich finde das großartig, wenn das da ist. Sehr, sehr, ja, vielleicht sehr, sehr weiß. Wer weiß, wo das herkommt, Thibu, das ist großartig.

Timo

Ja, vielleicht ist es doch einfach nur ein großer Hang auch mal zur Faulheit, den Dingen gegenüber, die ich halt auch nicht so gerne mache. Das spielt da auch mit rein, um ehrlich zu sein. Man kann es ja alles ein bisschen reframen. Aber es ist auf jeden Fall sehr ähnlich. Also mir hat es schon immer gedient.

Katherina

Ja, und ich finde das auch ganz wichtig. Also dieses, ich glaube, ich weiß nicht, aber ich empfinde das immer so, dass das auch gerade in Deutschland dieses Fleißigsein und irgendwie Planerfüllung jeden Tag dazu bringen, ist ja sicherlich auch so ein bisschen historisch mitbedingt. Das hat ja Gründe auch, wieso wir so eine Mentalität auch entwickelt haben. Und gleichzeitig finde ich gerade dieses, dass man sich, also ich finde wirklich, für mich ist es so, das braucht wirklich fast so eine innere Erlaubnis, davon mal abweichen zu dürfen, weil auch alle sagen immer, ich habe keine Zeit für das, für das, für das. Und am Ende ist es, es ist manchmal so, das kenne ich auch gut, und gleichzeitig ist es aber ganz oft auch natürlich die Wichtigkeit, die wir Dingen geben, und da auch Räume zu schaffen, wo wir, wie du gesagt hast, was tun, was uns einfach in Anführungsstrichen in großer Schönheit nur der Freude dient, in dicken Anführungsstrichen, ist so wichtig. Und ich glaube, dass auch richtig viele Menschen es gibt, die auch vielleicht gar nicht mehr wissen, wenn man die fragen würde, was erfreut dich denn so richtig, dass die das gar nicht so leicht beantworten könnten, weil das so weit weg vom Alltag gerutscht ist oder so verlernt ist. Also für mich ist es immer so wie ein Verlernen, weil ich glaube, wir sind dazu sehr in der Lage, jeder Mensch zu freuen.

Timo

Das ist lustig, weil das, was du gerade sagt hast, hätte ich gerade so ganz gern so an alle mal kurz formuliert als Frage, die uns gerade zuhören. Weil genau das erlebe ich auch. Sich wirklich mal die Frage zu stellen, was bringt mich in die Freude, was macht mir Spaß? Was mache ich gern? Und es nicht zu knüpfen an Sinnhaftigkeit. Es darf mal so kindig, richtig kindlich sinnbefreit sein. Und insofern finde ich es ja vollkommen doof, wenn man darüber urteilt, was Leute in die Freude bringt. Also ich kann auch als erwachsener Mann noch mit Lego spielen, ja, ist jetzt nicht meins. Ich kann, keine Ahnung, sinnlos in der Ecke rumzappeln und tanzen, ich kann Musik machen, ich kann was malen, ich kann Spaziergang, aber ganz egal, oder ich kann was basteln oder ich kann kochen oder das muss ja nicht immer an irgendeine sinnhafte Tätigkeit gekoppelt sein. Ich glaube sogar im Gegenteil, das ist wichtig, weil wenn wir es immer an sinnhafte Tätigkeiten oder vermeintlich sinnhafte Tätigkeiten koppeln, dann sind wir in so einer Zweckgebundenheit der Freude. Und ich glaube nicht, dass sie so intrinsisch ist, wie sie dann sein könnte. Einfach mal Dinge tun, auch als Belohnung darf es sein. Und vielleicht eins, das hat ja auch ganz viel mit Dopamin zu tun. Also Freude und Dopamin sind auf einer Spur. Keine Freude, kein Dopamin. Also zu wenig Freude führt uns auch ganz gern mal in so eine Zurückgezogenheit, in so eine Ängstlichkeit, in so eine Traurigkeit, in so eine Depression durchaus. Sieht man gut leider bei Parkinson-Patienten. Die haben eine verminderte Dopaminproduktion und die sind, die haben dann wenig Freude und die haben einen schlechten Zugang zum Teil und die sind dann generell von ihrer Stimmung manchmal schwer, dass sie da hochkommen. Und das ist generell für uns ein Stimmungsaufheller und ist auch ein Ankurbler, der uns also auch irgendwie in die Tatkraft bringt, so ein bisschen.

Katherina

Und das ist ja auch schön, sich da drin auch zu erleben. Das macht natürlich was anderes. Also auch wenn wir immer aus Yoga-Sicht natürlich das nicht werten nach gut oder schlecht oder sowas. Aber so, das ist natürlich auch für uns, also für mich ist da ganz nah auch immer so Zufriedenheit und auch vielleicht auch eine gewisse Genussfähigkeit, ist irgendwie so ein so ein Verwandte der Freude für mich. Weil das ist ja auch so was, wenn ich mir erlaube, was zu genießen, das ist ja auch nicht immer vielleicht jetzt meinem, also auf allen Ebenen, das ist ja jetzt auch nicht immer so, dass das jetzt irgendeinem großen Ziel dient, sondern das ist ja

Dopamin, Stimmung Und Tatkraft

Katherina

wirklich das pure Feiern sozusagen des Lebens und der Freude und des Hierseins auf der Erde vielleicht. Ja, also ist spannend.

Timo

Ich finde, du hast gerade eine schöne Verbindung geschaffen, die ich auch sehe immer, wenn Freude nicht total überschwänglich ist, das sieht assoziiert mit einer guten Form von Ruhe, nämlich durch genau diese Genussfähigkeit. Also wenn ich in der Lage bin, Freude zuzulassen ohne schlechtes Gewissen, weil ich sage, hey, das steht mir zu, ich habe jetzt wirklich genügend gearbeitet. Und jetzt ist bewusst Zeit, um einfach mal dem Müßiggang nachzugehen und das zu tun, worauf ich Lust habe. Weil ich derjenige bin, der entscheidet, was ist gerade wichtig und nicht irgendein Gesetz dieses Mannes, dieser Mann, man macht das nicht oder man macht das so. Und wenn das stattfindet, das erlebe ich zumindest bei mir, dann bin ich A meistens ganz im Augenblick und dann bin ich auch mal entkoppelt von Sorgen und To-Do-Listen. Und das ist dann eine aktive, weil Freude ist was Aktives, aber eine aktive Zeit der Erholung, also auch der mentalen Erholung, Neuausrichtung. Im Gegenteil sogar, ich richte dann, wenn ich in der Freude bin, mein Geist auf die Möglichkeiten aus. Und das gibt mir einen ganz anderen Zugang, weil wir denken ja kontextuell assoziativ. Also wenn mein Zugang von der Freude befeuert wird, meine Assoziationen, dann wird auch das Zückschwingen in die Arbeit meistens ein bisschen leichter. Und ich glaube darüber hinaus sogar, dass wir uns für die meisten Aspekte unseres Alltags auch, oder den meisten Aspekten unseres Alltags, auch wenn sie Arbeit heißen, immer ein gewisses Mindestmaß an Freude abbringen können. Also ich glaube, es hat viel mit unserer Haltung zu tun, weil ich kann mich natürlich per se dafür entscheiden, mich über eine Arbeit, die mir nicht schmeckt, zu ärgern. Ich meine, da bleibt bestimmt ein kleiner Rest, der uns nie schmecken wird. Aber ich glaube, dass wir viele Aspekte unseres Lebens mit, wenn wir es bewusst wollen, mit ganz viel Freude ausschmücken können. Und dann werden sie uns leichter und für andere, die mit uns zusammenarbeiten, irgendwie auch.

Katherina

Oh ja, ja, wirklich. Also ich finde, das ist ähnlich wie mit der Dankbarkeit. Da ist es, glaube ich, viel verbreiteter auch, dass man wirklich, wie du sagst, einfach sich auch so ausrichtet. Und ich finde, selbst in Aufgaben, die man vielleicht so mittel gerne hat, lässt sich trotzdem, ich finde, wenn man gut hinguckt und das auch zulässt, es in vielen Dingen viel mehr Freude auch versteckt oder zu finden. Wenn, und es hat für mich auch wieder ganz viel mit, auch tatsächlich auch, hatten wir auch, so sind wir schon schön lang, auch mit Achtsamkeit zu tun und den Moment dann auch wirklich so bewusst zu erleben. Also ich glaube, es findet sich in vielen Leben bestimmt viel mehr Freude, als auf den ersten Blick vielleicht erscheint.

Timo

Ich würde gerne, bevor wir uns auch vielleicht der Frage, was kann denn passieren, wenn es so viel Freude da ist, weil ich behaupte, das kann sein, würde ich mich gern ganz kurz in den Yoga-Beweg, Yoga-Beweg, in den Yoga-Weg begeben. Und zwar ist ja da aus dem Buddhismus kommend, gibt es ja eine Stelle, wo die sogenannte Mitfreude beschrieben wird. Mudita. Und das gehört aus dem Buddhismus kommend, für den, die es nicht kennen, zu den sogenannten Brahmaviharas. Im Yoga nennt sich das Bhavana oder Bhavanata, etwas Kultivieren. Und es geht um das sozusagen künstliche Herbeiführen, üben, kultivieren und dadurch entstehendes Ausbauen von geistigen Qualitäten der liebenden Güte, des Mitgefühls, der Mitfreude und ich möchte mal sagen, der Großzügigkeit und Gelassenheit. Diese Mitfreude, die ist ja nicht umsonst angelegt im Yoga-Weg. Wie gehst denn du damit um? Wie siehst du die Mitfreude? Warum braucht es Mitfreude?

Katherina

Also für mich ist das eine ganz große Quelle auch an Freude. Und also, ich finde das erstmal auch Freude, finde ich, hat ja ganz viel auch für mich mit Gemeinschaft auch zu tun. Also auch, was wir gesagt hatten, dieses Losgelöstsein, wirklich so eine aktive Erholung, auch in dem man gar nicht drüber nachdenkt, gerade auch so wie in unserem Kontext oder so, was ist das nächste Projekt, was ist das

Mitfreude Mudita Im Yoga-Weg

Katherina

nächste Seminar, vielleicht auch im Sinne von schönen Erschaffen oder so, aber man ist komplett mal da raus. Das ist man auch ganz sehr, finde ich, wenn man einfach mit Freunden ein schönes Abendessen hat oder in Gemeinschaft auch unterwegs ist. Also, dass das vielleicht nochmal so ein kleiner Schlenker. Also, da finde ich auch schon die Gemeinschaft sehr stark in der Qualität von Freude, wenn man die so bewusst wählt. Und auch die Mitfreude, also ja, wie gesagt, weil für mich liegt Freude auch sehr viel immer in der Verbindung. Mit anderen Menschen zu sein. Also vielleicht auch an einem Tag, wo ich denke, wo heute ist ganz schön voll. Aber wenn ich unterrichte, also ich freue mich dann immer, einfach die Leute zu sehen und für die Leute was Gutes bereitzustellen. Das ist für mich auch immer eine große Quelle von Freude, wo ich immer gut andocken kann. Und die ist ja auch so ein bisschen weg von mir, sozusagen. Oder okay, also ich bin da drin mit in diesem System, aber es ist erstmal auch für andere. Also Mitfreude, also finde ich was ganz, ganz, ganz Schönes und Wertvolles. Und das versuche ich auch immer wirklich gut, auch für mich sehr bewusst zu praktizieren.

Timo

Also Mitfreude hat ja ganz viel damit zu tun, sich für die Dinge zu erfreuen oder an den Dingen, die anderen widerfahren, und bringt uns ja dadurch ganz stark A zum anderen. Dadurch ein Stück weit weg von uns. Und wenn wir es wirklich schaffen, uns mit dem anderen zu freuen, also wirklich nicht an der Sache zu erfreuen und sie cool zu finden, sondern uns für den anderen zu freuen und in die Freude des anderen Menschen einzuklinken, dann führt uns das weg von Gier, von Neid und im schlimmsten Fall sogar von der Misskun. Und das sind ja auch Aspekte, die uns den Zugang zur eigenen Freude wiederum viel leichter machen. Weil was sonst passiert, ist ja auch ganz häufig, dass ein anderer hat irgendwas, ein anderer kann irgendwas, ein anderer widerfährt irgendetwas und dann gehen wir im besten Fall in den Neid. Neid drückt ja wenigstens noch ein gewisse Wertschätzung demgegenüber aus, aber im schlechteren Fall halt in die Misskun. Dass wir quasi so neidisch sind, dass sie es dem anderen missgönnen, nur weil wir es nicht haben. Dann hängen wir natürlich wieder in der Falle. Irgendeiner Abneigungsenergie. Und insofern ist für mich so, finde ich, auch dieses Komplettpaket der Mitfreude, macht die Freude nach innen leichter. Also aus meiner Sicht. Und was du gerade sagtest, es erleichtert komplett dieses Miteinander, weil wir haben entwicklungsbiologisch alle mal gelernt, wir sind ja ohnehin nur im Rudel überlebensfähig, deshalb ist ja für uns die soziale Bindung so wichtig. Aber wir praktizieren es ja nicht immer so. Wir leben ja häufig sehr, sehr, sehr, sehr um uns selbst kreisend. Und es scheint immer nur um uns zu gehen. Und wir hören anderen vermeintlich zu, aber eigentlich gucken wir nur, was kann ich schon wieder Kluges drauf antworten, um selbst gut darzustehen.

Katherina

Okay, ja, ja. Ja, es ist auch trotzdem, das finde ich immer so schön, das bringt Yoga ja auch als Tradition mit hier für uns. Also es ist auch so kulturell, nicht so wie halt oft in anderen Gegenden, also Richtung Asien, wo das auch wirklich von Klein auf ja Teil der Kultur ist, dass man das wirklich, also wie Dankbarkeit und sehr, sehr, sehr viele wunderbare Dinge mehr, die so verankert sind, richtig, und von kleinen, kleinkind an vermittelt werden. Das ist hier ja leider nicht. Deswegen ist das, glaube ich, auch manchmal, also ich erlebe das manchmal leider, also für mich, für meinen Geschmack, für mein Wohlbefinden viel zu neidvoll, die Gesellschaft. Das macht mich wirklich oft auch traurig. Und man am Ende, ja, selbst da, man nimmt sich am Ende sogar selber ganz viel weg, ne? Nicht nur dem anderen.

Timo

Ja, weil du stickst ja letzten Endes. Du kriegst ja das, also um den Gedanken nur für die, die uns zuhören, weiterzuspüren, du kriegst ja durch das Neiden nicht das, was du möchtest. Und durch die Misskunst verstimmst du nur deinen Geist und deine geistige Ausrichtung dem anderen gegenüber und du hast immer noch nicht, was du willst. Die Frage ist, ah, mach dich das denn so happy, wenn du das denn hättest? Oder es ist nur wirklich der Augenblick, weil jemand halt gerade was hat und die Energie der Gier. Aber wenn du den Gedanken halt rumdrehst, geht es dir mit Mitfreude immer besser als mit Mitgestärken mit Misskunst, Mitkunst, mit Kunst wäre Mitfreude, ne? Als mit Misskunst. Und insofern hat das was sehr altruistisches, was uns auch ein bisschen, ein bisschen mehr, du hast gerade gesagt, die Zufriedenheit führt, finde ich genauso. Weil wir vielleicht so weit gehen können und so stark an der Freude des anderen mitzuerfreuen, dass wir das selbst gar nicht brauchen. Und wir können es ja bei unseren Kindern auch. Also alle, die Kinder haben, ihr werdet ja nicht sagen, oh, mein Kind hat es eine gute Note gehabt. Ich missgönne es dem Kind, weil ich in der Schule so schlecht war. Also du freust dich ja einfach nur. Und das kann man halt bei anderen Leuten auch.

Katherina

Und ich finde das auch schön, also mir zeigt das auch immer auf, dass dann ich mit, also wenn ich so eine große Mitfreude habe über Menschen, die einfach gerade in einer ganz anderen Lebenssituation vielleicht sind oder so, habe ich tatsächlich auch eine Freude über

Neid Löst Nichts Mitfreude Schon

Katherina

mich, weil ich denke, also dass ich mich so reinen Herzens freuen kann, zeigt mir auch so ein bisschen vielleicht auch in diesem Jogischen unterwegs sein, dass irgendwie die Praxis gut ist oder wie auch immer man das vielleicht ausdrücken muss.

Timo

Ja, absolut.

Katherina

Also ich freue mich tatsächlich über mich selber und auch dann, dass auch da keine Glaubenssätze im Weg stehen oder irgendwas, was mir vielleicht auch anzeigen würde: oh, da musst du aber echt nochmal hingucken oder solltest, bestenfalls, was dich da gerade irgendwie so anpiept, dass die Mitfreude da nicht möglich ist. Also, das sind, finde ich, auch gute Wegweiser wieder zu uns selbst und vielleicht auch verbinden uns wieder mit unseren Werten oder vielleicht auch manchmal so nicht gelebten Wünschen oder sowas.

Timo

Also und dass das funktioniert, zeigt ja allein die Fankultur um Fußballclubs. Also, was hast du mit den anderen zu tun, was hast du eigentlich mit den Spielern zu tun? Aber diese Identifikation mit diesem Verein, mit dieser Vereinskultur, mit der Mannschaft, die lässt ja Fußballfans schier ausrasten in ein Torfeld. Das mag auch der Spaß an dem Sport selbst sein, aber da gibt es ja eine große Zugehörigkeit. Und ob jetzt immer so sinnvoll ist, bis zu gewissen Ausmaßen nur, das hat er hingestellt, weil es wird ja dann schnell auch zu viel. Aber das zeigt ja, wie sehr wir zu dieser Verbindungsfähigkeit mit anderen fähig sind. Und dass es ein Akt des Willens ist. Also du hast dich irgendwann mal dazu entschieden, du findest halt die Mannschaft X besser als die Mannschaft Y, das ist deine Mannschaft. Und wenn die halt irgendwie permanent verliert, dann bist du traurig, dann bist du zutiefst nicht im Mitgefühl, sondern schon im Mitleid. Und wenn die gewinnt, dann bist du halt bis zur Euphorie komplett in der Freude. Und sowas von in der Selbstfreude und in der Mitfreude. Und daran sieht man wunderbar, dass es ja funktioniert.

Katherina

Ja. Das ist auch ein super schönes Beispiel.

Timo

In deinem Leben ändert sich nichts, aber deine Mannschaft gewinnt und plötzlich geht es dir gut. Also, das ist ja, das zeigt ja, wie alles eigentlich oder die meisten Dinge in letzter Instanz eine Entscheidung des Geistes ist, in welche Richtung er sich entscheidet.

Katherina

Ja.

Timo

Im Buddhismus gibt es die Idee des nahen und fernen Feindes. Die kennst du wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob das vertraut ist, genau. Du nickst. Das heißt, bei diesen geistigen Qualitäten sagt man immer, okay, es gibt eine geistige Qualität, die ich entwickeln möchte. Aber die hat quasi zwei Stolpersteine. Du kannst, das ist ein schmaler Grad, auf dem du dich bewegst, du kannst zu beiden Seiten abrutschen. Und du kannst sozusagen den nahen Feind treffen. Das ist der, der ist so nah, dass du den meistens übersiehst und den fernen Feind. Das ist der, von dem du dich eigentlich automatisch distanzierst, weil du mit dem nichts zu tun haben willst, der ist für dich offensichtlich. Und ich würde gerne mal diesen nahen und entfernen Feind bei dieser Mitfreude anschauen. Vielleicht kann man das auf die Freude übertragen. Weil Freude und Mitfreude ist ja erstmal, haben wir herausgefunden, was Tolles. Ist ja wirklich was, was unser System ankurbelt, was unser Immunsystem beflügelt, was uns resilienter macht, was uns aktiver macht, was uns leidenschaftlicher macht, sogar leidensfähiger. Jetzt muss man auch bestimmen, bis zu welchem Grad ist das gut. Aber was uns also wirklich auch unsere Resilienz und unseren Ansporn erhöht. Also in guten Bahnen auf eine gute Ebene, auf eine gute

Naher Feind Der Freude Euphorie

Timo

Intensität. Der Nahefeind dieser Mitfreude liegt, glaube ich, auf der Hand. Der Nahefeind der Mitfreude ist einfach Ablehnung und Kälte. Und das kennen wir, glaube ich, aus dem Alltag. Respektive, der Fernefeind, Entschuldigung, also der Fernefeind ist die Ablehnung und die Misskunst, das kennen wir aus dem Alltag, also den Feind, der uns deutlich ist. Weil wir sagen, okay, wenn wir keine Freude, keine Mitfreude zulassen, dann ist es ganz klar, dann resultiert es in Neid und Misskunst. Ablehnung der Person oder des Erlebnisses. Und ich glaube, das ist uns allen irgendwie klar. Aber es gibt so einen nahen Feind, nämlich der so eng damit verbunden ist und indem man so leicht reinläuft als Falle, dass man ihn auf den ersten Blick nicht immer erkennt. Und das ist die Euphorie. Und die Euphorie, und das sehe ich sowohl bei der Freude als auch bei der Mitfreude. Ich will es mal, ich hoffe, jetzt kriegen wir nicht ganz böse Leserbriefe oder so, wie man das nennt, Zuhörerbriefe, also nicht Briefe, E-Mails, ihr wisst schon, was ich meine. Oh, ich lebe echt noch im letzten Jahrhundert, aber abgesehen davon, weil ich möchte so ein bisschen so ein Bild aufmachen von, man möge mir nicht böse sein, von Eltern, die total um ihre Kinder kreisen. Und dann kommt das Kind nach Hause und hat, keine Ahnung, in der Schule irgendwas gebastelt, was so lala ist. Ich übertreibe es jetzt, ja. Und die Eltern flippen halt volle Kalotte aus. Also es ist das Beste, was sie in ihrem Leben gesehen haben. Und das Kind ist ja also ein zweiter Fun Klecks und keine Ahnung. Also mindestens hochbegabt. Entschuldigung für alle, die das jetzt so plastisch ist, aber ich glaube, wir wissen das, dass man dazu neigen kann, so in so eine totale ÜberEuphorie zu gehen. Im sozialen Miteinander ist es vielleicht ein bisschen blöd, weil der andere sich entweder gar nicht ernst genommen fühlt. Oder vielleicht auch so die Idee mitbekommt, gerade bei Kindern, ey, du kannst alles, wenn du es nur willst. Und das ist ja nicht die Realität. Sag mal ehrlich. Also, wenn ich alles könnte, dann würde ich sagen, gut, ich bin jetzt Mitte 50, ich will morgen Bundeskanzler werden. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei null.

Katherina

Die Idee gar nicht so schlecht, Timo.

Timo

So, aber lassen wir es dahingestellt sein. Aber bei der Freude ist es halt ähnlich. Und ich glaube, bei der Freude wissen wir auch, der ferne Feind der Freude, also sprich, wenn sie gar nicht da ist, der sie wirklich killt, ist die Trauer, ist die Angst, die uns halt einfach bei der Emotionen, haben wir schon besprochen, blockieren. Und dann ist wirklich die Frage, okay, was kann erstmal der Angst und was kann erstmal der Traurigkeit irgendwie auch gereichen, dass die so weit wieder runterfahren, dass ich überhaupt eine Möglichkeit habe, nur Richtung Freude zu gehen.

Katherina

Ich könnte mir auch vorstellen, nicht, dass ich den Gedanke jetzt unterbreche. Und auch wenn wir sozusagen wirklich im reinen Überlebensmodus vom Nervensystem her sind, wird Freude ja auch einfach unwichtig. Das ist ja da keine Notwendigkeit, wenn ich so im chronischen Stress bin, ist es mit Sicherheit viel, viel schwerer, einen Zugang zu dieser Freude auch zu finden, als wenn ich wirklich auch mein Nervensystem in einer Weise gut reguliert ist oder balanciert.

Timo

Absolut, absolut. Würde ich sogar einen kleinen Ausflug sogar zu machen, weil ich das ganz, ganz interessant finde, weil es physiologisch an uns vor sich geht. Entschuldigung, im Hintergrund ist, ich habe einen brutalen Wind, ich weiß nicht, ob man den hört. Aber hier wachelt es um Haus, das ums Haus ist nicht mehr normal. Wacheln ist Stürmen. Für die, die das Wort Wacheln nicht kennen. Es gibt die Polyvagaltheorie. Und in der Polyvagaltheorie heißt das, dass wir drei Stränge haben, die unser autonomes Nervensystem regulieren. Das ist der sympathische Ast, der für kurz gesagt, Aktivität etc. Belastung, Sport, Ausdauer, Dinge hinkriegen, kennen wir alle, da ist, also Flight Fight. Und dann haben wir aber noch zwei weitere, nämlich wir haben den Ruhr-Modus, den man allgemeinhin als parasympathisches System beschreibt, der aber in zwei Hauptnerven, das ist ja im Moment in aller Munde, also der Vagusnerv ist ja mittlerweile überall bekannt. Aber es gibt den ventralen, bauchwärts, vorder- nach vorne gerichteten Vagus und den dorsalen nach hinten, rückenwärts. Und die haben in dieser Vagus-Polyvagal-Theorie zwei Funktionen. Und zwar, dass quasi der bauchgerichtete Vagus, wenn er in seiner Funktion ist, sich abwechselt mit den sympathischen Systemen, wobei immer beide aktiv sind, nur die Dominanz des einen etwas höher, quasi in einer zur Leistung bereiten, ruhigen Form der Entspannung sind, die für soziale Kontakte geeignet ist, die quasi in sich ruht vereinfacht gesagt. Und der ist immer dann an, also wenn wir in eine bedrohliche Situation kommen, dann funktioniert dieses Zusammenspiel, Bedrohung kommt, also Bedrohung kann E-Mail sein, zu viel zu tun, dann schalte ich quasi zu hoch ins sympathische System. Ich erledige das

Nervensystem, Stress Und Burnout

Timo

und habe das Gefühl, okay, ich habe es erledigt, ich habe diese Situation gekopt. Und dann entspannt sich das Sympathische und der vordere Vagus als übernimmt wieder und ich bin in der Entspannung Reparaturerholung. Wenn es aber zu viel wird, in der Natur heißt es Freeze oder dann komplette Erschlaffung. Das ist in der Natur dann der Moment, in dem das Tier erschlafft, wenn es gecatcht wird. Bei uns heißt es Burnout. Weil dann haben wir so viel zu tun gehabt, dass wir es nicht mehr lösen können. Genau in der Überforderung sehen, die du gerade meintest, also dann überfordert, aber so stark überfordert, dass wir es nicht mehr hinkriegen im Rahmen unserer Kräftemöglichkeiten, ohne diese Situation zu klären. Und dann übernimmt der dorsale Vagus, also dieser alte Vagus, der bis hin zum Herzstillstand und Atemstillstand alles regulieren kann im Körper. Damit ist zum Beispiel der plötzliche Kindstod verbunden und sowas. Und wenn der übernimmt, dann bringt er uns quasi in einen Zustand, wo genau das, was du gerade sagtest, nämlich an die Freude ranzukommen, nicht nur schwer, sondern unmöglich ist. Das heißt, er kommt komplett in einen Burnout, in eine Depression, weil das quasi die letzte Schutzfunktion des Körpers ist zu sagen, Alter, eben ist Tilt, eben mache ich gar nichts mehr, weil du machst mich ja gerade kaputt durch dein ständiges Arbeiten. Und das ist gut zu wissen, glaube ich, für all die, die auch so ein bisschen gewohnt sind, immer zu funktionieren. Das funktioniert eine Zeit lang, aber wenn du merkst, du kommst schon nicht mehr in die Freude, ist schon ein Warnsignal. Und wenn du merkst, du fängst jetzt unten an zu resignieren, körperliche Symptome zu bekommen, Erschöpfungssymptome, du kommst nicht mehr, du kommst nicht mehr gut aus dem Bett morgens, die Motivation sinkt. Dann ist die höchste Eisenbahn, irgendwas ganz dringend im System zu wechseln, egal ob das jetzt geht oder nicht, es sei denn, es geht um dein eigenes Leben und deine Existenz. Weil sonst macht dein Körper einen kompletten Shutdown mit dir. Also nur so an, weil das ist ja, das, was wir gerade sagten, eingangs, ist ja auch hormonell, spiegelt sich das ja genauso wider, und mit unseren physiologischen Grundsituationen. Also was ist gerade an? Und das bedeutet auch zum Beispiel im übertragenen Sinne, dass langanhaltende Bereiche oder Zeiten ohne Freude und ohne Zugang zur Freude meistens dadurch bedingt, was wir eben hatten, auch höchst immunsuppressive Zeiten sind. Also wo das Immunsystem einfach runterschaltet, weil wir zu lange in einer sympathischen Überlastung sind. Jetzt waren wir noch nicht, entschuldigt jetzt diesen langen Monolog, aber ich fand es gerade irgendwie spannend und passend. Aber lasst uns noch gucken, was in der Euphorie nämlich noch passieren kann, auch biochemisch, weil in der Euphorie passiert nämlich genau das Gleiche. Und das ist das, was viele Leute nicht sehen. Weil dieser Nahfeind nicht in der Mitfreude, sondern in der Selbstfreude, wenn man es mal so nennen, ist, dass wir so heiß werden auf das, was wir tun. Das zeigen ja auch Untersuchungen über den sogenannten Eustress. Eustress ist gefährlich, weil er biologisch das Gleiche macht wie Düsseldress, aber nicht, dass Stress wahrgenommen wird. Leute sagen, oh, ich habe keinen Stress, macht mir Spaß. Und dadurch überdrehst du und erschöpfst dich genauso, ohne es zu merken. Und du läufst sogar ein Stück weiter, weil du ständig diesen Dopamin-Kick mit hast und gehst eigentlich körperlich und körperlich zu weit gehen, muss ja kein Marathon sein. Körperlich zu weit gehen kann bedeuten, durch Euphorie einfach körperlich zu lange in einer Leistungsbereitschaft zu sein. Die muss gar nicht abgerufen werden. Und dann sitzt du auch noch auf dem Garten des Cortisol, das ist auch nicht so besonders gut, ne? Aber ich will nur sagen, also Euphorie ist jetzt biochemisch gesehen, als dauerhafter Zustand nichts Gutes. Kurzfristig kann er das verflügeln, ist ultimativer Stress, aber langfristig zu viel Freude, also ein Übermaß überschwänglich zu sein, ist halt leider auch nicht gesund, möchte ich an der Stelle nur dazu erwähnen.

Katherina

Ja, kennen vielleicht auch alle, die irgendwie ihr Hobby mal zum Beruf gemacht haben oder so. Das kenne ich nicht. Also, ja, durchaus, das finde ich ein ganz, ganz wertvoller, wichtiger Punkt. Weil es ja auch, wir hatten ja auch eingangs gesagt, dass Freude auch immer eine Aktivierung macht und man unentwegt in dieser Überaktivierung unterwegs ist. Ja, ohne dass man es bemerkt, ist mir durchaus ein Stück weit vertraut.

Timo

Katharina, du hast gerade von dem Berufszweig gesprochen, der seinen Beruf, sein Hobby, seine Leidenschaft, da gehören wir dazu.

Katherina

Ja, natürlich.

Timo

Wir sind die Oberprivilegierten überhaupt. Ich bin dafür im Übrigen wirklich ganz ernsthaft sehr dankbar. Also es ist keine Normalität. Aber wie bringst du denn eigentlich in deinem Umfeld, deiner Professionalität? Wie bringst du denn Leute im Unterricht und in der Praxis in die Freude?

Katherina

Also für mich ist es, oh, das sind auch, das ist vielschichtig auch. Also für mich hat auch gerade wenn wir den Weg zu Yoga rüber machen, dann ist für mich auch wirklich Freude, was, was, was über einen, also das ist, wie ich versuche zu ermöglichen, übers Unterrichten, auch über wirklich den Körper natürlich erstmal in so ein Loslassen, Aufmachen zu kommen, in eine Weite oder überhaupt erstmal ins Spüren, Wahrnehmen raus aus der Identifikation auch mit dem Mind ins Spüren rein und da natürlich auch erstmal alles da sein lassen, was da ist. Aber so, ich finde, das ist für mich, also ohne den Körper in eine Freude zu kommen, wüsste ich gar nicht, wie das funktionieren soll. Und deswegen ist Yoga da auch ein wirklich ein guter Weg, auch über die Yoga-Praxis, über erstmal wirklich Anspannung loslassen, vielleicht ein Stück weit weniger kontrollieren, atmen, in allererster Linie wirklich atmen, spüren. Und auch, was ich auch wirklich, das ist auch für mich ganz leicht, weil das glaube ich, weil mich das auch so ein Stück weit ausmacht, schon immer, dass ich jemand bin, der auch, also ich habe eine Tiefkundigkeit, aber ich habe auch eine Freude immer in mir, durchaus. Und ich versuche auch immer im Unterrichten wirklich das ein Stück weit immer mit einfließt. Zu lassen, dass es wirklich auch ja ist, also am Ende ist es

Freude Im Unterricht Durch Humor

Katherina

wieder egal, aber trotzdem finde ich, dass es schön ist, wenn was Freudvolles dabei sein darf oder wenn man miteinander mal lacht oder wenn es einen Humor hat. Das ist mir ganz, ganz wichtig im Unterrichten. Ich merke auch, ich verspanne mich selber in Stunden, die so ganz ernst sind, wo irgendwie ist mir auch schon passiert, wo ich das Gefühl hatte, oh, ich habe gerade irgendwie total in die falsche Richtung gedreht und sitze ganz anders als alle anderen. Und ich hätte eigentlich über mich selber lachen müssen und habe es tatsächlich nicht gemacht, weil diese Situation, diese Atmosphäre in dieser Yoga-Stunde so war, dass ich gedacht habe, ich weiß nicht, das versteht, glaube ich, jetzt keiner, wenn ich hier über mich selber gerade lachen muss. Genau, also ich versuche wirklich so eine Atmosphäre auch zu schaffen, die das zulässt oder ermöglicht oder ein Stück weit auch natürlich unterstützt.

Timo

Kann ich mir, das kann ich mir so gut vorstellen. Weil bevor du das Wort Humor erwähnt hast, habe ich so zurückgedacht. Ich meine, wir haben jetzt schon ein paar Podcasts miteinander gemacht und im ersten Podcast, man beschließt ja meistens so ein bisschen aus dem Bauch raus, hast du da noch Lust drauf auf einen weiteren, ne? Und ich könnte mir total gut vorstellen, wie es mir in deinem Unterricht ging. Also allein die Art und Weise, ich stimme zu, ist ja immer ein Lacher dabei. Und mir geht es halt genauso wie dir, dass ich in so super ernsten Stunden einfach meistens ein Thema habe. Also die können super gut sein. Ich will damit jetzt keinem Lehrer, Lehrerin zur Nahe train, das ist überhaupt nicht so gemeint. Aber ich meine dieses Verkrampfte. Also es gibt ja durchaus Stunden, die sind ganz, ganz toll, die sind sehr ernst, aber die sind nicht verkrampft ernst, die sind nicht schulmeisterlich, die sind nicht belehrend, die sind nicht einengend. Das meine ich. Und dieses Einenge, dass du wirklich so Angst hast, oh Gott, hoffentlich drehe ich nicht zur falschen Seite, hoffentlich setze ich meinen rechten kleinen Finger nicht irgendeine falsche. So, das schafft bei mir auch nicht sofort. Ich habe das damals beim Ayenga gelernt, beim Ayenga-Unterricht, den ich mir eine Zeit lang gemacht, also mitgemacht habe. Und die Schule, in der ich war, ich kenne also auch ganz tolle Ayenga-Lehrer und Lehrerinnen, aber die Schule, in der ich damals war, deren Namen ich hier auch draußen lasse, ich habe mich dermaßen eingeengt gefühlt. Und da habe ich mir gemeint, wie soll man denn hier? Wie soll denn hier irgendwas Freude und Spaß machen? Du hast immer nur das Gefühl, du musst abliefern, aber nichts ist gut genug. Und das hat mich eher frustriert. Und deshalb glaube ich auch, Schüler mal zu loben, auch wenn es gar nicht so cool ist, also ja, einfach nur zu sagen, hey, ist doch geil, was du machst. Wie fühlt sich's denn an, an? Das ist doch super. Und halt nicht diese Daumenschrauben anzulegen, nicht in diesem Pattern von richtig falsch oder dieses Wording von, oh, du machst das falsch, ich zeige dir mir, wie das richtig geht. Sondern wirklich einfach sehen, richtig und falsch ist, liegen sowas im Auge des Betrachters und guck halt, was fühlt sich denn wie an. Aber ich glaube, wenn wir so ein Fahrwasser aufmachen, dann schaffen wir, schaffen wir ein gutes Ding. Oder auch einfach so ein bisschen Spaß in der Bewegung.

Katherina

Total, total.

Timo

Oder wenn nicht zu viele Männer im Raum sind, auch mal tanzen lassen. Ja, ich will jetzt keinen Mann zu nahe treten, aber meistens tun sich so ein bisschen schwerer rein empirisch betrachtet.

Katherina

Das stimmt. Und gleichzeitig, was ich auch schön finde, also da, das ist für mich auch ganz leicht, also und auch aus der, also im schönsten Sinne auch aus dieser Rolle als Yoga-Lehrerin heraus, glaube ich, das auch für viele Menschen das dient, wirklich dieses ganz echte, sich willkommen fühlen. Also das ist was auch, und das fällt mir auch so leicht, immer auch diesen Mensch zu sehen mit seiner Schönheit oder ihrer Schönheit. Und ich glaube, dass das auch auf einer vielleicht auch oft unbewussten Ebene auch ganz viel Freude auslöst, weil ich denke, so sind wir Menschen einfach. Wir freuen uns über Verbindung und das muss gar nicht ja in dem Sinne so eine klassische Wertschätzung sein, aber ein vielleicht ein unterbewusstes Zeichen von so, wie du bist, bist du okay und ich freue mich, dich zu sehen. Also das ist ja auch was, was total ansteckend und spürbar ist, glaube ich.

Timo

Du triggerst in mir gerade total das Thema für den nächsten Podcast.

SPEAKER_02

Oh, wie schön.

Timo

Ich finde, darüber sollten wir den nächsten Podcast machen, weil ich das auch so ultimativ wichtig finde. Wirklich Verbindung. Verbindung und Offenheit. Das ist so wichtig. Sangha. Ich glaube, das wäre, also ich bei mir ist gerade so, zack, ich weiß, was ich im nächsten Podcast machen möchte, passieren.

Katherina

Super gerne.

Timo

Ja, was können wir unseren Leuten noch mitgeben, die zuhören? Haben wir noch irgendeinen Schwank aus der Jugend? Haben wir noch irgendwas irgendeinen nicht mit dem Finger wedelenden Hinweis, eine Idee?

Katherina

Das ist uns wichtig. Also was ich schön finde, ganz vielleicht von mir selber auch nochmal berichtet im Kontext auch Yoga rein mitten ins Leben, ist, dass ich finde, man kann, also man, da ist es wieder, genau, ich kann vielleicht Lust machen auf darauf, dass man Freude vielleicht so ein Stück weit als so eine, also ich meine so eher so diese tiefe innere Freude, dass man die sich kultiviert, weil ich finde, die liegt auch überall drunter. Also selbst wenn ich in der Traurigkeit bin, ist darunter für mich immer noch so greifbar, so ein kleines bisschen diese tiefe Freude, die irgendwie für mich alles auch zusammenhält und irgendwie so ganz das Leben so ganz lebenswert macht. Wohlwissend, es geht am Ende nicht um diese Freude, aber es ist einfach so schön, wenn die auch da ist und also gar nicht, dass die jetzt immer da sein muss oder dass das irgendwie so ein neues Ding von Selbstoptimierung sein soll. Das liegt uns immer fern hier so genau Daumen runter.

Timo

Selbstoptimierung ist das Omenwort, das ja auch nicht.

Katherina

Das ist nicht die nächste Aktion. Jetzt muss ich mich noch ganz doll immer freuen oder in der Freude sein, also um Gottes Willen, genau das Gegenteil, sondern wirklich dieses tiefe, vielleicht auch dieses tiefe Ja zum Moment, genauso wie er ist.

Timo

Ich finde, das ist ein total schönes Schlusswort aus der jogischen Sicht, ne? Weil das macht ja den Begriff der Freude ein bisschen weiter, wir werden, glaube ich, auch echt verstehen können, dass es so ein Mischmasch auch sein darf aus einer tiefen Dankbarkeit, dem, was wir zusammen Tuscher nennen, Zufriedenheit. Und gemischt mit Vertrauen, dass es das Leben letzten Endes irgendwie ja schon immer gerichtet hat und auch richten wird. Und selbst wenn, naja, wir sind nicht der Nabel der Welt. Und ich glaube, wenn man so ein bisschen mit einer ganz leicht altruistischen Einstellung des Lebens geht und einfach nur weiß, dass man selbst nicht das Allerwichtigste im Universum ist und so auf das Große guckt und es ist ja immer so viel Schönes. Also bei allem Schwarz und Grau ist ja ganz viel Schönheit, immer gleichzeitig da. Und wenn wir uns dann daran erinnern, wenn es um uns gerade nicht verfügbar ist, dass wir in so eine Form von, du nennst es Freude, ich würde es jetzt schon fast Zufriedenheit oder Dankbarkeit nennen. Im Englischen gibt es dieses Wort Grace so ein bisschen, dass man da so ein bisschen reinsinkt. Vielleicht kommen wir da sogar ran, wenn wir beim Thema Verbindung beim nächsten Mal sind.

Katherina

Ich freue mich drauf.

Timo

Also, Schlusswort von mir, gib der Freude allen mehr Platz. Ich glaube, sie hat es wirklich verdient. Oh ja. Absolut. Meine Lieber, ich danke dir für die schon wieder fast Stunde. Zack, bumm ist die Zeit vorbei.

Katherina

Ich danke dir.

Timo

Und das nächste Thema haben wir, glaube ich, schon. Ich danke euch fürs Zuhören.

Katherina

Ja, schön, dass ihr hier dabei seid.

Timo

Bis

Tiefe Freude Als Inneres Ja

Timo

zum nächsten Mal. Thema kennt ihr schon, ne?

Katherina

Verbindung. Schön. Ciao. Bis ganz bald.