Die Psychologinnen: Was ist los im Kopf?

Kontrollbedürfnis und Kontrollillusion: Über die Sehnsucht, alles im Griff zu haben.

Julia Pouly und Katja Tressel Season 5 Episode 12

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Kennst du das? Du planst den Urlaub bis ins letzte Detail, machst dir vorab Sorgen über Dinge, die noch gar nicht passiert sind, oder findest es richtig schwer, etwas abzugeben, weil "die anderen es ja eh falsch machen"?

In dieser ersten Folge unserer neuen Mini-Serie sprechen wir über etwas, das jeder kennt: das Bedürfnis nach Kontrolle. Wir schauen uns an, warum unser Gehirn ständig versucht, Unsicherheit zu vermeiden, und warum das früher mal überlebenswichtig war, uns heute aber oft mehr stresst als hilft.

Wir sprechen über die berühmten Experimente von Ellen Langer zur "Illusion of Control", über Julian Rotters Konzept des Locus of Control und darüber, woher dieses Kontrollbedürfnis eigentlich kommt, manchmal aus der Kindheit, manchmal einfach aus dem, wie unser Nervensystem auf Stress reagiert.

Am Ende gibt's ein kleines Reflexionstool für den Alltag, mit dem du checken kannst: Versuche ich hier etwas zu kontrollieren, das in meinem Einflussbereich liegt, oder mache ich mir das Leben gerade unnötig schwer?

Diese Folge ist kein Vorwurf und keine Diagnose. Wenn du dich wiederfindest: Das ist kein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt. Aber Achtsamkeit und ein Bewusstwerdung ist der erste Schritt, uns das leben leichter zu machen.

In Folge 2 werden wir uns dann anschauen, was passiert, wenn dieses Kontrollbedürfnis sich nach außen richtet, und wir Verantwortung für die Gedanken und Gefühle anderer Menschen übernehmen.

Mehr Infos auf http://die-psychologinnen.de/
Hosts: Julia Pouly https://www.juliapouly.com und Katja Tressel
 
Musik von ComaStudio

Coverphoto von Julia Pouly @lens_ofthemind 

Schreibt uns gerne eine Nachricht.

00:06:11.000 --> 00:06:17.000
Julia Pouly: Herzlich willkommen zurück bei. Was ist los im Kopf von die Psychologinnen.

00:06:17.000 --> 00:06:18.000
Julia Pouly: Also, katja, Tressel.

00:06:18.000 --> 00:06:20.000
Julia Pouly: und ich Julia Pouly.

00:06:21.000 --> 00:06:28.000
Julia Pouly: Ja heute gibt. Es ist der Erstteil wieder. Wir haben jetzt ja immer so kleine Serien über den Monat, den wir ein bisschen aufteilen.

00:06:29.000 --> 00:06:35.000
Julia Pouly: und ein ganz spannendes Thema. Was mich persönlich auch länger begleitet hat.

00:06:35.000 --> 00:06:39.000
Julia Pouly: Wo es immer schön ist, das nochmal aufzuarbeiten und nochmal mitzugeben.

00:06:38.000 --> 00:06:39.000
Katja Tressel: Mhm.

00:06:39.000 --> 00:06:43.000
Julia Pouly: und zwar geht es um Kontrolle und Verantwortung.

00:06:43.000 --> 00:06:50.000
Julia Pouly: und zwar da ein bisschen zu schauen. Also einmal, diese erste Folge soll es ein bisschen darum gehen, wenn wir uns selbst.

00:06:50.000 --> 00:06:53.000
Julia Pouly: So eine Sehnsucht nach Kontrolle.

00:06:53.000 --> 00:06:54.000
Julia Pouly: Fühlen.

00:06:54.000 --> 00:06:57.000
Julia Pouly: Die uns ja öfter auch stresst. Wo kommt die her?

00:06:57.000 --> 00:07:00.000
Julia Pouly: Ist das schlecht? Ist das gut? Wie kann man das erklären?

00:07:01.000 --> 00:07:06.000
Julia Pouly: Worauf dann in der zweiten Folge, die dann kommt, wir ein bisschen ins außen gehen, und zwar in die Beziehung mit anderen.

00:07:06.000 --> 00:07:14.000
Julia Pouly: Wo wir auch andere Menschen kontrollieren, aber auch Verantwortung übernehmen für andere Leute Gefühle zum Beispiel für die Gedanken.

00:07:14.000 --> 00:07:18.000
Julia Pouly: Das auch wieder schauen. und dann in der dritten Folge wollen wir dann.

00:07:18.000 --> 00:07:24.000
Julia Pouly: Wie immer ein bisschen zeigen, wie man das alles viel besser machen kann.

00:07:22.000 --> 00:07:23.000
Katja Tressel: Vielen Dank.

00:07:24.000 --> 00:07:26.000
Julia Pouly: Also was sind so die.

00:07:26.000 --> 00:07:31.000
Julia Pouly: Werkzeuge, Methoden. Also was können wir tun, damit Unser Leben vielleicht ein bisschen einfacher ist.

00:07:31.000 --> 00:07:33.000
Julia Pouly: Hat ja dann auch mit.

00:07:33.000 --> 00:07:38.000
Julia Pouly: Wie kommen wir immer auf das Thema Stress und Achtsamkeit und all die ganzen Sachen drum. Aber wie können wir uns da regulieren.

00:07:35.000 --> 00:07:36.000
Katja Tressel: Hm.

00:07:38.000 --> 00:07:41.000
Julia Pouly: Wo können wir vielleicht Kontrolle abgeben?

00:07:41.000 --> 00:07:43.000
Julia Pouly: Wo können wir Verantwortung abgeben?

00:07:43.000 --> 00:07:46.000
Julia Pouly: und unser Leben ein bisschen leichter zu gestalten.

00:07:45.000 --> 00:07:46.000
Katja Tressel: Ja.

00:07:46.000 --> 00:07:51.000
Katja Tressel: Was mir dann gleich einfällt. Dazu was ich ein super spannendes Thema finde.

00:07:51.000 --> 00:07:58.000
Katja Tressel: Dieser Kontrast zwischen Rigidität und Flexibilität.

00:07:58.000 --> 00:08:00.000
Katja Tressel: Vielleicht kennt ihr das, wenn man.

00:08:00.000 --> 00:08:08.000
Katja Tressel: Sehr hohes Kontrollbedürfnis hat, in ganz vielen Bereichen seines Lebens, dann wird das so ein bisschen fest so rigide, sagt man dann.

00:08:09.000 --> 00:08:17.000
Katja Tressel: und der Gegenpol. Dazu wäre dann so eine gelassene Flexibilität zu entwickeln. In manchen Bereichen.

00:08:17.000 --> 00:08:22.000
Katja Tressel: Was das Leben unheimlich interessen kann. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten, und ich auch.

00:08:22.000 --> 00:08:30.000
Katja Tressel: Früher eher ein sehr hohes Kontrollbedürfnis hatte, manchmal auch immer noch, habe aber gelernt habe loszulassen.

00:08:30.000 --> 00:08:33.000
Julia Pouly: Das ist ja diese Weisheit so.

00:08:33.000 --> 00:08:41.000
Julia Pouly: Bewege das, was du sozusagen bewegen kannst, wo du Einlass hast, und akzeptiere das, worüber du keine Kontrolle hast.

00:08:36.000 --> 00:08:37.000
Katja Tressel: Das ist.

00:08:41.000 --> 00:08:41.000
Katja Tressel: Hm.

00:08:41.000 --> 00:08:46.000
Julia Pouly: So einfache Sprüche, die aber nicht ganz so einfach sind, umzusetzen. und so und.

00:08:45.000 --> 00:08:46.000
Katja Tressel: Mhm.

00:08:46.000 --> 00:08:48.000
Julia Pouly: Ich würde heute gerne mit Dir erklären.

00:08:48.000 --> 00:08:53.000
Julia Pouly: Warum das überhaupt ein bisschen ein Problem ist und wie sich das äußert.

00:08:53.000 --> 00:08:55.000
Julia Pouly: Vielleicht auch der ein oder andere.

00:08:56.000 --> 00:08:59.000
Julia Pouly: Schmunzelnde Aha-erlebnis kommt, wo man sich selber ertappt.

00:08:57.000 --> 00:08:58.000
Katja Tressel: Mhm.

00:09:00.000 --> 00:09:01.000
Julia Pouly: Denn.

00:09:01.000 --> 00:09:05.000
Julia Pouly: Genau. Also, wir haben alle eigentlich grundsätzlich ein Kontrollbedürfnis. Das ist einfach.

00:09:05.000 --> 00:09:12.000
Julia Pouly: In unserem, also inflationär, bedingt auch irgendwo drin und bestimmt unser Verhalten auch so ein bisschen.

00:09:12.000 --> 00:09:19.000
Julia Pouly: Weil das andere, wenn man sich das andere Extrem anschauen könnte, wenn man das Gefühl hat, ich kann überhaupt nichts beeinflussen.

00:09:19.000 --> 00:09:22.000
Julia Pouly: Sind wir schnell in einem ganz düsteren Punkt. Also, da kommen wir zu diesem.

00:09:21.000 --> 00:09:22.000
Katja Tressel: Ja.

00:09:22.000 --> 00:09:25.000
Julia Pouly: Learned Hep Business. Also gelernte Hilflosigkeit.

00:09:25.000 --> 00:09:26.000
Katja Tressel: Mhm.

00:09:26.000 --> 00:09:29.000
Julia Pouly: Das fühlt sich ganz furchtbar an, wenn ich das Gefühl habe.

00:09:28.000 --> 00:09:29.000
Katja Tressel: Ja.

00:09:29.000 --> 00:09:34.000
Julia Pouly: Es ist sowieso alles, was ich mache ist egal. Ich bin einfach ausgeliefert.

00:09:34.000 --> 00:09:37.000
Katja Tressel: und ist dann auch Motor für Depressionen, Zum Beispiel.

00:09:36.000 --> 00:09:37.000
Julia Pouly: Genau.

00:09:37.000 --> 00:09:38.000
Katja Tressel: Hm.

00:09:37.000 --> 00:09:39.000
Julia Pouly: Also.

00:09:39.000 --> 00:09:44.000
Julia Pouly: Die Menschen, die einfach grundsätzlich irgendwie akzeptieren, dass sie nichts in der Hand haben, nichts tun können. und so.

00:09:44.000 --> 00:09:50.000
Julia Pouly: Das sind nicht die Menschen, die wir als besonders zufrieden und lebensfroh irgendwie erleben.

00:09:49.000 --> 00:09:50.000
Katja Tressel: Ja.

00:09:50.000 --> 00:09:52.000
Julia Pouly: Deswegen: Es geht nicht darum, das komplett.

00:09:52.000 --> 00:09:56.000
Julia Pouly: Absolviert zu sagen, es ist eh, alles alles egal.

00:09:57.000 --> 00:10:00.000
Julia Pouly: Sondern da, wie gesagt, immer so ein bisschen die Nuancen zu finden.

00:09:59.000 --> 00:10:00.000
Katja Tressel: Ja.

00:10:00.000 --> 00:10:01.000
Julia Pouly: und zu schauen.

00:10:01.000 --> 00:10:02.000
Julia Pouly: Wo ist das so.

00:10:02.000 --> 00:10:04.000
Julia Pouly: Weil, ja, wir haben einfach.

00:10:04.000 --> 00:10:11.000
Julia Pouly: Ein Grundbedürfnis nach Kontrolle. Wir möchten selbstbestimmt sein. Wir möchten irgendwie.

00:10:11.000 --> 00:10:19.000
Julia Pouly: Selber, was geschafft haben. Wir möchten irgendwie stolz sein auf die Dinge, die wir erschaffen, da wir schätzen wir ja auch oft so ein bisschen oder.

00:10:19.000 --> 00:10:21.000
Julia Pouly: Was ist jetzt? Glück und Zufall.

00:10:19.000 --> 00:10:28.000
Katja Tressel: Gerade bei Erfolgsgeschichten. Im Nachhinein wird auch der Faktor Glück gerne mal.

00:10:22.000 --> 00:10:23.000
Julia Pouly: Ja.

00:10:28.000 --> 00:10:33.000
Katja Tressel: Ganz unterschlagen, auch wenn natürlich sehr viel Eigenanteil hat.

00:10:33.000 --> 00:10:34.000
Katja Tressel: Kontrolle.

00:10:34.000 --> 00:10:37.000
Katja Tressel: Dabei war, beim großen Erfolg.

00:10:36.000 --> 00:10:39.000
Julia Pouly: und im Negativen haben wir das auch oft.

00:10:40.000 --> 00:10:44.000
Julia Pouly: Dass wenn Leuten was Schlimmes passiert oder einen schlimmen Autounfall oder.

00:10:44.000 --> 00:10:48.000
Julia Pouly: Ganz schlimm, natürlich auch bei körperlichen Übergriffen und so.

00:10:48.000 --> 00:10:52.000
Julia Pouly: Wo dann schnell gesagt wird. Oh, die Person muss das irgendwie selber verursacht haben.

00:10:52.000 --> 00:10:52.000
Katja Tressel: Ja.

00:10:52.000 --> 00:10:59.000
Julia Pouly: Da ist. Die hat das selber gemacht. Deswegen: Mir passiert das nicht, weil Ne, Ich habe das im Griff und so. Ich mache das nicht, und deswegen wird mir das nie passieren.

00:11:00.000 --> 00:11:00.000
Katja Tressel: Genau.

00:11:00.000 --> 00:11:07.000
Julia Pouly: Das ist so: Diese Medaille, die natürlich für Leute, denen schlimme Sachen zustößt, nicht gerade nett sind, weil manchmal.

00:11:06.000 --> 00:11:07.000
Katja Tressel: Ganz still.

00:11:07.000 --> 00:11:08.000
Julia Pouly: Ist es ganz.

00:11:07.000 --> 00:11:07.000
Katja Tressel: Gut.

00:11:09.000 --> 00:11:10.000
Julia Pouly: Schlimm so dieses.

00:11:09.000 --> 00:11:14.000
Katja Tressel: Also ganz oft. Ja bei Frauen, die belästigt oder, noch schlimmer.

00:11:15.000 --> 00:11:17.000
Katja Tressel: Ähm.

00:11:17.000 --> 00:11:24.000
Katja Tressel: Muss angegriffen werden, wo dann manchmal diese Täterumkehr Opfer kommt nach dem Motto: Was hat sie denn angehabt.

00:11:24.000 --> 00:11:25.000
Katja Tressel: Also.

00:11:24.000 --> 00:11:25.000
Julia Pouly: Genau.

00:11:25.000 --> 00:11:26.000
Katja Tressel: Das ist so ein.

00:11:25.000 --> 00:11:32.000
Julia Pouly: und wie hat sie sich denn verhalten? Was hat sie denn gesagt? und so, Also, da gab es doch einen Grund. und so sowas passiert doch nicht einfach.

00:11:26.000 --> 00:11:28.000
Katja Tressel: Ja, genau.

00:11:30.000 --> 00:11:31.000
Katja Tressel: Ja.

00:11:32.000 --> 00:11:34.000
Katja Tressel: und es ist wirklich schrecklich.

00:11:32.000 --> 00:11:33.000
Julia Pouly: Hm.

00:11:34.000 --> 00:11:34.000
Julia Pouly: Ja.

00:11:34.000 --> 00:11:35.000
Julia Pouly: Also und.

00:11:35.000 --> 00:11:41.000
Julia Pouly: Weil, wie gesagt, dann fühlt man sich wieder hilflos, wo ja Frauen immer wieder beteuern. Es ist egal, was man anhat.

00:11:38.000 --> 00:11:39.000
Katja Tressel: Ja.

00:11:40.000 --> 00:11:41.000
Katja Tressel: Ja.

00:11:41.000 --> 00:11:44.000
Julia Pouly: Es ist egal wo man ist, was es ist. Es kann einem immer irgendwie passieren, wenn man.

00:11:44.000 --> 00:11:48.000
Julia Pouly: Dem falschen Herren über den Weg läuft.

00:11:46.000 --> 00:11:47.000
Katja Tressel: und.

00:11:48.000 --> 00:12:00.000
Katja Tressel: Diese Zuschreibung. Man hat selber das verursacht oder mitverursacht, erzeugt dann, wie Du auch schon gesagt hast, eine vermeintliche Sicherheit, dass wenn man das selber anders macht, dass einem das nicht passieren kann.

00:11:57.000 --> 00:11:58.000
Julia Pouly: Genau.

00:12:00.000 --> 00:12:04.000
Julia Pouly: Genau. Also da klammern wir uns ja so dran, weil wir haben.

00:12:03.000 --> 00:12:04.000
Katja Tressel: Ja.

00:12:04.000 --> 00:12:09.000
Julia Pouly: Dieses Grundbedürfnis. Also, es gibt da die Selbstbestimmungstheorie von Dji und Ryan.

00:12:09.000 --> 00:12:14.000
Julia Pouly: Die ist jetzt auch ursprünglich schon irgendwie aus den 80er Jahren, und so, Die wird dann immer wieder aufgenommen. Weil das so.

00:12:14.000 --> 00:12:16.000
Julia Pouly: Diese Grundlagen ist.

00:12:15.000 --> 00:12:16.000
Katja Tressel: Mhm.

00:12:16.000 --> 00:12:17.000
Julia Pouly: und wir haben.

00:12:17.000 --> 00:12:22.000
Julia Pouly: Da werden 3 Grundbedürfnisse gesagt: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit.

00:12:22.000 --> 00:12:28.000
Julia Pouly: Soziale Eingebundenheit haben wir über die letzten Folgen. Da hatten wir auch, als wir über Ki gesprochen haben, das ja auch mit betont.

00:12:27.000 --> 00:12:28.000
Katja Tressel: Ich.

00:12:28.000 --> 00:12:35.000
Julia Pouly: und was vieles ist, halt einfach dieses Autonomie ist. Ich kann selber steuern, was ich tue. Ich kann selber entscheiden, was ich mache.

00:12:35.000 --> 00:12:36.000
Katja Tressel: Das ist.

00:12:36.000 --> 00:12:41.000
Julia Pouly: und dann dieses Kompetenzerleben. Ich bewirke, was in der Welt ich kann, was ich.

00:12:41.000 --> 00:12:45.000
Julia Pouly: Also das, was irgendwie Gutes passiert. und so, das liegt daran.

00:12:45.000 --> 00:12:47.000
Julia Pouly: Weil ich so ein tolles Kerlchen bin.

00:12:47.000 --> 00:12:52.000
Julia Pouly: und ich habe mich Doll angestrengt und ich war ein guter Mensch.

00:12:50.000 --> 00:12:51.000
Katja Tressel: und jetzt ist es so.

00:12:52.000 --> 00:12:54.000
Julia Pouly: und ich habe das auch verdient, irgendwie.

00:12:55.000 --> 00:12:56.000
Julia Pouly: und.

00:12:56.000 --> 00:12:58.000
Julia Pouly: Wie wir schon gesagt haben, es ist.

00:12:58.000 --> 00:13:06.000
Julia Pouly: Dadurch natürlich auch motivierend. Also, da hängen ganz viele Motivationstheorien auch mit dran. und so, weil nur, wenn ich das Gefühl habe, ich kann was verändern, Bin ich ja auch motiviert, was zu tun.

00:13:06.000 --> 00:13:07.000
Katja Tressel: Mhm.

00:13:07.000 --> 00:13:08.000
Julia Pouly: Wenn alles egal ist.

00:13:08.000 --> 00:13:11.000
Julia Pouly: Muss ich ja auch nichts machen, weil dann passiert es sowieso.

00:13:11.000 --> 00:13:12.000
Katja Tressel: Ja.

00:13:12.000 --> 00:13:15.000
Julia Pouly: Deswegen brauchen wir diesen Anreiz. und so, wenn ich so.

00:13:15.000 --> 00:13:21.000
Julia Pouly: Ja, denn er gibt uns Antrieb. und so, weil nur wenn wir die Hoffnung haben, dass das auch was bewirkt. Fangen wir überhaupt an.

00:13:21.000 --> 00:13:22.000
Julia Pouly: Vielen Dank.

00:13:21.000 --> 00:13:25.000
Katja Tressel: und es gibt ja auch Dinge, die wir beeinflussen und kontrollieren können.

00:13:25.000 --> 00:13:27.000
Katja Tressel: Glücklicherweise.

00:13:26.000 --> 00:13:32.000
Julia Pouly: Genau genau. Also, das Jetzt zum Beispiel, wenn ich ein Musikinstrument erlernen will.

00:13:32.000 --> 00:13:37.000
Julia Pouly: Kann ich irgendwie mich hinsetzen und einfach hoffen, dass das so auf mich kommt.

00:13:35.000 --> 00:13:36.000
Katja Tressel: Ich.

00:13:37.000 --> 00:13:43.000
Julia Pouly: und da gibt es auch Spiegelneuronen. und so, das hilft ja auch, wenn man irgendwie das tut. Aber wenn ich von Grund auf, was Neues lernen will.

00:13:43.000 --> 00:13:51.000
Julia Pouly: Muss ich mich damit auseinandersetzen. Ich muss üben, ich muss Fehler machen und die daran lernen und wieder das besser machen. und so.

00:13:51.000 --> 00:13:55.000
Julia Pouly: Da ist Handeln gefragt, und ich habe dann auch Kontrolle darüber.

00:13:55.000 --> 00:13:59.000
Julia Pouly: Wie Das Outcome ist also in einem gewissen Maße.

00:13:57.000 --> 00:13:58.000
Katja Tressel: Ja.

00:14:00.000 --> 00:14:05.000
Julia Pouly: und wie gesagt, das brauchen wir auch also von Revolutions.

00:14:05.000 --> 00:14:07.000
Julia Pouly: Evolutionärer Perspektive.

00:14:07.000 --> 00:14:11.000
Julia Pouly: Dieses Alles, was wir beeinflussen können, ist ja auch irgendwie vorhersagbar.

00:14:12.000 --> 00:14:17.000
Julia Pouly: und unser Gehirn funktioniert ja einfach dadurch, dass es immer vorhersagt, was als Nächstes passiert.

00:14:16.000 --> 00:14:16.000
Katja Tressel: Okay.

00:14:17.000 --> 00:14:22.000
Julia Pouly: und klammern sich deswegen total daran, wo wir wissen. So ja, Wenn ich das tue, passiert das.

00:14:22.000 --> 00:14:25.000
Julia Pouly: und wenn ich was andere mache, dann passiert was anderes.

00:14:26.000 --> 00:14:28.000
Julia Pouly: Wir können da aber auch nicht so gut.

00:14:28.000 --> 00:14:30.000
Julia Pouly: Unterscheiden.

00:14:30.000 --> 00:14:33.000
Julia Pouly: Zwischen was war jetzt Zufall?

00:14:33.000 --> 00:14:39.000
Julia Pouly: und was hat wirklich was getan? Wir hatten im Vorhinein da irgendwie schon mal gesprochen.

00:14:39.000 --> 00:14:48.000
Julia Pouly: Ich war nicht so Fußballfans, die dann vorm Fernseher sitzen und dann die ganze Saison über nicht die Socken wechseln, weil diese socken, machen es dann irgendwie aus, ob das Team nun gewinnt oder nicht.

00:14:44.000 --> 00:14:45.000
Katja Tressel: Ich.

00:14:48.000 --> 00:14:54.000
Julia Pouly: Wo ich, denke ich, find's total süß, dass jemand meint, er hat so viel Macht in der Welt irgendwie.

00:14:53.000 --> 00:14:56.000
Katja Tressel: Bei den Socken.

00:14:55.000 --> 00:15:00.000
Julia Pouly: Genau ich würde es mehr verstehen, wenn das der Spieler an sich ist. Die sind, glaube ich, auch da sehr.

00:15:00.000 --> 00:15:03.000
Julia Pouly: Rezeptiv glaube ich, für solche Sachen, wo ich aber denke gut.

00:15:02.000 --> 00:15:04.000
Katja Tressel: Ja.

00:15:03.000 --> 00:15:09.000
Julia Pouly: Da könnte ich irgendwie noch Erklärungen finden. Okay, Wenn dann selbst erfüllende Prophezeiung. und wenn jemand das Sicherheit gibt, ich habe irgendwie meine.

00:15:05.000 --> 00:15:06.000
Katja Tressel: Okay.

00:15:09.000 --> 00:15:14.000
Julia Pouly: Lucky meine Lucky Unterhose an. und so, dann gib mir das irgendwie.

00:15:13.000 --> 00:15:14.000
Katja Tressel: Ja.

00:15:14.000 --> 00:15:18.000
Julia Pouly: Ein Boost, und ich bin zuversichtlicher. Ich kann mich besser konzentrieren, habe weniger Angst.

00:15:18.000 --> 00:15:19.000
Katja Tressel: Mhm.

00:15:19.000 --> 00:15:21.000
Julia Pouly: Da verstehe ich das schon. Aber jemand, der am Fernseher sitzt.

00:15:21.000 --> 00:15:24.000
Julia Pouly: und dann glaubt, je nachdem, wie ihr die Käppi da gerade dreht.

00:15:24.000 --> 00:15:26.000
Julia Pouly: Dann macht es das, was.

00:15:27.000 --> 00:15:28.000
Julia Pouly: und gleichzeitig.

00:15:28.000 --> 00:15:32.000
Julia Pouly: Es ist, wie gesagt, unser Gehirn ja darauf geprägt, Zusammenhänge zu finden.

00:15:31.000 --> 00:15:32.000
Katja Tressel: Vielen Dank.

00:15:32.000 --> 00:15:43.000
Katja Tressel: und deswegen.

00:15:40.000 --> 00:15:41.000
Julia Pouly: Genau.

00:15:43.000 --> 00:15:52.000
Katja Tressel: Blendet man dann auch systematisch die Fälle aus, wo es nicht funktioniert hat. Das ist ja auch interessant, und wenn du es gerade sagst, mit den Lucky Unterhosen.

00:15:52.000 --> 00:16:01.000
Katja Tressel: Also, ich glaube, wie gesagt, aus Spielerperspektive, da ist schon was dran? Weil, wenn ich mich in einen mentalen Zustand von Leistung versetzen kann und können.

00:16:01.000 --> 00:16:05.000
Katja Tressel: Dann kam da schon so was wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.

00:16:05.000 --> 00:16:10.000
Katja Tressel: Entstehen. und ich bin einfach besser fokussiert. Ich spiele besser.

00:16:10.000 --> 00:16:13.000
Katja Tressel: Ich kann so meinen.

00:16:13.000 --> 00:16:21.000
Katja Tressel: Meine Vorzüge zur Geltung bringen oder mein Talent meine Fähigkeiten zur Geltung bringen und dann.

00:16:21.000 --> 00:16:31.000
Katja Tressel: Ist ja die Chance vielleicht auch höher, dass das Team erfolgreich ist. Aber es ist natürlich nicht der einzige Einflussfaktor, Trotzdem ist vielleicht ganz gut, die Lucky Unterhose anzuziehen.

00:16:31.000 --> 00:16:32.000
Julia Pouly: Ich.

00:16:31.000 --> 00:16:32.000
Katja Tressel: Ja.

00:16:32.000 --> 00:16:39.000
Julia Pouly: Genau. und das ist ja Also wie gesagt, diese Vorhersagen, Wenn man dann hat, ich habe was Spezielles gegessen, danach irgendwie.

00:16:39.000 --> 00:16:43.000
Julia Pouly: Habe ich die Nacht im Badezimmer verbracht, und mir ging es ganz dreckig.

00:16:41.000 --> 00:16:42.000
Katja Tressel: Mhm.

00:16:43.000 --> 00:16:49.000
Julia Pouly: Da ist ja auch dann die Vorhersage. Okay, ich hab was gegessen. und das hat, dafür macht es Sinn zu sagen. Okay.

00:16:45.000 --> 00:16:46.000
Katja Tressel: Ja.

00:16:49.000 --> 00:16:53.000
Julia Pouly: Davon nehme ich Abschied. Ich bestelle bei diesem Restaurant nicht noch einmal.

00:16:51.000 --> 00:16:53.000
Katja Tressel: Ja, genau.

00:16:53.000 --> 00:16:54.000
Julia Pouly: und.

00:16:53.000 --> 00:16:54.000
Katja Tressel: Ja.

00:16:54.000 --> 00:16:59.000
Julia Pouly: Deswegen haben wir diese Sache, wo es überlebenswichtig ist. So funktioniert unser Gehirn.

00:16:59.000 --> 00:17:09.000
Julia Pouly: und gleichzeitig fallen wir dann ein bisschen rein, wo wir unser also Alan Langgers nennt, das so die Illusion of Control, also der Kontrollillusion, irgendwie verfallen.

00:17:08.000 --> 00:17:09.000
Katja Tressel: Ja.

00:17:09.000 --> 00:17:11.000
Julia Pouly: und das ist nicht individuell.

00:17:11.000 --> 00:17:14.000
Julia Pouly: Sondern das ist grundsätzlich bei Menschen so.

00:17:14.000 --> 00:17:21.000
Julia Pouly: Dann gibt es dann auch schon. Also schon in den 70er Jahren, dann auch irgendwie so ganz einfache Experimente, so Studien.

00:17:21.000 --> 00:17:22.000
Julia Pouly: Wo jeder dann.

00:17:22.000 --> 00:17:27.000
Julia Pouly: Ein Lotterielos bekommt. und eine Gruppe kann sich Halt aussuchen, welches los es jetzt nimmt.

00:17:28.000 --> 00:17:30.000
Julia Pouly: und jemand anderes kriegt, halt einfach irgendein.

00:17:30.000 --> 00:17:31.000
Katja Tressel: Ja.

00:17:30.000 --> 00:17:35.000
Julia Pouly: und dann wurden die gefragt. So, ja, Sie dürfen jetzt das Los verkaufen. Wie viel müsste man ihnen geben.

00:17:35.000 --> 00:17:37.000
Julia Pouly: Damit sie dieses Los verkaufen.

00:17:37.000 --> 00:17:40.000
Julia Pouly: und die Leute, die das selber ausgewählt haben.

00:17:40.000 --> 00:17:46.000
Julia Pouly: Haben Gleich so, diese irrationale Bedürfnis. So, ja, ich hab das ausgewählt. Das ist auf jeden Fall glückslos. Das ist viel mehr wert.

00:17:46.000 --> 00:17:51.000
Julia Pouly: Weil das gewinnt bestimmt, weil ich hatte da irgendwie eine Eingebung. Das ist das Los.

00:17:51.000 --> 00:17:57.000
Julia Pouly: Aber los in sich. Also, statistisch gesehen, hat jedes Los, ja irgendwie gleich viel Gewinnchancen.

00:17:57.000 --> 00:18:02.000
Julia Pouly: und einfach weil wir das Gefühl haben, so Ja, wir haben gewählt. Dadurch habe ich das kontrolliert.

00:18:02.000 --> 00:18:04.000
Julia Pouly: und dadurch habe ich das beeinflusst.

00:18:05.000 --> 00:18:07.000
Julia Pouly: und dadurch ist es dann mehr wert.

00:18:05.000 --> 00:18:06.000
Katja Tressel: Ja.

00:18:08.000 --> 00:18:08.000
Julia Pouly: und.

00:18:09.000 --> 00:18:15.000
Julia Pouly: Also, ich finde das total faszinierend, weil das uns immer wieder irgendwie so betätigt. Also, wir haben ja auch.

00:18:15.000 --> 00:18:19.000
Julia Pouly: Gesprochen, so der Beispiel, so der Knopf an der Ampel so zu drücken.

00:18:18.000 --> 00:18:19.000
Katja Tressel: Ja.

00:18:19.000 --> 00:18:19.000
Julia Pouly: Ja.

00:18:19.000 --> 00:18:23.000
Katja Tressel: Oder am Fahrstuhl. Er kommt bestimmt schneller, wenn ich dreimal drück.

00:18:22.000 --> 00:18:25.000
Julia Pouly: Genau, und das ist dann auch, wo man denkt.

00:18:25.000 --> 00:18:26.000
Julia Pouly: Ich weiß auch gar nicht, ob die.

00:18:26.000 --> 00:18:30.000
Julia Pouly: Ich habe oft das Gefühl, dass an allen Ampeln so ein Signalding ist.

00:18:30.000 --> 00:18:39.000
Julia Pouly: und dass es aber eigentlich egal ist, ob man das drückt oder nicht. Aber die Menschen warten geduldiger, wenn sie das Gefühl haben, So, ja, Sie haben das kontrolliert. Sie haben gesagt, Sie müssen da rüber die Ampel weiß das. Die wird jetzt grün.

00:18:38.000 --> 00:18:39.000
Katja Tressel: Ich.

00:18:40.000 --> 00:18:42.000
Julia Pouly: Das macht es einfach einfacher, als wenn man da steht.

00:18:41.000 --> 00:18:46.000
Katja Tressel: Du meinst, sie reagiert nie Aufsyndrom.

00:18:44.000 --> 00:18:44.000
Julia Pouly: Ja.

00:18:46.000 --> 00:18:50.000
Julia Pouly: Ich habe den Verdacht, das ist jetzt keine bestätigte Hypothese. Das müsste ich nochmal recherchieren.

00:18:47.000 --> 00:18:48.000
Katja Tressel: So.

00:18:49.000 --> 00:18:49.000
Katja Tressel: Ich.

00:18:50.000 --> 00:18:51.000
Julia Pouly: Aber.

00:18:51.000 --> 00:18:56.000
Julia Pouly: Da merkt man, so, wie tief das so drin ist bei so ganz kleinen Sachen und dann auch.

00:18:54.000 --> 00:18:55.000
Katja Tressel: Vielen Dank.

00:18:56.000 --> 00:18:57.000
Katja Tressel: Mhm.

00:18:56.000 --> 00:18:58.000
Julia Pouly: Großen Sachen. Also.

00:18:58.000 --> 00:19:02.000
Julia Pouly: Weil es ist einfach. Also, wir haben ja oft immer schon wieder das Thema.

00:19:02.000 --> 00:19:04.000
Julia Pouly: Unsicherheit fühlt sich immer für uns.

00:19:04.000 --> 00:19:07.000
Julia Pouly: Gefährlich an. Wenn ich nicht weiß, was kommt.

00:19:05.000 --> 00:19:06.000
Katja Tressel: Ja.

00:19:07.000 --> 00:19:10.000
Julia Pouly: und dementsprechend fühlt sich alles, was ich kontrollieren kann.

00:19:10.000 --> 00:19:15.000
Julia Pouly: Fühlt sich dadurch irgendwie besser an. Also selbst wenn ich kontrollieren kann, was für ein.

00:19:16.000 --> 00:19:21.000
Julia Pouly: Ja, was für eine ungute Sache mir auf mich zukommt. und so kann es sich trotzdem besser anfühlen, weil ich weiß, es ist.

00:19:21.000 --> 00:19:22.000
Julia Pouly: Kontrolliert.

00:19:21.000 --> 00:19:22.000
Katja Tressel: Ja.

00:19:22.000 --> 00:19:27.000
Katja Tressel: Also tatsächlich, wenn man so sehenden Auges in eine schwierige Situation geht, dann ist es.

00:19:27.000 --> 00:19:30.000
Katja Tressel: Wo man irgend so eine gewisse.

00:19:30.000 --> 00:19:36.000
Katja Tressel: Sicherheit wieder hat, was einen erwartet. Es ist einfacher, als wenn man einfach so dasteht und gar nicht weiß, was auf einen zukommt.

00:19:39.000 --> 00:19:41.000
Julia Pouly: Gut. Also.

00:19:42.000 --> 00:19:48.000
Julia Pouly: Muss ich mal schauen, wo wir hier. Ich bin immer so begeistert. und dann vergesse ich mal eine Notiz muss dann erst wieder mein Weg.

00:19:47.000 --> 00:19:50.000
Katja Tressel: Sich noch mal neu orientieren.

00:19:49.000 --> 00:19:50.000
Julia Pouly: Kontrolliert.

00:19:50.000 --> 00:19:52.000
Julia Pouly: Hinbekommen, genau.

00:19:52.000 --> 00:19:53.000
Julia Pouly: und.

00:19:53.000 --> 00:19:55.000
Julia Pouly: Genau. Also, wir haben jetzt festgestellt.

00:19:55.000 --> 00:19:57.000
Julia Pouly: Kontrolle ist irgendwie so ein Bedürfnis.

00:19:58.000 --> 00:19:59.000
Katja Tressel: Mhm.

00:19:58.000 --> 00:20:00.000
Julia Pouly: Jetzt können wir aber.

00:20:00.000 --> 00:20:05.000
Julia Pouly: Genau sagen. Also, es gibt dann auch ein Klassiker. Ist so: der locus of control.

00:20:05.000 --> 00:20:09.000
Julia Pouly: Also, ich geh heute ganzen Klassiker durch. Wir sind jetzt schon in den 60er Jahren 60er Jahren.

00:20:10.000 --> 00:20:11.000
Julia Pouly: Familienrates.

00:20:12.000 --> 00:20:17.000
Julia Pouly: und das ist einfach auch wieder eigentlich beschreibt das das Gleiche, was wir vorhin schon mal gesagt haben, gib nochmal eine.

00:20:17.000 --> 00:20:18.000
Julia Pouly: Klare Terminologie.

00:20:19.000 --> 00:20:23.000
Julia Pouly: Wenn ich einen internen Logos auf Kontroll habe, dann bin ich der Meinung.

00:20:23.000 --> 00:20:24.000
Julia Pouly: Ich selber.

00:20:24.000 --> 00:20:28.000
Julia Pouly: Hab Kontrolle über. Was passiert also? Das liegt an mir.

00:20:28.000 --> 00:20:30.000
Julia Pouly: Das ist jetzt so die Sache. Zum Beispiel. Ich.

00:20:30.000 --> 00:20:34.000
Julia Pouly: Ich schreibe eine Klassenarbeit. Ich habe eine gute Note.

00:20:34.000 --> 00:20:39.000
Julia Pouly: Das liegt daran, weil ich habe mich gut vorbereitet. Ich habe das gut gelernt. Ich bin sowieso total klug.

00:20:39.000 --> 00:20:43.000
Julia Pouly: und deswegen habe ich eine verdiente, kluge Note, gute Note.

00:20:43.000 --> 00:20:46.000
Julia Pouly: Wenn ich jetzt einen externen Logos of control habe.

00:20:46.000 --> 00:20:52.000
Julia Pouly: Dann liegt es an äußeren Umständen, an Schicksal, Pech oder Glück usw.

00:20:51.000 --> 00:20:52.000
Katja Tressel: Ist.

00:20:52.000 --> 00:21:01.000
Julia Pouly: Das kann dann sein. Ich habe eine gute Klassenarbeit geschrieben. Ja, aber ich hatte einfach Glück, weil das war die Frage kam gerade dran, die ich mir vor angeguckt habe, aber eigentlich weiß ich die Sachen auch nicht so genau.

00:20:57.000 --> 00:20:57.000
Katja Tressel: Ja.

00:20:58.000 --> 00:20:58.000
Katja Tressel: Ja.

00:21:01.000 --> 00:21:04.000
Katja Tressel: Die Aufgaben waren einfach korrigiert.

00:21:01.000 --> 00:21:02.000
Julia Pouly: Weiß nicht.

00:21:03.000 --> 00:21:08.000
Julia Pouly: Der Klassenlehrer hat bestimmt ein Glas Wein getrunken beim Korrigieren und hat da nicht genau hingeschaut. und so.

00:21:04.000 --> 00:21:06.000
Katja Tressel: Ja.

00:21:08.000 --> 00:21:12.000
Julia Pouly: Also eigentlich liegt es nicht so an mir. Das ist halt einfach irgendwie so passiert.

00:21:10.000 --> 00:21:10.000
Katja Tressel: Ich.

00:21:12.000 --> 00:21:13.000
Julia Pouly: und.

00:21:14.000 --> 00:21:15.000
Julia Pouly: Beides.

00:21:15.000 --> 00:21:16.000
Julia Pouly: Braucht man irgendwie.

00:21:16.000 --> 00:21:19.000
Julia Pouly: Also, es gibt ja auch so Sachen. So.

00:21:19.000 --> 00:21:26.000
Julia Pouly: Wie gesagt, so zufriedene optimistische Menschen, und so die attribuieren oft gerne Sachen, die irgendwie negativ, die schlecht gelaufen sind, einfach.

00:21:26.000 --> 00:21:29.000
Julia Pouly: Ja Pech gehabt, und so. Ich habe alles gegeben.

00:21:29.000 --> 00:21:34.000
Julia Pouly: Aber dass das jetzt nicht, dass ich den Job nicht bekommen habe, irgendwie ne, dass irgendwie.

00:21:33.000 --> 00:21:34.000
Katja Tressel: Das ist.

00:21:34.000 --> 00:21:36.000
Julia Pouly: Das war jetzt halt. Pech.

00:21:36.000 --> 00:21:37.000
Katja Tressel: Mhm.

00:21:36.000 --> 00:21:45.000
Julia Pouly: Aber das meine ganzen Erfolge, die liegen an mir also, dass ich die Preise gewonnen habe, dass ich gerade irgendwie da einen Parkplatz gefunden habe. und so, das ist einfach. Ich.

00:21:40.000 --> 00:21:41.000
Katja Tressel: Mhm.

00:21:45.000 --> 00:21:48.000
Julia Pouly: Ich strahle das so aus. Das Universum meint es gut mit mir.

00:21:46.000 --> 00:21:47.000
Katja Tressel: Ja.

00:21:48.000 --> 00:21:50.000
Julia Pouly: Ne. Ich ziehe das irgendwie an.

00:21:51.000 --> 00:21:52.000
Julia Pouly: und beides.

00:21:52.000 --> 00:21:58.000
Julia Pouly: Braucht man also für psychische Gesundheit, braucht man das eigentlich, und es kann beides im Extrem negativ sein.

00:21:58.000 --> 00:21:59.000
Katja Tressel: Mhm.

00:21:58.000 --> 00:22:01.000
Julia Pouly: Also, wenn ich grundsätzlich glaube, dass alles.

00:22:01.000 --> 00:22:02.000
Julia Pouly: An mir liegt.

00:22:02.000 --> 00:22:06.000
Julia Pouly: Dann habe ich sozusagen bei negativen Erfahrungen auch natürlich viel mehr Scham und Schuldgefühle.

00:22:06.000 --> 00:22:09.000
Julia Pouly: Ich überfordere, mich, bin dann auch erschöpft, wenn ich.

00:22:09.000 --> 00:22:12.000
Julia Pouly: Selber verantwortlich bin für alles, was in der Welt geschieht.

00:22:11.000 --> 00:22:12.000
Katja Tressel: Ja.

00:22:12.000 --> 00:22:13.000
Katja Tressel: Ja.

00:22:13.000 --> 00:22:14.000
Julia Pouly: Habe ich richtig viel zu tun.

00:22:14.000 --> 00:22:15.000
Katja Tressel: Ja.

00:22:16.000 --> 00:22:21.000
Katja Tressel: Man trägt dann die Welt auf seinen Schultern und auch das Lob der Welt. Das ist schon ganz schön viel.

00:22:16.000 --> 00:22:17.000
Julia Pouly: und.

00:22:19.000 --> 00:22:19.000
Julia Pouly: Genau.

00:22:22.000 --> 00:22:26.000
Julia Pouly: und also, ich sehe das auch viel, gerade irgendwie.

00:22:26.000 --> 00:22:29.000
Julia Pouly: Auch Wenn das jetzt also in Familien sind, das oft die Mütter.

00:22:29.000 --> 00:22:34.000
Julia Pouly: Die das auch das Gefühl haben, alles Sie müssen alles kontrollieren, alles mit reinmachen, weil da hängt es dann dran.

00:22:34.000 --> 00:22:35.000
Katja Tressel: Mhm.

00:22:35.000 --> 00:22:38.000
Julia Pouly: Wenn Sie nicht morgens aufstehen, dann geht der ganze Familien.

00:22:38.000 --> 00:22:42.000
Julia Pouly: Alltag den Bach runter. und so, man ist da alles drin.

00:22:42.000 --> 00:22:43.000
Julia Pouly: und übernimmt dann.

00:22:43.000 --> 00:22:46.000
Julia Pouly: Alles und hat natürlich auch dann richtig großen mental load.

00:22:46.000 --> 00:22:51.000
Julia Pouly: und viel zu tun und ist natürlich dann, was in der nächsten Folge kommt, auch schnell ein bisschen.

00:22:51.000 --> 00:22:54.000
Julia Pouly: Unzufrieden mit. Vielleicht.

00:22:52.000 --> 00:22:53.000
Katja Tressel: Mhm.

00:22:53.000 --> 00:22:54.000
Katja Tressel: Ja.

00:22:54.000 --> 00:22:55.000
Julia Pouly: Die.

00:22:55.000 --> 00:22:56.000
Julia Pouly: Einem so viel Aufhalsen.

00:22:58.000 --> 00:23:00.000
Julia Pouly: und andererseits möchte ich auch nochmal zu sagen, wenn man.

00:23:00.000 --> 00:23:02.000
Julia Pouly: Alles.

00:23:02.000 --> 00:23:06.000
Julia Pouly: Also wenn man im positiven Sinne aber auch sagt, ich habe alles Beeinflusse.

00:23:06.000 --> 00:23:08.000
Julia Pouly: Ich meine von dem anderen, wenn ich.

00:23:08.000 --> 00:23:11.000
Julia Pouly: Jetzt alles abgebe und sage, ich habe keine Kontrolle.

00:23:11.000 --> 00:23:15.000
Julia Pouly: Kann ich natürlich auch in dem positiven Sinne nicht davon lernen. Also wenn ich.

00:23:15.000 --> 00:23:17.000
Julia Pouly: Ich kann da nicht unterscheiden, was.

00:23:16.000 --> 00:23:16.000
Katja Tressel: Ja.

00:23:17.000 --> 00:23:20.000
Julia Pouly: Sollte ich wieder so tun? Was lohnt sich.

00:23:20.000 --> 00:23:22.000
Julia Pouly: Oder wo habe ich vielleicht einen Fehler gemacht?

00:23:22.000 --> 00:23:23.000
Katja Tressel: Hm.

00:23:22.000 --> 00:23:28.000
Julia Pouly: und kann da irgendwie diese Nuance das so was ist meine Verantwortung? und wo habe ich jetzt einfach Glück gehabt.

00:23:28.000 --> 00:23:37.000
Katja Tressel: und ich lerne auch gar nicht meine Selbstwirksamkeit kennen, und wir wissen auch, dass Selbstwirksamkeit ja auch ein großer Bestandteil von psychischer Gesundheit ist.

00:23:37.000 --> 00:23:42.000
Katja Tressel: Zu wissen, Was kann ich? Was? Wo bin ich gut? Wo kann ich was bewirken.

00:23:42.000 --> 00:23:49.000
Katja Tressel: Das würde dann ja auch alles verloren gehen. Wenn ich alles extern einem externen locus of control zuschreibe.

00:23:50.000 --> 00:23:53.000
Julia Pouly: Ja. und das macht es so schwierig, weil man halt das nicht einfach so verschreiben kann.

00:23:53.000 --> 00:23:54.000
Katja Tressel: Mhm.

00:23:54.000 --> 00:23:54.000
Katja Tressel: Ja.

00:23:54.000 --> 00:23:58.000
Julia Pouly: Um das auch so abzuzwingen. Es ist immer gut, das zu hinterfragen. Also auch zum Beispiel, wenn man.

00:23:58.000 --> 00:24:00.000
Julia Pouly: Große Erfolgsgeschichten hört.

00:23:59.000 --> 00:24:00.000
Katja Tressel: Ja.

00:24:00.000 --> 00:24:03.000
Julia Pouly: Also einmal gibt es ja auch so, Den heißt das Gewinner. Bier.

00:24:03.000 --> 00:24:05.000
Julia Pouly: Also, wenn wir jetzt.

00:24:05.000 --> 00:24:07.000
Julia Pouly: Schauen und dann größer, irgendwie.

00:24:05.000 --> 00:24:14.000
Katja Tressel: Also, wir sehen genau wie es bei den Publication bei ist. Es werden die Erfolgsgeschichten erzählt, aber die Missachs-folgsgeschichten werden eben nicht erzählt.

00:24:10.000 --> 00:24:10.000
Julia Pouly: Genau.

00:24:14.000 --> 00:24:20.000
Julia Pouly: Genau, wir sehen die großen Popstars und wo die das geschafft haben. und wir hören selten von den eine Million von Leuten, die auch.

00:24:20.000 --> 00:24:25.000
Julia Pouly: Groß als Sänger da irgendwie erfolgreich sein wollen, Aber von denen kriegen wir nicht. Die Geschichte.

00:24:21.000 --> 00:24:22.000
Katja Tressel: Ja.

00:24:24.000 --> 00:24:25.000
Katja Tressel: Hm.

00:24:25.000 --> 00:24:28.000
Julia Pouly: Oder auch irgendwie Unternehmensgründungen usw.

00:24:27.000 --> 00:24:28.000
Katja Tressel: Genau.

00:24:28.000 --> 00:24:29.000
Julia Pouly: und dort.

00:24:29.000 --> 00:24:33.000
Julia Pouly: Es macht sich halt auch gut. Es ist gut zu verkaufen. Es ist spannend, wenn wir halt so eine.

00:24:33.000 --> 00:24:38.000
Julia Pouly: So einen Helden. Da haben eine Heldin, die das alles nur von sich aus geschafft hat, die da vormacht, was man zu tun hat.

00:24:38.000 --> 00:24:38.000
Katja Tressel: Ja.

00:24:39.000 --> 00:24:40.000
Julia Pouly: und wo mir dann die.

00:24:39.000 --> 00:24:43.000
Katja Tressel: und vielleicht auch ausblendet, was alles schiefgelaufen ist auf dem Weg.

00:24:40.000 --> 00:24:41.000
Julia Pouly: So.

00:24:42.000 --> 00:24:43.000
Julia Pouly: Genau.

00:24:43.000 --> 00:24:44.000
Katja Tressel: Ich.

00:24:43.000 --> 00:24:48.000
Julia Pouly: Genau die Rückschläge werden dann vielleicht nochmal irgendwie dramatischer, dann irgendwie geschehen. Aber es wird dann.

00:24:49.000 --> 00:25:01.000
Julia Pouly: Glück und Zufall wird irgendwie ausgeblendet, dann vielleicht auch irgendwie, dass die äußeren Umstände, dass jemand einfach in Kreisen verkehrt, wo Halt Leute sind, die einem da helfen, moderieren, sodass die vielleicht irgendwie einen ganz anderen.

00:24:51.000 --> 00:24:52.000
Katja Tressel: Hm.

00:24:58.000 --> 00:24:59.000
Katja Tressel: Ja.

00:25:01.000 --> 00:25:06.000
Julia Pouly: Finanziellen Hintergrund haben, wo sie sie da risikoreicher auch agieren können usw.

00:25:06.000 --> 00:25:08.000
Julia Pouly: Das wird oft.

00:25:08.000 --> 00:25:09.000
Julia Pouly: In den Geschichten, dann.

00:25:10.000 --> 00:25:13.000
Julia Pouly: Nicht wirklich nuanciert, dann dargestellt.

00:25:13.000 --> 00:25:13.000
Katja Tressel: Ja.

00:25:14.000 --> 00:25:21.000
Julia Pouly: und das ist meistens auch keine böse Absicht, sondern das ist dann wirklich auch der Glaube daran. und so viele Leute brauchen das ja auch nicht. Ich habe was geschafft.

00:25:21.000 --> 00:25:22.000
Julia Pouly: und ich bin da stolz drauf.

00:25:21.000 --> 00:25:22.000
Katja Tressel: Ja.

00:25:22.000 --> 00:25:26.000
Julia Pouly: und es braucht einiges an Reflexion und Ehrlichkeit, dann zu sehen. So ja.

00:25:25.000 --> 00:25:26.000
Katja Tressel: Hm.

00:25:26.000 --> 00:25:30.000
Julia Pouly: Mein Anteil war wichtig und wertvoll, und ich bin stolz auf mich.

00:25:29.000 --> 00:25:30.000
Katja Tressel: Ja.

00:25:30.000 --> 00:25:31.000
Julia Pouly: Aber.

00:25:31.000 --> 00:25:36.000
Julia Pouly: Ehrlich gesagt habe ich auch einfach total viel Glück gehabt. Ich bin aus einer privilegierten Position gestartet.

00:25:36.000 --> 00:25:37.000
Katja Tressel: Ja.

00:25:36.000 --> 00:25:39.000
Julia Pouly: und meine Geschichte kann vielleicht nicht.

00:25:39.000 --> 00:25:42.000
Julia Pouly: Für alle allgemein sozusagen als Vorbild gelten.

00:25:42.000 --> 00:25:46.000
Katja Tressel: Ja. Deswegen. Also, ich hoffe, ich greife dir da nicht vor. Deswegen finde ich es wichtig.

00:25:46.000 --> 00:25:51.000
Katja Tressel: Sich immer wieder zu fragen: Was ist mein eigener Anteil und was.

00:25:51.000 --> 00:25:56.000
Katja Tressel: Wie war die Umgebung? Wie war die Situation? Wer war noch beteiligt und wie.

00:25:56.000 --> 00:25:58.000
Katja Tressel: Um Halt ein.

00:25:58.000 --> 00:26:02.000
Katja Tressel: Ein Gesamtbild zu bekommen von Erfolg oder Misserfolg.

00:26:03.000 --> 00:26:08.000
Julia Pouly: Genau. und also, das kann ja irgendwie erleichternd sein. Man kann dafür auch dankbar sein. und was sagt so, Oh.

00:26:09.000 --> 00:26:10.000
Julia Pouly: Richtig.

00:26:10.000 --> 00:26:17.000
Julia Pouly: Glück gehabt. und so. Also, es sind ja viele Sachen, wo wir dann auch, wo man auch denkt, so jetzt auch, dass wir beide uns zum Beispiel gefunden haben, dass wir gleichzeitig.

00:26:15.000 --> 00:26:16.000
Katja Tressel: Ja.

00:26:17.000 --> 00:26:22.000
Julia Pouly: Irgendwie dann an der Fernuni studiert hatten, damals und gleichzeitig dieses Seminar gebucht haben usw.

00:26:17.000 --> 00:26:18.000
Katja Tressel: Ja.

00:26:22.000 --> 00:26:24.000
Julia Pouly: Das sind ja viele Zufälle.

00:26:23.000 --> 00:26:24.000
Katja Tressel: Ja.

00:26:24.000 --> 00:26:29.000
Julia Pouly: Die dann unser Leben zusammengeführt haben. und auch bei den meisten Beziehungen ist das ja irgendwie.

00:26:30.000 --> 00:26:34.000
Julia Pouly: Ja also überhaupt, dass wir überhaupt geboren worden ist, ja auch schon irgendwie ein großer Zufall.

00:26:32.000 --> 00:26:40.000
Katja Tressel: Das ist ja schon ein Riesenglück, weil ja alle unsere Vorfahren alles Mögliche überlebt haben. Es fasziniert mich immer wieder.

00:26:39.000 --> 00:26:46.000
Julia Pouly: Ja. und das eine Spermium. Also dieses statistische also, das überfordert uns ja oft.

00:26:40.000 --> 00:26:41.000
Katja Tressel: Ja.

00:26:42.000 --> 00:26:43.000
Katja Tressel: Ja, genau.

00:26:46.000 --> 00:26:47.000
Katja Tressel: Ja.

00:26:46.000 --> 00:26:48.000
Julia Pouly: Dann einfach das so zu sehen. So.

00:26:48.000 --> 00:26:52.000
Julia Pouly: Wow. Also, es ist einfach unglaublich viel Zufall, Da.

00:26:52.000 --> 00:26:53.000
Katja Tressel: Ja.

00:26:53.000 --> 00:26:54.000
Julia Pouly: und.

00:26:54.000 --> 00:26:58.000
Julia Pouly: Wo sind wir dankbar, Oder dann auch einfach, Sagen wir es. Okay, Pech gehabt.

00:26:58.000 --> 00:27:01.000
Julia Pouly: und wo haben wir wirklich irgendwie eine.

00:27:02.000 --> 00:27:06.000
Julia Pouly: Jetzt fällt mir das Wort nicht an, da eine Wirksamkeit.

00:27:06.000 --> 00:27:08.000
Katja Tressel: Ist.

00:27:06.000 --> 00:27:07.000
Julia Pouly: Ja.

00:27:07.000 --> 00:27:08.000
Julia Pouly: Vielen Dank.

00:27:09.000 --> 00:27:10.000
Julia Pouly: Genau.

00:27:10.000 --> 00:27:18.000
Julia Pouly: Jetzt haben wir ja meistens so jetzt ein bisschen so die Sachen beschrieben, die halt einfach sind. Naja, Strenge ich mich jetzt an, übe ich jetzt meinen.

00:27:18.000 --> 00:27:21.000
Julia Pouly: Mein Instrument usw.

00:27:21.000 --> 00:27:26.000
Julia Pouly: Aber oft haben wir ja auch diese Kontrolle. und die Sachen, die wir machen, geht meistens ja noch tiefer, und manchmal auch.

00:27:27.000 --> 00:27:32.000
Julia Pouly: Wo wir wirklich das körperlich auch spüren und wo wir auch versuchen, selber unser Nervensystem da zu regulieren.

00:27:33.000 --> 00:27:36.000
Julia Pouly: Weil dieses Gefühl, Kontrolle zu verlieren.

00:27:36.000 --> 00:27:39.000
Julia Pouly: Bringt uns oft körperlich richtig in Stress.

00:27:39.000 --> 00:27:40.000
Katja Tressel: Mhm.

00:27:39.000 --> 00:27:42.000
Julia Pouly: Wenn was anders läuft, als wir das wollen.

00:27:42.000 --> 00:27:42.000
Katja Tressel: Ja.

00:27:42.000 --> 00:27:43.000
Julia Pouly: Oder.

00:27:43.000 --> 00:27:44.000
Julia Pouly: Klassisch auch weiß, nicht.

00:27:44.000 --> 00:27:49.000
Julia Pouly: Braut und Bräutigam am Hochzeitstag und die dunklen Wolken am Himmel und so.

00:27:44.000 --> 00:27:45.000
Katja Tressel: Hm.

00:27:49.000 --> 00:27:55.000
Julia Pouly: Wo man ja einfach sagen könnte: so ja, Wetter kann man nichts machen. Ist jetzt so.

00:27:54.000 --> 00:27:55.000
Katja Tressel: Mhm.

00:27:56.000 --> 00:28:00.000
Julia Pouly: Aber es stresst dann. und was kann man machen? und eigentlich wollten wir doch draußen und so.

00:27:59.000 --> 00:28:00.000
Katja Tressel: Hm.

00:28:00.000 --> 00:28:04.000
Julia Pouly: Auch diese Reibung. Ich wollte das anders. und das ist jetzt nicht so wie ich das will.

00:28:02.000 --> 00:28:03.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:03.000 --> 00:28:17.000
Katja Tressel: Wie bewerten wir die Situation? und je mehr die von unseren Erwartung und von unserem Sollwert abweicht, desto gestresster sind wir erst mal.

00:28:17.000 --> 00:28:23.000
Katja Tressel: und wenn wir dann auch noch das Gefühl haben, wir haben keine Bewältigungsmöglichkeiten. Wir haben unsere Fähigkeiten.

00:28:23.000 --> 00:28:29.000
Katja Tressel: und Ressourcen reichen nicht aus, um die Situation erfolgreich zu bewältigen. Dann passiert richtig. Stress im Körper.

00:28:31.000 --> 00:28:36.000
Julia Pouly: und da klammern wir uns dann ja gerne an Sachen, die uns dann irgendwie so eine Pseudokontolle auch geben.

00:28:35.000 --> 00:28:35.000
Katja Tressel: Mhm.

00:28:36.000 --> 00:28:37.000
Julia Pouly: Also, es ist zum Beispiel auch.

00:28:37.000 --> 00:28:40.000
Julia Pouly: So. Also, ich kenne das auch von mir.

00:28:40.000 --> 00:28:42.000
Julia Pouly: Wenn man sich nur genug Sorgen macht.

00:28:42.000 --> 00:28:48.000
Julia Pouly: Dann hat man auch schon kontrolliert. Man kann dann die genau alles durchdenken und so und hat dadurch auch so eine Illusion von Kontrolle.

00:28:46.000 --> 00:28:47.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:48.000 --> 00:28:49.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:48.000 --> 00:28:51.000
Julia Pouly: Weil ich hab das durchdacht. Ich habe die worst Cases überdacht und so.

00:28:49.000 --> 00:28:50.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:50.000 --> 00:28:51.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:51.000 --> 00:28:57.000
Julia Pouly: Wenn ich mir jetzt keine Sorgen mache und so, dann bin ich nicht vorbereitet. Ich habe dann nochmal Kontrolle abgegeben.

00:28:54.000 --> 00:28:55.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:56.000 --> 00:28:57.000
Katja Tressel: Ja.

00:28:58.000 --> 00:28:59.000
Julia Pouly: Oder.

00:28:59.000 --> 00:29:01.000
Julia Pouly: Ja, auch ich.

00:29:01.000 --> 00:29:05.000
Julia Pouly: Weiß nicht oder mache jetzt einen Regentanz oder sowas, oder? Wenn ich mich nur irgendwie.

00:29:03.000 --> 00:29:04.000
Katja Tressel: Ja.

00:29:05.000 --> 00:29:09.000
Julia Pouly: Ist jetzt ein schwieriges Thema, so ein Thema Religion, und so.

00:29:07.000 --> 00:29:13.000
Katja Tressel: Na ja, gut, wenn ich mich bewege, dann habe ich zumindest schon mal die Anspannung aus dem Körper abgebaut, was ja bei.

00:29:14.000 --> 00:29:21.000
Katja Tressel: Bei starker Stressreaktion schon erst mal gut ist. Vielleicht ist der Regentanz zumindest hilfreich, dann auch meine Spannung abzubauen.

00:29:21.000 --> 00:29:26.000
Katja Tressel: Mein parasympathisches System wieder zu aktivieren, in die Entspannung und Handlungsfähigkeit zu kommen.

00:29:27.000 --> 00:29:32.000
Julia Pouly: Genau, oder dann auch weiß nicht. Ich mache dann irgendwie sonstige Rituale.

00:29:31.000 --> 00:29:32.000
Katja Tressel: Ja.

00:29:32.000 --> 00:29:39.000
Julia Pouly: Man kann am Ende in den Spiritualismus gehen, aber auch beten, würde ich jetzt auch sagen, ist auch eine Form, versuchen, Kontrolle zu bekommen. Ich.

00:29:39.000 --> 00:29:39.000
Katja Tressel: Ciao.

00:29:39.000 --> 00:29:42.000
Julia Pouly: Wende mich an eine dritte.

00:29:42.000 --> 00:29:43.000
Julia Pouly: Also Personen weiß nicht.

00:29:42.000 --> 00:29:44.000
Katja Tressel: Höhere Instanz.

00:29:43.000 --> 00:29:48.000
Julia Pouly: Eine höhere Instanz und hoffe, da wirkt jemand ein, und weil ich gesagt habe, bitte bitte.

00:29:48.000 --> 00:29:51.000
Julia Pouly: Fügt sich das dann irgendwie so zusammen?

00:30:01.000 --> 00:30:08.000
Katja Tressel: Dann fühle ich mich ja schon nicht mehr alleine, wenn ich bete, sondern dann habe ich ja schon jemanden, der mit mir mitfühlt.

00:30:05.000 --> 00:30:06.000
Julia Pouly: Ja.

00:30:08.000 --> 00:30:09.000
Katja Tressel: Du gibst es.

00:30:09.000 --> 00:30:09.000
Julia Pouly: Das.

00:30:09.000 --> 00:30:10.000
Julia Pouly: Bing. Also, das ist.

00:30:10.000 --> 00:30:14.000
Julia Pouly: Jetzt, so kann man debattieren, also je nachdem, ob man, glaube ich oder nicht, ob das, was.

00:30:14.000 --> 00:30:17.000
Julia Pouly: Bringt doch nicht. Was sich nicht leugnen lässt, ist.

00:30:15.000 --> 00:30:16.000
Katja Tressel: Hm.

00:30:17.000 --> 00:30:19.000
Julia Pouly: Das ist eine beruhigende.

00:30:18.000 --> 00:30:19.000
Katja Tressel: Ja.

00:30:19.000 --> 00:30:20.000
Julia Pouly: Komponente hat. Also.

00:30:20.000 --> 00:30:23.000
Julia Pouly: Ich kann mich damit runterregulieren.

00:30:23.000 --> 00:30:24.000
Katja Tressel: Genau.

00:30:24.000 --> 00:30:27.000
Julia Pouly: und davon einfach so profitieren, dass ich halt sage, So, ich.

00:30:27.000 --> 00:30:32.000
Julia Pouly: Kann, in dem Moment irgendwie nicht zu. Ich kann jetzt hab keine Wettermaschine.

00:30:32.000 --> 00:30:36.000
Julia Pouly: Aber ich hab, was woran ich mich festhalten kann, wo ich denn sozusagen, ich habe alles gemacht.

00:30:36.000 --> 00:30:39.000
Julia Pouly: Ich kann mich beruhigen, Mir hat jemand zugehört, jemand anders kümmert sich jetzt.

00:30:39.000 --> 00:30:40.000
Katja Tressel: Ja.

00:30:40.000 --> 00:30:41.000
Julia Pouly: Ich delegiere das jetzt nach oben.

00:30:40.000 --> 00:30:41.000
Katja Tressel: und.

00:30:41.000 --> 00:30:47.000
Katja Tressel: Man weiß auch, dass eine gute Spiritualität, das ist ja noch mal eine ganz eigene Serie wert.

00:30:47.000 --> 00:30:55.000
Katja Tressel: Aber, dass Menschen, die da wirklich getragen sind, in ihrer Spiritualität oder in ihrem Glauben.

00:30:55.000 --> 00:30:57.000
Katja Tressel: Auch gesünder und stabiler ist.

00:30:56.000 --> 00:30:56.000
Julia Pouly: Ja.

00:30:57.000 --> 00:30:59.000
Katja Tressel: Also psychisch Zeugen ist.

00:30:58.000 --> 00:31:03.000
Julia Pouly: Also, da kommt ja viel noch dazu, wo wir auch immer das soziale Eingebundenheit und sodass.

00:31:01.000 --> 00:31:01.000
Katja Tressel: Okay.

00:31:03.000 --> 00:31:08.000
Julia Pouly: Menschen, die regelmäßig in die Küche gehen, die gut eingebunden sind, irgendwie in ihre Kirchengemeinschaft.

00:31:08.000 --> 00:31:13.000
Julia Pouly: Die profitieren nicht nur von dem, was wir eben gesagt haben, aber auch dafür, in der Gemeinschaft zuzugehören.

00:31:13.000 --> 00:31:17.000
Julia Pouly: Leute da zu haben. und so, da gibt es viele Studien, die Halt belegen, dass es.

00:31:16.000 --> 00:31:17.000
Katja Tressel: Ja.

00:31:17.000 --> 00:31:21.000
Julia Pouly: Für das Wohlbefinden irgendwie viele, viele positive Sachen hat.

00:31:21.000 --> 00:31:22.000
Katja Tressel: Ja.

00:31:21.000 --> 00:31:23.000
Julia Pouly: Wenn man nicht an den falschen Priester gerät.

00:31:23.000 --> 00:31:24.000
Katja Tressel: Ja.

00:31:23.000 --> 00:31:24.000
Julia Pouly: Sag jetzt.

00:31:25.000 --> 00:31:26.000
Julia Pouly: Das ist.

00:31:26.000 --> 00:31:29.000
Julia Pouly: Entschuldigung.

00:31:28.000 --> 00:31:28.000
Katja Tressel: Ja.

00:31:29.000 --> 00:31:29.000
Katja Tressel: Ich.

00:31:30.000 --> 00:31:37.000
Katja Tressel: Ich habe jetzt gelacht, aber aufgrund Julias Gesichtsausdruck. Aber es ist natürlich kein Thema zum Lachen.

00:31:30.000 --> 00:31:31.000
Julia Pouly: Aber ja.

00:31:38.000 --> 00:31:40.000
Julia Pouly: Genau, aber es ist eine gute Überleitung.

00:31:40.000 --> 00:31:42.000
Julia Pouly: Zum Thema Traumata.

00:31:42.000 --> 00:31:43.000
Katja Tressel: Mhm.

00:31:42.000 --> 00:31:46.000
Julia Pouly: D.

00:32:11.000 --> 00:32:14.000
Julia Pouly: 제안은.

00:32:14.000 --> 00:32:16.000
Julia Pouly: Wenn ich.

00:32:16.000 --> 00:32:23.000
Julia Pouly: Gut gut aufpasse. Wenn ich diese Stimmungen von meinen Eltern mitbekomme, wenn ich frühzeitig merke, dass da irgendwie was kippt.

00:32:23.000 --> 00:32:33.000
Julia Pouly: Wenn ich selber dazu schaue, was kann ich tun, um die Stimmung gut zu halten, Dass ich angepasst bin, dass ich Brav bin, dass ich helfe, dass ich perfekt bin.

00:32:28.000 --> 00:32:29.000
Katja Tressel: Mhm.

00:32:33.000 --> 00:32:35.000
Julia Pouly: Kann ich kontrollieren.

00:32:35.000 --> 00:32:39.000
Julia Pouly: Ob jetzt vielleicht irgendwie der betrunkene Elternteil ausrastet, abends oder nicht.

00:32:39.000 --> 00:32:40.000
Katja Tressel: Was genau.

00:32:40.000 --> 00:32:46.000
Julia Pouly: Ob das wirklich so ist oder nicht, lässt sich streiten. Aber es ist auf jeden Fall dort oft dann so das Gefühl.

00:32:45.000 --> 00:32:46.000
Katja Tressel: Ja.

00:32:46.000 --> 00:32:52.000
Julia Pouly: und dann auch das, woran man sich klammert. Also ein Kind, was auch nicht selber aus der Situation kann. Es ist halt einfach irgendwie bei den Eltern.

00:32:53.000 --> 00:32:57.000
Julia Pouly: Dass man dann schaut, wo habe ich Kontrolle? Was kann ich tun?

00:32:56.000 --> 00:32:57.000
Katja Tressel: Ja.

00:32:57.000 --> 00:33:00.000
Julia Pouly: und damit auch die Verantwortung unternimmt.

00:33:01.000 --> 00:33:07.000
Julia Pouly: und dadurch kommen also nicht alle Menschen, die ein Kontrollbedürfnis haben, haben wirklich jetzt eine traumatische Kindheit gehabt, Das möchte ich nicht sagen, aber.

00:33:07.000 --> 00:33:11.000
Julia Pouly: Es gibt da auf jeden Fall Zusammenhänge, und das ist eine Art.

00:33:11.000 --> 00:33:15.000
Julia Pouly: Damit umzugehen und da irgendwie adaptiv mit den schlimmen Situationen umzugehen.

00:33:15.000 --> 00:33:27.000
Katja Tressel: und es gab ja auch, oder gibt es ja auch immer noch so Erziehungsmethoden, wo dann ein Elternteil sagt: Wenn du das jetzt machst, dann habe ich dich nicht mehr lieb. Oder? Wenn du das machst, habe ich dich lieb.

00:33:27.000 --> 00:33:30.000
Katja Tressel: Was halt für ein Kind schon brutal ist.

00:33:30.000 --> 00:33:31.000
Katja Tressel: Ja, weil.

00:33:30.000 --> 00:33:32.000
Julia Pouly: Guck mal. Jetzt weint die Mama.

00:33:31.000 --> 00:33:37.000
Katja Tressel: Das Kind.

00:33:32.000 --> 00:33:34.000
Julia Pouly: Du hast die Mama zum Wein gebracht.

00:33:37.000 --> 00:33:41.000
Katja Tressel: Passt sich dann an, kontrolliert sein Verhalten.

00:33:42.000 --> 00:33:44.000
Katja Tressel: In der Hoffnung, dass die Bindung.

00:33:44.000 --> 00:33:46.000
Katja Tressel: und die Liebe da bleibt.

00:33:46.000 --> 00:33:47.000
Katja Tressel: Ja.

00:33:48.000 --> 00:33:54.000
Julia Pouly: Genau. Also da Schematherapie sind da auch Sachen könnten da auch jetzt in die Bindungstheorie irgendwie gut mit ein.

00:33:54.000 --> 00:33:55.000
Katja Tressel: Mhm.

00:33:54.000 --> 00:33:55.000
Julia Pouly: Aber.

00:33:55.000 --> 00:34:01.000
Julia Pouly: Es kann eine Erklärung dafür sein, wo wir dann auch jetzt. Dann in der zweiten Folge, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

00:34:01.000 --> 00:34:03.000
Julia Pouly: Wo einfach das.

00:34:03.000 --> 00:34:05.000
Julia Pouly: Überlebenswichtig war.

00:34:05.000 --> 00:34:06.000
Katja Tressel: Mhm.

00:34:05.000 --> 00:34:06.000
Julia Pouly: Dass man.

00:34:06.000 --> 00:34:14.000
Julia Pouly: Kontrolle hat, dass man alles dafür tut, um da Einfluss zu haben, was irgendwie kommt, gerade angesichts mit irgendwie.

00:34:14.000 --> 00:34:16.000
Julia Pouly: Dramatischen, schlimmen.

00:34:16.000 --> 00:34:18.000
Julia Pouly: Erlebnissen.

00:34:18.000 --> 00:34:27.000
Katja Tressel: und so in meinem Erleben jetzt auch so. Als Coaching gibt es da auch so mehrere Ausprägungen, die eine, wo jemand sich extrem anpasst.

00:34:27.000 --> 00:34:36.000
Katja Tressel: und extrem mitgeht, wo man schon auch sehr aufpassen muss. Also, ein Lehrer von mir hat das Mal, als den braven Klienten oder brave Klientin.

00:34:37.000 --> 00:34:45.000
Katja Tressel: Bezeichnet, wo man denkt, man ist erfolgreich, man arbeitet eigentlich völlig an der Person vorbei, weil die ist so überangepasst ist, dass sie überhaupt so.

00:34:45.000 --> 00:34:49.000
Katja Tressel: An den Kern kommt, was eigentlich da ist.

00:34:50.000 --> 00:34:57.000
Katja Tressel: und dann gibt es wieder andere, die sehr den Prozess so kontrollieren wollen, also die das Gespräch wie an sich reißen.

00:34:58.000 --> 00:35:07.000
Katja Tressel: Um dann vielleicht auch unangenehmen Themen auszuweichen, ja also darüber Kontrolle ausüben wollen, und das ja auch oft gelingt, Wenn man da mitgeht.

00:35:07.000 --> 00:35:08.000
Katja Tressel: Ja.

00:35:09.000 --> 00:35:16.000
Julia Pouly: Also, ich find's total faszinierend. Also in welche diese Extreme auch einmal. Ich gebe alles ab. und so. Ich.

00:35:13.000 --> 00:35:14.000
Katja Tressel: Mhm.

00:35:16.000 --> 00:35:17.000
Julia Pouly: Bin hilflos. Tu alles für mich.

00:35:17.000 --> 00:35:18.000
Katja Tressel: Mhm.

00:35:17.000 --> 00:35:22.000
Julia Pouly: Oder es ist für meine Sicherheit und mein Sicherheitsgefühl.

00:35:22.000 --> 00:35:25.000
Julia Pouly: Elementar, dass ich weiß, ich habe alle Fäden in der Hand.

00:35:25.000 --> 00:35:26.000
Katja Tressel: Genau.

00:35:26.000 --> 00:35:31.000
Julia Pouly: und dass er wirklich dann auch so ein Gefühl von Bedrohung entstehen kann. Also wirklich, wenn ich.

00:35:30.000 --> 00:35:30.000
Katja Tressel: Ja.

00:35:31.000 --> 00:35:36.000
Julia Pouly: Es nicht kontrolliere und so passiert, passieren schlimme Dinge passieren unvorhergesehene Dinge. und so.

00:35:36.000 --> 00:35:37.000
Katja Tressel: Mhm.

00:35:37.000 --> 00:35:39.000
Julia Pouly: Es ist für mein Überleben wichtig.

00:35:39.000 --> 00:35:39.000
Katja Tressel: Ja.

00:35:39.000 --> 00:35:43.000
Julia Pouly: Dass ich alles kontrollieren, was ich kontrollieren kann.

00:35:42.000 --> 00:35:50.000
Katja Tressel: Ich bin selber jemand, der so einen Sitzplatz.

00:35:45.000 --> 00:35:46.000
Julia Pouly: Ja, ja.

00:35:51.000 --> 00:35:56.000
Katja Tressel: Zum Beispiel aussucht, auch wenn es eine super sichere Umgebung ist, aber dass ich die Tür sehe.

00:35:56.000 --> 00:36:04.000
Katja Tressel: Das haben vielleicht viele von euch. Da kann man auch so beim Coaching gucken. Welchen Stuhl wählt das gegenüber, das reinkommt?

00:36:05.000 --> 00:36:10.000
Katja Tressel: In so einer Praxis ist es ja im Grunde sicher.

00:36:05.000 --> 00:36:06.000
Julia Pouly: Mhm.

00:36:10.000 --> 00:36:13.000
Katja Tressel: Aber kann jemand so sitzen?

00:36:13.000 --> 00:36:15.000
Katja Tressel: Muss jemand einen Fluchtweg haben.

00:36:16.000 --> 00:36:16.000
Katja Tressel: Hm.

00:36:16.000 --> 00:36:20.000
Julia Pouly: und da finde ich das spannend, das dann zu reflektieren, Wenn man das merkt.

00:36:20.000 --> 00:36:21.000
Katja Tressel: Mhm.

00:36:21.000 --> 00:36:24.000
Julia Pouly: Es heißt ja nicht sofort, dass sich das auch ganz Doll ändern muss.

00:36:24.000 --> 00:36:25.000
Katja Tressel: Genau.

00:36:24.000 --> 00:36:27.000
Julia Pouly: Aber es gibt mir dann so ein bisschen so einen Spiegel. und so, man sagt so.

00:36:27.000 --> 00:36:29.000
Julia Pouly: Also ich viele Sachen.

00:36:29.000 --> 00:36:32.000
Julia Pouly: Spreche ich mich dafür aus, dass man die zu tut, wenn sie einem Sicherheit gibt.

00:36:32.000 --> 00:36:35.000
Julia Pouly: und wenn man auch weiß, das beruhigt mich. und so.

00:36:34.000 --> 00:36:35.000
Katja Tressel: Mhm.

00:36:36.000 --> 00:36:41.000
Julia Pouly: und natürlich kann man tiefer gehen. und woher kommt das? Oder kann man dann auch experimentieren? Heute setze ich mich mal anders.

00:36:41.000 --> 00:36:42.000
Katja Tressel: Mhm.

00:36:42.000 --> 00:36:48.000
Julia Pouly: und dann vielleicht die Erfahrung zu sammeln. So, Oh, es ging auch richtig gut. und ich war super fokussiert und so und war vielleicht nicht abgelenkt mit dem Kommen und Gehen.

00:36:48.000 --> 00:36:52.000
Julia Pouly: Es ist dann einfach spannend, wenn es dann eine bewusste Entscheidung ist.

00:36:51.000 --> 00:36:52.000
Katja Tressel: Ja.

00:36:52.000 --> 00:36:55.000
Julia Pouly: Anstatt dass es so automatisch und zwanghaft irgendwie.

00:36:55.000 --> 00:36:56.000
Katja Tressel: Genau.

00:36:55.000 --> 00:36:57.000
Julia Pouly: Rüberkommen.

00:36:56.000 --> 00:37:11.000
Katja Tressel: und dann, wie du sagst mal das ausprobieren, was anderes in der sicheren Umgebung und dann zu erleben. und da kommt jetzt wieder das Thema Achtsamkeit ins Spiel. Sich dabei zu beobachten, Was passiert denn in der einen Art und Weise, was zu tun, wenn ich das Gefühl habe, ich habe Kontrolle.

00:37:11.000 --> 00:37:15.000
Katja Tressel: und was passiert in einer anderen Weise? Wenn ich die Kontrolle abge.

00:37:16.000 --> 00:37:23.000
Katja Tressel: Mir fällt jetzt meine Rhythmus therapeutische Methode ein, wo es genau darum geht.

00:37:23.000 --> 00:37:29.000
Katja Tressel: Das auch zu provozieren, diesen Verlust von Kontrolle, wo man wirklich.

00:37:29.000 --> 00:37:35.000
Katja Tressel: Tiefer einsteigen. Aber wo man wirklich Impulse setzt, wo die Person dann aus dem Rhythmus fällt.

00:37:36.000 --> 00:37:48.000
Katja Tressel: und dann damit umgeht und aber gleichzeitig in so einem sicheren Feld eingebettet ist, dass ja auch immer wieder reinkommen kann in den Rhythmus. und dann findet so ein Lernen statt. Auch was passiert denn, wenn ich mal Rausfall ins Chaos.

00:37:48.000 --> 00:37:50.000
Katja Tressel: Tut sich die Erde auf.

00:37:50.000 --> 00:37:54.000
Katja Tressel: Oder kann ich zu mir kommen und wieder einen Weg rein finden.

00:37:55.000 --> 00:37:57.000
Julia Pouly: Also, es ist ja dieses Spannende so mit dem.

00:37:57.000 --> 00:38:01.000
Julia Pouly: Der absoluten Angst, was man hat, so konfrontiert zu werden.

00:38:01.000 --> 00:38:02.000
Katja Tressel: Ja.

00:38:01.000 --> 00:38:07.000
Julia Pouly: Wo er internal und auch vom Gefühl her und vom Körper sich das dann wirklich schnell anfühlen kann. So, oh Gott.

00:38:08.000 --> 00:38:09.000
Katja Tressel: Mhm.

00:38:08.000 --> 00:38:09.000
Julia Pouly: Todesgefahr.

00:38:10.000 --> 00:38:10.000
Katja Tressel: Ja.

00:38:10.000 --> 00:38:15.000
Julia Pouly: Um dann vorsichtig zu lernen. Ich kann das auch aushändeln, und es ist nicht so schlimm.

00:38:12.000 --> 00:38:13.000
Katja Tressel: Ja.

00:38:14.000 --> 00:38:15.000
Katja Tressel: Ja.

00:38:15.000 --> 00:38:20.000
Julia Pouly: und das ist, finde ich spannend. Also was ich jetzt so am Ende jetzt nochmal mitgeben will, dass einfach.

00:38:20.000 --> 00:38:23.000
Julia Pouly: Das wahrzunehmen, reflektieren und auszuprobieren.

00:38:23.000 --> 00:38:25.000
Julia Pouly: und wie geht es dann auch.

00:38:25.000 --> 00:38:26.000
Julia Pouly: Kann ich.

00:38:26.000 --> 00:38:28.000
Julia Pouly: Ich bin auch jemand eher der.

00:38:28.000 --> 00:38:30.000
Julia Pouly: Überplant, sage ich jetzt mal.

00:38:29.000 --> 00:38:30.000
Katja Tressel: Mhm.

00:38:30.000 --> 00:38:36.000
Julia Pouly: Also auch so, wenn man jetzt einen Urlaub oder ein Event oder irgendwas plant, oder ein Ausflug? Ich bin schimmernd.

00:38:36.000 --> 00:38:41.000
Julia Pouly: Dann auch guckt. und wo sind die Parkmöglichkeiten und sind da gerade noch andere Equipments usw.

00:38:39.000 --> 00:38:40.000
Katja Tressel: Mhm.

00:38:42.000 --> 00:38:49.000
Julia Pouly: und ich bin dann überrascht, zum Beispiel auch immer wieder, dass, wo mein Mann super optimistisch ist, zum Beispiel bei der Parkplatzsuche.

00:38:47.000 --> 00:38:48.000
Katja Tressel: Hm.

00:38:49.000 --> 00:38:52.000
Julia Pouly: Immer dann auch einen Parkplatz findet.

00:38:50.000 --> 00:38:52.000
Katja Tressel: Machst du nett.

00:38:52.000 --> 00:39:00.000
Julia Pouly: Wo ich mich dann manchmal so ein bisschen ärgere, wo ich denke. So, oh, ich fände das jetzt mal gerecht, dass es dann wirklich, wir dann irgendwie 2 h extra brauchen und müssten die ganze Zeit wegfahren. Weil habe ich doch gesagt.

00:38:57.000 --> 00:38:58.000
Katja Tressel: Ja.

00:38:59.000 --> 00:39:00.000
Katja Tressel: Ist.

00:39:00.000 --> 00:39:08.000
Katja Tressel: Ja, das ist auch. Man macht sich dann unglaublich viel Mühe, alles vorzubereiten. und dann kommt das Leben.

00:39:02.000 --> 00:39:03.000
Julia Pouly: und dann.

00:39:08.000 --> 00:39:19.000
Katja Tressel: und plötzlich ist alles anders. und dann hat man ja auch irgendwie Zeit vergeudet. Also, mir geht das persönlich so, wenn das passiert, und dann ärgere ich mich, weil ich denke, jetzt habe ich mich so angestrengt, und das hat.

00:39:19.000 --> 00:39:22.000
Katja Tressel: Andere haben jetzt meine Pläne durchkreuzt.

00:39:22.000 --> 00:39:27.000
Julia Pouly: Genau. und das finde ich. Also hatte ich auch selber viel an mir gearbeitet, also dieses.

00:39:27.000 --> 00:39:31.000
Julia Pouly: Zu gucken, dass man seine Ressourcen auch sinnvoll einsetzt, wie du halt meinst.

00:39:31.000 --> 00:39:37.000
Julia Pouly: und wo ist es jetzt irgendwie sinnvoll? Was ist jetzt irgendwie wichtig? Wo ist Planung angesagt? Wo ist Ne.

00:39:35.000 --> 00:39:35.000
Katja Tressel: Hm.

00:39:36.000 --> 00:39:37.000
Katja Tressel: Ja.

00:39:37.000 --> 00:39:38.000
Julia Pouly: Kostüm angesagt.

00:39:39.000 --> 00:39:42.000
Julia Pouly: und wo ist es dann Einfach nur irgendwie.

00:39:42.000 --> 00:39:45.000
Julia Pouly: Ja so ein Versuch an Kontrolle. So ne ich.

00:39:44.000 --> 00:39:44.000
Katja Tressel: Hm.

00:39:45.000 --> 00:39:46.000
Julia Pouly: Wo ich ja nicht weiß.

00:39:46.000 --> 00:39:50.000
Julia Pouly: Wie die anderen Menschen sich verhalten, was da genau auf mich zukommt.

00:39:50.000 --> 00:39:53.000
Julia Pouly: und da dann bewusst sein kann, So, Nee. Ich lasse mich jetzt auf. Ich kann abwägen.

00:39:53.000 --> 00:39:57.000
Julia Pouly: Lohnt sich, da jetzt die Kontrolle an mich zu reißen.

00:39:57.000 --> 00:39:58.000
Katja Tressel: Ja.

00:39:57.000 --> 00:40:01.000
Julia Pouly: Oder ist das eigentlich nur ich, die mir irgendwie meine Baseball Kappe Vorm Fernseher irgendwie da zurecht rückt?

00:40:00.000 --> 00:40:02.000
Katja Tressel: Genau.

00:40:01.000 --> 00:40:06.000
Julia Pouly: Also ist das, was ich tue. Hat das wirklich Einfluss auf was kommt.

00:40:06.000 --> 00:40:07.000
Katja Tressel: Mhm.

00:40:07.000 --> 00:40:12.000
Julia Pouly: Oder ist das nur, was wo ich mich irgendwie dran klammere? und wenn man genau dran hört, das ist schon ein bisschen bisschen süß.

00:40:12.000 --> 00:40:12.000
Katja Tressel: Ja.

00:40:12.000 --> 00:40:18.000
Julia Pouly: Diese Überschätzung von der eigenen Einfluss auf die Welt.

00:40:15.000 --> 00:40:16.000
Katja Tressel: Ja.

00:40:18.000 --> 00:40:23.000
Katja Tressel: und da ist so gerade zum Thema überplanen. und so, dann merke ich.

00:40:23.000 --> 00:40:30.000
Katja Tressel: Neigte auch zum totalen Überplanen und bis ins Detail und die nächsten 10 Jahre am besten minutiös.

00:40:30.000 --> 00:40:36.000
Katja Tressel: Jetzt bin ich gerade im anderen extrem merke. Das ist auch nicht gut. Ich brauche ein bisschen mehr Struktur.

00:40:36.000 --> 00:40:41.000
Katja Tressel: Aber was ich gelernt habe, auch in den letzten Jahren ist, was viel wichtiger ist, ist.

00:40:41.000 --> 00:40:46.000
Katja Tressel: Innerlich stabil zu sein. Zum einen zu wissen, Was kann ich.

00:40:46.000 --> 00:40:51.000
Katja Tressel: und aber auch was ist mir wichtig? Weil, dann kann ich viel eher im Moment entscheiden.

00:40:51.000 --> 00:41:03.000
Katja Tressel: Gehe ich da, jetzt links rum oder rechts rum, geh ich da mit oder setz ich da eine Grenze. und Dann habe ich im Moment aber auch wieder eine Kontrolle, ohne dass ich alles vorplanen muss, was einfach nicht planbar ist.

00:41:04.000 --> 00:41:10.000
Julia Pouly: Genau diese Abwägung, dass es eine bewusste Entscheidung ist und nicht so ein Default-mode. und ich muss jetzt alles.

00:41:06.000 --> 00:41:07.000
Katja Tressel: Das ist.

00:41:10.000 --> 00:41:11.000
Katja Tressel: Ja.

00:41:10.000 --> 00:41:12.000
Julia Pouly: Sondern wirklich.

00:41:12.000 --> 00:41:14.000
Julia Pouly: Wo lasse ich los, Wo.

00:41:14.000 --> 00:41:14.000
Katja Tressel: Ja.

00:41:14.000 --> 00:41:18.000
Julia Pouly: Bin ich auch vielleicht vorsichtig optimistisch oder lege mich dem auf.

00:41:17.000 --> 00:41:18.000
Katja Tressel: So.

00:41:18.000 --> 00:41:19.000
Julia Pouly: und.

00:41:19.000 --> 00:41:25.000
Julia Pouly: Das ist ja auch dann irgendwie, wenn wir davon ausgehen, so ja, das wird schon gut werden. So, Ich habe.

00:41:25.000 --> 00:41:30.000
Julia Pouly: Da irgendwie vertrauen, dass irgendwie auch die Menschen, die involviert sind, da irgendwie das Beste wollen.

00:41:26.000 --> 00:41:27.000
Katja Tressel: Ja.

00:41:30.000 --> 00:41:32.000
Julia Pouly: Dass das irgendwie sucht, ist und.

00:41:32.000 --> 00:41:33.000
Katja Tressel: Ist.

00:41:33.000 --> 00:41:38.000
Julia Pouly: Man kommt da viel schnell an. So Themen auch dran. Auch Perfektionismus.

00:41:38.000 --> 00:41:39.000
Julia Pouly: Wieder. Ne. Also.

00:41:39.000 --> 00:41:40.000
Katja Tressel: Genau.

00:41:39.000 --> 00:41:41.000
Julia Pouly: Es geht immer wieder um dieses.

00:41:40.000 --> 00:41:40.000
Katja Tressel: Das ist.

00:41:41.000 --> 00:41:45.000
Julia Pouly: Oh, was passiert, werde ich abgelenkt, abgelehnt.

00:41:45.000 --> 00:41:46.000
Katja Tressel: Mhm.

00:41:45.000 --> 00:41:52.000
Julia Pouly: Es liegt alles an mir. und wenn ich mich nur genug anstrenge, dann wird alles toll. und wenn das nicht toll wird und perfekt wird und so dann.

00:41:52.000 --> 00:41:53.000
Katja Tressel: Mhm.

00:41:52.000 --> 00:41:57.000
Julia Pouly: Katastrophe, und ich werde abgelehnt und ich verliere meinen Job und lebe auf der Straße usw.

00:41:57.000 --> 00:41:57.000
Katja Tressel: Ja.

00:41:57.000 --> 00:42:01.000
Katja Tressel: Ja, dass, wenn das katastrophale Denken dann noch dazukommt, dann.

00:42:02.000 --> 00:42:07.000
Katja Tressel: Also, wenn man nur so in die pessimistische Richtung dann abdriftet mit dem Denken.

00:42:02.000 --> 00:42:03.000
Julia Pouly: Genau.

00:42:08.000 --> 00:42:10.000
Julia Pouly: und ich denke, das ist einfach.

00:42:10.000 --> 00:42:18.000
Julia Pouly: Einen Prozess. Also wo man immer wieder auch übt und braucht. Auch zum Beispiel: Kann ich delegieren? Kann ich Kontrolle an jemand anders abgeben, kann ich Entscheidungen abgeben.

00:42:18.000 --> 00:42:21.000
Julia Pouly: und kann ich dann aber auch damit leben, wenn der andere.

00:42:21.000 --> 00:42:25.000
Julia Pouly: Eine in meinem Sinne sozusagen falsche Entscheidung trifft. Wenn irgendwie.

00:42:25.000 --> 00:42:29.000
Julia Pouly: Was rauskommt, irgendwie nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe.

00:42:26.000 --> 00:42:27.000
Katja Tressel: Genau.

00:42:28.000 --> 00:42:29.000
Katja Tressel: Mhm.

00:42:29.000 --> 00:42:34.000
Julia Pouly: Bin ich dann zu sehr so im Tunnel. So, Oh ja, ich hätte das viel besser gemacht, und eigentlich sollte es so sein.

00:42:32.000 --> 00:42:33.000
Katja Tressel: Mhm.

00:42:34.000 --> 00:42:41.000
Julia Pouly: Oder kann ich sozusagen mich öffnen und dann die Erfahrung so annehmen, vielleicht auch positive Aspekte sehen, die mir sonst irgendwie verschleiert werden.

00:42:37.000 --> 00:42:38.000
Katja Tressel: Ja.

00:42:38.000 --> 00:42:39.000
Katja Tressel: Ja.

00:42:41.000 --> 00:42:42.000
Katja Tressel: Ist.

00:42:42.000 --> 00:42:44.000
Julia Pouly: und das ist einfach so.

00:42:44.000 --> 00:42:48.000
Julia Pouly: Was so viel Fingerspitzengefühl und Reflexion Irgendwie braucht.

00:42:48.000 --> 00:42:50.000
Julia Pouly: Dann zu gucken.

00:42:49.000 --> 00:42:49.000
Katja Tressel: Ja.

00:42:50.000 --> 00:42:55.000
Julia Pouly: Wo kann ich jetzt üben, auch auszuhalten, Unsicherheit aushalten und so.

00:42:55.000 --> 00:42:57.000
Julia Pouly: Wo kann ich auch irgendwie.

00:42:57.000 --> 00:42:57.000
Julia Pouly: Ja.

00:42:57.000 --> 00:43:06.000
Julia Pouly: Mich lösen von dem, was ich unbedingt wollte, was mein Ziel irgendwie war. Wo kann ich mich öffnen, auch für vielleicht andere Freuden, die ich sonst irgendwie verpasst hätte.

00:43:06.000 --> 00:43:16.000
Katja Tressel: und dann wird auch so dieses sein. Im gegenwärtigen Augenblick einfacher. Wenn ich immer versuche zu kontrollieren, dann bin ich im Grunde.

00:43:07.000 --> 00:43:08.000
Julia Pouly: Hatte.

00:43:16.000 --> 00:43:18.000
Katja Tressel: Verhaftet in der Zukunft.

00:43:18.000 --> 00:43:20.000
Katja Tressel: Ich will ja oft was kontrollieren, was.

00:43:20.000 --> 00:43:24.000
Katja Tressel: Was noch nicht da ist. Durch so Vorplanungen, zum Beispiel.

00:43:24.000 --> 00:43:26.000
Julia Pouly: Genau, ja.

00:43:24.000 --> 00:43:30.000
Katja Tressel: und dann verpasse ich eben das, was du sagst. Die Erfahrung im gegenwärtigen Augenblick.

00:43:26.000 --> 00:43:26.000
Julia Pouly: Man ist nicht.

00:43:30.000 --> 00:43:35.000
Katja Tressel: und das ist ja aber eigentlich das, was Leben ausmacht, weil Handeln gar nicht sowieso nur im Moment.

00:43:36.000 --> 00:43:40.000
Katja Tressel: Ich kann jetzt entscheiden, was ich mache, und dann wieder jetzt und wieder jetzt.

00:43:40.000 --> 00:43:44.000
Katja Tressel: Ich kann mir überlegen, was ich vielleicht morgen machen würde, aber ob das dann so kommt.

00:43:44.000 --> 00:43:47.000
Katja Tressel: Da habe ich einfach keinen Einfluss oder wenig Einfluss drauf.

00:43:48.000 --> 00:43:51.000
Julia Pouly: Du hast nur nicht genug kontrolliert, sonst hättest du.

00:43:49.000 --> 00:43:59.000
Katja Tressel: Ja genau sonst wüsste ich, sonst ginge das. Es gibt so ein schönes Modell von dem Stephen Corey. Da gibt es of Highy Successful people. Ich weiß den deutschen Titel jetzt nicht.

00:43:51.000 --> 00:43:52.000
Julia Pouly: Nein.

00:44:00.000 --> 00:44:10.000
Katja Tressel: Der hat ein circle of Influence und Circle of Concern. Also, das sind 2 konzentrische Kreise der Circle of Influence. Also was ich beeinflussen kann, ist der innere kleine Kreis. und.

00:44:11.000 --> 00:44:17.000
Katja Tressel: Circle of Concernus, Der äußere Kreis also, wo ich überall Bedenken trage, sozusagen.

00:44:17.000 --> 00:44:22.000
Katja Tressel: und das sind die Dinge, die ich in der Regel nicht beeinflussen kann und wir seiner Aussage nach.

00:44:22.000 --> 00:44:28.000
Katja Tressel: Strampeln sich Menschen oft in diesem Bereich des äußeren Kreises Ab.

00:44:28.000 --> 00:44:35.000
Katja Tressel: und vernachlässigen dabei das, was sie wirklich beeinflussen können. Die sind so im Kopf, dann immer in dem, was machen andere, und was.

00:44:36.000 --> 00:44:40.000
Katja Tressel: Wie müssten andere sich verhalten, damit mein Leben perfekt wäre?

00:44:41.000 --> 00:44:46.000
Katja Tressel: und vernachlässigen dabei aber, was sie selber kontrollieren könnten. und er sagt.

00:44:46.000 --> 00:44:55.000
Katja Tressel: Je mehr du dich auf diesen Einflusskreis konzentrierst, Also wirklich auf das fokussierst, was du beeinflussen und kontrollieren kannst, desto größer wird der auch.

00:44:56.000 --> 00:45:00.000
Julia Pouly: und da fängt es ja oft mit den eigenen Emotionen an und den eigenen Gedanken.

00:44:59.000 --> 00:45:00.000
Katja Tressel: Mhm.

00:45:00.000 --> 00:45:07.000
Julia Pouly: Wo wir dann ja viel auch die Verantwortung abgeben, wenn die anderen nur das machen, wenn dies passieren würde, und das.

00:45:01.000 --> 00:45:01.000
Katja Tressel: Genau.

00:45:07.000 --> 00:45:10.000
Julia Pouly: Dann werde ich zufrieden, Dann wäre ich glücklich. Dann wäre ich reguliert.

00:45:07.000 --> 00:45:07.000
Katja Tressel: Ja.

00:45:10.000 --> 00:45:12.000
Julia Pouly: und ich bin ja nur so, weil die anderen so sind.

00:45:13.000 --> 00:45:13.000
Julia Pouly: Hm.

00:45:13.000 --> 00:45:13.000
Katja Tressel: Hallo.

00:45:13.000 --> 00:45:15.000
Julia Pouly: Also, das ist der.

00:45:15.000 --> 00:45:17.000
Julia Pouly: Ja total spannend.

00:45:17.000 --> 00:45:22.000
Julia Pouly: Deswegen 3 Dinge würde ich irgendwie gern so als Reflexion nochmal mitgeben.

00:45:17.000 --> 00:45:18.000
Katja Tressel: Ja.

00:45:22.000 --> 00:45:23.000
Julia Pouly: und das eine ist.

00:45:24.000 --> 00:45:28.000
Julia Pouly: Einmal genau in sich zu gehen. Was versuche ich gerade zu kontrollieren?

00:45:29.000 --> 00:45:32.000
Julia Pouly: Also was ist das, wo ich mich gerade abstrample.

00:45:29.000 --> 00:45:30.000
Katja Tressel: Ja.

00:45:32.000 --> 00:45:33.000
Katja Tressel: Mhm.

00:45:33.000 --> 00:45:34.000
Julia Pouly: und.

00:45:34.000 --> 00:45:37.000
Julia Pouly: Dann, was du meintest, In welchem Circle bin ich denn da?

00:45:37.000 --> 00:45:40.000
Julia Pouly: Liegt das, was ich gerade versuche zu kontrollieren.

00:45:40.000 --> 00:45:41.000
Katja Tressel: Mhm.

00:45:40.000 --> 00:45:42.000
Julia Pouly: Wirklich in meinem Einflussbereich.

00:45:43.000 --> 00:45:46.000
Julia Pouly: Also habe ich da eine Chance, überhaupt was zu bewirken.

00:45:44.000 --> 00:45:45.000
Katja Tressel: Mhm.

00:45:45.000 --> 00:45:46.000
Katja Tressel: Ja.

00:45:46.000 --> 00:45:48.000
Julia Pouly: Lohnt sich, denn der ganze Aufwand und Stress.

00:45:49.000 --> 00:45:50.000
Julia Pouly: und.

00:45:50.000 --> 00:45:52.000
Julia Pouly: Wie wäre es.

00:45:52.000 --> 00:45:56.000
Julia Pouly: Das loszulassen, was ich gerade nicht beeinflussen kann.

00:45:56.000 --> 00:45:58.000
Julia Pouly: Wie würde sich das anfühlen?

00:45:58.000 --> 00:46:00.000
Julia Pouly: Bekomme ich denn Angst.

00:46:00.000 --> 00:46:05.000
Julia Pouly: Bin ich erleichtert, habe ich plötzlich ganz viel andere Kapazitäten.

00:46:06.000 --> 00:46:10.000
Julia Pouly: Fühle ich mich leer an, fühle ich mich hilflos an und so einfach, ohne Bewertung.

00:46:09.000 --> 00:46:09.000
Katja Tressel: Mhm.

00:46:10.000 --> 00:46:13.000
Julia Pouly: Das mal irgendwie anzuschauen.

00:46:13.000 --> 00:46:14.000
Katja Tressel: Hm.

00:46:14.000 --> 00:46:15.000
Katja Tressel: Hm.

00:46:16.000 --> 00:46:17.000
Julia Pouly: Genau. Also.

00:46:17.000 --> 00:46:21.000
Julia Pouly: Der erste Teil hiermit zum Thema Kontrolle.

00:46:21.000 --> 00:46:29.000
Julia Pouly: Ist da abgeschlossen. In der nächsten Folge gehen wir, wie gesagt, mehr ins außen, wo wir jetzt viel im Inneren waren und in die zwischenmenschlichen Beziehungen.

00:46:29.000 --> 00:46:30.000
Julia Pouly: und.

00:46:30.000 --> 00:46:31.000
Julia Pouly: Wie wir uns ja oft.

00:46:32.000 --> 00:46:35.000
Julia Pouly: Auch ein bisschen überschätzen, was für einen immensen Einfluss.

00:46:35.000 --> 00:46:37.000
Julia Pouly: Wie auf andere Personen haben.

00:46:36.000 --> 00:46:37.000
Katja Tressel: Ja.

00:46:38.000 --> 00:46:39.000
Julia Pouly: Vielen Dank.

00:46:39.000 --> 00:46:41.000
Katja Tressel: Wie wir die verändern können.

00:46:41.000 --> 00:46:43.000
Katja Tressel: Auch Thema, gerade in.

00:46:41.000 --> 00:46:41.000
Julia Pouly: Genau.

00:46:42.000 --> 00:46:46.000
Julia Pouly: und wie verantwortlich wir sind, was sie fühlen, wie sie sich fühlen usw.

00:46:46.000 --> 00:46:47.000
Katja Tressel: Das auch.

00:46:47.000 --> 00:46:48.000
Katja Tressel: So.

00:46:47.000 --> 00:46:49.000
Julia Pouly: Wunderbar. Also.

00:46:49.000 --> 00:46:52.000
Katja Tressel: Vielen Dank, Julia. Bis zum nächsten Mal.

00:46:49.000 --> 00:46:50.000
Julia Pouly: Bis zum nächsten Mal.


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