Handy, Herz & Hirn - für stressfreie Mediennutzung in der Familie

#04 - Was Kinder wirklich online sehen und wie wir sie schützen

Steven Pfeiffer und Viola Hoffmann Season 1 Episode 4

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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Wir zeigen an einem realen Fall aus einer fünften Klasse, was Kinder tatsächlich online sehen, warum Algorithmen und Weiterleitungen das Problem verschärfen und wie wir mit Vertrauen, Aufklärung und klaren Werten gegensteuern. Wir ordnen rechtliche Grenzen ein, erklären das System Mobbing und geben konkrete Schritte zum Melden, Einordnen und Stärken.

• Mission: bewusste Begleitung statt Verbote 
• realer Fall: pornografische und gewaltverherrlichende Inhalte in einer 5. Klasse 
• was Kinder online sehen: Krieg, Gewalt, Tierquälerei, Pornografie 
• Algorithmen, Weiterleitungen, Schulgeräte ohne ausreichenden Schutz 
• Vertrauen aufbauen, Scham abbauen, ohne Angst melden 
• rechtliche Einordnung: verfassungsfeindliche Symbole, strafbare Inhalte 
• System Mobbing: Rollen klären, Zuschauer aktivieren 
• Gesprächsleitfäden: Gefühle benennen, Werte klären, Handlungsschritte 
• Sexualentwicklung: Konsens, Grenzen, realistische Bilder 
• Games als Verstärker: GTA, Roblox, Wirkung reflektieren 
• technische Schutzmaßnahmen plus pädagogische Begleitung 
• gemeinsame Verantwortung von Eltern, Schule, Politik und Plattformen

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Steven:

Viola:


Wir freuen uns über deine Nachricht und dein Feedback! ☺️

Liebe Grüße,

Steven und Viola

SPEAKER_00

Weniger Stress und mehr Leichtigkeit im Umgang mit den digitalen Medien. Das wünschen sich so viele Eltern. Aber wie klappt das eigentlich im vollen Familienalltag und was gibt es da alles zu beachten? Genau darum geht's hier bei uns im Podcast Handy, Herz und Hirn. Deine beiden Experten im Gespräch. Ich bin Viola Hoffmann, Gründerin von Gesund Digital Aufwachsen.

SPEAKER_02

Und ich bin Steven Pfeiffer, Gründer des Bildungsunternehmens im Hopsterlauf. Jeden Donnerstag bekommst du hier eine neue Folge rund um die Welt der digitalen Medien. Wir bieten dir unser fundiertes Hintergrundwissen, erzählen aus unserem Arbeitsalltag mit Eltern und Kindern und teilen praktische Tipps für mehr Leichtigkeit, Klarheit und Freude im Umgang mit Bildschirmmedien. Ganz nach dem Motto: bewusst begleiten statt verbieten.

Lockerer Einstieg, Ernstes Thema

SPEAKER_00

Und das alles ganz authentisch und mit einer Prise Humor. Aus unserem Alltag, für deinen Alltag und für eine gesunde Zukunft unserer Kinder. Mach's dir jetzt bequem und lass dich inspirieren. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge mit uns beiden, mit dem Team Steven. Hallo Steven und.

SPEAKER_02

Hallo Viola!

SPEAKER_00

Hallo.

SPEAKER_02

Mit mir.

SPEAKER_00

Und wir haben in der letzten Folge so ein bisschen allgemeiner darüber gesprochen, was es eigentlich so braucht in der Begleitung. Wir haben es mal angerissen, würde ich sagen. Da könnte noch so einiges hinzukommen, würde ich sagen. Es könnte ein Kurs werden, wenn es nicht schon einer wäre. Aber heute wollen wir. Bitte?

SPEAKER_02

Werbung.

SPEAKER_00

Werbung. Super, ich habe mir da was vorbereitet. Nein, ich merkt schon, bei uns geht es immer ein bisschen locker und lustig zu hier. Anders ist es auch nichts.

SPEAKER_02

Ich wollte gerade sagen, bei den Themen vor allen Dingen, achso, warte mal, pro Thema, was hast du uns überhaupt mitgebracht?

SPEAKER_00

Nee, du bringst uns heute. Ach, ich wollte dich jetzt gerade fragen. Du hast gerade gerade im Vorfeld gesagt, dass du ein Thema mitgebracht hast, dass du was hast, was dir gerade unter den Nägeln brennt. Meistens werden wir das so machen, übrigens hier für alle Zuhörenden, dass wir meistens ein Thema mitbringen, was uns, was wir gerade selbst zu erleben oder was uns unter Nägeln brennt, was wir unbedingt besprechen müssen.

SPEAKER_02

Oder was ihr aus der Community mitbringt, auch hier die Einladung.

SPEAKER_00

Wenn wir dann Lust haben, drüber zu sprechen.

SPEAKER_02

Also komm, jetzt ganz kurz ernst. Wir nehmen die Inputs natürlich sehr ernst, weil wir machen es ja nicht nur für uns, weil wir hier Lust und Laune haben und ein bisschen lachen wollen, sondern wir machen es ja natürlich für die Menschen da draußen, die ein bisschen bewusster mit dem Thema digitale Medien und Kinder und Familien umgehen möchten.

SPEAKER_00

Das ist unsere Mission.

SPEAKER_02

Und warum das so wichtig ist, das durfte ich vor einigen Tagen erfahren. Und zwar wurde ich da in eine fünfte Klasse gerufen, weil dort etwas passiert ist. An dem Tag hat sich uns schon ein bisschen vor gegraust, in diese fünfte Klasse reinzugehen, weil es einfach ein Thema ist, wo ich denke, David, das sollte kein Kind sehen, das sollte niemand ausgesetzt sein. Und ich durfte auch noch weitere Abgründe der digitalen Realität der Kinder kennenlernen. Und genau darum geht es heute, und zwar, was unsere Kinder wirklich online sehen. Zurück dazu, ich bin in die 5. Klasse gerufen worden von der Schulsozialarbeit in Absprache mit der Schulleitung, weil ein Kind aus der fünften Klasse eine Chatgruppe erstellt hat. An sich erstmal nicht schlimm. An sich erstmal nicht schlimm, aber diese Chatgruppe wurde dazu genutzt, um pornografische Inhalte zu verbreiten. Dieses Kind, ja, krass, dieses Kind hat jegliche Kontakte aus seinem Smartphone einfach in diese Gruppe hinzugefügt. Ungefragt.

SPEAKER_00

Ungefragt hinzugekriegt.

Was Kinder Online Wirklich Sehen

SPEAKER_02

Also nicht nur die Klasse, sondern auch noch andere. Das war klasseübergreifend. Und also hauptsächlich war es die Klasse, aber auch viele Bekannte dann noch hinzugefügt. Und hat dort pornografische Inhalte verbreitet. Gewaltverherrlichende pornografische Inhalte, also wirklich mit Gewalt, also grafischer Gewalt, unter anderem auch rassistischer Gewalt. Also ein Beispiel war, ich war schockiert, Sex unterm Hakenkreuz. Mit so einer Riesenflagge, wo ich auch dachte, wie bitte? Also so richtig. Und ich dachte, ich habe schon alles erlebt. Eine, na gut, also wirklich abwertend Frauen gegenüber in diesen Videos. So, und wir reden ja von einer fünften Klasse. Einige Kinder konnten irgendwie dann nicht mehr schlafen, haben wirklich sagen, ich möchte da nicht mehr mein Smartphone rangehen. Ja, also bin ich in diese Klasse rein und habe es alles aufgearbeitet.

SPEAKER_00

Und wie kam das ans Tageslicht?

SPEAKER_02

Wie bitte? Weil tatsächlich, ja, weil ein Junge, der in diese Chatgruppe zugefügt wurde, den Mut hatte und wirklich den Mut hatte, es seinem Vater zu sagen. Und so kam das dann raus. Und natürlich wurden diese Videos dann auch von einigen noch weiter verbreitet. Also es war jetzt nicht nur dann in dieser Gruppe, sondern es wurde auch noch weiterverbreitet und die wurden dann natürlich, wie so eine Flutwelle wurde das dann halt geteilt. Und ich habe diesen Kurs dann angefangen, jetzt nicht, also jedes Kind wusste, warum ich da war. Und ich habe jetzt auch dieses, diese, ich habe es nicht zu tief thematisiert, sondern ich habe es wirklich eher themalisiert, so, ey, was sind denn eigentlich die Sachen, die ihr online seht und was macht das mit euch? Und da komme ich jetzt schon wieder zu den Sachen, was die Kinder wirklich online sehen. Und es sind halt nicht nur diese pornografischen Inhalte in den Chatgruppen, aber in Social Media sehen die halt irgendwelche Kriegsbilder mit blutigen Kindern, irgendwelche, wie irgendjemand zusammengeschlagen wird, was auch immer. So, und da fand ich spannend, als es um diese Gewalt zwischen Menschen geht, oder Kriegsbilder, was auch immer, Krisenopfer, dass sie gesagt haben, ja, so schlimm ist es gar nicht, das sehe ich halt häufiger. Ich dachte, wow, okay, krass. So, und dann kam auch noch ein Thema auf, wo sie gesagt haben, ja, ich habe auch schon mal so ein Video gesehen, wo so ein Hund einfach die ganze Zeit getreten wurde, bis er sich nicht mehr bewegt hat. Also Tiergewalt. Ich habe auch schon mal ein Video gesehen, wo eine Katze in den See geschmissen wurde, bis sie ertrunken ist und es wurde gefilmt. Und da habe ich gemerkt, oder haben die auch gesagt, hey, was hat das denn mit euch gemacht? Wie ging es euch um? Das habe ich voll traurig gemacht, ich musste weinen, ich hätte fast geweint. Und da ist mir aufgefallen, dass die bei einigen, ich muss wirklich da ganz klar sagen, bei einigen, nicht bei allen, dass die Empathie zu Tieren größer ist als zu Menschen. Das fand ich super erschreckend.

SPEAKER_00

Krass.

SPEAKER_02

So, aber warum? Weil die es so häufig sehen.

SPEAKER_00

Also es findet halt so eine Verrohung statt schon. Also wenn du einfach das immer wieder siehst und dran gewöhnt bist. Also ich kenne es auch noch aus einer Schule, wo ich länger war, da gab es dieses Thema auch, wo einer, das war 8. Klasse, dann auf mich zukam oder im Gespräch waren wir da sowieso und der hat dann gesagt, ja, sehe ich hier, TikTok, so Enthauptungsvideos gesehen. Ich glaube, Nahostkonflikt war da gerade ein großes Thema in der Zeit. Und das wird natürlich dann überall ausgeschwemmt. Und das Problem ist ja, wenn du das, wenn dir das einmal ausgespielt wird und du das einmal siehst, dann kommt sowas ja immer, immer wieder. Dann lernt der Algorithmus und spielt ja immer wieder solche Inhalte aus.

SPEAKER_02

Aber nicht nur das, das wird ja auch weitergeleitet. Dann wird es halt der Link von TikTok in WhatsApp reingeschrieben, also es wechselt dann auf die Plattform, ne? Dann wird es halt in den Chat reingeschrieben, eventuell so in den Klassenchat, ne? Boah, hast du das schon gesehen? Und du weißt ja nicht, was auf diesem Video passiert. Du siehst es ja noch nicht, ne? Du klickst.

Algorithmen, Weiterleitungen, Überforderung

SPEAKER_00

So, und das ist da, das wollte ich jetzt gerne dazufügen. Das ist nämlich dieses Thema. Also ich werde, und da haben wir in der letzten, der ersten Folge auch darüber gesprochen, diese Lebensrealität der Kinder. Ich mache dieses Ding auf und es kommt mir irgendwas entgegen. Und ich kann es weder oftmals erstmal weder einschätzen noch einordnen, noch weiß ich, was ich damit tun soll. Also es ist eher voller Überforderung unter Umständen erstmal. Oder wie du es auch beschrieben hast, ne, es macht dich, es macht betroffen. Und die Kinder sind alleine gelassen, ganz oft. Oder sind ja, also wenn du sagst, der eine Junge hat seinem Vater erzählt, da brauchst du schon sehr viel Mut dazu. Und die Kinder schämen sich dann oft dafür, für das, was sie da sehen oder gesehen haben, weil sie merken, ey, irgendwie, das ist nicht richtig, oder vielleicht ist es, merke ich auch, dass es was Verbotenes ist. Und traue mich dann auch nicht, mich jemandem an zu vertrauen, vielleicht. Also deswegen auch nochmal. Also einer der wichtigsten Grundbausteine ist wirklich, dass wir für den gesunden Medienumgang oder die Begleitung ist, dass wir ein gutes Vertrauen zu unseren Kindern haben und die Kinder ein Vertrauen zu uns haben. Und dass wir immer und immer wieder, ich glaube, ich werde es noch ein paar Mal sagen, immer wieder betonen, unseren Kindern gegenüber, egal was du online siehst, du kannst immer zu mir kommen und du bekommst keinen Ärger, finde ich ganz, ganz wichtig, immer wieder zu betonen, weil es, egal ob es eigene Geräte oder andere Geräte sind, die Kinder werden, mit solchen Inhalten in Kontakt kommen, leider. Das können wir nicht mehr vermeiden, meiner Meinung nach. Aber wir können lenken, wie wir damit umgehen und wie wir unsere Kinder stärken, wenn sie sowas sehen.

Vertrauen Schaffen Statt Scham

SPEAKER_02

Genau, ganz wichtig, glaube ich, auch an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass spätestens, wenn es um dieses Haarenkreuz und des Sex geht, dass es verfassungswidrig ist. Also bei gewissen Sachen bewegt man sich ja tatsächlich auch im strafrechtlichen Bereich. Und das sollten tatsächlich auch Kinder schon sehr, sehr früh wissen. Also ich war nicht der Einzige, der in dieser Klasse war. Also die Schule hatten ein richtiges Prävention, also einen Ablauf an Programmen, die haben mich eingeladen, die haben die Polizei nochmal eingeladen, eine Woche später, und ich glaube sogar das Jugendamt noch. Also, dass wirklich alle einmal in dieser Klasse drin waren, damit das wirklich ein gesamtes Verständnis, also ein Gesamtbild davon.

SPEAKER_00

Unterschiedliche Perspektiven.

Rechtliche Grenzen Und Schulreaktion

SPEAKER_02

Ja, genau. Also ich habe es tatsächlich am Ende aufgearbeitet und das ist jetzt auch das, was ich, glaube ich, jedem, die ganzen Zuhörenden mitgeben möchte, als Elternteil, als Lehrkraft oder so. Ich habe es aufgearbeitet am System Mobbing. Also am System Mobbing, weil System, es gibt verschiedene Rollen. Es gibt den Täter, den Opfer, die Helfer, die Zuschauer und die Mitläufer. Und ich habe mich gerne gefragt, wer glaubt ihr, hat die größte Wirkung, dass so etwas nicht noch einmal passieren kann? Wer hat die größte Wirkung? Und zwar sind es die Zuschauer. Die Zuschauer, alle, die dies mitbekommen und nichts sagen, sind genauso mitverantwortlich dafür, dass es stattfinden kann. Oder meinetwegen das vermeintliche Opfer. Wenn sich das vermeintliche Opfer keine Hilfe holt, dann wird es weitergehen. Wenn die Mitläufer nicht checken, das, was ich tue, aus welchem, also die haben alles ihre berechtigten Gründe. Also jeder handelt aus seiner besten Option heraus. Der Täter, keine Ahnung, wie er seine anderen die Unzufriedenheit aus anderen Lebensumständen kompensieren kann, also sucht er sich das aus, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Opfer, oh, Hilfe, wenn ich jetzt was sage, stehe ich als Petze da oder so. Die Mitläufer, die es meinetwegen noch weiterverbreiten, ja, ey, das ist mein Kumpel, ne? Ich will meinen Kumpel nicht verlieren, ne? Oder so, so. Dann, Helfer lasse ich mal raus, ne? Helfer sind Helfer, die werden immer versuchen, das Beste daraus zu tun, weil sie für Gerechtigkeit stehen und nicht zusehen können, wenn irgendjemand Schaden zugefügt wird. Aber die Zuschauer, wieso handeln die Zuschauer denn nicht? Natürlich auch aus Angst heraus, ne? Was ist, wenn ich jetzt was sage? Kriege ich dann auch Ärger, weil ich habe es ja auch gesehen. Und wenn aber die Klasse an sich wirklich geballt sagt oder alle in diesen Chatgruppen drin waren, sagen, ey, das ist nicht cool, was du mir hier schickst. Ich will das nicht sehen. Oder schon so weit sind und wissen, hey, wenn ich sowas sehe, kann ich diese Chatgruppe melden. Weil auch bei WhatsApp in den AGBs steht ganz klar, gewaltfährlichen Sachen ist ein No-Go. Also die meisten Plattformen haben das tatsächlich in diesen allgemeinen Geschäftsbedingungen mit drin. So, melden. So, dann kann es nicht mehr stattfinden. Du sollst dich nicht selber in Gefahr bringen, aber du sollst etwas unternehmen. Du sollst nicht keinen passiver.

Rollen Im System Mobbing

Mut, Melden, Aussteigen

SPEAKER_00

Das Mindeste, was ich machen kann, ist die Chatgruppe verlassen. Ja, genau. Aber auch da brauchst du einfach, da brauchst du als Kind einfach schon, da braucht es schon sehr viele Fähigkeiten auch dann dafür. Weil es ist ja auch ein bisschen der Reiz am verbotenen, ja, und das von Kindern zu verlangen, die, die da selber ja mittendrin sind, total verunsichert sind, ist glaube ich schon viel. Also es braucht immer irgendwie einen Cyclebreaker auf jeden Fall, ja. Aber das erfordert sehr viel Mut, glaube ich, wenn man einfach oder weiß ich, wenn man, wenn man auch in diesem Sozialgefüge und in dieser Gruppe drin ist, dann auch zu sagen, hey, Moment mal, ich gehe da raus oder ich vertraue mich jemandem an, oder umso wichtiger ist, dass wir das Besprechen mit unseren Kindern regelmäßigst. Also nicht nur einmal, ich mache jetzt hier ein Aufklärungsgespräch und dann das Ende, sondern dass wir das wirklich immer und immer und immer wieder thematisieren und Gelegenheiten nutzen. Also die Kinder erzählen uns so viel im Alltag und dann darf man auch immer wieder mal Nachfragen stellen oder sagen, ne, oder die erzählen auch, der und der hat heute das und das erlebt in der Schule und dass man dann einfach nachhakt und sagt, wie geht es dir denn? Oder erlebst du auch sowas oder bist du auch manchmal ausgeschlossen oder ja, was so Themen oftmals erzählen sie uns ja oder berichten von anderen, wenn man so von außen drauf guckt. Und dann darf man auch mal nachfragen und sagen, wie geht es dir denn? Fühlst du dich auch manchmal so? Oder wie kann man dann miteinander umgehen? Also das sind ganz, ganz, ganz wichtige, wertvolle Alltagsgespräche, wie ich finde. Denn das, was zum Beispiel jetzt entweder in so einer Chatgruppe oder auch auf Social Media, wo uns solche Inhalte mehr oder weniger ungewollt präsentiert werden. Also ich brauche ja nur einen YouTube-Kanal aufmachen, dann habe ich ja schon Wummer sämtliche. Und es passiert übrigens auch ganz wichtig zu wissen, auch für Eltern, habe ich selber mit meinen eigenen Augen gesehen, auf Schülertablets in der Schule. Also ganz viele haben, oder das habe ich auch so erlebt in der Schule, dann haben die Anton-App oder was auf dem Lap auf dem Tablet und arbeiten dann vielleicht damit oder machen auch Präsentationen und Fotos und solche Sachen. Aber die haben auch YouTube da drauf oft. Und YouTube ist ungefiltert. Dort war es zumindest so, und ich weiß, dass es an ganz vielen anderen Toolen auch so ist. Ist ungefiltert da drauf. Und ich habe das selbst gesehen, da macht der YouTube auf und dann habe ich mir das mal angeguckt, was da für Vorschläge und für Shorts kommen dann. Ihr macht euch keine Vorstellung davon. Auf einem Schul-IPad. Also liebe Eltern, glaubt nicht, dass das Kind jetzt ein iPad in der Schule hat, dass das alles safe ist. Das ist nicht so. So, auch die Schulen stolpern dadurch und machen sicherlich viel, um dann noch Kinderschutz einzurichten oder was weiß ich. Aber das ist zum Beispiel was, wo ich ein großes Leak sehe, dass es auf Schulgeräten ist.

SPEAKER_02

Ja, aber das ist schön. Es gibt den Digitalpakt 2.0 mittlerweile, vielleicht können wir in einer weiteren Folge auch mal darüber sprechen, weil es gibt es ja nicht nur. Also klar geht es hier viel um den Alltag von und für Familien, aber es ist ein bisschen so.

SPEAKER_00

Na, wir gucken schon auf, was sich politisch bewegt.

SPEAKER_02

Genau, also es ist ja auch da wieder System. Es ist ein System und dieses System ist suboptimal, um es mal ganz, ganz nett auszudrücken. Es ist suboptimal. Wenn ich klare Worte wählen würde, würde ich sagen, es ist gebrochen.

SPEAKER_00

Well doch mal klare Worte.

SPEAKER_02

Klare Worte, das System, sorry für die Sprache, it's Fakt. Also it's fucked, it's a fucked up System auf jeden Fall. Wenn wir über das Bildungssystem sprechen. Ich sage nur 16 Bundesländer, 16 Bildungsbeschlüsse, Bereiche, wie Bildungs- ja, warum fällt mir das Wort jetzt nicht ein? Bildungsprogramme, glaube ich, heißt es. Bildungsprogramme, 16 Bildungsprogramme.

SPEAKER_00

Ich weiß nicht, wie es heißt.

SPEAKER_02

Ja, auf jeden Fall, aber 16 Bundesländer, 16 verschiedene Ansätze, mehr oder weniger. Keiner macht es eins zu eins gleich.

Schulgeräte, YouTube Und Leaks

SPEAKER_00

Ja, und gerade was die digitalen Medien angeht, ist, hinken und kranken wir einfach so hinterher und auch immer wieder höre ich auch, ja, in der Schule, die Schule wird es schon richten und ich muss mich damit nicht auseinandersetzen, ey, nur aus dem Channeling auf ihn hoch.

SPEAKER_02

Nein, genau, deswegen, ey Leute, lasst uns mal ganz kurz sagen, wir übernehmen gemeinsam jetzt die Verantwortung.

SPEAKER_00

Wir müssen die Verantwortung übernehmen. Und da ist auch kein Problem. Nochmal Fingerpointing. Nein, nein, nein. Wir alle müssen hier. Und ich rate immer den Eltern, wenn ihr müsst auf die Lehrer zugehen, ihr müsst auf die Schulleitungen zugehen, es braucht von allen Seiten eine Aufmerksamkeit. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass es in der Schule irgendwie schon läuft. Das ist nicht so. Die Realität sieht, also es gibt einige wenige Schulen, die ich auch gesehen habe, wo es richtig gut läuft. Aber das ist wirklich, und ich glaube, da wirst du, wirst du mir zustimmen, das ist wirklich die absolute Ausnahme in dem ganzen Bildungssystem. Also wir sind einfach an einem Punkt, wo wir viel schwimmen, was das Thema angeht, und keiner so richtig weiß, wie man es jetzt eigentlich mal einheitlich umsetzen sollte, auch weil es einfach von außen keine einheitlichen Regelungen gibt, wie du schön sagst.

SPEAKER_02

Verbot ja, Verbot nein, ne, was haben wir? Gucken wir in andere Länder, Odibu dann wieder zurück.

Bildungssystem Unter Druck

SPEAKER_00

Viele Länder verbannen schon wieder alle digitalen Geräte aus den Schulen, wir rüsten gerade auf und so weiter. Ich wollte nochmal da auch zu sagen, ich mache jetzt zu deinem Thema konkret auch, ich mache den Chat oder die App auf und ich werde mit Inhalten konfrontiert und ich glaube jetzt auch nochmal als so ein Person, Perspektivenwechsel, auf diese Sache zu gucken, finde ich immer wichtig, sich klarzumachen, ich kann, was ich gesehen habe, kann ich nicht mehr ungesehen machen. Also zum einen sind diese Inhalte jetzt rechtens oder nicht. Das ist die eine Seite und die andere ist auch, was macht das mit mir? Und diese, es ist was anderes, ob ich einen Artikel lese, ob ich ein Buch lese, ob ich was höre oder ob ich ein visuelles Bild habe dazu. Das ist ein Unterschied. Und ich sag's mal, wenn ich, wenn jetzt, wir haben über Pornografie gesprochen jetzt, wenn ich darüber, wenn ich da was lese drüber oder wenn mir jemand was davon erzählt, dann mache ich meine eigenen Bilder im Kopf dazu und das Kind auch. Das Kind kreiert immer die Bilder aus seinem eigenen Erfahrungsschatz raus. Ja, jetzt kommen wir ein bisschen entwicklungpsychologisch.

SPEAKER_02

Zweite Folge, boah, und bäm, los geht's.

SPEAKER_00

Nein, das gehört jetzt dazu. Das entwicklungpsychologisch einordnen. Also deswegen sagen wir auch oft so zum Märchen, zum Beispiel, oh mein Gott, das ist so brutal, jemand wird enthauptet oder was weiß ich, was in so diesen alten Märchen dann manchmal passiert, ja. Aber das können wir nur diese krassen Bilder in unserem Kopf kreieren, weil wir solche Filme gesehen haben, vielleicht schon mal, weil wir diese bewegten Bilder gesehen haben, die dann wiederum sich auf solche Märchen zurückschließen lassen und dann haben wir Erwachsene diese Bilder im Kopf. Wenn ein Kind, ich will jetzt nicht drüber sprechen, ob Märchen gut sind oder nicht, ich will nur kurz mal einordnen, was beim Kind passiert, wenn es dieselbe Geschichte hört, das wird immer Bilder in seinem Kopf kreieren, die aus seinem jeweiligen Erfahrungsschatz schöpfen. Also ein vier, fünf, sechs-, siebenjähriges Kind wird was komplett anderes in seiner Vorstellungskraft an Bildern kreieren, als der Steven, der vielleicht schon entsprechende Filme oder Inhalte gesehen hat.

SPEAKER_02

Ich weiß nicht, wovon du sprichst, das ist nie immer.

SPEAKER_00

So, und das ist auch was, was wir uns klar machen dürfen. Und das heißt andersrum auch, wenn ich solche, also dass die Wirkung einfach eine andere ist, ja. Also ein Buch hat eine andere Wirkung als einen Film und ein bewegtes Bild. Und eben sollten wir uns deutlich machen, wenn ich es einmal gesehen habe, ich kann es nicht mehr ungesehen machen. Also ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich kann mich erinnern an den ersten Film, der mich gegruselt hat. Und zwar bis heute.

SPEAKER_01

Ich auch.

SPEAKER_00

So. Und das ist Jahrzehnte her. Und trotzdem werden wir es nie vergessen, weil wir haben es einmal gesehen und wir können es nicht mehr ungesehen machen. Ich kann das nicht mehr löschen aus meinem Kopf. So, und genau so geht es den Kindern, wie du es gerade beschrieben hast, jetzt auch mit diesen krassen Inhalten, die die zu Gesicht bekommen, manche auf tagtäglicher Basis, wie wir jetzt gerade schon festgestellt haben. Es passiert, es schockiert. Im ersten Moment macht es alles Mögliche mit mir, es macht mich traurig, ich habe vielleicht Albträume, ich habe Angst und was nicht alles noch rauskommt. Und wenn ich aber immer wieder damit konfrontiert werde, dann stumpfe ich auch irgendwann ab.

Bilder, Wirkung Und Erinnerung

SPEAKER_02

Ja. Ich würde es gerne noch einmal weiter, weil unsere Psyche ist sehr, sehr klug tatsächlich. Und wenn es, dass man nicht verarbeitet wird, passiert folgendes. Unser Psyche baut so schöne Mauern rum, wird es irgendwo weggepackt. Wird abgekapselt. Wird abgekapselt tatsächlich. Und irgendwann, irgendwas, vielleicht im späteren Alter oder so, siehst du irgendwas und es triggert was. Und es kann sein, dass diese Mauer dann bröckelt und es kommt alles wieder hoch.

SPEAKER_00

Kommt raus, ja.

SPEAKER_02

Also deswegen gibt es ja so, vielleicht sollten wir manchmal Triggerwarnung einführen, wie es zukommt. Wenn wir über so eine Sachen schwören, es fällt mir jetzt im Nachhinein ein. Ja, also Nachrangung, Triggerwarnung, kann man.

SPEAKER_00

Was warten wir noch in die Sprung auf Rand?

SPEAKER_02

Ja, aber auch da wieder, es können ja ganz, ganz viele Sachen triggern. Keine Ahnung, Ungerechtigkeit triggert mich unfassbar krass.

SPEAKER_01

Ja, geht nur so.

SPEAKER_02

Also auch da, ne? Irgendwann kommt dann alles wieder hoch und wenn die Sachen nicht aufgehabelt werden. Deswegen lass die Kinder die Gefühle, sprech mit den Kindern über die Gefühle, wenn sie das sehen. Damit sie halt nicht irgendwie abstumpfen und verrohren, weil es nicht so gut ist.

SPEAKER_00

Damit es einfach ein Output, damit es ein Output hat und damit wir es auch einordnen können, ja, damit wir es einordnen können, eben auch in ein Wertesystem, ist das in Ordnung so oder nicht, ist es okay, so behandelt zu werden oder nicht.

SPEAKER_02

Muss man auch dazu sagen, für manche Familien.

Gefühle, Trigger Und Einordnung

SPEAKER_00

Und dass der Kinder auch vor allen Dingen bei den Kindern entwickelt dann, ja, also was ist richtig, was ist falsch und so. Und eine andere Perspektive, die mir auch noch eingefallen ist, jetzt gerade als du erzählt hast dazu, ist ja die eigene sexuelle Entwicklung auch dann, ja, oder die Pubertät, die Kindesentwicklung, die ja massiv beeinflusst wird durch solche Inhalte. Also jetzt stellen wir uns vor, da ist ein Jugendlicher gerade selber vor Pubertät oder Pubertät mittendrin, je nachdem, ist egal, in dieser Entwicklungsspanne, wo plötzlich die Hormone anders laufen, der Körper verändert sich. Also, es ist ja eine unfassbar riesengroße Unsicherheit. Jeder kann sich, glaube ich, daran erinnern, einfach auch noch. Plötzlich ist nichts mehr so, wie ich es kannte. Also alles ist neu, mein Körper ist plötzlich anders. Ich fühle plötzlich Gefühle, die ich vielleicht vorher so gar nicht gefühlt habe. Und jetzt und dann kommt eben die sexuelle Entwicklung, die eigene auch dazu, und dann werde ich mit solchen Bildern konfrontiert. Und ich suche in dieser Zeit ja eigentlich nach Orientierung total. Ich will ja wissen, was ist richtig, was ist falsch, wie geht man miteinander um. Ich mache vielleicht erstes eigene sexuelle Erfahrungen, romantische Erfahrungen, noch eine Stufe vorher. Und jetzt werde ich mit solchen Bildern konfrontiert und denke, das ist normal. Also was macht das mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen? Das ist die Frage, die ich daran bin.

SPEAKER_02

Also jeder der Zuhörenden, der eventuell vielleicht mal einem Bekannten gehört hat, was in pornografischen Videos so abläuft.

SPEAKER_00

Oder gesehen hat.

SPEAKER_02

Ja, tut ja niemand guckt Pornos, ne? Ist ja nicht nur die größte Industrie, die es gibt.

SPEAKER_00

Aber glaubst du, dass es Leute gibt, die das noch nie gesehen haben, in der heutigen Zeit?

SPEAKER_02

Also in der heutigen Zeit, ich würde sagen, nein, tatsächlich. Aber jeder weiß, der sie schon mal gesehen hat, das ist nicht das, also so läuft das nicht an Realität ab.

SPEAKER_00

Aber das weißt du und ich.

SPEAKER_02

Ja, genau.

SPEAKER_00

Und Kinder, die eben in der Entwicklung sind und die das sehen und die noch keine Erfahrung haben und nicht wissen, wie das ist oder wie es sich anfühlt.

SPEAKER_02

Ich könnte behaupten, dass es sowohl bei Jungs oder Mädchen halt auch zu so großen Minderwertigkeitskomplexen führen kann. Auf der Jungsseite und bei Mädchen halt das muss so gemacht werden, wo ich mir auch denke, oh mein Gott, nein. Nein. Also diese Abkopplung von der eigenen Sexualität ist unfassbar schlimm.

SPEAKER_00

Das ist normal, sowas muss ich jetzt mit mir machen lassen.

SPEAKER_02

Ja, genau, muss ich mit mir machen lassen, genau, muss ich mit mir lachen lassen. Auf gar keinen Fall. Also es ist dein Körper, ne? Dein Körper gehört dir, du entscheidest es.

Sexualentwicklung Unter Mediendruck

SPEAKER_00

Aber das ist ja genau das, was dann nicht passiert durch solche Inhalte, ja. Also wenn nicht solche Inhalte, dann kann ich reden, so viel ich will. Wenn das Kind dann mit diesen Inhalten konfrontiert ist, dann wird es einfach maximal schwierig. Also beziehungsweise hört nicht auf, drüber zu reden, ja. Das ist unfassbar wichtig. Sowohl für Mädchen als auch für Jungs, finde ich auch wichtig zu betonen. Wir reden viel davon, die Mädchen zu schützen und es ist dein Körper und so weiter. Aber genau.

SPEAKER_02

Auch die Jungs.

SPEAKER_00

Auch die Jungs brauchen das, wie verhalte ich mich denn richtig und wertschätzend und so weiter. Das ist, das braucht für beide einfach eine sehr enge Begleitung und Aufklärung. Und da sind wir beim nächsten Punkt, Aufklärung. Sollte auch dann nicht stattfinden, erst. Also es sollte früh, früh, früh passieren. Natürlich nicht zu früh, aber. Nein, aber dass immer wieder darüber gesprochen wird und auch das, was ist, wo ich jetzt keine Angst habe, drüber zu sprechen, sondern dass ich auch das immer wieder einfach thematisiere, wenn es ein Thema ist.

SPEAKER_02

Ja, aber auch da, ich schneide das Thema tatsächlich nur an, weil ich würde die Folge noch gleich abschließen. Aber das ist ja nicht nur ein Elternhausproblem, das ist ja tatsächlich ein gesellschaftliches Problem. Allein, wenn du dir die Werbung anguckst, die Musikindustrie, die Modeindustrie, alles sexualisiert. Ja, es ist alles sexualisiert, ne? Also auch da wieder, es ist schon, deswegen kann man da ruhig schon früh mit anfangen, so in einer frühen Grundschule über Sexualität zu sprechen.

SPEAKER_00

Definitiv.

SPEAKER_02

Weil auch online, wenn ich manchmal sehe, wie hier, ich glaube, Lili Klum, also die Tochter von Heidi Klum, wie früh die ja schon irgendwie damit groß geworden ist oder online präsentiert wurde. Also von daher, Aufklärung definitiv. Aber der Punkt hinter dem Ganzen war eigentlich, was unsere Kinder wirklich online sehen. Und aber dieses Bewusstsein zu schaffen, es ist nicht das, was wir sehen, sondern es ist was komplett anderes. Die digitale Realität der Kinder sieht unfassbar aus meiner Sicht manchmal grausam aus. Es sorgt für Verrohrung, hast du gesagt, dass die Kinder unempathischer werden und für Sachen normal empfinden, die Sachen aber gar nicht normal sind.

SPEAKER_00

Und jetzt haben wir uns ja nur, nur in Anführungszeichen, mal hier Pornografie und Gewalt herausgezogen.

SPEAKER_02

Aus aktuellem Anlass, aber ja.

SPEAKER_00

Aus aktuellem Anlass und jetzt noch einen Schritt weiter gibt es ja auch das auch nur angeschnitten, da reden wir auch nochmal drüber, aber das gehört auch dazu, ist, dass das ja in vielen Videospielen zum Beispiel auch möglich ist, dann eben solche Straftaten auch zu begehen per Mausklick.

SPEAKER_02

Ja, GTA.

SPEAKER_00

GTA zum Beispiel. Roblox, glaube ich, so, dass jetzt und auch da wieder, was macht das dann? Ja, jetzt sehe ich solche Inhalte im Klassenchat von mir aus oder irgendwo. So, und dann wechsle ich die Plattform und dann gucke ich mir mal GTA oder Roblox. Da will ich mit dir drüber sprechen. Das machen wir noch eine Folge zu.

SPEAKER_02

Roblox oder GTA?

SPEAKER_00

Roblox.

SPEAKER_02

Okay.

SPEAKER_00

Oder war das?

SPEAKER_02

Schreibe mal. Geb ich an die Redaktion, weiter auf die Liste drauf.

Rollenbilder, Konsens, Aufklärung

SPEAKER_00

Mach das mal. Ja, genau. Und jetzt bin ich mit diesen Inhalten da konfrontiert und dann mache ich die nächste App auf, nämlich die Spiele-App und dann sehe ich, ah cool, guck mal, hier GTA, da kann ich dann, da habe ich ja jetzt schon viel gesehen, wie das funktioniert. Für alle, die die GTA nicht kennen, einfach mal kurz aufmachen, in die Suchmaschine eures Vertrauens eintippen. Und ich habe mir euch tatsächlich aus gegebenem Anlass auch die Seite angeguckt und dachte, ah krass, ja, was schon, was da schon alles draufsteht, sprechen wir noch drüber. Aber so, jetzt mache ich die nächste Plattform auf und kann dann auch tätig werden auf eine Art, ja, also ich bin nicht nur mit den Bildern konfrontiert, sondern virtuell kann ich jetzt, ich kann da Vergewaltigung begehen, ich kann, was weiß ich, was dann auch alles möglich ist. Ich will es alles auch manchmal gar nicht so genau wissen, das reicht mir schon.

SPEAKER_02

Leute aus Autos ziehen, zusammenschlagen, erschießen, du kannst dir Prostituierte dir in dein Auto reinladen. Also es ist alles möglich.

SPEAKER_00

Das ist alles möglich. So, und das ist, da werde ich ja schon auch auf eine Art zum Täter, ja. Zwar nur, in Anführungszeichen, per Mausklick oder Touch oder was auch immer, aber was macht das dann wiederum auch mit mir in der realen Welt und im zwischenmenschlichen Zusammensein? So, das ist immer die Frage, die ich mir stelle dann, was macht unsere Psyche damit? Weil, wie du es gerade auch schön gesagt hast, es muss ja irgendwo wieder ein Output geben, es muss ja irgendwo raus, ja, jetzt werde ich mit diesen Bildern konfrontiert, dann spiele ich so ein Spiel vielleicht noch und wo gehe ich dann mit meinen ganzen Gefühlen, Emotionen hin? Es muss ja irgendwo hin. So, wo entlädt sich das dann physisch? Und da, spätestens an der Stelle, haben wir dann ein großes gesellschaftliches Problem, meiner Ansicht nach.

Gewalt In Games: GTA, Roblox

SPEAKER_02

Genau. Also auch da wieder, ich war neulich, kurz Off-Topic, vor, ich glaube, letzte Woche oder so, war ich auf einer Konferenz und zwar der von der Initiative D21, die arbeiten für digitale Transformation. Da war ein Plenum, ich weiß gar nicht, ich glaube, es geht um das Handyverbot an Schulen oder so. Neues Thema, kommt noch eine eigene Folge zu raus, definitiv. Aber da saßen Menschen von Google, also wirklich der Plattform Google. Es saß der liebe Professor Thomas Gabriel Rüdiger, aka der Cyberkriminologe mit drin, eine Schulleitung aus Berlin, eine Grundschulleitung. Es waren Vertreter, ein Referent vom Bildungsministerium für Medienbildung von Familie, Jugend, was auch immer. Und eine aus dem Kultusministerium aus NRW, also so fünf Leute. Und dann wurde halt diskutiert. Und es war so spannend, diese Perspektiven einzunehmen. Und dann die letzte Frage war dann, ja, und wer ist jetzt dafür verantwortlich? Wenn ihr euch einen aussuchen habt, wer ist dafür verantwortlich, das für die Umsetzung und dann ging es los, sage ich dir. Holla die Waldfee. Ei, ei, ei. Politik, Wirtschaft, Familie, Eltern, also alles. Ja, und da sind wir alle. Jeder muss irgendwie sein Päckchen, sein Last dazu beitragen und wenn wir keinen gemeinsamen Konsens finden. Also und die Folge sollte ja jetzt nur dazu dienen, um den Zuhörern zu zeigen, hey, Kinder sehen nicht das, was Erwachsene sehen. Und wenn sie das sehen, kann es ultraschädlich für sie sein.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_02

Und deshalb meine Einladung.

Verantwortung: Wer Trägt Sie?

SPEAKER_00

Auch danke, dass du das sagst, nämlich, ne, du, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den du gerade im Nebensatz angesprochen hast. Also wenn du als Steven solche Inhalte siehst, dann ordnest du die sofort ein, so wie du es gerade ganz zu Anfang der Folge gemacht hast, ja. Du hast dein, du bist erwachsen durch deine Entwicklung durch und du hast ein Wertesystem auch entwickelt. Und das heißt, du bewertest das sofort und ordnest es ein und sagst, Moment mal, irgendwas stimmt hier nicht. Das ist nicht am Anfang der Folge gesagt so. Und ein Kind, was mitten in dieser Entwicklung steckt, kann das noch gar nicht. Das können wir von Kindern nicht verlangen in dem Alter. Und das ist das große Problem an der Sache. Ich kann Nachrichten von irgendwelchen Leuten kriegen auf meinem öffentlichen Instagram-Profil und sagen, ja, ist schon klar. Ciao, Kakao. Ja, genau. Blockieren, melden, dies, das. So, ein Mädchen, was vielleicht 13, 14 ist und in der Entwicklung mittendrin steckt und nach Anerkennung sucht, nach Aufmerksamkeit sucht und da kriegt das so eine Nachricht, das ist ein Catch. Und das machen wir uns oft nicht klar. So, die Kinder sind Kinder, die sind nicht in unserem erwachsenen Denken. Und das ist mir ganz, ganz, ganz wichtig, dass wir das lernen als Eltern aus den Augen der Kinder zu gucken. Das sage ich ganz oft und das werde ich noch ganz oft sagen in diesem Projekt.

SPEAKER_02

Wiederholung, bleibt drin. Da kommt aus so einer kleinen neuronalen Verbindung, so ein Trampelfahrt wird irgendwann eine neuronale Autobahn.

SPEAKER_00

Und das ist wichtig, sich bewusst zu machen. Also ich kann es als Erwachsene einordnen, die Kinder nicht. Und dabei braucht es Unterstützung und Begleitung auch. Genau.

SPEAKER_02

Also wozu könnten wir die Zuhörenden heute einladen?

SPEAKER_00

Ich glaube, wir haben ganz viel eingeladen schon.

SPEAKER_02

Ja, okay.

SPEAKER_00

Das war jetzt schon ein bisschen, jetzt sind wir schon puh.

SPEAKER_02

Ja, tief drin.

SPEAKER_00

Das ist ein Heavy Thema.

SPEAKER_02

Ja, ein Heavy Thema. Aber ich würde es ein bisschen mit Leichtigkeit gerne abschließen, auch wenn es ein schweres Thema ist hier. Also klar, wir haben zwischendurch gelacht. Alles, es ist ein ernstzunehmendes Thema, aber wartet nicht darauf, dass andere die Verantwortung für euch übernehmen. Fangt an, Selbstverantwortung zu übernehmen für euer eigenes Handeln und auch für eure Kinder. Weil Eltern sind da, um die Kinder zu begleiten, die Verantwortung für die Kinder zu übernehmen, damit die Kinder lernen, irgendeine Selbstverantwortung für sich selbst zu übernehmen. Und in diesem Sinne, Schluss. Ich wollte noch so einen richtig coolen Abschlusssatz machen gerade, aber nee, ich lade euch ein, übernehmt einfach Verantwortung.

SPEAKER_00

Ja, ich glaube, wenn man sich im Kopf behält, wir können es nicht mehr ungesehen machen. Also ja, einmal gesehen ist es einfach eingebrannt im Kopf. Da will ich mit dir tun. Das wird eine leichtere Folge. Das schreiben wir noch kurz auf, dass wir darüber sprechen, was sich bei dir hat. Wir haben gerade nur gesagt, ich weiß ganz genau, den ersten Film, der mich gegrüßen hat. Und das will ich von dir haben. Da lass uns drüber sprechen machen.

SPEAKER_02

Okay, was sich bei dir eingebrannt hat.

unknown

Okay.

SPEAKER_00

Wir sprechen darüber, was sich bei mir eingebrannt hat.

SPEAKER_02

Oh, so vieles. Ich glaube, ich weiß gar nicht, ob ich das alles sagen darf hier, Öffentlichkeit.

SPEAKER_00

Warst du teilen, teilen.

SPEAKER_02

Nein, alles gut, mach ich. Nein, Spaß beiseite. Aber ihr merkt schon, wir kommen ins Brabbeln, das heißt, es ist Zeit aufzuhören.

SPEAKER_00

Wir machen jetzt Schluss und sehen uns in der nächsten Fall.

SPEAKER_02

Vielen lieben Dank wieder, dass ihr mit dabei wart. Und Viola, ich freue mich auf die nächste Fall. Fall, auf den nächsten Fall.

SPEAKER_00

Auch das kommt.

Kinder Können Nicht Einordnen

SPEAKER_02

Wir machen auch Fallbeispiele hier übrigens, wie eben gerade in dieser Folge. Ich wünsche dir eine wunderschöne Restzeit im Laufe des Tages, Nacht, wo auch immer wir sein mögen. Und freue mich auf die nächste Folge. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.