Handy, Herz & Hirn - für stressfreie Mediennutzung in der Familie
Zocken, scrollen, streamen – die Medienwelt unserer Kinder ist überall. Du möchtest dein Kind sicher durch den digitalen Dschungel begleiten, doch im stressigen Alltag fehlt dir oft die Zeit? Dann ist „Handy, Herz & Hirn“ genau richtig für dich.
Wir, Viola Hoffmann (Gesund digital aufwachsen) und Steven Pfeiffer (Im Hopserlauf), arbeiten seit über 20 Jahren mit Kindern, Eltern und Fachkräften. Ab Februar 2026 sprechen wir jeden Donnerstag darüber, wie du im Familienalltag gelassen mit Smartphone, Tablets & Co. umgehen kannst.
Wir nehmen dich mit in Themen wie erstes Handy, Klassenchat, Cybe
Handy, Herz & Hirn - für stressfreie Mediennutzung in der Familie
#06 - Bewusst begleiten: Privatsphäre, KI und Familie klar erklärt
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wir fragen, wie KI in Familienalltag passt, ohne Privatsphäre zu opfern oder Entwicklungsschritte zu überspringen. Wir teilen Leitplanken für altersangemessene Nutzung, reflektieren Risiken von Bestätigungsblasen und Gamification und zeigen sichere Wege für kreative Projekte.
• bewusste Begleitung statt Verbot
• Kinderfotos und Privatsphäre kritisch prüfen
• kreative KI-Projekte ohne reale Bilder
• Prompten als Lern- und Sprachtraining
• Risiken: Echokammern, Chatbots, Dopamin-Design
• Altersangemessenheit: erst real können, dann digital
• Schreiblernen analog stärken, Individualität bewahren
• Reflexionsschleifen im Familienvertrag verankern
• Sicherheitsfunktionen nutzen, aber nicht überschätzen
• Pausieren und zurückrudern als legitime Option
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Hier kommst du zu unseren einzelnen Internet Auftritten:
Steven:
- Instagram: @imhopserlauf
- Website: www.imhopserlauf.de
Viola:
- Instagram: @Viola Hoffmann
- Website: http://www.gesund-digital-aufwachsen.de
Wir freuen uns über deine Nachricht und dein Feedback! ☺️
Liebe Grüße,
Steven und Viola
Begrüßung Und Podcast-Mission
SPEAKER_00Weniger Stress und mehr Leichtigkeit im Umgang mit den digitalen Medien. Das wünschen sich so viele Eltern. Aber wie klappt das eigentlich im vollen Familienalltag und was gibt es da alles zu beachten? Genau darum geht's hier bei uns im Podcast Handy, Herz und Hirn. Deine beiden Experten im Gespräch. Ich bin Viola Hoffmann, Gründerin von Gesund Digital Aufwachsen.
SPEAKER_01Und ich bin Steven Pfeiffer, Gründer des Bildungsunternehmens im Hopsterlauf. Jeden Donnerstag bekommst du hier eine neue Folge rund um die Welt der digitalen Medien. Wir bieten dir unser fundiertes Hintergrundwissen, erzählen aus unserem Arbeitsalltag mit Eltern und Kindern und teilen praktische Tipps für mehr Leichtigkeit, Klarheit und Freude im Umgang mit Bildschirmmedien. Ganz nach dem Motto: bewusst begleiten statt verbieten.
SPEAKER_00Und das alles ganz authentisch und mit einer Prise Humor. Aus unserem Alltag, für deinen Alltag und für eine gesunde Zukunft unserer Kinder. Mach's dir jetzt bequem und lass dich inspirieren.
Thema Aufgemacht: KI, Privatsphäre, Elternblick
SPEAKER_00Herzlich willkommen zu einer neuen Folge mit dem lieben Steven und mir. Und heute hat der Steven ein Thema für uns mitgebracht. Ich weiß es noch nicht. Heute haben wir uns nicht vorher unterhalten und ich bin sehr gespannt, was du uns mitgebracht hast, Steven. Hallo!
SPEAKER_01Ja, schön. Schön, dich wieder zu sehen, schön dich wieder zu hören auf jeden Fall. Und ich habe mir überlegt, wir haben so viele Themen auf unserer Liste stehen. Und ich würde gerne mit etwas anfangen. Ich würde heute gerne einmal so über so ein bisschen Privatsphäre, KI-Möglichkeiten, da sind ganz, ganz viele drin heute.
SPEAKER_00Sind ja viele von der Frage. Wir fangen mal an.
SPEAKER_01Ja, also ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es zu jedem Thema auch noch eine Einzelfolge geben wird. Aber ich möchte gerne, ich möchte das alles raushaben. Das schwört mir mein Kopf rum. Ich würde gerne deine Meinung auch dazu gerne mal hören, weil ich beschäftige mich zurzeit wirklich viel mit KI. Ich habe auch voll Bock, nächstes Jahr, also wann auch immer ihr es hören werdet, keine Ahnung, im 2026 dann auch Workshops in den Klassen zum Thema KI anzubieten. Deshalb beschäftige ich mich gerade ganz viel mit dem Thema KI und kleiner Spoiler, die künstliche Intelligenz, die ist gar nicht so intelligent, wie wenn man da hinten tut. Nein, aber darum geht es gar nicht, sondern ich hatte ich lese gerade das Buch von das neue von Leonie Lutz, hier KI klug mit Köpfchen oder so. Ich weiß, hast du davon schon mal gehört?
SPEAKER_00Das kann ich nicht, das Buch nicht.
SPEAKER_01Nee, okay, wir kamen im letzten Monat oder so auch gerade erst raus. Und da wird halt darüber gesprochen, wie man KI auch wirklich bewusst nutzt und wie man ab einem gewissen Alter das nutzt. Und da war ein Beispiel mit, ja kann ich so Fantasiegeschichten kreieren, so Bilderbücher kreieren, gemeinsam mit den Kindern. Und dann dachte ich mir, boah, wie geil!
Kinderbilder, Superheldenidee Und Bauchgefühl
SPEAKER_01Eigentlich könnte ich doch von meinem Neffen so ein Foto machen und dann so in so ein Superheld verwandeln und es wäre voll cool für ihn. Und im gleichen Augenblick dachte ich mir, es ist wieder so, nee. Nein. Dann packe ich ja, dann fütter ich ja die KI mit einem Kinderfoto. Und ich habe ja eine ganz klare Haltung, was Kinder und Internet angeht, keine Kinder im Netz.
SPEAKER_00Die Meinung teilen wir, glaube ich, sehr fundamental.
SPEAKER_01Genau. Aber auf jeden Fall habe ich die ganzen Möglichkeiten halt gesehen. Und ja, wie würdest du das anstellen, wenn du, also du willst mit deinem Kind, also ja doch mit deinem Kind, weil du hast ja auch ein Kind. Oder darf man das sagen?
SPEAKER_00Ja, darf man sagen.
SPEAKER_01Okay, gut, entschuldigung.
SPEAKER_00Haben wir auch schon gesagt.
SPEAKER_01Mit einem Kind. Du würdest gerne mit einem Kind so ein KI-Projekt machen und so ein Superheld verwandeln. Wie würdest denn du da rangehen? Ohne das Foto des Kindes.
SPEAKER_00Ich finde es, also ich finde, dass ich weiß nicht, ob wir hier Antworten finden, weil ich finde es einfach eine schwierige Debatte insgesamt. So zwischen Chancen und Möglichkeiten, sich da, äh, Risiken, Risiken und Möglichkeiten, sich zu bewegen. Bin ich da persönlich noch relativ zurückhaltend, weil ich mich einfach immer für mich mit den Konsequenzen erstmal beschäftige. Was bedeutet das? Was bedeutet das auch für meine Privatsphäre?
KI-Vertrauen, Trainingsdaten Und EU AI Act
SPEAKER_00Das hast du ja gerade auch schon angesprochen, Kinder schützen, auch da an der Stelle, weil das sehe ich auch oft, dass wir jetzt schon relativ weit sind mit, oder ja, ich glaube, dass vielen schon bewusst ist, nicht allen, aber das ist doch immer bewusster wird, dass Kinder im Netz zu zeigen, vielleicht nicht so eine gute Idee ist aus verschiedenen Gründen. Und jetzt füttern wir es aber in KI rein, also dann ist es ja auch im Netz und dann trainieren wir ein Programm letzten Endes, ja. Und da steht, finde ich, auch schon eine Gefahr, weil die KI muss man ein bisschen unterscheiden. Also KI taucht ja in vielen Bereichen auf. Das ist ja jetzt nicht nur ein Chatbot oder oder, aber so ein Chatbot zum Beispiel, der sieht ja so aus, als ob er oder erweckt den Anschein, dass ich mit einem Menschen spreche, ja, oder will ja möglichst menschlich auch rüberkommen. Und das ist was, was zum Beispiel, jetzt kaufe ich ein bisschen ab, ich komme gleich zurück, was Kinder nicht gut unterscheiden können, ja. Also ich, das ist sowieso schwierig zu verstehen. Erstmal am Anfang, ich chatte mit jemandem, also ich schreibe jetzt dem Steven eine Nachricht und dann antwortet der Steven. Und ich kann aber jetzt auch mit einem fiktiven Charakter chatten oder ja zum Beispiel auch mit einem Charakter aus meiner Lieblingsserie oder so, ist ja alles plötzlich möglich mit der KI so. Und dann schafft unser Gehirn aber nicht, das zu differenzieren, dass dann nicht diese Person da sitzt, nämlich mein Lieblingscharakter aus der Serie, so wie der Steven jetzt real hier vor mir sitzt und ich mit dem chatte, sondern dass es eine KI dahinter ist. So, das ist schon mal so ein kritischer Punkt, den ich beachten würde. Da kann man noch viel tiefer reingehen, was es noch alles für Risiken gibt, aber.
SPEAKER_01Darf ich direkt schon eingrätschen? Weil ich glaube, es ist ganz wichtig, tatsächlich für die Zuhörenden auch zu wissen, dass, also du meintest, dass wir die KI trainieren, ne? Also alles, was wir schreiben können. Es gibt ja so eine Einstellung, die muss man raussuchen, ist unterschiedlich, wo, ich gehe jetzt auch gar nicht genauer drauf ein, aber du kannst ausstellen, dass deine Konversation nicht für Trainingsdaten benutzt werden. Also es ist schon mal gut. Und die Sache ist, ich kann jetzt nur von OpenAI sprechen, also die Leute hinter ChatGPT, dass die vermeintlich versuchen, also versuchen die Wirkung zu erzeugen, dass sie es sicher machen. Und ich glaube auch, dass sich tatsächlich darum bemühen, weil wir an einem Punkt angekommen sind, wo es halt wirklich super extrem schnelle Entwicklungen gibt. Und die Leute auch merken, wow, okay, vielleicht sollten wir doch gewisse ethische, moralische Richtlinien da einrichten. Es gibt ja auch den European AI Act, müsste es geben. Also wirklich auf europäischer Ebene, dass man sich hingesetzt und gesagt, okay, wow, alles gut und schön, ne, super spannend, super coole Technologie, wird super viele Probleme lösen. Bin ich mir ziemlich sicher. Aber welche Probleme kriegen wir dadurch, ne? Also auch da nochmal sich das Rückseite.
SPEAKER_00Ja, immer so, es hat immer beide Seiten.
SPEAKER_01Und deshalb finde ich, es ist, glaube ich, auch so wichtig, dass wir die Kinder früh ranführen, wenn du sagst, ja, die chatten jetzt mit dem Lieblingscharakter aus einer Serie oder so, wirklich diese, da sind wir wieder bei allem, hey, begleitet, Leute, ne? Begleitet bitte
KI Bestätigt Dich Immer: Echoeffekte
SPEAKER_01die Kinder. Setz dich hin und mach mal so im Optimalfall wirklich erst alleine prüfen, wie funktioniert das, dann gemeinsam mit dem Kind und danach auch komplett reflektieren. Wie fühlt sich das denn an? Also hast du wirklich gerade das Gefühl, und da sind wir auf der Gefühlsebene, dass du gerade mit dem sprichst, wie macht es, also was macht es denn gerade mit dir? Und glaubst du, dass der wirklich so antworten würde?
SPEAKER_00Und da möchte ich auch gleich einhaken, nämlich, also ich will gleich auf dein Projekt zurückkommen, aber jetzt nochmal an der Stelle finde ich es, wer wir gerade drüber sprechen, wichtig. Weil das uns bewusst ist. Ich habe das jetzt vor ein paar Tagen erst wieder auf Social Media gesehen, wo jemand ein Video hochgeladen hat und sagt, es passiert gerade viel. Ich habe die KI gefragt zu XY-Thema und das hat mir das und das und das ausgeschüttet. Und das ist immer das, was die Person hören möchte. Also die Leute posten dann und sagen, schau doch mal, selbst die KI sagt und ich bin bestätigt darin. Ja, ich glaube, es ging um Freilernen oder sowas in die Richtung, ja. Ja, Moment. Und dann stand einfach in den Kommentaren drunter, yeah, selbst die KI weiß es schon besser und dass es besser ist für die Kinder und dies und das. Ich habe mir ein bisschen die Kommentare durchgelesen. So, und eine hat dann geantwortet drunter, naja, die KI erzählt dir immer, was du hören willst. Und das ist nämlich genau der Punkt, ja. Also die KI, das muss man einfach jetzt, um wieder ein bisschen mal in die Meta-Ebene zu kommen und mal sich ein Bewusstsein zu schaffen dafür auch. Die KI wird dir immer erzählen, was du hören willst, sowohl im Positiven als auch im Negativen, ja. Also weil, was steckt dahinter ist ja, die Entwickler wollen, dass wir Zeit verbringen daran, wie an jeder anderen App auch. Und jetzt überleg mal, du fragst die KI irgendwas und die würde anfangen, dir zu widersprechen oder mit dir anfangen zu streiten, dann hörst du ganz schnell auf, diese App zu nutzen oder machst es aus, ja. Weil du sagst, hey, Moment mal, das will ich doch gar nicht hören jetzt, ja. Und deswegen ist es, du wirst niemals diese Antwort, also du wirst immer die Antwort kriegen, die du hören willst, natürlich, ja. Und jemand, der sagt, hey, freier Lernen ist toll, ich positionier mich jetzt in keine Richtung hier, aber das war einfach da das Thema, der wird immer darin bestärkt werden dann, ja. Und dann kommt nicht, pass mal auf, vielleicht Schulsystem, dies, das oder was, sondern es ist immer in diese Richtung. Und das ist was, was uns bewusst sein sollte. Und jetzt auf die Kinder oder jetzt chatte ich mit meinem Lieblingscharakter da.
Risiken: Chatbots, Suizid, Social-Media-Druck
SPEAKER_00Was jetzt das Negative ist, was auch schon ganz, ganz viel passiert ist und passiert weiterhin, ist, dass Kinder auch in selbstverletzendes Verhalten oder in Suizid getrieben werden, zum Beispiel von Chatbots und KI.
SPEAKER_01Oder die dann sagen von Reportage, wie heißt er, das Jenke-Experiment gab es mal wieder. Letzten Montag kam es raus mit Digital Detox. Unfassbar gutes Experiment wieder gewesen. Also ich mag den einfach, weil er sich selber durch, also dass er es wirklich selbst ausprobiert mit seinem Kameramann und weil du gerade auf Suizid selbstverletzten Verhalten gesprochen hast, da sind sie nochmal kurz auf Social Media eingegangen. Und wie schlimm das eigentlich ist, wie auch Zuckerberg, also Mark Zuckerberg, Gründer von Meta, und immer noch, glaube ich, doch immer noch CEO von Meta ist, da vor dem Senat saß, also wirklich in diesem Senate Hearing.
SPEAKER_00Oh ja, ich hab's auch gesehen.
SPEAKER_01Das ist so gut. Und halt hinter ihm, diese ganzen Eltern, die sind wirklich da reinmarschiert mit den Fotos der Kinder, die sich halt selbst umgebracht haben. Und dann der Senator meint halt irgendwann, ey, guck mal, sie wussten es, sie wussten es, sie haben da Berichte drüber, dass es halt gefährlich ist, das, was sie da entwickelt haben, aus Social Media in dem Fall, weil es ja auch Echokammern, Filterblasen, neues Wort, ho, was ist das? Da musste ich gerade dran denken, als du gesagt hast, ja, ChatGBT sagt dir immer nur, was du hören möchtest.
SPEAKER_00Das ist ja ein Algorithmus, der lernt letztendlich.
SPEAKER_01Ja, genau, der lernt ja auch. Aber auf jeden Fall hat Sack gesagt, nein, das stimmt nicht, das wussten wir noch nicht. Und der Senator haben sich eigentlich jemals entschuldigt bei den Eltern. Und du hast recht, es war so unangenehm, das anzugucken, wer dann aufstand und sich umgedreht hat. Und die haben alle hoch, gerade die Schilder hochgehalten und er stand dann da und du wusst, er hat keine Wahl. Er muss das jetzt machen. Er muss es jetzt machen. Und auch einfach mal zu sehen, wie blöd er sich dabei gefühlt hat. Du konntest es in seiner Körpersprache absolut sehen. Und ich möchte nochmal kurz drauf zurückkommen, über dieses, die KI sagt dir nur, was du hören möchtest, weil wenn du streitest, würdest du, würden wir ganz schnell abschalten. Deshalb ist es so wichtig, dass, und das ist jetzt nur eine, also diese Promptfähigkeit, ne, also in diese Box reinzuschreiben, was du eigentlich von der KI möchtest, und diese Anweisungen, ey, da steckt so viel mehr drin. Also erstmal ist es eine Zukunftskompetenz auf jeden Fall, aber es bringt dir ja auch was in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Einfach mal klare, genaue Aussagen zu treffen. Also es fördert auch die Sprachentwicklung und die Kommunikation. Also deshalb meine ich, diese Technologie, wenn man mal wirklich hinguckt, egal wie vermeintlich schlimm die immer ist, da kommt es immer auf die Perspektive an.
SPEAKER_00Ja, genau, es muss halt immer ein Bewusstsein, also es muss immer bewusst sein, ja. Also es ist immer ein Unterschied, ob ich jetzt unbewusst konnten konsumiere oder ob ich mit
Prompten Als Zukunftskompetenz
SPEAKER_00Bewusstsein Dinge nutze. Und das ist ja das, wofür wir hier sind, ja. Also nicht nur jetzt irgendwie alles schlecht oder nicht alles schlecht reden jetzt, sondern einfach ein Bewusstsein schaffen, damit man dann eben überhaupt in der Position ist, auch die Dinge bewusst zu nutzen und nicht einfach irgendwo ins Messer zu laufen und hinterher zu sagen, upsi, habe ich gar nicht gewohnt.
SPEAKER_01Genau, also ich würde es auch einmal nochmal ganz klar benennen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass digitale Medien oder Technologien Werkzeuge sind. Werkzeuge, die wir benutzen können. Ich musste gerade so ins Messer laufen, Schweizer Taschenmesser. Du nimmst ja auch kein Schweizer Taschenmesser und du rammst es dir irgendwie rein. Also du nimmst ja nicht dein Werk sein und verletzt dich selbst. Ja, das kannst du damit. Das kann passieren. Es können auch Unfälle passieren.
SPEAKER_00Und in den falschen Händen kann auch damit passieren.
SPEAKER_01Das ist voll mein Thema, ne? Ich merke auch schon, wie ich wieder super schnell spreche. Ich hoffe, ihr lieben Zuhörerinnen, dass ihr es dann auch noch versteht.
SPEAKER_00Man kann ja die Geschwindigkeit sich auch einstellen an die Panel-System. Aber das ist einfach, das ist das Riesenoberthema einfach, also sich ein Bewusstsein schaffen. Und wenn man nicht weiß, wie, dann eben sich da auch mal Hilfe holen. Und jetzt habe ich auch einen Artikel gelesen, kürzlich, das wollte ich auch noch ein bisschen verarbeiten, mal in Schriftform, dass es so viele tolle KI-Programme auch für Kinder jetzt gibt. Aber es, ne, und dann guck mal, dann kann das Kind das und das und das und alles selbstständig machen und recherchieren und dies und das so. Aber eben ChatGPT ist keine Suchmaschine zum Beispiel. Ja, also und so wird es halt ganz häufig genutzt. Die rastet gleich schon wieder aus. Hallo, hallo. Dass wir Chat-GPT benutzen, um Informationen wie aus einer Suchmaschine zu kommen. Aber es ist ein Algorithmus, also ne, es sagt dir, was du hören willst. Es ist nicht, ich gehe auf Wahrheit suche und will ein bisschen was recherchieren und vielleicht kontroverse Aussagen auch vergleichen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Das wird nicht funktionieren. Außer ich weiß, wie ich es benutze und wie ich die richtigen Fragen stelle.
SPEAKER_01Ja. Aber warum ich gerade so noch, meine Finger gummeln, warte, warte, warte, warte. Weil OpenAI hat jetzt eine neue Funktion eingebaut und das ist Atlas. Also Atlas ist eine Applikation, die du für, ich glaube du bist jetzt nur Mac OS benutzen kannst, also für Apple, die ein Browser ist. Also die wirklich ein Browser ist, wo du damit dann halt im Internet surfen kannst, genauso wie Safari, Google Chrome, ich glaube Microsoft ist Mozilla oder so, ne? Nee, Firefox.
SPEAKER_00Alle möglichen anderen Firefox. Ja.
SPEAKER_01Nee, warte mal, Bing ist die Suchmaschine von Microsoft, da verwechsel ich gerade irgendwas. Ecosia
Erotikfunktionen, Altersgrenzen, Elternkonten
SPEAKER_01ist, glaube ich. Egal, es gibt ja ganz.
SPEAKER_00Startpage. Ja, egal.
SPEAKER_01Es gibt ja ganz, ganz viele Sachen. Also, aber ich bin da komplett bei dir. Einfach wirklich das Bewusstsein, Sachen, okay, wie schreibe ich gewisse Sachen da rein, oben eine Antwort zu finden, damit er auch vielleicht mal kontrovers mit mir diskutiert.
SPEAKER_00Genau. Und vor allen Dingen, was jetzt, du hattest ChatGPT und Updates auch angesprochen. Also die haben jetzt auch ein, oder ne, du hast vorhin gesagt, ja, die machen das sicherer und so, aber auf der anderen Seite oder gleichzeitig, das ist ja immer so eine Gleichzeitigkeit der Dinge, die so passieren, rollen sie ein Update aus, wo sexualisierte Inhalte, wo Pornografie und so weiter alles sind.
SPEAKER_01Ja, die Erotikfunktion, ja, also das habe ich auch schon gehört, ich finde immer fragwürdig, wofür. Aber gut, es gibt genug unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, auch was die Sexualität und die Fantasie der Sexualität angeht. Von daher überrascht mich das nicht. Wir versuchen ja eben.
SPEAKER_00Nur aber wenn es halt Kinder nutzen, es ist halt auch wieder so ein Ding von, es ist halt nicht einfach eine safe Suchmaschine, wo ich Infos kriege, sondern es sind halt auch alle andere Dinge möglich.
SPEAKER_01Ich würde jetzt die Behauptung aufstellen, dass für diese Erotikfunktion tatsächlich, dass sie nicht komplett integriert ist. Es ist nur Behauptung, ich muss es nachprüfen, ich kann es nicht.
SPEAKER_00Ich habe es mir auch noch nicht angeguckt, ich habe gelesen darüber. Und selbst wenn es mit Altersfreigaben geschützt ist, wissen wir alle, wie gut Altersbeschränkungen funktionieren.
SPEAKER_01Ja, und das ist das nächste, wie wann, also wann kommt ein Eltern-Account? Also ich weiß ja, dass ich glaube, Instagram, TikTok.
SPEAKER_00Also es ist halt alles, aber die haben das, die Social-Media-Plattformen, aber es ist halt alles viel zu leicht zu umgehen. Also es ist super leicht zu umgehen.
SPEAKER_01Wollen wir uns beide mal einfach neue Accounts machen? Einmal bin ich, es hört sich jetzt verstammend verkehrt an, aber ich meine es voll sinnvoll eigentlich. Wir machen uns einfach Accounts. Einmal bist du meine Mutter und ich bin das Kind.
SPEAKER_00Ja, das kann man machen. Aber ich meine jetzt mal ganz easy peasy ist, Eltern denken oft, naja, ich mache einen Eltern-Account und dann kann ich immer sehen, was mein Kind macht und so. Das ist ja schon mal vom Gedanken her richtig. Aber wie schnell, das ist ja mit dem Kind besprochen, so, dann eröffne ich halt mir einen neuen Account, wo die Mama nicht zugucken kann, fertig ist die Laube. Also das ist ja ganz oft was passiert.
SPEAKER_01Okay, ich würde das Experiment
Rollenspiel-Idee: Eltern-Kind-Account-Experiment
SPEAKER_01wirklich mal machen. Ich schreibe mir das jetzt mal Social Media Mama Papa Experiment. Und wir challengen uns, ja, also wir challengen uns gegenseitig, was man alles sehen auszutricksen. Also wir machen mal bewusst alles das, also im Rahmen, ja, ich wollte auch sagen, im Rahmen, weil ich weiß.
SPEAKER_00Und dann machen wir eine Podcast-Folge drüber.
SPEAKER_01Ja, genau. Wenn ich mit Erwachsenen arbeite, also in Seminaren und in so Rollenspiele reingehe, ey, das sind die unrealistischsten Rollenspiele, die du vorstellen kannst.
SPEAKER_00Da haben wir ja schon drüber gesprochen, hier auch in einer anderen Folge, ne? Dass einfach den Eltern oft nicht bewusst ist, mit welcher Realität die Kinder konfrontiert sind, weil die Algorithmen anders funktionieren.
SPEAKER_01Genau, aber dieses übertreibende Rollenspielen. Und jetzt, ich teile mal doch, die Story muss ich teilen. Ich war letztes Jahr auf einem Hundeseminar mit meiner Partnerin und meiner Hündin für Leinführigkeit. Also einfach, um das Verhalten wieder ein bisschen in den Rahmen zu kriegen, weil unsere Hündin ist sozial inkompatibel. Die mag keinen anderen Menschen, die mag keinen anderen Nun, die pöbelt einfach alles an. Weil sie denkt, sie hat die Verantwortung, sie muss sich um alles kümmern und uns beschützen. Okay, und dann sollten wir mal für uns, also wir haben uns gegenseitig in die Leine genommen. Also meine Partnerin hat mich an die Leine genommen, einfach um mal so, nennen das Gefühl für einfach nur umgeführt. Hört sie jetzt wie so ein Sexspieler, nein, ist es aber nicht.
SPEAKER_00Bleiben wir im Kontext.
SPEAKER_01Ja, genau, auf jeden Fall, damit wir einfach mal ein Gespür dafür bekommen, wie das eigentlich für den Hund ist, wenn man so an alleine immer zurückgeht, komm jetzt hierher und du reist an der Leine zurück, was das eigentlich mit dem Hund macht. Und ich habe natürlich auch so getan, als ob ich jetzt ausrasse und dann an alleine reiße, ist natürlich voll übertrieben gewesen. Und das meine ich damit, dass wenn Erwachsene sich in die Rolle eines Kindes versetzen oder ein anderes Wesen, Person meistens, entspricht es nicht der Realität. Ich würde jetzt sagen, dass wir beide, also wenn du viel mit Kindern oder mit deiner Zielgruppe, da du dich hineinversetzen oder zu tun hast, ist das was anderes. Dann hast du halt gewisse Erfahrungswerte, aber da sind wir auch ja bei Erfahrungswerten, auf wie wir zugreifen können. Die aber die meisten Erwachsenen nicht haben, die meisten Eltern oder Lehrkräfte nicht haben, weil sie nur in ihrer eigenen Bubble sind. Da sind wir wieder Filterblase, sie haben ihren Kontext.
SPEAKER_00Das ist ja normal, also das sind wir alle. Das ist ja.
SPEAKER_01Genau. Ja, so viel zu Rollenspiel und übertreiben. Deswegen bin ich sehr gespannt. Guck mal, wir machen gerade eine Podcast-Folge und es kommt schon wieder die nächste Idee hoch.
SPEAKER_00Kommen immer nächste Ideen hoch. Also, was ich jetzt nochmal sagen wollte, du hattest angefangen mit, auch wenn man jetzt so Projekte mit Kindern macht,
Altersangemessene KI-Projekte Und Urheberrecht
SPEAKER_00das sind wir jetzt ein bisschen nochmal in eine andere Richtung gedriftet, die auch wichtig ist. Es ist einfach ein vielschichtiges Thema. Also KI werden wir immer wieder besprechen hier auch. KI und Beziehung zum Beispiel und so weiter. Da gibt es ja noch ganz viele Themen.
SPEAKER_01Es gibt Ex-Chat-Bots. Ey, ich war vollkommen überrascht. Es gibt wirklich, also ja, ChatGPT hat jetzt die Erotikfunktion und wieder integriert. Oder irgendwo gibt es die, ich habe keine Ahnung bis jetzt, aber wir versprechen euch, wir recherchieren das. Es gibt wirklich so zwei Bots, die nur darauf spezialisiert sind.
SPEAKER_00Ja, ja, klar, da gibt es einiges. Es gibt ja auch viele, die Beziehungen führen mit KI, aber das ist nochmal ein anderes Thema. Also ich wollte nochmal auf dein Kinderprojekt zurück. Ja, also auf der einen Seite sollte man sich fragen, eben, lade ich mein Kind dann jetzt da ins Netz hoch? Ja oder nein? Nein?
SPEAKER_01Nein.
SPEAKER_00Und die andere Sache ist ja auch, also jetzt habe ich mir überlegt, man kann, naja, man kann auch mit Bildern, mit gemalten Bildern arbeiten zum Beispiel, ja. Aber was ist mit dem Urheberrecht? Also du gibst ja immer deine Bildrechte auch ab dann. Ich habe ja an allem, was ich tue, auch ein Urheberrecht.
SPEAKER_01Ja, Riesenthema. Ich würde tatsächlich jetzt gar nicht drauf eingehen, weil es geht ja tatsächlich um ja wirklich Kinderprojekte. Und wenn dann, wir sprechen es von gemalten Kindernbildern. Also wenn jetzt nicht von Fotos.
SPEAKER_00Ja, weil das habe ich jetzt auch schon viel gesehen. Zum Beispiel gibt es so gibt es so Apps, wo du dann, wo deine Kinder irgendwas malen und dann kannst du das zum Leben erwecken mit KI zum Beispiel. Das ist ja irgendwie ganz auch nett und süß. Weiß ich nicht. Muss sich jeder, denke ich, selber auch, und das sind ethische Fragen, ja. Also muss jeder sich auch ein bisschen ein ethisches Bild machen oder sich selbst hinterfragen.
SPEAKER_01Eine Sache kann ich jetzt einmal noch, wenn, wenn sowas Bildgenerierende KIs mit ChatGPT und alle anderen wurden mit unfassbaren Bilddaten gefüttert und Beschreibungen, wie die Bilder aussehen. Deshalb können die auch so gut Bilder erstellen. Aber da ist das Urheberrecht nicht geklärt. Es gibt aber was Schönes, und zwar von Adobe Fire ist es. Adobe Fire, die haben nur, also die haben die KI nur mit lizenziertem Bildmaterial trainiert.
SPEAKER_00Wäre auch schon mal eine gute Info.
SPEAKER_01Ethisch korrekt ist, ethisch-moralisch korrekt ist. Also die Frage ist immer, wo ziehst du die Grenze? Also, wo ist für mich immer dann, ist für mich jetzt das Verständnis von dem Kind einfach wertvoller, dass es lernt, damit umzugehen? Oder dass ich jetzt eventuell zu einem Prozentsatz mit Wahrscheinlichkeit die Urheberrechte verletze. Und dann ist auch immer die Frage für mich: Okay, wie groß ist die Konsequenz? Was kann im schlimmsten Fall passieren? Also, wo da sind mehrere Aspekte, und tatsächlich für mich steht immer eher Kind im Fokus, damit es einfach lernt. Aber natürlich auch, wenn wir jetzt von einem sechsjährigen Kind sprechen, und dem KI denkt, wir denken uns in der Geschichte mit der KI aus und generieren dann Bilder dazu und erstellen danach noch ein Buch dazu,
Daumenregel: Erst Real Können, Dann Digital
SPEAKER_01dann ist für mich der Lernprozess da absolut im Fokus. Ja, ich würde dann einfach noch in die Reflexion mit dem Kind reingehen. Aber ich würde jetzt nicht mit Urheberrecht und sowas ankommen, sondern fragen, okay, wie glaubst du, kommen denn die Bilder zustande? Und da halt wieder so ein bisschen reingehen. Weil für ein sechsjähriges Kind, und das ist jetzt wieder der Altersunterschied, wenn du mit einem 12, 13, 14, 15 aufwärts arbeitest, natürlich kannst du dann da reingehen. Also du kannst immer dem Kind, wenn du mit KI arbeitest, ja immer kindergerecht noch gewisse Inhalte weitervermitteln.
SPEAKER_00Yeah.
SPEAKER_01Und es geht ja wirklich darum, ich möchte die KI als Hilfsmittel benutzen. Eigene Ausmalbilder kreieren. In dem Buch, bestiebel, ein Ausmalbild mit einer Grafi, die Spaghetti Eis isst. Findest du im Keimalbuch. Oder Hulk in einem Ballerina-Tütü. Würde jetzt kein Junge machen, bin ich ehrlich. Aber findest du auch Jungs? Oder Spiderman, wie er, keine Ahnung, was weiß, keine Ahnung, mir fallen keine Beispiele ein.
SPEAKER_00Also, was ich grundsätzlich wichtig finde, ist noch, du hast es auch gerade angesprochen, dass wir auf das Alter des Kindes gucken. Also wann machen wir solche Geschichten. Du weißt, ich bin hier entwicklungspsychologisches Mindest immer. Deswegen ein bisschen sitzt mir auch. Mein Background. Ich würde als so als Daumenregel mir immer merken, wenn Fähigkeiten im realen Leben erlernt sind, dann kann ich sie digital nehmen. Aber ich habe jetzt einfach auch schon viele solche Dinge gesehen, wie eben, du kannst dann Bilder kreieren, du kannst dir Texte schreiben, also das wissen wir ja, ne? Was kann das Kind alles noch, kann Games entwickeln, was auch immer alles möglich ist. Ich kann es gar nicht alles aufzählen. Es ist unfassbar viel möglich. Wenn diese Fähigkeiten, also musste ich noch mal kurz anders sagen. Wir haben schon auch im Podcast darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass wir Dinge selber tun, damit unser Gehirn sich entsprechend entwickelt. Ja, und gerade im Kindesalter ist es unfassbar wichtig, selber Dinge zu erarbeiten und auch an Punkte zu kommen, wo ich erstmal nicht weiterkomme, wo ich vielleicht eine Lösung finden muss, wo ich mein Gehirn anstrengen muss, wo ich Fehler machen muss, wo ich über die Fehler wieder was Neues lerne, wo ich vielleicht von vorne anfangen muss und so weiter und so weiter. Diese Situationen sind unfassbar wichtig und die müssen wir kreieren für unsere Kinder tatsächlich, wenn sie es nicht selber tun. Und wenn ich jetzt einfach zu früh mit diesen KI-Tools arbeite, dann fällt es alles weg.
SPEAKER_01Fang mit dem Lego-Baustein an.
SPEAKER_00Genau. Ja, und dann bin ich Künstlerin auch noch dazu. Also ich finde es unfassbar wichtig, dass man diese Dinge selber tun kann. Oder vielleicht noch ein anderes Beispiel dazu, das ein bisschen plastischer ist. Ich kann Schreiben nicht lernen über die Tastatur. Das geht nicht. Also ich kann die Tastatur benutzen, wenn ich schreiben gelernt habe. Aber wirklich Schrift zu verstehen, Buchstaben lernen und so weiter, und da brauche ich die Handschrift für, ja, also von der Hand durch die Bewegung, durch den Arm ins Gehirn. So wird schreiben gelernt. Wenn ich das gemastert habe, wenn ich das kann, dann kann ich die Tastatur benutzen, kein Problem. Aber einem Kind in der ersten Klasse eine Tastatur hinzustellen, das wird unfassbar schwierig sein, dass es Schreiben lernt damit.
SPEAKER_01Also ich hoffe, dass wir niemals dahin kommen, in der ersten Klasse, dass wir eine Tastatur da hinstellen.
SPEAKER_00Also ich mache nochmal ein reales
Schreiblernen: Tablet-Falle Und Dopamin
SPEAKER_00Beispiel dazu. Ich habe vor ein paar Jahren in einer Schule gearbeitet für geistig behinderte Kinder. Und in der Grundstufe, also wo alles zwischen Klasse 1 und 4 sind, die gemischt. So, und dann ging es auch um Buchstabenlernen. Und da, dass natürlich dann Kinder auch mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten da sind, wollen wir es positiv formulieren, gab es so verschiedene Schreibstationen zum Beispiel. Also natürlich gab es Stift und Zettel, es gab Steinchen, wo man die Buchstaben legen konnte, es gab so einen Sand, eine Sandgeschichte, wo man die reinschreiben konnte.
SPEAKER_01Mit allen sind wir, ne?
SPEAKER_00Mit Mete, mit Wasser, an der Tafel und so weiter, ja, weil einfach speziell noch bei diesen Kindern auch so ist, dass die oft nicht so eine lange Aufmerksamkeitsspanne haben, ja, und dann immer wieder mal was Neues brauchen. Also total gut. So. Und es gab auch eine Station, wo ein Tablet lag. Und ich erzähle die Geschichte immer wieder so gerne, weil ich das natürlich auch mit anderen Augen dann beobachtet habe. Ich beobachte, wie gehen die Kinder da durch, habe die auch durchbegleitet durch so Stationen. Und es ist schön zu sehen, dass die Kinder dann merken, jetzt brauche ich was Neues zum Beispiel. Jetzt kann ich hier nicht mehr aufmerksam sein, jetzt brauche ich vielleicht was anderes gerade. So, dann gehen die weiter. Das passiert ganz normal im Tun. Sobald die an dieser Tablet-Station waren, was denkst du, es ist das Erste, was passiert?
SPEAKER_01Dass die erstmal krass darauf starren.
SPEAKER_00Ja, die sind gehockt. Also dieses, ich kann jetzt nicht mehr oder ich habe keine Konzentration mehr, das fällt schon mal weg. Weil der Bildschirm einfach ganz anders in den Band zieht. Also, das heißt, die spüren das nicht mehr, wenn es zu viel ist oder wenn ich nicht mehr kann. Jetzt gucken wir aufs Programm, also was haben die dann da gemacht? Da ging es um Buchstaben nachfahren einfach. Also da kommt dann irgendwie random ein Buchstabe und den muss ich dann nachfahren. Dann ist es auch mit, ich glaube, es war Anton, die Anton M, mit in den Pfeilen, du musst von da nach da und von da nach da. Also wenn es nicht richtig gemacht ist in diesem Schema, genau, aber wenn es nicht in diesem Schema passiert ist, dann macht es nicht Bing und es geht nicht zum nächsten weiter. Wenn ich mit dem Finger ein Stückchen drüber raus bin, dann ist es ja auch nicht richtig. Also ich muss das A genau, ganz genauso machen, wie es da drauf ist.
SPEAKER_01Und dann macht es Bing?
SPEAKER_00Irgendwas hat es gemacht, dann geht es weiter und.
SPEAKER_01Bing, Dopamin.
SPEAKER_00Ja, genau. Und das ist da, das ist halt schon diese Gamifizierung von Aufgaben, ja, also es wird aus allem ein Spiel gemacht. So, warum sitzt dieses Kind da ganz bestimmt nicht, weil das jetzt das A richtig schreiben kann und möchte? Sondern, du hast es gerade gesagt, es macht Bing, es kommt ein Dopaminkick. Und das ist der Punkt, wo ich gehuckt bin. Dann bleibe ich da sitzen. Dann mache ich weiter, weiter, weiter und wo ich nicht mehr spüre, bin ich jetzt müde, bin ich unkonzentriert, ist es mir zu viel? Ich habe kein Gefühl mehr dann für mich selbst. Ich merke nicht, wenn ich jetzt was anderes brauche, dass ich was anderes brauche, vielleicht. Und die andere Seite, die ich noch dazu stellen möchte, ist, was ist mit der Individualität, mit der eigenen Handschrift? Die geht verloren, weil ich kann, ich muss in diesem Schema bleiben, sonst ist es nicht richtig. Wie oft sage ich meiner Tochter, wenn sie sagt, ich kann das nicht und es sieht so blöd aus, sage ich, bei dir ist es viel schöner, Mama.
SPEAKER_01Ich habe es aber auch ungefähr eine Milliarde Mal geschrieben.
SPEAKER_00Genau. Nummer eins, Nummer zwei, ich bin jemand anders. Meine Handschrift wird immer anders aussehen wie deine und das ist gut so. Das ist deine Individualität. Und dieses, wie wir jetzt da hingekommen sind, ist, wenn das ist wichtig, um schreiben zu lernen. Ich brauche, ich muss meine eigene Hand bewegen können. Und es war so schön, das da zu beobachten einfach mal in diesem Rahmen, wie sind die Kinder denn anders und was passiert da? Wie nutzen die diese Dinge auch? Und jetzt kann man sich fragen, ist das halt nötig an dieser Stelle, ja oder nein? Ich würde das aus meiner Sicht und meiner Meinung nach ist es nicht nötig, ab erste Klasse mit Tablets zu arbeiten, um schreiben zu lernen. Da sollte es viel wichtiger sein, wirklich die basalen Fähigkeiten auszubilden und wirklich über das Tun zu
Individualität Statt Schema-F
SPEAKER_00gehen. Und wenn wir jetzt noch einen Schritt weiter gehen und sagen, okay, wir machen das nicht nur über das Tablet, sondern wir fragen KI und KI generiert mir einen Text, zum Beispiel, wenn ich einfach ein paar Stichworte reingebe, dann unterbreche ich ganz wichtige, fundamentale Entwicklungsschritte im Gehirn des Kindes. Ja, also klar kann man dann sagen, naja, KI wird dann immer da sein und vielleicht brauchen wir das auch gar nicht mehr. Aber wir brauchen unser Gehirn nicht nur, dass es schreiben lernen kann, sondern indem ich sowas mache wie Schreiben, Lernen, trainiere ich. Also wie der Muskel, haben wir schon drüber gesprochen, auch ich trainiere einen Muskel. Wenn ich den nicht mehr trainiere, dann wird der müde, dann wird der ganz klein und dann kann ich auch mein Gehirn in anderen Bereichen nicht mehr benutzen. Und dann werde ich manipulierbar im letzten Endes.
SPEAKER_01Ja, definitiv.
SPEAKER_00Um das hier mal so ein bisschen abzuschließen, also ein kleiner Exkurs, aber wichtig, um einfach zu verstehen, was passiert alles nicht. Also, ich stelle immer, wenn Eltern mich fragen, wie viel Medienzeit ist für mein Kind, okay, zum Beispiel, dann stelle ich ihm erstmal die Gegenfrage und frage, was passiert? Also machen wir uns bewusst, was passiert alles nicht in der Zeit, wo Medienzeit stattfindet oder wo ich diese Dinge nutze. Also welchen Möglichkeiten habe ich nicht in der Zeit. Altersgemäß. Spreche ich jetzt über einen 16-, 17-jährigen Jugendlichen, kann ich ganz anders die KI nutzen für solche Projekte, wie du sie zum Beispiel angesprochen hast. Um deswegen, ja genau, um es rund zu machen. Es geht immer darum, das Alter des Kindes zu berücksichtigen, nicht zu sagen, alles ist doof für Kinder oder alles ist toll, sondern wirklich individuell zu schauen, wo steht denn das Kind gerade, in welchem Entwicklungsschritt ist es denn gerade? Was braucht es? Dienst oder Dienst nicht?
SPEAKER_01Und wenn ihr es doch ausprobiert und euch dafür entscheidet, setzt euch danach mit dem Kind gemeinsam hin und sprecht darüber. Das ist das absolut Wichtigste. Sprecht danach darüber. Was hat es mit dir gemacht? Was ist passiert? Was würde passieren, wenn? Lass uns das mal ausprobieren und immer wieder in diesen Reflexionsloop reingehen. Also die Reflexionsschleife, so deutsches Wort. Reflexionsschleife reingehen, um zu gucken. Und wir reden jetzt ja auch hier nicht, macht es 24 Stunden am Tag. Also wir reden euch mal wirklich hin und guckt, wenn das Thema aufkommt. Also wenn es Thema ist, wenn es nicht Thema ist, dann macht das Thema doch gar nicht auf.
SPEAKER_00Ja.
SPEAKER_01Außer bei Gefahren im Internet sprecht früh mit euren Kindern drüber.
SPEAKER_00Altersgemäß.
SPEAKER_01Also lasst uns das rund machen. Du sagst, was passiert, also was ist dem Kind alles in der Zeit nicht möglich, wenn es Medien nutzt oder Technologien nutzt und altersgemäß und einfach das Reflexionsgespräch danach. Das ist das Wichtigste.
SPEAKER_00Und wichtig auch dazustellen, wenn ich in eine Richtung gegangen bin und vielleicht was eingeführt habe jetzt mit meinem Kind und merke, oh, es tut nicht gut, dann kann ich auch, kann ich auch einen Schritt zurückgehen. Das ist auch möglich. Also nicht nur, jetzt habe ich angefangen, jetzt müssen wir jede Woche einen Film gucken. Wenn es nicht ist, dann ist es nicht. Dann warte noch ein Jahr. Irgendwann ist vielleicht dann der richtige Zeitpunkt.
SPEAKER_01Denn auch, auch, auch, wir als Eltern, auch wir dürfen den Lernprozess dann einfach annehmen.
SPEAKER_00Müssen.
SPEAKER_01Ich bin kein Fan von müssen, das heißt dürfen, ich bin nur so.
SPEAKER_00Nee, ich finde, in manchen Dingen braucht es einen, wir können nicht mehr aussuchen, sondern es ist essentiell,
Medienzeit-Frage Umkehren: Was Passiert Nicht?
SPEAKER_00dass wir begleiten. Ich darf nicht begleiten, ich muss mein Kind danken.
SPEAKER_01Ja, stimmt. Ja, ja. Wir müssen es begleiten. Ja, spannendes Thema, auf jeden Fall.
SPEAKER_00Wir werden noch ein paar Mal drauf eingehen. Vielschichtig. Aber ja, vielen Dank für das Thema, Steven.
SPEAKER_01Ja, ich bin voll gespannt, was du beim nächsten Mal mitbringst.
SPEAKER_00Ich auch. Wir haben schon immer fleißig Notizen nebenbei gemacht, wo man nochmal wieder eine Podcast-Folge drauf strecken kann.
SPEAKER_01Ganz kurz, eine Sache, Highlight der Folge, was war dein Highlight der Folge?
SPEAKER_00Boah, wir haben viel besprochen, jetzt uns selber kurz überhaupt nicht.
SPEAKER_01Was hatte ich am meisten zum Lachen, zum Nachdenken gebracht, ist ja egal. Das kann ja alles ein Highlight sein.
SPEAKER_00Also für mich ist ich Highlight, ich glaube eher einmal.
SPEAKER_01Du darfst es, wie du möchtest.
SPEAKER_00Ich ende das jetzt mit, dass es einfach so ein vielschichtiges Thema ist. Und ich habe auch vieles, auf vieles auch keine Antworten noch nicht. Ich habe zu vielem ein Gefühl und ich glaube, das ist das Ausschlaggebende. Auch schon darüber gesprochen, dass man nach seinem Gefühl geht und wenn man merkt, irgendwas fühlt sich da nicht richtig an, dann lassen es auch. Und das ist, ja, es ist noch eine lange Debatte. This is just the beginning, würde ich sagen.
SPEAKER_01Okay. Ja, sehr schön. Perfekt.
SPEAKER_00Und ich würde sagen, wir schließen es jetzt hier und sehen uns beim nächsten Mal.
SPEAKER_01Also dann die Roman haben noch eine wundervolle Zeit. Bis dann. Ciao, ciao.