Timo Wahl YOGA-PODCAST
Timo Wahl YOGA-PODCAST
#45 Sangha - Wir wachsen erst durch Gemeinschaft
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Hast Du Fragen oder Anregungen..?
Wachstum passiert selten dort, wo alles glatt läuft und alle nicken. Wir reden über spirituelle Gemeinschaft und warum Sangha im Yoga mehr ist als „nette Leute im Studio“: Sie ist Spiegel, Reibung, Halt und Übungsraum zugleich. Erst wenn wir uns wirklich begegnen, zeigt sich, ob unsere Praxis trägt oder ob wir nur im sicheren Rahmen entspannt sind.
Wir schauen auf die Zutaten einer gesunden Gemeinschaft: Autonomie und Verbundenheit, ehrliches Feedback, Zuhören, eine gute Streitkultur und die Fähigkeit, unterschiedliche Werte auszuhalten. Gleichzeitig benennen wir die Schattenseiten, die viele aus dem spirituellen Umfeld kennen: Pseudo-Harmonie, Dogmen, subtilen Elitismus und den Druck, perfekt wirken zu müssen. Unser Maßstab ist Menschlichkeit: getriggert sein darf sein, entscheidend ist, wie bewusst wir damit umgehen.
Ganz praktisch wird es bei Metta, der Meditation der liebenden Güte. Wir sprechen darüber, warum Mitgefühl erst dann „echt“ wird, wenn der Körper mitkommt und Anspannung sich löst und wie ein Perspektivwechsel im Alltag sofort die Qualität von Begegnung verändern kann. Dazu kommt der Blick auf Sinnhaftigkeit: Wenn Werte im Job fehlen, kann Gemeinschaft durch Ehrenamt, Projekte und Engagement wieder Werteglück und Selbstwirksamkeit stärken und Mangeldenken mit Dankbarkeit ausbalancieren.
Wenn dich Yoga, Achtsamkeit, Resilienz, Mitgefühl und echte Verbindung interessieren, hör rein, teile die Folge mit einem Menschen aus deiner Sangha und abonniere den Podcast. Schreib uns danach: Was macht für dich eine Gemeinschaft wirklich gesund?
Ankommen Und Thema Setzen
TimoSo, dann würde ich sagen, haben wir wieder ein neues Thema. Die Frau Katharina Bock ist mal wieder zu Gast. Und ich bei dir.
KatherinaIch freue mich riesig.
TimoEbenso. Das ist ja ganz lustig, weil wir, bevor wir zum neuen Thema kommen, wir haben uns ja uns jetzt das erste Mal eigentlich auf dem Sound See Festival. Festel, Festel, auf dem Festel, auf dem Sound See-Festival wirklich persönlich kennengelernt. Also ich meine, so richtig so. Und was schön. Also jetzt freue ich mich noch mehr. Dein lieben Mann habe ich ja auch kennengelernt. Und es ist jetzt irgendwie noch cooler, wenn so eine Verbindung da ist. Es ist eigentlich ulkig, dass die Super Podcasts schon da war vorher. Aber wenn man einen Mensch dann richtig mal so gesehen hat, dann ist nun mal anders, finde ich.
KatherinaIch freue mich. Schön, ja.
TimoDer Themenvorschlag für heute kam von dir.
KatherinaJa.
TimoSchieß mal los. Schon lecker, ne?
KatherinaSpirituelle Gemeinschaft. Wir sind ja beim letzten Podcast da irgendwie drauf gestoßen und fanden das, glaube ich, beide auch ein richtig, richtig gutes Thema mal für einen Podcast. Also vielleicht, ja, vielleicht auch, weil so, glaube ich, in der in der Wahrnehmung vielleicht von Yoga tritt das vielleicht so ein bisschen modern in den Hintergrund und spielt aber eigentlich so eine wahnsinnig große Rolle, was so Spiritualität, Entwicklung angeht. Also ich glaube, da können wir ein paar richtig gute Sachen vielleicht mal zusammen beleuchten für euch, die zuhören.
TimoJa, ich glaube auch. Das ist ein Thema, was, glaube ich, nicht so in erster Front steht. Aber ich glaube, was all die irgendwann spüren, dass es Wichtigkeit hat, Gewicht besitzt, die das ein bisschen länger machen, die vielleicht Yoga als Weg sehen, sich selbst ein bisschen, möchte man sagen, zu entwickeln. Schieß mal los. Wir müssen auf das. Ich glaube, der Vorschlag kam von dir, ne? Oder wir haben den gemeinsamen Alter, aber ich meine.
KatherinaDu warst auch so begeistert von dir.
TimoIch war begeistert, ich bin total begeistert davon.
KatherinaSchön.
TimoJa, aber schieß mal los, schieß mal los. Warum ist das wichtig, Frau Bock? Warum ist das wichtig, eine Gemeinschaft zu haben?
KatherinaJa, weil ich glaube, das ist so was ganz unserem Menschsein innewohnendes, wirklich, dass wir einfach in Gemeinschaft sind und uns da auch entwickeln und uns da auch nochmal anders. Also ich finde, das hat beides so einen Wert, ne? Auch in der mit sich selbst hat es einen großen Wert, sich auseinanderzusetzen über die Praxis. Und gleichzeitig, wenn es nur da funktioniert und
Warum Gemeinschaft Entwicklung Beschleunigt
Katherinanicht in Gemeinschaft, dann fehlt irgendwie vielleicht so der wichtigste Step, dass man sich dann auch im schönsten Sinne konfrontiert mit anderen Menschen, die vielleicht auch andere Werte haben. Also da wirklich ein nochmal erweitertes Einüben, würde ich mal sagen, von inneren Prozessen auch. Und gleichzeitig für mich ist es manchmal auch schwer zu beschreiben, wenn auch so vor Ausbildungen oder Retreats, welche Rolle auch die Gemeinschaft da spielt. Also jeder, der das schon mal erlebt hat und das dabei war in so einer gesunden Gemeinschaft, wirklich auch, würde ich es mal benennen, für jetzt. Wir kommen da, glaube ich, noch genauer drauf. Der spürt, was es macht für einen und gleichzeitig lässt sich das schwer in Worte fassen, finde ich. Deswegen ist es ganz spannend, vielleicht das mal ein bisschen aufzudröseln, schönsten Sinne gemeinsam. Ja.
TimoJa, du hast ja schon so einen ganz wichtigen Aspekt eben angesprochen, nämlich, dass ich sich entwickeln in einer Gemeinschaft einen Spiegel haben. Weil wenn wir uns mal angucken, wo der Yoga herkommt, der Yoga ist ja, auch wenn man das manchmal glaubt, das ist ja kein Weg der Abkapslung, sondern es ist ja eigentlich ein Weg der Integration. Und ich glaube, alle, die das ein bisschen gegangen sind, schon, es ist ja immer relativ leicht, mal in so ein Wochenendseminar, Sangha, Community in einem Ashram einzutauchen und dann zu sagen, oh, da ist alles schöner und das ist ja genau das will ich. Aber wenn man dann mal da vielleicht ein bisschen längere Zeit verbringt, merkt man ja, dass man seine Themen und seinen Alltag da genauso reinbringt wie in die eigene Gemeinschaft auch. Und dass eigentlich Entwicklung ja eigentlich erst an dem Punkt stattfindet, wo man merkt, dass man im Beisein mit anderen, im Zusammensein trotzdem vielleicht andere Facetten von sich entwickeln kann und andere Register ziehen kann und vielleicht nicht ganz so diesen stereotypen Gewohnheitsmustern, die man so im Laufe des Lebens entwickelt hat, unterliegt und wirklich letzten Endes merkt, es ist nicht der Partner, der mich ihm auf die Palme bringt, das sind einfach meine Muster. Genau. Und dafür braucht es genau das, ne? Also Yoga ist vielleicht gar nicht so sehr Yoga, wenn man nur auf den Mount Kalash geht und alleine ist. Weil da ist man nur auf sich selbst zurückgeworfen und dann kann man sich selbst natürlich auch sehr recht machen. Wobei die alleine, dass die Zeit allein natürlich eine ganz wichtige ist, keine Frage. Die Zeit der Klausur, der Enklave. Aber nichtsdestotrotz ist natürlich der Proof für mich immer so das echte Leben. Und ich glaube, wenn man eine Zeit zurückgezogen war, dann zeigt eigentlich erst die Konfrontation mit anderen, wie weit bin ich gerade gekommen. Also habe ich mich wirklich entwickelt? Oder brauche ich so meinen Rahmen, um entspannt zu sein? Und dann ist die Frage, ist es mit der Entwicklung schon so weit her?
KatherinaDas ist richtig.
TimoOder ja, ich glaube, du weißt, was ich meine.
KatherinaJa, glaube ich, die Züge auch. Ja, und auch ohne das werden zu wollen. Ich glaube, das ist ja auch oft so in unserer spirituellen Welt, also jeden, der da unterwegs ist, fallen wahrscheinlich auch ein paar Leute ein, wo das in Gemeinschaft dann total crasht, die sich vielleicht auch für besonders erleuchtet halten. Ohne das jetzt so ganz Böse wirklich auch zu meinen. Aber ich finde so, dass, also für mich zeigt sich eher auch, dass man weit ist mit sich selbst, wenn man irgendwie auch für andere Leute, ich nenne das immer gerne, so ein bisschen Platz lassen kann für deren Muster und deren Gewohnheiten. Und das ist für mich immer tatsächlich so dieses wahre, also in Anführungsstrichen vielleicht auch Weitsein mit der eigenen Entwicklung, wenn das möglich ist. Und gar nicht, dass einen nichts triggert, das finde ich gar nicht. Also das ist ja auch wichtig, um dann selber wieder, immer wieder sich auch reflektieren zu können. Und gleichzeitig vielleicht auch das aus einer Meta-Ebene einfach auch gut vielleicht anschauen zu können, wo kommt's her. Also das und das bieten ja Gemeinschaften wunderbar. Genauso wie, also ja, genau.
TimoNee, nee, du hast eben nur so ein ganz, du hast ganz am Anfang gesagt, dass man in der Gemeinschaft ja auch Leuten unter Umständen mit anderen Werten und anderen Vorstellungen begegnet. Und ich erinnere mich gerade daran, es gab letztens vom Hessischen Rundfunk eine Veranstaltung, das ist vielleicht zu viel gesagt, ich glaube, es war eine Woche, es war so ein Rahmenprogramm. Ich meine, es wäre eine Woche gewesen, wo sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und Couleur miteinander einfach ausgetauscht haben. Und ich glaube, man hatte irgendwie Mediatoren dazu gepackt. Und die Grundvoraussetzung war, quasi einander zuzuhören, einander ausbrechen zu lassen, um so im wahrsten Sinne des Wortes eine Streitbarkeit, eine sinnvolle Streitkultur wieder zu erlangen, die es es ermöglicht, sich auszutauschen, ohne auszurasten. Also nicht quasi auf die vermeintliche Richtigkeit der eigenen Ideen zu pochen und daran festzuhalten, den anderen zu überzeugen, sondern wirklich einen Austausch zu gehen. Und ich glaube, du hast das wahrscheinlich auch nicht umsonst gesagt, weil ich erlebe meine eigene Möglichkeit zu wachsen, innerhalb einer, ich will nämlich damit auf etwas hinaus, nicht immer unbedingt als die größte oder den besten Rahmen, wenn ich mit Gleichgesinkten zusammen bin. Also wenn ich mit Leuten zusammen bin, die quasi so genau meine Ansichten teilen, dann ist es natürlich wunderbar bestätigend. Aber ich würde jetzt nur sehr bedingt bejahen, dass das die größten Momente meines Wachstens sind. Und ich habe mich eigentlich immer am meisten in meinem Potenzial wachsen und reifen zu können, anderen zuzuhören, was du gerade sagtest, andere ausbrechen zu lassen erlebt. Wenn es mal ein bisschen hakte, dann habe ich natürlich auch gemerkt, dass da schon mein kleiner Widerstand wieder da ist, mein Ego. Aber damit kann man ja arbeiten. Man kann sich ja selbst gut zureden und sagen, du, hör mal nur zu, nimm dich mal zurück. Buddha hat ja mal gesagt, man kann sich seine Gemeinschaft aussuchen. Und das ist aber was ganz Wichtiges. Was würdest du denn du sagen? Was ist denn eine gute Gemeinschaft, in der man wachsen kann? Wie suchst du die denn aus?
KatherinaIch finde eine gute Gemeinschaft tatsächlich, also wenn man die immer so aussuchen kann, ne, klar, jetzt, wenn man so angestellt ist und die Arbeitskollegen hat, die sucht man sich wahrscheinlich, nur Arbeitskolleginnen sucht man sich wahrscheinlich weniger aus. Aber so die Gemeinschaften, die man sich aussuchen kann, da bin ich immer mehr da, was ich auch sehr genieße, dass ich wirklich auch in einer Gemeinschaft
Gute Gemeinschaft Zwischen Nähe Und Freiheit
Katherinadann sein kann, wo ich einfach auch ich selbst sein kann, wo es irgendwie nicht wichtig ist, da eine Rolle zu spielen oder leistungsorientiert da irgendwas einzubringen, sondern wirklich ja einfach ich selber sein kann, aber im Rahmen dieser Gemeinschaft. Und ich finde, das ist so eine ganz schöne Sache von, also so diesem Bedürfnis von Autonomie und Verbundenheit. Das finde ich ganz schön, weil wir brauchen beides. Und ich finde, in einer guten, gelingenden Gemeinschaft ist es tatsächlich auch beides möglich. Also ohne mich jetzt extrem unterzuordnen, wo vielleicht auch viele so Widerstände haben, in Gemeinschaften reinzugehen, sich selber da drin zu verlieren. Das ist ein Aspekt. Und gleichzeitig, ja genau, so mit dem Ergebnis vielleicht dann gar nicht reinzugehen oder sich dann irgendwie da auch wirklich zu verstellen oder so. Ich glaube, das ist auch in der Gesellschaft sehr gängig. Und ich genieße das unheimlich. Und das finde ich tatsächlich ganz, ganz sehr auch immer in unserem spirituellen Kontext im weitesten Sinne, dass es einfach so möglich ist, dass man, dass ich selber sein kann. Und ja, wie gesagt, nicht erwartet wird, irgendeine Perfektheit, oder dass man auch nicht so, oder eher, wenn der Bewertung klar vielleicht ausgesetzt ist, aber einer eher reflektierten oder bewussten Bewertung. Und das finde ich unglaublich stärkend und wertschätzend. Also für mich, das ist, und so erlebe ich es auch immer bei allen, weil ich finde, das kann Menschen so wirklich tief berühren, auch. Also, das finde ich immer, wo man es, glaube ich, schlecht in Worte bringen kann, wenn man wirklich sich als Mensch, genauso wie man ist, angenommen fühlt, in der Gemeinschaft passiert, glaube ich, unglaubliche Heilung auf den Ebenen.
TimoDu hast gerade, das ist immer ziemlich moderne Psychologie und gleichzeitig sehr alt, ne? Raga und Duesha, aber auch Autonomie und Verbundenheit. Das sind ja wirklich genau zwei Polaritäten, nach denen wir beiden streben. Wir brauchen auf der einen Seite die Verbundenheit und auf der anderen Seite streben wir nach Autonomie. Und das sind ja beides Dinge, die uns auch zutiefst entwickeln. Die Verbundenheit stärkt ja unsere Fähigkeit der sozialen Kompetenz, die stärkt ja die Fähigkeit, das macht auch die Autonomie, aber stärkt ja die Fähigkeit, sich in ein soziales Miteinander integrieren zu können, sich zurücknehmen zu können, Empathie zu entwickeln, Einführungsvermögen, Zurücknahme, zuhören können. Also macht uns quasi sozial interaktionsfähig. Und ist auch ein ganz, ganz wichtiger Resilienzfaktor in der Sangha, in der, jetzt habe ich schon Sangha gesagt, in der Gemeinschaft zu Hause zu sein. Und gleichzeitig schafft natürlich auch das Streben nach Autonomie die Fähigkeit zu entwickeln, Zugriff auf die eigenen Bedürfnisse zu haben, äußern zu können, zu wissen, was man will, sich auch einbringen können im Sinne von nicht nachzuplappern, sondern durchaus nochmal eine kontroverse Meinung zu haben und die auch zu vertreten. Also einer Streitbarkeit im positiven Sinne. Und hat auch ganz viel damit zu tun, das, was wir selbst an Überzeugung, an Werten haben, zu würdigen. Also eine gute Form von Selbstazeptanz und damit Selbstliebe. Blödes Wort, aber es ist so zu finden. Was uns wiederum sozial interaktiv oder interaktionsfähiger macht. Also wenn wir wirklich zu uns stehen, dann brauchen wir es gar nicht, das so übertrieben wie an Donald Trump nach außen zu kehren, sondern wir können uns relativ easy, ruhig mit einer großen Souveränität zurücklehnen, sind offen und trotzdem klar. Also wir bleiben belehrbar, ohne belehrend zu sein, aber sind inspirierend nach außen. Und lassen uns auch inspirieren. In diesem Sinne, glaube ich, ist es was ganz Wichtiges. Aber jetzt ist die Frage, das hat ja zwei Aspekte. Das hat einmal den Aspekt, dass ich etwas in eine Gruppe, ich möchte mal sagen, an Überzeugung, an Ideen hineintragen muss für mich. Wie möchte ich mich innerhalb einer Gruppe positionieren, verhalten? Was ist mein Anspruch an mich? Sowohl was das Hören auf die eigenen Bedürfnisse anbelangt, als auch auf das Hören der Bedürfnisse anderer. Aber es ist ja auch ein Anspruch an die Gruppe. Wie kann man denn den formulieren? Oder hast du da, weil ich muss ganz ehrlich sagen, bei mir ist das immer so, du hast vorhin gesagt, man kann sich Gruppen ja nicht immer aussuchen. Also natürlich auf der Arbeit ist das so, in eine Familie wird man auch mehr oder minder reingeboren, ist halt dann so. Nicht jede ist cool, viele sind es. Meine war es zum Glück, aber ich weiß von anderen, dass es leider nicht immer so ist. Aber wir können uns ja innerhalb einer Gruppe auch so ein bisschen an gewissen Dingen orientieren. Wie machst du das für mich? Also, ich kann, das ist jetzt eine wirkliche Frage, ohne dann eine klare Antwort zu erwarten, nämlich die mich aufklärt, das Meinungsaustausch. Aber ich halte es wirklich immer so, ich bin halt kein Buddha, ich bin keiner, der jetzt in Gegenwart von allen extrem immer ruhig und gelassen bleibt. Das wäre jetzt eine glatte Lüge. Ich glaube, ich habe eine große emotionale Bandbreite, mit der ich es aushalten kann, eine Elastizität, aber die ist dann immer noch begrenzt. Und wenn ich merke, dass ich eine Gruppe zu uninspirierend und zu glatt und zu, ich möchte mal böse sagen, folgsam finde oder sie als so empfinde, dann ist es zwar keine Gruppe, die ich meide, aber auch keine, die ich suche. Weil ich natürlich auch ein bisschen eine sinnvolle Reibung suche für mich, um mich zu entwickeln. Und ich nichts davon halte, irgendwelchen Leuten hinterher zu laufen. Also nach dem Motto, da schließt sich dir jemand an, weil du vermeintlich es weißt, muss ja jeder sein eigenes Lebenskonzept finden. Und gleichzeitig sehe ich mich ganz häufig daran, dass Leute, die so sehr von sich überzeugt sind, so allzu laut sind und allzu, ich möchte mal sagen, die so ein bisschen was Bevormundenes haben. Oder wo ich es auch das Gefühl habe, naja, Interesse an anderen ist da nicht wirklich da, dass ich die auch meide.
KatherinaJa. Wie machst denn du das? Ah ja, also habe ich mich jetzt auch in allem so gesehen, ne? Wenn, also ich schaue auch für mich, also ich bin da eigentlich ganz nah auch bei dir. Also mir ist, wenn das so, findet man ja auch oft auch im Yoga-Kontext, wenn die Bubble sich augenscheinlich so einig ist, meistens enttarnt sich es ja, also so pseudo-harmonisch oder so, ich weiß gar nicht, was das Wort dafür ist. Enttarnt es sich ja meistens, wenn man da ein bisschen länger ist, so ein bisschen was dann an den Zwischengesprächen passiert. Und da habe ich tatsächlich immer ein ganz großes Bedauern, weil ich habe wirklich das Ideal, dass das funktionieren und gelingen kann und gleichzeitig braucht es aber die Reife
Pseudo-Harmonie, Dogma Und Elitismus
Katherinaauch dieser Menschen, die da teilnehmen und ein wirkliches Verstehen von dem. Genau, weil ich finde, so mit sich selbst getriggert zu sein, finde ich immer voll in Ordnung. Das kenne ich auch sehr gut. Mit einer Bandbreite an Emotionen.
TimoDu meinst so, die Nummer hier darf jeder so sein, wie er ist, aber er sollte schon voll vegan und komplett Ahimser sein. Genau, die ist. Alles ist immer gut.
KatherinaJa, genau. Und meistens geht das sowas von schief, also und so unreflektiert schief. Also das finde ich richtig gefährlich manchmal, wo das dann hinführt. Und das wird auch so elitär.
TimoJa, es wird wahnsinnig elitär. Es wird wahnsinnig elitär. Ich weiß nicht, ob ihr als ZuhörerInnen diesen Spruch kennt, ach, du machst noch keinen Yoga, ach, du isst noch Fleisch. Da ist man wirklich so, dann hast du schon fast einen Minderwertigkeitskomplex, wenn du irgendwas von diesen angestrebten Idealen nicht erfüllst. Und mein Thema ist dann immer, wenn es dann so dogmatisch wird. Weil ein Dogma ist ja, ich glaube, es ist ein bisschen wie im Laufen lernen. Am Anfang musst du dich orientieren, klar, da brauchst du einen Korridor, der ein bisschen schmaler ist. Aber je weiter wir im Leben gedeihen, desto mehr merken wir auch, dass wir a, nicht alles erfüllen können und b, vielleicht auch einfach so ein bisschen ein Fahrwasser brauchen, in dem wir auch mal straucheln dürfen. Weil auch Straucheln ist ja Teil eines Weges zu akzeptieren, dass wir halt Mensch sind. Und dass da ein Dogma und dass da ein Dogma eigentlich immer nur stört. Und ich, by the way, ich finde auch ein Dogma ist viel leichter. Also es ist für mich die Königsdisziplin, immer wieder abzuwägen, braucht es das jetzt oder braucht es das nicht. Statt einfach zu sagen, das macht man, das macht man nicht. Insofern würde ich an der Stelle nur um so ein kleines Plädoyer für eine freigestaltbare Gruppe zu wählen, nämlich auch in dein Fahrwasser eintauchen und sagen, okay, diese Pseudo-Bubbles, wo vermeintlich immer alles gut sind, die sind es meistens nicht.
KatherinaJa.
TimoDas können nicht die Hyperjogis sein. Der Proof ist meistens, wenn man sich eher mit unterschiedlichen Menschen umgibt, vielleicht sogar mehrere kleine Sangen hat.
KatherinaJa, das ist schon.
TimoIch weiß nicht, was der Plural von Sangha ist, muss ich kurz sagen.
KatherinaSangha ist. Sangi. Keine Ahnung. Das war auch schön. Ich habe das ein lustiges Beispiel von einem unserer Retreats. Auch da war ein, den ich auch sehr lieben gelernt habe, ein wunderbarer Mann dabei, bisschen höheres Alter, auch viel unterwegs auf Seminaren und er hat gesagt, das ging zwei Wochen. Und dann hat er gesagt, er ist jetzt mal gespannt in der Einführungsrunde, weil er hat so ein Seminar zur Gruppendynamik gemacht. Und das war ja wirklich voll verrückt, hat er gesagt. Und er ist mal gespannt auf die Gruppendynamik in der Yoga-Gruppe. Und das war dann irgendwie süß, das war so ein bisschen Running Gag und zog sich durch. Und am Ende hat er das dann immer mit einer Abwesenheit von Gruppendynamik benannt. Hier gibt es ja keine, im Sinne von, und das fand ich schön, weil das ist für mich so auch, dass niemand irgendwie, also wenn man das wirklich den anderen erlauben kann, dass sie nicht perfekt sein müssen in irgendeinem Maße, was erwarte ich, also wieder auch viel Thema Erwartung, was erwarte ich jetzt, wie verhalten sich Menschen, weil das war auch so ganz bunt zusammengewürfelte Gruppe und das war so schön, und ich glaube, da haben wir als Lehrende auch immer eine große Verantwortung, das mit reinzutragen. Aber auch trotzdem, also ich glaube, wir können das in hohem Maß gestalten, aber nicht komplett, dass auch eine Begegnung da einfach auf Augenhöhe stattfindet und ein Miteinander. Also ich glaube, wir können das gut vorleben und steuern. Also ich, du hast ja vorhin gefragt, also ich mache das eigentlich immer so, dass ich, ich weiß gar nicht, ob ich mir das irgendwie angelernt habe, gefühlt kam, dass so automatisch durch, vielleicht auch durch die lange Yoga-Zeit, dass ich tatsächlich bei Menschen den Blick immer erstmal auf das Potenzial habe oder was Gutes da ist. Und da kann ich immer viel anderes auch da sein lassen und natürlich hat es auch Grenzen. Genau, oder sogar im Unterrichten kann ich sogar auch sagen, das fand ich schön auch bei einer meiner Ayurveda-Ausbildungen. Da hat immer die Lehrerin gesagt, man kann ein Bein erst massieren, wenn man sich vorher in das Bein verliebt hat. Das fand ich ganz schön. Und ein bisschen so finde ich es auch mit den Menschen. Also ich glaube, gerade wie wir, also diese Arbeit, die wir machen, man muss sich jetzt nicht in alle Schülerinnen und Schüler verlieben, aber ich glaube, es passiert bestimmte Entwicklungen, glaube ich, nur, wenn wir das Gute in dem Menschen sehen. Nur dann kann sich dieser Mensch auch weiterentwickeln.
TimoAlso um das Gute in jemand sehen zu können, braucht es den Willen. Das ist eine ganz wichtige Sache, weil es der Buddhismus. Redet ja vom edlen Kern. Das heißt, dass wir alle alles an Bord haben, was es braucht. Und grundlegend, wichtig, nicht auf der Ebene unseres Verhaltens, sondern auf der Ebene unseres Seins gut sind. Also wenn ihr jetzt zuhört und denkt, oh, was redet denn der gerade von Mumpets? Überleg mal, jeder Mensch, den du kennst, wird bestimmt zumindest unten drunter, nicht auf der Ebene des Verhaltens immer. But we wollen alle lieb gehabt werden, wir wollen eigentlich Liebe schenken, wir wollen glücklich sein, we wollen es leicht haben, we wollen unversehrt sein, wir wollen
Das Gute Sehen Und Echt Loben
Timouns sicher fühlen. Und eigentlich, und da gibt es Studien drüber, unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Kulturkreis, das größte Glück, was Menschen spüren können in der Glücksforschung, ist, etwas zu tun, was dem Glück anderer zuträglich ist. Darüber gibt es Forschung seit vielen, vielen Jahren. Und das ist uns einfach inhärent, das ist in uns allen drin. Ob wir auf einer Ebene unseres Verhaltens und im Alltag da immer drankommen, ist was anderes. Und ich glaube, wenn wir aber mit dieser Brille, die du gerade hast, so ein bisschen so eine Meta-Caruna-Brille, wenn wir uns vornehmen, nach dem Schönen schauen zu wollen, das ist ja eine Absicht und damit unsere Aufmerksamkeit lenken, dann gelingt uns das auch. Und wenn uns das nicht gelingt, die gute Absicht zu sehen, dann können wir zumindest sehen, dass der andere vielleicht unglücklich ist und aus irgendeiner Form aus irgendeinem Grund Schutz sucht, weil er sich verletzt ist, fühlt oder ängstlich ist, wovor auch immer. Und ich glaube, dass wir das bei 95, 99, eigentlich 100, aber vielleicht bleiben wir bei 95 Prozent. Es gibt ja auch ein paar härte Fälle, aber dass uns das als Nicht-Buddhas bei 95 Prozent der Menschen gelingt. Und es ist eine Frage der Absicht des Wollens. Und ich glaube, wenn wir genau damit rangehen, was du gerade meintest, dann können wir auch gerade innerhalb einer Gemeinschaft noch viel mehr dafür sorgen, dass das ja immer ein Miteinander ist. Also wenn ich auf einen anderen anders reagiere, dann spiegele ich den anders und dann wird sich diese Koregulation, dann wird sich vieles verändern auf beiden Seiten. Und insofern ist das, glaube ich, ein ganz, ganz wesentlicher Aspekt. Einmal, ja, mit wem setzen wir uns ins Boot, aber mit welcher Geisteshaltung bin ich auch dran? Habe ich die Erwartungshaltung, die Sanger möge bitte für mich sorgen, dass es mir gut geht? Oder habe ich die Erwartungshaltung an mich zu sagen, okay, immer wenn es mir möglich ist, wenn ich in einem halbwegs guten Zustand bin, möchte ich versuchen, das Gute in den Menschen zu sehen und die positive Absicht. Und das ist schon viel getan.
KatherinaJa, ja.
TimoUnd das überträgt sich ja vielleicht auch auf andere. Also wenn ich diesen Gedanken teile und wenn ich vielleicht auch auf einer Ebene meiner Interaktion mal nicht sage, oh, es hast du nicht schlecht gemacht oder die Klappe halte oder mich nur beschwere, sondern sage, pass mal auf, das fand ich toll. Du bist inspirierend. Also wenn ich mal lobe und zwar so unaufgefordert und so echt, kennen wir ja im Yoga, dann können ja viele Leute erstmal damit gar nichts anfangen. Die fühlen sich berumpelt, die fühlen sich Verzeihung, verarscht. Also nach dem Motto, was will der denn jetzt oder die denn jetzt von mir? Aber wenn die merken, dass das ernst gemeint ist und man das jetzt nicht in die rosa-rote Bubble treibt und alle heilig spricht, die es nicht sind, sondern einfach wirklich den Teil, der würdigenswert, ist würdigt, dann macht das beim anderen immer auch was. Und ich glaube, dann kommt in so einer Gemeinschaft immer was zurück und dann kriegt man innerhalb einer Gemeinschaft auch ein Fahrwasser hin, innerhalb dessen man sich ganz gut entwickeln kann.
KatherinaJa, ist schön. Und du hast auch dieses Wort echt, das ist für mich auch immer der Schlüssel, wenn das so wirklich echt und von Herzen kommt und mit so einer kleinen, also ja, einfach mit so einer echten Ausrichtung und das dann auch zu teilen.
TimoJa.
KatherinaDas ist schön.
TimoIch glaube, ich hatte das im anderen Podcast schon mal erwähnt, aber das funktioniert. Ich hatte vor Jahren irgendwann mal für mich ein Schlüsselerlebnis, nachdem ich jahrelang Meta gemacht hatte. Und Meta ist natürlich sehr stark abhängig, also Meditation der liebenden Güte, ist natürlich ganz stark davon abhängig, wie intensiv macht man das, wie stark visualisiert man und spürt man wirklich oder leiert man nur irgendwelche Sätze runter. Und ich habe für mich immer festgestellt, der wesentliche Aspekt, sich in etwas hineinzuentsparen, das mit etwas auszuhalten, sich für etwas zu entscheiden, geht ja immer über den Körper. Der Körper ist ja der, der sich sperrt. Der Kopf kann ja fünfmal sagen, komm, jetzt lass doch mal gut sein, sieh doch mal das Gute. Wenn deine Emotion, dein So mal nicht sagt, ja, dann geht das nicht. Dann ist das aufgesetzt. Und ich habe vor Jahren, es gibt am Lago Maggiore, gibt es einen lustigen kleinen Ort, der heißt Canobio. Und in Canobio ist wie in jedem italienischen kleinen Ort immer Markt. Mindestens zweimal die Woche. Und meine Frau ist so jemand schon immer gewesen, die liebt diese Märkte. Ich jetzt nicht so. Und deshalb suchte ich Parkplatz und keine Ahnung, gefühlt eine Million Menschen, natürlich nicht, aber viel zu viele Menschen für viel zu wenig Parkplätze. Meine Frau war schon ausgestiegen und ich kurfte und kurfte und kurfte und kurfte und ich kurfte wirklich gefühlt unglaublich lange. Und ich war schon so ein bisschen zugebenermaßen genervt. Und dann entdeckte ich eine Parklücke, will da rein, da steht dann irgendjemand drin und winkt und winkt nicht quasi so raus. Und da kam so dieses Urdeutsche in mir durch nach dem Motto: man darf keine Parkplätze reservieren. Und dann verlor ich mich in irgendeine versuchte italienische Konversation damals, die mir natürlich zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht gelang. Und lange Rede, kurzer Sinn, ich hab dann irgendwann gesagt, okay, bevor es jetzt hier Stress gibt, fahre ich raus. Aber ich war vollkommen genervt. Und ich habe dann wirklich gemerkt, wie ich diesen Kerl, der in der Parklücke stand, vollkommen doof fand. Und wie das so an mir genagt hat. Und dann hatte ich irgendeinen Parkplatz, wollte aussteigen und merkte, wie ich in dieser Energie war. Diese Energie von angespannt. Und dann habe ich, in dem Moment war ich wirklich mal clever und hab gedacht, okay, du gehst jetzt hier nicht raus, es kriegt jetzt noch irgendjemand ab von dir, wenn du in so einer Energie bist. Und du entspannst dich jetzt. Und dann habe ich mir vorgestellt, wie ich diesen Typ, der da in der Packel gestand. Also erstmal, wie es dem geht, der sucht vielleicht auch, der wartet für die Freundin, für einen guten Freund und die Kurven auch schon und sind auch schon genervt und so weiter. Und dann habe ich mir vorgestellt, wie es dem geht. Und dann habe ich mir den visualisiert, der sah zwar ganz anders aus, aber es macht ja keinen Unterschied. Und habe wirklich genau nach diesem guten, liebevollen und alles geschaut. Und dann merkte ich, wie der Körper sie entspannt hat. Dann habe ich den in meinem Gedanken in den Arm genommen und habe den gedrückt. Bis ich einfach gemerkt habe: so, mein Körper entspannt sich. Was ich damit sagen möchte, ich bin ja nicht, ich bin ja kein Heiliger. Ich habe ja genau die gleichen Themen wie alle anderen auch, aber es ist eine Frage der Entscheidung. Und wenn ich mich entscheide dafür, dann funktioniert das. Nur so als kleine Ergänzung von außen, weil ich glaube, dass wir alle Zugriff darauf haben, auch in diesen Modus, du sagtest eben echt, in einen echten Modus zu kommen, der nicht aufgesetzt ist, wo ich mir nicht was einrede, sondern der wirklich in dem Moment da ist. Und der muss im Kopf, im Herz und im Körper einfach sein. Und das gelingt uns durch ganz einfache Techniken. Die können wir alle lernen. Braucht es wieder den Willen, aber ich glaube, es gelingt uns allen. Wir haben alle die Power dazu, das zu machen.
KatherinaJa, schön. Ja, danke für das schöne Beispiel. Das ist ja vorstellbar. Weil in dieser Stimmung über den Markt zu laufen, ist keine Option.
TimoUnd dann auch diese Stände mit diesen total überteuerten Sachen, die eigentlich gar keiner haben will.
KatherinaJa, ist schön. Und auch wirklich, also ja, das ist auch schön. Ich finde auch deswegen ist ja auch Meta, das ist ja so die fortgeschrittenere Version, sich jemanden vorzustellen, der ihn gerade irgendwie in Ärger gebracht hat. Der Auslöser dafür war. Ja, schön.
TimoIch würde gerne noch grundlegen, weil wenn wir über Sangha sprechen, über Gemeinschaft, fällt mir grundlegend ein, es gibt im Buddhismus die drei Kostbarkeiten, die drei Juwelen. Und die drei Juwelen, also die drei Kostbarkeiten, zu denen wir Zuflucht nehmen, wenn wir uns dem Buddhismus wirklich zugehörig fühlen, sind Buddha, Dharma und Sangha. Und das ist eigentlich ein schöner Dreischluss, finde ich, der so ein bisschen auch aus der Yoga-Perspektive erklärt, warum das so wichtig ist, nochmal von einer anderen Ebene. Weil Buddha bezieht sich auf der einen Seite natürlich auf, ich nehme Zuflucht zum Buddha, zum, ja klar, ich nehme Zuflucht zum Buddha, zu seiner Lehre. In tiefer Dankbarkeit dafür, dass es ihn respektive andere Menschen gab vor mir, die uns diesen Weg geebnet haben. Und ich weiß, weil er es geschafft kann, ist es auch. Und genau darauf bezieht sich das. Wir tragen alle alles in uns, was es für Entwicklung braucht. Muss jetzt nicht gleich zur Buddha-schafft werden, aber ein bisschen netter, ein bisschen entspannter durchs Leben zu gehen. Das heißt, wir haben alle alles an Bord und daran erinnern wir uns. Dharma ist hier als Weg gemeint. Also Buddha hat ja immer gesagt, solange du keinen besseren Weg kennst, geh den Besten, den du kennst. Und ich glaube, ganz, ganz aus tiefster Überzeugung, jeder Weg, der irgendwie in die richtige Richtung führt,
Metta Im Alltag Als Körperpraxis
Timowird uns immer helfen, uns als Mensch altruistisch weiterzuentwickeln. Und egal ob das der perfekte Weg ist oder nicht, ich glaube, das größte Problem ist, aufzuhören, weil es nicht schnell genug geht, den nächsten Weg zu versuchen. Einfach dran zu bleiben, dieses berühmte Wort Abyasa im Yoga, diese Beharrlichkeit. Auch mal mit Rückschlägen umzugehen. Das heißt, wir bleiben auf einem Weg und wir wissen, wir haben einen Weg. Und in diesem Weg bleiben wir einfach treu. Klammer auf, Weg heißt immer Praxis. Also immer in die Praxis, immer ins Leben bringen, Klammer zu. Und dafür, dritte Kostbarkeit, Sangha, braucht es nämlich die Gemeinschaft. Weil nur in der Gemeinschaft spiegeln wir uns. Nur in der Gemeinschaft reflektieren wir uns, das habe ich schon gesagt, überspiegeln, aber kriegen wir auch mal ein Feedback und das muss ja auch nicht immer so super positiv sein. Also eine gute Gemeinschaft, sind wir mit dem Ausgangspunkt, muss ja nicht bedeuten, dass jeder sagt, oh Wahl, das hast du wieder toll gemacht. Du hast ja so recht. Sondern eine gute Gemeinschaft kann ja sein: jemand, der einem sagt, it's in the best sense, the critic, wie es ihm damit geht, and was er sich oder sie sich vielleicht wünscht. Also sprich nicht, das war total blöd, du bist ein Eierkopf. Sondern wirklich zu sagen, pass mal auf, du hast gerade das und das gemacht, mir ging es da mit so und so, das möchte ich mir nochmal feedbacken, weil ich hätte den Moment was ganz anderes gebraucht. Es hat mich eher verletzt oder ich war eher verletzt oder wie auch immer. Und wenn wir das halt, wenn wir da ein gutes Fahrwasser finden, so ein bisschen uns auch abstimmen, vielleicht, ich möchte mal sagen, ein bisschen heilvoll in der Sprache zu sein, ein bisschen rücksichtsvoll, ein bisschen wertschätzend, muss nicht gleich die GfK sein, dass man dann das so eine Gemeinschaft der größte Gewinnbringer ist, uns im Leben zu entwickeln. Also auch schon von buddhistischer Sicht ist es eigentlich auch so angelegt. Wir brauchen das.
KatherinaAbsolut. Und du hast ja auch vorhin das so gesagt, also ich finde, das sagen ja auch uns die alten Schriften, wenn man in die Gunas geht, ne, also nichts bringt uns auch so schnell zu Sattva, zu innerem Frieden, wie wirklich aus vollem Herzen für andere auch was Gutes schaffen zu können. Und das finde ich gerade auch, also auch gerade heutzutage, glaube ich, noch, also immer aktuell, aber auch heutzutage in unserer Gesellschaft und es eben dann nicht so ein Aufopfern, weil da geht es ja auch wieder mehr ums Ego. Ich mache das jetzt, weil ich dann mehr Liebe kriege oder Anerkennung oder sowas.
TimoDann mache ich das halt.
KatherinaOder so, ja, oh, das ist, oh, das ist, das finde ich auch ganz schlimm.
TimoHast du wieder einen Grund, dich zu beschweren und das ist so ein Ziel, wie du bist, ja.
KatherinaAlso wirklich diese wahre, klare Absicht, wirklich
Buddha, Dharma, Sangha Als Kompass
Katherinadas in dem Moment für den oder die andere tun zu können, das ist so ein Geschenk. Und ich finde auch, ich glaube, dass auch viele, was so was die moderne Gesellschaften, wirklich Gesellschaft auch so an vielleicht auch psychischen Störungen oder so hervorbringt. Oder ja, also ich weiß gar nicht, wie man sagen es ist. Also, ich glaube immer so durch unser Leben, wie es einfach ist, sind wir einfach, also gerade durch das Rausfallen aus der Gemeinschaft, ist es wirklich manchmal auch viel schwerer für uns. Und dieser Weg über Sattva oder für andere wirklich auch da zu sein, Mitgefühl zu entwickeln für andere und für sich selbst und auch Empathie für andere und sich selbst, also das ist wirklich ein großes, großes Geschenk. Deswegen, ich glaube, wenn es manchmal schwer ist, hatten wir ja auch so schön gesagt, wenn man, wenn es einen gerade wirklich, wenn man gerade so eine Talfahrt hat, was wie auch immer die heißt, ist es manchmal auch eine gute Idee, sich in so eine sattfische Gemeinschaft zu begeben, weil es da natürlich einfacher ist. Wenn ich jetzt irgendwie gerade, ich denke gerade so an Partnerschaft oder Freundeskreis, wenn du da so super rachassige Leute hast, die halt nur auf Leistung programmiert sind und immer nur zwischen diesem Spannungsfeld von Anhaftung und Vermeidung unterwegs sind, dann ist es halt schwer, da so auf inneren Frieden unterstützt zu werden. Genau, deswegen glaube ich, diese sattwischen Gemeinschaften, man darf sich es, wenn es gerade schwer ist, darf man sich es vielleicht auch ein bisschen leichter machen. Und dann kann man sich ja wieder draußen sozusagen in Anführungsstrichen ausprobieren.
TimoAbsolut. Ich finde, du hast, du hast, da sind so zwei ganz, ganz wichtige Aspekte drin, finde ich. Also einmal diese, ich muss mich ja nicht mein Leben lang challengen. Also ich muss ja auch mal gucken, wie kann ich gerade? Und wenn ich jetzt, weil wir keine Buddha sind, wenn es mir gerade nicht gut geht, wenn ich gerade nicht in der Kraft bin, da muss ich mich jetzt auch nicht noch an die größten Challenge begeben, auf dass ich dann eigentlich nur gefühlt verlieren kann und voll im Minderwegwert hänge und voll in der Deprephase lande. Also es muss immer so ein Abwägen sein und ich glaube, es ist absolut legitim, in Momenten, wo ich merke, ich bin jetzt durch, mich netten Menschen anzuvertrauen, wirklich auch die Sangha zu wechseln und sagen, nee, jetzt kein Challenge, jetzt lade ich mich mal auf bei Leuten, wo ich wirklich weiß, die sind vielleicht gerade aufgeladen, denen geht es gerade gut. Um dann an einem anderen Punkt auch wieder die Stütze für andere zu sein. Das ist ja immer ein Hin und Her. Zwischen Serving, aber auch Nehmen. Weil Altruismus schließt uns ja ein. Also Altruismus heißt ja nur, viele sind wichtiger als einer. Aber einer, viele eine geben die vielen. Also muss es den einen auch gut gehen. Das muss ich immer so ein bisschen in die Waage halten. Ich erlebe ganz viele Leute, ich mache manchmal am Ende meiner Stunden so Atemübungen, Dankbarkeit für dich, Dankbarkeit für alle, atme für dich ein, dann merke ich, schnauft keiner. Und dann atme ich für andere aus und merke, ah, in dem Moment rastelt es, wenn ich nichts zu geben habe. Also dann kommt zuerst dieser Vergleich. Du hast aber noch was ganz anderes Wichtiges gesagt, dann ist es mir entfallen. Achso, genau. Und zwar ist mir so das Wort gekommen, Wohlfühl Glück und Werteglück. Weil du es gerade so ein bisschen sagtest, in der Psychologie ist es ja auch so, man unterscheidet da zwischen dem Wohlfühl Glück und dem Werteglück. Also sprich, haben wir kein Werteglück, können wir nicht im Übereinklang mit unseren Werten, unser Leben gestalten, eine gewisse Sinnhaftigkeit in der Arbeit oder im täglichen Tun fühlen, dann braucht es natürlich so einen gefühlten Ausgleich. Und dann kommen wir in dieses Wohlfühlglück, was Belohnung ist, über ich gönne mir dies, ich gönne mir das, ich bade in Anerkennung. Also nichts, was wirklich lang anhaltend wäre. Eher, was so kurzfristig meine Bedürfnisse befriedigt. Wohingegen, wenn wir genau das tun, was du gerade sagtest, den wir nämlich auch vielleicht durch den Job, du hast ja gesagt, heute ist das vielleicht ein bisschen anders. Ich sag mal so, früher, sehr viel früher, vor unserer Zeit, waren ja die meisten Jobs und die meisten Tätigkeiten dahingehend überschaubar ist, dass man zumindest einschätzen konnte, welchem Zweck die in einer Gesellschaft dienen. Das ist ja heute ganz häufig nicht möglich. Also wenn du jetzt in der Klassiker in der Bank arbeitest und arbeitest mit irgendwelchen, keine Ahnung, Hedgefonds oder mit irgendwelchen Dingen, die eigentlich substanziell keinen direkt greifbaren Wert haben, dann erkennst du natürlich durch dein Arbeiten auch nur immer das Wohlfühlglück, weil du am Ende des Monats monetär entlohnt wirst oder entlohnt wirst, weil du gerade Erfolg hast, weil du eine dicke Kartoffel bist, irgendwas besonders toll gemacht hast. Aber in der Arbeit selbst liegt ja nicht die Erfüllung, weil du nicht unmittelbar weißt, welchem Zweck dient denn das? Ist das denn sinnhaftig? Dient es denn, T. Dient es denn, dient es denn der Majorität der Menschen oder ist das eigentlich nur für eine ausgesuchte Minorität? Und ich glaube, wenn wir das im Job nicht haben, dann müssen wir das umso mehr in Handlung bringen in einer Sangha. Also allein schon für uns, um uns für uns wertig und richtig und platziert und nicht deplatziert zu fühlen, uns wieder als sinnhafter Teil eines größeren, als kleines Zahnrad von einem größeren Getriebe zu sehen, um sozusagen das Gefühl zu haben, okay, ich drehe am Dharma, wie Buddha immer sagte. Ich drehe damit. Nicht die anderen drehen des Dharma, sondern ich bin auch ein kleines Zahnrädchen. Und ich glaube, in einer Zeit, wo viele Jobs, also ich zähle jetzt unsere Jobs nicht dazu, wir sind gesegnet mit dem, was wir tun dürfen. Genau wie das ein Arzt eine Ärztin ist, KindergärtnerInnen oder LehrerInnen oder was auch immer, SozialarbeiterInnen. Aber es sind ja letzten Endes alles irgendwie Jobs, die mit Menschen oder mit dem Umwelt, mit dem Umfeld zu tun haben. Keine Ahnung, wenn ich in aktiver Umweltschutz, Naturschutz bin, bestimmt genauso. Aber das fällt ja bei vielen weg. Dieses Sinnhaftigkeitsaspekt. Und ich glaube, gerade wenn der wegfällt, den brauchen wir, dann muss der in der Form von Gemeinschaft erfolgen. Also auch eine Interaktion mit Gemeinschaft, ein Tön, ein Tön, ein Tun für die Gemeinschaft. Und das kann soziales Engagement sein, das kann Ehrenamt sein. Das muss jetzt nicht die spirituelle Gemeinschaft sein. Das kann, ne? Also somit kann ein Ehrenamt super gut Sangha sein und den Aspekt von Sangha vielleicht viel besser darstellen, als ins nächste Yoga-Studio um die Ecke zu rennen. Ich will jetzt keine Anti-Werbung für die Yoga-Studios machen. Ich habe ja selbst eins, du auch. Aber ich glaube, du weißt, was ich meine. Ich glaube, die, die uns zuhören auch.
Sinn, Werte Und Ehrenamt Als Sangha
KatherinaJa, total, total. Oder man kann es sogar ins Leben rufen, selber. Also, kleines Projekt, irgendwie, man räumt hier mal das Waldstück um die Ecke auf oder wie auch immer. Also, das ist, da ist, glaube ich, eine Menge möglich, da an den Stiftendem zu kreieren.
TimoUnd es macht noch was, was du gerade sagst, ein eigenes Projekt. Das nimmt uns ja so ein bisschen diese Opferrolle von, ah, ich kann ohnehin nichts tun. Und bringt uns eher in die Selbstwirksamkeit von sagen, ja, ich kann wahrscheinlich jetzt nicht die Weltpolitik ändern, aber ich kann hier, hier dieses Wallstück in einer gemeinsamen Aktion säubern.
SPEAKER_01Ja.
TimoUnd das ist ja durchaus etwas, wo man sagen kann, hey, ich habe hier was gemacht und zwar genau für unseren Lebensraum. Wenn ich die, wirklich, wenn ich den Schrott aus dem Wald räume, könnte es ja sinnvoll sein. Absolut.
KatherinaJa, ist schön. Und du hast auch nochmal gesagt, das finde ich ganz wichtig, weil auch im Ayoweda wird das auch modern beschrieben, dass wenn eben das Wertesystem, also ich glaube, ein bisschen Handlungsspielraum ist, vielleicht sind da vor allem auch die Arbeitgeber gefragt, das setzt sich ja immer ein bisschen mehr durch, dieses Sinnhafte, auch jemandem im Job zu geben, welche Rolle er auch sozusagen im Unternehmen einnimmt, auch wenn das vielleicht durch die Tätigkeit selber nicht deutlich wird und auch, aber auch gewertet, die ein Unternehmen lebt, sozusagen, ob das die sind, die ich teile, dass es heutzutage oder an sich auch, Gott sei Dank, kommt, dass langsam diese Bedeutung, die das einfach auch hat, in vielen ja teilweise genau, stimmt, zum Glück Unternehmen, wo das so ist.
TimoIhr seht uns nicht, wir sehen uns gerade. Ich erinnere mich. Habe mal für einen Namen, für ein sehr, sehr großes, sehr allbekanntes deutsches Unternehmen ein Seminar entwickelt zum Thema Werteentwicklung. Und dieses Unternehmen, dessen Namen ich natürlich jetzt nicht nennen werde, aber das wirklich jeder kennt, hatte zum damaligen Zeitpunkt, das ist vielleicht, keine Ahnung, 15 Jahre, 15 Jahre, gerade einen neuen Wertekanon aufgestellt. Und ich hatte dann wirklich bei der Konzeption dieses Seminars schon extreme Probleme, mich da zwischen meinem eigenen Anspruch nach Satya, ja, nicht komplett über den Haufen zu werfen selbst, Probleme, das zu konzipieren, dass ich dann sagen konnte, okay, dahinter stehe ich. Und dann präsentierte ich das in genau gesagtem und nicht ausgesprochenem Unternehmen. And all, die damit confrontiert wurden, sagten damals, ja wah, das ist nett, was sie hier gemacht haben, aber das lebt hier kein Mensch.
KatherinaSchade, sehr schade.
TimoAnd also natürlich wurde es unter verschwiegener Hand gesagt, ne? Yeah, but that is halt wirklich so, da wird natürlich viel propagiert. Aber ich glaube, das ist das viel Wichtigere, diese Unternehmenswerte sind ja deshalb wichtig. Oder ich möchte mal sagen, sie sagen etwas aus. Sie sagen nämlich aus, dass Menschenwerten wichtig sind. Und Menschen fühlen sich genau, weil sie eine sinnhafte Tätigkeit nachgehen möchten, genau zu diesen Werten halt hingezogen. Deshalb postuliert man die ja, ob die dann gelebt werden oder nicht. Aber ich glaube auch, um beim Thema zu bleiben, dass man innerhalb eines solchen Konzerns vielleicht nicht zu jedem Zeitpunkt diese Werte für sich und die eigenen, die man auch vertritt, wirklich leben kann. Das ist bestimmt nicht immer möglich. Aber man kann es teilweise. Und ich glaube selbst, ich komme zu meinem alten Beispiel zurück, dass man als, egal wer in einem Großkonzern, in einer Bank oder beim Aldi an der Kasse oder beim städtischen Gartenbeamt, ganz egal wo, immer in der eigenen Begegnung mit anderen Menschen diese Werte in sein ganzes Tun und Sein und Handeln packen kann. And ich glaube, du kannst, egal in welchem Job, immer voller Hingabe, voller Empathie, voller Freundlichkeit, voller Offenheit in die Kommunikation gehen. Vielleicht nicht zu allen Situationen, bestimmt nicht. In gewissen Kreisen der Verhandlungen geht das wahrscheinlich nicht. Klar, kann ich auch nicht mitreden, da habe ich mir kein Urteil anmaßen. Aber es wird überall in unser aller Leben diese Situation geben. Und ich glaube, das Schwierige ist, das nicht zu verlernen. Und vielleicht um es zu trainieren, braucht es genau, besagte Sangha. Und egal wo die ist, egal wo.
KatherinaJa, das ist wunderschön. Da wollte ich so ein bisschen hin, genau. Weil wir haben eigentlich fast, naja, 24-7 nicht, aber wir haben schon sehr viel Übungsraum in Gemeinschaft. Was tragen wir rein? Wie begegnen wir, wie kommunizieren wir? Und es macht, es ist ganz wichtig, also auch gerade im Sinnstiftenden unterwegs sein.
TimoSo, ich muss ganz kurz pausieren. Hier hat es geklingelt. Moment. So, ich musste ganz kurz unterbrechen. Wir lassen es einfach im Podcast drin, weil es hat geklingelt.
KatherinaManchmal passiert das.
TimoKatharina, wo waren wir gerade?
KatherinaAlso ich glaube vielleicht so um die Ecke bei, also wir können selber, wir haben einen Trainingsraum sozusagen überall. Und vielleicht auch zu verstehen, das finde ich ganz schön, also dass wir auch die Verantwortung haben für das, was wir da hineintragen. Also es ist immer nicht nur der andere und wie blöd war das jetzt wieder, wie der irgendwie mich jetzt angeredet hat oder sowas, sondern wir, wir haben auch wirklich eine Verantwortung für die Gesellschaft, was du auch so schön gesagt hattest, ne? Also das geht bei Zuhören los. Was glaube ich, was ist, was die Welt ein bisschen mehr gebrauchen könnte. Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, also auch dass wir auch das Mitgefühl sowieso mit Freude hatten wir so schön bei unserem Freude-Podcast.
TimoWürde ich gerne ganz kurz wirklich was an, also nicht ergänzen, nur bei Jahren unterstreichen, weil ich finde, das ist ein super wichtiger Aspekt. Wir verstecken uns so gerne hinter dem Ja, das geht ja nicht. Wenn ich mir Gruppen, du hast vorhin gruppendynamische Prozesse erwähnt. Wenn ich mir angucke, du hast eine Gruppe von, sag mal, 15 Leuten, nimmst du zwei Personen raus, ist in eine neue Gruppe. Das heißt, selbst in der absoluten Minorität kannst du mit ein bisschen Willpower, sage ich mal, mit ein bisschen intrinsischer Überzeugung dafür sorgen, dass du Dinge in einer Gruppe veränderst. Und da komme ich zu meiner Kraft zurück. Wenn wir nur ein bisschen in der Kraft sind, glaube ich, dürfen wir durchaus die vermeintliche Strapazi auf uns nehmen, auch in einer schon totgesagten Gruppe. Ich bin ja großer Freund Vishnus. Ich bin nicht so der Shiva-Freund. Also ich glaube einfach vielleicht, kurze Ergänzung: Shiva ist der, der drauf hat, nach dem Motto, lohnt sich nicht mehr, Mama kaputt, Mama neu. Und Vishnus, der, der sagt, naja, komm, ist gerade blöd, gerade ziemliche Schräglage, aber kriegen wir hin. Anstrengung, aber kriegen wir hin. Deshalb, ich bin ein großer Vishnu-Freund. Und ich glaube, genau diese Kraft, und da sind wir echt beim Abyasa, die braucht es vielleicht manchmal, weil ich glaube, dass genau das manchmal auch unser Thema als gesellschaftlich, jetzt kommt der große Walsche Pathos, aber ich glaube wirklich, es ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft, dass wir zu wenig Engagement zeigen, Schieflagen oder vermeintliche Schieflagen zu versuchen zu begradigen. Wir sagen, dann ist so, machen wir gleich tot, alles neu. Und ich glaube, das ist ein großes Problem. Das ist wie unsere Wegwerfgesellschaft. Ich glaube, dass wir viel reparieren könnten und können, wenn wir ein bisschen, ja, ein bisschen Anstrengung reingeben, ein bisschen Anstrengung. Und deshalb darf man jetzt, das werde ich sehr politisch, auch nicht sagen, naja, dann überlassen wir der AfD halt mal die nächste Wahl, dann sollen die mal zeigen, dass sie halt auch nicht besser können. Nee, wir müssen jetzt mal alle alles zusammenpetzen, alle hinterbacken, um dafür zu sorgen, dass das nicht der Fall wird. Und dass wir denen,
Engagement Gegen Mangeldenken Und Rückzug
Timodie wir vermeintlich schon totgesagt haben, die bestimmt nicht alles richtig, machen, aber irgendwie trotzdem so viel Rückenmick und Unterstützung geben, dass das halt anders wird. Dass es in einem nie perfekten Faser, was nie alles perfekt sein, aber doch in dem vermeintlichst Besten, was wir gerade produzieren können, bleibt, ohne aufzugeben, sondern machen wir es halt, dann ist das jetzt so. Und ich glaube, diese Form von Engagement, die ist bestimmt anstrengend, aber ich glaube, die können wir alle leisten. Und die können wir alle auch innerhalb unserer Systeme, unserer sozialen Systeme leisten. Und vielleicht ist es sogar wichtiger, Klammer auf, wenn wir die Kraft dazu haben, gerade innerhalb der Systeme, wo wir sagen, boah, schwer, dass wir gerade da Engagement zeigen und uns vielleicht nicht flüchtigen in die vermeintliche, ah, ich gehe wieder ein Wochen ins Aschram, das ist alles schöner. Ja, dann gehen wir ins Aschram, uns aufzuladen und dann kommen wir voller Power zurück und sagen so, jetzt hast du recht. So kleiner Appell, weil ich glaube, das fehlt uns gerade.
KatherinaJa, absolut, absolut. Und wirklich auch diesen Willen, sich einzubringen. Und diese Kraft, wie du gesagt hast, also wirklich da, das sehe ich auch vielleicht als große Chance.
TimoWir haben in Deutschland, finde ich, ich rede nicht gerne ein Problem, aber es ist ein Problem. Wir haben in Deutschland die absolute Kultur des Mangelbewusstseins. Und es gibt diesen wunderbaren Begriff von Purnam, von Fülle. Statt die 98 Prozent, die da sind, zu würdigen, konzentrieren wir uns auf die zwei, die uns fehlen. Natürlich, im Moment ist bestimmt mehr politisch schief als zwei Prozent. Aber trotzdem, vieles ist da, vieles funktioniert. Und wir haben so ein bisschen diese, ach, alles blöd, ich gebe auf Mentalität manchmal. Und die müssen wir, glaube ich, mit ein bisschen Engagement gerade überwenden. Ist nicht leicht, aber ich glaube, dass uns das gelingen kann.
KatherinaJa, absolut. Und braucht wirklich da auch vielleicht ein Bewusstsein dafür. Manchmal finde ich, ist auch Reisen immer gut, weil ich habe da auch immer ein großes Bedauern, wenn ich immer höre, dann was in Deutschland alles schiefläuft. Aber wenn man sich wirklich mal ein bisschen in der Welt auch bewegt, dann ist das oft sehr erdend, weil hier ziemlich viel auch wirklich, wir absolut privilegiert sind. Alleine denke ich mal an Gesundheitsversorgung oder sowas.
TimoAbsolut.
KatherinaDie allen zugänglich ist, auch in der Form. Also da gibt es echt ganz andere Themen auf der Welt. Oder auch gerade finde ich immer so mit unseren Freunden auch in Nepal zum Beispiel, da ist wirklich auch dieses die Familie ernähren ein Riesenthema. Und da geht es auch. Und das manchmal denke ich so, also ich weiß nicht, mag das wie gesagt auch nicht werten oder so, aber ich denke manchmal, dann ist aber diese Sinnhaftigkeit, zum Beispiel auch ich in, ich habe einen Job, wo ich einfach auch meine Familie ernähren kann, was da in den Kulturen meistens bedeutet, dass man auch für seine Eltern sorgt, weil es überhaupt kein Rentensystem oder etwas gibt, ist das hochgradig sinnsstiftend. Und das ist das, was uns in unserer Luxuswelt, würde ich trotzdem so benennen für viele, manchmal dann abhanden kommt in einem Job, also da geht, also die Sinnperspektive können wir uns vielleicht selber auch nochmal anders da wieder reintragen. Das ist gar nicht immer, finde ich, dass jeder da. Also, ich glaube, die kann man immer finden für sich. Und da ist man aber auch wieder bei sich selber.
TimoSo, da ist gerade irgendwas ausgegangen und wir mussten gerade quasi kurz unterbrechen. Insofern müssen wir ganz kurz den Anschluss nochmal finden. Wir waren. Achso, ja, letzten Endes bei dem Thema, dass wir, wenn wir hier jammern, auf sehr hohem Niveau jammern. Ich glaube, so kann man es ein bisschen subsumieren. Und das heißt ja auch nicht, dass wir nicht jammern dürfen oder nicht beschweren dürfen. Oder auch nicht darauf abzielen sollten, this we have to halten and to firme. But I think the intensity of the absolute wichtig and dringly, this is the all wichtigstein that means. This can manage a little bit. And I think it's extremely. I mean it's really easy. I've been someone who up and sounds, but I would not behave that I'm the great friend. I'm actually a man who is very danking. Obviously, I was not, but I think sure. But I've been at least in some outbreak measures these ries privileges bewusst. Also, this is a geschenk. We have all that. We are absired, we are gesund, we have halfwegs alle five Sinne beinander, and we have Sinnhaftigkeit, we have this and we have a gemeinschaft. And mirzing deswegen nicht zu stellen, den Sinn, mich zu beschweren. Also zumindest nicht wirklich ernsthaft. And ich glaube, dass wir dieses Hinterfragen, wie groß, wie intensiv die Beschwerde, die wir gerade führen, gerade sein muss, dass wir das alle, dass wir das alle dürfen, sag mal, wirklich das kritisch zu hinterfragen.
KatherinaJa, das finde ich schön. Finde ich schön, sehe ich auch so. Und auch vielleicht in Gemeinschaften, also das mache ich tatsächlich auch gerne, wenn das dann in so eine, also ja, in so eine Negativspirale reingeht, dass man den Blickwinkel vielleicht auch einfach mal aufmacht. Also das ist für mich auch so die Echtheit von Begegnung, dass man das auch vielleicht proaktiv da reintragen kann, so ein paar andere Gedanken, wenn sich das so ein bisschen verselbstständigt, vielleicht auch.
TimoAlso man so ein bisschen im Thema auch Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Dinge, die ich habe.
KatherinaJa, und auch schon, wie du sagst, also ich glaube, in Deutschland ist das, ich weiß nicht, ob das auch historisch, dieses Mangelbewusstsein ist einfach sehr stark ausgeprägt und es fällt uns gerade ganz schön auf die Füße, finde ich. Habe ich ja auch ein Bedauern, weil es ist echt schön hier.
TimoIch finde es auch schön, wir haben alles. Und ich finde, wir müssen gar nicht immer die Frage stellen, wo kommt es überhaupt her. Wie gehen wir damit um?
KatherinaGenau, ja, das ist bestimmt.
TimoMangel kann man am besten nicht ersetzen, das wäre rosa Malerei. Aber zumindest überlagern und gleichsetzen mit was ist alles gut. And ich glaube, das ist mir auch in einem guten Fahrwasser, wie es auch in der Sangha ist, wenn ich mir beide Aspekte bewusst bin, sowohl der Aspekte, die verbessern, an denen ich arbeiten kann, die ich ausbauen darf, verändern darf, was darf sich verändern, als auch in the gleich moment dessen bewusst bin, was gut läuft, was darf bleiben wie es ist. Dann habe ich, glaube ich, für mein inneres wie auch für mein auseres von der Sangha ein ganz cooles Fahrwasser. Das war mein Schlusswort.
KatherinaJa, schön. Hab ich mir schon gedacht, Timo. Ja, schön. Und ich würde auch sagen, vielleicht ist das auch nochmal was, was wir gut aus der Sangha lernen können, dass wir uns vielleicht wirklich einlassen und auch Verantwortung übernehmen. Und das auch, also ja, wirklich in großer Echtheit und Menschlichkeit, also dass man weder selber perfekt sein muss oder soll oder das auch keineswegs von anderen erwartet. Also das ist für mich immer wieder die Schönheit von Menschsein. Absolut. Das auch, dass die Sangha das auch meint, also nichts Begradigtes oder alle einer Meinung, sondern wirklich ein Reiben auch da und ein Menschsein und das auch wirklich in Schönheit, in Akzeptanz auch, dass das einfach das ist. Also ich glaube, alles andere wäre ein komischer Anspruch, den es nie erfüllt, wenn es echt ist. Vielleicht so.
TimoSehr schön. Es war wieder eine große Freude.
KatherinaFür mich auch, danke.
TimoEs kommt gerade eine Idee, was ihr als ZuhörerInnen vielleicht nicht wisst. Katharina und ihr lieber Mann fahren mit uns auf Yoga Retreat. Vielleicht machen wir einen Podcast aus Italien.
KatherinaSehr, sehr gerne.
Schlussgedanken, Retreat-Idee Und Abschied
TimoMal gucken, was sie machen. Podcast mit Zirpen und Gelben im Hintergrund.
KatherinaEs ist schön.
TimoKatharina, ich glaube, wir unterhalten das längst noch über einen weiteren Termin, mal wieder, den nächsten.
unknownJa.
TimoUnd ich hoffe, es hat euch als ZuhörerInnen ein bisschen Spaß gemacht. Das war ein bisschen inspirierend oder wie auch immer. Und wie immer, lasst uns super gerne wissen, wenn es von eurer Seite Ideen gibt, Wünsche gibt zu Themen, Vorschläge. Das würde mich wie immer vollkommen begeistern. In diesem Sinn sage ich danke fürs Zuhören. Ich sage wie immer dir vielen Dank.
KatherinaJa, von mir auch, Timo. Herzlichen Dank und auch an alle zu Hause oder wo auch immer ihr reinhört. Ich hoffe, es hat Inspiration gegeben.
TimoDann danke fürs Zuhören.
KatherinaDankeschön.