Die Racer Couch
Über alle Sorgen rund um´s Motorradfahren, die bisher total tabu waren.
Jeden Sonntag neu!
Als Ex-Racer und Mentaltrainerin kümmere ich mich hauptberuflich um Hobby- und Profi Motorradfahrer, da ich selbst in meinen mehr als 10 Jahren Rennsport mit einigen Dingen gekämpft habe. Der Kopf fährt Motorrad - das ist uns allen mittlerweile klar. Aber warum tun wir so, als müssten wir auf dem Motorrad einfach "funktionieren"? Dieser Sport ist so emotional und wir alle lieben ihn so sehr, also lasst uns über alle Facetten sprechen. Es gibt hier keine Tabu-Themen!
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Die Racer Couch
Ep. 53: "3 Visualisierungstechniken zum Sofort-Anwenden"
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Die Racer Couch, der Motorrad-Podcast. Episode 53. Drei Visualisierungstechniken zum Sofort anwenden. Mit mir, Stefanie Menzel. Hallo ihr Lieben, herzlich willkommen auf der Racer Couch. Ich möchte gerne wieder ein paar Episoden machen, die mehr technisch sind. Dinge, die ihr sofort anwenden könnt, die euch sofort irgendwie etwas lehren im allerbesten Fall, die ihr sofort auf dem Motorrad benutzen könnt. Und das hier soll auch so eine Episode sein. Und was könnte wichtiger sein im Mentaltraining als Visualisierungen? Das ist natürlich eine rhetorische Frage. Aber Visualisierungen sind extrem wichtig. Und mit Visualisierungen können wir ganz, ganz, ganz viel Verschiedenes anstellen, auf verschiedenen Ebenen wirken, verschiedene Dinge tun und so weiter und so fort. Deswegen habe ich mir überlegt, drei Visualisierungstechniken sind für mich die gängigsten, die ich selber benutze, die ich meinen Klienten beibringe und mit denen man ganz, ganz viele Bereiche abdecken kann. Deswegen. Aber bevor wir da rein starten, würde ich gerne nochmal so ein kleines bisschen ausholen, weil ich würde die Visualisierungen gerne einmal so in den Kontext meines Konzeptes einordnen, quasi. Denn es gibt ja, wie ich immer so schön sage, die oberflächliche Ebene des Mentaltrainings und die tiefer gehende Fläche-Ebene des Mentaltrainings. Und das ist, sage ich mal, das hilft natürlich, um das so ein bisschen zu veranschaulichen, warum jetzt sowas wie das Racer-Ich eher tiefgehend ist und warum Visualisierungen eher oberflächlich sind, ist aber natürlich A keine Wertung und B etwas eindimensional. Im Grunde hat Mentaltraining oder eben mentale Arbeit, wenn wir jetzt nicht ganz speziell Mentaltraining als eine bestimmte Technik betrachten wollen, sondern die mentale Arbeit als etwas sehr, sehr Vielschichtiges betrachten wollen, dann müssen wir natürlich so ein bisschen unterscheiden, wo stehen wir gerade, auf welcher Ebene befinden wir uns, welche Ebene ist gerade hilfreich, welche können wir anwenden und welche hat jetzt gerade in dem Moment, wo ich stehe, den größten Nutzen für mich. Das sind natürlich ganz schön viele Fragen, aber es sind irgendwo wichtige Fragen. Weil ich sage mal so, es gibt für mentale Arbeit so Sachen wie Reaktion und Konzentration. Das sind ja Bällefangen, Augenbewegungen, Reaktionstests, so eine Sachen. Das schult dich natürlich irgendwo in deiner Reaktion und in der Art und Weise, wie deine Auge-Hand-Koordination funktioniert und kann dich kurz vorm Rennen oder so halt auch mental irgendwie wach machen. Wie ein guter Schluck Kaffee, so ungefähr. Aber das ist so, sage ich mal, die alleroberste Ebene von mentaler Arbeit. Die ist deswegen nicht weniger wertvoll oder weniger hilfreich, das will ich damit nicht sagen. Aber es gibt Dinge, die gehen sehr, sehr, sehr viel tiefer. Arbeit mit dem Unterbewusstsein in erster Linie. Und das tun Visualisierungstechniken auch. Und deswegen wollte ich da nochmal so eine Differenzierung irgendwo reinbringen. Weil Visualisierungen, das ist nicht einfach nur, ich stelle mir irgendwas vor und dann passiert das auf magische Art und Weise, sondern das macht ganz, ganz doll was mit uns. Die Dinge, die wir in unserem Kopf produzieren, die machen was mit uns. Und das zu verstehen, ist ganz wichtig, weil ich sag mal so, es gibt ja auch so Menschen, wie ich früher auch einer war. Wir haben ständig so Katastrophenszenarien im Kopf. Irgendwie, wir stellen uns immer vor, dass wir jetzt irgendwie in einen Streit geraten mit irgendjemandem, dass irgendwas nicht funktioniert, dass irgendwas nicht klappt, dass irgendwas schief geht. So Katastrophenszenarien entstehen bei uns relativ schnell und relativ eigenständig im Kopf. Und das liegt eben daran, weil unser System auf eine Art und Weise geprägt wurde und wir uns dem so ein bisschen ergeben haben irgendwo. Wir müssen uns erstmal darüber bewusst werden, dass wir unser System, der eben unser Kopf plus unser Körper ist, dass wir dieses System steuern können zu unserem Vorteil. Weil wenn wir solche Katastrophenszenarien zum Beispiel im Kopf haben und immer irgendwie Streitgespräche in unserem Kopf führen oder davon ausgehen, dass irgendwer uns enttäuschen, verletzen, verraten wird oder sonstiges, das beeinflusst uns ganz doll negativ unsere Stimmung, unseren Hormonhaushalt, sprich ganz viel Cortisol wird ausgeschüttet, das Stresshormon unter anderem. Und wir gehen mit einer Haltung durchs Leben, dass wir diese Katastrophen eben erwarten. Wir erwarten, dass das auch so passieren wird. Und wir gehen oft eben auch so auf andere Menschen zu. Und deswegen ist es überhaupt nicht irrelevant oder unwichtig oder nebensächlich, was in unserem Kopf passiert, sondern es ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr relevant. Und wir sind dem nicht hilflos ausgeliefert. Wir stehen dem nicht hilflos gegenüber und sind dem Ganzen machtlos ausgeliefert eben, sondern wir können beobachten, was in unserem Kopf passiert. Und wir können sagen, will ich das oder will ich das nicht? Ist es gerade hilfreich oder ist das gerade nicht hilfreich? Und an den Punkt muss man natürlich erstmal kommen, dass man sagt, okay, ich will jetzt irgendwie Visualisierungen aktiv benutzen und damit aktiv was an meiner Denk- und Verhaltensweise verändern. Aber, also um nachhaltig irgendwie Spaß an dieser Technik zu haben. Man kann aber auch natürlich einzelne Techniken anwenden, ohne jetzt da einen Kopfsprung ins eigene Unterbewusstsein zu machen. Aber es ist immer gut zu verstehen, wie diese Technik wirkt, damit wir sie eben auch gezielt anwenden können. Damit wir nicht irgendwie dann so einen Überraschungseffekt haben und feststellen, da ist jetzt eine Veränderung, mit der haben wir gar nicht gerechnet oder die haben wir so gar nicht irgendwie antizipiert oder was auch immer. Und es liegt eben daran, dass unser Unterbewusstsein nicht unterscheiden kann zwischen dem, was wir wirklich durch unsere eigenen Augen sehen und dem, was wir in unserem Kopf produzieren, den Bildern, die wir aktiv selber in unserem Kopf produzieren. Dazwischen kann unser Unterbewusstsein nicht differenzieren. Das ist ganz, ganz spannend. Und das Unterbewusstsein speichert das, was wir entweder, was wir sehen in der Realität, und unser Hirn selektiert ja auch extrem. Das kann man vielleicht auch nochmal in einer anderen Episode ausführen. Und es speichert eben auch das, was wir visualisieren, was wir an Bildern in unserem Kopf produzieren. Und genau das ist, was wir auch fürs Motorradfahren haben wollen. Weil die erste Technik sind Trainingsvisualisierungen. Und ich bin ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, ob das der offizielle Begriff ist. Mein ich wirklich ernst. Keine Ahnung, das ist der Begriff, den ich benutze. Aber es wird mit Sicherheit auch andere Begriffe dafür geben. Aber ich nenne sie Trainingsvisualisierungen. Und das sind alle Visualisierungen, in denen wir Abläufe mental üben, in denen wir das Motorradfahren mental üben, indem wir, wie gesagt, neue Abläufe, neue Handlungen, neue Gewohnheiten etablieren wollen. Alles, was wir in der Realität leichter umsetzen können wollen, das können wir mental trainieren, indem wir eine Trainingsvisualisierung machen. Das ist die allererste Technik, die ich erklären will. Die zweite Technik sind Erfolgsvisualisierungen. Das ist relativ selbsterklärend. Aber da ist es eher so, bei der Umsetzung hapert es dann meistens eher an dem, ja, das ist doch nicht realistisch und ich werde das nicht erreichen und für andere vielleicht. Das sind dann eher so die Bremsen- und Glaubenssätze, die uns dann wieder davon abhalten, das zu visualisieren. Aber Erfolgsvisualisierungen, da gehe ich auch auf jeden Fall drauf ein, weil die fast so ein bisschen random sind und irgendwie, ja, ich spinne mir die Zukunft zurecht, aber die machen was mit uns. Und da will ich nochmal ein Beispiel bringen, was ich, glaube ich, auch schon mal in der Podcast-Episode erzählt habe, aber Erfolgsvisualisierungen und dann der Klassiker, das stürze verarbeiten durch Visualisieren. Was ja auch sehr, sehr, sehr häufig Thema ist. Und darf in dieser Aufzählung einfach nicht fehlen. Darf nicht fehlen. Das sind die drei Visualisierungstechniken, über die ich heute ein bisschen was erzählen will. Und ich skute mich ein bisschen, weil eine ganze Stunde muss ich mit dem Thema nicht voll machen, sondern ihr sollt es sofort anwenden können. Deswegen versuche ich mich möglichst kurz zu fassen, was mir schwerfallen könnte, wie ihr wisst. Aber ich versuch's. Starten wir dann deswegen auch direkt in die Trainingsvisualisierungen. Wir wollen Abläufe, Handlungen, Gewohnheiten mental trainieren. Was zur Hölle bedeutet das? Wenn wir neue Dinge lernen, ja, ich lerne gerade zum Beispiel Kickboxen. Macht mir unfassbar viel Spaß, aber ist erstmal brutal Kopfarbeit, ist natürlich auch körperliche Anstrengung, das ist selbstverständlich, aber es ist für mich auch erstmal Kopfarbeit, weil Fuß drehen, Schwung aus der Hüfte, Handdrehen beim Schlagen, Ausatmen beim Schlagen, dann die andere so schnell wie möglich, kicken, dieser Kick, jener Kick und so weiter und so fort. Ist super cool, das alles zu lernen, macht unfassbar viel Spaß. Aber die Handlungen sind neu für mich, die Abläufe sind neu für mich, obviously, weil es ist ein neues Hobby und deswegen ist alles neu für mich. Und auch da benutze ich Trainingsvisualisierungen. Aber ich will es jetzt natürlich fürs Motorradfahren erklären, weil ihr soll es ja fürs Motorradfahren in erster Linie benutzen können. Aber auch wenn wir eine neue Sprache lernen oder andere Dinge, wir brauchen diese neuronale Verknüpfung von dieser einen speziellen Handlung, besteht in unserem Gehirn noch nicht. Das neuronale Netzwerk ist noch nicht da. Die Synapsen haben sich noch nicht verkabelt miteinander. Und deswegen ist das mentale Training von diesem neuen Ding, von diesem neuen Hobby, von dieser neuen Sprache oder was auch immer wir gerade lernen, ist erstmal wichtig, dass wir die neuronale Vernetzung in unserem Gehirn herstellen. Das heißt, da müssen zwei kleine Synapsen oder was auch immer aneinander kommen, physisch, wirklich physisch, um diese Verbindung herzustellen. Deswegen müssen wir manchmal auch so lange drüber nachdenken, ah, warte mal, wie war denn das jetzt nochmal? Erst umsetzen, dann bremsen, ach ja, gucken muss ich auch noch und so weiter. Deswegen brauchen wir manchmal so unfassbar lange, bis wir darauf kommen, in welcher Reihenfolge wir das jetzt nochmal machen sollten. Weil wirklich diese physische Verkabelung noch nicht stark genug ist, um die Signale, um die elektromagnetischen Signale in unserem Hirn zu leiten. Da gibt es Scans von, da gibt es wissenschaftliche Untersuchungen und so weiter und so fort, die das bewiesen haben, dass es tatsächlich so ist. Und deswegen ist mentales Training für neue Dinge unfassbar hilfreich, weil wir erstmal unser Gehirn verkabeln. Dann wollen wir es natürlich in der Realität umsetzen, ist natürlich klar. Weil der Lerneffekt, der ist dann natürlich doppelt hoch, wenn wir das Ganze in der Realität auch umsetzen. Überhaupt keine Frage. Das ist das eine, wofür wir Trainingsvisualisierung benutzen können. Wie genau, erkläre ich auch noch gleich, aber wir können es eben auch noch für andere Dinge benutzen. Und zwar nicht nur für Neues, sondern eben auch für alte, schlechte Gewohnheiten zum Beispiel. Das bedeutet, wenn ich mich jetzt mein Leben lang beim Motorradfahren erst umgesetzt habe, nachdem ich angebremst habe, dann wird mir das schwerfallen, mich erst umzusetzen und dann anzubremsen. Es wird mir schwerfallen, diese alte Gewohnheit rauszukriegen, rauszuarbeiten, weil diese neuronale Vernetzung in meinem Gehirn schon richtig oft benutzt wurde und richtig stark verkabelt ist, mit richtig dicken, Starkstrom-Kabeln. Und deswegen will mein Gehirn auch immer wieder diese neuronale Vernetzung benutzen, weil die halt stärker ist. Und weil das Gehirn gerne das tut, was es immer schon getan hat. Neue Sachen sind irgendwie immer unangenehm für das Gehirn. Meistens aber hilfreich. Das heißt, schlechte Gewohnheiten können wir durch mentales Training eben auch ausmerzen, leichter ausmerzen, weil wir auf dem Motorrad ganz, ganz oft vergessen, dass wir uns das vorgenommen hatten und dann irgendwie wieder drei Turns gefahren sind und sich nichts verändert hat oder so. Dann gibt es aber auch noch eine dritte Variante, wofür wir Trainingsvisualisierung benutzen können. Und das ist schlichtweg, um besser zu werden in dem, was wir tun. Besser werden, Dinge schneller umsetzen. Ja, Punkt. Dafür können wir Trainingsvisualisierungen auch benutzen. Das heißt, wenn du ein richtig guter Rennfahrer bist und schon richtig viel Rennstreckenerfahrung hast, nicht unbedingt schlechte Angewohnheiten hast, sondern einfach besser werden willst, dann ist eine Trainingsvisualisierung auch genau für dich. Du musst natürlich, wir müssen natürlich alle immer wissen, was will ich da mental trainieren, damit ich besser werde, damit ich das lerne und so weiter. Das heißt, der Input ist natürlich auch immer wichtig, der richtige Input für diese Trainingsvisualisierung. Und das ist natürlich das A und O bei der ganzen Sache. Wir können alles Mögliche mental trainieren, aber es muss halt schon das Richtige sein. Logisch. Und deswegen gehe ich zum Beispiel auch immer, wenn ich irgendwo, ne, in Spanien habe ich es jetzt auch gemacht, ich habe mir immer irgendeinen Instruktor genommen, hab denen gefragt, was ich da falsch mache, was ich anders machen kann und habe das eben mental trainiert und umgesetzt. Und genau das sollte man immer auch tun, sich jemanden dazu nehmen, der weiß, welchen Input man selber braucht. Mit meinen Klienten gehe ich auch oft die Dinge durch, die sie anders machen sollten, könnten und so weiter. Wir analysieren gemeinsam Videos und bereiten auf Grundlage dessen die Trainingsvisualisierung zum Beispiel vor. Der Input ist natürlich wichtig, gar keine Frage. Das heißt, wir müssen schon wissen, was wir da mental trainieren wollen, damit wir es auch gut umsetzen können. Und eine Sache möchte ich dazu noch gerne sagen, weil das nämlich dann oft als Argument gebracht wird gegen eine Trainingsvisualisierung. Viele sagen dann ja, ich lau dann über die Strecke, dann merke ich mir die auch. Oder ich gucke mir da ein Video an und dann kenne ich die Strecke, ja, ich spiele Playstation und dann lerne ich die Strecke so kennen. Alles gut, alles valide, alles machbar, alles nichts ist davon falsch. Eben habe ich ja aber erzählt, dass wir mit dem Unterbewusstsein arbeiten wollen und neuronale Verknüpfungen herstellen wollen, damit wir den reellen Trainingseffekt haben. Und Videos gucken ist halt sehr passiv. Da muss das Gehirn selbst keine Bilder produzieren. Das wird dem Auge vorgespielt und das Auge sagt, okay, alles klar, abgespeichert. Oder halt auch nicht abgespeichert, weil. Und visualisieren ist sehr aktiv. Das bedeutet, da muss das Gehirn selbst arbeiten, um diese Bilder zu produzieren. Und das macht den großen Unterschied. Deswegen, es ist überhaupt nicht falsch, sich Videos anzugucken, PlayStation zu spielen, um eine Strecke kennenzulernen oder irgendwas in die Richtung. Der Lerneffekt wird aber nicht so groß sein, wie wenn du dir eine Trainingsvisierung vorbereitet und die häufig gemacht hast. Das ist Fakt. Ja, es gibt auch Menschen, die schnell lernen, gibt Menschen, die ein bisschen weniger schnell lernen. Das ist auch okay. Aber eine Trainingsvisualisierung wird dir richtig ausgeführt immer den größten Lerneffekt geben. Sie sind viel Arbeit, sie werden dir aber auch den richtigen Lerneffekt geben oder einen großen Lerneffekt geben, umso mehr Energie du da rein investierst. Genau, also ganz konkret, wie machen wir eine Trainingsvisualisierung? A müssen wir natürlich erstmal festlegen, was will ich gerade mental trainieren. Ist es eine neue Strecke, die ich dieses Jahr im Kalender habe? Habe ich irgendeine neue Strecke gebucht und will nicht einen Dreivierteltag damit verschwenden, die Strecke kennenzulernen und zu schauen, wo muss ich überhaupt langfahren? Will ich schon irgendwie Upturn 1 ein Gefühl für die Strecke haben und mich schneller weiterentwickeln? Oder will ich auf einer ganz bestimmten Strecke einen ganz bestimmten Streckenabschnitt lernen, weil das ist so meine Hasskurve und da steckt mein größtes Potenzial drin und die gelingt mir nie und ich denke mir vorher immer schon, jetzt kommt diese Scheißkurve und das will ich raushaben. Auch eine Möglichkeit. Will ich streckenunabhängig einfach den Ablauf auf der Rennstrecke mental trainieren, weil ich zum Beispiel neu auf der Rennstrecke bin und irgendwie mich sicher fühlen will und mit einem guten Gefühl daraus fahren will. Auch eine Möglichkeit. Will ich meine Rennstrategie mental trainieren? Oder mache ich das allererste Mal, fahre ich das allererste Mal in ein Rennen mit einem stehenden Start und will diesen stehenden Start mental trainieren. Es gibt wirklich kaum etwas, das man nicht irgendwie mental trainieren kann. Ja, deshalb, das ist, was du dir überlegen musst. Und sagen wir mal, wir nehmen jetzt die Hasskurve als Beispiel. Das bedeutet, du hast deine Hasskurve. Das allererste, was mir da immer einfällt, ist die Hasseröder in Oschersleben. Die findet irgendwie keiner so richtig geil, außer diejenigen, die sie mit mir mental trainiert haben, also mit mir im Sinne von meinen Klienten, mit denen ich die Haseröder gemacht habe. Die haben alle mittlerweile eine ganz gute Assoziierung mit der Kurve. Ich auch. Ich habe die Haseröder auch mal gehasst und mag die eigentlich jetzt sehr gerne. Und das liegt eben daran, dass sie so ihren Schrecken verloren hat, weil ich mir einen festen Ablauf zurechtgelegt habe, den mental trainiert habe und die Kurve jetzt einfach besser fahren kann. Und dann macht sie ja auch Spaß. Es macht ja nur keinen Spaß, wenn wir jedes Mal, wie fahre ich da jetzt rein? Voll irgendwie, keine Ahnung, eckig, kantig, was auch immer, Hauptsache schnell da irgendwie durch und dann Vollgas in die Trippeldings rein oder so. Aber wenn wir jetzt diese Hasskurve in den Griff kriegen wollen, dann nehmen wir uns ein schönes Video, wo jemand eine schöne Linie fährt. YouTube ist voll damit, bis Oberkante. Wir nehmen ein Video, was nicht total Fischaugenmäßig verzerrt ist, sondern was eine einigermaßen realitätsnahe Perspektive der Strecke wiedergibt. Es gibt auch viele Kameras, die einen so krassen Weitwinkel haben, dass sie die Strecke total verzerren. Das eignet sich dann einfach nicht so gut, um was zu üben damit. Das heißt, wir suchen uns ein schönes Video raus, wo jemand eine vernünftige Linie fährt, die irgendwo auch für uns zutrifft. Wenn ich jetzt eine 600er fahre und ich schaue mir eine Tausender Linie in der Hasse Röder an, dann habe ich da nicht so richtig viel gewonnen. Dann schaue ich mir lieber ein Video an, wo jemand auch eine 600er fährt und dann doch eher so die 600er Linie. Genau, was mache ich dann? Ich analysiere das Ganze. Ich lasse die Kurve einmal durchlaufen und gehe wieder zurück. Und mache Step by Step by Step immer wieder Play und Pause und gucke mir die Orientierungspunkte auf der Strecke an. Speziell für die Hasröder jetzt zum Beispiel, wir kommen ja aus der langen rechts raus, wir lassen uns links raustragen, wir wollen erst am Ende des Außenkörps links ganz außen sein quasi. Wollen rechts rüber, um die Hasröder vorzubereiten. Und dann gibt es eine große, dicke weiße Linie rechts an der Leitplanke. Das ist so ungefähr der Bereich, wo man bremsen könnte. Bremspunkte vorgeben ist immer eine schlechte Idee. Bremszonen sind eine bessere Idee, aber Bremspunkte müsst ihr bitte immer für euch selbst festlegen. Da kann euch nur jemand helfen, der euch hat Fahren sehen. Pauschal sollte man Bremspunkte nicht unbedingt empfehlen. Das wäre einfach nicht so schlau. Deshalb, das ist so die Zone, die für mich ungefähr, die ich mir als Orientierungspunkt nehme, diesen breiten weißen Strich rechts an der Leihplanke. So, und dann fährt man nochmal über so einen kleinen weißen Strich auf den Boden rüber. Das ist auch eine schöne Orientierung. Und dann warte ich die Ampel ab und lenke hinter der Ampel ein und so weiter und so fort. Das heißt, ihr analysiert dieses Video für euch oder auch mit jemandem wie mir zusammen, mit einem Instruktor zusammen oder mit wem auch immer, jemand, der ein bisschen Ahnung hat zumindest, und schreibt euch diese Liste runter. Aus der rechts raus, links raustragen lassen, rechts rüber, weißer Strich anbremsen, weißen Strich überfahren, Ampel abwarten, einlenken und so weiter und so fort. Ihr schreibt euch diese Liste runter und lernt diese Liste dann auswendig. Und wenn ihr fertig seid mit Auswendig lernen, dann dürft ihr visualisieren. Warum? Warum müssen wir dieses nervige Auswendiglernen dazwischen schieben? Weil, wenn ich dir jetzt sagen würde, mach mal die Augen zu und visualisiere die Hasseröder, dann würdest du sie genau so visualisieren, wie du sie auch eh immer fährst. Und das ist ja genau nicht, was wir wollen. Wir wollen ja was Neues lernen. Wir wollen ja etwas Neues etablieren in unserem Kopf. Und selbst wenn wir jetzt diese Liste einmal runtergeschrieben hätten und ich dir sofort sagen würde, Augen zu und visualisieren, würden dir viele von den Punkten, außer du bist richtig gut da drin, würden dir viele von den Punkten, die wir gerade aufgeschrieben haben, gar nicht wieder einfallen. Dann siehst du da, ah, warte mal, da war doch so ein weißer Strich irgendwie, warte, und wo sollte ich nochmal einlenken? Weil das noch nicht verinnerlicht ist. Und dann können wir natürlich etwas nicht, wir können natürlich nicht etwas visualisieren, was wir noch nicht verinnerlicht haben. Das ist der Knackpunkt dabei. Deswegen analysieren, aufschreiben, auswendig lernen, visualisieren. Das ist die Reihenfolge. Und dann natürlich wiederholen, wiederholen, wiederholen, wiederholen, wiederholen, wiederholen. Mentaltraining. Wir gehen auch nicht nur einmal ins Gym, wir gehen regelmäßig ins Gym, weil Mentaltraining. Wir wollen aus dieser neuen Verkabelung in unserem Gehirn, wenn diese zwei Synapsen endlich sich miteinander verbunden haben, wollen wir daraus ein Starkstromkabel machen. Wir wollen eine Gedankenautobahn schaffen. Und das passiert nur, wenn wir das wiederholen. Von alleine passiert es nicht. Sonst verkümmert diese Synapsenverknüpfung wieder und löst sich im Zweifelsfall wieder auf oder so. Das ist auch der Grund dafür, warum wir Dinge vergessen, die wir nicht benutzen. Warum wir Schulwissen irgendwann mal vergessen. Oder wenn wir in der Schule Spanisch gelernt haben, dann haben wir noch so ein paar Fetzen vielleicht davon übrig, aber halt natürlich nicht mehr das, was wir damals parat hatten und so weiter und so fort. Das, ja, ne, kennt ja jeder irgendwo. So. Genau, also Trainingsvisualisierung, super schönes Tool, mache ich mit ganz vielen Klienten, mache ich regelmäßig selber für neue Strecken und aber auch für zum Beispiel Oschas Leben, was ich gefühlt blind fahren kann. Das heißt nicht, dass ich es perfekt fahren kann, aber ich kann sie blind fahren. Und so weiter. Superschöne Technik, die man auch sofort anwenden kann. Kannst dich sofort hinsetzen, dir sofort für die nächste Strecke ein YouTube-Video raussuchen, sofort die ersten zwei Kurven runterschreiben, nachdem du sie analysiert hast und das sofort auswendig lernen und sofort visualisieren. Du wirst merken, Alter ist ganz schön anstrengend. Ist ganz schön Kopfarbeit. Aber theoretisch kann man das sofort anwenden. So, genau. Die zweite Technik, Erfolgsvisualisierungen. Dafür werde ich wahrscheinlich nicht ganz so viel Zeit brauchen zum erklären, weil es relativ simpel ist. Wir stellen uns unsere Erfolge vor. Wir visualisieren unsere Erfolge. Nicht mehr und nicht weniger. Das bedeutet, das ist auch eine Technik, die ich benutze, wenn ich keinen Bock habe, diszipliniert zu sein. Das ist etwas, was ich gar nicht mag. Ich bin kein disziplinierter Mensch. Ich tue nichts entgegen dem, wie ich mich gerade fühle, weil ich das für sehr ungesund halte. Wenn ich merke, boah, ich bin gerade voll im Couch-Modus, ich bin super faul und ich will jetzt gar nicht zum Sport, dann gehe ich zwar auch nicht zum Sport, aber ich gehe nicht entgegen meinem Willen zum Sport. Was mache ich stattdessen? Ich visualisiere, wie ich Sport mache. Ich visualisiere, wie ich irgendwie, keine Ahnung, eine coolere Form habe, wie ich mehr Kraft habe, wie ich eine Übung schaffe, die ich bisher nicht geschafft habe. Ich visualisiere die Aktivität an sich. Und was mein Körper dann macht, ist, boah, geil, ja, Mann, los geht's. Yes, los geht's. Mein Kopf schaltet vom Couch-Modus in den Aktivitätsmodus, sobald ich eine Erfolgsvisualisierung mache. Deswegen brauche ich keine Disziplin, weil ich Motivation produzieren kann. Weil ich gelernt habe, also warum ich auch gerade keine Motivation habe. Nämlich weil mein mentaler Zustand eben Couch und Ausruhen ist gerade. Ich weiß aber auch, wenn ich mir das vorstelle, wird mein Kopf in den Aktivitätsmodus schalten und mein Körper wird dem folgen. Und deswegen brauche ich in Anführungsstrichen keine Disziplin und Disziplin im Sinne von, auch wenn du gerade keinen Bock drauf hast, tust trotzdem. Bin ich, wie gesagt, kein Fan von. Erstens macht es keinen Spaß. Zweitens suggerierst du deinem Unterbewusstsein, dass es super schwer ist, dein Ziel zu erreichen und dass du immer wieder etwas tun musst, was du nicht tun willst, um dein Ziel zu erreichen, was das Ganze negativ verknüpft, mit negativen Emotionen verknüpft und davon bin ich grundsätzlich kein Fan. Und B mag ich es auch einfach nicht. Bin ich ganz ehrlich. Finde ich doof. Habe ich keinen Bock drauf. Aber deswegen benutze ich Erfolgsvisualisierungen, um Motivation zu produzieren. So. Wie benutzen wir Erfolgsvisualisierungen beim Motorradfahren oder fürs Motorradfahren? Genauso, genauso. Wie gesagt, habe ich eingangs schon gesagt, ganz oft haben wir eh negative Szenarien im Kopf. Ja, das wird nicht klappen, ich werde schlechterin sein, ich weiß gar nicht, ob ich das kann. Hier werde ich bestimmt einen Fehler machen, der wird bestimmt irgendwie genervt sein, weil ich ihm im Weg stehe. Wahrscheinlich verkacke ich den Rennstart wieder. Dann stehen die anderen auf dem Podium und ich muss dabei zugucken bei der Siegerehrung, kriege ich wieder keinen Pokal, wofür mache ich das ja eigentlich? Also so die Negativspirale, da lassen wir uns relativ schnell mit reinziehen. In der Regel. Das ist natürlich auch nicht jeder gleich, aber in der Regel so. Wir haben immer irgendwie Angst davor, enttäuscht zu sein, Fehler zu machen, zu versagen, uns zu blamieren und sonstige Dinge. Und deswegen produziert unser Gehirn auf Basis dieser Emotion oder dieser Angst immer irgendwo Bilder in unserem Kopf, die das untermauern und bestätigen und sagen, ja, komm, genau, das ist realistisch, deswegen wirst du enttäuscht sein und so weiter. Und das ist so ein bisschen wie unser Gehirn im Bällebad abgeben und irgendwann später wiederkommen. Das macht, was es will, unser Gehirn. Das macht irgendwas. Und dieses irgendwas ist in dem Moment ja überhaupt nicht hilfreich. Wir wollen aber, dass unser Gehirn was Hilfreiches tut. Und deswegen nutzen wir Erfolgsvisualisierungen und stellen uns vor, wie wir auf dem Podium stehen mit unserem Pokal. Wir stellen uns einen perfekten Rennstart vor, wir stellen uns einen geilen Zweikampf vor, wo wir danach irgendwie abklatschen und sagen, Alter, war mega. Wir stellen uns positive Szenarien vor. Dinge, die wir erreichen wollen, Dinge, die uns ein gutes Gefühl geben, die uns hypen, die uns pushen, die irgendwie Euphorie und uns auslösen. Dieses Gefühl, was wir uns ja eh die ganze Zeit immer wünschen. Wir wünschen uns ja dieses gute Gefühl, diese Euphorie, dieses geile Erlebnis. Aber wir warten immer nur drauf, dass es irgendwie aus Versehen, zufällig, irgendein Ereignis gibt, das dafür sorgt, dass wir uns so fühlen. Und das ist das, was ich immer mit emotionaler Abhängigkeit meine. Wir wollen uns gut fühlen. Naja, dann produzier in deinem Kopf was, was dir ein gutes Gefühl macht. It's that easy. Du musst nicht darauf warten, dass das irgendwie aus Versehen vielleicht mal zufällig passiert. Wenn du dich gut fühlen willst, benutzt dein Gehirn, um dich gut zu fühlen. Und dann gehst du anders durch die Welt. Du gehst mit mehr Freude, mit mehr Strahlen, mit mehr Selbstvertrauen, mit mehr Offenheit anderen Menschen gegenüber durch die Welt. Du freust dich drauf, deine Ziele erreichen zu können. Du freust dich drauf, Fehler zu machen und Erkenntnisse zu haben, die dich deinen Zielen näher bringen. Du lebst nicht mehr so in Angst, einen Fehler zu machen. Und so trainieren wir unser Gehirn eben auch um, dass es aufhört, uns ständig irgendwelche Katastrophenszenarien unter die Nase zu reiben. Das heißt, schreib dir auf, was du erreichen willst. Und von mir aus schreib dir zwei Listen. Mit realistisch, wo du dir ganz sicher bist, das kriege ich hin. Ja, kriege ich hin, habe ich noch nicht erreicht, aber das kriege ich auf jeden Fall hin. Und dann von mir aus Wunschtraumvisualisierungen. So, das wäre so krass, ey. Das wäre so krass. Ich glaube nicht, dass es für mich passiert, aber es wäre krass. Also, ne, du sollst ja auch nicht jetzt direkt, du wirst der zweite Marc Marquess aufschreiben, weil es ist halt für uns alle irgendwie eher unrealistisch. Aber du kannst dir Dinge aufschreiben, wo du sagst, boah, das wäre schon, also da müssten einige Sterne in der richtigen Konstellation stehen, damit das irgendwie passiert. Aber wäre schon krass. Also du kannst dir auch Wunschtraum-Szenarien aufschreiben und die auch visualisieren. Da kommt dann immer unser Ego ins Spiel und sagt, ja, also komm, sei mal nicht so arrogant. Was glaubst du eigentlich, wer du bist, dass du sowas dir vorstellst, dass du dir das überhaupt wünschst, also Entschuldigung. Und gerade wir Deutsche sind auch richtig gut darin, Träume platzen zu lassen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Das ist irgendwie gehört zu unserer Kultur, keine Ahnung. Wir versuchen, die Menschen immer zu erden und klein zu halten und von ihren Wünschen abzuhalten und so. Anyway, moving on. Aber das ist sehr, sehr, sehr hilfreich. Das war zum Beispiel in meiner Selbstständigkeit auch extrem hilfreich. Weil ihr wisst, ich habe fünf Jahre nicht Motorrad gefahren und hatte dann auch am Anfang meiner Selbstständigkeit immer noch keinen Motorrad. Und diese Visualisierung, wie einfach nur simpel, wie in meinem, ich bin in Osleben, mein neues Motorrad steht in der Box mit meinem Logo drauf, mit meinem Design. Und es ist der erste Tag, wo ich wieder Motorrad fahren werde. Das war die ganze Zeit über eine Erfolgsvisualisierung, die ich sehr oft gemacht habe am Anfang meiner Selbstständigkeit und in der Zeit natürlich, wo ich kein Motorrad hatte, logischerweise. Und es ist genauso gekommen. Es ist genau so gekommen. Es war zwar Rijeka und nicht Oschas Leben, aber es ist nicht schlimm. Ein paar Monate später war es dann in Oschas Leben. Aber da stand mein Motorrad mit meinem Logo drauf, in meinen Farben, und ich bin wieder am Motorrad gefahren. Das stimmt gar nicht, es war Oschers Leben. Junge. Ich verwechsel gerade was. Also ich war das erste Mal, dass ich wieder am Motorrad gefahren bin nach fünf Jahren, war Oschers Leben. Da war sie aber noch gelb. Dann war ich in Rijeka, da war sie dann schon mit meinem Logo drauf. Und dann war ich das Jahr drauf, das erste Mal wieder in Oschersleben. Genau. Ist ja auch egal. Aber es kam so. Es kam nicht perfekt ganz genau hundertprozentig so. Aber diese, das spielt auch überhaupt keine Rolle. Es kam so oder so ähnlich. Es war auch, es war gleich gut. Es war gut genug, sozusagen. Es war nah genug dran an meiner Erfolgsvisualisierung. Und was diese Visualisierung ja tun sollte, ist nicht meine Zukunft abbilden, obwohl das jetzt absurd klingt, aber es war wirklich nicht so, dass meine, dass das eins zu eins meine Zukunft hat sein sollen, sondern sie sollte mir diese Motivation geben, diesen Push geben, diese Euphorie geben, dieses Vertrauen darin, dass ich mich da hinarbeiten kann. Es sollte mir Wind unter den Flügeln geben, es sollte mir ein gutes Gefühl geben. Das war das Ziel dabei. Und dass es dann halt auch noch so gekommen ist, ist natürlich die Sahnehaube. Oder so ähnlich. Deshalb, auch wenn ihr Erfolgsvisualisierungen habt, lasst Spielraum in der Realität für, okay, das ist so ähnlich passiert und das ist genauso geil, wie ich es mir vorgestellt habe. Das ist okay. Es muss nicht 112 Prozent genau so passieren, sondern es darf auch nur, keine Ahnung, 97% so passieren. Ihr wisst, worauf ich hinaus will. Erfolgsvisualisierungen. Schau mal, was dein Ego dir erlaubt, was du dir erlaubst zu visualisieren und fang da erstmal an. Warum erlaubst du dir manche Wünsche nicht? Warum fühlen sich manche Erfolgsvisualisierungen unangenehm an? Das ist erstmal die große Frage, die wir uns stellen wollen. Da sind dann vielleicht irgendwie limitierenden Gedanken, vielleicht auch Charme mit dabei. Man will nicht arrogant wirken, man will nicht überheblich wirken und so weiter und so fort. Das steckt ganz, ganz tief in uns drin teilweise. Deswegen limitieren wir uns selbst ganz, ganz doll. Aber das ist immer ein guter Test, um die eigenen Limits zu entdecken. Wir können nur verändern, was uns bewusst ist. Was unbewusst abläuft, können wir nicht verändern. So, genau. Deswegen schreib einfach mal runter, was für Erfolgsvisualisierungen du dir vorstellen könntest, was ist realistisch, was wäre absoluter Wunschtraum und wobei spürst du einen Widerstand. Was schreibst du gar nicht auf, weil du sagst, ach komm, das ist also Schwachsinn. Das ist ein cooler Test. Sehr, sehr cooler Test, um zu sehen, wo du stehst, was da so los ist in deinem Munterbewusstsein. So, ich glaube, ich schaffe es nicht unter einer Stunde, ne? Bin ich ehrlich? Na gut, anyway. Dritte Technik. Wir haben jetzt die Trainingsvisualisierung, wir haben die Erfolgsvisualisierung, jetzt kommt das Stürzeverarbeiten. Und das Stürzeverarbeiten hat einen ganz eloquenten Namen. Es nennt sich Psychohygiene. Gruselig. Psychohygiene. Ist eine Technik, die auf eine bestimmte Art und Weise funktioniert, obviously, die ich kennengelernt habe in meiner Ausbildung, die ich dann aber aufs Stürzeverarbeiten angewandt habe. Also die hat eigentlich mit dem Stürzeverarbeiten nichts zu tun, funktioniert dafür aber natürlich auch richtig, richtig gut. Psychohygiene kann man in sämtlichen Lebensbereichen anwenden und tue ich immer noch, das ist meine absolute Lieblingstechnik. Wenn es eine Sache gibt, die ich meinen Klienten immer versuche beizubringen, ist es dieses Visualisieren, diese Psychohygiene. Angewandt auf Stürze verarbeiten oder Schreckmomente verarbeiten. Ja, weil manchmal sind es keine Stürze, die uns irgendwie blockiert haben, manchmal sind es einfach nur in Anführungsstrichen Schreckmomente. Das bedeutet, ihr habt es gerade schon rausgehört, wir wollen Blockaden auflösen in erster Linie. Ja, wir wollen Blockaden auflösen. Das heißt, wenn du gemerkt hast, nach irgendeinem Sturz oder nach irgendeinem Schreckmoment ist irgendwas nicht mehr wie vorher, du kannst nicht mehr so spät bremsen, der Kurveneingang fühlt sich ganz grauenhaft an, du kommst nicht mehr richtig in Schräglage, vielleicht kommt das Knie sogar nicht mehr an den Boden, du triffst keine Scheitelpunkte mehr, dein Blick geht nicht dahin, wo er hin soll, sondern irgendwie direkt vors Vorderrad oder Richtung Kies sogar. Du kannst nicht mehr hart ans Gas gehen, du bist verkrampft auf dem Motorrad, dir tun die Unterarme weh, dein Oberkörper lehnt sich nicht raus beim Hanging off und so weiter und so fort. Wenn das zutrifft, dann ist diese Technik für dich. Und es ist immer gut, die auch für die Zukunft zu kennen, falls das irgendwie mal zutreffen sollte. Also Psychohygiene, Stürze verarbeiten. Wir analysieren, was passiert ist. Machen wir sowieso immer. Also meistens. Gerade an der Rennstrecke, wenn wir gestürzt sind, wir kommen wieder in die Box, ey, was ist denn passiert? Was war los? Warum bist du gestürzt? Und dann erzählen wir, ja, dies und das, irgendwie Vorderrad eingeklappt, keine Ahnung, wieso, hab einfach die Front verloren und dann batsch, schlag ich im Kies oder so, keine Ahnung. Das heißt, wir analysieren das und ganz vielen hilft es eben zu wissen, weshalb sie gestürzt sind, dann machen sie den Fehler einfach nicht nochmal und dann entsteht meistens keine Blockade. Wenn wir aber zum Beispiel nicht wissen, was passiert ist, oder wir wissen, was passiert ist und es hilft nicht, wenn diese mentale Blockade trotzdem da ist, wenn wir uns unwohl fühlen, dann können wir das Ganze nochmal analysieren und sagen, okay, was ist passiert? Dann wollen wir uns aber fragen, was war der schlimmste Moment daran? Weil der Sturz an sich ist ganz oft gar nicht das Problem, sondern etwas, was wir mit dem Sturz verknüpft haben, assoziiert haben. Das ist meistens das Problem. Weil das Ding ist, unser Nervensystem hat dicht gemacht, deswegen können wir nicht mehr später bremsen, deswegen können wir nicht mehr Vertrauen am Kurveneingang haben, deswegen kriegen wir das Knie nicht mehr am Boden, deswegen ist unser Oberkörper verkrampft, deswegen tun uns die Arme weh, deswegen können wir nicht mehr hart ans Gas gehen. Weil unser Nervensystem diesen Moment als Gefahr registriert hat und gesagt hat, das machen wir nicht nochmal. Das lassen wir schön sein. Und dann bremst uns das Nervensystem mit Absicht aus. Was natürlich nicht cool ist und macht keinen Spaß, fühlt sich nicht gut an und manchmal produzieren wir dadurch sogar noch Fehler, die wir sonst nicht gemacht hätten. Also generell wichtig, sowas zu verarbeiten einfach. Und es verarbeitet sich nicht von alleine. Das will ich auch nochmal dazu sagen. So, was war der schlimmste Moment? Das ist, was wir uns fragen wollen. Was war der schlimmste Moment? Und warum war der so schlimm für mich? Ich habe die Kontrolle verloren. Da standen welche und die haben gesehen, wie ich da ins Kies gerauscht bin und es war mir unfassbar peinlich. Ich musste meiner Frau sagen, dass ich schon wieder gestürzt bin und die Arme war schon wieder total hysterisch. Keine Ahnung, nur ein Beispiel. Habe ich auch schon gehört von einem Klienten, deswegen nehme ich das jetzt als Beispiel. Mein Motorrad ist kaputt und ich kann es mir nicht leisten, es wieder aufzubauen. Ich muss morgen in die Arbeit und bin Chef von einem Unternehmen und darf nicht ausfallen. Was auch immer. Es gibt so viele Dinge, die mit dem Sturz zusammenhängen, die mit dem, also die nichts Technisches mit dem Sturz zu tun haben, die aber trotzdem dafür gesorgt haben, dass unser Nervensystem dicht macht. Und das ist das, was wir erstmal rausfinden müssen in dem Sinne. Und welcher Moment war es eben? Welcher Moment, wo ich es, wo ich realiert habe, oh sorry. Welcher Moment war es, in dem ich realisiert habe, oh shit, jetzt ist vorbei. Oh shit, jetzt ist das passiert. Oh shit, mein Motorrad ist im Arsch. Oh shit, ich habe mir den Fuß gebrochen. Oder was auch immer. Welcher Moment war es, wo es sich in dir drin zusammenzieht, wo dein Körper reagiert? Das ist das, was wir herausfinden wollen. Und dann machen wir zwei Visualisierungen. Erstmal visualisieren wir den Sturz oder den Schreckmoment, so wie er passiert ist. Da habe ich ja jetzt auch schon ein paar Episoden zu gemacht. Warum? Weil es nichts Logisches ist. Es ist etwas Emotionales. Du denkst daran und dein Körper macht voll unangenehm. Und da passiert etwas in deinem Körper. Es gibt eine emotionale Reaktion in deinem Körper. Deswegen reicht Analysieren manchmal nicht, weil die Logik-Ebene nicht das Problem ist. Die emotionale Ebene ist das Problem. Deswegen visualisieren wir das, damit diese Emotion hochkommt und wir die Chance haben, sie zu verarbeiten. Wir haben die Chance, den Körper, diese Emotion für einen Moment ausdrücken zu lassen. Nur für einen Moment, für ein paar Sekunden. Und wenn der Körper die Chance gekriegt hat, ist er damit dann auch fertig. Der sagt dann, alles klar, erledigt. All gut. Das fühlt sich meistens nicht sehr schön an, meistens wird einem irgendwie warm, man kriegt Herzklopfen, man hat so dieses Gefühl von Adrenalin im Magen, vielleicht kribbeln die Hände, vielleicht macht der Körper auf einmal total dicht. Manchmal laufen auch ein paar Tränchen übers Gesicht, egal welche Reaktion der Körper gerade braucht, um das zu verändern. Das ist, was wir ihm geben dürfen. Wir wollen das nicht wegatmen, nicht irgendwie weg verdrängen oder weganalysieren oder wegdiskutieren. Lass deinen Körper kurz diese Emotionen ausdrücken. Das tut dir nichts. Es ist alles gut, es kann nichts passieren. Es ist rein eine biochemische Reaktion, die im Körper passiert, die kurz ablaufen muss und dann ist die fertig, dann ist die erledigt. Mehr ist es nicht. Es sind kleine Atome, die durch deinen Körper wandern, die diese Emotionen auslösen, die du spüren kannst, obviously. Und dann ist die Reaktion durch, der Prozess ist durch und dann ist gut. Mehr ist es wirklich nicht. Es ist natürlich leicht gesagt bei Menschen, die irgendwie traumatisiert sind, die wirklich schwere Unfälle hinter sich haben, da können wir natürlich nicht so leichtfertig vorgehen. Das ist natürlich was völlig anderes. Es geht um Stürze, es geht um mentale Blockaden, um Hemmschwellen, aber es geht natürlich nicht hierbei um Phobien, Panik, starken Ängsten, Panikattacken, Traumata und so weiter. Das ist natürlich eine ganz andere Baustelle. So, erste Visualisierung, so wie es passiert ist: Emotionen verarbeiten, durch den Körper lassen, äh, durch den Körper wandern lassen. Ja. Und dann machen wir die zweite Visualisierung, wo wir den Fehler nicht wiederholen, wo wir die Situation leicht verändern, wo wir die Situation eben so visualisieren, wie wir sie uns gewünscht hätten, wie sie auch hätte ablaufen können, was besser für uns gewesen wäre. Und das ist natürlich auch nochmal richtig Detektivarbeit in dem Moment. Wie gestalte ich das jetzt? Für manche ist es leicht, weil sie sagen, ich habe da einen Fehler gemacht, ich hätte irgendwie erst Gas anlegen und dann Gas aufziehen, dann hätte es mich nicht per Highside abgeworfen oder so. Wenn du weißt, welchen Fehler du gemacht hast, wird es dir wahrscheinlich sehr leicht fallen, diese zweite Visualisierung zu finden und zu sagen, okay, ich mache das und das und das. Und dann wäre, dann, ne, dann mache ich diesen Fehler nicht und dann passiert dieser Sturz auch nicht zum Beispiel. Bei manchen Situationen, wo wir angebremst haben, easy, irgendwie in unserer Konzentration war und auf einmal kommt von hinten einer angerauscht und nimmt uns voll mit oder so. Ist natürlich schwieriger. Da müssen wir uns fragen, was zur Hölle wollen wir denn da jetzt als zweite Visualisierung machen? Das müsste man halt dann gemeinsam herausfinden, was funktionieren könnte. Das ist dann auch nicht so leicht, aber eigentlich gab es noch keine Situation, wo ich nichts gefunden habe, was wir haben visualisieren können, was auch funktioniert hat. Genau. Was wollen wir mit dieser zweiten Visualisierung bewirken? Wir haben analysiert, wir haben die Logikebene abgearbeitet, wir haben mit dem Kopf das verstanden. Dann haben wir die erste Visualisierung gemacht, wir haben die Emotionsebene bearbeitet, wir haben die Emotion verarbeitet und das Nervensystem reguliert. Und die zweite Visualisierung sorgt für dieses Sicherheitsgefühl. Wir wollen das Sicherheitsgefühl zurückhaben. Wir wollen wieder das Gefühl haben, die Sachen unter Kontrolle zu haben. Wir wollen wieder Vertrauen haben, wir wollen wieder ein gutes Gefühl haben. Und wir wollen dem Unterbewusstsein suggerieren. Es gibt nicht nur Katastrophen, es gibt auch Erfolgserlebnisse. Das ist, was wir mit der zweiten Visualisierung tun wollen. Genau. Ja, das war es auch schon. Das war es auch schon. Ganz knapp unter einer Stunde. Ja, ne? Versucht mal, schaut mal, welche Visualisierungstechnik gerade für euch am allerbesten funktionieren könnte, welche jetzt gerade da, wo du stehst, am hilfreichsten ist, welche du mal benutzen möchtest. Und ich bin super gespannt auf Feedback, wenn ihr es mal versucht habt und es hat irgendwie gut geklappt oder so. Schreibt mir einfach gerne bei Instagram at Steffi42. Wenn es nicht geklappt hat, schreibt mir auch gerne und dann finden wir gemeinsam heraus, warum es nicht geklappt hat. Und denk dran, Mentaltraining ist wie Fitnesstraining. Umso öfter wir es wiederholen, desto mehr Effekt hat es. Mentaltraining kann auch keine Wunder bewirken und kann auch nicht zaubern. Die Arbeit müssen wir schon selbst tun, aber es ist eine extrem lohnenswerte Arbeit. Extrem lohnenswert. Und wir fallen immer gerne in dieses Muster zurück von, ich kann daran nichts ändern. Ich bin einfach so. Und wir wollen immer gern wieder zurück in diese Victim-Mentality, in diese Hilflosigkeit. Das ist ganz, ganz oft der Fall. Aber es ist nicht notwendig. Weil Eigenverantwortung und so. Ja, Eigenverantwortung. Das ist das eine Stichwort bei den Visualisierungen. Weil Mentaltraining ist richtig Arbeit, ist anstrengend. Und diese Anstrengung nehmen wir meistens nur in Kauf oder investieren das meistens nur, wenn wir einen ganz bestimmten Grund dazu haben. Wenn wir eine Belohnung haben wollen. Sonst tun wir das meistens nicht. Ja. Genau, also versuch's mal. Schreib mir, wie es so lief, was du so für Erkenntnisse hattest. Wenn es nicht geklappt hat, schreib mir auch, dann finden wir, wie gesagt, heraus, woran es gehangen hat. Ansonsten bedanke ich mich ganz herzlich fürs Zuhören. Ich hoffe, es war hilfreich und lehrreich. Und ja, wir sehen uns in der nächsten Episode. Bis dann. Ciao.