Handy, Herz & Hirn - für stressfreie Mediennutzung in der Familie

Toxische Männlichkeitsbilder erkennen und Kinder stärken

Steven Pfeiffer und Viola Hoffmann

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Wir sprechen offen darüber, wie Alpha-Male-Content, Manosphäre und Tradwives-Trends junge Menschen beeinflussen und warum Consent und Körpergrenzen viel früher anfangen als viele denken. 

Wir verbinden digitale Medien, Selbstwert und Sexualität mit konkreten Alltagssituationen in Familie, Kita und Schule und zeigen, wie Vorbilder Kinder wirklich stärken.  


  • Alpha-Male-Videos und toxische Männlichkeitsbilder als Einstieg über Fitness, Status und Abwertung  
  • Consent als Haltung im Alltag, von Umarmungen bis zu professioneller Distanz  
  • Gratwanderung zwischen sinnvoller Sensibilisierung und übertriebener Angst vor Nähe  
  • Pubertät, Unsicherheit und warum Jugendliche Inhalte oft nicht einordnen können  
  • Pornografie, OnlyFans und unrealistische Erwartungen an Sexualität und Rollenbilder  
  • Tradwives-Trend als Rückschritt in alte Frauenbilder und seine Wirkung auf junge Zielgruppen  
  • Deepfake-Pornografie als Form sexualisierter Gewalt und Gesprächsanlässe in Klassen  
  • Grenzen im Elternhaus, von Kitzeln bis Großelternkuss, als frühe Lernmomente  
  • Bildschirm als Hilfsmittel beim Zähneputzen und Essen, was Kinder dabei über Autonomie lernen  
  • Übungen und Sprache, um Stopp zu sagen, Grenzen zu spüren und andere zu respektieren  
  • Vorbildfunktion der Eltern, auch nach Streit, inklusive Entschuldigen und Reparatur  


Ich würde gerne einmal wissen, was sind denn eure Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen, die ihr vielleicht selbst erlebt habt, die ihr mitbekommen habt. Ihr müsst nicht ins Detail gehen, lasst es grob, keine persönlichen Daten preisgeben, ihr wisst, Datenschutz und so.🙈 

Aber ich bin gespannt, teilt es mal gerne mit uns und ich lade euch ein, das ist ein sicherer Raum tatsächlich.  


Folge uns gern auf Instagram unter @Handy, Herz und Hirn und schreibe uns deine Fragen und Themenwünsche als Nachricht oder du erreichst uns natürlich auch per E-Mail unter: handy.herz.hirn@viola-hoffmann.de

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Steven:

Viola:


Wir freuen uns über deine Nachricht und dein Feedback! ☺️

Liebe Grüße,

Steven und Viola

Motto Und Podcast-Start

SPEAKER_03

Weniger Stress und mehr Leichtigkeit im Umgang mit den digitalen Medien. Das wünschen sich so viele Eltern. Aber wie klappt das eigentlich im vollen Familienalltag und was gibt es da alles zu beachten? Genau darum geht's hier bei uns im Podcast Handy, Herz und Hirn. Deine beiden Experten im Gespräch. Ich bin Viola Hoffmann, Gründerin von Gesund Digital Aufwachsen.

SPEAKER_00

Und ich bin Steven Pfeiffer, Gründer des Bildungsunternehmens im Hopserlauf. Jeden Donnerstag bekommst du hier eine neue Folge rund um die Welt der digitalen Medien. Wir bieten dir unser fundiertes Hintergrundwissen, erzählen aus unserem Arbeitsalltag mit Eltern und Kindern und teilen praktische Tipps für mehr Leichtigkeit, Klarheit und Freude im Umgang mit Bildschirmmedien. Ganz nach dem Motto bewusst begleiten statt verbieten.

SPEAKER_03

Und das alles ganz authentisch und mit einer Prise Humor. Aus unserem Alltag, für deinen Alltag und für eine gesunde Zukunft unserer Kinder. Mach's dir jetzt bequem und lass dich inspirieren.

Lockerer Einstieg Und Unerwartetes Thema

SPEAKER_03

Hallo und ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge Handy, Herz und Hirn. Hallo lieber Steven, ich freue mich auf diese Folge.

SPEAKER_00

Jojo, was geht ab?

SPEAKER_03

Du hast keine Ahnung, was dich erwartet.

SPEAKER_01

Nee, ich habe heute Morgen so eine Sprachnachricht bekommen von einem Kumpel und er war so, wada! Wir haben so ein bisschen rumgealbert und deswegen dachte ich, ich steige heute mal mit. Jojo, was geht ein?

SPEAKER_03

Und ich habe keine Ahnung. Heute geht es um ein Thema, das du schon länger behandeln möchtest und ich schmeiße dich jetzt ins kalte Wasser. Du hast dich nicht darauf vorbereitet.

SPEAKER_01

Mein Herz schlägt schon höher und schneller. Ich hasse unvorbereitet sein.

SPEAKER_03

Heißperlen treten, die stören. Und das zwar, ja, es kann sein, dass es jetzt ein bisschen deep wird, aber das ist okay.

SPEAKER_01

Ich mache einen Timer auf 30 Minuten, damit ich da wieder rauskomme.

SPEAKER_03

Okay, letzte Folge haben wir ein bisschen sehr tief in die Themen eingeschieden und haben ein bisschen persönlicher und privater erzählt von uns. Und heute möchte ich über ein Thema sprechen, von dem ich weiß, dass es dir am Herzen liegt. Okay, jetzt bin ich gestellt.

SPEAKER_01

Oh, das ist so viel. Es liegt mir so viel am Herzen.

SPEAKER_03

Ich weiß, aber du hast es schon öfter gesagt in letzter Zeit, dass du darüber eine Folge machen möchtest und ich glaube, es ist jetzt Zeit, weil das ein ganz guter Cliffhanger war jetzt vom Ende unserer letzten Folge. Und

Alpha-Male-Content Als Ernstes Signal

SPEAKER_03

zwar geht es um das Thema Alpha-Mails. Männerbilder, toxische Männerbilder, die gerade so durchs Netz kursieren.

SPEAKER_02

Ich merke, wie so ein Buch in mir aufsteigt gerade. Ja, let's go.

SPEAKER_03

Oh Gott, guck, ich wusste schon, das ist wir haben so ein bisschen freudigere Folge letzte gehabt, aber es ist Zeit, auch über diese ernsten Themen zu sprechen. Und der Aufhänger war eben in der letzten Folge, haben wir am Ende kurz noch so drüber gesprochen, auch über Consent auch zwischen Mädchen, Jungs, Frauen, Männern muss ich immer gefragt werden, bevor es sexuellen Kontakt gibt, ja oder nein, und solche Geschichten. Und das hat mich dazu bewogen, jetzt diese Frage an dich mitzubringen in dieser Folge, weil ich weiß, dass du da schon länger drüber sprechen wolltest.

SPEAKER_01

Also, warte mal, also ja, ich möchte über das Thema schon länger sprechen, aber du hast die Fragestellung mitgebracht. Sag mir doch mal ganz kurz die Frage, damit ich die vorher beantworten kann.

SPEAKER_03

Ah, es ist jetzt keine Frage an sich.

SPEAKER_01

Du hast mit dem Consent angefangen gerade, die Frage.

SPEAKER_03

Ja, genau, ja, das ist das, was wir in der letzten Folge am Ende noch drüber gesprochen haben. Und da habe ich gedacht, so jetzt war der Aufhänger, dass wir jetzt mal über toxische Männer und Frauenbilder sprechen, die da draußen im Moment so kursieren.

SPEAKER_01

Ja,

Consent Im Alltag Von Kindern

SPEAKER_01

also um deine Frage zu beantworten, muss es immer Consent geben? Ja. Also ich bin ja, ich bin ja schon in den Kitas unterwegs. Jetzt gar nicht mit dem Thema Medien, sondern wirklich selbsthaupte Resilienz. Und in einer der ersten Übungen sage ich halt, hey, guck mal, der Rahmen ist dann halt so, warum müssen wir stabil in unserem Leben stehen? Warum ist es so wichtig, stabil zu stehen, ne, Füße auseinander, gerade auf Körperhaltung und so. Weil manchmal ist das Leben ganz schön anstrengend, links und rechts haut es uns um oder so, ne? Aber wenn wir stabil stehen, ist es gar nicht so schlimm. Dann können wir uns immer wieder ausbalancieren und unsere Füße feststehen. Und dann frage ich mich, wir machen Stopptanz, ne? Ich verwandle mich gleich in das Leben und dann teste ich euch mal, ob ihr wirklich stabil steht. So, dafür muss ich aber die Kinder an den Schultern berühren. Und der erste Satz ist, hey, ist es für alle okay, wenn ich euch an der Schulter berühre? Also so links und rechts, ich werde euch nicht hauen, sondern ich werde meine Schulter, also meine Hand an eure Schulter legen und gegendrücken. Sie sagen natürlich alle okay. Sagen, ja, aber es ist, wieso glaubt ihr, frage ich denn überhaupt? Und ich finde es schön, dass die meisten Kinder es schon früh lernen, dass ja, weil es mein Körper ist. Es ist wirklich gut, dass die Kinder, die meisten Kinder in Nakita schon wissen, hey, mein Körper gehört mir. Darf niemand ran. Auf der anderen Seite, ich bin ja auch in Schulen unterwegs. Ich war jetzt letzte Woche in den dritten Klassen unterwegs und war heute zu einem Auswertungsgespräch da und dann auch da habe ich es ja gesagt, hey, mein Körper gehört mir, ich habe auch ganz gesagt, hey, meine Grenzen, ich muss nicht alle umarmen, es ist schön, dass ihr mich mögt und so, aber na, so ein bisschen Abschluss ist auch okay. Muss jetzt nicht. Sondern komme ich aber heute an, was passiert, die Kinder sehen mich um Schuh auf, Steven, schreien, reißen die Arme nach oben, rennen auf und zu und umarmen mich. So. Natürlich umarme ich zurück. Weil das ist für mich auch ein ganz kleines Zeichen, okay, dass das Kind möchte umarmt werden. Jetzt nicht irgendwie, ey, da wird irgendein Kind begrabbelt, sondern hey, das will nur Umarmung haben. Das heißt aber auch, ich drücke das Kind jetzt nicht fest an mich, sondern ich sage halt, hey, okay, komm her. So, leg die Arme halt locker, einfach einmal rum, so dass das Kind, sobald es raus will, wieder raus kann. Weil ich als Erwachsene auch weiß, okay, ich brauche das jetzt nicht. Oder ich sage dann irgendwie, hey, danke schön, gehe selber einen Schritt zurück. Nicht, ich schiebe das Kind zurück, sondern ich gehe einen Schritt zurück, einfach um zu signalisieren. So. Haben wir jetzt einen Consent gehabt? Haben wir beide Ja gesagt? Haben wir es ausgesprochen? Nee, haben wir nicht. Ja, also verbal, verbal haben wir es nicht ausgeschlagen. Also ich finde es so eine ganz, ganz tricky Thematik. Und die muss aber auch dann erstmal gelernt werden muss. Diese feinen Nuancen. Wenn jemand auf dich zugerannt kommt mit einem strahlenden Gesicht, mit Arm ausgebreitet, dann gehst du schon davon aus, dass sie umarmt werden möchte.

SPEAKER_05

Ja, ja.

SPEAKER_01

Dann hältst du ja nicht so ein Metaphor und sagst, stopp! Und du hältst die Hand nach vorne. Und da sind wir jetzt noch, wir sind noch gar nicht beim Sexuellen. Also wir sind jetzt wirklich gerade einfach nur noch von kindlicher Freude, Körpernähe und sonst was. Aber ich sage ganz klar in den Trainings, ich möchte keinen Körperkontakt haben. Ich bin extern, ich kenne euch nicht. Wenn ein Kind zu mir kommt und vor mir steht die Arme auf, jetzt sage ich, möchtest du umarmt werden? Dann frage ich auch erstmal nach und dann natürlich möge ich dann dem Kind das, was es braucht. Weil ich als Pädagoge, als Erwachsene halt dann auch dafür da bin, meinetwegen auch den Kindern, das Bedürfnis der Körpernähe kurz zu befriedigen. Es ist keine innige Umarmung, es ist nicht mehr so gut.

SPEAKER_03

Ja, ich glaube, da ist an manchen Stellen, also es ist natürlich gut, dass wir da sensibilisieren und so und dass man da auch so umgeht, wie du es tust. Und ich glaube,

Nähe Zulassen Ohne Grenzen Zu Brechen

SPEAKER_03

dass an manchen Stellen das zu überdacht wird. Also ich kenne Kitas, weiß ich aus erster Hand, die Kinder nicht mehr auf den Schoß nehmen dürfen. Und die Erzieherinnen, wo die Kinder, die Erzieherinnen in der Kita, die kleinen Kinder nicht mehr auf den Schoß nehmen dürfen oder denen keine Umarmung, wenn sie weinen und so nicht denken, ja, genau.

SPEAKER_01

Also aus entwicklung psychologischer Sicht würde ich auch schon sagen, nein, das ist falsch. Es tut mir leid, es ist nicht so.

SPEAKER_03

Ja, das ist total falsch, weil die kleinen Kinder, die brauchen einfach körperliche Nähe. Und das ist natürlich wichtig, dass wir uns in unserer Haltung überprüfen und welche Haltung habe ich da dem Kind gegenüber als Erwachsener. Aber je kleiner die Kinder sind, desto mehr brauchen die einfach auch die körperliche. Das Kind ist hingefallen und du darfst es nicht mehr in Arm nehmen. Wo kommen wir denn da hin? Und natürlich sind die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten oder Kitas, die diejenigen, die Bezugspersonen sind in dem Moment. Und die sind ja, da haben die Kinder ja auch ein Vertrauen und eine Bindung auch zu. Wenn die jetzt die Kinder nicht mehr am Schoß nehmen dürfen, also sorry, also irgendwo ist genau.

SPEAKER_01

Ich bin ein bisschen abgedriftet. Es tut mir voll leid, weil du warst über toxische Männlichkeit gefragt. Da kommen wir.

SPEAKER_03

Da kommen wir auch zu. Ich habe es schon aufgeschrieben, die wir noch zurückkommen. Aber es ist einfach, es ist ein schmaler Grat, ja, und es ist ein, ich finde es wichtig, wie du das sagst, auch gerade wenn du von außen dazukommst, ist es ja auch nochmal eine andere Situation, als wenn ein Kind seit drei Jahren in die Kita geht und drei Jahre lang darf die Erzieherin das Kind nicht in den Arm nehmen, wenn es weint, also weil sie nicht da ist irgendwie so ein bisschen das andere Extrem. Und das meine ich mit, da sind wir gesellschaftlich manchmal ein bisschen hypersensibel an solchen Stellen, ja. Und ich glaube, wir müssen einfach uns die Situationen angucken und unseren gesunden Menschenverstand einschalten.

Wenn Social Media Gewalt Verharmlost

SPEAKER_01

Ja, gesunder Menschenverstand würde ich gerne jetzt mal auf so ein Videos eingehen, die ich jetzt vermehrt ausgespielt bekommen habe oder gesehen habe.

SPEAKER_06

Ja.

SPEAKER_01

Wo unter dem Titel was war's? In Cakes, also falls sie Nein sagt, auf Deutsch übersetzt. Also das war so der Catcher die Hook, ne? Also der Titel, der oben drüber stand.

SPEAKER_03

Was tun, wenn sie Nein sagt? Das kenne ich auch auf Deutsch übersetzt.

SPEAKER_01

Ja, genau, was tun, wenn sie Nein sagt, genau. Und dann siehst du halt junge männliche Darsteller, nenne ich es jetzt einfach mal, die dann irgendwie so in Sportshorts, was auch immer für Klamotten, so auf die Knie gehen, dann so tun, also als ob sie so einen Ring aufmachen, so eine Box aufmachen, wo ein Ring drin ist. Und dann machen die denen wieder zu und dann machen die irgendwo stehen auf und machen irgendeinen Dropkick, ne? Also mit einem Fuß treten die irgendwo gegen. Gegen einen Boxsack. I have schon Videos gesehen, wo eine physische weibliche Person danach getreten wurde und weggeflogen ist. Es wird ja da angeschaut, hey, falls sie Nein sagt, das musst du dann tun. Und in diesen Videos wird ja suggeriert, wenn du jemanden liebst, sie Nein sagt, musst du Gewalt anwenden. Und das sind die extrem Beispiele, aber so fängt es ja meistens gar nicht an. Den Kontest siehst du ja nicht sofort. Meistens fängt es ja wirklich mit irgendwelchen Fitnessvideos an. Also es fängt ja meistens über den über die Körperbildern, über die Unsicherheiten von Jungs. So wirst du in diese Manosphäre reingeleitet. Wie man sie nennt. Und das heißt ja, dann wird ja ein Bild von Jungs oder von Männlichkeit vermittelt. Wo du halt, ey, du musst muskulös sein, ja, wenn du nicht muskulös bist, bist du ein Lauch. Also wenn du dünn bist, wenn du keine Muskeln hast, bist du ein Lauch, bist nichts wert. Und da wird ja ganz, ganz viel schon auf emotionaler Ebene gemacht bei den Kindern. Also es sind nun mal junge Kinder bis Jugendliche, die es ausgespielt bekommen. Wenn du als Mann nicht stark bist, bist du nichts wert. Wenn du keine Muskeln hast, bist du nichts wert. Wenn du nicht, dann kommen wir jetzt meinetwegen, sind es keine 18 bis älter, wenn du nicht diese Marken trägst, bist du nichts wert. Wenn du nicht dieses Auto fährst, bist du nichts wert. Wenn du nicht so und so viel Geld verdienst, bist du nichts wert.

SPEAKER_03

Wenn du dir die Frau nicht gefügig machen kannst.

SPEAKER_01

Genau, wenn die Frau nicht auf dich, ja genau, bist du nichts wert. Also da hat es ja ganz, ganz viel auch mit diesem Selbstwertgefühl von jungen Männern zu tun. Was halt richtig krass ist. Und sobald du über das Fitness gehst, wirst du ja immer weiter runter reingezogen. Dann kommen da irgendwie, ja, die Frauen sind daran schuld, dass wir keinen Sex haben. Also ganz, ganz absurde Sachen. Also es wird so ein Feindbild geschaffen von einer Frau. Und es wird ein Feindbild geschaffen von all denen, die halt sagen, ey, respektiert doch mal Grenzen. Also ist glaube ich Mann oder Frau ist, die das sagen. Nee, der hat keine Ahnung. Der ist auch selber nur ein Lauch. Der weiß doch nicht, wovon er redet. Der macht, der unterwirft sich doch den Frauen. Und dann werden so eine Sachen vermittelt. Und wie sollen denn dann bitte, also die Leute, also die Jungs, die diesen Content ausgespielt bekommen, wie sollen die denn überhaupt erstmal kapieren, dass du bist wertvoll wie du bist. Du musst nicht ein gewisses Körperbild haben, um beliebt zu sein. Du musst nicht. Lux-Maxing, das ist noch so ein Begriff. Lux-Maxing, das heißt einfach, ein Mann muss einen breiten Kiefer haben, zum Beispiel. Und dann gibt es irgendwelche Influenza oder Videos, die hier zeigen, wie du einen breiteren Kiefer kriegst. Im Sinne von kaum auf einem Gummiball rum, dann werden deine Muskeln stärker oder es in breiter Käfig.

SPEAKER_03

Aber auch teilweise richtig extrem mit bis hin zu, du musst den Kiefer brechen lassen und dann, wenn der wieder zu wächst, dann ist sein Gesicht kantiger und solche Sachen.

SPEAKER_01

Ich will nicht mal so ins Extreme reingehen. Ich meine, ich sag ja schon schlimm genug gesagt. Ja, ich weiß, also

Manosphäre, Selbstwert Und Körperdruck

SPEAKER_01

richtig.

SPEAKER_03

Also schaut mal, man kann, ich habe das tatsächlich neulich für einen Vortrag auch mal recherchiert, um so ein bisschen die Extreme darzustellen, womit Jugendliche, männliche Jugendliche und weibliche Jugendliche so konfrontiert sind. Das sind einfach unterschiedliche Extreme aktuell, die so auftauchen. Man kann selber einfach mal, schaut mal nach Alpha-Mails einfach den Suchbegriff mal eingeben. Kann man auch bei Instagram machen, bei Facebook sehe ich ja auch, YouTube glaube ich auch. Einfach mal Alpha-Mails eingeben und dann schauen, was einem da so ausgespuckt wird. Und so, das ist so eine Sache, was du jetzt gerade gesagt hast, und ganz viel geht es erstmal über dieses Körperbild und extreme KI-Profile sind mir auch aufgefallen. Also nicht nur echte Profile von Männern, sondern da auch Alpha-Males KI-Profile mit massiven Nutzerzahlen.

SPEAKER_01

Ich hab eins. Also ich habe es Alpha Male Masculinity. So, Maskulinität, Alpha Male, Teaching Men to attract high-value women. Master Relationships and Dominate Life. Also da geht es ja nicht nur noch so um, es geht ja um wirklich, du musst ein gutes Leben haben, sonst hast du kein gutes Leben, ne? Und du musst halt die Schaufensterpuppenfrau haben, irgendwie den Victoria's Secret-Model, um glücklich zu sein. Was hat eine attraktive Frau mit deinem eigenen Glück zu tun?

SPEAKER_03

Ja.

SPEAKER_01

114.000 Mitglieder, also Follower.

SPEAKER_03

Ja. Ja, genau. Also die gehen in die Millionen. Und weil ich recherchiert hatte, kürzlich, und eben wie du das jetzt bei diesem Profil gerade schon sagst, da geht es eben nicht nur um diese Phänomene, die du gerade geschildert hast, sondern eben auch, dass es Coaches sind, ne? Die bieten ganze Coaching-Programme an für junge Männer, wo sie genau diese Sachen vermitteln und denen lernen und beibringen. Also es ist Brainwashing der anderen Ebene.

SPEAKER_01

Ich habe mal so eine Aussagen gerade rausgesucht, einfach, oh Gott, wieder, ich fände es einfach so absurd. No modern woman on earth goes month without sex. If she's not given it to you, she's given it to someone else. Read again. Also keine Mann. Keine moderne Frau auf der Welt geht Monate ohne Sex. Also kommt Monate ohne Sex aus, ne? Wenn sie es nicht mit dir macht, macht sie es mit jemandem anderes. Lies es nochmal. Sie wartet nicht, sie ersetzt dich. Sie heilt nicht, sie geht weiter. Silence isn't innocence, it's secrecy. Also Schweigen ist keine Unschuld, Schweigen ist Geheimnis. Also da auch einfach diesen Wert vermitteln, wenn jemand schweigt, ist es für euch da einfach, in der Ruhe liegt die Kraft, ey, der überlegt vielleicht gerade mal, der reflektiert gerade. Heißt nicht, dass er ein Geheimnis hat. Also das, also das Lesen halt an junge Männer, die halt denken, also was für ein abgefucktes Weltbild, also was für ein Bild von einer Frau kriegst du dann, was für ein Selbstbild kriegst du dann? Und dann merkt, du merkst gerade schon wieder in der Tonlage, wo ich meine, boah, das mache ich schon wieder wütend, wenn wir über das Thema reden. Einfach ich finde es einfach so schlimm. Und es fängt doch schon bei Sätzen an, die ich von Jungs in der Schule höre, Jungs weinen nicht. Da fängt es an. Da fängt es einfach an. Gefühl, also der Zugang zu den Gefühlen wird einfach mal entkoppelt.

SPEAKER_06

Ja.

SPEAKER_01

Und es ist ja.

SPEAKER_03

Also ich, wenn wir das jetzt einfach so entwicklungspsychologisch einordnen wollen, noch, dann auch da, wir stellen uns vor, die Kids, die das ausgespielt kriegen, und das sind Jugendliche, auch junge Erwachsene vielleicht so, die so einen Kontakt ausgespielt kriegen. Jetzt stellen wir uns vor, du bist mitten in der Pubertät, du hast keine Ahnung, was deine Hormone gerade für neue Synapsen verknüpfen.

SPEAKER_00

Ja, ja.

SPEAKER_03

Alles ist auf Umprogrammierung. Dein Körper verändert sich gerade, nichts ist mehr wie zuvor. Plötzlich fühlst du irgendwelche Gefühle, die du noch nie gefühlt hast vorhin.

SPEAKER_01

Ja, vor allem Körperteile werden auf einmal nicht mehr Kontrolle.

SPEAKER_03

Genau.

SPEAKER_01

Die machen, was sie wollen in der Pubertät manchmal.

SPEAKER_03

Stimme verändert sich. Also der ganze Körper bei den Jungs jetzt, bei den Mädels auch, verändert sich auch der Körper. Also es sind ja Umbauprozesse, die da passieren, die massiv verunsichern auch erstmal. Also du hast noch nie in deinem Leben das vorher erlebt, dass das passiert mit dir jetzt in der Pubertät. Und das ist natürlich eine große Verunsicherung. So dann gleichzeitig entwickelt sich dann die eigene Sexualität, ja, was mag ich, was mag ich nicht? Ich fühle mich angezogen zum einen oder anderen Geschlecht hingezogen.

SPEAKER_02

Oder vielleicht auch wieder noch.

SPEAKER_03

Oder wieder noch. Man macht vielleicht eigene erste sexuelle Erfahrung und dann ist man konfrontiert mit derartigen Inhalten, ja. Und pornografische Inhalte kommen ja dann da auch noch dazu, wo ja oftmals ein ähnliches Frauenbild vermittelt wird, ja.

SPEAKER_02

Ich denke nur, letzte oder vorletzte Folge, worüber wir drüber gesprochen haben.

SPEAKER_03

Haben wir drüber gesprochen.

SPEAKER_02

Mit dem Wirgen und Erniedrigen und das muss ja so sein.

SPEAKER_03

Ja, und mit all so einen Sachen kommst du dann in Kontakt, während du selber du mitten in dieser Entwicklung steckst, ja. Jetzt bist du erwachsenes Team, du siehst solche Inhalte und sagst, what the fuck, Leute, was geht denn hier ab? Dann ist es so ein bisschen. Und jemand, der aber jemand, der mitten in dieser Entwicklung steckt, so ein Jugendlicher, der wird das noch nicht einordnen können, erstmal vielleicht so, ja. Und wird sagen, ey, was ist denn das? Vielleicht fühle ich mich da hingezogen, vielleicht finde ich das auch spannend, wäre ja, oh, Muskelaufbau ist auch gerade, ne? Ja, ich will ja jetzt auch irgendwie männlicher sein, jetzt will ich die Mädels imponieren hier in meiner Klasse, jetzt will ich auch eine Freundin haben, so dann, die kommen dann unter so einen sozialen Druck und dann sind sie mit solchen Inhalten konfrontiert. Das ist massiv, was das für eine Auswirkung hat auf den Entwicklung.

SPEAKER_01

Du hast ja noch nicht vergessen, dass jeder Körper, also wenn es vom Muskelaufbau sprechen, nicht jeder Körper ist ja gleich gebaut. Also du hast ja eigentlich, du hast ja wirklich einfach nur verschiedene Körperbautypen. Ich könnte jetzt nie der, der, der, keine Ahnung, mit zwei Meter breiten Schultern werden und irgendwie so. Also ich bin athletisch gebaut. Also ich kann athletisch aussehen, aber ich werde nie jetzt ja überpumper sein können, ohne irgendwelche Supplemente zu nehmen.

SPEAKER_03

Ja.

SPEAKER_01

Oder es würde mehrere, also wirklich Jahre dauern, bis ich da hinkomme. Aber dann auch nie wie irgendein Arnold Schwarzenegger oder so, ne?

SPEAKER_03

So und ganz oft, und da sind, da bist du, sprichst du jetzt auch noch einen Punkt an, dass das mit Supplemente, also das ist auch oft ein Thema, was ich in dem Zusammenhang sehe, das dann mit Anabolika geworben wird oder mit irgendwelchen anderen Drogen auch tatsächlich. Und Also, das ist einfach auf so vielen Ebenen toxisch, ne? Also, dieses Drogenthema, Frauen unterdrücken, das eigene Mannbild, was ich von mir jetzt irgendwie denke, wie ich sein muss, was völlig verschoben ist, in die reale Welt wiedergenommen.

Pornos, OnlyFans Und Tradwives-Trend

SPEAKER_03

Also es ist auf so vielen Ebenen einfach massiv toxisch.

SPEAKER_01

Ja, wo du sogar sagst, toxisch und vor allen Dingen auch die Frauenbilder. Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, so, okay, welche, und ja, ich habe pornografische Inhalte in meiner Jugend gesehen, die musste ich mir aber irgendwie organisieren. Da gab es kein Internet, konnte ich nicht einfach sagen, hey, hier gww.was auch immer.te, sondern ich konnte, muss halt jemand finden im Umkreis, den ich vertraue, der es halt nicht sofort ausplaudert, dass ich mir sowas angucke. Es ist ja komplett ein anderes Bild mittlerweile. Also ich habe wirklich mal darüber nachgedacht, das, was ich damals gesehen habe, zu dem, was jetzt kursiert, also das war ja damals harmonisch. Also so gut es geht, aber ich würde aus heutiger Sicht sagen, damals gab es mehr Konsent, mehr Gleichberechtigung selbst in dieser Industrie, auch wenn es nur nach vorne raus war wahrscheinlich, aber als heute. So, und dann hast du aber auf der anderen Seite Plattformen wie Onlyfans, die ja auch dann irgendwie doch schon die Selbstbestimmung der Frau dann irgendwie nach vorne, also den Creator. Es muss jetzt entweder Frau noch Mann, aber sie bestimmt ja selbst, was sie zeigen. Also auch da wieder so dieses Hin und Her. Aber trotzdem wird auch da ein gewisses Bild vermittelt, was Sexualität angeht. Es muss meinetwegen, es muss hart sein. Es kann nicht mehr soft sein. Es muss jetzt hart schnell sein und es muss lange sein. Wenn ich auch denke, ah gut, ich glaube, die Realität sieht ein bisschen anders aus als schnell, hart und zwei Stunden lang. Also.

SPEAKER_03

Und auch das andere, also ich will noch kurz auch, es gibt ein weibliches Pendant dazu, das heißt Treadwives. Ich weiß nicht, ob du das schon schon bist. Das ist ein Ding. Treadwives.

SPEAKER_00

Tradwives oder Treadwives?

SPEAKER_03

TRAD, glaube ich, Treadwives. Sonst musst du es nochmal kurz nachgucken, live. Und da geht es darum, dass eben Frauen oder Junge, Mädels sich in diesen, also eigentlich sich darstellen wie 1950, sage ich mal, ja. Also in Kleidchen, hübsch recht gemacht, die zeigen dann, was sie, wie sie sich zu Hause um die Kinder kümmern, alles ist ganz schniegefein, wie du dann deinen Mann behandeln sollst, wenn er nach Hause kommt und so. Also solche Storys, die wir so aus den 50er Jahren kennen, das ist auch so eine Bewegung, die jetzt gerade wieder.

SPEAKER_01

Ja, krass, auf TikTok. Also ich habe es gerade nachgehört, auf TikTok, würde mir gerade ausgespuckt. Und wenn ich an TikTok denke, denke ich halt wirklich an.

SPEAKER_05

Das ist die junge Zielgruppe.

SPEAKER_01

Ja, ja, genau, eine junge Zielgruppe. Und dann denke ich mir, okay, also warum ziehen sich jetzt junge Mädchen, ich nenne es mal, wie es ist, Mädchen. Ich würde sagen, nicht junge Frauen, junge Mädchen an, wie Frau, also traditionell, und auch da wieder Bild der Frau 1950 war auch ein bestimmtes Bild. Die Hausfrau, die sich um alles gekümmert hat, Kinderziehung unterordnen, der Ehemann steht oben drüber. Finde ich auch schon wieder fragwürdig. Wie ist das überhaupt erstmal zustande gekommen? Also, es ist jetzt schon meine Frage, wer kommt auf so eine Idee, jung Frauen zu vermitteln, ihr müsst euch unterordnen, ihr seid nur für die Kinderziehung da. Und es ist diese Riesendiskussion gerade auch, weil was jetzt den Gender Pay Gap angeht.

SPEAKER_03

Also, wir gehen gerade Jahrzehnte zurück mit den Entwicklungen, die da so passen.

SPEAKER_01

Ich habe wirklich das Gefühl da, dass wir uns gesellschaftlich wieder zurückentwickeln.

SPEAKER_03

Ja, ja.

SPEAKER_01

Also Technik immer schneller, schneller, ne? Sozialgesellschaftlich, morgen Rückschritte. Was ist da verkehrt?

SPEAKER_03

Was passiert gerade? Ja, und auf der anderen Seite hat man viele große Influencer, die sich für Feminismus und so weiter aussprechen, ja, und wo.

Deepfakes, Feminismus Und Machtfragen

SPEAKER_03

Ja, ich habe eine wunderschöne Karte. Da hatten wir auch schon mal kurz drüber gesprochen, auch Deepfake-Pornografie und all solche Sachen, ja, wo wir.

SPEAKER_01

Wir nehmen alles, weil das ist das beste Beispiel, was jetzt vor ein paar Wochen, letzten Monat, vor der zwei Monate, durch die Presse ging.

SPEAKER_03

Ja, wo wir über Frauenrechte sprechen und auf der anderen Seite haben wir solche krass großen Bewegungen, ja, also es sind keine kleinen Profile, das hast du selber gesehen nochmal jetzt.

SPEAKER_01

Und das Schlimmste ist ja, dass ich, ich fände es auch wieder so absurd, also auch da wieder hat, ich glaube, hat auch was mit der rechten Bewegung mittlerweile wieder zu tun, dass sich junge Influencerinnen, ja, oder Onlyfans-Creatoren mittlerweile auch daran bedienen, eher rechten Content zu machen, weil sie wissen, okay, das wird weiter ausgespielt, dafür kriege ich mehr Views, dafür kriege ich mehr Geld. Also habe ich eine höhere Reichweite, wenn ich rechten. Also auch die sind ja dann Teil des Problems. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich finde es doch schlimm, dass ich, ey, ja, weiß nicht. Ich habe eine Karte gelesen heute bei der Schulauswertung, die dranhing, Feminismus ist für alle da. Der macht euch doch mal. Ja, ist es.

SPEAKER_03

Also das ist tatsächlich auch was, wo ich.

SPEAKER_01

Ich würde mich mittlerweile als Feminist bezeichnen. Ich finde es absurd.

SPEAKER_03

Ja, und das ist tatsächlich auch was, wo ich, äh, in der letzten Folge habe ich ja drüber gesprochen, wo ich so die Diskussion aufgemacht habe, auch in der Klasse, oder ich habe es jetzt auch schon öfters gemacht, auch wo wir, oder wo wir auch über das Thema Deepfake-Pornografie und so gesprochen haben und das auch eingeordnet haben da mit den Jugendlichen, ne, so was, was passiert da eigentlich? Ist es sexualisierte Gewalt? Ist es überhaupt Gewalt, wenn es Fake-Pornos sind, quasi? Diese Fragen besprechen. Ja, genau, aber diese Fragen stelle ich den Jugendlichen, ne? Und wir, wir diskutieren dann darüber auch.

SPEAKER_01

Weil es ist doch wahrgenommene Gewalt. Ist doch egal, ob es jetzt eine KI-Krete oder nicht, aber es ist wahrgenommene, weil du siehst etwas Gewaltiges. Also gewaltiges.

SPEAKER_03

Ja, und wenn ich jetzt als betroffene Frau oder auch Mann betreffend, aber in allermeisten Fällen sind es leider Frauen, das fühlt sich schon so an.

SPEAKER_01

Ja, natürlich, weil du siehst ja etwas. Du siehst ja etwas, wie jemand Macht ausübt oder was auch immer und eine Person oben steht und die andere abwürdigt oder abwältigt. Ja, ist auf jeden Fall super entwickelt.

SPEAKER_03

Gewalt. Ja, total. Und ich gehe dann so ins Gespräch mit den Jugendlichen und wir gucken uns das an. Am Ende frage ich auch immer so: Was könnt ihr tun? Was könnt ihr denn jetzt tun? Ihr seid alle mittendrin da, ja. Was könnt ihr jetzt tun? So, und das frage ich die Mädels und das frage ich natürlich auch die Jungs, ja. Und dann manchmal kommen dann schon so Ideen oder dann frage ich auch, seid ihr konfrontiert vielleicht mit solchen Inhalten und wie reagiert ihr, wenn euch solche Inhalte ausgespielt werden, wenn euch solche Inhalte gezeigt werden? So, und da fängt es schon an. Das ist immer das, was ich denen mitgebe. Also ihr, was ihr im ganz Kleinen tun könnt, ist aufzustehen. Ich mach da nicht mit. Und sobald euch jemand entsprechende Inhalte zeigt, auch nur oder zuspielt, zu sagen, hey Junge, Bro, das ist nicht in Ordnung, ja? Ich mach da nicht mit. Ich find's uncool. Ich bin da raus. Ja, und das brauchst du mir auch nicht zeigen. So was.

SPEAKER_01

Ja, aber wo sollen denn tatsächlich Kinder so eine Haltung lernen? Also von wem?

SPEAKER_03

Wo indem man es, indem man es thematisiert, indem man diese Themen aufmacht, mit denen drüber spricht, was ist okay, was ist nicht okay. Und gerade sowas wie auch mit den Jugendlichen, wo beide Geschlechter im Raum sind, wo du die Jungs und die Mädels hast. Und wo ich dann auch sage, ja, Mädels, sag doch mal, wie ist es denn? Wie fühlt es sich denn an? So, und wie ist es für euch als Jungs, das jetzt zu hören? Und was habt ihr für eine Meinung auch? Und das zu moderieren natürlich, ja. Da dann auch, und dann auch zu gucken, wie kann man die jetzt stärken, auch miteinander. Und natürlich, in allererster Linie, fängt es zu Hause an, das fängt im Elternhaus an. Du hast es vorhin und vielleicht machen wir es damit schon fast ein bisschen runter. Du hast es gesagt, so die Jungs dürfen nicht weinen. Ja, da fängt es doch schon an. Also wie werden auch die Jungs im Elternhaus geprägt schon? Was gebe ich den Jungs als Werte mit? Und wichtig auch, wie sehen sie ihre Eltern, wie die sich behandeln gegenseitig? Ja. Die Vorbilder. Das sind die allerersten Vorbilder.

SPEAKER_01

Ja, also auch das, was das mit dieser Sexualität, toxischen Männlichkeit, aber die ganze Sexualität hat ganz, ganz viel auch mit Grenzen zu tun.

SPEAKER_06

Ja.

SPEAKER_01

Also wie wohl fühle ich mich überhaupt in meinem eigenen Körper, wie sehr sehe ich den anderen, wie sehr respektiere ich die Grenze des anderen? Und da kann ich auch wieder einfach nur sagen, wenn ich mit den Kindern über Grenzen spreche. Und frage, hey, was sind denn eigentlich Grenzen?

Grenzüberschreitungen Lernen Viele Zu Hause

SPEAKER_01

Wo, wann finden Grenzüberschreitungen statt? Was sind Grenzen eigentlich, ne? Ja, es gibt eine körperliche Grenze, aber jeder hat ja auch eine persönliche Grenze. Und wie oft, weil in der Schule werden körperliche Grenzen überschritten, braucht man nicht drüber reden, aber es werden auch ganz, ganz oft persönliche Grenzen überschritten. Und dann frage ich, okay, wann sind denn schon mal eure persönlichen Grenzen überschritten worden? Sei es in der Schule, sei es in der Familie, sei es unter Freunden. Und ich nenne alle drei Sachen. Also ich zähle wirklich auf, öffne Möglichkeiten. Worüber erzählen die Kinder am meisten? Grenzüberschreitung zu Hause. Mein Bruder kommt in mein Zimmer rein, wenn ich sage, geh raus, er geht nicht raus, setzt sich auf mein Bett, schmeißt Sachen durch die Gegend, haut mich. Ich schreibe mich mit meiner Mutter. Ich will in mein Zimmer gehen, weil ich kurz Ruhe brauche. Du bleibst jetzt hier. Okay, krass. Ich werde gekitzelt. Ich will das nicht. Es wird weitergemacht. Könnte auch von mir sein, diese Aussage jetzt, aus meiner eigenen Jugend, aber es kam tatsächlich vom Kind. Besuch bei den Großeltern. Die Oma, die umarmt und küsst. Ich will das eigentlich gar nicht. Er ist ja deine Oma, Mathe, kannst du schon mal machen. Da fängt es an. Da fängt die Grenzeinhaltung und ja doch, ja doch, die Grenzeinhaltung eigentlich an. Da lernen Kinder, was okay ist, was nicht okay ist. Und was lernen die Kinder an diesen vier Beispielen? Es ist okay, über andere Grenzen hinüberzustreiten. Meine eigenen Grenzen sind doch gar nicht so wichtig. So, Übertrag Jahre später auf die Sexualität. Also der Junge, in dem Fall, meistens sind es nun mal die Jungs. Ich möchte jetzt Sex haben, ich will dich jetzt küssen, nee, ich will nicht, hab dich doch nicht so, das ist doch schon vollkommen okay. Ah, okay, ja, ich habe es ja schon von kleinen auf gelernt, ich muss das jetzt machen. So, und jetzt einfach nur um das Beispiel greifbar zu machen, wo es anfängt und wozu es später führen kann. Und deshalb ist, glaube ich, mein Anliegen auch so sehr bei den Eltern, ey, hört doch bitte auf eure Kinder. Hört doch auf die Kinder, wenn sie sagen, nein, ist nein. Auch da finde ich es immer wieder ein bisschen schwer, weil es sind nun mal die Eltern, es müssen nun mal gewisse Sachen gemacht werden, leider. Ey, Zähne putzen. Als Eltern weißt du, okay, mein Kind putzt nicht die Zähne, das hat dann irgendwann Karies, es tut unfassbar weh, es fängt an zu heulen und es muss zum Zahnarzt, was noch mehr traumatisierend ist wahrscheinlich, weil er rumbohrt und eventuell Zähne, was auch immer, wie kannst du jetzt dein Kind, also wie kannst du die Grenze deines Kindes wahren und trotzdem noch für die Gesundheit sorgen? Also bei der Oma würde ich ganz klar sagen, ey, liebe Mama, lieber Papa, liebe, liebe Mama eigentlich meistens, mein Kind möchte das nicht. Ich möchte auch nicht, dass du mein Kind küsst, wenn es sagt Nein.

SPEAKER_03

Wenn es nicht möchte.

SPEAKER_01

Genau. Also wenn mein Kind Nein sagt, dann machst du es bitte auch nicht. Hat nichts mit dir zu tun, aber ich möchte mein Kind einfach schützen. Du hast es vielleicht anders gelernt, ist okay. Ey, ich bin jetzt die Mama und mein Kind sagt, sie möchte es nicht, ich möchte für mein Kind da sein, lass es bitte. Und das kriegt das Kind auch mit. Und das kann es auch von dem Kind sein.

SPEAKER_03

Dass man einfach dafür einsteht, ja. Ja, genau. Und wenn beim Zähneputzen, ich sehe das ja auch immer so ein bisschen locker. Ich denke immer, wenn das mal ausfällt, wäre jetzt gerade alles noch ein zu vieles und überhaupt, dann ist das so, da gibt es noch kein Karies direkt, aber wenn das.

SPEAKER_01

Wir reden es von Kontinuität.

SPEAKER_03

Genau, aber ich glaube, wenn man da einfach dranbleibt, und das ist im Übrigen auch was, so ganz viele Eltern kommen. Zähneputzen

Bildschirm Als Trick Beim Zähneputzen

SPEAKER_03

funktioniert nicht, da wird ein Kurzfilm vorgespielt. So fängt das ganz oft an und da fangen die schon ganz klein an.

SPEAKER_01

Hol mich mal ab, was die Kinder.

SPEAKER_03

Zähneputzen klappt nicht, mein Kind lässt sich nicht die Zähne putzen, also mache ich einen Kurzfilm oder ein YouTube-Video an und dann kann ich dem Kind die Zähne putzen.

SPEAKER_01

Wie grenzüberschreitend ist das denn? Das Kind ist abgelenkt.

SPEAKER_03

Ja, genau. Und dann ist es, das ist ja, also was lernt das Kind? Also wenn ich mit den Eltern dann mal drüber. Das entsteht ja aus einer Hilflosigkeit heraus, ja. Weil ich weiß, so wie du es gerade gesagt hast, mein Kind muss Zähne geputzt, kriegen, sonst Karies. Und wenn ich das jetzt nicht mache oder wenn es da halt nicht mitmacht, dann gucke ich halt ein Video an, solange mit dem Kind. Und das ist ganz oft der Beginn, wo es so anfängt, dann so, wo die in so eine Schleife kommen, was dann den Umgang mit den Medien angeht, dass das für schwierige Situationen eben hergenommen wird. Und die Eltern, mit denen nicht oder die dann mit solchen Thematiken kommen, die haben da schon einfach auch Schwierigkeiten und ein Problem. Und dann, wenn ich dann mit denen reflektiere, ja, was passiert denn da bei dem Kind oder was lernt das Kind denn dann? Also, das Kind lernt, okay, ich sage nein, ne? Es gibt aus irgendeinem Grund, ich möchte nicht, das ist mein Körper. Und dann wird ein Bildschirm eingeschaltet und dann ist dieses Bedürfnis ausgeschaltet. Also das, was ich sage, zählt nicht. Mein Körper zu schützen in diesem Moment zählt nicht. Und das Kind lernt ja langfristig auch nichts dabei, also dass Zähneputzen irgendwie sinnvoll ist oder so, ja. Oder dass ich das regelmäßig machen sollte. Und da passieren ja ganz viele Entwicklungsschritte. Auch nicht, auch wenn wir auf motorische Fähigkeiten gucken. So eine Zahnbürste halten, Zähne putzen, irgendwann, dann sage ich, naja, irgendwann wollen die Kinder, sollten die Kinder selber Zähne putzen, oder willst du es mit Zehn immer noch machen?

SPEAKER_01

Lern das den Kinder mit beiden Händen, also links und rechts, weil da passiert was im Gehirn. Die werden super schlau, wenn die das machen. Wie machst du ein Kind schlau? Linke und rechte Hand benutzt beim Zähneputzen. So.

SPEAKER_03

Also so.

SPEAKER_01

Bitte nicht auf Fake-Check prüfen, ne? Also nicht auf, mach nicht den Faktencheck, wenn Hand dieser Aussage.

SPEAKER_03

Doch, das ist immer so. Wenn wir mal ein bisschen unsere Routinen ändern, dann bringt das schon was. Also so das, wie sind wir da jetzt hingekommen? Ah, Grenzüberschreitung.

SPEAKER_01

Grenzüberschreitung, genau. Wir sind ja eingestiegen mit. Wir sind ja eingestiegen mit. Mit den Alpha-Mates.

SPEAKER_03

Aber da fängt es einfach oft schon so an, ne? Das, was ich sage, zählt nicht. Und dann geht es weiter mit dem Essen. Da haben wir auch schon mal drüber gesprochen hier, Kind isst nicht, so dann o Ton. Ich habe das wirklich schon von einer Mutter vor ein paar Jahren von einem zehn Monate alten Baby gehört. Wenn ich dann den Bildschirm anmache, dann kann ich es dem reinstopfen. O Ton.

SPEAKER_01

Die Aussage, dann kann ich den reinstopfen.

SPEAKER_03

Reinstopfen, wirklich so.

SPEAKER_01

Gewalt, Gewalt, stopfen ist Gewalt.

SPEAKER_03

Ja, aber wo kommt es her? Der Arzt hat gesagt, mein Kind muss jetzt essen. Es darf nicht mehr voll gestillt werden, das muss jetzt essen. Und dann ist in den Köpfen der Mutter, entsteht so ein Druck und dann wird zu solchen Mitteln gegriffen. Und dann habe ich zu tun und sage, was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn dein Kind halt das zehn Monate alt ist, wenn es einen Monat später anfängt, jetzt selbstständig zu essen oder Nahrung zu akzeptieren, was passiert? Also passiert nichts. Ja, das so fängt es einfach schon oft an, dass Eltern verunsichert werden auch und verunsichert sind. Und dann wird zu solchen Mitteln gegriffen und Grenzen überschritten. Und das sind oft einfach feinste Nuancen schon.

Stopp Sagen Üben Und Grenzen Spüren

SPEAKER_01

Ich würde es einmal gerne rund machen. Wir sind eingestiegen mit der toxischen toxischen Männlichkeit und ich habe sofort den Ausschwenker auf Kinder gemacht und Körpergrenzen und so. Aber das war schon der erste Ansatz der Lösung. Früh anfangen, es verbal zu begleiten, den Kinder zu sagen, hey, du entscheiß, wo deine Grenze ist.

SPEAKER_06

Ja.

SPEAKER_01

Und auch mal wieder zu gucken. Ich mache eine Übung manchmal mit den Kindern, wo die sagen, okay, hey, lauf mal aufeinander zu und wenn da eine Stopp sagt, dann bleibt ihr stehen, guckt denen in die Augen und sagt, hey, ich nehme dich ernst und respektiere deine Grenze. Okay, alles klar. Guckt euch mal, merkt euch mal, wo ihr stehen geblieben seid, alles klar, lau mal wieder zurück, macht's nochmal. Diesmal macht einmal die Augen zu, bevor ihr mir Stopp sagt. Also die, die Stopp sagen, müssen die Augen zumachen. Dann sagt er, spürt mir in deinem Körper rein. Wo merkt ihr denn, dass ihr jetzt Stopp sagen möchtet? Weil euer Körper sagt euch, wenn ihr Stopp sagen wollt. Also auch mit diese Grenze wieder wirklich zu spüren, was passiert meistens? Die Grenze ist meistens weiter weg. Also der andere steht weiter weg, wo ich meine, ach ja, guck mal, spannend, interessant. Wo hast du es gemerkt, ja, das war irgendwie so ein Kribbel in den Fingern. Meine Füße haben irgendwie gejuckt, mein Bauch, da war so ein warmes Gefühl. Und dann mache ich halt, okay, wenn jetzt meinetwegen deine beste Freundin vor dir stehen würde, wo würde die denn stehen? Ja, viel näher dran. Um den Kindern aber klarzumachen, hey, jeder hat eine persönliche Grenze und es ist immer kontextabhängig.

SPEAKER_03

Die ist immer unterschiedlich, ja.

SPEAKER_01

Genau, wo diese Grenze ist. Ich mache es dann immer mit den Lehrkräften vor, ne? Sagst du hey, so, guck mal hier, ne, Frau Müller, sie sitzen gerade da, ne? Wie nah wäre denn für sie okay, wenn ich jetzt rankomme? Und dann stehe ich meistens so ungefähr so eine Armlänge zwei Meter weg. Ja, vollkommen okay, ne? Manche sagen halt irgendwie, keine Ahnung, so ein halber Meter ist für sich auch noch okay, wo ich sage, ja, für mich aber irgendwie nicht.

SPEAKER_06

Für mich nicht mehr.

SPEAKER_01

Genau, für ich würde es noch im Professionellen, ich kann nicht sehr kurz aushalten. Aber ich sage noch den ganzen ganz klar, hat jetzt nichts mit ihnen zu tun, ich hätte gerne ein bisschen mehr Abstand. Einfach um dem wirklich diese Grenzen auch visuell sichtbar zu machen, aber auch wirklich körperlich zu spüren.

SPEAKER_03

Und da sind wir wieder am Anfang jetzt unserer Folge, wie du auch gesprochen hast, was ist denn der persönliche Raum, wenn die Kinder auf dich zu gerannt kommen und es ist ein professioneller Kontext, es ist ein privater Kontext.

SPEAKER_01

Also ich kennst du die Kinder, kennst du dich. Ja, genau, ich war immer noch Trainer, ich habe die aber jetzt schon zwei Tage lang, also zwölf Stunden lang gesehen. Ich habe Zeit mit denen verbracht. Also auch wirklich so ein, wenn ich jetzt sage, intim, hört sich es wieder so scheiße an, aber so einen intim, sicheren Raum, wo wir halt wirklich über Gefühle gesprochen haben, über die Probleme der Kinder. Also intim heißt ja nicht immer sexuell.

SPEAKER_03

Vertrauensvoller Raum.

SPEAKER_01

Ja, genau, dieser vertrauensvoller Rahmen, dieser sichere Raum, wo man sich halt wohlfühlt, wo die Kinder sich halt auch geöffnet haben, über ihre.

SPEAKER_03

Du hast schon einen sicheren Raum gesprochen.

SPEAKER_01

Ja, genau, wo die über Ängste gesprochen, über Familien, was bei denen Familien passiert. Und das erzählen die mir nach, keine Ahnung, meistens nach der zweiten 90-Minuten-Einheit. Ja, und natürlich sage ich dann, ey, komm, natürlich nehme ich dich in den Arm bei all dem, was in deinem Leben gerade passiert. Dann bin ich halt mal kurz der sichere Hafen für dich. Und es ist auch vollkommen okay. Weil ich dann nachher wieder weitergehe und so kann, ey, cool, so, jetzt bin ich aber wieder Steven, ich muss noch dahin und mit der Schulleitung sprechen und gucken, wie wir es nächstes Jahr weiterführen, das Projekt. Damit auch andere Kinder dieses Erlebnis haben können. Und auch ganz klar Frühgrenzen wahrnehmen und respektieren der Kinder und auch einfach sagen, hey, jeder hat andere Grenzen.

SPEAKER_03

Bananen besprechen, mit Frühschern und aber auch mit den Jugendlichen dazu. Ja, natürlich.

SPEAKER_01

Also es ist, ey, wir reden von der gesamten Kette. Also wir müssen bei der gesamten Kette ansetzen. Überall an der Kette müssen wir arbeiten. Also es reicht nicht, wenn wir einmal im Ahnung.

SPEAKER_03

Eine Kerbe reinhauen.

SPEAKER_01

Ja, genau, eine Kerbe reinhauen, sondern es wirklich muss kontinuierlich irgendwie geschärft werden, damit die Kette auch weiter funktioniert. Fahrradkette. Wenn du die Fahrradkette nicht ölst, rostet sie irgendwann und dann kannst du nicht mehr Fahrrad fahren, weil sie auch auseinanderbricht und klemmt.

SPEAKER_03

Genau.

SPEAKER_01

Also immer schön in jedem Zahnrad ansetzen.

SPEAKER_03

Und in jedem Alter thematisieren. Vielen Dank, lieber Steven, für diese Folge.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_03

Und es kann sein, dass wir diese Themen nochmal wieder aufgreifen. Und auch da bin ich jetzt gespannt, ob unsere Zuhörer, Zuhörerinnen diese Phänomene schon kannten, ob das neu war.

SPEAKER_01

Ja,

Vorbild Sein Nach Streit Und Im Alltag

SPEAKER_01

ich muss ja noch. Eine Sache sagen, auch wenn wir toxische Männlichkeit gesprochen haben, ich würde da gerne nochmal richtig tief reingehen. Also das, was wir gerade gemacht haben, war sehr oberflächlich.

SPEAKER_03

Oberflächlich, ne?

SPEAKER_01

Also ich möchte jetzt ganz klar sagen, dass es oberflächlich war. Ich war unvorbereitet.

SPEAKER_03

Ich habe nichts unvorbereitet reingeschaut.

SPEAKER_01

Nein, ist ja vollkommen okay. Aber ich glaube, ich möchte da wirklich nochmal tiefer reingehen, um auch Anzeichen anzusprechen, um gewisse Codes anzusprechen, die in dieser Szene wirklich kursieren. Also Abkürzungen auch, Emojis, Emoji-Kombinationen, da gibt es ja eine ganz eigene Sprache, wenn man die machen.

SPEAKER_03

Also wir machen nochmal nochmal eine Folge dazu, wo du dich vorbereiten darfst.

SPEAKER_01

Ja, ach, alles gut, es war jetzt einfach so. Es muss einfach alles raus raus einmal, damit jetzt wieder Platz für Neues ist.

SPEAKER_03

Es ist ja einfach oft passieren, ne? Es ist einmal.

SPEAKER_01

Genau. Warte, ich will noch nicht aufhören. Was würdest du jetzt in einem Satz, was würdest du sagen, so aus deiner Sicht ist das Beste, was Eltern tun können, um ihre Kinder vor toxischer Männlichkeit zu schützen?

SPEAKER_03

Vorbild sein. Also habe ich vorhin schon mal kurz gesagt, ne? Wie gehen wir als Eltern oder unter Erwachsenen miteinander um?

SPEAKER_01

Kannst du ein konkretes Beispiel nennen? Also wenn wir ein richtig konkretes Beispiel.

SPEAKER_03

Gehe ich liebevoll mit meinem Partner um oder nicht? Frage ich, darf ich dich in Arm nehmen oder mache ich es einfach? Küsse ich einfach oder warte ich kurz, bis ich vielleicht das okay habe von meinem Partner auch im Alltag. Zum Beispiel, ja, ist auch, wie gehe ich nach dem Streit?

SPEAKER_02

Auch bei Kindern, nicht nur bei Partnern.

SPEAKER_03

Ja, genau. Das natürlich auch, aber jetzt um die Vorbildfunktion, ja, geht es ja gerade. Auch wenn es einen Streit gab, lässt sich Nummer auch nicht vermeiden, kriegen Kinder auch mit. Wie gehen wir dann miteinander um? Ja, kriegen Kinder auch mit, wie wir sagen, hey, sorry, das tut mir total leid, ich war total aufgebracht, ich habe Worte benutzt, die vielleicht nicht cool waren. Auch das ist wichtig, für Kinder mitzuerleben, wie wir auch aus solchen Situationen als Erwachsenen wieder rausgehen. All das, was wir jetzt gerade schon angesprochen haben, wie wir früh die Grenzen unserer Kinder waren und ansprechen können.

SPEAKER_02

Und vor allem auch einstehen. Wir anderen unsere Kinder verletzen.

SPEAKER_03

Ich glaube, da haben wir schon immer wieder mal drüber gesprochen, an verschiedenen Stellen auch, wie wir unsere Kinder da stärken können, bitte.

SPEAKER_01

Die Großeltern.

SPEAKER_03

Die Großeltern, dann ging es auch, als wir über Bilder gesprochen haben, ja, jemand macht Bilder von mir, auch da stehe ich für mein Kind ein, für es auch eine Grenzüberschreitung unter Umständen Persönlichkeitsrecht. Und weiter eben ins Jugendalter auch, ja, da wird es auch ein bisschen globaler, wie ich vorhin schon gesagt habe. Es ist dann nicht nur die eigene, jetzt sexuelle, erste sexuelle Erfahrung, die ich dann mache in meiner Jugend vielleicht, sondern auch, wie gehe ich damit um, wenn mir Inhalte ausgespielt werden, wenn mir jemand was zeigt, wenn mir jemand was erzählt, wenn mir mein Kumpel sagt, guck mal, habe ich die Karte.

SPEAKER_02

Die hat mir ein Nacktfoto geschickt.

SPEAKER_03

Ja, oder die habe ich so und so behandelt und die habe ich mir gefügig gemacht, dann auch als Jugendlicher zu sagen, hey, Moment mal, das ist irgendwie nicht in Ordnung, ja, und all das braucht eine Begleitung und eben in irgendeiner Form, wenn es nicht die Eltern sind, irgendwann ab zwölf sind es ungefähr, geht das los, sind das nicht mehr die Eltern so sehr in erster Linie, dann braucht es andere erwachsene, Vorbilder, die auch diese Themen aufgreifen und begleiten und thematisieren mit den Jugendlichen. Das ist super wichtig. So, das wäre jetzt mal ein kleiner Rundumschlag als zusammen.

SPEAKER_01

Es ist ein sehr schönes, greifbares Beispiel auf jeden Fall. Vielen Dank dafür.

Community-Frage Und Verabschiedung

SPEAKER_01

Danke, Christine. Ja, gerne, gerne. An alle, die uns zuhören. Ich würde gerne einmal gerne wissen, was sind denn eure Erfahrungen mit Grenzüberschreitungen, die ihr vielleicht selbst erlebt habt, die ihr mitbekommen habt. Oder nö, doch, nur die beiden Sachen, die ihr mitbekommen habt oder die ihr vielleicht selbst erlebt habt. Ihr müsst nicht ins Detail gehen, lasst es grob, keine persönlichen Daten preisgeben, ihr wisst, Datenschutz und so. Aber ich bin gespannt, teilt es mal gerne mit uns und ich lade euch ein, das ist ein sicherer Raum tatsächlich. Wir werden es sehr respektvoll behandeln, auf jeden Fall.

SPEAKER_03

Vielen Dank. Lieber Steven.

SPEAKER_01

Bis zum nächsten Mal. Schönen Abend. Ciao, ciao.