Bergrufe und Stadtgeflüster
Bergrufe und Stadtgeflüster - Der Podcast aus dem Herzen der Schweiz.
Komm mit auf Entdeckungsreise durch die Region Luzern-Vierwaldstättersee. Gemeinsam lernen wir spannende Persönlichkeiten, aussergewöhnliche Traditionen und versteckte Schätze kennen. Neue Folgen gibt’s jeden ersten Dienstag im Monat.
Bergrufe und Stadtgeflüster
#22 Von Hexen und Jägern – Luzerns düsterste Sagen
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Sie gilt als die schlimmste Gestalt der Luzerner Sagenwelt: die Sträggele. Die Hexe jagt mit ihrem Geliebten, dem Türst, durch den Kanton. In dieser Folge wagen wir uns wieder in die Welt des Übernatürlichen und nehmen weiter Luzerner Sagen unter die Lupe.
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Links zur Folge:
- Der Rotsee: https://www.luzern.com/de/poi/rotsee
- Auszug aus der Sagenwelt des Kantons Luzern: https://vuotisheer.ch/wp-content/uploads/2019/12/sagen.pdf
- Sträggele in Sempach: https://www.sempach.ch/geschichtesempach/4602
Leuchtenstadt. Diesen Übernahmen trägt die Stadt Luzern schon seit dem Mittelalter. Angeblich soll alles im Jahr 503 begonnen haben. Damals wurde das Römische Reich von den Germanen überrannt. Man sprach im heutigen Luzern also sowohl Lateinisch als auch Deutsch. Damals wurde angeblich in der Nähe der heutigen Hofkirche St. Leodegar ein seltsam leuchtendes Licht gesehen. Man verstand dieses Licht als Zeichen und Auftrag, an der Stelle dieses Leuchtens ein Gotteshaus zu errichten. So entstand zuerst eine Kapelle und nach Jahrhunderten dann eben die Hofkirche. Licht heisst auf Lateinisch „lucerna". Lange Zeit ging man davon aus, dass der Name Luzern auf dieses lateinische Wort zurückgeht.
Die Herkunft des Stadtnamens Luzern ist zwar noch immer nicht ganz geklärt, man geht heute von einem anderen Ursprung aus. Und mit der Leuchte hat er wohl nichts zu tun. Der Name Luzern leitet sich höchstwahrscheinlich vom zusammengesetzten Wort Luciaria ab. Der erste Teil «lucius» bedeutet Hecht. Die Endung «-aria» bedeutet Ort, wo etwas in grosser Menge vorkommt. Die ursprüngliche Bedeutung von Luzern wäre also «Ort, wo Hechte in grosser Zahl vorkommen».
Heute wagen wir uns wieder in die Welt des Übernatürlichen und nehmen weitere Luzerner Sagen unter die Lupe.
Bei meinen Recherchen zu dieser Folge bin ich schnell auf eine grosse Sammlung von angeblichen Luzerner Sagen gestossen. Und passend zum Namen dieses Podcasts sollen sie alle etwas mit Flüstern zu tun haben. Da hätten wir nämlich: den flüsternden Bach in Rain, den flüsternden Wald in Willisau, den flüsternden Pfad in Kriens, den flüsternden Baum in Udligenswil, den flüsternden Stein in Hohenrain, das flüsternde Wasser in Mauensee, das flüsternde Wasser in Dierikon und das flüsternde Wasser von Schenkon, den flüsternden See in Emmen, die flüsternde Glocke in Beromünster, die flüsternde Mühle von Alberswil, die flüsternden Wiesen von Triengen und die flüsternde Wiese von Schötz, den flüsternden Teich von Buttisholz und zu guter Letzt die flüsternden Lichter von Schongau.
Angeblich soll es also im ganzen Kanton Luzern flüstern. Doch schon beim ersten Überfliegen der Geschichten fiel mir auf, dass es eher Märchen als Sagen sind. Märchen und Sagen sind sich zwar sehr ähnlich, es gibt aber einen bedeutenden Unterschied: denn Sagen knüpfen an reale Begebenheiten an und werden dann fantasievoll ausgeschmückt, Märchen hingegen sind meist komplett frei erfunden.
Wer jetzt vorhin gut zugehört hat, hat vielleicht schon einige Ungereimtheiten erkannt. Denn plötzlich umgibt ein See das Dorf Dierikon, und auch die Gemeinde Mauensee liegt nicht mehr beim Sempachersee, sondern es gibt jetzt einen See der Mauensee heisst. Und auch Emmen hat hier einen See. Und interessanterweise heissen viele Hauptpersonen in den unterschiedlichen Erzählungen Lukas.
Soweit der kleine Überblick. Aber zurück zu den richtigen Sagen. Davon gibt es im Kanton Luzern nämlich auch so mehr als genug.
Beginnen wir mit einer Sage, die sich um einen tatsächlich existierenden See rankt. Und zwar um den Rotsee in Ebikon. Die idyllische Landschaft rund um den Rotsee entfaltet besonders am Morgen mit leichtem Nebel über dem Wasser eine mystische Atmosphäre. Der Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat erzählt von einer ganz besonderen Wesen, das hier sein Unwesen treiben soll. Und das, obwohl der See eher überschaubar ist mit 2.5 Kilometer Länge und 250 Meter Breite.
Cysat erzählt aber von einem Fall, der sich 1599 zugetragen haben soll. Alles begann mit der Sichtung von eigentümlichen Spuren in den Wiesen rund um den See. Unter den verunsicherten Anwohnern verbreitete sich rasch das Gerücht, ein riesiger Wurm treibe dort sein Unwesen.
Der Stadtschreiber wollte der Sache auf den Grund gehen und befragte mehrere Zeugen. Einer von ihnen erzählte, er habe am Ufer des Rotsees eine riesige Schlange auf einem Stein liegen sehen. Dann habe sich das Wesen ins Wasser gestürzt und sei verschwunden. Andere sprachen von seltsamen Spuren im Gras beim nahe gelegenen Hof Vogelsang. Krumm und gebogen sollen sie gewesen sein. Spuren, wie sie eben Schlangen oder Würmer hinterlassen. Die Spur führte hinunter bis zum See und verlor sich dort im Wasser.
Einige Zeugen behaupteten zudem, das Ungeheuer in der Nähe einer Grube oder Höhle gesichtet zu haben. Die zahlreichen herumliegenden Gräten und halb aufgefressenen Fische schienen diese Erzählungen zu untermauern.
Das Rätsel der Seeschlange vom Rotsee blieb jedoch ungelöst. In späteren Aufzeichnungen findet sich keine weitere Erwähnung, und auch neue Sichtungen blieben aus. Zwar gibt es in den hiesigen Gewässern durchaus Schlangen, doch Spuren von der Dicke eines menschlichen Schenkels hinterlassen sie gewiss nicht.
Vielleicht war es nur Einbildung oder eine Übertreibung der Zeitzeugen – oder aber die Leute versuchten ein für sie unbekanntes Phänomen mit etwas zu erklären. So entstehen viele Sagen. Die Angst vor dem Unbekannten hat die Menschen schon immer beschäftigt, und oft wurden unerklärliche Phänomene mit Geistergeschichten verbunden. So glaubte man früher im Kanton Luzern, dass die tosenden Winterstürme die ruhelosen Seelen der Verstorbenen seien. Besonders in den Wintermonaten, wenn Sturm und Unwetter wüteten, fürchteten sich die Menschen. Wenn die Winde nachts um die Ecken heulen und an den Fensterläden rütteln, dann ist der Türst unterwegs.
Die Sagenfigur Türst stammt aus heidnischen Zeiten. Der Schwärze Türst ist der ewige Jäger oder der Herr der Toten. Zusammen mit seinem Gefolge jagt er über die Felder und durch die Wälder. Auf einem feurigen Pferd reitend, führt der höllische Jäger die wilde Jagd an. Er wird begleitet von jaulenden Hunden und unheimlichen Hornbläsern. Manchmal ist auch die Pfaffenkellnerin dabei, ein Gespenst mit leuchtenden Augen.
Besonders im Luzerner Hinterland gibt es viele Geschichten über den Türst. Früher war es an vielen Orten Brauch, vor Weihnachten die Scheunentore offen zu lassen, damit das Wilde Heer hindurchziehen konnte. Wenn man das vergass, brachte es Unglück und Krankheit ins Haus und in den Stall.
Dem Schwarzen Türst und seinem Wilden Heer darf man sich nicht in den Weg stellen, sonst ereilt einen ein schreckliches Schicksal. Wenn er ruft: «Drei Schritt uswäg, drei Schritt uswäg», muss man sofort zur Seite gehen. Wer sich ihm widersetzt, wird in die Luft gerissen und muss mit ihm und seinen Geistern mitjagen. Der Türst jagt mit seinem Heer durch Dörfer, Wälder und Tobel im ganzen Kanton. Man sieht ihn nie, aber man hört die Geräusche seines Heeres – das Bellen, Wiehern, Schnauben, Stampfen, Heulen und Rufen.
Der Türst rüstet sich bei Anbruch der Nacht zur Jagd. Wenn er sich näher, bläst er ein mächtiges Jagdhorn. Die Tiere, die seinen Ton vernehmen, müssen alle herankommen und vor ihm erscheinen. Dann treibt er das arme Vieh vor sich her, erschreckt und verwirrt es und zerstreut die Herden, sodass sie ziellos durcheinander rennen. Oft werden die Kühe davon krank und geben keine Milch mehr.
Früher hat der Türst auch in der Nähe von Luzern gejagt, im Würzenbachtobel, im Megger Wald, am Hundsrücken, im Emmer Schachen, in Kriens und in Horw. Einmal jagte er eine ganze Nacht lang auf der Luzerner Allmend. Am nächsten Tag fand man Tausende Pfotenspuren. Diese stammten allesamt von den Türsthunden und waren leicht zu erkennen, denn diese haben nur drei Beine. Der Leithund hat noch ein weiteres eigenartiges Merkmal: Er besitzt nur ein einziges Auge.
Wenn man zufällig einem zurückgebliebenen Türsthund begegnet, sollte man ihn auf keinen Fall mitnehmen. Das hat ein alter Sigrist in Kriens erfahren müssen. Dieser fand einmal vor seiner Tür ein leblos daliegendes Tier, das von der nächtlichen Türstjagd zurückgeblieben war. Mitleidig hob er den jungen Hund auf und trug ihn ins Haus, um ihn zu pflegen. Kaum war die Nacht angebrochen, erschien der Türst mit seinem wilden Gefolge. Die wilde Hundeschar jagte solange bellend und jaulend um das Haus, bis der Sigrist das Hündchen wieder vor die Tür setzte.
Fast überall im ganzen Kanton gibt es Wege, die der Türst benützt. In Escholzmatt gibt es zum Beispiel eine «Türstegg», und in Hergiswil fliesst der «Türstbach». Wenn man spazieren geht, stösst man oft auf Wegkreuze. Diese Kreuze sind nicht zufällig platziert. Sie sollen die Reisenden Schutz vor dem Geist bieten.
Besonders wild tobte der Türst einst über zwischen Werthenstein und Entlebuch. Deshalb errichtete man drei Kreuze, jedes so weit voneinander entfernt, dass man von einem das andere sehen konnte. Seither hat sich der Türst hier nicht mehr gezeigt.
Zum Türst gehört neben seinem wilden Gefolge auch seine Geliebte. Und zwar das Sträggele: eine furchterregende Hexe. Sie ist eine vor allem im ländlichen Luzern verbreitete Sagengestalt und soll faule Kinder bestrafen.
Die Sage besagt, dass vor langer Zeit einmal ein schönes Edelfräulein lebte. Sie war stolz und liebte es, ihre Wünsche durchzusetzen. Besonders gerne ass sie Wild, vor allem an Festtagen, an denen man eigentlich gar nicht jagen durfte. Eines Tages fiel ihr Namenstag genau auf einen Freitag. Sie hatte aber besonders Lust auf frisches Wild.
Sie erzählte den Rittern, die sie stets umwarben, von ihrem Wunsch. Aber keiner wagte es, an einem Freitag zu jagen. Nur einer, den sie besonders mochte, versprach, sie zu begleiten. Das Fräulein liess das Pferd satteln, und sie gingen los. Die Hunde bellten laut, und schnell zogen sie davon. Die anderen warteten besorgt auf ihre Rückkehr. Aber sie kamen nie zurück. Und seitdem kehren das Fräulein, ihr Geliebter und die Hunde an den Freitagen während der Adventszeit als Geister zurück und heulen wie der Sturmwind um die alte Burg.
So viel also zum Ursprung des Türst, seinem Gefolge und der Sträggele. Die Sträggele gilt als die schlimmste Gestalt der Luzerner Sagenwelt. Nicht nur, weil sie ein Bund mit dem Teufel hat, sondern weil sie einen besonderen Hass auf Kinder hat.
Schon im 16. Jahrhundert kannte der Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat die Hexe. Sie trieb ihr Unwesen über den ganzen Kanton Luzern. Überall gibt es Geschichten über sie, viele davon als Warnung für ungehorsame Mädchen und Mägde: zum Beispiel im Eigenthal, bei Fischbach, in Grosswangen, Rickenbach und Escholzmatt.
Eine der bekanntesten Sagen stammt aus Sempach. Hier lebte eine Witwe mit ihrer neunjährigen Tochter Hedwig.
Hedwig war ein hübsches, gesundes Mädchen mit blonden Locken und langen Zöpfen. Aber sie hatte einen starken Trotz. Ihre Mutter, die seit dem Tod ihres Gatten den Hof bewirtschaftete, versuchte alles, um das störrische Verhalten ihrer Tochter zu ändern. Doch nichts half. Trotzig stampfte sie mit den Füssen auf dem Boden und ignorierte alle gut gemeinten Ermahnungen und Ratschläge der Mutter.
Eines Tages, als die Mutter verzweifelt war, drohte sie Hedwig dann mit der Sträggele. Sie sagte, wenn das Mädchen nicht auf sie höre, würde die Sträggele kommen und es in den Geisterberg mitnehmen, wo der Trotz ausgetrieben würde. Doch Hedwig nahm diese Drohung nicht ernst und setzte ihren störrischen Weg fort.
Als die Mutter keine andere Lösung mehr wusste, bat sie den Knecht um Hilfe. Sie bat ihn, in der Nacht an das Fenster zu klopfen und mit einer fremden, krächzenden Stimme zu rufen: "Hallo, die Sträggele ist da. Mach das Fenster auf und reich mir den Trotzkopf heraus!" Der Knecht willigte ein, und in der Dunkelheit des Abends klopfte es wie vereinbart an das Fenster. Die Mutter öffnete das Fenster und reichte ihre erschrockene Tochter heraus, wo sie von zwei gierigen Händen gepackt wurde.
Schnell schloss die Mutter das Fenster wieder. Da fuhr ein markerschütternder Kinderschrei durch die Nacht. Die Bäuerin dachte, der Knecht würde das Mädchen bald wieder zurückbringen. Doch als es erneut am Fenster klopfte, erkannte sie an der Stimme sofort, dass es der Knecht war, der nach dem Mädchen verlangte. Ein kalter Schauer überkam sie, und sie fragte sich verzweifelt, wem sie ihr Kind wirklich überlassen hatte.
Sofort machten sich die Bäuerin und der Knecht auf die Suche. Sie suchten den Hof und die Umgebung ab, weckten die Nachbarn und durchkämmten das ganze Gebiet. Doch das Mädchen blieb verschwunden. Erst als der Morgen dämmerte, fand der Knecht Hedwigs blonden Zopf auf dem Boden, mit der Kopfhaut noch daran. Blutspuren führten sie weiter, und so fanden sie ein weiteres grausiges Überbleibsel: Der kleine abgerissene Arm des Mädchens. Doch von Hedwig selbst fehlte jede Spur. Nun wussten alle: Die Sträggele hatte sie geholt.
Die trauernde Mutter soll nach dem Verlust ihrer Tochter eine Kapelle vor dem Hof gebaut haben, so erzählt es die Sage. Eltern von schwierigen Kindern hängen seither dort Zöpfe aus Flachs als kleine Opfergaben auf. Wer das nicht glaubt, kann es heute noch selbst sehen. Denn nahe dem Kreisel bei der Eicher- und Kirchbühlstrasse steht die Sträggele-Kapelle noch heute. In der Kapelle hängen neben Heiligenbildern auch Reisigbündel als symbolische Opfergaben. Eine Informationstafel der Stadt Sempach erinnert ausserdem an jene umtriebige Hexe.
Geschichten wie diese machen verständlich, warum sich in einigen Ortschaften Luzerns eine regelrechte Jagd auf die Sträggele etablierte. Im Entlebuch, in der Stadt Luzern und anderswo fand auch das jährliche «Sträggele-Jage» der Dorfjugend statt. Die Sagen berichten von einem harmlosen «Fangis»-Spiel, bei dem sich ein Kind als Hexe verkleidete und von anderen gefangen werden musste. Aber bald mischte sich die echte Sträggele in das Spiel. So verschwanden angeblich einst alle Burschen, die eine solche Jagd im Entlebuch veranstaltet hatten. Und ebenfalls im Entlebuch ereignete sich ein zweiter Vorfall. Sieben Burschen ahmten die Jagd auf dem Schüpfer Berg nach.
Als sie müde vom Spielen waren, beschlossen sie, mit einem Schlitten den Berg hinabzufahren. Sie setzten sich auf den Schlitten und rutschten los. Doch plötzlich bemerkte einer von ihnen, dass sie nicht mehr nur zu siebt waren. Im Schnee sah er acht Schatten auf dem Schlitten und einer von ihnen war riesengross. Die anderen Burschen zählten ebenfalls und stellten fest, dass noch eine weitere Gestalt bei ihnen war.
Der Schlitten fuhr unterdessen immer schneller und die Buben merkten, dass er nicht mehr den Boden berührte, sondern sie durch die Luft flog. Der Übermut und das Lachen verflogen und machten Platz für pure Angst. Sie gelobten, wenn sie noch einmal heil zurückkämen, eine Kapelle zu bauen. Kaum hatten sie ihr Versprechen abgelegt, verloren sie das Bewusstsein.
Als sie wieder zu sich kamen, fanden sie sich neben dem umgestürzten Schlitten im tiefen Schnee. Sie blickten sich um und erkannten, dass sie sich am Fuss des Hügels befanden, auf dem ihr Heim stand. Schweren Herzens gingen sie nach Hause und begannen sofort, ihr Gelübde zu erfüllen. Beim Bau der Kapelle stiessen sie auf einen vergrabenen Schatz: Einen Topf voller alter Berner Taler. Mit diesem Geld bauten sie die Kapelle, die grösser und schöner wurde, als sie ursprünglich geplant hatten. Die Kapelle ist St. Josef geweiht und steht heute noch am Fuss des Schüpfer Berges.
Einige Burschen hatten bei der Sträggele-Jagd angeblich sogar mal Erfolg. Jedenfalls erzählt man sich das in Triengen. In der Sträggelenacht zogen die jungen Leute in den Wald, um die Sträggele zu fangen. Zwei Burschen hielten einen Sack zwischen sich. Abgemacht war, dass sich einer von ihnen im Wald verstecken würde, um als Sträggele gefangen zu werden. Die andern spielten die Jäger. Doch dieser Bursche verspätete sich, und als er beim Treffpunkt ankam, waren seine Freunde bereits auf dem Heimweg. Lärmend und jubelnd zogen sie durchs Dorf und betraten schliesslich ein Haus. Sie legten den Sack hinter den Ofen und lachten, weil sie dachten, ihr Freund sei gefangen. Als dieser dann aber durch die Tür trat, merkten die Burschen, dass sie die echte Sträggele im Sack hatten. Sie brachten sie mit Angst zurück in den Wald und liessen sie frei.
Andere erzählen, aus dem Sack sei ein katzenartiges Wesen geschlüpft und spurlos, ohne dass eine Türe sich öffnete, verschwunden. In der Türe habe man nachher ein Loch wahrgenommen durch das die Sträggele entschlüpft sei. Der Bursche, der den Sack trug, starb bald darauf.
Damit sind wir am Ende dieser Folge angekommen. Und ich hoffe ihr habt sie nicht zum Einschlafen gehört. Wenn euch aber solche Geschichten gefallen haben, hört doch auch in Folge 11 über die Pilatusdrachen oder Folge 15 zur Teufelsbrücke rein. Damit danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Ich bin Tamara von Luzern Tourismus und das ist der Podcast Bergrufe und Stadtgeflüster.