Selbst nicht ständig
Selbstständig sein, ohne ständig zu arbeiten - geht das überhaupt?
Ich bin Christian Anderl, seit 2008 selbstständig, und ich war kurz davor, an genau diesem Problem zu scheitern. Burnout, Beinahe-Pleite, das volle Programm. Heute führe ich zwei erfolgreiche Unternehmen mit siebenstelligen Umsätzen – und arbeite dabei weniger als je zuvor.
In diesem Podcast teile ich, was ich in über 16 Jahren über Kundengewinnung, Positionierung, Verkaufen, Mindset und Struktur gelernt habe. Keine leeren Motivationssprüche, sondern ehrliche Einblicke und praktische Strategien für kreative Selbstständige und Freiberufler.
Für alle, die von ihrer Arbeit gut leben wollen – ohne sich dabei kaputt zu machen.
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Selbst nicht ständig
#37 - Das macht dich nur kaputt (und deine Selbstständigkeit gleich mit)
Es ist 2026 und ich sehe immer noch Hustle-Culture-Predigten im Internet. Mehr machen, mehr Gas geben, mehr, mehr, mehr. Als wäre das die Lösung.
Ist es nicht. Ich habe es probiert. Es hat zu Burnout geführt, zu Schmerzen, zu einem harten Weg zurück. Und ich bin mir ziemlich sicher: So geht es vielen.
In dieser Folge spreche ich über das Gegenteil. Über Planung und Effizienz – zwei Worte, die unsexy klingen, aber dein Business verändern können. Und über die Frage, die Tim Ferriss mal gestellt hat: Wie würde das aussehen, wenn es einfach wäre?
Worum es geht:
- Warum On-Off besser funktioniert als Dauervollgas
- Die drei Fragen, die du dir vor jedem Projekt stellen solltest
- Wie du von 36 Ideen auf die drei kommst, die wirklich zählen
- Das Projektbuch – ein simpler Trick gegen kreative Ablenkung
- Warum die einfachste Version zuerst kommen muss
Kurze Folge, klare Ansage: Harte Arbeit ist wichtig. Aber an den richtigen Dingen.
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Wir freuen uns über dein Feedback zu dieser Folge!
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Die wahrscheinlich wichtigsten Stichworte daran und ich weiß, dass beide unsexy as fuck sind. Planung und Effizienz klingt nicht nach etwas, das du jetzt wirklich gern angehen wirst. Bis du diese Folge fertig gehört hast.
SPEAKER_00:Selbst nicht ständig. Der Podcast für deine erfolgreiche und entspanntere Selbstständigkeit mit Christian Ander.
SPEAKER_01:Es ist 2026 und zu meiner Überraschung muss ich zugeben, finde ich immer noch so viele Hustle-Culture-Predigten im Internet. Vielleicht, lass mich gerne korrigieren, vielleicht ist das jetzt nur meine Bubble, vielleicht stimmt irgendwas mit meinem Algorithmen irgendwo nicht und ich sehe Dinge, die ihr nicht seht, aber dann bitte sagt mir Bescheid. Weil ich bin erstaunt, wie oft ich immer noch sehe, dass Business-Tipps existieren, die sinngemäß sagen: Ja, du musst halt einfach mehr, du musst einfach mehr. Mehr, mehr, mehr, mehr, mehr. Ist halt nicht so, ne? Easy. Ich will auch nicht sagen, dass es easy ist. Einfach und leicht sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Ich finde, aus meinen 17 Jahren Selbstständigkeit mittlerweile, dass das Ziel selbst nicht ständig durchaus zu erreichen ist und die Dinge, die es braucht, um das zu schaffen, sind einfach. Ich würde nicht behaupten, dass sie leicht sind. Das wäre gelogen, weil leicht was anderes ist als einfach. Aber sie sind einfach. Und das nächste ist, dass diese Hustle-Culture, die sich nach wie vor offensichtlich hält, nur ein Ziel garantiert erreicht, nämlich dass du ausbrennst irgendwann, früher oder später. Das hält auf Dauer niemand durch. Punkt Ende. Ja, ich weiß, Gary V ist der Gegenbeweis. Wie viele stehen hinter Gary V oder daneben, die wir nicht sehen, die versucht haben, mit so einem Lifestyle ihre Selbstständigkeit zu bestreiten und dabei in Burnouts, in finanzieller Löchern verschwunden sind, von denen wir gar nichts wissen. Wie viele? Ich glaube, das sind unheimlich viele. Und ich glaube, dass das kein langfristiges Ziel ist, das man verfolgen sollte. Ich glaube, eine on-off ist einfach besser als Hustle. Soll heißen, ich neige dazu, und das kommt vielleicht auch aus meinem ADHS-Kontext, dass ich irgendwann mal verstanden habe, ich funktioniert am besten mit Vollgas, aber das kann ich halt nicht 100% auf Dauer durchziehen. Das heißt, das war eher für mich der schwierige Teil zu verstehen und auch umzusetzen, dass ich dann nicht 100% Vollgas auf Dauer geben kann, sondern dass ich nach 100% Vollgas Projekten einfach auch das Gas rausnehmen kann. Es gibt da dieses berühmte Buch Die Vier-Stunden-Woche von Tim Ferris, die hat sehr polarisiert, weil viele gesagt haben, ja, aber vier Stunden die Woche arbeiten. Das war nie, ich glaube, das haben viele falsch verstanden. Ich habe das Buch damals gelesen und habe sehr oft diese Kritik gehört, ja, vier Stunden die Woche arbeiten, das geht doch nie im Leben. Das war aber auch nie Ziel des Buchs oder das war nie die Grundaussage des Buchs, dass man nur vier Stunden die Woche arbeitet. Und das ganze Buch hat auch nichts mit Faulheit zu tun, sondern einfach mit enormer Effizienz. Wie kannst du so effizient wie möglich Dinge umsetzen und dazwischen auch auftanken und damit weitaus mehr weiterbringen in deiner Selbstständigkeit, als wenn du ständig am Gas stehst und noch mehr und noch mehr und noch mehr drauf drückst und dabei vergisst, wie wichtig auftanken ist. Ja, harte Arbeit ist wichtig, aber an den richtigen Dingen. Nicht einfach nur hart arbeiten, weil Hustle so eine gute Sache ist und weil man so viel Gas geben muss und weil man das Gefühl hat, wenn man mehr Gas gibt, dann erreicht man mehr. Ich weiß das, weil ich es probiert habe in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit und es hat zu nichts Gutes geführt. Es hat zu großen Schmerzen, zu Burnout, zu wirklich einem harten Weg zurückgeführt, den ich dir gerne sparen möchte. Also, werden wir da jetzt praktisch. Wie machst du das? Planung und Effizienz sind die wahrscheinlich wichtigsten Stichworte daran und ich weiß, dass beide unsexy as fuck sind. Planung und Effizienz klingt nicht nach etwas, das du jetzt wirklich gern angehen wirst, bis du diese Folge fertig gehört hast, hoffe ich. Gib dem einen Versuch. Ganz besonders als kreative Dienstleister ist das ein problematisches Thema. Wir verlaufen uns liebend gern in diesen 1000 Dingen, die wir tun wollen oder könnten oder glauben zu müssen? Ehrlich, oder? Du kennst das. Oder kenn das nur ich? Ich weiß, dass wir das beide kennen. Also, wie kommst du da durch, ohne dich ständig von tausend Dingen ablenken zu lassen? Die erste Frage ist, was ist mein Ziel? Was genau willst du gerade mit dem, was du vorhast zu tun, ganz egal, was das ist, eigentlich erreichen? Geld verdienen, um erstmal davon leben zu können, kann ein Ziel sein. Oder hast du schon eine grundsätzlich finanzielle Basis, um davon leben zu können? Und dein aktuelles Ziel ist vielleicht ein Projekt, das nicht zwingend sofort Geld verdienen muss, aber dafür Aufmerksamkeit generieren soll und für dein Marketing steht. Für dich oder ein Thema, das dir wichtig ist. Es ist wichtig, dass du von vornherein definierst, was genau ist mein Ziel ist, weil die Dinge, die du in jedem Aufgabengebiet machen wirst, sich enorm unterscheiden können, je nachdem, was genau dein Ziel ist. Deine zweite Frage, wie erreiche ich dieses Ziel einfach und schnell? Tim Ferriss hat es, glaube ich, mal so formuliert, wie würde das, was ich da tun will, aussehen, wenn es einfach wäre? Diese tausend Dinge, die da rundherum dir noch einfallen würden, sind ja deswegen nicht schlecht. Du kannst sie ja notieren unter dem Punkt, könnte ich auch noch machen. Aber wichtig ist einfach, dass du zuerst filterst, was davon bringt dich wirklich an dein Ziel, das du in Frage 1 formuliert hast. Deswegen ist Frage 1 so wichtig. Was von dem, was du jetzt machen könntest in diesem Projekt, ist wirklich wichtig unersetzbar, um dich an dieses Ziel zu bringen. Alles andere, und ich weiß, das ist schwierig, voneinander zu trennen und es ist vor allem schwierig, dann Dinge, die man gern machen würde, auszulassen, weil sie eigentlich ein nice to have sind. Und dann im dritten Schritt, mach einen ganz klaren Plan. Die Gefahr ist nämlich viel zu groß, dass du zwischendurch, nur weil du jetzt aufgeschrieben hast, okay, eigentlich brauche ich nur diese drei Schritte von den 48, die mir eingefallen sind, um ans Ziel zu kommen. Aber die Gefahr ist viel zu groß, dass du zwischendurch wieder mal sagst: Eins von den dreien ist mühsam. Weißt du was, ich mache Nummer 36, weil auf das hätte ich gerade richtig Lust, das würde mir Spaß machen und ich redme jetzt schön, weil das ist ja eh auch für dieses Projekt und trägt auch zu dem Zielbein. Nein, das tut es nicht. Du hast klar identifiziert, welche Schritte notwendig sind, um das Ziel zu erreichen und jetzt nicht abbiegen. Und dafür hilft nun mal nur ein ganz klarer Plan. Also einen wirklich Schritt-für-Schritt-Plan, wie ein Stundenzettel für einen Volksschüler. Man muss wirklich mit sich selber manchmal so arbeiten. Für mich zumindest ist das ein Game Changer. Probier es für dich aus, ob es für dich auch funktioniert. Klarer Plan mit Schritten, die zu tun sind und dann halt dich dran. Diese ganzen anderen Nice-to-haves rundherum kannst du ja später machen, wenn du dein Ziel erreichst. Und ich würde auch bei den Zielen, gerade wenn es zum Beispiel um Projekte geht, die Geld verdienen sollen, würde ich wirklich mal alles in die einfachsten Schritte zerlegen. Die simpelste und funktionellste Form, die es in Schritt 1 geben kann, würde ich mal machen, die simpelste Landingpage, die simpelste Facebook-As oder Content-Struktur, die man sich vorstellen kann. Und dann schauen, ob das überhaupt, wenn ich das 100 Menschen zeige, ob das überhaupt eine Antwort bringt, ob das überhaupt zu Kunden führen kann. Und nur wenn das Potenzial hat und wenn ich sehe, oh ja, das kommt gut an und ich denke, ich kann von 100 Menschen auch drei, vier, fünf davon überzeugen, dass sie das kaufen, dann kannst du diese ganzen Nice-to-haves rundherum einbringen und kannst das Ding verfeinern und kannst es ausbauen und kannst es schöner machen und größer und besser. Aber nicht in Schritt 1. Und wenn dazwischen noch neue Ideen kommen, dann empfehle ich dringend ein sogenanntes Projektbuch, also ein simples Buch, wie auch immer du das, ob du das digital machst. Ich mache sowas lieber analog. Ein Buch, in das alle Ideen rein dürfen, die jetzt keine Zeit finden. Weil das genau diesen erstens einmal die Gefahr vermindert, dass du einfach dann abbiegst und unterwegs zu etwas greifst, auf das du momentan mehr Lust hast. Wenn wir ganz ehrlich sind, das ist für uns kreative der größte Stolperstein. Wir sitzen vor einer Aufgabe, die uns heute überhaupt nicht reinpasst, und auf die wir gar keine Lust haben. Und dann gibt es ja in diesen anderen Ideen ja noch dieses eine Ding. Ah, auf das hätte ich Lust, das würde ich jetzt gern machen. Dann mache ich das und red mir ein, das ist für das Projekt wichtig und notwendig. Und nein, das ist es nicht. Wenn man sie aufschreibt, sind sie zumindest mal irgendwo deponiert und man kann sich an dem Plan vielleicht besser halten. Also zumindest wünsche ich dir das. Das wäre so ein einfacher Weg ans Ziel und wie du an dieser Hustle-Culture vorbeikommen kannst. Weil wenn du diese Dinge machst, wenn du einfache quasi Strukturen schaffst und sagst, ich setze jetzt mal das um, was wirklich wichtig ist, um mich ans Ziel zu bringen. Und dann erst wenn ich sehe, dass das überhaupt Potenzial hat, mich ans Ziel zu bringen, mache ich die anderen Schritte dazu, einen nach den anderen, dann sparst du dir dieses, weil genau daher kommt, glaube ich, diese Hustle-Culture, dass man alle 36 Ideen für dieses Projekt hinschreibt und dann wächst dieses Projekt, das eigentlich sehr einfach sein hätte können, zumindest in Schritt 1 sehr einfach sein hätte können. Und es wächst und wächst und wächst und man macht immer mehr, macht immer mehr und kommt nie ans Ziel damit und das verdient nie wirklich Geld, weil man es viel zu groß aufblöst und viel zu viel Zeit und Arbeit investiert und dann wird der Druck immer größer. Statt einfach an das Ziel, mal hinzuarbeiten und wirklich schnell an dieses Ziel, zum Beispiel Geld zu verdienen, mit diesem Projekt zu kommen und dann erst in den nächsten Ausbauschritten effizient daran weiterzuarbeiten, das größer zu machen. Dann wäre natürlich noch der nächste Schritt, eliminieren, simplifizieren, delegieren und automatisieren, was aber eine eigene Folge wert ist, finde ich. Das war eine kurze für heute, weil ich glaube, die Umsetzung dessen, was wir gerade besprochen haben, eh lang genug in Anspruch nehmen würde. Wenn du diesen Weg gern ein Stück gemeinsam gehen möchtest, Infos dazu findest du in der Show Note mit dem Link oder unter dem Video, wenn du das Ganze auf YouTube schaust. Und wir sehen und hören uns hoffentlich bald in der nächsten Folge.