Zwischen gestern und morgen
Leben im Umbruch: Der Newsletter erzählt meine Geschichte, ordnet ein und erkundet Wege durch fundamentale Veränderung.
Mit seiner Hilfe möchte ich:
- Mut machen, indem ich meine Geschichte erzähle.
- Unseren gemeinschaftlichen Umgang mit Endlichkeit, Tod und Trauer verbessern, indem ich den Themen einen Raum gebe.
- Hintergründe zum Thema Trauer vermitteln und aufklären.
- Sichtbar machen, wie vielfältig die Angebote, die in diesen Situationen unterstützen, heute schon sind.
- Sensibilisieren, wie relevant das Thema auch im Arbeits- und Unternehmenskontext ist und Verantwortliche ermuntern, ins Handeln zu kommen.
Meine Website: https://mein-systemisches-coaching.de/
Zwischen gestern und morgen
#19: „Das Krokodil fährt nicht mehr“ - Zu Gast: Andreas Seltmann
In dieser Podcastfolge spricht Stefan Müller mit Andreas Seltmann über Vaterschaft, Abschied, Trauer und die Frage, welchen Platz wir als Söhne, Männer und Väter im größeren Ganzen einnehmen.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Andreas’ zweites Buch „Das Krokodil fährt nicht mehr – Wieso ein Sohn seinen Vater auf seiner letzten Reise begleiten sollte“. Darin verarbeitet er die intensive Zeit, in der er seinen schwerkranken Vater über mehrere Wochen hinweg begleitet hat.
Andreas beschreibt sehr offen, was es bedeutet, unvorbereitet mit dem Sterben eines Elternteils konfrontiert zu sein: das Schwanken zwischen Hoffnung und Abschied, das allmähliche Erkennen von Endlichkeit und den Moment, in dem klar wird, dass es nicht mehr um „Hoffen und Bangen“, sondern um Abschiednehmen geht. Besonders eindrücklich schildert er das Gefühl, plötzlich ohne „Schutzschild“ dazustehen – nicht nur als Sohn, sondern auch als Mann.
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage nach dem eigenen Platz in der familiären und generationsübergreifenden Linie:
Was habe ich von meinen Eltern bekommen?
Was gebe ich weiter?
Und welcher Sohn, Mann und Vater möchte ich gewesen sein – wenn ich von meinem Lebensende aus zurückblicke?
Auch Männlichkeit und Männerfreundschaften kommen zur Sprache. Andreas beschreibt berührende Momente stiller Verbundenheit, etwa nach der Beerdigung seines Vaters, getragen von Nähe, Präsenz und gegenseitigem Dasein – oft ohne viele Worte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Trauer als Reifungs- und Wachstumsprozess, der rückblickend als Geschenk erlebt werden kann, auch wenn er mitten im Erleben schmerzhaft und fordernd ist.
Abschließend formuliert Andreas einen klaren Wunsch: mehr herzliche, reflektierte und verantwortungsvolle Männlichkeit in die Welt zu bringen, jenseits von Härte, Verdrängung oder Sprachlosigkeit.
Eine Folge über Abschied und Endlichkeit und zugleich über Verbundenheit, Sinn und eine menschliche, tragfähige Form von Männlichkeit.
Andreas Website: https://andreas-seltmann.com/