Timo Wahl YOGA-PODCAST

#42 Selbstoptimierung im Yoga - sinnvoll oder zu viel?

Timo Wahl Season 1 Episode 42

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Hast Du Fragen oder Anregungen..?

Selbstoptimierung ist überall, aber selten stellen wir die unangenehme Frage: Geht es wirklich um Gesundheit und innere Freiheit oder um ein besseres Bild von uns selbst. Wir nehmen dich mit in eine ehrliche, alltagstaugliche Betrachtung durch die Brille der Yoga Philosophie und räumen mit dem Missverständnis auf, dass mehr Leistung automatisch mehr Yoga bedeutet. Dabei landen wir schnell beim Ich Konzept, bei Samsara und bei der Idee, dass Bewusstsein mehr ist als die Geschichte, die wir uns über uns erzählen. 

Dann wird es konkret: Wir zerlegen die Asana Praxis in Dynamik, Kraft und passive Ruhe und erklären, warum Bewegung Stressabbau fördert, Faszien und Bindegewebe über Diffusion „füttert“ und warum muskuläre Grundkraft für Haltung, Resilienz und Longevity so relevant ist. Gleichzeitig geht es um Grenzen: Zu viel Tempo, zu große Ziele und ein „Muss“ führen zu Überlastung, Frust und dem Gefühl, nie gut genug zu sein. Unser Leitfaden bleibt simpel: Funktion vor Form, Körpergefühl vor Show, Freude vor Verbissenheit. 

Im Pranayama schauen wir auf Atemübungen als Training fürs autonome Nervensystem und warum langsame, regelmäßige Atmung oft mehr bewirkt als der aktuelle Breathwork Kick. Bei Meditation und Achtsamkeit geht es um Anspruchslosigkeit ohne Passivität: nicht alles zerdenken, sondern Erkenntnisse in kleine Handlungen übersetzen. Zum Schluss verbinden wir das mit Ethik, Dharma und dem Kultivieren von Metta, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, inklusive der typischen Fallstricke wie Anhaften oder Kälte. Abonniere den Podcast, teile die Folge mit jemandem, der gerade „optimiert“, und hinterlass eine Bewertung: Wo kippt Selbstoptimierung für dich, und was fühlt sich wirklich nach Yoga an?

Warum Selbstoptimierung So Zieht

Timo

Willkommen zu einem neuen Podcast. Ein neuer Podcast, mal wieder mit mir alleine. Heute mal wieder sehr philosophisch und gleichzeitig komplett im Yoga und gleichzeitig ziemlich, finde ich, tagesaktuell. In diesem Sinne, wenn du Lust hast, dran zu bleiben, ich freue mich. Ich habe heute ein Thema mitgebracht, was ich direkt mit dem Yoga verknüpfen möchte und auch durch die Brille der Yoga-Philosophie gerne betrachten möchte. Das ist nämlich die Frage der Selbstoptimierung. Das ist ja so ein Begriff, der gerade total trendy ist, der uns überall auf Social Media begegnet. Und ich glaube, wir wissen alle ungefähr, worum es darum geht. Zwar um das Optimieren auf vielen, vielen verschiedenen Ebenen in Richtung Leistungssteigerung, Wohlbefinden, mentale Stärke, Gesundheit etc. Das heißt, es reicht von Meditation und Achtsamkeitstraining über Fitnesstraining, über Intervallfasten oder Schlaftracking oder was auch immer. Aber ich würde heute gerne mal den Step aus der großen Blase in die etwas kleinere nehmen, nämlich die Frage stellen, ist Yoga eigentlich ein Weg der Selbstoptimierung? Und wenn ja, was gibt es denn da zu optimieren? Und wie können wir denn diese Optimierung aus der yogischen Sicht vielleicht betrachten? Gerade wenn wir sie mal auf den Prüfstand der Yoga-Philosophie stellen. Und ich glaube, da müssen wir nämlich bei genau dieser, bei der Yoga-Philosophie starten. Und bevor wir aber da starten, würde ich dir gerne mal die Frage stellen, respektive die Frage für alle in den Raum stellen, wie läuft das denn bei dir, wenn du Yoga machst? Oder wenn du keinen Yoga machst, wenn du irgendetwas anderes an, ich möchte mal sagen, Crossover-Sport Richtung Mentaltraining machst. Wenn du ein ganzheitliches System verfolgst? Machst du das für dich? Machst du das, um die beste Version dessen zu sein oder zu werden, die du sein kannst, ohne dich dabei selbst komplett in Frage zu stellen und aufzugeben, ohne dich massiv zu überfordern? Oder machst du das eher so als Wellness-Paket? Tendierst vielleicht, ich überspitze es jetzt mal ein bisschen, sogar dazu, die Dinge schön zu reden, gerade im Yoga wird auch das gerne betrieben. Und wenn ja, das eine oder wenn ja, das andere, wer oder was sind deine Antreiber? Ist es das Außen? Ist der Antreiber der Antreiber, dass wir nach außen besser dastehen wollen, im vermeintlichen Ranking gegenüber anderen höher stehen und uns vielleicht dadurch selbst mehr annehmen wollen oder können? Oder machen wir es wirklich intrinsisch für uns, damit wir uns besser fühlen, vielleicht eine höhere Lebenserwartung haben oder eine niedrige Wahrscheinlichkeit, krank zu werden oder mental uns komplett zu überfordern? Ich glaube also, wir haben das alle irgendwie an Bord. Und ich glaube, diese Frage, die ich eben mal so in den Raum gestellt habe, die beschäftigt uns schon irgendwie alle. Wir haben ja auch psychologisch gesehen alle eine Grundeigenschaft, alle Menschen. Wir streben nämlich nach Selbstwerterhöhung. Das heißt, wir wollen den Selbstwert stets höher machen. Wir wollen also uns in unserem inneren Ranking, so eine, ich möchte mal sagen, so ein inneres Diagramm. Und wir wollen natürlich auf der Zeitachse, wenn die voranschreitet, gleichzeitig auch Erfolg sehen in unserer, ich möchte mal sagen, mentalen Gesundheit, dem bewussten Umgang mit Dingen, unserer Entspanntheit und Gelassenheit etc. Das heißt, diese Parameter, die sich in uns verändern, entlängens unserer inneren Skala und in Verbindung mit unserem Wertesystem, unseren Glaubens setzen, sorgen dafür oder sollen dafür sorgen, dass wir uns sozusagen für uns gesehen weiterentwickeln und nicht zurück. Also ist es eigentlich psychologisch irgendwo ohnehin angelegt, dass wir immer streben nach etwas. Lass uns an der Stelle doch mal gucken, wie viele Leute Yoga betreiben oder Sport betreiben. Ich unterrichte Yoga seit rund 27 Jahren und ich erlebe viele, ich sage nicht alle, aber ich erlebe einige, zum Beispiel im Umgang mit Asana-Arbeit, als entweder sehr chillig, nach dem Motto, ist ja nur Yoga, hier kann ich ja tun, was ich will, ist ja grundlegend auch richtig, aber vielleicht eine Nummer zu anspruchslos, also keinerlei Reiz eingehen wollen. Und andere wiederum, hm, schon, ich sag mal, den Wert einer Stunde und die Qualität der eigenen Praxis daran bemessend, wie viel fortgeschritten, was auch immer das sein mag, Asanas man gemacht hat, wie intensiv man quasi gearbeitet hat. Und beides sind für mich schon Parameter, wo ich sage, okay, das eine geht eher so ein bisschen in die Blase, Yoga rechtfertigt, gut, dass Süße nichts tun. Wobei ich jetzt nicht sagen möchte, dass es nicht so nicht unglaublich gesund und sinnvoll wäre und richtig, aber die Frage ist natürlich, an welcher Stelle. Und auf der anderen Seite kann es auch ganz schön dazu verleiten, dass wir vielleicht dadurch, dass andere Leute so eine tolle, schöne, vermeintlich fortgeschrittene Praxis haben, auch dahin wollen. Und vielleicht über das Erreichen von Zielen, die wir irgendwo vielleicht im Außen aufgreifen, innere Ziele daraus machen, die dann wiederum dafür sorgen, dass bei Erreichen unserer gefühlte innere Wertigkeit und das Gefühl, das damit verbunden ist, steigt oder sinkt. Wenn wir es nicht erreichen. Also ich glaube, im Yoga ist sehr wohl beides angelegt, nämlich dass Selbstoptimierung durchaus auch so ein bisschen ein Fetisch werden kann. Und wir uns vielleicht, ich sag's mal ganz hart, wenn wir woanders nicht erfolgreich sind, uns dann dort den Erfolg übergebührend holen, indem wir vielleicht übergebührend viel investieren, damit wir vermeintlich wenigstens eine Sache so richtig können. Also auch da, glaube ich, besteht zumindest die Gefahr, dass wir uns so ein bisschen verrennen. Deshalb lass uns doch mal gucken, was sagt denn die Yoga-Philosophie zur Selbstoptimierung?

Motive Zwischen Wellness Und Ehrgeiz

Timo

Also Optimierung, da müssten wir erstmal herausfinden, wer sind wir denn eigentlich und welche Aufgabe im sozialen Miteinander und eingebettet ins große Ganze sieht denn der Yoga für uns als Menschen. Und da gibt es eigentlich so eine ganz zentrale Idee, nämlich dass es das Ich in diesem Sinne als dauerbeständige Entität in uns gar nicht gibt. Also die Idee eines Ichs und damit einer Persona ist in der Yoga-Philosophie eigentlich ein erdachtes Konstrukt. Und der Glaube daran, dass wir die oder der oder das sind, so wie wir uns halt über unser identitäres Ich identifizieren und sehen. Also solange wir uns quasi mit der Geschichte identifizieren, die wir uns selbst über uns erzählen, solange unterliegen wir eigentlich dem, was der Yoga Samsara nennt. Nämlich dem Zeitraum, in dem wir eigentlich nicht erkennen, ich sage es jetzt mal sehr weltlich und nicht yoga-philosophisch, wer oder was wir wirklich sind. Weil die Idee in der Yoga-Philosophie auf Deutsch ist, dass wir sind, dass wir reines Bewusstsein sind. Das heißt, die einzige Entität in uns, das, was schon nach der Yoga-Philosophie vor der Geburt war und nach auch unserem Ableben bleiben wird, also das einzig dauerhafte und damit Wahre, nach der Yoga-Philosophie in uns, ist das Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein ist entkoppelt von unserer Persona-Identität, also von unserer Ich-Identität. Heißt also, solange wir in diesem identitären Bewusstsein leben und uns damit assoziieren und damit verbinden, und sagt die Yoga-Philosophie, reduzieren wir uns eigentlich darauf und unterliegen dem Irrglauben und bleiben im Samsara. Also das Ziel im Yoga ist ja eigentlich, zumindest mal zu erkennen, dass die einschränkenden Aspekte unseres Ichs, unseres identitären Ichs, dass wir die ablegen sollten. Und ich glaube, da sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt, weil ich für mein Leben, ich strebe in diesem Leben nicht nach der letztendlichen Befreiung. Also ich habe mich bewusst entschieden zu heiraten. Ich habe eine Tochter, ich habe zwei Hunde, ich habe soziale Verantwortung und ich möchte das auch. Also ich bin ein Mensch, der mit beiden Füßen im Leben steht, der sich viel mit dem Yoga und auch der Philosophie beschäftigt und auch versucht ein bisschen danach im Rahmen des Möglichen zu leben. Ich sage bewusst ein bisschen, weil das kann ganz schön herausfordernd sein. Aber ich habe für mich jetzt beschlossen, ich strebe in dieser Inkarnation nicht die Buddhaschaft an. Heißt also, ich gehe mal davon aus, dass wir den meisten so gehen, die gerade zuhören, dass wir es vielleicht auch nicht zu intensiv an der wirklichen Essenz der Yoga-Philosophie festmachen müssen, sondern vielleicht eher an der Frage dessen, was ich gerade sagte, nämlich, dass es ja in unserer identitären, in unserem identitären Konzept durchaus einschränkende Aspekte gibt. Und ich meine es nicht die Aspekte, die mich einschränken hinsichtlich das, was ich mir erlauben kann, im sozialen Miteinander zu tun. Das wollen wir nicht überstrapazieren, weil wir wollen ja sozial verträgliche und halbwegs altruistische Wesen sein. Sondern es geht vielmehr um die einschränkenden Dinge, die wir zum Beispiel von Rollen und Glaubenssätzen kennen. Also, dass wir eigentlich etwas wollen und uns uneigentlich, mir möge dieses Wort erlaubt sein an dieser Stelle, irgendwelche inneren Schaltvorgänge es uns nicht erlauben zu tun. Und das hängt ja mit identitären Überzeugungen, mit Wertesystemen, vor allem mit Glaubenssätzen über uns zusammen. Also letzten Endes mit genau dieser Geschichte, die wir uns über uns selbst erzählen. Und deshalb könnte ja Selbstoptimierung, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, durchaus unter diesem Aspekt etwas Sinnvolles sein, dass wir zum Beispiel im Yoga sagen, okay, unsere Form von optimiertem Selbst ist das beständige Ich-Konzept weitestgehend aufrechtzuhalten, weil wir eingebunden sind in einem sozialen Miteinander, aber zu versuchen, gleichzeitig die Dinge, die als innere Hemmschuh wirken, aufzulösen. Und dann werden wir in einer typischen Arbeit von Achtsamkeitsarbeit, von Akzeptanz, von Dankbarkeitsmeditation, von Metta, von Mitgefühlsarbeit etc. Also der klassische Yoga-Weg, den hoffentlich dann doch einige neben der Asan-Arbeit auch noch irgendwie ein bisschen ins Leben integrieren. Das heißt, wir könnten also durchaus sagen, der Optimierungsanteil ist innerhalb dieser Bahn sinnvoll. Das müssen wir natürlich auch definieren, wann wird es zu viel. Und ich glaube, dass selbst im Streben nach einer optimierteren Version für mich, meiner selbst und meiner inneren Freiheit willen und vielleicht, um auch im sozialen Miteinander noch altruistischer sein zu können, abgewogen werden muss bei einem normalen Arbeitstag, den wir alle haben?

Yoga Sicht Auf Ich Und Samsara

Timo

Wie viel Zeit steht uns denn wirklich zur Verfügung? Wie viel Zeit brauchen wir vielleicht aber auch für ganz banale Dinge wie Haushalt, Gass Higienen, Einkaufen, Ruhen, Duschen etc., also das ganz normale, tägliche allein neben der Arbeit. Und wie viel können wir da rein quetschen, dass es uns auch noch halbwegs leicht von der Hand geht? Weil ich glaube, dass wir im Yoga eins ganz, ganz ernst nehmen müssen. Es gibt so einen schönen, einen schönen tantrischen Ausbruch, der heißt Boga und Boga ist die Freude. Weil erfahrungsgemäß gehen uns doch die Dinge, die uns etwas leichter fallen, auch leichter von der Hand und lassen sich leichter in einen Alltag, gerade wenn er von mal nicht immer so einfach ist, integrieren. Also es wird sicherlich ein Gleichgewicht brauchen zwischen genügend Anspruch und genügend Anspruchslosigkeit. Ich habe das bewusst so formuliert. Also ich glaube, wir brauchen einen Anspruch, der so groß ist, dass wir uns natürlich aus der eigenen Komfortzone heraustrauen. Weil wenn es nicht außerhalb des Gewohnten ist, dann wird es auch keine neuronalen Veränderungen geben. Es wird auch keine biochemischen Veränderungen geben, keine physiologischen, keine strukturellen Anpassungsprozesse, wenn kein entsprechender Reiz da ist. Und gleichzeitig müssen wir anspruchslos genug sein, um uns nicht hoffnungslos zu überfordern, im Frust zu landen und nach drei Wochen des Überarbeitens, des Überstrebens dann letzten Endes in einem Loch des Frusts zu entscheiden, wir machen jetzt gar nichts mehr. Weil das ist ja das, was wir, glaube ich, alle so ein bisschen kennen. Lass uns doch mal schauen, wie könnten wir uns denn und womit könnten wir uns denn optimieren? Ich würde gerne mal auf die Asana-Arbeit eingehen. Selbstoptimierung durch Asana Arbeit. Das ist doch eigentlich ein ganz interessanter Gedanke. Was machen Asana und welche Kategorien gibt es? Ich glaube, dazu müsste man sogar nochmal eine extra Podcast-Folge irgendwann machen. Aber ich glaube, wenn wir uns die moderne Asana-Arbeit angucken,

Asana Praxis Als Sinnvoller Reiz

Timo

Klammer auf, die ich für sehr sinnvoll und zeitgemäß und körpergerecht halte, Klammer zu, dann stechen da eigentlich drei Teile hervor, wenn ich das mal so klassifiziere. Wir beginnen meistens nach dem Ankommen, Einstimmen, ein bisschen in den Atem kommen, bei uns ankommen, etc., kleiner Mobilisation, mit Dynamik. Das heißt, wir bringen den Körper in Bewegung. Danach folgt meistens ein Part oder integriert in den bewegten Part, wo wir Asanas, die meist auch recht kraftvoll sind, also Kräfte fordernd, eine Zeit lang halten oder mehrere Asanas in kurzer Abfolge hintereinander, sodass sozusagen die Summe der Reize durchaus für eine muskuläre Ermüdung sorgt. Und dann haben wir vielleicht einen Teil, das wäre schön, wo wir auch in dieser Abfolge beides miteinander vereinen, nämlich möglichst große Bewegung kombiniert mit Kraft. Um dann letzten Endes ruhiger, langsamer zu werden, in zunehmend passivere werdenden Positionen länger passiv zu verharren, um dann den Anteil an Ruhe in uns zu erhöhen. Und wenn wir das mal alles anschauen, dann haben, wenn du diese Teile auch in dieser Abfolge ungefähr so kennst und bejahrst, zumindest unsere Yogastunden diesen Aufbau, dann haben wir ja verschiedene Aspekte, die körperlich auf uns einwirken. Lass uns mal anschauen, was dabei optimierend sein könnte. Lass uns mal mit der Mobilisation und vor allem mit dieser aktivierenden Bewegungsabfolgesequenz, wie auch immer, starten. Wenn wir also über einen gewissen Zeitraum den Körper relativ umfangreich viel in der Bewegung halten, mit viel, mit wenig Kraft, vor allem die Bewegung erst einmal in den Vordergrund bringen, dann passieren zwei ganz wichtige Dinge. Das eine ist, dass wir uns unserer Stresshormone entledigen. Und wir alle produzieren über den Tag Stresshormone, weil wir gestresst sind. Stress ist ja immer eine physiologische Antwort auf Dinge, die mein Kopf glaubt, erfüllen zu müssen, die normalerweise in uns so verschaltet sind, dass wir sie körperlich ausinteragieren. Der Kopf kennt ja kein, kennt ja kein, wie soll man sagen, kein E-Mail-Management. Aber der Kopf kennt, weil er rund 30.000 Jahre in diesem Körper wohnt, also von der Programmierung, kennt er natürlich nur das Ausinteragieren von Stress über den Körper. Das heißt, er produziert den ganzen Tag unter Stress die entsprechenden Neurotransmitter und Hormone und Stoffe und Botenstoffe, die auf der Stressachse für Bewegung und Kraftübertragung sorgen. So, und über Bewegung interagieren wir diesen Stress aus. Das heißt, wir senden A dem Kopf das Signal, okay. Jetzt ist sozusagen die Möglichkeit da, das Angestaute körperlich auszuinteragieren. Daran erkennt der Kopf, ah, okay, ich muss also nicht weiter hier Stresshormone erzeugen, weil das sozusagen ein Coping-Mechanismus jetzt stattfindet. Also mein Körper ist jetzt quasi in der Lage, endlich das zu tun, was ich die ganze Zeit von ihm verlange. Ich schieße die Neurotransmitter raus und damit sinkt mein Stresspegel. Damit sinkt wieder die Herzfrequenz, der Blutdruck, die Bindegewebsspannung etc. pp. Also dieser ganze, dieser ganze, wie man so schön sagt, Rattenschwanz, der an dieser Stressachse dranhängt. Ich glaube, dass allein schon dieser Aspekt Richtung Selbstoptimierung toll ist, weil er zahlt auf das Konto der Enstressung und damit der Resilienz ein. Also er zahlt ganz stark auf das Konto, wieder ruhig werden zu können, Stresskurven zu können ein und beruhigt das autonome Nervensystem, entspannt den Körper. Der zweite Aspekt dieser Bewegung, es gibt noch mehrere, aber der zweite ganz wichtige ist die Diffusionsspeisung des Bindegewebes. Alle großen Bewegungen im Körper, also grundlegend alle, aber gerade großen über mehrere Gelenkbereiche, all diese Bewegungen sorgen dafür, dass alle involvierten oder alle für die Bewegung erforderlichen Muskeln und ihre Bindegewebszüge, also nicht nur Faszien, alles, was so dranhängt, bewegt werden. Und das ganze Bindegewebe hat zwei Besonderheiten. A sitzen da 80 bis 90 Prozent unserer Schmerzrezeptoren drin. Und B wird dieses Bindegewebe über Diffusionen gespeist. Das heißt, die Gesunderhaltung dieses Gewebes läuft über Bewegung, über B und Entlastung. Und sitzen wir den ganzen Tag nur oder stehen und sind zu passiv, dann ist das eigentlich für dieses Bindegewebe der Horror. Das bedeutet, dass es zu wenig Speisung hat. Das bedeutet, dass es mit der Zeit von seinem Verhalten übertrieben gesagt porös wird, sich also nicht mehr so leicht bewegt. Und das erzeugt sozusagen Bewegungsverminderung in großen Strecken. Und die sorgen wiederum dafür, dass A Bereiche kompensieren, die sich einfach besser bewegen. Und die Bereiche, die kompensieren, gehen irgendwann in den Schmerz und die Bereiche, die sich gar nicht mehr bewegen bei Bewegung dann auch. Das heißt, all dem leisten wir Vorschub. Und die Bewegung ist ein ganz, ganz wesentlicher Aspekt für unsere Bindegewebs- und Fastsinggesundheit und natürlich auch für die Funktionsweise des gesamten Bewegungssystems, Muskeln etc. Es gibt noch viele weitere Vorteile, aber auch da könnten wir sagen, das ist ja wirklich ein positiver Aspekt einer Selbstoptimierung, weil wir sorgen ja dafür, den Körper von Schmerzen zu befreien, ihn beweglich zu halten, ihn, also ich denke jetzt an diese Longevity-Bewegung gerade, ihn wirklich gesund zu halten auf einer Ebene von Bewegungsansteuerung, Bewegungsausführung. Und Schmerzen erzeugen natürlich auch wieder Stress, also da schließt sich ein riesengroßer Kreislauf. Das heißt, das wären definitiv zwei Aspekte der Asana-Praxis, die sinnvoll sind. Wenn wir jetzt mal diesen Bewegungsaspekt anschauen, wann könnte der zu viel werden, dann ist natürlich eine zu große Bewegung, eine zu wenig koordinierte Bewegung, eine zu wenig koordinierte Bewegung durch zu hohe Geschwindigkeit. Oder durch zu viel fordern, weil ich muss genauso in die Position rein, wie es beschrieben ist, das ist dann unter Umständen der falsche Ansatz. Weil gerade ein System, was vielleicht den ganzen Tag eher sitzt oder steht und zu passiv ist, zu große Bewegung abzufordern, gerade wenn zu wenig Diffusionsspeisung vorhanden war, wie die letzten Monate, mag dann ganz schnell zu Überlastungssyndromen führen. Überlastungssyndrome, die wirklich Gelenke überreizen, Fastsinn überreizen, muskelmuskuläre Ansätze überreizen, Kapseln überreizen und entzündliche Prozesse fördern etc. Also da ist bestimmt angebracht, und das wäre immer so mein Leitsatz, nach dem Körpergefühl mit Freude, mit Elan, mit Offenheit, mit Neugier zu agieren, aber niemals mit einem Muss, aber auch niemals mit einem Frust. Also ich glaube, da spielt so die Frage der, was bringt mir Freude, dieser Aspekt, eine ganz zentrale Rolle. So, wir waren bei der ersten Kategorie von Asana. Also zumindest so wie ich sie in meinen Stunden übe, das kann man ja auch andersrum machen. Wenn wir dann in stabilere, länger gehaltene, kraftvollere Positionen kommen, was machen die denn? Also wenn ich mir zum Beispiel den klassischen Krieger 1 oder 2 angucke, den ich jetzt wirklich im Moment halte und ich meine wirklich auch mit Kraft, mit einer Ansteuerung, die aus einer guten Ausrichtungsansage von Seiten des Lehrers, der Lehrerin kommt, dann zahle ich eigentlich auf das Konto der Grundkrafterhaltung des Körpers ein. Also Muskelkraft ist eine Notwendigkeit für Bewegung, für Stabilität, für Körperhaltung, für Körpergrundausrichtung, also die Körperposition im Stehen. Für die Lage Schulter, Brustraum, Becken zueinander, für die Frage, bin ich dauerhaft in der Hyperlotose, habe zu viel Druck in der LWS, also im Lumbalbereich, im unteren Rücken, verschiebt sich die Stellung des Brustraumes zum Becken. Habe ich dadurch vielleicht Druck im Beckenraum, habe ich Druck im Bauchraum, habe ich vielleicht ein absinkende Oberbachorgane, bla bla bla, sind ganz viele Dinge damit verbunden, die es wichtig machen, eine grundlegende muskuläre Stabilität wiederherzustellen oder zu halten. Und da bin ich wirklich bei einem Mindestmaß an Reiz. Und das kann ja jeder für sich entscheiden, was da jetzt Selbst Optimierung, was Übertreibung und was Untertreibung und damit ausweichen ist, wenn ich den ganzen Tag sitze und oder stehe und wenig Sport und nie Kraftsport mache, dann darf der Reiz auch im Yoga so groß sein, dass ein muskuläres Zittern und eine klare Ermüdung einsetzen. Weil nur die gewährleisten, dass der Reiz im Muskel so groß ist, dass der Muskel sozusagen adaptieren muss, wenn dieser Reiz wiederholt kommt. Also wiederholt heißt zwei, dreimal vielleicht über die Woche. Wenn ich ganz viel Kraftsport mache, dann kann ich mir vielleicht nur die Frage stellen, okay, den Muskel, den ich jetzt merke, diese Gegend, merke ich die sonst auch so? Wenn ich die nie trainiere, dann auch hier ein bisschen mehr. Wenn ich die immer in meinen Trainingsplan einbringe, dann kann ich auf diese Position sicherlich ein bisschen verzichten oder musste nicht ganz so intensiv ansteuern. Also da ist sicherlich die Kraft ein Aspekt, der uns manchmal im Yoga eher an einen Punkt führt, wo wir glauben, ach, da jetzt kein Yoga mehr. Weil dieser Reiz einfach eine gewisse Intensität haben muss, weil er sonst, ich würde nicht sagen, umsonst ist, aber wenn wir es aus den Trainingswissenschaften, aus der Trainingslehre heraus betrachten, braucht es halt einen Reiz, damit Grundkraft gehalten oder sogar erhöht wird. Diese Grundkraft macht noch was mit uns, respektive, ja, sie macht noch was, sie sorgt für einen Haufen Neurotransmitter und Botenstoffe im Körper, die höchst gesund für unsere Immunabwehr sind. Sie fördert die sogenannte Kapillarisierung, sie wirkt in zündlichen Prozessen entgegen, etc. Also auch da spricht ganz viel dafür. Aber der wichtigste Aspekt ist vor allem, dass die Mortalitätsrate bei älteren Menschen ganz eng an muskuläre Grundkraft gekoppelt ist. Also nicht die Muskelkraft selbst sorgt am Ende dafür, aber sie ist sozusagen der Garant dafür, dass wir nach einer längeren Krankheit nicht bettlägerisch bleiben, nicht zu stark abbauen, weil Muskelaufbau im Alter schwerer als in jüngeren Jahren ist und deshalb ist ein Muskelerhalt oder sogar ein Wiederaufbau für das Alter wirklich ganz eng an die Lebenserwartung gekoppelt. Man mag es kaum glauben, darüber gibt es aber ganz tolle Studien. Dann gibt es noch den Aspekt der, man nennt es eigentlich exzentrische Kontraktion, der Vereinung sozusagen oder Vereinigung von großen und umfangreichen Bewegungen gepaart mit Kraft. Also zum Beispiel einen Krieger, eins wirklich aus der Kraft langsam abzusenken zum Boden, wiederzuheben, wieder abzusenken zum Boden, wiederheben, also mit dem hinteren Knie abzusenken, wenn die hintere Ferse gehoben ist, also nichts, dass das zur Verwirrung an der Stelle führt. Dann mag das so ein bisschen nach Bauchbahnempo aussehen, aber es zwingt die Muskulatur zur sogenannten exzentrischen Kontration. Also einer Verbindung aus Krafterhöhung, Spannungserhöhung und mehr Länge. Und die meisten assoziieren mit Yoga ja eher eine passive Dehnung, also eine aktive, in der Kraft stattfindende Dehnung sozusagen. Und das erhöht auch nochmals die Grundkraft, aber es entspannt, das ist zum Beispiel das Signal, dafür einen verspannten Muskel wieder zu entspannen, wieder in seine Funktion zurückzuführen. Und wie viele von uns sind immer wieder verspannt. Also ein weiterer Aspekt, der auf unser Gesundheitskonto einzahlt und der auch noch einen koordinativen Aspekt hat. Und die koordinativen Aspekte sind wiederum wichtig für Stützen, wenn wir fallen. Also ich möchte mal sagen, Sturzprophylaxe. Ja, lassen wir es mal so einfach. Also ich sehe nur, oder wir sehen, wir haben ein riesengroßes Potenzial, wenn es um eine sinnvolle im Sinne des Yoga-Sbtimierung geht. Aber wenn wir es übertreiben, natürlich auch mit zu vielen Kraftbewegungen, dass wir uns irgendwann einfach überfordern, dass wir nicht mehr in die Ruhe kommen. Ein Muskel, der zu viel in der Kraft vermacht, irgendwann zu. Wenn wir zu viel Exzentrik üben, ja, dann überfordern wir natürlich auch Gewebe oder wir stürzen, wenn wir es nicht mehr halten können, dann ist natürlich dein Über Ehrgeiz auch ein bisschen unangebracht. Also wir sehen auch hier, es ist natürlich wie immer unser Fahrwasser. Aber ich glaube, dass ein gewisses Maß an Selbstoptimierung hier sehr sinnvoll sein kann. Lass uns die letzte Kategorie angucken. Passive Positionen, allen voran Umkehrstellungen und passive Dehnungen, Drehungen, Vorwärtsbeugen etc. Die haben alle etwas gemeinsam. Entweder sie bringen Muskulatur und Bindegewebe passiv auf Zug über längere Zeit oder passiv auf Annäherung. Das sind zwar zwei verschiedene Aspekte, haben wir aber um die Ecke rum beide den gleichen Effekt, dass unser zentrales Nervensystem lernt zu entspannen. Also das fördert gar nicht so sehr die Entspannung des Muskels, sondern setzt eher Zentralnerval an. Das heißt, wir können also mit einem passiven Anteil an Positionen dafür sorgen, dass unser parasympathisches System etwas mehr angekurbelt und das Sympathische etwas mehr gedämpft wird. Und ihr seht schon oder du siehst schon, wenn du wahrscheinlich alleine zuhörst, dass so eine Kopplung aktiv, dann passiv eigentlich für uns, gerade als dauestresster Menschen, eine ganz gute ist. Wir denken an das Loslassen, an das Rausspülen, an das Benutzen, an das Verbrennen von diesen ganzen Neurotransmittern aus der Stresssachse. So, das waren ja schon relativ viele Dinge. Jetzt haben wir natürlich noch ganz andere Einflugschneisen. Doch vielleicht noch eins hier. Auch das würde ich mal sagen, lädt einige ein. Also Menschen, seid mir bitte nicht böse, aber ich erlebe immer wieder auch Menschen mit einem offenkundig eher phlegmatische Naturell, sich dann eher auf diese Position zu beschränken. Auch das ist ganz nett. Aber natürlich muss man zum Stress sagen: Stress lässt sich auch besser abbauen, wenn man halt erstmal in die Kraft geht. Und insofern ist natürlich die Kraft und die Bewegung das Aktive und ganz wichtige Pendant zur Entspannung. Also auch da sehe ich ein Übermaß. Und ich sehe auch ein Übermaß an. Du musst natürlich eine passive Vorwärtsbeuge keine 15 Minuten halten. Dann ist das auch nicht mehr so sinnvoll. Aber das können wir vielleicht in einem anderen Podcast auch mal beschreiben, dass dann auch Dinge passieren, die dann nicht mehr sinnvoll sind. So, wir sehen der rein körperliche Asana-Aspekt, der macht ganz schön viel. Und ich glaube, abschließend für die Asanas können wir sagen, dass das Wichtigste neben der Funktion oder ja, dass das Wichtigste bei den Asanas die Erfüllung der Funktion im Sinne einer gesunden Optimierung für Funktionen im Körper ist. Also nicht die Show, nicht wie schön sieht das aus, steht im Vordergrund, nicht wie hart knallt das rein, sondern fühle ich wirklich auch das, was ich fühlen möchte oder soll? Stabilisiere ich damit auch das, was ich stabilisieren möchte? Und ist es ein guter Reiz im Sinne, das ist machbar, aber es strengt mich durchaus auch mal an. So, ich glaube, die Frage, können wir uns nur alle selbst beantworten? Und ein weiterer ganz wichtiger Aspekt ist natürlich, den möchte ich nicht verhehlen. Wenn wir uns irgendwie optimieren wollen, brauchen wir natürlich in allererster Linie mal einen ganz gesunden Zugang nach innen zur Frage, wie geht es uns denn? Was treibt uns denn an? Und diesen Zugang, den finden wir eigentlich immer auch vor allem über den Körper. Also die Frage, wie geht es mir gerade, wie bin ich drauf, wie geht es mir mit etwas, die finde ich eigentlich gar nicht im Geist, sondern es ist immer eine somatische Reaktion. Und diese Form von Körperarbeit, und jetzt kommen auch die ruhigeren Asanas, diese Form von Körper Achtsamkeitsarbeit, die erhöht ungemein den Zugang zu unserem somatischen System. Es gibt auch da ganz tolle Studien, dass Menschen, die Körper Achtsamkeit machen, einen viel, viel besseren Zugang zur Frage haben, wie geht es mir denn, als Menschen, die das nicht tun und deshalb wichtige Signale, die anderen Menschen häufig entgehen, halt registrieren und auch ernst nehmen. Auch da kann man es übertreiben. Man kann natürlich auch alles, was der Körper da hochspielt, auf die Goldwaage legen und sich gleich Gedanken machen. Aber ich glaube, du weißt, welches gesunde und sinnvolle Fahrwasser ich gerade meine. Das waren die Asanas. Gibt noch mehr Aspekte, aber ich möchte damit nur sagen, Yoga ist ein tolles Tool. Was sagt die Yoga-Philosophie denn eigentlich zu den Asanas? Das ist jetzt die andere Ecke, aus der wir wieder schauen müssen. Und die Yoga-Philosophie sagt eigentlich gar nicht so viel. Aber wenn wir mal subsumieren, was die mittelalterlichen tantrischen Schriften sagen, dann bringt uns Asana eine gewisse Widerstandsfähigkeit

Körpergefühl Statt Show Und Muss

Timo

gegenüber körperlichen Einflüssen. Jetzt könnte man sagen, wir jucken nicht sofort, wenn es kratzt. Aber wir machen uns auch von körperlichen Einflüssen in unserer, ich möchte mal sagen, emotionalen Lage nicht so super abhängig. Und das macht die Körperarbeit, die ersterne Arbeit. Sie gibt uns sozusagen mehr körperliche Resilienz. Sie gibt uns auch mehr Selbstvertrauen, weil wir natürlich merken, wir können Dinge tun, die wir vorher nicht glaubten, dass sie uns gelingen. Damit hat es das mit Selbstwirksamkeit zu tun, ein wichtiger Resilienzfaktor. Also sie macht uns damit mental stärker. Und das könnte man auch übersetzen als Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Einflüssen. So steht es nämlich in den Schriften, wenn man es mal frei übersetzt. Und ein anderes Ding in den Schriften ist, dass sie uns leicht und leichtgliedrig und sorgenfrei gegenüber und langlebig und sorgenfrei gegenüber körperlichen Problemen machen soll. Also quasi auf unser Gesundheitskonto einzahlt, haben wir geklärt. Passt auch zu den alten Schriften. Und was macht sie noch? Sie klärt uns von unseren Grantis, also nicht unserer Grantigkeit, sondern sie löst innere Gramtis, sind energetische Blockaden auf. Und jetzt muss man so ein bisschen gucken, was könnte das denn sein? Und ich würde es gerne so übersetzen, dass all die misslichen Lagen, in die wir geraten sind in unserem Leben, somatisch repräsentiert sind. Das heißt, alles, was wir an Trama sozusagen in unserem Körper lebt haben, die großen wie die kleinen, die hängen irgendwo in unserer Körperinnerung fest. Und die lassen sich definitiv lösen. Also wir können mit Körperarbeit sogar Traumaarbeit leisten. Das muss ja nicht immer so extrem sein. Aber diese Form von Körperarbeit löst sozusagen die Verspannungen, die körperlich Geschichten und unserem Kopf begleiten, auf. Und das passiert wirklich auch gerade in der jüngigen Praxis, in der Restorative Praxis. Wenn wir also ruhig lang in Positionen verweilen, das kann teilaktiv sein wie im Hata-Yoga, das kann auch ganz passiv sein wie im Ying. Ich glaube, das ist uns wahrscheinlich auch allen, die Yoga praktizieren, das ganz bestimmte schon mal passiert. In diesem Sinne ist eigentlich auch dieser Aspekt aus den Schriften erfüllt. Wir könnten also am Ende einen großen Haken setzen und sagen, ja, Yoga kann allein schon mal auf der körperlichen Ebene definitiv einen sinnvollen Selbstoptimierungsreiz leisten oder machen. Einen Beitrag sozusagen, einen Selbstoptimierungsbeitrag sein. Sonst müssen wir natürlich wieder zur Ausgangsfrage zurück, was gibt es denn eigentlich zu optimieren? Also ich glaube, wir waren eben bei Dingen, die relativ objektiv gesehen uns gereichen, gerade im modernen Alltag, damit es uns einfach besser geht. Und wenn wir da in einem sinnvollen Rahmen bleiben, dann ist es sinnvoll, sicherlich auch aus einer yogischen Perspektive. Lass uns mal gucken, wenn wir jetzt in den Bereich Pranayama und Meditation und eher diesen mentalen Bereich weiterschreiten, dann wird es ja da ein bisschen anders. Da müssen wir also die Philosophie wahrscheinlich nochmal anders zur Rate ziehen. Gucken wir uns nochmal kurz Pranayama an. Pranyama hat mehrere Aspekte. Ich glaube, dass Pranayama gerade so ein bisschen salonfähig wird. Ich mag das an meinen Weiterbildungen, die werden

Pranayama Ruhig Atmen Statt Hype

Timo

immer voller. Das Interesse ist da, es gibt das Breathwork. Ich erlebe auch zunehmend LehrerInnen, die Pranayama und Atemarbeit in ihrer Stunden mit aufnehmen. Ich mache das auch und ich finde das absolut sinnvoll. Man muss es ja nicht immer Pranayama nennen, man kann es ja auch einpflichten. Warum ist der Atem so wichtig? Der Atem ist im Yoga so wichtig, erstmal aus der yogischen Sicht, weil er Träger unseres Prana ist. Jetzt ist natürlich die Frage, was ist ein Prana, gar nicht so leicht zu beantworten. Prana gehört zu Pranamaya Kosha, zu der Schicht, zu der Ebene unseres Seins, die erfahren werden kann, erlebt werden kann, über die wir sprechen können, die wir aber nicht anfassen oder anschauen können. Also alles, was so ein bisschen zwischen Atem, Wärme, Kälte, Müdigkeit, Aktionismus und unserer ganzen Körperphysiologie hin und her divergiert. Und vielleicht ein paar Dinge, die wir heute noch gar nicht erklären können. Und es gibt zum Beispiel in der Atapatipika an Ausdruck, Pranavriti Nirodaha, that is the Sjitta Vritti Nirodaha in the Yoga Sutra. That he has here that Prana, the Träger Atom, to Ruhe to bring. Also, kurz gesagt, verlangsamen wir den Atem, verlangsamen wir das Denken. And we können uns über Atemübungen eigentlich im Kopf fast komplett leer machen. And insofern könnten wir natürlich sagen, okay, Pranayama aus der yoga-philosophischen Sicht soll uns in eine geistige Ruhe bringen, in der wir nicht in unsere Alltagsgedankenwelt eintauchen, sondern leichter den Bereich finden, leichter Zugang zu dem Bereich finden, den wir vorhin mal als Bewusstes oder als Bewusstsein, als beobachtende Instanz oder als den Raum, in dem all unsere Gedanken stattfinden oder die Leinwand, auf die der Film unseres Lebens projiziert wird, übersetzen. Wie auch immer wir das sehen. Das heißt, da haben wir eine ganz klare Idee, sozusagen unsere Gedanken will so zur Ruhe zu bringen, dass wir uns in unserer wahren Wesensidentität erleben können. Also in dem, was hinter den Gedanken steht. Da müssen wir uns jetzt ganz schön aufpassen, wenn wir das übertragen auf Optimierung, weil aus der yogischen Sicht gibt es da nichts zu optimieren, sondern Pranyama dient dem Zweck, geistig absolute Ruhe zu finden, hinter das Konstrukt eines Ichs zu schauen. Wenn wir uns jetzt auf einer physiologischen Ebene angucken, was Pranayama tut, oder auf einer neurowissenschaftlichen auch psychologischen Ebene, dann sehen wir, und das wussten die alten Yogis schon, dass jede Form zu Atmen, jedes Atemmuster auch einer mentalen Grundeinstellung, einem mentalen Grundmuster entspricht, also zum Beispiel die fünf Grundemotionen, kennen eigene Atemmuster. Und dass damit der Atem immer unser inneres Widerspiegelt, sowohl auf einer mentalen Ebene als auf, also auch auf einer emotionalen, als auch auf einer physiologischen. Die Geschwindigkeit, mit der unser inneres Getaktet ist, Blutdruck, Herzsequenz, Stresshormonausschüttung, Muskelspannung, Bindegewebsspannung, Körpertemperatur etc., spiegelt sich immer im Atem wider. Und jetzt müssten wir eigentlich im Zuge der Selbstoptimierung etwas ganz Wichtiges feststellen. Wollen wir uns wirklich optimieren im Sinne von wir wollen es ruhiger machen, wir wollen es gesünder machen, uns in unserer Gesundheit und unserem Gesunderhalt unterstützen. Dann müssen wir vor allem langsame, ruhige Pranayamas absolvieren. Sowas wie die Wechselatmung. Ja, modern gesagt, wir üben uns in Kohlenstoffdioxidtoleranztraining. Wir versuchen, dass unser Körper durch verlangsamte Atemmuster die Bereitschaft erhöht und die chemische Voraussetzung dazu, mehr Kohlenstoffdioxid im Blut zu akzeptieren, damit wir seltener atmen, wohlwissend, dass eine Reduzierung dieses Atempos, dieser Frequenz unseren Stresspegel senkt, weil einer der Motivatoren für unseren Stress, nämlich der Atem, raus ist. Das heißt, wenn wir bei Selbstoptimierung sind, wären wir vor allem erstmal bei einer ganz, wie soll man sagen, unauffälligen, unspektakulären Form von Wechselatmung. Die muss also gar nicht so unglaublich aufwendig sein, die muss gar nicht so unglaublich fordernd sein, aber sie muss vor allem eins, sie muss häufig, beständig, frequent sein. Das heißt, wir müssen jeden Tag üben. Und da fällt mir so etwas ein aus dem Yoga Sutra, da gibt es das wunderbare Wort Abyasa, das beharrliche Üben ist dranbleiben. Also sind wir wirklich intrinsisch motiviert mit Pranayama, mit Atemübung und damit über das Yoga etwas für uns zu tun, um auf allen Ebenen Ruhe zu erzeugen, auch mehr mentale Stabilität, dann üben wir uns in ruhiger Atmung. Natürlich können wir auch un und her gehen und Hyperventilationstechniken nutzen. Aber das kommt viel, viel später auf dem Weg und erfordert viel, viel mehr mentale Stärke. Und ich glaube, wenn ich beim Pranayama bin, dass genau da im Moment wieder diese beiden Extreme sind. Also einmal die Atemverweigerung, also die Pranayama-Verweigerung, den Atem wollen wir, glaube ich, nicht verweigern. Also zu sagen, ach, fünf Minuten lang, nein, das langt nicht, um irgendeinen Effekt zu haben auf das sympathische und parasympathische Nervensystem. Aber vor allem der Übertreibung. Also ich glaube, dass im Moment unglaublich gerade bei diesen Selbstoptimierungshypes die Hyperventilation benutzt wird, gerade im modernen Breathwork. Ja, die hat ihre Berechtigung, aber ich bin ganz sicher aus einer physiologischen Warte, dass der viel wichtigere Teil, gerade für den Beginn, für den Gesundherhalt, für die Unterstützung einer Immunabwehr, einer Grundruhe, einer Resilienz, einer Langsamkeit im System. Ja, nennen wir es mal so, vereinfacht, dass da eine langsame Atmung, die eher mal eine halbe Stunde am Tag geübt werden kann oder zweimal 15 Minuten im Vordergrund stehen sollte. Und nichts Porsches, Hippes, Cooles, abgefahren ist. Klar macht das Spaß. Und es gibt so diese lustigen Sätze, oh, Byogis brauchen keine Pillen, wir haben ja den Atem. Ja, aber ich glaube, das ist es vielleicht nicht an erster Stelle. Also ich glaube, kurzum, dass man sich da im Panayama, gerade wenn man den modernen Trends folgt, ganz gern mal verrennen kann und dann die Selbstoptimierung, nämlich nicht mehr eine Optimierung im Sinne des Yoga ist, sondern eher das Gegenteil. In der Pradipika gibt es dazu einen tollen Spruch. Da steht nämlich, wer diese Übungen zu früh ohne Bedacht und nicht nach Anladung seines Gurus übt, vor allem zu früh und ohne Bedacht, der hat Übles zu erwarten, weil man diese Techniken üben muss, wie man wilde Tiere zähmt. Andernfalls bringen sie einen um. Also so ungefähr steht es da drin. Sie werden es nicht gerade umbringen, aber sie machen die Dinge definitiv, wenn wir sie zu früh und zu intensiv machen, viel, viel schlechter. Und sie drehen eher an der falschen Schraube. Insofern, glaube ich, ist da mit dem Thema Optimierung so ein bisschen Vorsicht geboten, es wirklich im Sinne auch der yogischen Schriften zu üben, die da ganz klar sagen, der erste Teil des Weges ist langsam atmen. Und dann kommen die Schnellen. Und vielleicht eins zur Erklärung, die Pradibika zum Beispiel zitiert, viermal am Tag je übersetzt rund eine Stunde üben, nach drei Monaten kannst du zu den anderen übergehen. Ich habe es jetzt etwas gekürzt. Wenn wir das mal auf unser heutiges Lebenskonzept übertragen, dann werden aus den drei Monaten, weil wenn ihr nicht vier Stunden Pranyama am Tag machen, wahrscheinlich mal eher drei Jahre. Kurzum, ich glaube im Sinne einer sinnvollen Optimierung über Yoga mit Pranayama wäre eher das ruhigere zu bevorzugen. Ja, dann haben wir den letzten Komplex, zumindest für diesen Podcast, glaube ich. Und zwar haben wir den Komplex der ganzen Mentalarbeit, der Meditation, des Achtsamkeitstrainings der Achtsamkeitsübungen, vielleicht auch so Sachen wie Dankbarkeit, Sachen wie Meta-Meditation, also Meditation der liebenden Güte, Mitgefühl,

Meditation Ohne Ziel Und Analysefalle

Timo

diese Dinge uns in Großzügigkeit üben, die sind ja ganz, ganz fest im traditionellen Yoga-Weg angelegt. Ich glaube, dass die von den meisten gar nicht geübt werden, dass die gerade so ein bisschen, sonst ein bisschen ins Feuer der Aufmerksamkeit geraten, zu Recht und spätestens jetzt, also sie hätten schon viel früher entdeckt werden dürfen, vom Besten, glaube ich. Aber all diese Techniken, ohne jetzt wirklich einzeln auf diese Techniken einzugehen, haben natürlich auch zwei entgleisende Komponenten. Sie können zu oberflächlich praktiziert werden. Das heißt, wenn ich mich abends fünf Minuten hinsetze, die Augen zumache und über meinen Tag zeniere, dann ist es natürlich keine Meditation. Das ist nicht verkehrt, aber es ist keine Meditation. Also sollte ich ihr zumindest kein Optimierungspotenzial abverlangen. Und gewaltsame Sessions irgendwie unglaublich lange sitzen und Zeiten stoppen und zu propagieren. Man müsse mindestens 25 Minuten und sonst was oder 30 oder eine Stunde, das führt uns eher in den Frust. Vor allem der Fehlglaube, Meditation sei eine Technik oder ein Zustand, in dem nicht gedacht wird. Ich möchte es noch anders ausdrücken. Meditation in Kombination mit einem Ziel ist niemals zielführend im Sinne des Yoga. Weil Meditation ist das komplette Loslösen und Loslassen von allen Ansprüchen, um uns in dieser anspruchsvollen Anspruchslosigkeit zu beobachten. Und mit all dem, was wir in uns tragen zu sein, um ihm sozusagen Räume zu schaffen, die das bewusste Denken ihm sonst nicht schafft. Dann führt Meditation auch zu Selbsterkenntnis und dann brauchen wir wieder den Willen, um zu bekunden, was wir im Alltag vielleicht anders machen, etc. Und mit dem Willen ist wieder das Gleiche, wenn wir uns aus einer Erkenntnis heraus ein Ziel setzen, was out of range ist, dann führt auch das zum Frust. Das heißt, die Meditation und die ganze Mentalarbeit haben für mich eigentlich neben dem Nicht-Tun oder zu wenig tun oder zu glauben, das wäre es schon gewesen, zwei Fallstrecke. Einmal ein zu großer Anspruch, also einen Anspruch an, da muss gleich Ruhe sein und gleich totale mentale Gelassenheit. Weil was passiert, wir können diesem Anspruch nicht gerecht werden und wir fallen in sowas wie Frust. Aber wenn ich ein Ziel für mich definiere, dann ist es ja nur dann gut oder ich bin nur dann gut im Denken, wenn ich dieses Ziel erreiche. Andernfalls passiert ja auf der anderen Ebene was mit mir, geht ja eher der Selbstwert runter. Was entweder zum Aussetzen der Praxis der Meditation führt oder in so eine Selbstanklage und dann wird vielleicht noch mehr gepusht. Also es ist nichts, was es auch zu erkennen oder zu verstehen gibt, sondern Meditation ist wirklich Erleben, im Augenblick Sein, das Sein selbst erleben. Erstmal mit allem auszuhalten, was ist, ohne zu reagieren. Also die zu hohen Ziele. Und der zweite große Stolperstein in der Meditation, respektive in der Mentalarbeit, ist, dass wir alles beginnen zu analysieren. Dass wir die Dinge verstehen, aber sie dadurch nicht lösen. Dass wir zu Theoretikern unsere Probleme werden, weil wir durch Meditation und Kontemplation vielleicht herausgefunden haben, was unsere Probleme sind, was unsere Auslöser sind. Aber ich arbeite nicht mit diesen. Ich nehme mir nicht vor, was ich konkret tun kann. Ich nehme mir was Unmögliches vor. Aber statt zu sagen, okay, ich habe jetzt eine Meditation unter einem anschließenden Nachdenken herausgefunden, dies und dies sind immer wieder Auslöser, kantig zu werden. Dann muss ich mir die Frage stellen, okay, warum werde ich kantig? Ich brauche also dieses Verstehen. Okay, immer aufgrund dieser und jener Gegebenheit, vielleicht aus meiner Vergangenheit, ist nur ein Stück meiner Histori, nicht ich, ich reduziere mich also nicht darauf. Ich nehme mir also vor, konkret, wenn ich das nächste Mal merke, diese und jene Situation bahnt sich an, dann werde ich mir das Beste geben, zu versuchen, dies oder das zu tun. So, und wenn ich ein Ziel so definiere, dann ist es im Sinn der Selbstoptimierung, auch im Yoga. Aber wenn ich mir vornehme, ich ärgere mich jetzt nicht mehr, ich bin nie mehr wütend, ich bin nie mehr neidisch, dann kann das nur Frust erzeugen. Und wie gesagt, das Zweite, wenn wir auf der theoretischen Erkenntnis sozusagen sitzen bleiben, ah, ich weiß, woher das kommt, aber halt nichts praktisch in die Veränderung bringen, keinen Habitus konkret in unserem Leben versuchen, in eine sinnvolle Richtung zu verändern, in einem hin zu, nicht in einem Weg von. Dann wird sich nie was ändern. Dann bleiben wir Meister im Verstehen unserer Probleme, ohne diese jemals zu lösen. Und deshalb schlägt der Yoga-Weg von Beginn an vor, alles in die Praxis zu bringen. Nicht umsonst sind die im Yoga verankerten Yamas und Niamas so wichtig. Die Yamas sind wirklich als Handlungsanweisungen zu verstehen. Und wie viele Menschen kennst du vielleicht, die sprechen über Dinge, die getan werden müssten, ohne sie selbst zu tun? Ja, ich müsste mal, ja, man müsste, ja, das wäre besser, ja, ich werde mal, ich versuche mal, eines Tages und so weiter. Dann, wenn wir unsere Überzeugung wirklich in die Handlung bringen, in ganz kleinen Schritten. Wenn wir als Beispiel, wenn uns jemand nach dem Weg fragt, stehen bleiben, unser Handy rausholen, wenn wir den Weg nicht kennen, mit ihm oder er gemeinsam googeln. Und solange mit ihm oder ihr, wenn wir die Zeit natürlich haben, stehen bleiben, bis die Person ungefähr weiß, wohin oder sie vielleicht sogar ein Stück begleiten, wenn wir es wissen. Solange wir so eine einfache Handlung nicht in unser tägliches Leben integrieren, wird Moral und Ethik immer nur ein Akt innerer Überzeugung sein, aber diese Überzeugung bleibt nur kognitiv. Die wird immer nur hintendran in ein Gefühl münden, dass wir eigentlich unzufrieden sind, weil wir es nicht genügend leben. Also, ich glaube, wir sehen an der Stelle wieder, wenn wir das Fahrwasser, wenn wir die Ziele ein bisschen kleiner definieren und das Optimieren in kleineren Tranchenden Dosen eher in die Handlung führen, dann sind wir viel eher im Yoga und damit auch viel eher in einem, in dem, was der Yoga Sam Tusha nennt, in einer Zufriedenheit, in einer tiefen Zufriedenheit, die sich bei uns breitmacht, als wenn wir nach viel zu viel streben, was wir alles nicht erreichen können. Ich setze es an dem Punkt einfach nur mal gleich, weil wenn wir nach der Longevity-Forschung gerade versuchen, uns optimal zu ernähren, dann kommen wir aus dem Stress auch nicht mehr raus, weil der Anspruch viel zu groß ist und dann laufen wir auch in den Frust. Und dann machen wir vielleicht gar nichts mehr und gehen wieder Junk Food essen. Und deshalb ist es auch da, vielleicht besser kleinere Brötchen zu backen, aber die auch halt kontinuierlich. So ist es auch im Yoga. Auch bei den wunderschönen Übungen wie Metta, Karuna, Mudita, Opekka oder Upeksha im Sanskrit. Also bei den Anteilen von uns, in denen es darum geht, unser Selbst zu optimieren. Nämlich sinnvolle Geisteshaltung zu optimieren. Und damit möchte ich eigentlich schon fast schließen, aber es dauert noch einen Moment. Laufen wir in einem ganz klaren Fahrwasser einer Optimierung im Sinne des Yoga. Weil jetzt müssen wir nochmal zum Ausgangspunkt zurück. Was propagiert der Yoga? Auf der einen Seite, in der letzten Konsequenz, die Transzendenz eines identitären Ichs. Warum? Das Yoga-Sutran nennt es Asmita, Ich-Bezogenheit, weil wir in all unserem Tun und Denken

Ethik Dharma Und Vier Qualitäten

Timo

immer aus unserer identitären Perspektive die Dinge beleuchten. Das führt a dazu, dass wir die Dinge nicht wertfrei sehen können, b, dass wir häufig um uns selbst kreisen. Warum ist es so wichtig zu umgehen? Weil zum Beispiel die Bhagavad Gita sagt, das Ganze ist viel wichtiger als der die Einzelne. Bedeutet, dass wir, und das kämen wir schon aus dem Buddhismus, es uns zur höchsten Aufgabe machen, immer nach dem Allgemeinwohl zu schauen. Also wenn ich in einer Gruppe von fünf bin, bin ich ein Fünftel. Und deshalb spielt mein Wunsch, meine Wünsche, die Dinge, die ich einfach gerne hätte, meine Bedürfnisse, spielen, wenn sie nicht absolut basale Natur sind, auch nur ein Fünftel Rolle für die Gesamtgruppe. Und deshalb ist jedwides Handeln, was im Yoga angelegt ist, weg vom Asmita-Bezug, das identitäre Ich noch weiter zu stützen und auszubauen, indem ich ihm dauernd zuträglich agiere, hin zu einem Agieren, was nicht gegen das Selbst ist, aber für das Dharma, für die Allgemeinheit. In dem Moment ist das Dharma die Allgemeinheit für die Sangha, für die Gemeinschaft, für das Soziale, für den Planeten. Und dazu hat der Buddhismus ins Ersonnen und der Yoga integriert das, was der Buddhismus die Brahma Viharas nennt, die vier Unermesslichen und was der Yoga Bhavana nennt. 1.33 Yoga Sutra kann man nachlesen, erstes Kapitel. Bhavana heißt kultivieren. Wir streben regelrecht, und im Buddhismus heißt es rechtes Streben, rechtes Entwickeln, da sind wir in der Optimierung. Wir streben nach vier geistigen Qualitäten. Maitri oder Metta, Karuna, Modita oder Opeksha, respektive Opekka, je nach Sprache Sanskrit oder Pali, nämlich der liebenden Güte, des Mitgefühls, der Mitfreude und der Großzügigkeit respektive des Gleichmuts. Und ohne jetzt alle aufzumachen, aber selbst dieser Weg, and das ist es im Yoga nicht beschrieben, aber in Buddhismus ganz toll, kennt den sogenannten nahen und fernen Feind. Das heißt, er kennt die Tücken, die sozusagen auf diesem eigentlich ideal gedachten Weg der, nennen wir es doch mal Selbstoptimierung angelegt sind, die dieser Weg aber in sich birgt. Nehmen wir zum Beispiel mal die liebende Güte. Die liebende Güte ist das universelle Gefühl, einen Menschen oder einen Wesen, so wie es ist, zu akzeptieren, es beschützen, sich um das Wesen kümmern zu wollen, also uneingeschränkt Hilfe anzubieten. Es wird beschrieben als die Liebe, die eine Mutter ihrem Kind entgegenempfindet. Also wir könnten sagen, Nächstenliebe. So wie im Christentum. Und das wollen wir kultivieren. Was wir aber nicht kultivieren wollen, ist den Nahen und den fernen Feind. Heißt im Buddhismus so, weil der nahen Feind, der steht so nass hin, gerne übersehen. Und der ferne Feind ist der, der eigentlich offensichtlich ist, der aber ein bisschen weiter weg ist. Der ferne Feind ist Kälte. Also natürlich wollen wir nicht in die Ablehnung, wir wollen von der Ablehnungsenergie weg. Deshalb üben wir uns in Metta. Und deshalb wollen wir uns auch in Metta, respektive in Lieben der Gütemeditation, echt bemühen und uns nichts vormachen, weil vormachen kann dann sowas, also wenn es zu schnell geht, wenn es ohne Bilder ist, etc., münden, dass es einfach nicht funktioniert. Oder dass wir Leute dann letztendlich doch ablehnen. Aber der nahe Feind ist das Anhaften, also dass wir Personen nicht diese universelle Liebe entgegenbringen, die bedingungslos ist, sondern dass wir entweder Bedingungen an sie knüpfen, das wäre dann aber wirklich der ferne Feind sogar, ja, das wäre da auch drin, oder dass wir ihnen anhaften, dass wir romantisch lieben oder besitzen wollen oder regulieren wollen. Und das ist ja ein Fahrwasser, das kommen wir ganz schnell. Heißt also, auch hier ist Selbstoptimierung eigentlich fast schon ein yogisches Wort, birgt aber Risiken. Wenn wir Karuna angucken, Mitgefühl, da kann da auch Kälte sein. Kälte kennst du, wenn jemand Mitgefühl bräuchte und der andere klopft ihm auf die Schulter und sagt, wird schon, dann ist das eigentlich Kälte, auch wenn es gut gemeint ist, aber es ist kein echtes Mitgefühl, es ist so ein bisschen, naja, lass uns von was anderem reden. Oder es ist mit Leid. Also ich assoziiere mich dann damit. Und so ist es mit all diesen vieren. Das heißt, der Yoga lädt uns hier eigentlich schon ein, genau zu gucken. Ja, Selbstoptimierung im Sinne von deine Selbstverliebtheit nicht zu fördern, deine Anhaftung an dein identitäres Ich nicht unbedingt zu fördern, im Versuch, das Bestmögliche aus dir rauszuholen, konstant zu bleiben, ohne dir selbst zu schaden, ohne dich selbst zu überfordern, ohne dich selbst abzulehnen oder zu erniedrigen, aber auch ohne andere zu übervorteilen oder andere zu weit hinten anzustellen, stets mit der Motivation, das Wohl mehrerer über das Wohl meines eigenen Ich zu stellen, ohne dabei in die komplette Selbstaufgabe zu gehen. Also du siehst schon, es ist ein ganz schön großer Weg, der uns dabei vorstellt. Also, wenn wir das alles mal so ein bisschen subsumieren, glaube ich, Selbstoptimierung, bei allem Wahn gerade, kann also auch aus der Yoga-Perspektive was unglaublich Sinnvolles sein. Aber es kann auch im Wahn enden. Der nach innen gerichtet ist, es kann auch in der kompletten Überforderung enden.

Fazit Grenzen Und Denkanstoß

Timo

Es kann auch daran enden, dass wir uns einfach was vormachen, was nicht ist. Und es kann im schlimmsten Fall vor allem dazu werden und dazu führen, dass wir im Yoga aus der yogischen Sicht von dem Ich-Dienen-Dienlichen, also von dem Gesundheitsdienlichen, von diesen ganzen dienlichen, eigentlich freiheitsfördernden Aspekten abkommen und uns eigentlich noch viel mehr Richtung Narzissmus verlieren. In diesem Sinne hoffe ich, dass der ein oder andere Impuls mal wieder dabei war, ob du meine Gedankengänge ein bisschen als vielleicht bereichernd empfunden hast und nachvollziehen konntest. Und vielleicht, dass all das ein kleiner Denkanstoß für dich und auch für mich, wenn es das nächste Mal um das Thema geht. Ja, wie packe ich denn jetzt eine Sache an? Wer motiviert mich denn da? Ist das für mich sinnvoll und wie weit? Und was macht das für andere? Vielen Dank fürs Dabeisein, fürs Zuhören. Ich habe bestimmt nicht alles gesagt, aber du kennst meine Podcasts. Ich lasse es immer laufen. Und so gelingt es mir am besten. Wie immer, wenn du Anregungen hast, Ideen, bitte, bitte, und es ist ernst gemeint, schreib mir, weil genau die Themenauswahl ist mein Thema. Bis demnächst.