Handy, Herz & Hirn - für stressfreie Mediennutzung in der Familie

#12 Was die Debatte um das Social-Media-Verbot wirklich braucht.

Steven Pfeiffer und Viola Hoffmann Season 1 Episode 12

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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Wir nehmen die Debatte um ein Social-Media-Verbot ernst und sagen klar, warum Grenzen für Kinder und Jugendliche aus unserer Sicht sinnvoll sind. Gleichzeitig schauen wir auf die wenigen echten Vorteile, die Jugendlichen selbst nennen, und darauf, warum Begleitung und Medienbildung den Unterschied machen.

• Diskussion um Altersgrenzen unter 14 oder unter 16 und warum die Frage mehr ist als Politik
• entwicklungspsychologische Perspektive auf Nutzen und Risiken von Social Media
• Handy-Abgabe in Schulklassen als Experiment und was „Entzugs“-Muster sichtbar macht
• Zusammenhang von Bildschirmzeit, Bewegungsmangel, Motorik und gesunder Entwicklung
• Social Media als Kontaktraum für isolierte Jugendliche und warum das trotzdem kippen kann
• Positionen aus Politik, Bundesschülerkonferenz und Lehrkräfteverband plus Forderung nach Medienkompetenz
• Vergleich mit Alkohol und Zigaretten als Jugendschutz-Logik und das Thema Durchsetzbarkeit
• Fazit: Regulierung plus Begleitung statt reine Verbotsdebatte

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Steven und Viola

SPEAKER_01

Weniger Stress und mehr Leichtigkeit im Umgang mit den digitalen Medien. Das wünschen sich so viele Eltern. Aber wie klappt das eigentlich im vollen Familienalltag und was gibt es da alles zu beachten? Genau darum geht's hier bei uns im Podcast Handy, Herz und Hirn. Deine beiden Experten im Gespräch. Ich bin Viola Hoffmann, Gründerin von Gesund Digital Aufwachsen.

SPEAKER_00

Und ich bin Steven Pfeiffer, Gründer des Bildungsunternehmens im Hopsterlauf. Jeden Donnerstag bekommst du hier eine neue Folge rund um die Welt der digitalen Medien. Wir bieten dir unser fundiertes Hintergrundwissen, erzählen aus unserem Arbeitsalltag mit Eltern und Kindern und teilen praktische Tipps für mehr Leichtigkeit, Klarheit und Freude im Umgang mit Bildschirmmedien. Ganz nach dem Motto: bewusst begleiten statt verbieten.

Catching Up And Choosing A Hot Topic

SPEAKER_01

Und das alles ganz authentisch und mit einer Prise Humor. Aus unserem Alltag, für deinen Alltag und für eine gesunde Zukunft unserer Kinder. Mach's dir jetzt bequem und lass dich inspirieren. Hallo und ganz herzlich willkommen zu einer frischen Podcast-Folge mit dem lieben Steven und mit mir. Hallo Steven, wir haben jetzt länger. Hi!

SPEAKER_00

Hallo Jona!

SPEAKER_01

Wir haben irgendwie jetzt länger keine Folge aufgenommen, ne? Also unsere Zuhörer merken das nicht, weil wir immer fleißig.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_01

Weil wir mal vorproduzieren und nicht jede Woche sehen. Und jetzt haben wir erstmal gerade ein bisschen Redebedarf gehabt, um heute klarzukommen, was eigentlich abgeht, was wir so machen. Und jetzt bin ich total gespannt, was du für ein Thema mitgebracht hast für die heutige Folge. Das ist schon hebelig und kribbelig. Ich sehe es drauf aus.

SPEAKER_00

Es ist ein Thema, was medial sehr breit getreten wird. Und wenn die Folge hört, können es zwei Sachen sein. Es geht, es gibt schon länger die Diskussion um ein Social Media Verbot für Jugendliche unter 14.

SPEAKER_01

Oder unter 16 sogar.

SPEAKER_00

Ab 16, ja, okay, super. Also auch da wieder Diskussion wird breit gefächert. Es geht auf jeden Fall um ein Social Media Verbot für Jugendliche. Und darüber würde ich gerne. Ha, okay, wir haben schon mal eine Seite.

SPEAKER_01

Höchste Zeit, nein, ich meine, cool, weil höchste Zeit, dass wir drüber sprechen.

SPEAKER_00

Ach so, okay, gut. Alles klar. Nee, und genau darüber würde ich heute mit dir sprechen.

SPEAKER_01

Sehr gerne.

SPEAKER_00

Und einfach mal so aus dem Blauen heraus. Also ich habe mich ein bisschen so reingefuchsen, so durchgewühlt. Ich habe da so ein Trüffelschwein nach, also ein Recherchetrüffelschwein habe ich gespielt und habe mich da ein bisschen schlau gemacht, habe mich auch so ein bisschen mit den einzelnen Parteien mal auseinandergesetzt, auch wenn ich Politik. Ja, ich bin nicht so ein Politik-Fan, muss ich ganz ehrlich sagen.

SPEAKER_01

Naja, kann ich noch was lernen heute.

SPEAKER_00

Ja, ich bin eher so auf der Einzelfene, auf der individuellen Ebene, was kann ich tun? Aber ich weiß, dass wir auch auf gesellschaftlicher Ebene Handlungsbedarf besteht, was bedeutet natürlich auch auf der politischen Ebene. Wie stehst du denn zu dem Thema überhaupt erstmal, bevor ich jetzt wieder ausschweite, lieber Ribola, wie stehst du zum Thema Social Media Verbot für Jugliche?

SPEAKER_01

Aus unterschiedlichen Gründen, ich supportet das total.

SPEAKER_00

Wer hat mal ein bisschen konkreter? Also ja, klar, also ich support es auch. Also bin ich jetzt, jetzt können wir. Baseline, ich support es, aber.

SPEAKER_01

Ich supporte das und.

SPEAKER_00

Und wir werden auch bestimmt so ein bisschen auseinander gehen.

SPEAKER_01

Ja, wir werden es auseinander natürlich. Dabei bleibt. Ciao!

SPEAKER_00

Nein, auseinander gehen.

SPEAKER_01

Wir können wieder gehen.

SPEAKER_00

Was ich meinte mit konkreter, weil ich habe ja gerade gesagt, ab 14 haben wir so, ja, ab 16 und auch da sind wir schon wieder, oh, hm, zwei unterschiedliche Sachen.

What Research Says About Harm

SPEAKER_01

Achso, ich dachte, dass es, dass es ab 16 diskutiert. Ja, wahrscheinlich, weil, ich meine, wir haben, wie viele wissen, Australien als Vorreiter, was das angeht, die das Social Media Verbot ab 16 haben jetzt. Ich glaube, deswegen habe ich 16 gesagt, weil ich irgendwie für mich abgespeichert habe, dass es auch hier zu Lande um diese Altersgrenze geht jetzt in der Diskussion aktuell. Ja, ich, wie immer, natürlich, ich habe den entwicklungspsychologischen Ansatz. Wir haben kürzlich ja oder haben wir schon drüber gesprochen? Ich weiß gar nicht, ob wir schon drüber gesprochen haben. Okay, wenn nicht Spoiler-Alarm, dann kommt es noch. Ab wann sollte ich ein Smartphone haben und ab welchem Alter wäre denn ein Smartphone? Okay, haben wir ja auch schon drüber gesprochen, oder sprechen wir noch drüber? Ich bin gerade nicht sicher. Genau, auf jeden Fall habe ich natürlich den entwicklungspsychologischen Ansatz da, das ist mein Ansatz. Und da würde ich sagen, ich glaube, ich habe es jetzt erst, ich habe es kürzlich in meiner, erst vor ein paar Tagen in meiner Story gehabt, weil es jetzt so viele Studien einfach, die Studienlage verdichtet sich so enorm, geradezu in Richtung, was hat Social Media eigentlich für einen positiven Nutzen oder nicht. Und es gibt meines Wissens kaum eine Studie oder gar keine Studie, die belegt, dass Social Media in irgendeiner Form förderlich für die Entwicklung der Kinder ist.

SPEAKER_00

Danke, dass du es noch konkretisiert hast. Förderlich für die Entwicklung der Kinder.

SPEAKER_01

Ja, wir sprechen ja über Kinder und Jugendliche. Und das ist, wie gesagt, der entwicklungspsychologische Ansatz und deswegen würde ich sagen, ey, es hat einfach überhaupt gar keinen Nutzen, ja, aus dieser Sicht. Und gleichzeitig gibt es halt unfassbar viele Studien, die belegen, welche Schäden es halt anrichten kann bei Kindern und Jugendlichen oder welche Schädigungen auch passieren durch Social-Media-Nutzung. Und deswegen finde ich, ist es halt eigentlich ein No-Brainer. Es ist halt einfach schon, also ich frage mich, warum diskutieren wir überhaupt? Ganz ehrlich.

The Phone Detox Classroom Experiment

SPEAKER_00

Müssen wir gar nicht, ich meine, so, Folge zu Ende. Nein. Aber lass mal nicht über Studien sprechen, weil ich finde Studien, ah, jeder kann Studien sich selber irgendwie anlesen, was auch immer. Und wenn du Kindern ja mit Studien kommst, also mit dieser Logik, dann denken die so, oh nee, gar keinen Bock, was willst du von mir? Sondern ich habe jetzt immer mehr vermehrt Experimente gesehen. Ja, auch darauf basieren die Studien, ja, ne? Oder verschiedene Weise. Aber es gibt immer mehr SchülerInnen, also Schüler und Schülerinnen, die also wirklich als Gruppe beschließen, durch eigene Motivation, aber oft ist es die Motivation von außen, von Lehrkräften, von Schulsozialarbeit, von irgendwelchen externen Anbietern, Projekten, was auch immer. Wo sie sagen, hey, wir geben unsere Handys jetzt mal für drei Wochen ab. Oder eine gewisse Zeitspanne, da muss jetzt nicht drei Wochen sein. Aber das letzte, was ich mitbekommen habe, war, da war eine Schulklasse, die hat vereinzelt ihre Handys, ihre Smartphones. Das war eine Lass mich lügen.

SPEAKER_01

Lieber nicht.

SPEAKER_00

Nein, Redewendung, ne? Schon gut. Ah, vielleicht war es auch eine Schule und es waren Meriadeln, keine Ahnung.

SPEAKER_01

Ich habe es auch gesehen.

SPEAKER_00

Und auf jeden Fall, so drei Wochen. Und dann haben die es halt gefilmt, wie die Kinder ihre Handys wiederbekommen oder Jugendlichen und auch mit denen nochmal so ein Reflexionsgespräch geführt. Und die einen meinten so, ja, der erste Tag, der war so am schlimmsten, und ich habe immer wieder meine leere Tasche gegriffen und wollte mein Smartphone. Und dann meinte sie, aber irgendwann ging es dann wieder. Also es war ein Mädchen, was es gesagt hat, und sie meinte, eine Freundin hat sich Attrappen. Also so Attrappen gebaut und ihre Tasche gesteckt, um dieses Gefühl einfach zu haben. Aber das zeigt ja schon, was für ein krassen Muster die Jugendlichen in dem Fall gefangen sind. Und nicht nur die Jugendlichen sind.

SPEAKER_01

Wenn man sich abgewöhnen will, dass man irgendwas anderes macht.

SPEAKER_00

Und ein Junge meinte, normalerweise haben wir uns irgendwie immer getroffen, and then saßen wir alle zusammen am Handy. And I meinte, this was so spanned, weil wir haben uns wieder viel mehr draußen getroffen und Fußball gespielt. Also auch da wieder mehr Bewegung, mehr frische Luft. Und ich bin jetzt kein Gesundheitsexperte, aber ich bin der Meinung, zu glauben, zu wissen, dass irgendjemand mir mal gesagt hat von den Experten, frische Luft und Bewegung sind gesund für die Entwicklung von Kindern. Könntest du das als Entwicklungspsychologin bestätigen?

SPEAKER_01

Ja, essentiell sogar. Also wir wissen zum Beispiel, wenn man es, also ne, das fragen viele Eltern auch ja, warum ist das denn für Kinder anders und so? Und eine Sache, die ich da immer beschreibe, hatten wir auch schon hier, ist einmal über die Sinne und die Sinnesentwicklung und die Bewegung und die Bewegungslosigkeit. Und das ist etwas, was sie im Jahr.

SPEAKER_00

Ganz zu schweigen von der Motorik, ne? Also bin ich. Geh mal ein bisschen kleiner in die Motorik rein.

SPEAKER_01

In die Motorik, genau, aber auch in die, ich kann mich erinnern, noch in meinem Studium, medizinisches Grundstudium, haben wir auch einen Kinderarzt da gehabt für ein Seminar und der hat zum Beispiel auch darüber gesprochen, was ich sehr eindrücklich fand und wo ich mich gerne dran zurückerinnere, wie wichtig die Bewegung für die Entwicklung der Kinder ist überhaupt, weil die müssen ihren Körper bewegen, damit überhaupt der Körper und die Organe und die Knochen und alles, damit das Wachstum überhaupt richtig stattfinden kann und die körperliche Entwicklung stattfinden kann. Dafür müssen die sich bewegen. Und das ist auch der Grund, warum die Kinder oft einen viel größeren Bewegungsdrang haben als wir Erwachsene, weil wir sind durch diese Entwicklung schon durch und wir bewegen uns zur Erhaltung quasi unseres Körpers. Also für uns ist Sport und Bewegung anders wichtig, damit es erhalten, damit unser Körper erhalten bleibt und gesund und fit bleibt. Und die Kinder haben einfach einen viel höheren Bewegungsdrang, weil der Körper das braucht, um sich zu entwickeln. Und es geht sogar noch ein Stück weiter, ist, dass wenn ein Kind mit einer Lähmung geboren wird, zum Beispiel, einer Querschnittslähmung beispielsweise, dann muss das jeden Tag von außen mit Physiotherapeuten auch bewegt werden.

SPEAKER_00

Von den Nerven, damit die Nervenzellen alles so ein bisschen wunderbar sind.

SPEAKER_01

Genau das und damit einfach der Körper, also ne, aus verschiedenen Gründen, aber damit der Körper sich und damit auch die Sprache zum Beispiel, das hängt alles zusammen, ja, damit die Sprache sich entwickeln kann, damit die Organe sich, die inneren Organe entwickeln können und so weiter. Also diese, und das zeigt einfach deutlich, warum Bewegung einfach für Kinder nochmal anders wichtig ist als für uns als Eltern. Und das finde ich, relativiert so ein bisschen dann auch oft die Frage, so ein, oder ich, ich sage das oft so, Bildschirmzeit, bewegungsfreie Zeit. Also, was kann alles in dieser Zeit an Entwicklung nicht stattfinden für dein Kind zum Beispiel?

SPEAKER_00

Außer du spielst Let's Dance. Dann belegst du, außer du spielst Let's Dance. Also das ist einfach, ich muss, ich will nicht immer so einseitig sein. Also natürlich, wir haben einen Punkt, klar. Aber die sind da, sie werden nicht mehr weggehen und da sind wir wieder ein Punkt, wieder, wie wir sie für sie, also für uns nutzen.

SPEAKER_01

Genau, und ab welchem Alter einfach, ja. Also ist es wirklich, ich glaube, die grundlegende Frage ist immer, ist es wirklich sinnbringend und entwicklungsfördernd für mein Kind, ja oder nein?

When Social Media Feels Like Home

SPEAKER_00

Auf den Bezug auf Social Media, da bin ich absolut bei dir. Das ist eine bewegungslose, also im großen Rahmen bewegungslose Zeit ist. Ich weiß aber auch ab einem gewissen Alter, dass Jugendliche, wenn es Social Media gibt, da auch ihre Räume haben, um sich auszutauschen. Und das beste Beispiel ist einfach, ich hatte einer aus dem Jugendparlament bei einem Vortrag, bei einer Podiumsdiskussion mit mir sitzen, mit Schulsozialarbeit, Polizei, Kinderarzt, ich und sie. Weil auch ja mal ja nicht über die Kinder und die Jugendlichen gesprochen werden, sondern sollte ja mit ihm sprechen.

SPEAKER_01

Ja.

SPEAKER_00

Und dann meinen sie auch, ja, natürlich, aber guck mal, ey, du kommst aus Berlin, ne, da, keine Ahnung, große Stadt, hast du deine Räume, ne, können sich Kinder irgendwie auf der Straße, sind viele Kinder. So, jetzt wächst auf ein Dorf auf, du sagst vielleicht, ey, ich bin jetzt nicht so die der Person nicht. Also die Person, die den Normen dieses Dorfes entspricht. Ich denke vielleicht ein bisschen anders. Ich habe vielleicht eine andere Orientierung als die meisten anderen Kinder und Jugendlichen hier im Dorf. Und die Eltern sind vielleicht auch eher konservativ. Ah, cool. Mit wem redet diese Person denn dann? Also wenn der Eltern ist, es war schon irgendwie cool, dann wirklich über Social Media, halt Netzgewissen Netzwerke zu finden, wo sie darüber sprechen konnte. Über ihre Probleme. Also die Probleme, die damit einhergehen, anders zu sein als der Norm. Also auch jetzt muss ich mal ganz mal sagen, das sind ja für mich immer sehr eingeschränkte Sichten, die die Menschen dann haben. Und das tun wir auch immer voll leitern für die, aber diese Menschen gibt es nun mal.

SPEAKER_01

Ja, und ich finde auch das hat halt zwei Seiten, ja. Also was ist bei dem Kind, bei dem Jugendlichen los? Wie ist das aufgefangen, eingebunden und abgeholt? Und ich finde auch da gerade, wenn es so in der Jugend dann irgendwelche Schwierigkeiten oder Identitätsprobleme oder so weiter und so weiter gibt, dann ist es unabdingbar, dass es auch da Menschen im Umfeld gibt oder Therapeuten oder was auch immer, die das Kind da begleiten können. Weil ja, es kann bis zu einem gewissen Grad gut sein, da vielleicht auch Gleichgesinnte und Unterstützung zu finden. Andererseits kann es halt auch, wenn es nicht professionell, du weißt, worauf ich hinausgehe, ja, nicht professionell moderiert und begleitet ist, kann es auch ganz schnell in eine andere Richtung gehen und können sich einfach Identitätsschwierigkeiten und Probleme oder psychische Probleme einfach auch verstärken.

SPEAKER_00

Diese sind natürlich wesentlich größer, das müssen wir auch ganz klar dazu sagen. Da sind wir uns, glaube ich, auch einig, dass die Liste der negativen Folgen für die Entwicklung der Kinder. Wir sind ja auch der Augenblick. Also ihr könnt euch vorstellen, ich bin ungefähr 1,78, ich habe jetzt beide Hände vor mir und fange an, dass die Liste, ne, und meine Hände werden immer breit auseinander, bis sie komplett auseinandergespreizt sind. Und so groß ist diese Liste und noch weiter bis zu den Wänden und über meine Hände hinaus der negativen Folgen von Social Media für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Und wobei dann die positiven Seiten so vielleicht so, ja, keine Ahnung, eine Ellenbogenlänge, L ist. Viola sagt, nee, ungefähr nur der Zentimeter zwischen Daumen und Zeigefinger.

SPEAKER_01

Also ich habe auch dazu, ich habe tatsächlich auch eine Zielgruppe befragt, kürzlich. Ich habe Kids in einer Gruppe von Jugendlichen, Kids kann man schon gar nicht mehr sagen, zwischen 16 und 17 waren die, habe ich auch gefragt dazu. Ging es auch um Social Media und dann habe ich einfach Thema gefragt und habe gesagt, naja, ihr seid ja jetzt alle gerade so in dem Alter, also euch würde das jetzt ja gerade so nicht mehr betreffen dann. Aber wie seht ihr das denn? Wie steht ihr denn dazu? Ja, ihr seid ja schon damit aufgewachsen und groß geworden, wie seht ihr das? Und das war eine unfassbar spannende Unterhaltung, Diskussion. Das war das eine, dass ich sie gefragt habe, wie sie dazu stehen, und das andere, was sie denn für einen positiven Nutzen daraus ziehen oder für was sie, was sie das Positives nutzen. Und ich fand es schon sehr reflektiert, weil, also einer hat zum Beispiel gesagt, ja, ihre kleinere Schwester, die ist jetzt zwölf und die hat das jetzt auch irgendwie Social Media und oder nutzt jetzt Social Media, hat damit jetzt angefangen. Und sie sieht, was da eben passiert mit ihrer Schwester und sie würde das ihrem Kind zum Beispiel nicht erlauben. War ich auch sehr spannend.

SPEAKER_00

Die große Schwester hat das geäußert aus der Schwester.

SPEAKER_01

Hey, wow, also ja, ich bin damit auch schon aufgewachsen und jetzt ist sie halt schon in der Entwicklung ein Stückchen weiter und kann das schon anders reflektieren und sieht, was da bei der Schwester los ist. Und spannenderweise, das ist sehr spannend, habe ich einen da drin gehabt, der hat sich dann gemeldet und hat gesagt, also er findet, dass es ab 25 erlaubt sein sollte. Und ich so, echt, wie meinst du das also? Und dann sagt er, naja, mit 25 ist halt die Gehirnentwicklung erst abgeschlossen. Und ich dachte so. Krass! Bio-EK, ne? Ich kann jetzt nach Hause gehen.

SPEAKER_00

Er hat bestimmt den Bioleistungskurs besucht.

SPEAKER_01

Das war sehr spannend, aber diese, also ist ja so, haben wir ja auch schon darüber gesprochen. Fand ich cool, dass er das so wusste. Und dann haben wir das eben auch aufgegriffen in der Diskussion und das hat wiederum die anderen total nachhaltig beschäftigt.

SPEAKER_00

Peer-to-peer learning, yes, let's do it.

SPEAKER_01

So cool! Und dann habe ich auch gesagt: Ja, und wie glaubst du das, wie würde es dann durchgesetzt werden? Und so, wenn man jetzt sagt, okay, so schon wieder erst ab 25, gehen wir dann mal davon aus, dass sowas möglich wäre und so. Und wir sind in solche Sachen einfach dann reingegangen. Das war sau spannend.

SPEAKER_00

Wenn wir gerade bei Schülerinnen und Schülerinnen sind, ich habe ja am Anfang gesagt: Ich bin nicht so der Politikmensch, ich heil mich da immer so gerne raus, beziehe auch keine Stellung, aber mittlerweile, ich habe zwar eine ganz klare Haltung, muss ich ganz klar sagen. Aber der Übergang ist Schülerinnen und Schüler, Bundesschülerkonferenz. Die hat nämlich auch was dazu zu sagen zum Social Media Verbot. Und sie hat sinngemäß gesagt, ey, Leute, nehmt die Probleme doch mal bitte ernst, ne? Also diese psychische Gesundheit, die Überlastung der Kinder und Jugendlichen. Und selbst die haben ja gesagt, so wie bei dir gerade, ein Verbot kann Teil der Lösung sein. Aber das ohne Medienbildung in den Schulen, das halt weiter einfach nur zu einer Problemverschiebung wird.

SPEAKER_01

Verschiebung ist, ja.

SPEAKER_00

Also auch da, und sie merken es ja selbst. Also du wirklich, also sie, die Schülerinnen und Schüler merken es ja selbst. Klar, irgend, und wenn ich in den Kursen halt frage, ja, ey, ne, wie lange bist du denn irgendwie da auf Social Media, im Handy oder so, ne? Oder wenn gesagt wird, ja, ey, immer bei Snapchat immer dieses Hin- und Her-Antworten, ne, ey, das ist halt voll auf dem Keks. Netz ausgedrückt. Das waren nicht die Worte, waren nichts Worte, aber wir bleiben mal hier PG13, ne? Genau, also auch dann, sie wissen es ja, ne? Und ich würde jetzt nochmal ganz gerne so ein bisschen zusammenfassen, was sich so bei den Parteien rausgehört. Ich mach's nur ganz kurz. Also jetzt so ein bisschen, dass der größte, also der grobe, größte Teil der Parteien, wir nennen sie jetzt mal CDU, CSU, Grüne, SPD, FDP, Die Linke, sich alle so ein bisschen, also so ein bisschen einig sind und die gleichen Ansätze haben, dass ja ein Verbot sehr sinnvoll sein könnte. Noch nichts Konkretes, also die SPD sagt so, ja klar, eine Jugendversion machen, also unter 14 kein Zugang zu Social Media, dann aber irgendwie von 14 bis 16 eine Jugendversion, ne, ohne suchtverstärkende Funktionen wie Endlos Scroll oder Autoplay. Also dass da halt auch die wirklich die Betreiber, also die Plattform Betreiber mit reingezogen werden. Und auch eine, keine Ahnung, ab 16 auch ohne Erwachsene, meinetwegen, mit reingehen können. So. Und jetzt kommt ja noch eine Partei, die ich jetzt noch nicht genannt habe, so die AfD. Und die AfD sagt so, nö, Verbot brauchen wir nicht, ne? Die müssen ja lernen. Was ist das denn schon wieder?

SPEAKER_01

Die müssen selber lernen. Ja, genau.

SPEAKER_00

Und dann sagen sie, die Hauptverantwortung liegt bei den Eltern und Schulen. Also die AfD schreibt ja auf die Fahne, ja, ey, hier, wir sind hier für den kleinen Mann. Aber dann, das größte Thema der Eltern, ja, was halt wirklich so dieses Medienthema angeht, diese Unsicherheit und die Eltern schreien ja, Schule, ihr müsst was machen, Politik muss was machen, Plattform müsst ihr was machen. Und dann sagt die Partei, die sich angeblich dafür einsetzt, nö, ihr müsst euch darum kümmern. Also ein Schmerz der Wählerschaft, den sie eigentlich hat, ihre Wählerschaft, sagt er, dann geht er so einen Mittelfinger, nö, ihr würdet er selber machen.

SPEAKER_01

Ihr müsst selber machen. Also ich bin auch so grundsätzlich. Ich finde das so absurd. Es ist absurd. Schwer, weil es weiß ich nicht, wer noch was sagt und CSU setzen, Netzwerke braucht eine Altersverifikation, also das ist ja schon eine technische Lösung.

SPEAKER_00

Aber es ist halt Politik. Blasch.

What Alcohol Laws Teach Us

SPEAKER_01

Es ist Politik, also und ich möchte, das hatte ich auch gerade kurz vorher gesagt, dass der Lehrerverband, der deutsche Lehrerverband hat sich nämlich auch dazu geäußert, ich glaube, es war schon im letzten Jahr, ganz genau, weiß ich es jetzt nicht mehr, aber ich habe es auch gerade nochmal recherchiert, dass der deutsche Lehrerverband sich auch dagegen ausgesprochen hat gegen ein generelles Social Media Verbot, weil die auch sagen, naja, die Schüler, die müssen lernen, sich da zurechtzufinden in der digitalen Welt. Und es sei ja kaum durchsetzbar. Ich hatte es hier gerade nochmal aufgemacht, Recht auf Informationen haben die Kinder und so weiter und so weiter. Und das ist ja aber auch das, was alle oder viele Menschen fordern im Moment fordern, dass ein Verbot sinnvoll wäre, aber nicht ohne Medienkompetenz, Schulung. Also das eine schließt das andere ja nicht aus. Und das ist zum Beispiel auch was, was ich die Schülerinnen und Schülerinnen gefragt habe, weil die dann auch gekommen sind mit so Sachen wie, ja, es ist halt auch fraglich, ob das dann durchgesetzt wird und das kann man ja auch alles umgehen und so weiter und so weiter. Und dann habe ich gesagt, naja, wie sieht es denn aus mit Alkohol und Zigaretten? Also so mal ganz ehrlich.

SPEAKER_00

Klassisches Beispiel, ja.

SPEAKER_01

Ja, so, ne? Ihr seid jetzt 16, 17, alle, ich gehe mal schwer davon aus, dass ihr schon mal Alkohol getrunken habt und der eine oder andere vielleicht auch schon geraucht hat, ja, und eigentlich dürftet ihr es auch noch nicht. So, und was wäre jetzt anders, wenn es frei zugänglich wäre für euch? So, ja, wenn es diese Regulation, dieses Gesetz nicht geben würde, dieses Jugendschutzgesetz. Und da waren sie sich schon auch dann einig, dass sie gesagt haben, ja, es hilft schon natürlich. Weil sonst würde es wahrscheinlich ganz anders aussehen. Da haben wir auch darüber gesprochen, was in der Entwicklung passiert, was mit dem Gehirn passiert, wenn sie Alkohol und Zigaretten einfach in der Entwicklung konsumieren und warum es dieses Gesetz gibt und das hat allen total eingeleuchtet. Und die haben sich auch fast alle dafür ausgesprochen tatsächlich.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_01

Ja, für dieses, dass es diese Regulierung gibt, weil sie gesagt haben, sie gehen davon aus, dass es den Kids helfen kann und dass es den Eltern auch helfen kann. Und das ist nämlich die nächste Ebene. Die allermeisten haben auch gesagt, wir fühlen uns, ich habe dann gefragt auch, wie sie fühlen sich nicht begleitet, auch von ihren Eltern nicht und von den Schulen nicht, von den Erwachsenen. Es gibt einfach niemanden, der die auch begleitet darin. Und das ist der springende Punkt, einfach, glaube ich, dass es nicht darum geht, hey, ihr dürft es überhaupt gar nie, nie, nicht. Sondern wie wird es vorbereitet und wie sieht die Begleitung und wie ist auch die Aufklärung, wenn man einfach nur ein Verbot macht und sagt, ey, ihr dürft es nicht, Punkt, fertig, dann werden wir nicht weit kommen wahrscheinlich.

SPEAKER_00

Ja. Ich würde gerne mit etwas Positivem heute abschließen, weil wir merken, es ist so eine endlos Diskussion und vielleicht lass uns gleich nochmal noch ein Fazit ziehen, bevor wir dann aufhören. Und zwar ist heute, okay, es ist, was heute passiert. Jetzt muss ich überlegen, wann kommt die Aufnahme raus? Mist, auf jeden Fall, heute ist, ich rede jetzt einfach von heute. Googelt dann, wann es passiert ist. Auf jeden Fall gab es heute in Amerika einen Gerichtsurteil.

SPEAKER_01

Gestern. Ja, das wollte ich gerne in der nächsten Podcast-Folge besprechen. Okay, gut. Dann ist es.

Final Takeaways And Listener Share

SPEAKER_00

Nächstes Thema. Okay, dann nehme ich es nicht mit drauf, dann nehmen wir es gleich raus. Aber dann spoiler: nächste Folge: Gerichtsurteil Amerika is, glaube ich, ein sehr großer Game Changer und wird, glaube ich, auch Wellen um sich ziehen. Yeah, I think it's a good idea. Yeah, genau, Kinderschutz und Sucht angeht, was Social Media Plattformen angeht. Dann lass uns einmal kurz ein Fazit ziehen. Social Media Verbot für Kinder. Ich sag jetzt bewusst Kinder. Die Kinder sind für mich jetzt alles unter 13, ja oder nein.

SPEAKER_01

Ja, ganz klar. Bis 16, würde ich sagen.

SPEAKER_00

Wenn man die Fragen ausweist, ich frage Social Media, wo du da unter 13, ja, aber da bin ich nicht einverstanden mit. Ja, bin ich auch einverstanden. Okay, gut.

SPEAKER_01

Da bin ich nicht mit einverstanden.

SPEAKER_00

Achso, okay, dann sag doch nein. Dann sag doch nein und nicht ja und dann noch weiter.

SPEAKER_01

Nein, ich bin nicht einverstanden unter 13. Ich bin einverstanden mit unter 16.

SPEAKER_00

Ja, ich wollte ja noch weitermachen. Ich wollte sie noch weitermachen. Also jetzt würdest du es ganz glatt sagen. Also, liebe Zuhörenden, ihr merkt, da sitzt was drin. Social Media, das macht was mit uns, auch mit uns, obwohl wir ja über Kinder sprechen.

SPEAKER_01

Ja, und wir müssen ja uns auch nicht immer einig sein. Es geht ja auch darum, jetzt andere unterschiedliche Sichtweisen zu haben und die darf ja jeder haben.

SPEAKER_00

Definitiv.

SPEAKER_01

Und Positives, natürlich ist es, das haben die Schüler und Schülerinnen auch rückgemeldet, so sie nehmen es zu Inspirationszwecken. Da ist es total cool zum Beispiel.

SPEAKER_00

Pinterest wird immer noch genannt, ne? Also so eine alte, in Anführungszeichen, Plattform, wo die Kinder raufgehen und sich inspirieren lassen. Total, auch von den Kännen.

SPEAKER_01

Ja, voll, auch von den kleineren Kids wird es genannt. Wobei die kleineren nicht, da habe ich reingefragt gehabt in der Klasse, auch die finden nicht, dass es ein Social Media Kanal, ähm, in der Social Media Plattform ist.

SPEAKER_00

Ja, spannend. Was ist Social Media überhaupt?

SPEAKER_01

Was ist Social Media, was ist eine Social Media Plattform? Genau, aber das so zu Inspirationszwecken, zum Austausch und auch zur Selbstdarstellung wird es auch genutzt. Also im Sinne von auch, es war das auch eine Band, haben die zum Beispiel ein Bandbeispiel dann, wo die ihre Videos raushauen.

SPEAKER_00

Ja, ich glaube, mein Fazit tatsächlich für die Folge ist, dass die Kinder nutzen es für sehr positive und wohlwollende Zwecke, um gewisse Bedürfnisse zu befriedigen. Aber gleichzeitig sind sie sich ja auch schon bewusst, wie schädlich es für sie ist. Also das kommt jetzt das, was du mir gerade erzählt hast, oder das, was ich selbst erlebt habe mit den Klassen und die Gespräche und dass es einfach wirklich Begleitung braucht. Aber nicht nur Begleitung, sondern ich glaube, es braucht auch tatsächlich politische, gesellschaftliche Regulierung, also Gesetze. Jetzt sehe ich es, es braucht gewisse Gesetze, die davor schützen. Und ich bin jetzt richtig gespannt, was du in der nächsten Folge erzählst darüber. Also, ihr Lieben, liebe Viola, ich wünsche dir einen wunderschönen Abend.

SPEAKER_01

Ja, wir werden es weiter bewegen. Es ist noch nicht fertig.

SPEAKER_00

Also ich bin gespannt. Ich bin richtig gespannt auf die nächste Folge. Ich wünsche dir jetzt auf jeden Fall erstmal noch alles, alles Gute. Vielen Dank für diese mega coole Folge.

SPEAKER_01

Dankeschön, Steven und Kema.

SPEAKER_00

Eine Sachen auch an die Zuhörenden. Wenn euch die Folge gefallen hat, liked diese Folge.

SPEAKER_01

Teilen, teilen.

SPEAKER_00

Teilt sie und überlegt, hey, wem könnte diese Folge vielleicht noch gefallen und schickt sie ihn einfach. In dem Sinne, vielen Dank und bis zum nächsten Mal. Tschö. Ciao.