Matthias Zehnders Wochenkommentar

Was James Bond besser wusste als alle Experten

Matthias Zehnder Season 6 Episode 9

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In den letzten Tagen habe ich mir mal wieder einige alte James-Bond-Filme angeschaut: Netflix hat alle Filme digital restauriert verfügbar gemacht. Einige der alten Filme sind heute kaum mehr auszuhalten. Es dauert ewig, bis die Handlung in die Gänge kommt. Die Filme wimmeln nur so von Clichés und Bond ist aus heutiger Sicht in den frühen Streifen sexuell arg übergriffig. Spannend ist dagegen, wie die Filme sich die Technik der Zukunft vorstellen. Darunter rührende Inszenierungen des Weltraums und von angeblichen Superwaffen. Zum Schmunzeln haben mich erstaunlich präzise Vorwegnahmen gebracht, etwa vom Funktelefon und der Satellitennavigation im Auto. Und dann ist mir zweimal wirklich die Kinnlade runtergefallen: In einigen frühen Filmen finden sich Auseinandersetzungen mit Themen, die uns genau wie beschrieben heute beschäftigen. Ich habe mich gefragt, wie es sein kann, dass der olle Bond (respektive seine Drehbuchschreiber) die Zukunft so genau beschreiben konnten. Die Antwort ist spannend: Wenn es um die Zukunft geht, sind Logik und Expertenwissen, alles Extrapolieren und Prognostizieren, weniger nützlich als eine uralte Denkform, die tief in unseren Gehirnen verankert ist: das narrative Denken. Ich zeige Ihnen diese Woche, wie das geht, und habe Ihnen auf meiner Homepage auch ein kleines Denkwerkzeug dafür bereitgelegt. 

Matthias Zehnder ist Autor und Medienwissenschaftler in Basel. Er ist bekannt für inspirierende Texte, Vorträge und Seminare über Medien, die Digitalisierung und KI.
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