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#22 - Kinderfotos im Netz: Experteninterview mit Kinderrechtsaktivistin Sara Flieder

Steven Pfeiffer und Viola Hoffmann Season 1 Episode 22

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Wir sprechen über Kinderbilder im Netz und den Konflikt zwischen Teilhabe im Alltag und dem Recht unserer Kinder auf Privatsphäre. 

Mit Sara, Soziologin und Kinderrechtsaktivistin, ordnen wir das neue Rechtsgutachten ein, welches Sie mit anderen Experten auf den Weg gebracht hat und ziehen daraus klare Regeln für Familien, Schulen, Vereine und digitale Plattformen.  

  • Vereinsalltag als Beispiel für Teilhabe ohne Zwang zum Filmen  
  • Saras Petition und der Weg zum Rechtsgutachten  
  • Einordnung von Kindeswohlgefährdung bei kommerziellen Kinderfotos und Videos  
  • No-Gos wie intime Situationen Diagnosen Krankenhausinhalte und sexualisierte Darstellungen  
  • Warum Verpixeln und Sticker oft keinen echten Schutz bieten  
  • Risiken durch KI Deepfakes Datenlecks und Weiterleitung in Klassenchats  
  • Kinder früh einbeziehen und ein Nein konsequent respektieren  
  • Handlungsmöglichkeiten wenn wir Kindeswohlgefährdung erkennen oder vermuten


Hier gehts es zum Rechtsgutachten

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Steven:

Viola:


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Liebe Grüße,

Steven und Viola

Ankommen Und Thema Setzen

SPEAKER_02

Weniger Stress und mehr Leichtigkeit im Umgang mit den digitalen Medien. Das wünschen sich so viele Eltern. Aber wie klappt das eigentlich im vollen Familienalltag und was gibt es da alles zu beachten? Genau darum geht's hier bei uns im Podcast Handy, Herz und Hirn. Deine beiden Experten im Gespräch. Ich bin Viola Hoffmann, Gründerin von Gesund Digital Aufwachsen.

SPEAKER_00

Und ich bin Steven Pfeiffer, Gründer des Bildungsunternehmens im Hopserlauf. Jeden Donnerstag bekommst du hier eine neue Folge rund um die Welt der digitalen Medien. Wir bieten dir unser fundiertes Hintergrundwissen, erzählen aus unserem Arbeitsalltag mit Eltern und Kindern und teilen praktische Tipps für mehr Leichtigkeit, Klarheit und Freude im Umgang mit Bildschirmmedien. Ganz nach dem Motto bewusst begleiten statt verbieten.

SPEAKER_02

Und das alles ganz authentisch und mit einer Prise Humor. Aus unserem Alltag, für deinen Alltag und für eine gesunde Zukunft unserer Kinder. Mach's dir jetzt bequem und lass dich inspirieren.

SPEAKER_00

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Viola, wie schön, dass ich dich wieder sehe und auch jemand anderes, aber dazu kommen wir gleich. Viola, worüber wollen wir heute sprechen?

Vereinsauftritt Zwischen Spaß Und Schutz

SPEAKER_02

Heute geht es um das Thema Kinderbilder im Netz. Und wie so oft habe ich ein Beispiel, ein Alltagsbeispiel dabei, ist wie just gestern passiert ist, und ich bin so froh, dass wir heute in dieser Folge darüber sprechen und das Thema auch ein bisschen auseinandernehmen, weil ich glaube, so viele, ja, das Thema ist oft schon so ein bisschen langweilig in der Öffentlichkeit. Widersprechen wir über Kinderbilder im Netz. Und es hat aber doch einfach immer noch eine riesig große Relevanz, weil das Bewusstsein da draußen einfach auch bei vielen Eltern noch gar nicht da ist oder überhaupt Erwachsenen auch. Und ich habe gestern was erlebt, wieder einmal in einem Verein meiner Tochter. Und da geht es um eine Aufführung, die jetzt stattfinden soll im Sommer. Und dann hat sie zu mir gesagt, ich wäre total gerne dabei und ich würde, ne, mir macht es total Spaß, ich will da mitmachen, aber ich will nicht gefilmt werden. Oder dass da Fotos von mir gemacht werden. Und Mama, kannst du da was sagen? Und dann bin ich da zu den Trainerinnen eben gestern mitgegangen und habe gesagt, ja, also und so, also möchte dabei sein und mitmachen und hat sich aber jetzt entschieden, nur zuzugucken, weil sie weiß, dass gefilmt wird. Und dann dreht sie sich um und sagt: Ja, aber Mama, eigentlich möchte ich doch gerne mitmachen. Ich will halt einfach nur nicht gefilmt werden. Und dann ist es ja manchmal so ein bisschen schwierig, finde ich, als Erwachsener dann, ne? Weil du willst danach nicht auf irgendwelche Füße treten. Oder denke, ja, ich, und dann habe ich gesagt, ja, ich verstehe das auch total, ne? Öffentlichkeitsarbeit und ihr wollt auch zeigen, was ihr macht, und die Kids machen tolle Sachen und man möchte das zeigen und teilen und so. Ich habe da vollstes Verständnis dafür. Und dennoch kenne ich einfach von Berufs wegen viel zu viel die Schattenseiten und was da alles passiert mit. Und ich weiß, dass es oft nicht im Bewusstsein ist. Und wenn ihr Lust habt, kann ich euch da auch ein bisschen was zu erzählen. Und vielleicht können wir da gemeinsam irgendwie eine gute Lösung finden. Und die waren total angetan dann und haben gesagt, ja, total, kannst du mal eine E-Mail schicken, auch an. Also wenn du das eh beruflich machst und vielleicht kannst du uns da auch ein paar Dinge zu erzählen. Oder ich habe da auch gesagt, es gibt auch wunderbare Alternativen, wie man einfach die Vereinsarbeit teilen kann, ohne die Kinder zu zeigen im Netz. Und es sind ja oft gerade auch Vereine und Vereinsbilder und Webseiten, die einfach auch betroffen sind von Daten, Klau und so weiter. Und das ist tatsächlich auf total positive Resonanz getroffen. Und umso dankbarer bin ich, dass wir dieses Thema heute nochmal im Detail auseinandernehmen und ja, ich dann wieder auch anders in solche Gespräche gehen kann. Also, ich weiß nicht, wie es anderen Eltern geht. Es wäre auch schön, das zu hören mal. Ich hatte neulich das auch mal auf Instagram gepostet: wie geht und mal reingefragt, wie geht ihr denn mit solchen Situationen um? Es ist immer auch ein bisschen komisch als Eltern dann immer so. Ich denke immer, ich bin so der einzige, der einzige Querläufer, der sowas sagt. Aber ich möchte einfach mein Kind schützen und trotzdem Teilhabe ermöglichen. Und dafür braucht es einfach aktuell noch unfassbar viel Aufklärungsarbeit.

SPEAKER_00

Ja, mega gute Story auf jeden Fall zum Einstieg.

Sarahs Weg Zur Kinderrechtsarbeit

SPEAKER_00

Und ich bin sehr froh, dass wir heute eine Expertin zu diesem Thema bei uns haben. Und zwar die liebe Sarah. Wer ist Sarah? Sarah ist Soziologin und Kinderrechtsaktivistin, hat selbst zwei Kinder und kommt aus Hamburg, hat 2023 eine Petition gestartet zum Schutz von Kindern im Netz. Was daraus resultiert ist, ist, dass im Dezember 2024 ein Rechtsgutachten entstanden ist. Und zwar das Rechtsgutachten, Kindeswohl, Gefährdung durch kommerzielle Veröffentlichung von Kinder, Fotos und Videos im Netz. Hallo, liebe Sarah, schön, dass du da bist.

SPEAKER_01

Hallo und vielen Dank für die Einladung.

SPEAKER_00

Ja, gerne. Ich würde mich mal mega dafür interessieren, warum ist dir das Thema Kinderfotos im Netz persönlich oder beruflich denn so wichtig? Wie ist dazu gekommen?

SPEAKER_01

Ich habe ganz lange bei einem Kinderhilfswerk gearbeitet, als Social Media Referentin, hatte natürlich auch da schon viel mit Kinderbildern zu tun. Das ist auch schon länger her. Da war, also gab es natürlich schon soziale Netzwerke, aber mit den Family-Influencern fing das sozusagen da gerade erst in Deutschland an. Und Instagram wurde auch gerade erst groß. Und da ging es mir am Anfang bei meiner Arbeit vor allem um oder hatte ich vor allem damit zu tun, wie wir mit Kinderbildern umgehen, von der Organisation aus selber. Also wie dürfen Kinder dargestellt werden, welche Bilder benutzt man auch nicht mehr fürs Marketing. Also man kennt das ja noch so aus den 80ern, wo dann Kinder mit total runtergehungert, mit dicken Wasserbäuchen und so Fliegen um Kopf gezeigt wurden. Und sowas hat man ja vor zehn Jahren schon nicht mehr gemacht. Da hat man immer gesagt, okay, man muss irgendwie auf Augenhöhe fotografieren, man darf die nicht halb nackt fotografieren. Man hat natürlich auch Einverständniserklärung eingeholt, wenn man mit den Bildern gearbeitet hat für Social Media oder fürs Marketing auf der Webseite. Und genau, das hat sich dann ja immer so weiterentwickelt. Irgendwann kam die DSGVO dazu, dass man auch im privateren Rahmen sozusagen bei Veranstaltungen nochmal mehr gucken musste, welche Bilder veröffentlicht man, wie dürfen die Bilder auch gespeichert werden und so. Und im Zuge dieser Arbeit hatte ich natürlich auch dann immer mehr mit Influencerinnen zu tun, weil wir auch mit ihnen kooperiert haben. Und da musste ich eben auch gucken, ja, welche können wir halt auch nehmen. Also welche Influencer oder auch nicht gehen halt gut mit Kinderbildern um und mit ihren Kindern oder mit den Rechten von Kindern im Netz, weil wir hier ja eine Kinderrechtsorganisation waren und da musste das natürlich so ein bisschen übereinstimmen. Ja, und bei der Recherche habe ich halt einfach gemerkt, wow, das ist gar nicht gut. Und dann bin ich ungefähr zu der Zeit auch irgendwann selber Mutter geworden und schwanger geworden, bin dann auch so aus privatem Interesse einigen von denen gefolgt und hab dann auch immer gedacht, also krass, was die alles zeigen und was man von denen weiß. Und ich habe dann ja auch Freundinnen gehabt, die auch Kinder bekommen haben. Und ich war ja sehr eng mit denen. Ich habe uns auch sehr viel getroffen und auch viel über Kinderthemen ausgetauscht. Aber ich dachte trotzdem ganz oft, krass, ich weiß über die Kinder von Influencern viel mehr als über die Kinder von meinen Freunden, also intime Details und so klar haben wir uns mal ausgetauscht und wussten so, ach, da ist wieder ein Kind krank, aber keine von denen hat mir ja nachts Bilder geschickt von dem vollgekotzten Bett oder von dem Kind, wie es gerade auf dem Klo sitzt, oder ein Video geschickt, wenn das Kind gerade so einen Wutanfall hatte. Das würde man ja nicht machen, ne? Genau, und daraus entstanden ist dann eben die von dir schon angesprochene Petition.

SPEAKER_00

Ja,

Rechtsgutachten Und Typische Grenzfälle

SPEAKER_00

spannend. Für alle, die, die jetzt so nicht wissen, was so ein Kind, also was so ein Rechtsgutachten beinhaltet, erzähl uns doch mal ganz kurz ein bisschen, was ist in diesem Rechtsgutachten vielleicht so drin, weil du hast gerade eben schon erwähnt, Bilder von, also was dir begegnet ist, von vollgekotzten Kindern, die irgendwie vollgekackte Windeln haben und so. Und ich sehe das ja auf deinem Kanal, du teilst ja öfters dann so Sachen oder wie du dich auch dann mit Influencern streitest oder die da nichts mit dir zu tun haben wollen. Bin ich sehr, sehr mutig tatsächlich und bin ich auch ein Riesen-Fan davon, aber erzähl uns einmal ganz kurz ein bisschen über das Rechtsgutachten, bevor wir jetzt auch konkret auf Eltern im Allgemeinen eingehen und nicht nur auf Influencer oder so. Was ist im Rechtsgutachten drin? Was kann da?

SPEAKER_01

Genau, ich habe, hast du ja gerade schon gesagt, ich habe 2023 eine Petition gestartet und die war relativ schnell sehr erfolgreich mit über 50.000 Unterschriften. Die habe ich dann ans Familienministerium übergeben, aber daraus sind halt noch nicht konkrete Forderungen entstanden, also oder keine Umsetzung von meiner Forderung, die ich in der Petition hatte. Und dann haben wir halt überlegt, also ich zusammen mit dem mit Campact, wo ich die Petition gestartet hatte, und dann auch infolgedessen dieser Arbeit, die ich gemacht habe, zusammen mit dem deutschen Kinderhilfswerk, wie können wir irgendwie weitergehen? Also was kann daraus jetzt folgen? Und dann kam eben die Idee auf, ach, wir machen einfach ein, was heißt einfach, wir machen ein Rechtsgutachten, also das war schon auch eine Nummer. Wir haben da ein Jahr dran gearbeitet, wir mussten auch gucken, wie gehen wir überhaupt vor, wo gibt es überhaupt einen Angriffspunkt, wie könnte man Influencer sozusagen denen belegen, dass das, was sie machen, nicht richtig ist, weil es gibt ja schon Grundlagen sozusagen, gesetzliche Grundlagen, aber es war einfach in keiner Form irgendwie richtig gut zusammengefasst. Genau, und dann haben wir ein Jahr daran gearbeitet, zusammen mit einer Kanzlei, die auf Medienrecht auch spezialisiert ist, die total gut waren und die kam eben dann auf die Idee, okay, wir könnten ja mal erstmal zusammenfassen, welche Rechtsgrundlagen gibt es schon und könntest du theoretisch könnte es sein, dass das, was Family Influencer machen, auch schon Kindeswohlgefährdung ist. Genau, und dann haben die Beispielfälle untersucht und haben festgestellt, ja, ist es. Und haben dafür einige Beispiele genannt sozusagen. Also es ist immer eine Einzelfallawägung, wann es Kindeswohlgefährdung sein kann und wann nicht. Und die haben aber gesagt, in vielen Fällen, aber auch da natürlich immer je nach Einzelfallen, ist es Kindeswohlgefährdung, wenn man zum Beispiel Kinderbilder zeigt, teilweise nur in alltäglichen Situationen, also Kinder, die einfach auf dem Sofa eingeschlafen sind, im Schlafanzug, oder aber auch, wenn man bestimmte Informationen über Krankheiten zeigt, wenn man Kinder im Krankenhaus zeigt oder Diagnosen teilt, Entschuldigung, oder wenn man intime Situationen zeigt. Also was man ja zum Beispiel weiß, relativ klar, man darf keine Kinderpornografie veröffentlichen, das sollte ja eigentlich jedem klar sein. Das Rechtsgutachen zeigt aber zum Beispiel auch, dass auch Kinder im weitesten Sinne sogar, und das sagen sie ja auch ganz eindeutig, dass es weit ausgelegt werden muss, in sexualisierten Posen nicht gezeigt werden dürfen, weil das schon unter Kinderswohlgefährdung fallen kann. Könntest du ein Beispiel machen?

SPEAKER_00

Was sind sexualisierte Pose?

SPEAKER_01

Ja, sehe ich ganz oft, ganz schlimm. Also gerade so im Sommer ist halt ganz oft Kinder in Badeanzügen, dass sie dann irgendwie breitbeinig auf dem Boden sitzen. Ich habe, also das ist schon grenzwertig, aber ich habe auch Bilder gesehen, die dann zum Beispiel Mädchen im Badeanzug da sitzen am Strand und dann lecken die halt an so einem Kalippo-Eis so, ne, wo man echt denkt, ey, wow, das. Also, da muss man nicht mal besonders viel Fantasie haben, um drauf zu kommen, dass das nicht in Ordnung ist. Oder Kinder, die irgendwie kurze Röcke anhaben und irgendwie sexy vor der Kamera tanzen und da rede ich nicht mal unbedingt von 15-Jährigen, die das irgendwie selber freiwillig machen, sondern teilweise echt schon von Dreijährigen, ne? Die dann da geschminkt sind und so, ja, zum Beispiel auch teilweise zusammen mit der Mutter einen auf sexy machen. Und das ist schon echt erschütternd, was ich da so gesehen habe. Und Krankenhaus-Content ist ja auch so ein großes Thema. Also ich bin ja mit einigen Influencern auch im Austausch und das ist total krass, dass die mir auch teilweise sagen, also die machen das dann auch nicht mehr, mit denen ich im Austausch bin, zumindest nicht. Aber es ist schon so, dass ich die Rückmeldung kriege, dass das total gut klingt, dass die Views halt teilweise vier, fünfmal so hoch sind, wenn man Krankenhaus-Content zeigt. Aber auch da gibt es keine Grenzen. Also ich meine, ich kann das verstehen, wenn man sein ganzes Leben teilt, dass man vielleicht irgendwann Update geben muss, ach ja, jetzt kommt nicht so viel Content, weil wir sind gerade im Krankenhaus, aber die Leute sind wirklich so verrückt drauf, dass sie einfach, während das Crim doch im Krankenwagen ist, einfach eine Story aufnehmen, komplett verrückt. Oder dass sie einfach sämtliche Diagnosen teilen von den Kindern. Und auch da ist es nochmal so eine Frage, warum die Hemmschwelle da nicht vorhanden ist. Also von, ich rede darüber, dass mein Kind Autismus hat. Das ist eigentlich schon eine Diagnose, die nicht ins Netz gehört. Bis hinzu, ja, jetzt gerade hat mein Kind hier einen Melddown, weil es Autismus hat, oder dass sie halt teilweise irgendwelche Krankheiten teilen, wo das was verknüpft ist, zum Beispiel damit, dass sie sich, dass sie irgendwie inkontinent sind und dann einfach das zeigen, also live zeigen, das ist einfach verrückt. Also es ist wirklich krass, was ich da schon gesehen habe. Und genau, es ist total gut, dass wir jetzt dieses Rechtsgutachten haben, das einfach auch so eine Grundlage hat, and that man denen auch schicken kann anders can here, that is einfach nicht, uh meine persönliche Meinung, dass das nicht in Ordnung ist, sondern dass es Kindeswohlgefährdung ist.

SPEAKER_00

Tatsächlich gar nicht mehr wirklich, dass es wirklich nicht mehr um diese Meinung geht, weil ganz viele Menschen haben ja eine Meinung im Internet, ne? Ich glaube, wir haben zu allem eine Meinung, ne? Aber dass es tatsächlich dann wirklich ein Fakt ist, was tatsächlich langjährig jetzt dann in dem Fall sogar geprüft wurde. Viola wollte gerade was sagen. Ich wollte nicht direkt schon die nächste Frage übergehen, aber wir sind.

SPEAKER_02

Kann ich nochmal einhaken, kurz. Jetzt hast du ja gerade beschrieben, so von, dass es einfach, ja, kennen wir alle so von bis solche Beispiele gibt, so relativ unschuldig irgendwie im Alltag, bis hin zu eben solche extremen Sachen, wie jetzt auch im Krankenhaus, wo sich ja einfach auch Rückschlüsse ziehen lassen und die einfach auch fürs spätere Leben von dem Kind eventuell einfach Auswirkungen haben können, ja, also bis hin zum beruflichen Leben, wenn ich da Autismus oder irgendwelche anderen Diagnosen schon teile, was passiert dann irgendwann, wenn das Kind in Beruf einsteigt? Und das jemand weiß, was man vielleicht gar nicht unbedingt erstmal teilen möchte, wenn man sich jetzt irgendwo neu bewirbt. Und die andere Seite, jetzt bin ich eingestiegen mit so einem Vereinsbeispiel. Vielleicht kannst du da auch was dazu sagen. Würde das denn schon unter Kindeswohlgefährdung fallen, wenn solche jetzt Auftritte, die so halb öffentlich sind, dann gefilmt und ins Netz gestellt werden?

SPEAKER_01

Nee, das ist natürlich keine Kindeswohlgefährdung. Ich finde, das ist auch mal so eine Abwägungssache, weil zum einen ist es ja sozusagen, es ist ja auch eh ein Auftritt in der Öffentlichkeit, wo Leute zugucken können. Das ist ja nochmal was anderes, als das, was Influencer machen, im privaten Raum oder in privaten Kinderzimmern zum Beispiel zu filmen. Und dann wissen ja auch die Eltern, die müssen ja, normalerweise müsste man ja mindestens einen Aufsteller haben, von wegen hier wird gefilmt. Wenn ihr das nicht wollt, dann setzt es euch woanders hin. Aber man macht bei öffentlichen Veranstaltungen, ist es ja erlaubt, sozusagen auch zu filmen. Und aber dann eben nur, wenn man das bekannt macht sozusagen. Und die Frage ist ja auch immer, wo landen dann diese Bilder? Also wer filmt und wo landen diese Bilder? Wenn man jetzt sagt, okay, da ist irgendwie jemand von der Veranstaltung selber, der das irgendwie mitfilmt und man weiß das vorher, dass es vielleicht auch ins Netz kommt, dann kann man sich ja auch immer noch dagegen entscheiden, das mitzumachen. Aber es ist ja auch oft so, gerade bei Schulveranstaltungen, dass dann alle Eltern mitfilmen, dann wird das noch durch den Klassenchat gejagt, dann kriegt das nochmal die Oma und so. Und ich kann das auch nachvollziehen, weil ich habe selber ja Kinder und es gibt ja auch so Veranstaltungen, da ist man vielleicht auch selber gar nicht dabei, weil nur die Kinder mit dabei sind. Es ist eine Mutter, die dann doch mal ein Video macht oder wir hatten zum Beispiel eine Übernachtungsparty gerade in der Kita und da war genau das Thema, weil die Kinder waren, die sind ja auch sehr klein noch. Teilweise durften die Vierjährigen schon mit übernachten und sind vielleicht zum ersten Mal von zu Hause weg. Und die Eltern würden sich halt schon freuen, dann abends ein Bild zu kriegen, wie die Kinder gerade eingeschlafen sind, geht es denen gut, aber die Erzieherinnen dürfen das halt einfach nicht. Und die machen das auch nicht. Und ich finde das auch total gut. Und dieses Mal war auch so eine Diskussion dann darüber, ja, warum gab es keine Bilder und so? Und ich fand es aber total gut, weil ich so dachte, ja, die haben sich irgendwie daran gehalten. Und jetzt sind gerade bei so Sachen, die ja irgendwie auch nochmal so niedlich sind, so schlafende Kinder nachts zum Bett, ne, das ist ja eher was, was auch nochmal weitergeteilt wird. Aber klar, muss man natürlich damit leben können, dass man dann da nicht teilhaben kann. Aber auf der anderen Seite denke ich manchmal auch so, dann ist es wenigstens ein geschützter Rahmen für Kinder und den brauchen Kinder auch. Also ich habe gestern zum Beispiel auch noch meiner Schwiegermutter drüber gesprochen, wie es für sie damals war, als ihre Kinder zum ersten Mal auf Klassenfahrt gegangen sind und sie meinte auch, das war schon krass, weil es gab kein Handy, ne? Und dann, man hat zwar gesagt, ja, ruf mal an, wenn ihr angekommen seid, aber haben die Kinder nicht gemacht, weil die waren in einer ganz anderen Welt und die haben die Eltern auch gar nicht vermisst im Moment. Und wie cool das auch einfach ist, so den Kindern ihren Raum zu geben, wo dann die Erwachsenen vielleicht nicht mit dabei sind, was nicht irgendwie komplett viral gibt. Und die werden ja eh schon eher viele fotografiert oder viel mehr, als wir damals fotografiert werden. Deswegen muss man da vielleicht auch mal gucken, dass man da so eine positive Seite dem Ganzen abgewinnen kann.

Goldene Regeln Für Eltern Im Alltag

SPEAKER_00

Du hast gerade gesagt, es ist auch so eine positive Seite, ne? Und da kommen wir gerade wieder bei Eltern posten und verschicken halt Kinderfotos aus Liebe, Stolz, Freude, aus was auch immer für Bedürfnisse heraus. Du hast vorhin schon so ein bisschen drauf eingegangen, aufgrund auch des Rechts gedachten. Aber ab wann ist aus deiner Sicht der Punkt, wo es problematisch wird bei so einen Fotos? Ist es wirklich nur dieses sexualisierte oder gibt es auch noch andere Aspekte, die du, wir Eltern mitgeben können? Also wirklich so so ein so ein, es ist nicht komplettes Regelwerk, dann und dann ist es, sondern aber so einen roten Faden, wann es problematisch ist.

SPEAKER_01

Also ich würde die Kinder auf jeden Fall immer einbeziehen. Ich würde auch kleine Kinder schon einbeziehen. Also Babys kann man natürlich jetzt nicht fragen, willst du fotografiert werden? Aber ich habe schon das Gefühl, dass Kinder so ab zwei, drei Jahren schon mindestens ein Gefühl dafür haben, ob sie in der Situation fotografiert werden wollen, in der sie gerade sind. Und bei Erwachsenen würde man ja auch nicht einfach die Kamera draufhalten. Da würde man auch fragen, ah, ich möchte kurz ein Foto machen, stelle ich mal dahin. Oder kann ich kurz ein Foto machen? Das kann man mit Kindern genauso machen. Und dann muss man natürlich auch immer gucken, ist, also wie würde ich das vielleicht auch finden, wenn von mir so ein Foto gemacht werden würde und wo würde ich das sehen wollen? Würde ich das überhaupt irgendwo sehen wollen? Kann man das verschicken oder nicht? Und ich glaube, man muss sich einfach der Gefahren bewusst sein. Und da bin ich natürlich jetzt nach der ganzen jahrelangen Arbeit, die ich da mitmache, einfach super sensibel, weil ich so viel mitbekommen habe, was mit den Bildern passieren kann. Also gerade jetzt in den letzten ein, zwei Jahren, was mit KI auch nochmal passieren kann. Wir kennen ja wahrscheinlich alle den Fall Colin Fernandes, die ja einfach davon gar nichts mitbekommen hat. Und da reicht ja teilweise einfach auch nur der Kopf oder nur der Körper, was mit den Bildern passieren kann. Oder es gab jetzt gerade einen Fall, dass von Schulfotografen, die machen, die, also die verteilen die Bilder ja über so Plattformen und die wurde gehackt und dann konnten halt Leute einfach auf die ganzen Schulfotos und Kita-Fotos zugreifen, die in diesen Datenbanken gespeichert waren. Das ist sowas, das ist natürlich auch total krass. Oder ja, dass Schulen teilweise erpresst werden, weil von deren Webseiten die Bilder irgendwie geklaut werden und dann manipuliert werden und die Eltern und die Schüler teilweise gar nichts davon mitkriegen und sondern nur die Schulen sozusagen. Das sind ja Sachen, die sind vor, also selbst 2023, als ich meine Kampagne gestartet habe, noch gar nicht möglich gewesen oder passiert eigentlich, ne? Das wird eigentlich ja immer krasser. Und man muss ja auch so sagen, selbst wenn man es nur in Anführungsstrichen über WhatsApp verschickt, auch da gibt man einfach die Nutzungsrechte ab. Das ist so krass, was da teilweise passiert ist. Ich habe neulich mal einen Fall mitbekommen, dass Meta tatsächlich die Bilder, die in einem privaten Chat waren, also im Gruppenchat oder ich weiß nicht, vielleicht war es auch ein Profilbild, aber bin ich mir gar nicht mehr so sicher, einfach für Werbung benutzt hat. Das war ein Schulfoto und es wurde dann einfach für irgendeine Meta-Werbung benutzt, weil man das in den Datenschutzbestimmungen ja, die niemand liest, ich auch nicht ganz, aber hat man dann erst dadurch erfahren, so drinsteht, dass Meta das darf. Und da kann man ja nichts dagegen machen. Also man kann ja nicht mal sagen, nö, ich habe Rechnung auf eigene Bild und das ist mein Bild und das möchte ich nicht, sondern man hat es einfach abgegeben. Und das ist schon krass. Und ich finde es auch, ich kann auch das verstehen, weil meine Skiga-Eltern und meine Eltern wohnen auch nicht bei uns im Ort, die sehen die Kinder jetzt auch nicht so regelmäßig und keiner von denen hat irgendwie Signal oder einen anderen sicheren Messenger. Also wenn man die teilhaben lassen möchte, dann muss man das sozusagen über den Chat schicken. Ja, ich versuche halt immer so ein bisschen zu sensibilisieren, zu sagen, ja, ich würde auf keinen Fall Nacktbilder verschicken von den Kindern oder irgendwie so halbnackte Bilder, wenn sie irgendwie im Planschbecken sind oder so. Und die wissen auch natürlich von meiner Kampagne und ich sage denen auch immer, schickt das nicht weiter. Also ne, es ist nur für euch und wenn ich mitkriege, dass das irgendwie weitergeleitet wird, dann gibt es keine Bilder mehr. So, genau. Aber also meine goldene Regel, die ich auf jeden Fall mal sage, Kinder einbeziehen, fragen und immer kurz mal überlegen, muss es da hin, hat da irgendeiner einen Mehrwert von und wie würde ich mich fühlen, wenn das Bild von mir so verschickt werden würde. Da würde ich, glaube ich, immer als erstes drauf gucken.

SPEAKER_02

Und eben auch, wie du das gerade beschreibst, also das, das habe ich auch jetzt gerade in einem Artikel, mir ist das mit den Vereinen, da gab es auch schon Dokus zu, wie von den Vereinsseiten oder Schulseiten auch da die Bilder gezogen werden. Und eben jetzt in Zeiten von KI gab es jetzt gerade auch nochmal eine Reportage oder einen Artikel, den ich dann gelesen habe vor ein paar Tagen, wo genau noch das dann passiert und Schulen oder Vereine erpresst werden. Und das ist einfach echt nochmal eine ganz andere Nummer, die wir ins Bewusstsein nehmen dürfen. Und das ist so für mich der Grund, auch wo ich immer sage, es ist eigentlich meine Pflicht, ins Gespräch zu vermitteln. Zu gehen und aufzuklären, dann dort, wo ich Berührungspunkte habe, auch als Mutter auch. Und dann das Ganze auch umzudrehen ist, Steam, wie du es gerade auch gesagt hast, das Positive nämlich zu betonen und auch zu sagen, ey, aus wir schützen die Rechte unserer Kinder hier an diesem Ort und bitten darum, dass keine Bilder gemacht werden oder deswegen werden wir keine Bilder veröffentlichen, zum Beispiel. Also dass das Bewusstsein sich schiftet von wir müssen irgendwie jetzt alles teilen, hinzu, das Wichtigste ist, uns unsere Kinder zu schützen. Und ich glaube, niemandem, dem man das erzählt, ja, was da so alles passiert mit und das Bewusstsein wirklich schärft, würde sagen, cool, komm, wir machen weiter damit.

SPEAKER_01

Ja, leider

Influencer Logik Darknet Und Verantwortung

SPEAKER_01

doch. Also das ist doch, also das ist schon krass, das kriege ich, genau das kriege ich halt von Influencern mit. Also es gibt ja mittlerweile echt viele Kommentare, die sagen, finde ich nicht in Ordnung und schütz dein Kind und so. Und die machen halt immer so eine Umkehr. Die sagen immer, ja, also da bin ich ja nicht dran schuld, wenn das Bild im Darknet landet, da sind doch die Täter dran schuld, die das runterladen und so. Und ich denke mal so, ja, natürlich, du stellst es ja nicht selber ins Darknet und das nicht, aber du lieferst ja das Futter, das ist schon einfach krass. Und irgendwie, also ich habe die Kampagne ja eigentlich gestartet, weil ich dachte, ich finde, dass, oder sagen ja auch die UN-Kinderrechtskonventionen, Kinder haben Recht auf Privatsphäre und ich finde, es werden zu viele Informationen geteilt. Das geht nicht um Kinderbilder, es geht auch um Informationen über die Kinder, wie eben diese Krankheitsdiagnosen. Aber ich finde schon krass, was du sagst, wie sich das einfach gewandelt hat, so, weil ich hätte vor, was haben wir jetzt 26, vor drei Jahren nicht gesagt, Kinderbilder sollten komplett nirgendwo mehr geteilt werden und die müssten eigentlich, also wo soll man den anfangen? Es gibt ja zum Beispiel auch Kinderschauspieler, ich habe eigentlich kein Problem mit Kinderschauspielern, wenn die das gerne machen wollen und mal bei der Sendung mit der Maus auftreten wollen, meinen Wegen. Aber dann gibt es Ausschnitte, die landen auf Social Media und so und das kann man ja eigentlich, kann man ja nicht sagen, dass das müsste komplett verboten werden, aber was mittlerweile damit passiert, und das, da müssten einfach auch Plattformen in die Zange genommen werden und einfach auch in die Verantwortung genommen werden, zum Beispiel, nämlich gibt es von, jetzt habe ich den Namen gerade vergessen, so eine Schauspielerin, das ist eine relativ junge Shit, fällt mir gleich bestimmt wieder ein. Gibt es von einer Schauspielerin, zum Beispiel, der ich nicht mal folge, bekomme ich ständig in meinen Algorithmus gespült, Bilder von ihr in Unterwäsche, also in sexy Unterwäsche und in Bikini. Und man weiß einfach, dass sie KI generiert sind. Es gibt tausende von diesen Profilen, also eigene Profile, die alle nur Bilder von ihr in Unterwäsche und in Badesachen haben, mit ihrem Kopf drauf. Aber es fällt auch kaum auf. Und das kann ja auch einfach mit Kinderbildern passieren oder mit Kinderschauspielerinnen-Bildern sozusagen. Das ist ja verrückt mittlerweile. Und also diese Entwicklung führt ja irgendwie zwangsläufig dann auch schon dazu, dass Kinder quasi gar nicht mehr digital teilhaben können. Richtig, ne? So, und das finde ich wirklich richtig schwierig. Und das geht ja nicht wie mit Kindern, das ist ja mit uns auch so. Also was macht man mit eigenen Bildern? Ich habe ja auch Bilder von mir online und ich will natürlich auch nicht, dass sie irgendwo anders landen. Ich habe jetzt vor einem halben Jahr auch das Problem gehabt, dass einfach, ich habe einfach Fake-Accounts gehabt. Da haben Leute, wer auch immer, einfach meinen Account kopiert. Mit meinem Profilnamen und so. Und es war super schwierig, dagegen anzugehen. Das war richtig krass. Ich habe das bei Meta gemeldet, die haben nichts gemacht, dann habe ich das irgendwie, habe ich meine Follower aufgerufen, bitte meldet diese Profile, dann ist immer noch nichts passiert. Und dann ist nur was passiert, weil ich zufälligerweise eine Freundin habe, die da arbeitet und der gesagt habe, hier kannst du das bitte mal priorisieren und dass es gelöscht wird, ne? Es ist wirklich verrückt. Ja, und da, also da denke ich auch so, ja, da haben ja auch Eltern keine Verantwortung mehr, dass es einfach, das muss bestraft werden, genauso wie Deepfakes jetzt ja bestraft werden sollen. Und da müssen die Plattformen auch echt ran und das machen die nicht und das ärgert mich maßlos, muss ich sagen.

SPEAKER_02

Da haben die kein Interesse, ne? Da haben wir auch schon in der Podcast-Folge so, dass es also trotz Gerichtsurteilen und dass einfach offenkundig klar ist, was da passiert und dass es auch unter vollem Bewusstsein von den Plattformen passiert ändert sich nichts, ganz im Gegenteil. Also es werden ja immer neue Updates ausgespült, wo man sich fragt, warum?

SPEAKER_00

Das beste Beispiel ist doch tatsächlich die RTL-Doku mit den beiden jungen Schauspielern, also beide über 18 und mit den beiden Mädels, die dann auf Snapchat gegangen sind und begleitet wurden vom Kamerateam. Was da abgegangen ist, ist ja, also ich habe es mir angeguckt und wie gesagt, sie sagt immer wieder, es war schlecht, mir war übel, ne? Ich hatte arke Probleme, das durchzuhalten und auszuhalten. Aber auch was so gar nicht so Kinderfotos angeht, was mir auch für dieses Verhalten von Kindern. Ich hab einen Neffen, der ist jung, ja, doch nicht alt genug, um auf Social Media zu sein, aber wenn der irgendwie, keine Ahnung, Fotos macht und irgendwie dann kommen so Posen, so Social Media Posen, hält so seitlich, lächelt, lehnt sich irgendwo gegen, macht so das Peace-Zeichen hoch, also Posen, die du eigentlich auf Social Media siehst. Und mein Neffe, kann ich jetzt nur sein, was privat ist, also ich krieg's halt in meinem eigenen Umfeld mit, aber ich sehe es auch immer häufiger in, keine Ahnung, Vorschulen, wenn die sich gegenseitig fotografieren, wenn, keine Ahnung, in Kita, woran Eltern berichten. Und dann frage ich mich immer, krass, wo kommt das her? Also da sind ja schon dieses Verhalten, schwammt ja immer auf jüngere Kinder über. Ja, und was du auch gerade meintest, die Eltern sagen, ja, ist ja nicht meine Verantwortung. Ich lade es nicht ins Darknet hoch. Und ich war gestern, hatte ich einen Elternvortrag in der Kita, also über frühkindliche Medienbildung, dann kommt am Ende immer so eine Frage, wenn ich über Bildschirmzeiten spreche, so unter zwei Jahren sogar keine Bildschirmzeit. Und dann sagen die immer, ja, aber was ist denn, wenn ich, auf das du gerade gesagt hast, Darum, dem Beispiel, meine Eltern wohnen nicht oder meine Familie wohnen nicht in dem gleichen Ort, ne? FaceTime und so eine Sache. Was denn, wenn ich FaceTime und das dann mit den Großeltern, ist denn das okay mit Bildschirmzeit? Ich meine, ein zweijähriges Kind oder U2 kann es wirklich sagen, hey, Mama, mach mal FaceTime an, ich möchte Opa und Oma sehen. Wo ich auch denke, wessen Bedürfnis ist es denn eigentlich? Und in den seltensten Fällen ist es ja das Bedürfnis der Kinder. Es ist meistens das Bedürfnis der Eltern, diese Sachen zu teilen. Aus welchen Gründen auch immer, ne? Aber ja, finde ich halt schwierig und das sage ich denen auch immer und dann kommt der Ja, aber, wo ich meine, nee, nicht ja, aber versuch doch nicht. Nicht ja, aber versuch doch bitte einfach mal, Verantwortung für dein Kind zu übernehmen, damit es irgendwann selbst die Verantwortung übernehmen kann. Da sind wir wieder bei dieser Vorbildfunktion.

SPEAKER_01

Ja, genau, das denke ich halt auch so. Wie sollen denn Kinder lernen, dass man bitte keine Nacktbilder von Kommilitonen oder von Mitschülerinnen verschickt, wenn sie selberständig immer so fotografiert wurden, ungefragt? Also, ja, das frage ich mich bei Influencern halt auch mal auch mal. Also, wie würdet ihr das wollen? Manchmal denke ich echt so, ich habe Sachen gesehen, denke so, ey, was würdest du sagen, wenn du irgendwann alt bist und halb dement und kannst nicht mehr und deine Kinder machen genau das mit dir. Die fotografieren dich in Sindel, im Bett, die laden es hoch, die schreiben dazu, boah, die Nacht war wieder voll scheiße, es hat mich voll genervt, immer muss ich meine kranke alte Mutter hier pflegen und jetzt hat sie wieder ins Bett gemacht. Auch wie man über die Kinder redet. Ich finde es richtig, richtig schlimm teilweise, was da passiert. Denkst du mal so, es würde, also wirklich, als hätten die gar keine Rechte. Das ist richtig krass.

SPEAKER_00

Ich glaube, ich würde gerne noch einen Schritt vorher gehen, noch gar nicht mit alt und Dement, sondern wenn du irgendwie mit deinen Freundinnen und Freunden unterwegs bist, irgendwie ein zu viel, einen Weinbierchen zu viel trinkst, dann irgendwann doch mal irgendwie in der Ecke liegst und so oder beim Klo hängst und deine Freunde posten das. Also es ist ja genau die gleiche Situation. Aber ich würde gerne einmal zurück auf die Kinder kommen. Ab wann könnten oder sollten Kinder überhaupt mitentscheiden aus deiner Sicht? Also ich weiß, Viola und ich haben schon öfters drüber gesprochen, aber jetzt mal so, was ist deine Meinung dazu?

SPEAKER_01

Generell, ob sie jetzt Fotos mal gemacht haben wollen oder wann sie nicht so.

SPEAKER_00

Nee, also die bleiben bei Fotos, ne?

SPEAKER_01

Ja, also ich habe ja auch immer nur so ein bisschen meine Kinder im Kopf und jedes Kind ist ja auch so ein bisschen anders und meine Kinder sind vielleicht auch so ein bisschen sensibler dafür, obwohl ich jetzt nicht konkret über die Kampagne spreche, so, aber die kriegen das schon mit, was ich so mache. Und ich war tatsächlich erstaunt, wie früh die angefangen haben zu sagen, nee, will ich jetzt nicht. Und wie schnell sie das auch sagen konnten. Und auch hinterfragt haben, worin schickst du das jetzt? Und also sobald die reden konnten, waren die auch in der Lage, das zu kommunizieren. Oder ab da habe ich auch eigentlich gefragt. Und ich habe mich auch mal unterhalten mit Kindern, die waren in der, das war so eine übergreifende Klasse, also die waren zehn bis zwölf, äh, zehn bis zwölf, genau, aber in einer Klasse, an der Schule in Hamburg. Und die sind älter als meine Kinder und da fand ich auch richtig krass, was die mir erzählt haben. Also was Kinder so denken, was unangenehm ist, ist noch viel, fängt noch viel früher an als das, was Eltern denken, was mit Kindern unangenehm ist. Die haben auch total oft gesagt, nee, sie möchten auf gar keinen Fall fotografiert werden, zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen oder im Schlafanzug oder in so privaten Momenten. Teilweise haben sie sogar gesagt, nee, ich finde es unangenehm, in so einer Gruppe fotografiert zu werden. Sie haben sich sogar beschwert darüber, dass ein Gruppenbild von einem Verein gemacht wurde und dieses Vereinsbild dann als Profilbild in dem WhatsApp-Chat gemacht wurde, weil man das ja auch öffentlich einsehen kann. Und oft haben sie mir auch erzählt, dass sie das Gefühl haben, dass die Eltern sie nicht ernst nehmen. So dass sie dann mehrfach fragen müssen, kannst du das Bild bitte löschen oder dass dann doch hochgeladen wurde und so. Und Influencer sagen auch mal zu mir, ja, aber Kinder sind Teil der Gesellschaft, die müssen doch teilhaben. Oder wenn sie Diagnosen teilen, sagen sie, ja, ich mache das ja alles für die Aufklärung. Ich denke immer so, ja, bei deinem Kind bringt es nichts. Also gar nichts, diese Aufklärung. Das hat ja aktuell nichts davon. Und klar, manche von diesen Accounts, die sind dann zumindest noch verknüpft mit irgendwelchen politischen Forderungen im weitesten Sinne, was sich da ändern muss, zum Beispiel bei der Vorsorge von bestimmten Krankheiten oder bei der irgendwie Inklusion oder so. Aber trotzdem muss man echt immer gucken, was macht das mit dem Kind und welche, wer hat jetzt was davon? Oder ist es vielleicht auch eher dein Interesse, dass du dich austauschen willst über die Krankheit von deinem Kind? Das kann ich auch verstehen. Da gibt es ja aber auch andere Möglichkeiten. Man könnte es irgendwie komplett anonym machen, unter einem Deckennamen, man könnte einfach Selbsthilfegruppen gründen. Und die können ja auch ein Social Media Profil haben. Man muss es ja nicht anhand des Kindes sozusagen machen. Aber auch da kann ich das.

SPEAKER_02

Dann kannst du es ganz anders machen. Also ich kann es in persönlich eine Familie, wo das dritte Kind mit einer Behinderung geboren wurde, auch sehr schwer und pflegebedürftig von Anfang an und so. Und die zeigen aber auch nie das Kind. Ja, und ihr geht es auch ganz arg viel um Aufklärung und auch um Missstände und wo komme ich mit meinem, ich komme in viele Dinge. Mit meinem Kind komme ich nicht hin, weil ich mit dem Rollstuhl da nicht reinkomme und solche Sachen thematisiert sie ganz viel. Aber du siehst nie das Kind, man sieht nie oder sie thematisiert sowas wie, ne, wir produzieren Berge an Müll vor, total sind die total bewusst durchs Leben gegangen und immer alles so bewusst, Müllreduziert und so weiter. Und plötzlich sagt sie, komme ich da nicht mehr drum rum, weil ich brauche alle diese Sachen jetzt für die Pflege und guck dir mal die Berge an, irgendwie, was läuft hier schief. Und da geht es auch einfach ganz viel um Aufklärung, um Austausch, aber du siehst niemals das Kind und es ist eben nicht so eine Situation, boah, jetzt habe ich wieder stundenlang Nacht wach gelegen und was für eine Scheiße, sondern es hat einfach eine klare Linie. Und das meine ich einfach mit, es ist auch immer anders möglich, Teilhabe zu gestalten oder in Austausch zu gehen, ohne immer die volle Story jedem unter die Nase zu binden und die Kinder dann letztlich zu gefährden damit. Und das hat einfach sehr viel mit dem Bewusstsein zu tun. Ja, Kinder sind Teil unserer Gesellschaft, Kinder müssen Teilhaben, aber um welchen Preis im Netz? Sie sind ja trotzdem draußen Teil der Gesellschaft im wahren, im echten Leben. Ja, da klammert sie ja keiner aus, also im besten Falle zumindest. Und aber um welchen, also dieses Argument von, ja, ich gebe den Tätern ja nicht, nicht, werf denen ja nicht mein Kind, ja doch, tust du. Also in dem Moment, wo du das Bild postest, ist es genauso, wie wenn du sagst, hier bitteschön, mach, was du willst damit.

SPEAKER_01

Genau, man würdest ja auch nicht alleine auf dem Schiffblatt stehen lassen oder nachts an der Tankstelle aussetzen und dann sagen, ja, da kann ich ja jetzt ja kein nichts für, wenn das jemand mitnimmt. Das ist ja doch ein bisschen Hanebüchen und auch, also ich ärgere mich tatsächlich auch sehr über die Kritik, also wie mit der Kritik umgegangen wird, weil man wird sofort geblockt, gelöscht, die Kommentare werden gelöscht und ja, es findet halt wie so wenig Reflexion statt. Und dann sagen Influencer oft so, ja, aber ich habe ja auch mein Kind ja verpixelt oder ich habe einen Sticker über dem Gesicht und denke so, ja, aber es bringt erstmal gar nichts, weil ich es aus fünf verschiedenen Perspektiven schon gesehen habe. Und du bist ja öffentlich und wenn ich dich mit deinen Kindern sehe, dann weiß ich auch, also dann weiß ich auch, dass das das Kind ist, von dem du die ganze Zeit redest und von dem du auch trotzdem erzählt hast, wie nervig es gerade ist oder dass es gerade so ein, keine Ahnung, in der Trotzphase steckt oder was auch immer. Und es ist wirklich auch erschreckend, wie leicht man an Informationen kommen kann. Also mit Google Maps, mit Bildersuche. Es ist wirklich insane. Ich kann dir von jedem Kind innerhalb von zwei Minuten sagen, wo es zur Schule geht. Oder in welchem Kindergarten. Ja, was habe ich doch gar nicht geteilt. Ja, aber du zeigst jeden Tag den Schulweg. Ich weiß ganz genau, wo du wohnst, weil du immer deine Kreuzung zeigst, ich weiß den Schulweg, ich weiß, wie alt dein Kind ist. Also da bleibt genau diese eine einzige Schule über. Und klar, wenn ich in Hamburg so wohne, sowieso, aber auch so ist es wirklich verrückt. Und ich hab, ich meine, ich bin wirklich ja auch schon, ich dachte, ich wäre vorsichtig und ich habe mal vor, jetzt muss ich ja mal überlegen, wie lange das her ist, vor sieben Jahren habe ich mal ein Bild von meinem Balkon gepostet in meiner alten Wohnung. Und letztes Jahr hat mir jemand da drunter geschrieben und meinte so, ah, da habe ich auch mal gewohnt in der Straße. Und ich dachte so, was? Und man konnte, also das Einzige, was man sehen konnte, das war nur die gegenüberliegende Häuserseite von meinem Balkon. Und da hatte ich niemand nicht mal gegoogelt, aber er hat es trotzdem sofort erkannt, weil ja die eine Häuserzeile ist so ein bisschen vakanter mit so bestimmten Farben. Und anhand der Höhe konnte man erkennen, in welchem Stock ich auch noch gewohnt habe. Also es war wirklich krass. Und auch hier denke ich immer so, ja, ich meine, ich bin ja nicht mal bekannt, ja, ich habe wirklich einen kleinen Account und habe ja auch so ein Nischenthema. Und trotzdem denke ich, man muss echt aufpassen, ne? Ich habe dann zum Beispiel mal eine Story gemacht und bin wohl langgelaufen, da meinte jemand, ah, das ist doch die Haltestelle. Und denkt so, das hast du daran erkannt, da stand nicht mal da, ne? Aber es ist verrückt. Oder wenn man zum Beispiel, neulich auch nochmal gedacht, wenn ich zum Beispiel beim Kinderarzt anrufe, da muss ich ja nur meinen Namen sagen und dann fragen die als Abfrage ist so, ja, wie ist denn das Geburtsdatum? Das kann ich dir auch bei jedem Influencer-Kind sagen. Ich könnte quasi, weil das ja auch nicht so schwierig ist, rauszufinden, wo die jetzt vielleicht beim Kinderarzt sind, weil sie zeigen ja auch ständig, wie sie im Wartezimmer da sitzen, was man dann auch erkennen kann, könnte man auch einfach anrufen und irgendwelche Diagnosen abfragen. Also das man natürlich, wahrscheinlich passiert das nicht, aber es wäre so möglich, man würde mit seinen eigenen Informationen ja auch nicht so umgehen. Ich würde ja auch nicht meine Steuernummer ins Internet blasen. Also schon krass teilweise, wie naiv Leute da auch so sind, ne?

SPEAKER_02

Ja. Jetzt habe ich nochmal eine Frage, die mir jetzt gerade kommt, zurück, auch auf das Rechtsgutachten. Wenn du

Jugendamt Anzeigen Kinderarbeit Regulierung

SPEAKER_02

sagst jetzt gerade, du schreibst auch viele Influencer an, ja, oder kommentierst dann drunter? Wie, also ist es möglich, dann denn diese Leute anzuzeigen oder wie bindend ist so ein Rechtsgutachten? Wie wird das berücksichtigt? Wie läuft es ab?

SPEAKER_01

Also komplexere Frage. Also, wir haben mit den Rechtsgutachten, ich war damit ja auch schon im Deutschen Bundestag und in der Kinderrechtskommission und wir sind tatsächlich jetzt daran, dass es dann endlich auch Gesetzesänderungen geben soll, weil wir in dem Rechtsgutachten festgestellt haben, die bisherigen Schutzmaßnahmen reichen so nicht und das müsste tatsächlich nochmal ein bisschen nachgeschärft werden. Trotzdem haben wir ja Kindeswohlgefährdungen nachgewiesen in Beispielfällen und die könnte man tatsächlich auch anzeigen. Das war auch erst eine Überlegung, ob wir so rangehen an das Gutachten. Aber wir haben uns dagegen entschieden, weil wir dachten, nee, eigentlich müssen wir es, wir müssen es generell beweisen, damit man sozusagen das auf jeden Influencer, der sowas in der Art macht, anwenden kann. Und wenn wir jetzt Einzelfälle haben, dann hängen wir uns an diesen Einzelfällen so auf und das ist eigentlich blöd. Also ich habe keine Kapazitäten, Leute anzuzeigen, leider. Aber ich weiß, dass das oft passiert. Also ich kriege sehr viele Nachrichten von Leuten, die mir Storys schicken von Influencern und sagen, hier, finde ich komisch, für mich fällt das unter Kindeswohlgefährdung, was würdest du sagen? Und ich kann das natürlich in letzter Instanz nicht beurteilen, weil ich ja keine Juristin bin. Aber ich weiß, dass viele dieser Storys dann beim Jugendamt landen, ja. Und die, das ist dann keine Anzeige bei der Polizei, aber das Jugendamt ist verpflichtet, dem nachzugehen und die gucken sich das dann an. So, und ich weiß auch von einigen Influencern, die dann das Story gesagt haben, uh, bei uns vor das Jugendamt zu Gast. Die manche fangen dann an, weniger zu zeigen, einige sind komplett beratungsresistent und denken einfach, das wäre dann Quatsch. Also ja, ich habe wenig Hoffnung, dass Influencer von sich aus sagen, sie ändern. Also es gibt einige, die das dann doch mal so langsam so ein bisschen machen, aber der Großteil nicht. Und gerade diese ganzen neuen Accounts, die so versuchen, groß zu werden, ja, da klappt es halt oft auch nur, wenn sie ihre Kinder zeigen, weil sie sonst auch keinen Content haben. Das denke ich dann da auch immer so, ja, ihr sagt immer, ihr seid Content-Kreatoren, also nicht ihr und alle immer so, aber viele behaupten immer so, ja, ich bin Content Creator und denkt so, ja, nee, also dann sei es aber auch, ne? Dann mach halt auch was. Also dann mache auch irgendwie politischen Content zum Thema Kinder oder zeig Rezepte oder zeig irgendwas. Aber den ganzen Tag, den die, und das machen ja viele, den ganzen Tag einfach nur die Kamera auf die Kinder zu halten, das ist halt auch kein Content. Also oder wenn doch, dann ist es aber auch Kinderarbeit, das ist auch nachgewiesen. Das gibt auch eine Studie, die genau das gezeigt hat. Und da gibt es auch überhaupt keine Regularien, das ist total krass. Also wenn man mit Kindern drehen will, habe ich ja neulich gemacht an der Schule, das ist wahnsinnig aufwendig. Du musst die Eltern fragen, du musst die Schule fragen, du musst die Kinderärzte fragen, du musst das Jugendamt informieren, dann musst du eine neutrale Person dabei, die die ganze Zeit dabei steht und gucken, dass die Kinderrechte eingehalten werden. Dann brauchen die Kinder unendlich viele Pausen, also zu Recht ja auch. Dann dürfen die nicht zu bestimmten Uhrzeiten drehen, dann dürfen die nur eine bestimmte Zeit am Tag drehen und so. Also es ist wirklich gut reguliert, aber bei Influencern halt gar nicht. Du kannst halt nachts um drei sagen, hier, stell dich mal da hin und mach mal Werbung für die Fischstäbchen.

SPEAKER_00

Ja, es ist, also mit was so in der Schule drehen, was das angeht, kann ich auch was sozusagen halt so krass. Ich wollte eigentlich auch in der Schule drehen mit einem Studienprojekt, die gerade Journalismus studieren und habe halt die Schule angefragt. Da hat halt alles versucht, nach meinem besten Wissens als zu regeln. Und dann kam halt so, also durch was für eine Loop du springen musst. Du hast es ja gerade schon gesagt. Und dann habe ich irgendwann gesagt, okay, alles klar, die Kinder, die werden gar nicht mehr gezeigt. Also es werden so Detailauflagen gemacht, vielleicht von Hand, von hinten, aber keine erkennbaren Kinder mehr. Einfach erstmal, damit ich nicht die Einverständniserklärung der Eltern eigentlich muss. Also wirklich so einfach Sachen, dass man sich das erleichtert. Und selbst da haben die gesagt, okay, alles klar, ja, dann muss das an die Schulaufsicht geschickt von eure Schulräten. Dann haben wir uns mit der auseinandergesetzt. Die meinte aber, nö, muss die Schulleitung klären. Also dieses Hin und Her, ne, manchmal, wo ich denke, ey, ihr sagt uns gerade, versuch so etwas Positives zu machen, also Medienbildung in der Schule, Studienprojekt helfen und dann noch sogar, also für die Schule so ein bisschen. Und das ist, wo ich auch dachte, boah, ist es das überhaupt noch wert? Also auch da, du hast selber gerade gesagt, du hast keine Zeit, Anzeigen zu machen, weil du, wenn wir alle arbeiten. Meine Arbeit ist nun mal auch in den Schulen und ich finde es so krass. Ich kann es verstehen, ich finde es auch gut, dass Kinder geschützt werden, das muss ich jetzt ganz klar sagen. Aber für Aufklärungsarbeit, ohne Kinder zu zeigen, dann noch so eine Loops. Also ich finde die Bürokratie manchmal ein bisschen.

SPEAKER_02

Ungleich verteilt.

SPEAKER_01

Ja, genau.

SPEAKER_00

Ja, auch schön, danke. Ja, das ist schön gesagt, ungleich verteilt.

SPEAKER_01

Kann ich nur zustimmen tatsächlich. Also ich arbeite ja auch beruflich, mache ich auch viel mit Webseiten und ey, Bilder von Leuten hochzuladen, ist ein Pain. Also es ist wirklich, klar, du brauchst immer die Einverständniserklärung, da musst du genau dokumentieren, welches Bild von wem wo auf der Webseite ist. Also klar, wenn man den unten mal als Kontakt angibt, dann weiß man das relativ gut so, aber manchmal hat man ja auch Bilder von Presseerklärungen, wo dann irgendwie fünf Leute drauf sind, die sind dann aber schon acht Jahre alt und wenn die Person theoretisch, die wird es nie tun, aber theoretisch könnte sie ankommen und sagen, ich weiß, ihr habt ein Bild von mir veröffentlicht, ich möchte, dass das weg ist. Und da musst du ja irgendwo aufschreiben, wo hast du überhaupt veröffentlicht, damit du nicht irgendwie acht Jahre alte News durchgehen musst. Das ist schon krass, ne? Aber wir machen es trotzdem und wir müssen es auch machen. Und ich, also ich verstehe auch den, also ich verstehe auch den Hintergrund so, weil das kann ja irgendwie, es kann ja immer irgendeinen Grund geben, warum man das nicht mehr mehr möchte, so aus welchen Gründen auch immer. Ja, aber bei den Kinderbildern, da ist ja, also wenn das, gerade wenn das so online ist, kriegst du es ja einfach nichts mehr aus dem Netz. Es ist ja wirklich einfach online so. Und das ist ja auch gespeichert, gescreenshottet und ich meine, klar, man redet immer von Darknet und alle Leute denken immer, ja, ach, das wird ja auch nicht passieren, aber das passiert halt. Also die von den Bildern, die im Darknet gefunden werden, also nur die, die man ja auch, also von der die Polizei ja auch weiß, und das sind ja wahrscheinlich auch nur ein kleiner Bruchteil, davon ist die Hälfte auf Social Media, also die Quelle ist Social Media. Das ist schon viel. So, und die Leute müssen das ja nicht mal im Darknet haben. Also das sind ja auch nur bestimmte Klientel, die das irgendwie überhaupt darunter, also erstmal runterlädt und wieder hochlädt, aber ich hab ich hab auch Kommentare gelesen, das ist ja auch so krass, was unter Kinderbildern teilweise von irgendwelchen alten weißen dicken sorry, Dick, das Dick muss rausstreichen, aber von Männern kommen.

SPEAKER_00

Hier wird nichts gestrichen, ja, ist es okay.

SPEAKER_01

Ja, das war eigentlich, das wollte ich, ich wollte jetzt kein Bodyshaving betreiben, aber ich denke so, ey, du bist so ein ekliger alter Typ und warum kommentierst du bei einer Zwölfjährigen, dass sie eine hübsche süße Maus ist? Nein! Und ich hab mal, das hat mich auch wirklich erschrocken und ich bin wirklich schwer zu erschrecken mittlerweile. Da hat mich eine Influencerin angeschrieben, weil sie angefragt wurde für eine Werbung von einer Regenfirma, also Regenbekleidungsfirma, so ganz Körper, also mit Hut und Hose und allem. Und die sollte das umsetzen mit ihrem Kind. Das wollte sie nicht und dann hat er, der Geschäftsführer, gesagt, ja, wieso, das wäre ja wohl nicht anstößig. Und das fand sie so komisch, da hat sie mal nachgeguckt, weil sich einen Account mal angeguckt, genauer angeguckt und die Follower angeguckt von diesem Account. Und das waren halt so zu 95 Prozent so Männer mit so einem Latex-Fetisch, die einfach selber, wenn man auf die Profile geklickt hat, wir haben das alles dokumentiert, wenn man auf die Profile geklickt hat, dann saßen die da teilweise, einer saß da breitbeinig nackt in der Windel, andere hatten irgendwie so LatexBoy 300 als Profilnamen und hatten dann auch so Bilder von sich selber in so einem ganz Körperlatex-Outfit. Ich meine, da kann man ja alles machen. Aber wenn die solche Leute so einem Unternehmen folgen und das Unternehmen wird unbedingt Kinder in den Latex-Klamotten oder in Nylon-Nylon, wir heißen das ja so Gummiklamotten, präsentieren, finde ich schwierig. Und hat sie dann auch nicht gemacht und wir haben das auch noch versucht, da irgendwie rechtlich gegen vorzugehen, aber es ist natürlich schwierig, weil keiner verbietet ja sozusagen, dass du einen Latex-Fetisch hast und auch nicht, dass du diesem Account folgst und niemand verbietet ja dem Account Kinderbilder zu posten. Das ist dann ja teilweise echt machtlos. Und da denke ich auch so, wenn Leute sagen, ja, aber ich zeige ja das Gesicht nicht, wo ich denke, ja, aber es kann schon ein Problem sein und es gibt eine Zielgruppe für Leute, die einfach Kinder von hinten in einem Regenmantel wollen. Und das hat mich auch schockiert so. Da denke ich auch so, ja, am Ende bleibt ja quasi nur keine Kinderbilder mehr nirgendwo. Finde ich auch, habe ich ja schon gesagt, ist auch schwierig und wahrscheinlich auch nicht richtig umsetzbar, aber ich finde schon, dass man das einfach wissen muss, dass auch solche Sachen echt ein Problem sein können. Ja.

SPEAKER_00

Das ist, das ist jetzt so die Abschlussfrage fast, die möchte ich noch gar nicht stellen müssen. Ich mag noch kurz noch, okay, hak ein, weil ich habe nämlich noch ganz, ganz viele Fragen.

SPEAKER_02

Eine andere. Also ich will kurz einhaken und zwar kurz, jetzt haben wir so dieses Bild gemalt von wer sind pädokriminellen Straftäter, aber wir wissen auch, dass 50 Prozent der pädokriminellen Straftäter selbst Jugendlich sind schon inzwischen. Also das darf man einfach auch mit auf dem Schirm haben. Ich glaube, wir haben auch schon drüber gesprochen hier im Podcast-Team. Weil einfach die Kinder und die Jugendlichen, die wachsen ja schon auf mit dieser stark pornografierten pornografischen Welt und mit diesen pornografischen Bildern überall, ja. Und das prägt natürlich auch die eigene sexuelle Entwicklung. Und das ist das Phänomen, was wir jetzt erleben, dass wir schon selbst einfach eben 50 Prozent der Straftäter selbst minderjährig sind. Oder junge Erwachsene. Das ist das nächste Phänomen, mit dem wir zu tun haben. Also dass es gar nicht mehr der klassische weiße Mann mit einem komischen Fetisch im Keller irgendwo ist, sondern Jugendliche von dem an sein können. Und das andere ist, ich habe kürzlich auch war ich bei einer Präventionsveranstaltung von der Polizei auch mit dabei, wo in der Klasse ging es auch um, da ging es auch hauptsächlich um das Thema Fotos und auch Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte und so weiter. Und das fand ich ganz gut gemacht, dass die Polizei da kam und mit den Kids auch darüber gesprochen hat. Und der hat zum Beispiel auch erzählt, ja, zu diesem Thema, an wie vielen Stellen oder kann ich ein Bild überhaupt löschen? Und er hat dann so Fälle beschrieben, ja, das ist jemand, der dann auch solche Fälle, wenn kinderpornografische Fälle zum Beispiel passieren oder Kinderbilder kennen wir ja auch, dann ab wann ist ein Bild kinderpornografisch, ab welcher Pose, wie muss man angezogen sein, dass es da drunter fällt. Aber auch diese automatische Download-Funktion, wenn so Dinge über einen Klassenchat geschickt werden und das Bild landet dann auf deinem Handy, ohne dass du es vielleicht erstmal merkst. Und der hat dann beschrieben, wenn der so ein Handy zur Auswertung hat, wie lange der braucht dafür, ja, und das sind Profis, die dann da am Werk sind und wirklich, er hat gesagt, man macht sich keine Vorstellung davon, an wie vielen verschiedenen Orten ein Bild gespeichert ist, selbst wenn man es gelöscht hat, zum Beispiel, ja. Und wenn dieses Gerät der Polizei in die Hände fällt, aus gegebenem Anlass oder warum auch immer, und die finden das auch nur irgendwo in irgendeinem Zwischenspeicher oder irgendwo tief, der hat gesagt, jedes Bild ist teilweise fünfmal gespeichert oder noch öfter und da ist noch gar kein Cloud-Dienst mit inbegriffen. Und der Laie, wir Laien wissen das gar nicht, wenn wir nur einfach da die Geräte so benutzen, ja. Und das ist auch was, was man, was man sich selbst bewusst machen muss und den Kindern aber auch bewusst machen muss, ja, wenn man solche Bilder auch geschickt bekommt, ey, du bist im Moment, die Gesetzlage ändert sich da gerade auch, aber bist du im Besitz von Kinderpornografie und dann wird es einfach echt schwierig, kurz.

SPEAKER_00

Krass, also was mir gerade auffällt, also ich besitze keine kinderpornografischen Inhalte zum Glück, aber es ist jetzt einfach so, wo du gesagt hast, an wie vielen verschiedenen Stellen Fotos gespeichert sind. So, also definitiv bei mir, einmal in meiner Galerie, 10 Prozent, dann ist es noch wahrscheinlich bei Adits, also Videos, bei Adits ist es da auch gespeichert, dann eventuell bei Signal, wenn wir irgendwann mal Bilder hin und her schicken, sagen, hey, ist das okay, ne, können wir das machen. Auch schon drei Orte. Dann eventuell noch hier bei einem anderen Tool, was wir zum Schneiden benutzen. So, dann haben wir schon vier Orte und einen fünften würde ich bestimmt auch noch finden, wenn ich drüber nachdenke. Also das war so fünf.

SPEAKER_02

Aber da ging es rein um Speicherorte auf dem Gerät, ja?

SPEAKER_00

Da sind ja meine Gerät. Wir sind ja auf meinem Gerät. An verschiedenen Orten. Und das ist auch schon wieder krass und da sind wir wieder, was für Erkenntnisse ich persönlich aus diesen Gespräch war und was ich dann zum Glück dann, also danke dafür, auch an Kinder in den Kursen weitergeben kann. Also krass. Also auch die Sicht immer halt, also was da für Perspektiven immer wieder aufkommen. Und ich denke mir, hey, krass, Medienpädagog, hey, ich weiß doch alles und mir wird jedes Mal wieder klar, wie viel ich eigentlich nicht weiß. Das ist schon sehr, sehr spannend.

SPEAKER_02

Geh es mir auf permanent so, wenn ich in der Arbeit bin und dann kommen wieder so neue Sachen. Ich denke, jetzt also komm.

SPEAKER_00

Wird gern aber da direkt, weil du sagst, Klassenchats und Speicherorte. Ich werde

WhatsApp Instagram Melden Und Politik

SPEAKER_00

gerne noch eine Frage an dich, liebe Sarah. Macht es denn einen Unterschied, ob ich jetzt, oder also ich oder Eltern, ein Foto in so Familiengruppen im WhatsApp-Status oder öffentlich auf Instagram stelle? Gibt es dann einen Unterschied? Oder woraus sollten Eltern oder was sollten worüber sollten Eltern sich bewusst sein?

SPEAKER_01

Ja, also hoffentlich gibt es einen Unterschied. Deswegen, also unsere Rechtsgutachten befasst sich ja vor allem auch mit kommerziellen Accounts, weil wir gesagt haben, da ist die Kindeswohlgefährdung allein schon deswegen wahrscheinlicher, weil die Reichweite viel höher ist und weil die Kinder auch eher tatsächlich nochmal vermarktet werden. Ich tatsächlich, es hängt ja ein bisschen davon ab, hat man sein Profil auf privat gestellt oder nicht, wer folgt einem so, manchmal folgen einem ja, wenn man auf Instagram das auf privat gestellt hat, nur 100 Leute, während man bei WhatsApp, wenn man es da im Status stellt, teilweise irgendwie 300 Kontakte, wenn man die im Telefonbuch hat und dann ist noch der irgendein Ebay-Kleidanzeigenkunde von vor vier Jahren da eingespeichert oder der Handwerker, der vor fünf Jahren mal die Tür repariert hat, das kann ja ein bisschen ins Unendliche gehen. Und man weiß ja auch immer tatsächlich nicht, habe ich ja schon gesagt, wer wann was wo wie weiterleitet, ne? Also wenn man so eine Klassenchatgruppe hat, da sind, keine Ahnung, 25 Kinder sind da drin, da sind da von beiden, von jedem Kind beide Elternteile drin, das sind schon 50. Wenn das jeder einmal noch an Omas und Opas weiterleitet, jeweils vier, so, dann exponentiellt sich das ja total krass. Da kann man ja auch nicht mehr wissen, wo das Bild am Ende landet. Und Meta, also es gehört ja beides zu Meta, ne? Und Meta ist einfach nicht gut. So, das muss man leider einfach machen.

SPEAKER_00

Sagen wir regelmäßig im Podcast. Meta ist nicht gut und trotzdem sind wir alle, ne? Trotzdem.

SPEAKER_01

Ich bin leider da, ich bin auch da, ich muss ja, es ist ja auch ein bisschen behämmerlich. Ich bin ja selber bei Insta und mache da meine Kampagne, damit ich darüber aufklären kann. Muss ich da ja auch. So, aber es ist, ich hab, also ich bin sehr lange im Social Media Game, ich habe das ja auch beruflich gemacht und es wird leider immer schlimmer, muss ich sagen.

SPEAKER_02

Immer schräger.

SPEAKER_01

Immer schräger und je mehr, ja, da sitzen einfach Verrückte dran, die das machen so und es wird einfach nicht reguliert. Und es ist auch super schwer, es zu regulieren, weil es ja einfach weltweit ist. Und selbst wenn wir in Deutschland sagen würden, ja, wir möchten Kinderrechte schützen, dann hört das ja schon bei Influencern auf, die nach Dubai ausgewandert sind oder die in Österreich leben oder oder oder. Also es ist ja nicht leicht. Und zum Beispiel, es ist wirklich, Influencer kennen ja auch keine Schaben. Es gibt in, es gab in Kalifornien letztes Jahr, glaube ich, ein neues Gesetz, das gesagt hat, naja, wer seine Kinder mehr als, ich weiß gar nicht, was es war, 60 Prozent zeigt auf dem Kanal, dann ist das irgendwie Kinderarbeit und dann müssen die Kinder das Geld davon bekommen, von diesen Einnahmen. Da sind die Influencer von Kalifornien einfach ausgewandert, einfach in das nächste Bundesland gezogen, damit sie es nicht mehr machen müssen. Und wie viele auch ja auch in Dubai sind, ne, einfach um keine Steuern zu zahlen oder weil da irgendwelche anderen Gesetze gelten so, das ist natürlich schwierig. Auf ganz vielen Ebenen. Und ich, also ich frage mich auch so ein bisschen, ja, warum hat das auch wenig politisches Interesse, dass das geregelt wird, weil jetzt reden alle davon, hier Social Media Verbot für Kinder unter 14, teilweise unter 16, ich denke so, hä, das ist doch komplett krude. Also da beraubt man ihnen ja sogar noch das Recht, dass sie digital teilhaben können, was ja auch ein Kinderrecht ist. Und dann dürfen sie aber ab 14 oder 16 da raum auf diese Plattform und die ist dann total unreguliert und da passiert dann der größte Scheiß, ne? Also von bis es geht ja nicht nur um jetzt irgendwie, dass die Bilder, dass man das rechter Bild verliert, sondern auch was da an Inhalten teilweise passiert. Das ist ja schon möchte ich auch nicht, dass meine Kinder da irgendwie später landen so.

SPEAKER_02

Ja, ist denn, also mich würde jetzt nochmal interessieren, auch wie rechtsbindend dieses Gutachten ist. Also jetzt haben wir schon gesagt, ne, okay, ich kann jemanden anzeigen, wenn ich möchte, dann gibt es aber noch nicht, soweit ich jetzt verstanden habe, die entsprechenden Gesetze, die solche Dinge klar regeln, sondern man würde, wenn es zum Gerichtsprozess kommt, dann sagen, okay, es gibt ein Gutachten, das ziehen wir zu Rate und dann wird geschaut, wie man da, wie der Richter da ein Urteil fällen kann. De facto haben wir aber noch keine Gesetze oder in Deutschland, um da die Kinder zu schützen oder wo ganz deutlich ist, Szenario X, Y, Z, all das ist Kindeswohlgefährdung per Gesetz. Ja doch, also wir haben ja schon die Gesetze, die es auch gibt.

SPEAKER_01

Oder wolltest du noch weiter fragen?

SPEAKER_02

Das wäre das eine und was sich jetzt auch seitdem das Rechtsgutachten besteht, tatsächlich auch geändert hat, das würde mich noch interessieren.

SPEAKER_01

Genau, also wir haben ja auch Gesetze aufgeführt, die es schon gibt, wie die DSGVO oder eben die UN-Kinderrechtskonvention, wobei die UN-Kinderrechtskonvention, das ist auch so ein bisschen, ja, gibt es irgendwie seit 50 Jahren, aber ist noch nicht im Grundgesetz verankert. Da arbeiten wir auch dran. Also es gibt schon Grundlagen und es gibt ja auch das Jugendarbeitsschutzgesetz, das ja eigentlich auch Anwendung finden müsste, aber eben dann nicht findet oder weil auch keine Kapazitäten da sind und es nicht kontrolliert wird. Und das, also es hängt ja so ein bisschen vom Fall ab, ja. Wir haben ja gesagt, okay, es kann auch Kindeswohlgefährdung sein, das könnte man ja anzeigen oder kann man anzeigen beim Jugendamt. Das hängt natürlich dann immer von der Schwere ab, was dann die Folgen sind. Also in der Regel würde das nicht dazu führen, dass man Influencer und die Kinder wegnimmt, weil so schwer wie ist es nicht. Und das würde natürlich, also es ist ein großes, ist ja eigentlich ein schweres Vergehen sozusagen, immer ja auch. Aber es wäre schwer oder ist es schwer zu sanktionieren, weil es auch keine Umsetzungsmöglichkeiten gibt sozusagen. Und es ist ja auch die Frage, was soll man da machen? Soll man jetzt alle Influencer anzeigen? Das ist ja auch kein Ding. Deswegen haben wir auch gesagt, das soll ja einfach nur zeigen, wie problematisch das ist und dass es wirklich tatsächlich mal angegangen werden müsste, damit sich nochmal andere Gesetze ändern. Und da sind wir tatsächlich jetzt dran. Also ich habe ja schon gesagt, ich war in einer Kinderrechtskommission, äh Kinderkommission damit. Und genau, da werden jetzt ein paar Dinge angestoßen, aber ja, es sind halt politische Prozesse, dauern ewig und das Jugendarbeitsschutzgesetz soll aber angefasst werden. Da sind wir schon einen Schritt weiter. Ich kann jetzt nicht genau sagen, wie weit jetzt die Diskussionen da auf Bundesebene sind. Ich frage regelmäßig über meinen Politikerinnen, mit denen ich da im Austausch bin nach, aber ja, es ist ja auch, dauert halt auch lange. Aber das tatsächlich, also Kinderarbeit an sich, die könnte man ja anzeigen, weil da gibt es ja schon ein Gesetz sozusagen. Da gibt es ja auch schon, ja, es gibt ja auch Influencer, die schon bestraft wurden dafür. Aber auch da denke ich immer so, ja, es sind halt wenige Einzelfälle und man müsste es halt einfach besser umsetzen. Also ich weiß noch, dass es, wie lange ist das jetzt her? Sechs Jahre vielleicht, als dieses große Diskussion gab um Werbekennzeichnungen auf Social Media oder bei Influencern und alle haben rumgetrötet, das kann man gar nicht und was ist, wenn ich aber einfach nur irgendwas vertagen will, wo ich jetzt privat bin. Und dann kam es und dann haben sich ja doch alle dran gehalten. Also wenn es dann endlich dieses Gesetz gibt, dann würde auch die Umsetzung flächengreifend sozusagen flächendeckend um sich greifen und das ist ja unser Ziel damit. Genau. Aber, also was auch total cool ist, dass das Rechtsgutachten halt auch so Einzug hält mittlerweile in Jugendämter oder so Leute, die irgendwie mit pädagogischen Fachkräften zusammenarbeiten und die einfach auch nochmal sensibilisierter werden dafür, weil auch die im Jugendamt natürlich, das ist ja nicht jeder irgendwie auf Instagram total aktiv oder kennt sich mit dem Thema Kinderrechte jetzt total im speziellen, im digitalen Raum super gut aus. Und ja, das muss sich natürlich auch irgendwie noch wandeln, dass da so ein bisschen mehr einfach Aufklärung betrieben wird, ne?

SPEAKER_00

Ja, das ist richtig gut, weil was mir gerade eingefallen ist, hey, wir können das einfach auch über Instagram teilen. Das ist so. Spätestens nach der Folge, also auch da, es kommt definitiv auch eine Verlinkung zu dem Rechtsgutachten hier unter oder in die Podcast-Shownotes rein, definitiv. Und du hast vorhin noch von einer anderen Studie gesprochen. Ich war leider so in dem Thema drin und so aufmerksam, dass ich vergessen habe, mir zu notieren, welches es war.

SPEAKER_01

Ja, das war ganz witzig tatsächlich, weil wir unsere Jahr im Dezember 2024 veröffentlicht haben.

SPEAKER_03

Ja.

SPEAKER_01

Und der Desom, auch eine Kinderrechtsorganisation, hat wirklich, ich weiß, eine Woche vorher oder so, ohne dass wir voneinander wussten, eine Studie veröffentlicht zu Kinderarbeit oder ein Kinderarbeitsreport, der kommt einmal im Jahr und dieses Mal war, oder in dem Jahr war aber der Schwerpunkt tatsächlich Family Influencing und die haben auch darin nachgewiesen, dass es tatsächlich Kinderarbeit ist.

SPEAKER_00

Genau, kannst du mir oder uns in dem Fall den Link irgendwie danach nochmal per E-Mail schicken. Im Optimalfall nach der Aufnahme, weil die Folge kommt nämlich morgen schon raus. Also wir haben uns extra Platz gelassen, ja, dass die morgen direkt erscheint, weil es einfach viel zu ein wichtiges Thema ist. Genau. Das wäre super lieb, wenn du das noch machen würdest. Aber wir haben jetzt viel über das Recht Gutachten gesprochen. Ich möchte aber nochmal ganz konkret auf so, also nicht jeder ist Family Influencer, da muss man auch ganz ehrlich sagen, der größte der Eltern, die uns zuhören, sind normale Eltern, also folgen. Und da würde ich einmal noch gerne wissen, weil ich begegne oft der Frage in Vorträgen oder Nachvorträgen, wenn so, ja, aber was mache ich denn jetzt, wenn die Großeltern oder Freunde Fotos von meinem Kind machen und die ungefragt teilen, wie, also was können wir den Eltern mit an die Hand geben? Oder was würdest du den Eltern mit in die Hand geben? Wie kann man da am besten drüber sprechen? Also worauf sollten sie achten?

SPEAKER_01

Ja, ich würde das ansprechen, einfach und sagen, ich möchte das nicht so gerne oder ich würde auch vielleicht die Kinder ermutigen, das einfach auch selber zu machen, wenn die schon alt genug sind und sich trauen, einfach zu sagen, nee, ich möchte nicht, dass ein Bild von mir geteilt wird. Und ich habe eigentlich noch nie erlebt, dass das Leute nicht verstanden haben. Also die meisten sagen, ja stimmt, oder habe ich nicht drüber nachgedacht oder okay, die so im privaten Rahmen wird das weniger kritisch gesehen, sag ich mal, als Influencer so auf mich reagieren. Also da, das ist auch wirklich, also da müsste man eine eigene Podcast-Folge zu machen, was ich da schon an Reaktionen erlebt habe.

SPEAKER_00

Du bist herzlich wieder eingelernt, falls du es machen möchtest. Ein Follow-up machen.

SPEAKER_01

Ja, also es ist wirklich, teilweise schicken mir dann meine Follower Bilder, also Storys von Influencern und ich will dann draufklicken und sehe so, ach, ich bin geblockt und ich kenne die Influencer gar nicht, muss aber nach und wissen lassen. Da habe ich noch nie von gehört und die haben anscheinend von mir gehört und das denke ich auch so, ey, offensichtlich weißt du ja, dass das, was du machst, nicht gut ist und anstatt in dein Verhalten zu reflektieren und das vielleicht nicht mehr zu machen, blocken die mich, damit ich davon nichts mitbekomme.

SPEAKER_00

Also so spannend, also so klein scheint es ja doch nicht zu sein, der Account, ne? Also wenn wir nicht.

SPEAKER_01

Ja, denke ich auch mal, ich hab wahrscheinlich viele heimische Follower, die immer meine Storys gucken und aber mir nicht folgen, weil sie Angst haben, entdeckt zu werden.

SPEAKER_00

Also wir sind jetzt schon so fast am Ende angekommen, wir sind so am Stundenlimit fast. Viola, hast du noch eine Frage an Sarah, weil sonst habe ich die Abschlussfrage nämlich parat, die glaube ich jedes Elternteil gerne wissen möchte.

SPEAKER_02

Ja, ich weiß, darfst du gleich. Also eine Frage habe ich jetzt tatsächlich noch, wie ist jetzt damit, also wann du hast gesagt, das Rechtsgutachten kam jetzt, wurde jetzt final veröffentlicht, 2025, richtig? 24, im Jahr. 24. Ah, okay, ich dachte 24 war die Petition. Nein, okay. Und erkennst du denn, dass sich was verändert hat oder auch das, wie geht es weiter? Also du hast jetzt schon gesagt, du bist mit Politikerinnen oder Politikern in Kontakt und hagst da weiter nach. Also so ein bisschen, welche Konsequenzen hat das jetzt dann, sowohl auf rechtlich-politischer Ebene, aber auch wer weiß davon. Also ich muss zum Beispiel ganz ehrlich sagen, bevor Steven mir davon erzählt hat, habe ich nichts gewusst davon, obwohl ich in dem Bereich tätig bin seit vielen Jahren. Und wie kriege ich sowas mit als allgemein normalsterblicher Mensch?

SPEAKER_01

Genau, ja, ja, was heißt, also das Rechtsgutachten ist natürlich nochmal so ein bisschen spezieller. Ich glaube jetzt nicht, dass jeder dieses Rechtsgutachten über 80 Seiten lesen muss. Da helfen natürlich mehr so Podcasts wie eure, die das irgendwie verständlich rüberbringen, weil das schon sehr juristisch ist. Genau, und wir gucken aber tatsächlich, dass wir das verbreiten auch in Jugendämtern, dass wir Vorträge halten tatsächlich, also ich alleine, ich meine, ich mache alles ehrenamtlich, für mich ist das auch schwierig so, weil ich ja nebenbei, also nebenbei, eigentlich arbeite ich ja auch noch viel. Und ich habe auch zwei Kinder und ich kann jetzt nicht Vollzeit dieses Rechtsgutachten überall verbreiten, aber das Deutsche Kinderiswerk ist natürlich auch total da mit dran und die halten auch nochmal Vorträge. Ja, genau. Und wir versuchen das halt so gut es geht im politischen Kreis zu verbreiten. Und die sind natürlich auch politisch nochmal krasser vernetzt als ich. Deswegen ist das total gut gewesen, dass die da auch mit dran mitgewirkt haben, weil die ja auch nochmal eine andere Perspektive hatten, zum Beispiel auf den Gesamtbereich von Kinderrechten. Also ich, klar, ich mache das jetzt lange und ich habe ja auch in einer Organisation gearbeitet und ich kenne mich dann vielleicht ein bisschen besser als die mit Social Media aus und dem ganzen Influencer-Bereich. Aber die eben halt mit Kinder rechnen. Und das war total super, diese Zusammenarbeit. Und ich bin total dankbar, dass es auch immer noch so ist. Also wir, das ist ja schon eine Weile her, aber wir sind immer noch im engen Austausch und oft bei gemeinsamen Veranstaltungen und so und auch zum Beispiel im Ausschuss mit den Landesmedienanstalten, die da auch total den Fokus drauf haben und auch mal gucken, was sich in dem Bereich tut. Aber ja, es ist, glaube ich, noch ein, es ist noch ein Stück.

SPEAKER_02

Die Umsetzung hapert immer, es ist immer so eine, die Mühlen waren dann langsam.

SPEAKER_01

Ja, genau, und das nervt mich auch total, weil ich bin halt auch leider ein sehr ungeduldiger Mensch und hätte gerne schon nach einem halben Jahr einen Gesetzentwurf gehabt. Aber ich muss sagen, dass ich ja schon merke, dass ich total die Aufmerksamkeit immer noch hoch ist. So, ich gebe wirklich viele Interviews, viele Podcast-Einladungen, was total gut ist, weil das natürlich sich dann ja auch unter den normalen Leuten verbreitet in Anfang gespringen. Und die, ja, ist ja so, also wenn die jetzt, wenn keiner mehr, also wenn alle Influencer, Family-Influencer kritisch sehen, dann folgt denen keiner mehr oder kommentiert mehr kritisch und dann haben sie irgendwann auch keine Geschäftsgrundlage mehr. Das ist tatsächlich auch so ein Punkt, ne? Also nicht diesen Leuten zu folgen oder auch trotzdem versuchen, diese Inhalte zu melden bei den Landesmedienanstalten oder beim Deutschen Werberat, wenn einem sowas auffällt und man Kapazitäten dafür hat. Genau. Und ganz oft habe ich auch schon gedacht, naja, also es ist ja schon so, dass politische Prozesse manchmal so ein bisschen hinterher sind, auch wenn sich eigentlich die gesellschaftliche Meinung dazu schon mehr oder weniger gewandelt hat. Also das heißt natürlich nicht, dass ich nicht trotzdem die Gesetze kommen müssen, aber ich meine, wie lange ist das her, dass man offiziell keine Kinder mehr schlagen darf? Das ist glaube ich Anfang der 2000er überhaupt erst ins Gesetz gekommen, wie krass das eigentlich ist. Und es passiert immer noch. Und es passiert noch immer noch Immer noch, auch viel zu viel so, aber eigentlich war in den 80er Jahren ja schon klar, das hat man nicht mehr öffentlich gesagt, wenn man das gemacht hat. Also keiner hätte da gesagt, ich habe mein Kind richtig vermögelt, also das ist keiner. Ich glaube, da könnte die Gesellschaft auch mit gutem Beispiel schon vorangehen und dann würde ja auch der Druck gewachsen auf die Politik, dass man da hinterher muss mit Gesetzen. Darauf hoffe ich tatsächlich so ein bisschen. Aber auch da, also ich bin auch optimistisch gewesen und jetzt merke ich auch zunehmend so, wird nicht einfacher, ne? Wird nicht einfach. Ja, nee, also ja, es tut mir schon in der Seele weh, dass wir einen Kanzler haben, dem einfach Kinderrechte komplett egal sind und der da gar keinen Blick für hat und das wird nicht besser werden. Und wenn jetzt auch noch die AfD so stark wird, dann wird es noch schlimmer. Das muss ich leider sagen. Und ja, ich hoffe, dass tatsächlich auch so die Wahlentscheidung so ein bisschen Richtung Kinderrechte. Das habe ich da auch mal bei der letzten Wahl noch so einen Slide zu gemacht, wer hat Kinderrechte auf dem Schirm und wer nicht. Und da kann ich auch nochmal dran appellieren zu gucken, was schreiben die Parteien in ihre Wahlprogramme. Also ja, bei einigen kommt das Wort Kinderrechte gar nicht drin vor. Das sagt ja auch schon einiges aus, ne?

SPEAKER_00

Mir ist gerade noch eine Sache in den Kopf gekommen, als du gesagt hast, also das Geschäftsmodell den Influencern oder Influencerinnen nehmen. Weißt du, ich habe es nämlich gerade nicht auf dem Schirm, ob es bei der Meldefunktion von Content einen Reiter gibt, wo es um Kindeswohlgefährdung geht oder Kinder, was auch immer, gibt es da schon sowas?

SPEAKER_01

Das nervt mich auch jedes Mal, dass man, werde ich auch ständig gefragt, ja, ich will die Story melden, ich weiß gar nicht wo, da muss man irgendwie blöd über Umwege gehen oder das irgendwie unter Mobbing fallen lassen oder so, aber in der Regel, also ich habe selten, also eigentlich nie erlebt, dass dann die Story weg war. Also wenn die Story weg war, dann, weil sich so viele Leute dann bei der oder dem Influencer beschwert haben und dann haben die das irgendwann selber runtergenommen, weil sie keinen Bock mehr hatten auf Kritik. Ja, also gibt es nicht. Ich weiß, dass es bei YouTube eigentlich steht da in den Nutzungsbedingungen, dass man keine Kinderzimmer-Touren machen darf, aber die gibt es halt trotzdem online, also die auch nichts. Ja, und ich denke auch so, die haben ja gar kein Interesse daran. Also ich meine, die könnten ja auch, gerade mit KI könnte man halt super viel vorher aussortieren. Man kann ja zum Beispiel nicht mal eine nackte weibliche Nippel hochladen. Aber nackte Kinder kann man halt hochladen. Und das könnte Instagram ja automatisch auch erkennen und sagen, ah, es ist ein nacktes Kind, lasse ich gar nicht erst zu. Passiert aber nicht.

SPEAKER_00

Okay, spannend. So viele Themen, okay, nee, wir nehmen uns die Zeit dafür. Wenn du noch zwei, drei Minuten hast, Lara, wenn das was okay ist. Weil ich überlege gerade, okay, wo kann man bei den Plattformen ansetzen? Also was ist der größte Hebel, um die unter Druck zu setzen, dass so ein Button kommt? Oder wo müsste man ansetzen, dass so ein Button kreiert wird? Also wo einfach mal den Support anschreiben oder so. Hast du ja eine Idee? Ja, oder versuch schon mal, ich weiß es nicht.

SPEAKER_01

Ja, ich bin mit manchen Leuten von Meta mal in Kontakt gekommen auf so Veranstaltungen, aber das sind natürlich auch jetzt nicht Leute, die so ganz oben sitzen und also ich glaube, mein subjektiver Eindruck ist eigentlich, dass das ja nicht, das ist ja kein demokratisches Unternehmen, möchte ich mal so formulieren. Da sitzt halt einer an der Spitze, der das alles irgendwie durchreguliert und der hat da halt einfach keinen Bock drauf. Und so ist es halt einfach. Das sind ja Leute auch, keine Ahnung, ist auch wie Trump, das interessiert ihn ja überhaupt nicht. Da könnte die politische Meinung nicht, die Mitsprache nicht, Kinderrechte nicht. Und ich glaube, das ist schwierig tatsächlich. Also wenn es da nicht sozusagen nationale Gesetze gibt, die sagen, ja, unter den und den Bedingungen darf das oder muss das passieren oder muss es einen Melde-Button geben, sonst gibt es diesen Account oder diese Plattformen in unserem Land nicht mehr, dann wird da glaube ich wenig passieren. Das ist schwierig. Finde ich super schwierig, da anzugreifen. Bin ich auch echt schon ein bisschen sonst verzweifelt, weil ich denke, das wird ja alles gar nicht besser. Und auch, ja, die kleinen, diese lächerlichen Strukturen, die sie jetzt versuchen, da einzuführen, zu Teenkonten, das macht ja alles irgendwie einfach nur noch schlimmer als besser und kann ja auch total schnell umgangen werden.

SPEAKER_00

Also es ist ja schwierig. Ich war letzten Dezember bei der Initiative, ich glaube, D21, oder Deutschen 21, also die beschäftigen sich ganz viel mit Kinderschutz, Digitalisierung. Und da ging es auch darum. Da war der Doktor, Professor Gabriel Rüdiger, ich weiß gar nicht, wie spricht man den immer aus? Wie oder hört es mir?

SPEAKER_02

Gabriel Rüdiger.

SPEAKER_00

Dankeschön. Er saß mit bei, dann gab es jemanden von, oh, ich weiß gar nicht, Telekom, Schulleitung, YouTube, Google, was auch immer. Und die haben ganz hin und her diskutiert, wer ist denn verantwortlich, ne? Politik und wo wollen sie sich treffen und so. Super hitzige Diskussion gewesen, super spannend. Jetzt habe ich vergessen, wo ich damit hinwollte.

SPEAKER_01

Hatten Sie eine Lösung dafür? Nee, schade.

SPEAKER_02

Hätte mich jetzt interessiert. Also ich habe gerade nochmal, jetzt, während ihr gesprochen habt, habe ich gerade nochmal reingeguckt. Ich wäre jetzt auf so einen Beitrag gegangen, wo ein Baby drin ist und habe mal geguckt, was ich auswählen kann, wenn ich auf melden gehe. Also, ich meine, unten als unterstes kommt als rechtswidrig melden. Das ist rechtswidrig. Ja, kann man versuchen. Verletzen von Rechten am geistigen Eigentum.

SPEAKER_01

Ist ja nicht geistig. Ja, schwierig. Also ich meine, ich konnte ja nicht mal meinen eigenen Fake-Account melden. Das war ja schon nicht erfolgreich. Und immer wenn ich es versucht habe bei solchen Sachen, das eigentlich nicht.

SPEAKER_00

Aber eigentlich, ich weiß, bei Instagram gibt es einen Button, wo steht, gibt sich als eine andere Person aus.

SPEAKER_01

Genau. Das habe ich versucht, wurde nicht erkannt. Oder einmal wurde es kurz gelöscht und dann warst du zwei Stunden später wieder da.

SPEAKER_00

Schade.

SPEAKER_02

Also bei mir hat es zweimal geklappt. Ich hatte das auch schon, ich glaube, zwei oder dreimal, aber dann musst du ja auch erst mitbekommen. Und ich habe das von meiner Followerschaft dann bekommen, hey, guck mal, Juda, irgendwas stimmt da nicht, das bist doch nicht du.

SPEAKER_00

Seit wann verkaufst du Kryptos?

SPEAKER_02

Weiß ich nicht mehr. Und erst dann bin ich ja aufmerksam geworden darauf. Also ich suche mich ja auch nicht ständig da irgendwie und gucke, ob es irgendwelche Fake-Accounts gibt von mir. Und die müssen ja dann vielleicht noch nicht mal in meinem Namen sein und dann mit meinem Bild und Videomaterial. Also, ne, du musst es erstmal mitbekommen und dann musst du es. Also in diesen Fällen ging es relativ schnell. Ich hatte es aber auch dann geteilt und alle aufgefordert, dass sie auch mitmelden sollen. Und dann war das nach ein paar Tagen schon weg. Aber ich kenne es auch so, dass es lange dauert oder gar nicht verschwindet.

SPEAKER_00

Ja. Oh Mann, ich merke schon eigentlich, ich glaube, es könnte eine Follow-up-Folge geben. Ich bin mir, also ich habe so das Gefühl, aber ich würde die Folge einmal gerne rund machen, weil wir ja wirklich viel über Kinderfotos gesprochen haben. Und einmal, bevor ich die Abschlussfrage stelle, die ist zweiteilig übrigens, liebe Sarah.

SPEAKER_03

Bin ich gespannt.

Erkenntnisse Empfehlungen Und Abschluss

SPEAKER_00

Viola, was ist denn erstmal so deine Erkenntnis jetzt aus der Folge? Was nimmst du aus dieser Folge mit?

SPEAKER_02

Ich war schon dankbar, dass du dieses Thema an mich herangetragen hast, weil ich habe es gerade gesagt, ich habe nichts davon gewusst und ich habe mir das Rechtsgutachten dann auch durchgelesen, nicht komplett in Gänze, weil es lange. Aber ich habe es, ich finde es, nein, das war überhaupt gar nicht, es ist wichtig, ich finde es unfassbar wichtig und ich habe mich riesig gefreut darüber, dass das was passiert. Also ich mache die Arbeit schon jetzt sechs, sieben, acht Jahre. Und als ich gestartet bin, da haben wir gesagt, wir haben das ein Vogel und so, und das kannst du nicht. Und diese ganze Aufklärung, was soll das schon bringen? Und du kannst ja nicht den Leuten irgendwas vorschreiben und so. Und ich bin unfassbar dankbar, dass sich auf so vielen Ebenen seither so vieles bewegt hat und weiterhin bewegt. Und jetzt einfach von dir nochmal zu hören, auch was sich politisch tut, das ist nicht mein Steckenpferd. Ich bin in der Arbeit ganz an der Basis mit den Eltern gerne und mit den Fachkräften. Aber das jetzt einfach zu erleben, was sich politisch tut, was sich rechtlich auch tut, da bin ich unfassbar dankbar für. Und da hatte ich jetzt viele Erkenntnisse nochmal und bin dankbar, dass du hier warst und das mit uns geteilt hast. Und auch ich gehe da nochmal jetzt mit neuen Impulsen raus. Vielen Dank, Sarah.

SPEAKER_00

Ja, sehr schön.

SPEAKER_02

Das freut mich ja sehr.

SPEAKER_00

Ja, also jetzt muss ich mal gestehen, ich war so ein bisschen aufgeregt vor dieser Folge. Es hat sich dann im Laufe der Folge so ein bisschen gesenkt. Ja, nee, nee, wir haben noch nie ein Hemd an.

SPEAKER_01

Und ich habe gerade noch gedacht, ich dachte so, krass, das passt ja voll gut zu deinen Augen farblich. Oh, da geht es gespannt. Gefällt mir gut.

SPEAKER_00

Also ich habe auf jeden Fall aus der Folge mitgenommen, Bilder werden viel häufiger an mehreren Orten auf meinem Handy gespeichert, werde ich jetzt wieder ein bisschen achtsamer sein. Aber ich habe natürlich auch ganz viele andere Sachen mitgenommen und zwar auch, die du so gesagt hast, Sarah, die ich natürlich jetzt auch auf den Elternvorträgen den Kindern mitgeben werde. Und auch nochmal ganz andere Ansätze, die ich dadurch fahren kann, also ganz andere Grundlagen. Und das, ja, vielen Dank auf jeden Fall dafür. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächste Folge. Aber wir sind ja sehr pragmatisch orientiert auch hier im Podcast und deshalb würde mich einmal gerne wissen, was wären so die wichtigsten Empfehlungen, zwischen 1 und 3, such dir welche aus, die du Eltern mitgeben kannst. Also wie können Familien gute Regeln für Kinderfotos im Netz finden?

SPEAKER_01

Ja, ich muss leider sagen, einfach keine posten. Also öffentlich. Mike Drop aus Ende fertig. Genau, einfach keine posten. Einfach lassen. Einfach lassen. Ja, leider schon.

SPEAKER_00

Spannend. Okay, die zweite Frage.

SPEAKER_01

War eine kurze Antwort.

SPEAKER_00

Ja, richtig.

SPEAKER_02

Eine kurze gute Antwort, das haben wir auch abfinden.

SPEAKER_00

Und die zweite Frage habe ich mir so ein bisschen abgeguckt. Ich weiß, du bist nicht dein größte Fan, das hast du mir irgendwann mal erzählt von Matze Hilscher. Ich höre trotzdem seinen Podcast ab und.

SPEAKER_03

Hast du laut gewartet, oh Gott.

SPEAKER_00

Nein, ach, anband. Ist ja okay. Aber in seinem Podcast stellt er mal so eine Abschlussfrage. Wenn du auf dem Berliner Alexanderplatz eine riesen Plakatwand hättest, was würdest du darauf schreiben?

SPEAKER_01

Keine Kinderbälle ans Netz.

SPEAKER_00

Also ich hebe gerade die Hände hoch. Sehr gut. Ja, nein, super, vollkommen richtig. Ja, vielen, vielen Dank, liebe Sara, dass du da warst. Viola, es war mir wie immer eine Freude. Und mit den Worten, gibt es noch, möchtest du noch irgendwas zum Abschluss sagen? Einer von euch. Viola, Sarah.

SPEAKER_02

Ich habe schon gesagt, Sarah, vielleicht.

SPEAKER_01

Ja, ich bedanke mich auf jeden Fall für die Einladung. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit euch, auch wenn wir über ein ernstes Thema gesprochen haben. Finde ich super, dass ihr das nochmal so aufgreift. Und ja, vielleicht bringt es ja auch nur eine Person zum Nachdenken. Das wäre ja schon super.

SPEAKER_00

Super. Vielen, vielen Dank und allen anderen einen wunderschönen Tag noch. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.