Handy, Herz & Hirn - für stressfreie Mediennutzung in der Familie

#09 - Warum digitale Ideale so gefährlich für das Selbstbild unserer Kinder sind

Steven Pfeiffer und Viola Hoffmann Season 1 Episode 9

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Wir sprechen über Körperbilder, Schönheitsideale und warum Social-Media-Algorithmen das Selbstbild von Kindern verzerren. Wir ordnen Risiken wie Pro-Ana-Coaches, KI-Profile und manipulative Chatbots ein und zeigen, wie Eltern präventiv und klar begleiten.

• Kernrisiken sozialer Medien für das Selbstbild
• Essstörungen als Wirkverstärker digitaler Vergleiche
• Studienlage kritisch einordnen statt Schlagzeilen glauben
• Warnzeichen erkennen: Sprache, Rückzug, Kleidung, Nutzung
• Algorithmen, Filter und KI-Profile verstehen
• Pro-Ana-Coaches und Character AI sicher einordnen
• Entwicklungspsychologie: Orientierungssuche in der Pubertät
• Prävention über Beziehung, Ich-Botschaften, Medienkompetenz
• Praktische Schritte: entfolgen, melden, kuratieren, Routinen
• Offen sprechen statt verbieten, Sorgen transparent machen

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Liebe Grüße,

Steven und Viola

SPEAKER_00

Weniger Stress und mehr Leichtigkeit im Umgang mit den digitalen Medien. Das wünschen sich so viele Eltern. Aber wie klappt das eigentlich im vollen Familienalltag und was gibt es da alles zu beachten? Genau darum geht's hier bei uns im Podcast Handy, Herz und Hirn. Deine beiden Experten im Gespräch. Ich bin Viola Hoffmann, Gründerin von Gesund Digital Aufwachsen.

SPEAKER_01

Und ich bin Steven Pfeiffer, Gründer des Bildungsunternehmens im Hopsterlauf. Jeden Donnerstag bekommst du hier eine neue Folge rund um die Welt der digitalen Medien. Wir bieten dir unser fundiertes Hintergrundwissen, erzählen aus unserem Arbeitsalltag mit Eltern und Kindern und teilen praktische Tipps für mehr Leichtigkeit, Klarheit und Freude im Umgang mit Bildschirmmedien. Ganz nach dem Motto: bewusst begleiten statt verbieten.

SPEAKER_00

Und das alles ganz authentisch und mit einer Prise Humor. Aus unserem Alltag, für deinen Alltag und für eine gesunde Zukunft unserer Kinder. Mach's dir jetzt bequem und lass dich inspirieren.

SPEAKER_01

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge mit mir, dem Steven von dem Hopselov und der lieben Viola von Gesunddigital Aufwachsen. Liebe Viola, ich sehe dich, die Zuhörer hören uns nur. Vielleicht hat der eine oder die andere das ja auch gerade in Violas Stimme gehört. Sie lächelt.

SPEAKER_00

Viola, wie geht's.

SPEAKER_01

Wie geht's dir heute?

SPEAKER_00

Hervorragend.

SPEAKER_01

Sonnenschein. Ja.

SPEAKER_00

Immer fest.

Hauptthema Körperbilder Startet

SPEAKER_01

Ich mach's kurz, was für ein Thema hast du uns heute mitgebracht?

SPEAKER_00

Ja, wir haben uns gerade schon mal kurz ein bisschen ausgetauscht. Und zwar wollen wir über Körperbilder sprechen heute. Und vielleicht auch so ein bisschen über Schönheitsideale. Und für mich ist das schon ein langes, wir haben neulich mal drüber gesprochen. Das ist jetzt auch nochmal ein kleiner Insight. Vielleicht ist das ein ganz guter Einstieg, der mir gerade kommt. Du hast mich neulich mal gefragt, ich weiß nicht mehr genau, wie du es gesagt hast, aber jetzt auch im Umgang mit meinem Kind, was mir Sorgen machen würde, oder weißt du noch, wie du es gesagt hast?

SPEAKER_01

Irgendwas mit der größten Angst oder Sorgen um die Zukunft deiner Kinder oder was ist das Schlimmste, was deinem Kind passiert? Irgendwie das in dem Dreh.

SPEAKER_00

Wenn dein Kind jetzt halt an die digitalen Medien nutzt, ne?

SPEAKER_01

Ja, genau, was ist die größte Sorge um dein Kind, wenn es um digitale Medien geht?

SPEAKER_00

Ja, genau. Und dann hast du gesagt, oh Mann, Scheiße, du bist da überhaupt nicht. Du willst einfach immer alles mit deinem Kind besprechen und so. Du bist hier überhaupt nicht repräsentativ.

SPEAKER_01

Ja, das stimmt, das stimmt. Du hast über deine Antwort überrascht.

SPEAKER_00

Und dann warst du über meine Antwort. Also es gibt eine Sache, die mir tatsächlich, ich weiß nicht, ob es eine Angst ist, aber es ist doch einfach eine Sorge.

SPEAKER_01

Bauchschmerzen. Ich habe gesagt, Bauchschmerzen. Was macht die Bauchschmerzen, wenn du. Ja, ja, genau, Bauchschmerzen warst du.

Essstörungen Und verzerrte Selbstwahrnehmung

SPEAKER_00

Und das ist, das sind diese Körperschemastörungen. Also, ne, oder das diese.

SPEAKER_01

Das ist sehr therapeutisch ausgedrückt.

SPEAKER_00

Ja, ich sag's nochmal anders. Also Körperschemastörungen ist, darunter fällt alles, was Bulimie, Anorexie, Essstörungen, alles, was so um diese Essstörungen sich dreht. Und man sagt Körperschemastörung tatsächlich auch, weil betroffene oder erkrankte Menschen einfach tatsächlich sich auch im Spiegel oder wie auch immer, die haben eine komplett andere Körperwahrnehmung. Also viele Menschen von außen würden sagen: mein Gott, es sieht aber ganz schön ungesund aus, wie runtergehungert vielleicht da schon jemand ist. Und der betroffene Mensch würde aber immer noch sich zu fett finden, zum Beispiel. Ja, also mal ganz platt gesprochen. Und da spricht man von so einer Körperschemastörung. Nach ICD-10, glaube ich, auch so ein bisschen. Ja, ja, tatsächlich. Jetzt Therapeuten-Talk Ende.

SPEAKER_01

Violaut.

SPEAKER_00

Viola-Brille absetzen. Hat die heute gar nicht an. Die Therapeuten-Brille habe ich heute nicht an. Und das ist tatsächlich was, aber auch aus diesen, ich kann sie noch nicht ganz absetzen, die Brille, weil ich einfach viel mit, ja, in meiner beruflichen Karriere gearbeitet habe, auch mit in Bereichen, wo ich viel in Kontakt gekommen bin mit diesen Erkrankungen und einfach Kids kennengelernt habe, Mädels kennengelernt habe, die dann mit 14, 15 schon als austherapiert gegolten haben und wo.

SPEAKER_01

Ganz kurz für mich, was heißt Austherapie?

Social Media Als Wirkverstärker

SPEAKER_00

Austherapiert heißt einfach, dass sie eben einfach eine Essstörung haben und die schon so viel durchlaufen haben, also eigentlich alle therapeutischen Hilfemöglichkeiten, die es gibt, wo man dann einfach an den Punkt kommt von du erreichst die nicht mehr. Und das ist eigentlich so das Krasseste für Leute, die in dem Bereich auch arbeiten, ja, zu merken, ja, die ist alles schon durchlaufen oder das Kind, der Jugendliche hat alles schon durch, mit zarten 14, 15 Jahren vielleicht. Und wir sind am Punkt, wo wir sagen müssen, wir können da nichts mehr tun. Also es ist ja immer so, der Patient muss ja immer irgendwie eine Bereitschaft auch haben, was verändern zu wollen oder muss ja auch mitmachen wollen. Sonst kann ich machen, was ich will, dann bewegt sich nichts. Und das habe ich eben schon vielfach erlebt. Und das kann ganz unterschiedliche Hintergründe haben, warum ein Mensch dann an diesem Punkt ist, wo er dann ist. Das brauchen wir jetzt nicht aufdröseln, aber doch ein ganz großer Faktor oder ein Wirkverstärker kann man auch sagen. Also jemand, der vielleicht sowieso schon unsicher ist und dann auf Social Media konfrontiert ist, mit entsprechenden Bildern, mit Schönheitsidealen, mit krassen Filtern, mit krasser Bildbearbeitung und so weiter. Und dann ist das einfach ein Wirkverstärker. Und das ist sowas, was für mich schon eine große Sorge ist. Ich habe so das Gefühl, ich habe schon viele, ich könnte, glaube ich, mit vielen anderen Dingen umgehen und mein Kind da auch stärken und so weiter. Also vielleicht auch was Cybergrooming angeht, was Cybermobbing angeht und also was, da habe ich das Gefühl, da habe ich eine Handhabe auch noch. Aber diese eben solche S-Störung ist sowas, weil das so subtil passiert über all diese Bilder und Vergleiche und so weiter, dass ich, dass ich so manchmal das Gefühl habe, das entzieht sich schon fast manchmal so ein bisschen meiner Handreiche.

Studien, Hype Und Einordnung

SPEAKER_01

Ja, krass. Du hast es gerade schon gesagt, so, also ich höre auf jeden Fall, das ist eine echte Sorge und ich glaube, damit bist du nicht die einzige Mama oder der einzige Elternteil, der sich über sowas Sorgen macht. Und du hast was Schönes gedacht, du hast Social Media gesagt. Und ja, The Anxious Generation von Jonathan Haid, kam ja ein Buch für alle. Ein Buch, was, ach nee, letztes Jahr, letztes Jahr kam es raus, sorry. 2024, da geht es darum, wie er aufdrüsselt, dass die jetzige Generation, geht natürlich auch wieder ums Smartphone, wie das Smartphone die Kinder einer absoluten Angstgeneration aufwachsen lässt. Und er geht auch natürlich auch noch an auf und andere Faktoren, das ist jetzt nicht nur Social Media, aber es geht ja wirklich auch darum, dass Spielplätze, also Schulspielplätze in Amerika, ich muss jetzt sagen, es ist in Amerika, jetzt nicht in Deutschland, oder in der UK, dass die halt wirklich ganz klare Regeln haben. Die dürfen nur so und so hochklettern, der Boden ist absolut gummimäßig. Und also so ganz krasse Regeln haben, wo eigentlich das Freispiel, was so wichtig für die Kinder ist, halt schon krass unterbunden wird eigentlich durch Regeln. Aber jetzt zurück auf Social Media, er zeigt ja was ganz, also wirklich wie die Studien, die er aufzeigt, die sind natürlich auch immer darauf ausgelegt. Also bei Studien, jetzt bin ich auch ehrlich, da müssen wir ganz klar aufpassen, wie die Studien interpretiert wird. Welche Parameter, welche Werte sind da drin? Also auch da, wenn man, es ist immer so schön, wenn dann in den Schlagzeilen steht, ja, die Studie sagt das und das und alle denken so, oh was, oh, wie schlimm. Und dann denke ich mir, okay, jetzt lass man die Studie reingucken, wer hat die Studie gemacht, wie glaubwürdig ist die Studie? Und jetzt nicht um die Schule.

SPEAKER_00

Below the Money Trail, sage ich immer.

SPEAKER_01

Ja, genau. Aber ich will niemandem jetzt hier diskreditieren, das muss ich ganz klar auch sagen. Aber einfach, dass wir, da sind wir beim Stück.

SPEAKER_00

Es gibt uns immer auch eine Orientierung, ne? Zu gucken, ah, okay, ja, da irgendwas ist ja dran, es gibt ja schon ein Phänomen, was unterstützt. Selbstverständlich. Dem sollten wir dann folgen, ne? Und dann gucken, wie kann man es einordnen, wie gleiche ich das vielleicht auch mit meinen Erfahrungen, die ich persönlich mache, dann ab, zum Beispiel.

SPEAKER_01

Richtig, also meine Erfahrungen spiegeln das definitiv wider, was die Studien da zeigen, das würde ich auch ganz klar sagen.

SPEAKER_00

Ich meine auch.

SPEAKER_01

Ja, Keine, jetzt, also es zeigt einfach, dass seitdem die Smartphones da sind, dass der Anstieg an psychischen Krankheiten bei jungen Menschen zugenommen hat. So, und das ist der Punkt, worauf ich gerade hinaus wollte. Und das ist jetzt nicht nur irgendwelche Studie.

SPEAKER_00

Wo du das gerade sagst, habe ich eine Idee für einen Gast.

Überforderung Jugendlicher Und Selbstwert

SPEAKER_01

Okay, ja, auf jeden Fall. Also ich weiß nicht, ob es der gleiche ist, weil ich werde jetzt einen Namen nennen, der jetzt gerade auch sehr medial präsent ist, zum jetzigen Zeitpunkt. Ich hoffe, wenn der Podcast rauskommt, dass sich das Thema erledigt hat. Aber glaube ich nicht. Quentin Gärtner heißt er. Das ist der, der Bundesgeneralsekretär vom Schülerverband. Ich müsste jetzt mal ganz genau nachgucken, auf jeden Fall, der ist gerade in der Tagesshow hart, aber fair, also wirklich medial präsent und setzt sich halt für die jungen Menschen ein. Und er hat neulich in einem Interview gesagt: Wir sind die, also die jetzige Generation, die junge Generation, sie ist die Gebergeneration. Und der meinte auch so, ey, ich habe kein Problem, mich dahin zu stellen und die Probleme der Zukunft zu lösen. Aber dann wünsche ich mir auch einen Staat, der sich dafür einsetzt und mir diese Fähigkeiten mit an die Hand gibt. Also wirklich, weil jeder, ich weiß nicht, die Zahl, die er genannt hat, ich glaube, jeder vierte, junge Erwachsene oder junge Mensch fühlt sich in der Schule einfach überfordert, ausgebrannt, also machtlos. Und das sind ja auch die Sachen, die ich, weil ich, ich bin ja in Schulen unterwegs tatsächlich, und zwar also von Kita bis Oberschule. Also wirklich, ich hatte eine ganze breite Range an Menschen, mit denen ich arbeite, wo ich das mitkriege. Und die Beispiele, also um es einfach nur zu verdeutlichen, wenn ich in der, ist egal, ob ich in der ersten Klasse oder in der siebten, achten, neunten Klasse bin, wenn ich frage in einer Kenlernrunde, hey, das ist ein Spiel, ne, wir schmeißen uns Bälle zu und sagen, hey, verrat mir mal deinen Namen und nennen mir eine Sache, die du gut kannst. Hey, ich bin Steven und also ich mir einfach meinen eigenen Namen, ich bin ein Name und was kann ich gut? Und die Kinder überlegen. Also, ja, ich kann nichts. Weiß ich nicht. Das sind die Antworten, die ich von den Kindern kriege. Und das sagt ja schon ganz, ganz viel über das Selbstwehr, also über das, über diesen Menschen aus, wenn jemand vor dir steht und sagt, ich weiß es nicht. Jetzt könnt ihr auch wieder irgendwie bekommen, ja, keine große Gruppe, der traut dir nichts zu sagen, sei dahingestellt.

Medienvorbilder Und TV-Formate

SPEAKER_00

Aber ich habe das auch erlebt, ich habe ja auch bis jetzt vor einem, an bis vor, wie alt ist der Kline, bis vor anderthalb, sagen wir mal, bis vor zwei Jahren noch in der Schule gearbeitet. Und auch im Klassenkontext ist es so, wie du es beschreibst. Ja, definitiv. Es ist unfassbar schwierig, überhaupt irgendwas Eigenständiges aus den Kindern rauszukriegen. Also ich war noch in der 8. Klasse da oder in zwei achten Klassen auch tätig. Und da egal welches Thema das war, also dieses wirklich mal eigenständig, sich mal Gedanken zu machen über ein Thema, ja, oder geht es, hat man ein Buchabschnitt gelesen und dann mal nachgefragt? Das ist unfassbar schwer, überhaupt. Also es kommt natürlich nochmal auf die Kids an, es kommt auch auf den sozialen Kontext an. Das ist jetzt auch eine Schule, wo es natürlich auch im sozialen, sowieso im Städtischen schwierig war. Das kommt ja auch noch drauf an, ja, wo gehst du hin an? Welche Schule? Welche Kids fragst du, welchen sozialen Kontext gibt es und so weiter. Und wie hoch ist der Minikonsum?

SPEAKER_01

Ja, und jetzt ist jetzt mal spanne ich wieder den Bogen zurück zum Smartphone mit Körperbildern, wo du ankamst. Es sind ja nicht nur die Körperbilder, aber ich bleibe jetzt bei den Körperbildern. Und es hat schon, jetzt bin ich, also klar, Social Media ist manchmal einfach nur nochmal explodieren lassen. Und es gab es auch schon vorher.

SPEAKER_00

Das gab es vorher, definitiv. Weißt du, Zeiten gearbeitet, wo es da noch ist.

SPEAKER_01

Jetzt, liebe Zuhörer, wer von euch kennt die Show Germany's Next Topmodel? Also, wie Leute sagen, ich gehe davon aus, du kennst sie, vielleicht wirst du sie nicht geguckt haben, ich weiß es nicht. Ach stimmt, du hast kein Fernseher. Du hast ja kein Fernseher.

SPEAKER_00

Das heißt aber nicht, dass ich nichts angucke, Leute. Also, okay. Also es ist doch alles sowieso digital irgendwie online verfügbar. Genau, auch. Also das heißt nicht, dass ich nicht Filme gucke oder Shows angucke. Ich habe bloß keinen Fernseher im Wohnzimmer. Jetzt mal kurz immer ruhig bleiben.

SPEAKER_01

Nein, aber auf jeden Fall.

SPEAKER_00

Ich weiß trotzdem, was abgeht. Ja, ich glaube, also es ist jetzt nicht so eine Show, die ich angucken würde, aber natürlich. Ich weiß, worum es geht und ich habe da auch schon mal reingeschaut und für mich gemerkt, okay, wow, damit verbringe ich nicht meinen Abend, aber das sah immer ja, es ist eine große Show und es gibt viele Leute, die schon.

SPEAKER_01

Viele junge Mädchen gucken das.

SPEAKER_00

Definitiv.

SPEAKER_01

Und jetzt frage ich, liebe Zuhörerinnen, was wird den jungen Mädchen dort vermittelt? Es gab einen Beitrag, den ich jetzt neulich wieder zugespielt wurde. Da hat sich eine Teilnehmerin beworben mit einem Casting-Video und einem Casting-Foto. Okay, ich muss sie irgendwie beschreiben, weil ihr hört mich ja noch. Also wir haben eine wirklich sehr schöne Frau, logische Frage.

SPEAKER_00

Wir ordnen das gleich mal ein. Ich sag schon mal, wir ordnen das gleich mal entwicklungs.

SPEAKER_01

Das ist jetzt objektiv, wie ich sie beschreibe. Dem bin ich mir bewusst. Also sie hatte dunkle, lange Haare, schmales Gesicht, schmale Schulter, schmale Teile. Also wenn man an irgendwelche Supermodels denkt, die im Fernsehen laufen, in die Richtung ging das. Also sehr BMI war negativ. Nein, aber auf jeden Fall, wie also eine Model in den, keine Anfang 2000er, war da super schlank. Ausende fertig. So, jetzt kam die dann auf den Laufsteg und war aber ein Bild, also ein normales Körperbild. Also sie sah aus, sie sah gesund aus. Ich nenn es dir bewusst gesund. Aber die Judges, heißt der Thomas Hayo, so dieser Designer-Typ, so ein bisschen schwierig lang. Ich glaube, ich glaube, der heißt so, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall saß ein Mann.

SPEAKER_00

Bei den Details will ich jetzt raus.

SPEAKER_01

Ja, ich auch nicht.

SPEAKER_00

Aber dann Klumba natürlich mit dabei und irgendein anderer.

Algorithmen, Posing Und Filter

SPEAKER_01

Und als ihn rausgelaufen ist, siehst du, wie in allen dreien die Kinnlade runterfällt. Und ich konnte es erstmal nicht einordnen. Okay, wieso fällt die ganze Kinder rum? Die ist immer eine wunderschöne Frau immer noch. Verstehe ich jetzt nicht. Aber auf jeden Fall, dann kommen dann halt so Kommentare, wie, also die ist ja super bewertet, ja ist eine Castingshow, die es müssen bewerten, das sind Juron, aber kam halt so eine Frage: Was ist denn mit dir passiert? Ich habe dein Casting-Foto und ein Video gesehen und jetzt bist du irgendwie moppelig. Also, ich muss auch in meinen Augen war das nicht moppelig. Also muss ich auch ganz gerade zu sagen. Und wo ich mir denke, boah, krass. Sie hat halt irgendwie so eine Krankwasserfisch-Diät gemacht. Warum auch immer? Ein hoher Proteingehalt, der Fisch hat ja auch immer noch ein bisschen Fett, kommt auf welchen Fisch du isst. Aber immer noch wunderschön. Und da wurden die halt im öffentlichen Fernsehen wurden so eine Äußerung getroffen.

SPEAKER_00

Ja, das ist schon krass.

SPEAKER_01

Also, und das sehen halt junge Mädchen. Und jetzt denken die jungen Mädchen halt vielleicht, okay, ich sehe vielleicht auch so aus, was halt immer noch vollkommen normal ist. Es ist nicht moppelig gewesen, es ist nicht dick gewesen, aber dann hören die das und sehen das und sind vielleicht sogar an dieser Grenze, diesem Körperbild, was wir gerade sehen. Oder vielleicht sogar drüber, was ja immer noch vollkommen okay ist. Weil, also junge Mädchen, das verwächst sich ja auch noch alles. Und dann kommt ja so eine Spirale an.

SPEAKER_00

Ja, und es gibt ja, es gibt ja keinen richtig und kein falsch.

SPEAKER_01

Nee, und jetzt komme ich auch wieder zu Social Media, ey, was da für Körperbilder gezeigt werden. Und jetzt, der Algorithmus spielt da eine ultra toxische Rolle drin.

SPEAKER_00

Ja, sehr.

SPEAKER_01

Also du wirst einfach in eine Richtung gedrückt. Und es ist einfach krass. Und deshalb sollten, sollte wirklich so eine reflektive Haltung sein.

SPEAKER_00

Und ja, auch wenn ich Castings-Shows gucke, der Unterschied, Steven, ist einfach, du bist erwachsen und du kannst es einordnen, ja. Also so wie du es jetzt gerade auch eingeordnest hast.

SPEAKER_01

Bei mir geht es aber um The Voice tatsächlich und gar nicht ums Körperbildern.

SPEAKER_00

Gut, aber auch da wird ja auch bewertet, ne? Da wird das Äußere bewertet und gut, hauptsächlich die Stimme, aber ja, ich würde mal sagen, da wird nicht so sehr das Körperbild bewertet, jetzt bei Voice, ne?

KI-Profile Und Deepfakes Erkennen

SPEAKER_01

Ja, genau. Und auch das war gestern wieder, es hatte ich schon in einer Kita, wo ich war, da ging es auch um Körperbilder. Und zwar jetzt gar nicht so, um was die Kinder sehen, sondern es ging um Musik. Ich war in der Kita, da war das Thema, dass Kinder in der Kita ein Lied von Shereen David singen, und zwar Bauchbeine Po. Also, also für die, die unter euch den Text kennen, jetzt überlegt euch mal bitte, was den Kindern in diesem Lied vermittelt wird. Ich muss worken, ja, also ich muss erfolgreich sein, ne? Ich bin nur schön, wenn ich Bauchbeine Po habe. Also so. Huiuiui.

SPEAKER_00

Und das geht richtig, richtig, richtig, das fängt richtig früh an. Also da war ich auch schockiert, dass ich, hab Mädels kennengelernt, auch mit vier, fünf stehen die da vorm Spiegel und vergleichen sich und sagen, ich bin fett und ja, so ein, guck mal meine Oberschenkel, wenn ich hier sitze, wie dick die sind und warte mal ganz kurz, wenn ich mich hinsetze, dann sieht mein Oberschenkel auch anders aus, als wenn ich stramm laufe.

SPEAKER_01

Meiner auch. Ich bin ein Mann. Komisch. Männer haben auch die gleichen Probleme.

SPEAKER_00

Männer, es ist kein Problem.

SPEAKER_01

Nee, es passiert das Gleiche. Also wenn wir uns hinsetzen, sind unsere Oberschenkel auch. Also selbst ein Cristiano Ronaldo, wenn der sich hinsetzt, der hat ja kein 0, kein 5 Gramm Fett an seinem Körper. Oder so, Mitte 40 oder Anfang 40. Und wenn er dich, dann werden seine Oberschenkel auch breiter. Krass, oder?

SPEAKER_00

Und das fängt wirklich, und da war ich war total schockiert, was mir da so entgegenkommt. Ich dachte, uh, wow.

SPEAKER_01

Aber die Sprache, ich bin fett.

SPEAKER_00

Ich bin fett.

SPEAKER_01

Der jetzt überlegt, aber sorry, wenn, ich weiß nicht, wie alt das Kind war, aber wenn du es jetzt.

SPEAKER_00

Ja, genau.

SPEAKER_01

Aber auch da bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht die Sprache ist. Also ja, das Kind hat es wiedergegeben, aber das kommt woher. Ich glaube auch zu wissen, woher es kommt.

Frühkindliche Prägung Durch Musik Und Sprache

SPEAKER_00

Und das, ja, und ich, das ist einfach heftig und es ist egal auch, ja. Ich glaube, es ist eben, es ist nicht nur Social Media, es ist nicht nur das Fernsehen, es ist allgemein auch. Es ist in den Kindergärten, es ist in den Schulen. Werbeplakate überall wird verglichen. Ja, es ist jetzt egal, ob das Kind mit fünf schon schon Social Media Profile gesehen hat oder nicht, in dem Fall war es nicht so. Aber das lebt einfach überall diese Bewertungen. Und ich habe mich auch dann gefragt wieder, ne, das kennt ihr jetzt schon ein bisschen, was steckt dahinter, wo kommt es her, frage ich mich dann. Und ich glaube, ganz viel hat es einfach auch mit Selbstliebe zu tun. Dann habe ich auch angefangen, bei mich zu reflektieren, wie rede, wie spreche ich eigentlich über mich, wie spreche ich über meinen Körper, was bin ich für ein Vorbild für meine Kinder?

SPEAKER_01

Ich würde sagen, Selbstliebe fängt noch früher an. Es fängt nicht nur über dem Verbalisieren an, sondern wirklich, es fängt mit den Gedanken an, wie denke ich über mich selbst.

SPEAKER_00

Definitiv.

SPEAKER_01

Also ja, in Bezug auf das Kind ist das Verbalisieren, wie rede ich vor dem Kind über mich selbst, aber ja, und die Frage ist, was ich immer sage, ey, wenn du so über dich selbst redest, würdest du so über einen anderen reden? Und meistens die Antwort nein. Also wir sind ja viel, viel strenger mit uns selbst, ne? Also wir machen uns ja selbst manchmal fertig. Außer wie, oh, wie dumm bin ich denn? Ey, was für ein Trottel. Also, ja, das war jetzt richtig bescheuert wieder von mir, ne? Also so eine süße.

SPEAKER_00

Genau, damit fängt es an. Also das ist auch was, wo ich anfange, immer echt bewusster zu werden, jetzt, dass ich nicht so von mir rede, weil das schwappt einfach auf die Kinder und auf meine Kinder über. Das merkt man auch.

SPEAKER_01

Die stärksten Wörter sind wirklich, ich bin. Also für uns, für unser Bewusstsein und Unterbewusstung.

Was Eltern Oft Nicht Sehen

SPEAKER_00

Oh, ich schaffe die Matheaufgabe nicht, ich bin so dumm. Ich sage, warte mal ganz kurz, du weißt gerade, du findest gerade nicht die Lösung, du findest gerade den Weg nicht dahin. Das hat nicht damit zu tun, dass du dumm bist. Du bist ja sehr schlau. Und jetzt gucken wir nochmal gemeinsam drauf und dann finden wir auch einen Weg, wie du es lösen kannst. Aber ja genau, und da fängt es eben an, ne? Und dann habe ich auch noch ein bisschen persönlich jetzt, dann habe ich das beobachtet, ich habe eine größere Tochter und einen kleinen Sohn, wie ich schwanger war mit dem kleinen, dann hat sich mein Körper verändert und meine Tochter hat es natürlich schon sehr bewusst miterlebt und war dann schon sechs, sieben. Da erleben die das schon bewusst, ne? Und das ist schon dann eine Herausforderung, finde ich manchmal. Dann wirklich bewusst immer positiv und liebevoll über sich selber zu sprechen. Und auch wenn man merkt, so, wow, wow, jetzt verändert sich's oder vielleicht ist auch hinterher, jetzt sieht mein Körper anders aus wie vorher. Das ist echt eine Aufabe und eine Aufgabe an sich selbst, quasi. Und dann, ja, wie will ich, dass auch die Mädchen und die Töchter von sich sprechen? Und das hat einen riesengroßen Unterschied gemacht, indem ich mich dann auch verbal angenommen habe, ne, einfach gesagt habe, ey, es hat sich jetzt verändert und es ist okay. Mein Körper hat hier zwei neue Leben erschaffen und es ist wundervoll und ich bin dankbar für euch und so. Und deswegen darf ich jetzt meinen Körper auch liebevoll annehmen.

SPEAKER_01

Da habe ich ein richtig gutes Beispiel. Ich muss es mal ganz kurz nehmen, bei ganz kurz gucken, wie sie heißt. Es gibt nämlich eine, genau, äh, eine, eine, eine, eine Content Creating, Komikerin, Autorin, nenn sie, wie du möchtest. Frida Levin. Kannst du nachher mal angucken.

SPEAKER_00

Ich glaube, ich habe sie auch schon gesehen, ja.

Pro-Ana-Coaches Und Toxic Communities

SPEAKER_01

Ja, ja, auf jeden Fall. Die macht ja richtig, oder es gibt ja mehrere, die, die es mittlerweile so auf die Schippe nehmen, sind diese Körperbilder. Ja, also die nimmt sich ja selber nicht zu ernst, finde ich auch voll gut. Und auch das wieder ein ganz normales Körperbild. Also die ist jetzt nicht, die ist nicht so nicht zu fett, irgendwas, es ist ein stinknormales Körperbild. Auch da ein Kind bekommt und das sieht man und das ownt sie. Ich nenne sie ownt es einfach. Also sie macht es sich zum eigenen. Sie benutzt es. Es gibt eine Künstlerin in Amerika, die nimmt irgendwelche Promi-Posen, irgendwie also in ein Lingerie und an der Tür, die ist aber ein bisschen korbulenter. Und sie ownt es auch, ne? Und macht es sich darüber lustig. Ja, genau. Oder es gibt auch irgendwelche Mädels, die machen dann halt so die Posen, wie du aufs Instagram siehst, und dann stellen sie sich mal normal hin, dann siehst du halt, ja, da sind halt auch Hautrollchen, Speckröllchen. Das ist der Punkt.

SPEAKER_00

So, jetzt sind wir wieder zurück bei Social Media, genau. Es ist alles geposed. Und was man durch Posing, ich habe eine Frau gesehen, die hat ihren neun Monate Schwangerschaftsbauch durch Posing versteckt auf Instagram. Nur durch ein entsprechendes Lighting, ja, durch den entsprechenden Lichten, den sie dann gewählt hat und das Posing. Und die war neun Monate schwanger zu dem Zeitpunkt. Du hast es nicht gesehen und durch Klamotten natürlich, ne?

SPEAKER_01

Wie gesund ist das, frage ich mich gerade. Sorry, wie gesund ist es fürs Kind. Sind wir ehrlich?

SPEAKER_00

Sie hat jetzt kurz ein Foto gemacht, aber das ist auch ihr.

SPEAKER_01

Kurz, das glaube ich tatsächlich nicht.

SPEAKER_00

Ja, ja.

SPEAKER_01

Da bin ich wieder, möchte ich dir gerne widersprechen. Und zwar in voller Überzeugung, weil nur kurz ein Foto machen. Auf vielen Dank, dass du so herst. Wie du Liebevolles annimmst. Nein, aber sind wir mal ehrlich, nur kurz ein Foto machen. Also ich war halt schon, ich war bei einigen Fotoshootings irgendwie selber mitinvolviert. Es ist nicht mal nur kurz.

SPEAKER_00

Es ist ganz schön anstrengend. So eine Pause dann zu halten.

SPEAKER_01

Ja, irgendwie, okay, und dann nochmal, jetzt entspann doch mal das Gesicht, nochmal durch und du bist ja trotzdem die ganze Zeit irgendwie an Machen und dauert es aber nicht nur kurz, sondern keine Ahnung, also zwischen fünf Minuten kommt noch an, wie schnell du das gute, richtige Foto kriegst, was dir gefällt, oder bis zu einer Stunde.

SPEAKER_00

Ja, ja.

SPEAKER_01

Kommt doch an, wie viele Fotos du machst natürlich.

Character AI Und Gefährliche Chatbots

SPEAKER_00

Das ist ja auch jetzt nur ein Beispiel. Ja, natürlich. Das ist jetzt nur durch Posing und Licht und so weiter, ja. Aber du kannst ja einfach inzwischen, vor ein paar Jahren noch ein bisschen komplizierter, aber inzwischen sind es drei Klicks und der Bauch ist weg oder was auch immer, ne? Irgendwelche Marvel sind weg. Ich nehme das auch auf Elternabende immer mit. Ich habe auch so eine App auf meinem einen Handy, wo ich lauter solche Apps nutze und keine privaten Bilder drauf habe. Da zeige ich das mal auf so einem Elternabend, ne? Da ist dann so ein Bild von mir drin, dann sage ich schon, guck mal, klick, klick, klick, das ist weg, sofort. Oder mit zwei Klicks bin ich plötzlich männlich, mit zwei Klicks bin ich plötzlich zwölf oder 15. Und das ist, glaube ich, vielen, vielen auch Eltern schon gar nicht bewusst. Und wenn wir jetzt noch ein bisschen auf, ja, es gibt die Filter, die sofort Gras verändern, dann.

SPEAKER_01

Ja, Snapchat. Also ja, damit hat sie angefangen tatsächlich.

SPEAKER_00

Snapchat.

SPEAKER_01

Ja.

Entwicklungspsychologie: Warum Teens Anfällig Sind

SPEAKER_00

Und da würde ich jetzt nämlich gerne nochmal ein bisschen nochmal so ein bisschen drauf eingehen, weil ich glaube, dass das einfach wenig Eltern wirklich bewusst ist. Wir haben schon mal darüber gesprochen, dass einfach die Nutzung der Kids nichts mit der Nutzung der Eltern zu tun hat, oft oder dem, was die ausgesetzt sind online. Und da nochmal kurz so ein bisschen drüber, was sind denn so die tatsächlichen Gefahren, außer denen, die ich jetzt vielleicht so laihenhaft auch sehen kann, wie Filter oder ja, Filter ist, glaube ich, das, was die allermeisten noch kennen, aber dann geht es ja weiter mit. Es gibt komplett KI-generierte Profile inzwischen. Das ist allerwenigsten Eltern bewusst. Also nicht nur KI bearbeitete Bilder, sondern komplett KI-generierte Projekte.

SPEAKER_01

Also, du hast jetzt mittlerweile SORA 2, also hier das von OpenAI, was rauskommt, ist das Videoprogramm, da kannst du mit dem Prompt eingeben. Und die Videos, also ich habe arke Probleme mittlerweile, ich muss wirklich ganz gezielt so ein Video auch mal langsam laufen lassen, mal vor- und zurückspringen, gucken, ob ich irgendwelche Male finde, wie zum Beispiel sind da irgendwelche im Video irgendwelche statischen bei den Haaren. Bei den Haaren kannst du es manchmal sehen, dass der auch oftbewegung noch. Ja, genau, das verschwimmt, aber selbst die Hände, früher haben sie da noch irgendwie die Hände zusammen, ne, oder sechs Finger an der Hand. Heute ist eine Hand, hat fünf Finger und die bewegt sich. Also wenn du Glück hast, siehst du das irgendwie mit drin. Aber wenn es gut gemacht ist, kannst du eine Handbewegung ganz, ganz schwer. Die Lippenbewegung konntest ja früher auch irgendwie super schwer. Du musst ja heute wirklich auf Statik in gewissen Sachen achten. Oder im Hintergrund. Ey, das ist, also wenn du es nicht weißt, ist es unfassbar schwer, die Automatizer.

SPEAKER_00

Und es wird immer schwerer werden, da machen wir uns das. Genau.

SPEAKER_01

Und jetzt hast du sieben Sekunden, dann scrollst du mal durch, du bist eben in der Aufmerksamkeit nicht so fokussiert, wie du sein solltest. Und dann bist du ja nicht mehr in der Lage, es zu unterscheiden.

SPEAKER_00

Und das ist der Punkt, nämlich, Steven, was du jetzt sagst, ist, das wird dir ja dann aber ins Unterbewusstsein gespült. Also du scrollst nur so durch und du siehst halt dann, vielleicht sind dann drei von fünf Bildern KI generiert. Und je nachdem, wo dein Auge hängen bleibt, aber du kriegst es ja trotzdem mit, ne? Und du speicherst es wie ein bisschen unterbewusst ab. Und das, da sind wir beim Körperschema, was wir abspeichern tatsächlich, ja. Und wo wir dann eine verschobene Wahrnehmung haben auf unseren eigenen Körper zum Beispiel.

Warnzeichen Bei Kindern Erkennen

SPEAKER_01

Ja, aber ich sage auch nur die Werbung, Werbung, Werbeplakate, die du siehst. Sei es für irgendwelche Musik-Release-Alben oder Konzerte, sei es und selbstvermeintlich positive Werbung hat jetzt, hat jetzt gerade eine Werbekampagne für Brustkrebs, ne? Auch geil, Jugendsprache benutzt, ne? Checkst du.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_01

Checkst du deine Bubs. Also checkst deine Brüste. Ja, aber mega sinnvoll tatsächlich. Auch Jugendsprachen benutzen das wirklich, um diese Awareness zu schaffen. Aber auch da wie die Körperbilder leicht bekleidet, ja, die haben jetzt ein bisschen besseres Körperbild, nicht mehr super skinny, sondern halt normal. Was ist überhaupt normal? Aber ja, keine super dünnen Models mehr. Aber trotzdem, wieder auch das vermittelt ja ein gewisses Körperbild. Im positiven Sinne, aber es gibt ja auch andere. Guck dir, keine Ahnung, in New York, hast du ja riesen Werbetafel am Times Square. Und wenn du dir mal so eine Ralph-Lauren-Werbung anguckst oder so, immer die gleichen. Dünn, sehr markantes Gesicht. So, und jetzt, wenn du, ich könnte sagen, okay, ich habe jetzt kein super markantes Gesicht. Jetzt kann ich sagen, oh Mann, ey, mein Unterkiefer ist nicht so breit.

SPEAKER_00

Das ist das, was Männer oft machen, ne? Ja, genau, mein Bad.

Prävention: Beziehung Und Selbstwert

SPEAKER_01

Ja, genau, mein Bad ist auch nicht, oh, oh, da können noch ein bisschen mehr da. Und auch Männer haben dieses Problem, ne? Ich sehe nicht so männlich aus, ich sehe noch zu jung aus. Ja, mittlerweile freue ich mich drüber. Also ich werde 37 in der Schule sagen, ich bin halt Mitte Anfang 20. Ja, danke, freue ich mich drüber. Ja, also ich kann jetzt sagen, wenn ich mir die Bar komplett abbrasiere, sehe ich wirklich jung aus. Deshalb trimm den mittlerweile.

SPEAKER_00

Es ist ja auch ein Stilmittel, mit dem du spielen kannst.

SPEAKER_01

Ja, natürlich. Aber das weiß ich mittlerweile, ich bin mir dem bewusst.

SPEAKER_00

Sehr gut. Und dann kannst du es gezielt einsetzen. Wie möchte ich wirken? Also, was einfach diese KI-Profile, die sind, man muss schon genau gucken, also es laufen ja jetzt auch viele Petitionen dahin, dass KI auch immer gekennzeichnet sein muss und so, aber da sind wir auch noch nicht ganz. Auf Instagram, weiß ich, muss man muss man schon sehr genau hingucken oder dann auch mal was lesen, wo dann dabei steht, Beitrag mit Hilfe von KI erstellt oder so, oder KI-Profil steht dann irgendwo unten. Und es sind ja unfassbar riesige Profile inzwischen, ja, und da stecken ja eigentlich nur, also da sind gar keine gar keine echten Menschen mehr dahinter, ne? Das ist wirklich komplett.

SPEAKER_01

Also, ja, dahinter schon ein Team dahinter.

SPEAKER_00

Ja, genau, aber es ist jetzt nicht, ich nehme ein Bild von Steven und ich bearbeite das dann entsprechend, sondern die sind komplett KI-generiert, diese Figuren, ich sehe mal. Und die haben ja unfassbar riesengroße Followerschaften, ja, und da stecken einfach Marketingagenturen dahinter. Das ist einfach nur für Profit, ja. So, und es gibt aber eine rieseng, rieseng, riesengroße Aufmerksamkeit auf diesen Profilen, ja. Und das ist ja was, ich werde nie, nie, nie, niemals an so ein Ideal rankommen. Das geht gar nicht. Also außer ich fange jetzt wirklich an, richtig doll an mir rumzuschnitzen, aber ich bezweifle es, dass ich dann wirklich, wirklich dann so makellos aussehen würde wie auf solchen Profilen.

SPEAKER_01

Es birgt auch immer noch ein gewisses Gesundheitsrisiko, ne? Also auch das hast du ja nicht vergessen.

SPEAKER_00

Definitiv. Ja, ja, auf jeden Fall. Da brauchen wir nicht drüber sprechen. Und dann, das ist das eine, diese Profile. Und das andere, was einfach auch so ein Risiko ist auf den Social-Media-Plattformen, sind diese ProAna-Coaches. Ich weiß nicht, ob du davon schon mal gehört hast.

Offen Sprechen Statt Verbieten

SPEAKER_01

Ne, Proanna ist auf jeden Fall irgendwas mit Bulimie, Anorexie, in die Richtung, ja.

SPEAKER_00

Also wenn du auf speziellen Profilen da, beziehungsweise du musst ja noch nicht mal auf den Profilen unterwegs sein, sondern der Algorithmus spielt dir das ja rein. Es gibt ganz viele Mädels, die auch ihren Abnehmprozess dann auf ihren Profilen zeigen und jetzt habe ich so viel runtergehungert und jetzt wiege ich nur noch so viel.

SPEAKER_01

Ja, aber die Sprache wird ja auch benutzt, ne? Ich habe mich runtergehungert.

SPEAKER_00

Wirklich. Also ich habe das auch immer zu Research-Zwecken. Es gibt auch Beiträge auf meinem Profil, wo ich dann das, wo ich solche Profile mir einfach angucke und dann auch wortwörtlich das mal raushole, was da so geschrieben wird.

SPEAKER_01

Und ich würde gerne tatsächlich, weil ich gerade so ein bisschen noch den Blick auf die Zeit habe, ich will dich nicht abwürgen und das meine ich gerade im positiven Sinn, sondern ich würde den Eltern gerne noch was mitgeben, also den Zugang noch was mitgeben.

SPEAKER_00

Ja, warte, lass mich noch die Proana-Coaches kurz überlegen.

SPEAKER_01

Genau, aber wir geben euch ja schon die ganze Zeit irgendwie so Tipps mit, aber ich will sie nochmal explizit einmal benennen.

SPEAKER_00

Ja, okay.

SPEAKER_01

Red weiter.

Persönliche Lernerfahrungen Und Haltung

Drei Kernpunkte Und Abschluss

SPEAKER_00

Also das ist einfach, es gibt diese Profile, wo die Kids sich dann runterhungern und oftmals sind dann Leute dahinter oder die, die werden dann, die Mädels werden dann auch angeschrieben und sagen, hey, ich helfe dir dabei, dein Wunschgewicht zu erreichen. Und dann denken die, wow, cool, da ist jemand, ne, der interessiert sich wirklich von mich und der hilft mir. Also, das ist so der Einstieg. Und dann geht es aber ganz schnell hin zu, schick mir ein Bild von dir, schick mir ein Bild in Unterwäsche oder doch vielleicht ganz ohne Klamotten. Und dann werden die Nachrichten halt härter, ne? Hast du heute, ey, du hast zugenommen, du hast noch nichts abgenommen, was hast du heute gegessen, schreib mir es ganz genau so und das, da wird es richtig gefährlich, einfach dann. Und das sind sogenannte Pro Anna-Coaches. Und das andere, was ich noch mitgeben möchte, ist Character AI. Da lauern auch solche Gefahren. Und wer das noch nie gehört hat, Character AI ist eine App, wo man mit einem virtuellen Charakter chatten kann. Und da gibt es auch entsprechende Chatbots, wo es darum geht, sich runterzuhungern und wo die KI die dann auch sagt, ne, du bist viel zu fett, guck dich mal an, so würde ich mich nicht auf die Straße trauen und so weiter und so weiter, wo richtig gedisst wird gleich. Sofort auch oft, wenn man das aufmacht, habe ich schon einen Bericht gesehen drüber. Und das ist einfach auch was, was oftmals nicht bewusst ist und diese Chats oder diese Apps, die sind einfach frei zugänglich, auch im App-Store. Und jetzt möchte ich es kurz zum Ende nochmal auch entwicklungspsychologisch einordnen. Warum springen denn die Kids so oft drauf an? Weil du hast es nämlich gerade so schön gesagt, ey, du guckst dir solche Shows an, aber du kannst es halt einordnen. Und du denkst dann nicht hinterher, oh man, jetzt bin ich irgendwie anders verändern oder so. Sondern du beziehst es ja nicht auf dich. And that is the way darüber sprechen, dass es doch wichtig ist zu verstehen, was in der Entwicklung bei unseren Kindern passiert. Nämlich gerade in der Jugend, in der Pubertät geht es darum, die Kids suchen nach Orientierung. Es verändert sich plötzlich gerade alles. Die Hormone fahren Karussell, der Körper verändert sich. Plötzlich ist irgendwie nichts mehr so, wie ich es kannte bisher. Mein Körper ist plötzlich ganz anders. Das heißt, das ist eine große Verunsicherung sowieso schon. Und gleichzeitig suchen sie nach Orientierung, die suchen nach Vorbildern. Ja, wir erinnern uns selber an, das ist meistens der Punkt, wenn ich mit den Eltern darüber spreche, die kommen sofort und sagen, yeah, ich weiß noch genau, wie es war. Musik, Idole, Film, Stars, ja, zu unserer Zeit, die Bravo, man war das.

SPEAKER_01

Ganz kurz, ganz kurz, wer schauen jetzt und erbreche, wer war dein Idol?

SPEAKER_00

Poster aufgehangen. Ja, ja, genau. Ich fand Blümchen toll und echt, oh Gott, es ist so. Es gibt ja dann immer wieder mal andere Phase, aber da kann ich mich daran erinnern, wie die Bravo Poster im Zimmer hing. Und das ist ja eigentlich so, ne, du kommst gleich, oh, cool, was weiß mit dir. Wir erinnern uns sofort daran. Und dieses Phänomen, das ist einfach wichtig zu verstehen, das ist immer bei den Jugendlichen. Wir suchen Vorbilder, Idole, wir wollen irgendjemanden hinterher himmeln, ja, wie viele denken dann, oh, ich werde genauso und dann werde ich Sängerin und dann werde ich Filmstar und so.

SPEAKER_01

Dann bin ich ein Star, dann rennst du hinter mir her. Doch dann tut es dir leid, dann kenne ich dich nicht mehr. Dann ist es zu spät. Wunderbar, wie es die Ärzte gesagt haben.

SPEAKER_00

So. Genau. Und dieses, das ist, glaube ich, ganz wichtig zu verstehen, dass das Phänomen das Gleiche geblieben ist. Nur das Medium hat sich verändert. Also die Kids suchen immer noch nach Vorbildern, sie suchen nach Idealen, die suchen nach Anerkennung, die suchen nach irgendwas, was in dieser ganzen Zeit, wo sich alles neu ordnet, irgendwie Stabilität gibt. Und deswegen ist an dieser Stelle einfach, sind solche Apps wie Social Media Apps und all die, die wir jetzt gerade genannt haben, einfach so unfassbar gefährlich, weil die Kids einfach drauf anspringen, ja. Und dann braucht man im Fall. Chat noch jemand sagen, hey, du bist total hübsch, du hast total schöne Augen. Und dann denke ich mir, wenn ich so angeschrieben werde von jemandem Fremden, ja, ist klar, okay, ciao, blockiere ich, ja. Ja, ciao.

SPEAKER_01

Die Jugendsprache, genial.

SPEAKER_00

Aber wenn wir uns halt ein Mädel vorstellen in der Pubertät, dann ist das die Eintrittskarte. Und da denken wir immer so: hä, was sind denn die Gefahren? Ja, was ist so easy, Kontakt zu machen, weil es einfach, die einfach echt in dieser Umbruchphase stecken, ja? Und das jetzt nochmal so zur Einordnung oder zur Orientierung, was da auch dahinter steckt.

SPEAKER_01

Ich würde es dann gerne einmal jetzt rund machen, weil super viel wertvoller Inhalt tatsächlich drehen. Aber ich würde es tatsächlich einmal runterbrechen, auf das, wie du merkst, dass dein Kind eventuell davon betroffen sein könnte. Und da würde ich das für mich einordnen, dass du ganz klar sagst, okay, das Essverhalten hat sich verändert tatsächlich. Also daran merkt man es am meisten. Vielleicht auch an der Sprache des Kindes oder das Jugendlich, der Jugendlichen, des Teenys, ist am meisten des Teenys. Und wirklich einfach vielleicht häufigere Blicke in den Spiegel, noch mehr vergleiche mit anderen. Das sind alles so Signale, worauf sein könnte.

SPEAKER_00

Kann aber auch anders, kann auch in komplettem Rückzug zum Beispiel sein. Also kann auch sein, dass sich das Kind vermehrt zurückzieht, weniger Kontakt sucht, besonders auch Situationen ausweicht, weite Kleidung plötzlich trägt, viel mehr weite Kleidung, um sich so zu verstecken. Also es kann auch viel im Verstecken sein. Und auch heimliche digitale Nutzung zum Beispiel kann auch ein Phänomen sein. Also es gibt viele.

SPEAKER_01

Ja, und da sind wir wieder beim, wie können wir es präventiv vorbereiten, also wir haben im Präventivbereich hingestellt, ja, in Beziehungen bleiben und wirklich einfach das Selbstwertgefühl des Kindes stärken. Also wo kommt es her, weil ich fühle mich selbst irgendwie nicht mehr wert. Also ich muss irgendwas machen, damit ich anderen gefalle. Bullshit. Sorry, so klar sein, nein, musst du nicht. Und ich sage den Kindern auch immer, eh ganz ehrlich, dann mag derjenige der vielleicht nicht, aber fragt auch immer auch bitte, ist es denn wirklich die richtige Person? Also ist es denn die Person, mit der ich mich umgehen möchte? Ist das die Person, also ist es eher so eine Geberbeziehung und der andere nimmt nur und ich gebe nur und tut das mir wirklich gut? Und jetzt bin ich wieder bei Social Media, ich entfolge regelmäßig Menschen, die mir online nicht guttun. Ich habe voll gut, ja, also nicht nur Social Media, auch im realen Leben.

SPEAKER_00

Auch dafür braucht es viel Resilienz.

SPEAKER_01

Ja, natürlich. Aber auch ich habe, also die letzten fünf Jahre habe ich, glaube ich, noch eine komplett andere Entwicklung gemacht, die ich wahrscheinlich, eventuell mit Anfang 20 hätte gebraucht haben können. Wenn ich überlege, was für ein Müll ich alles eigentlich, also was, also wirklich Mitte 20 war so eine richtige Phase, wo ich mir denke, Alter, Mama, es tut mir leid. Es tut mir leid, Mama. Oder auch, wie ich damit, also mit tatsächlich mit anderen Menschen umgegangen bin. Das ist nicht cool. Also jetzt nichts, das hört sich immer so schlimm an. Also für mich war das irgendwie schlimm einfach.

SPEAKER_00

Mit dein jetziges Wertesystem.

SPEAKER_01

Ja, mit meinem jetzigen Wertesystem. Also damals war es ja auch schon angehaucht in die Richtung, aber trotzdem habe ich Sachen gemacht, wo ich denke, wieso habe ich die eigentlich gemacht, Mann? Ja, also sorry, also waren jetzt Sachen, keine Ahnung, ich muss jetzt nicht drüber sprechen, was wir öffentlich machen, aber es sind einfach Sachen, wo man denkt, nee, ja, habe ich ausprobiert, ja, war ich in der Phase. War ich wahrscheinlich viel zu lange in der Phase, definitiv waren manche Sachen davon illegal, definitiv, aber ich habe niemanden verletzt, muss ich ja dazu sagen. Also das muss man in den Kontext bringen, ich habe keine Straftaten begangen. Es war immer nur, wenn dann selbstbetäubendes Verhalten. So, sagen wir mal, so, Ausende fertig. Hat auch jede Menge Spaß gemacht. Also ich blicke auch noch rum und denke, es war eine lustige Zeit.

SPEAKER_00

Es war auch eine gute Zeit an. Und jetzt ist jetzt rum. Aber es ist, ich ja.

SPEAKER_01

So, wir machen es rund. Komm, lass uns runter wieder.

SPEAKER_00

Es gehört zur Entwicklung dazu, einfach auch. Und es gehört auch zu unserer menschlichen Entwicklung dazu, sich gegen die Eltern aufzulehnen. Das ist auch ganz arg wichtig, weil den Eltern sage ich immer, es ist viel leichter, sich zu lösen, wenn du scheiße bist. Also ist doch viel leichter zu sagen, ey Steven, du bist so, jetzt gehe ich und jetzt sehen wir uns nie wieder. Als wenn ich sage, es ist irgendwie so, guck mal, alles ganz toll, es ist alles ganz freundlich und es ist ganz, alles ganz liebevoll hier und so. Und dann fällt es mir doch viel schwerer zu gehen. Also, und das ist diese Phase, die die Jugendlichen durchmachen, einfach, die wir verstehen dürfen, auch einfach, was man so langfristig sehen muss. Es ist jetzt eine Phase, die wichtig ist für das Kind und den Jugendlichen, um sich dann auch vom Elternhaus zu lösen oder Erwachsener. Und um dann auch vielleicht wieder anders zurückzukehren oder sich anders aufzustellen. Und jetzt habe ich gerade das vielleicht zum Schluss. Ich habe gerade gesagt, so das ist so meine größte Sorge. Und wir haben ich auch vorhin gesagt, es gibt vieles, was ich lenken und besprechen kann. Aber das würde so zu meiner größten Sorge sprechen. Und ich möchte noch kurz sagen, wie ich damit umgehen würde, auch wenn ich oder werde, weil ich diese Sorge habe. Ich würde es aussprechen und auch mit meinem Kind, auch im entsprechenden Alter, wenn das Kind um die Ecke kommt und sagt, kann ich Social Media nutzen, dies oder jenes, ja, das werde ich jetzt noch, wenn ich jetzt noch den wichtigsten Moment vielleicht auch. Ich würde genau das ansprechen und sagen, pass mal auf, ich weiß, es gibt einfach die und die Faktoren auf den Plattformen, die wir jetzt gerade besprochen haben und mir macht es einfach Sorge. Ich habe Sorge um dich. Dass dir dann was passiert, dass du mit solchen Dingen in Kontakt kommst, dass dich das so berührt, dass du vielleicht auf dem Krank wirst, das macht mir einfach Sorge. Und dann kann man von da aus nächste Schritte auch gehen. Und das kann man offen ansprechen mit Kindern. Vielleicht jetzt nicht mit acht oder neun, aber dann schon mit elf, zwölf, drei, vierte.

SPEAKER_01

Ja, also ich kann dir sagen, es funktioniert, weil jetzt kommt es auch wieder dazu, meine Mutter hat immer irgendwie an mich geglaubt, ne? Also irgendwie sagen, ey, du kannst ja irgendwie alles schaffen. Aber ich weiß auch, sie hat auch mit mir darüber gesprochen. Jetzt, die eine Sache war, ich habe in der Gastronomie gearbeitet, ich habe super viel getrunken. Ich habe nächsten durchgefeiert. Und sie meinte auch so, ey Steven, weißt du, wie schwer das eigentlich ist, irgendwie zuzugeben zu müssen. Natürlich ist auch auf Familienfeiern passiert, ne? Das ist einfach Alkoholextasen. Wie schwer das ist, dann zu sagen, ja, mein Sohn ist Alkoholiker. Und das ist also das hat mich krass getroffen, logischerweise. Wo ich dann auch dachte, wow, okay, bin ich wirklich Alkoholiker, krass, ich trinke sehr viel, ja, könnte ich ohne, ja. Aber so diese Worte haben mich wirklich getroffen und ja, ich bin da auch rausgekommen. Also ich bin dann auf die zwei Phasen zu Ende. Aber der sagst du wieder so wie du, ne? Sie hat es angesprochen. Und sie war trotzdem da und sie hat nicht irgendwie, bin ich die ganze Zeit bedrängt, ey, jetzt hol dir Hilfe und so und mach das und das.

SPEAKER_00

Es wird das Gegenteil, es würde das Gegenteil bewirken. Aber wenn du wirklich aussprichst, einfach, und das kenne ich auch von meiner Mutter tatsächlich, und die sagt, ey, ich mach mir Sorgen, dass dann ist, du sprichst ja von dir, ja, und das ist das nicht einen Du musst jetzt aufhören und du kriegst keinen so oder du kriegst kein Social Media, weil dann will ich von oben runter, ja, oder ey Steven, lass den Scheiß sein, echt, ne? Dann würde wahrscheinlich das passieren, weil, wir wollen rebellieren, dann würdest du wahrscheinlich noch viel mehr in die Richtung laufen, ja. Oder wenn ich meinem Kind sage, auf überhaupt gar keinen Fall, du kriegst kein Social Media, vergiss es so, dann mach es ja noch viel interessanter und dann passiert es halt heimlich, oder wie auch immer. Aber wenn ich einfach da rausgehe und sage, pass auf, ich verstehe das, dass es eine Anziehungskraft hat auch oder dass du das spannend findest. Aber das und das und das und das sind die Punkte, die mir einfach Sorgen machen.

SPEAKER_01

Drei Punkte, ich mach's jetzt rund und damit schließe ich auch diesen drei Sachen, die worauf es wirklich einfach ankommt, ist einfach wieder, auch wenn es um Körperbilder geht, ne, Kommunikation, ne? Sprecht es an, aber sprecht es mit einer gewissen Haltung an, sprecht es von euch und haltet den Rahmen. Also wirklich wieder Beziehungsarbeit.

SPEAKER_00

Ich-Botschaften sind.

SPEAKER_01

Ja, genau. Beziehungsarbeit ist die beste Präventivarbeit.

SPEAKER_00

Vielen Dank, das war eine tiefe, tiefe Frage.

SPEAKER_01

Oh, da sind viele Informationen rausgegangen heute. Eieiei.

SPEAKER_00

Viele Infos.

SPEAKER_01

Vor allen Dingen auch über uns, unser Leben. Naja, gut.

SPEAKER_00

Viele Infos über uns.

SPEAKER_01

Ja, aber wir wollen ja als Vorbilder vorangehen und auch wirklich einfach ein Beispiel sagen, ich möchte ja tatsächlich authentisch sein.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_01

Und wenn ich jetzt sage, klar, ich rede hier um gewisse Sachen rum, die muss man auch nicht aussprechen, könnt ihr euch denken, was ich damit meine, ist mir wurscht. Aber einfach wirklich, ja, Leute, die Sachen sind passiert und jeder hat seine eigene Geschichte dahinter, die dazu beiträgt, dass wir jetzt hier so sind, wie sie sind.

SPEAKER_00

Wichtig ist, dass wir hier sind, wo wir sind und wir haben alle Sturm und Drang.

SPEAKER_01

Und versuchen jetzt euch einfach auch mal authentisch andere Perspektiven aufzuzeigen. In dem Sinne, bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal und vielen Dank.

SPEAKER_00

Tschüss.