Die Racer Couch

Ep. 57: "Der Weg ist das Ziel"

Stefanie Menzel

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Die Racer Couch, der Motorrad-Podcast. Episode 57. Der Weg ist das Ziel. Mit mir, Stefanie Menzel. Hallo, ihr Lieben, herzlich willkommen auf der Racer Couch. Es geht weiter mit einer neuen Episode. Nur mit mir. Wir bringen auch wieder Gastepisoden, aber jetzt gerade müsst ihr mit mir vorlieben. Der Weg ist das Ziel. Das ist der Titel der heutigen Episode sozusagen. Und ich persönlich habe den Spruch immer gehasst wie die Pest. Ich habe immer nicht verstanden, was der Quatsch soll. Ich will doch ans Ziel, warum ist der Weg wichtig? Es hat wirklich lange gedauert, bis ich den Sinn dahinter begriffen habe und bis ich festgestellt habe, okay, es stimmt irgendwo, es macht Sinn. Aber was meine ich damit? Mit der Weg ist das Ziel. Ich sehe das vor allem auch immer im Coaching mit meinen Klienten, dass es gibt ein Ziel und es gibt ein Ergebnis, das wir wollen, ob es jetzt eine neue Rundenzeit ist, eine schnellere, ob es irgendwie aufs Podium fahren ist, ob es irgendein anderes Ziel ist. Irgendwas haben wir immer im Leben in der Regel, worauf wir hinarbeiten oder eben auch, was wir auf dem Motorrad erreichen möchten. Und das, ne, wir sind meistens alle so gepolt, dass wir von uns erwarten, dass das beim ersten Mal funktioniert und dass wir das halt einfach machen und erreichen. Und sobald es dann mal einmal nicht funktioniert hat, sind wir meistens sehr, sehr frustriert und sehr niedergeschlagen und werfen irgendwie das Handtuch im schlimmsten Fall oder so. Und das ist etwas, was ich, wie gesagt, im Coaching ganz häufig sehe, was ich bei mir selber auch immer wieder gesehen habe früher. Und deswegen dachte ich, ich mache dazu mal eine Episode, weil das ist jetzt so ein bisschen inspiriert aus mehreren Interaktionen in den letzten Wochen. Zum einen inspiriert aus der Podcast-Episode mit dem Lukas Schäfer, weil das irgendwo auch ein wichtiges Thema in dieser Episode war. Und das schwamm so ein bisschen mit, aber irgendwo war es ein wichtiges Thema. Und dann habe ich von einer Klientin von der Mandy noch eine Nachricht bekommen und meine Antwort war eben auch eine ähnliche. Eben, dass selbst wenn das jetzt an dem Wochenende nicht klappen sollte, dass wir Erkenntnisse sammeln wollen, dass wir Informationen sammeln wollen, dass wir schauen, okay, was brauche ich noch, um da hinzukommen. Aber jetzt nehme ich sozusagen die Pointe schon vorweg. Das wollte ich eigentlich gar nicht, das ist nicht so schlimm. Weil der Weg ist das Ziel. Warum ist das der Fall? Weil, um an ein Ziel zu kommen, müssen wir den Prozess durchgemacht haben, der zwischen uns und dem Ziel steht. Das ist ein ganz wichtiger Gedanke in dem Zusammenhang. Denn, warum ist das so? Wenn wir an ein Ziel wollen, dann ist, sage ich mal, die Version von uns, die heute dieses Ziel hat, diesen Wunsch hat, jemand anderes mit anderen Eigenschaften als die Version von uns, die da angekommen ist. Weil wenn ich jetzt diese Version schon wäre, dann hätte ich dieses Ziel nicht, dann hätte ich wahrscheinlich wieder ein anderes Ziel. Aber ich hätte das schon erreicht. Ich könnte das schon. Und viele von uns können das schon, was sie sich vornehmen. Manchmal stehen wir uns da irgendwie selbst im Weg, aber das ist ja gerade ein Thema von, sag ich mal, von anderen Episoden oder generell im Mentaltraining. Aber ich heute muss ja irgendwas anders machen, um an ein Ziel zu kommen, was ich mir irgendwie in der Zukunft wünsche. So, das ist die Idee dabei. Und die Version von mir, die das in der Zukunft schon erreicht hat, die muss einen bestimmten Lernprozess durchgemacht haben, um dieses Ziel erreicht gehabt haben zu können. Plus qua perfekt oder so, sagt man, glaube ich. Anyway. Ich muss einen bestimmten Lernprozess durchgemacht haben, sonst habe ich die Erkenntnisse und Informationen nicht, die mich an mein Ziel gebracht haben. Das ist der wichtige Gedanke dabei. Das bedeutet, der Weg ist tatsächlich das Ziel. Nicht, weil der Weg das Einzige ist. Wir wollen ja trotzdem an unser Ziel, aber wir müssen mehr Fokus auf den Weg legen als auf das Ziel. Das ist, glaube ich, das, was ich in diesen Spruch, in diesen Satz reininterpretieren würde. Weil ich will trotzdem an mein Ziel, so oder so. Ich will nicht die ganze Zeit auf dem Weg bleiben und nie an mein Ziel kommen. Das ist ja nicht, was ich will, sondern ich will da ja ankommen. Aber wenn wir diesen Weg nicht gehen, dann haben wir den Lernprozess nicht und dann kommen wir auch nicht an unser Ziel. Eigentlich, wenn man es so ausspricht, ist es total logisch, aber auf so einer emotionalen Ebene im Alltag haben wir das halt noch nicht verinnerlicht. Wenn man das jetzt so theoretisch irgendwie erklärt, macht es total viel Sinn. Aber unser Verhalten spricht eine andere Sprache. Und das ist genau das Thema, was ich heute so ein bisschen durchsprechen möchte. Weil was passiert, wenn wir ein Ziel haben? Zum einen ist dieser Gedanke da, und da müssen wir uns immer erstmal fragen, bin ich jetzt gerade der Meinung, dass das realistisch ist, dass ich das wirklich schaffen kann, erlaube ich mir das, das zu wollen? Weil es gibt auch Rennfahrer, die haben ganz große Probleme damit zu überholen oder tatsächlich irgendwie weiter vorne ins Ziel zu fahren oder im Quali besser zu sein oder was auch immer, weil da irgendwo eine Blockade da ist, weil da irgendwo eine Angst da ist, tatsächlich erfolgreich zu sein. Das klingt total paradox, aber es ist völlig normal schon fast. Und das müssen wir erstmal immer ein bisschen aufbrechen und sagen, okay, du hast ja nicht vor deinem Ziel Angst, sondern du hast ja irgendwo vor einer Konsequenz Angst, die eintreten könnte, wenn du erfolgreich bist, wenn du dein Ziel erreichst. Das sind ja zwei sehr unterschiedliche Dinge. Wir haben ja nicht an sich vor dem Erfolg Angst, sondern wir haben Angst davor, was passiert, wenn wir tatsächlich erfolgreich sind. Weil es immer irgendwo etwas verändert. Es kann immer irgendwo zwischenmenschliche Beziehungen verändern. Es kann vielleicht dafür sorgen, dass Menschen irgendwie uns anders betrachten. Es hat irgendwo immer eine Konsequenz. Und wenn du so jemand bist, dem es auch so geht, der so ein bisschen Angst vor Erfolg hat, kannst du dich auch immer fragen, warum habe ich Angst vor Erfolg? Was glaube ich, was passiert, wenn ich erfolgreich bin? Befrag einfach mal so dich selber, was passiert dann? Und es ist egal, ob das logisch ist oder ob du jetzt sagst, naja, ich weiß ja eigentlich, dass das nicht passiert oder ich kann mir ja denken, das wird schon nicht und so weiter. Frag dich mal ganz ehrlich, was glaube ich, was da passiert, und hau mal alles raus, was da passieren könnte. Egal wie unlogisch oder irrational oder unwahrscheinlich das ist. Und schreib es dir von mir aus auch auf. Aufschreiben ist immer ganz, ganz, ganz wichtig. Ist sehr, sehr hilfreich, wenn man Dinge reflektiert. Schreib dir mal auf, was könnte alles passieren, und gehe das mal so ein bisschen für dich durch. Das ist der erste Ratschlag, den ich dir geben kann. Weil, wie gesagt, wenn wir diese Angst die ganze Zeit mit uns mitschleppen, dann werden wir diesen Lernprozess nicht durchmachen können, der uns tatsächlich an unser Ziel führt. Beziehungsweise diese Angst abzulegen, ist ja dann der Lernprozess. Und wenn wir die Angst nicht ablegen, dann ist genau das, wir gehen nicht den Weg, den es bräuchte, um ans Ziel zu kommen. Das ist sozusagen die erste Hürde, die wir, die wir nehmen müssen und die wir mal so ein bisschen reflektieren können. Wie kann sich das noch äußern? Wie gesagt, in der Theorie haben wir das verstanden, warum der Weg das Ziel ist. Ja, wie kann sich das noch äußern? In Symptomen, nenne ich es jetzt mal. Das andere, was wir natürlich lernen müssen, ist das ganze Technische, wie man technisch Motorrad fährt. Gar keine Frage. Wir können nur besser werden in etwas, wenn wir es immer wieder wiederholen, wenn wir uns damit auseinandersetzen, wenn wir die Erfahrung immer wieder machen, wenn wir offen bleiben für Kritik oder Verbesserungsvorschläge und so weiter und so fort. Das ist ganz, ganz klar. Also wir haben die eine Seite, die emotionale Seite, sage ich jetzt mal, ja, und dann haben wir die andere Seite, die mehr so das Technische abbildet. Ganz, ganz wichtig. Und auch da ist es eben wichtig, dazu zu sagen, dass das eine auch immer das andere bedingt, irgendwo. Deswegen ist das Mentaltraining, sage ich mal, so erfolgreich, wie es jetzt geworden ist. Weil es gibt unfassbar viele großartige Instruktoren und Menschen, die genau wissen, wie man ein Motorrad fährt und klaren, die kennen sich auch damit aus, was Vertrauen bedeutet und Empathie und alles gut. Aber das Problem ist halt an der Sache, dass, und das kenne ich ja von mir von früher, dass wenn uns emotionale Dinge im Weg stehen, dann sind wir gar nicht in der Lage, technisch das umzusetzen, was wir da gerade gehört haben und gelernt haben, wie auch immer. Das ist wirklich ein großes Problem quasi, ne? Weil das eine ist, an eine Grenze zu stoßen und etwas anders machen zu müssen. Und dann aber, anstatt zu sagen, okay, was muss ich wirklich anders machen, welche Erkenntnis brauche ich oder hatte ich, welche Informationen habe ich gerade sammeln können und was mache ich daraus? Stattdessen passiert es halt ganz oft, dass wir dann emotional dicht machen, dass wir frustriert sind, dass wir das Handtuch werfen, dass wir irgendwie der Meinung sind, wir sind eh zu dumm dafür und wir geben uns mit dem zufrieden, was wir gerade so können. Und das ist auch nichts Falsches in dem Moment. Das will ich auch nochmal dazu sagen. Auch im Rennsport, wir legen die Messlatte immer höher. Und das macht jeder Hobby-Trackday-Fahrer, das macht auch jeder Rennfahrer und solange wir, selbst ein Marc Marques macht das wahrscheinlich, der legt auch die Latte immer höher. Der sagt, okay, das habe ich jetzt erreicht, was kann ich noch erreichen? Was geht noch? Und das ist halt das Tückische an der ganzen Sache, dass wir immer der Meinung sind, wir müssen die Messlatte eh immer höher legen. Aber hey, wenn du ein Hobby-Trackday-Fahrer bist, ein Hobby-Rennstreckenfahrer, ja, und das ist, das machst du dreimal im Jahr einfach just for fun, du musst die Messlatte nicht immer höher legen. Okay? Das mal nur so am Rande. Du musst nicht die Messlatte immer höher legen. Weil im Rennsport ist es unumgänglich, dass umso mehr Leistung du bringen willst, desto größer ist das Risiko. Das geht nicht anders. Und deswegen ist es ganz wichtig, auch mal dazu zu sagen, wenn du ein ganz normaler, in Anführungsstrichen, Hobby-Rennenden Streckenfahrer bist, du musst die Messlatte nicht immer höher legen. Du kannst auch sagen, hey, das ist das Niveau, wo ich, keine Ahnung, 70 Prozent Risiko gehe und wo ich im Flow bin und entspannt bin und locker bin und es macht Spaß. Und auf dem Niveau will ich bleiben. Du kannst dann immer noch an anderen Dingen arbeiten. Selbst wenn du jetzt keine drei bis zehn Sekunden mehr irgendwie rausholst und einen krasser Rennfahrer wirst, kannst du immer noch an anderen Dingen arbeiten. Du kannst konstanter fahren, du kannst sicherer fahren, du kannst sauberer fahren, du kannst technisch anders fahren. Es gibt so viele andere Dinge, an denen man noch arbeiten kann, als immer nur noch schneller und noch schneller und noch schneller. Es ist sehr, sehr, sehr eindimensional, immer nur auf die Rundenzeiten zu gucken. Es gibt zig andere Dinge drumherum, an denen man arbeiten kann. Aber es ist wirklich so, dass umso mehr du willst, desto größer muss dein persönliches Risiko, dein Risikoeinsatz sein. Du musst irgendwann 80% gehen, 90% gehen und so weiter. Und wenn es nur ein Hobby ist, und das ist es eigentlich für 99% von uns, wenn es nur ein Hobby ist, dann müssen wir uns wirklich an dem Punkt irgendwann fragen, wie viel sind wir wirklich bereit zu investieren, was das Risiko angeht, was die Energie und die Zeit angeht und natürlich auch was das Geld angeht. Und es ist völlig in Ordnung, irgendwann da für sich selber eine Grenze zu setzen und zu sagen, hey, das ist das Niveau, auf dem ich gerne fahre. Und dann ist auch gut, weil wir legen die Messlatte ja meistens nur höher, wenn wir das mit anderen vergleichen. Oh ja, guck mal hier, mein Kumpel, der ist nochmal fünf Sekunden schneller. Oder, keine Ahnung, wenn man nicht unter 30 in Oschers Leben fährt, ist man eh kein krasser Fahrer. Oder jeder von uns hat so einen Horizont, so eine Schallmauer, so eine Vorstellung davon, was es bedeuten würde, wirklich cool zu sein, wirklich eine gute Leistung zu bringen, wirklich irgendwie stolz auf sich sein zu können. Oder so irgendeine Bedingung, wo das dranhängt, dass man sagen kann, jetzt habe ich es geschafft. Ja, und das Türkische, wie gesagt, ist, dass wir dann, wenn wir das mal geschafft haben, die Messlatte direkt wieder höher legen. Und dann schaufeln wir uns echt unser eigenes mentales Grab irgendwie. Deswegen, wenn du aber Hobby-Rennstreckenfahrer bist, Rennfahrer bist, Kappfahrer, IDM-Fahrer, was weiß ich, oder sogar noch höher und du hast Ziele und du machst das nicht einfach nur für eine kurze, für eine Rundenzeit, sondern für Ergebnisse, für den Sport an sich, für was auch immer, dann ist es auch, sag ich mal, wichtig, aus dieser emotionalen Bewertung rauszukommen. Und diese, wie gesagt, die Ängste, die ich ganz am Anfang angesprochen habe, die sitzen halt wirklich ganz, ganz, ganz, ganz tief. Und an dem Punkt ist es wirklich hilfreich, irgendwie mit einem Coach zu arbeiten und nicht von sich selber zu erwarten, dass man das jetzt, das Problem jetzt selbst löst. Weil wir sind immer blind für unseren eigenen Shit. Das bin ich auch. Egal wie selbstreflektiert man ist, man braucht immer nochmal jemanden, mit dem man sich austauschen kann. Das brauche ich auch. Ich brauche auch meine Freunde. Ich habe auch immer mal Coaches und lass mich weiterbringen. Das ist unser Job, wenn ich nicht der Meinung wäre, oder wenn ich der Meinung wäre, dass ihr das auch alleine könntet, oder wenn ich niemanden bräuchte, dann bräucht ihr mich ja auch nicht. Und dann kann ich auch in Frührente gehen oder so, keine Ahnung. Aber es macht immer Sinn, sich auszutauschen und jemanden als Spiegel zu benutzen, der einem sagt, hey, das, das und das. Das ist super wichtig. Wir sind immer betriebsblind für unseren eigenen Shit. Wir sind immer irgendwie, wir sind so verheiratet mit unseren Ängsten, unseren Glaubenssätzen, unserer Identität, dass wir auch nur diesen Mikrokosmos irgendwo sehen. Und wenn wir halt das große Ganze mal betrachten wollen, dann brauchen wir manchmal die Perspektive von jemand anderem. Das ist völlig normal und völlig okay. Und so funktionieren wir als Mensch auch wirklich einfach. Weil wir schauen auf die Welt ausschließlich durch den Filter unserer eigenen Prägungen und Erfahrungen. Das ist Fakt. So funktionieren wir. Jeder Einzelne von uns. Und man kann seinen Horizont immer erweitern, man kann immer irgendwie schlechte Erfahrungen verarbeiten, man kann immer neue Erfahrungen machen. Aber trotzdem bleibt unser persönlicher Mikrokosmos eben genau das. Und jemand anderes kann die Welt völlig anders sehen, weil er halt völlig andere Erfahrungen und Prägungen hat und so weiter und so fort. Das ist ganz wichtig in dem Zusammenhang, weil der Weg ist das Ziel. Unsere Prägungen, unsere Erfahrungen, unsere Emotionen, das ist alles der Weg. Und das fließt alles in das Heute mit rein. Das fließt alles in unsere heutige Bewertung von allem mit ein. Kann ich das? Funktioniert das? Will ich das? Welchen Weg gehe ich im Leben? Wie verhalte ich mich? Was will ich tatsächlich? Und so weiter. Der ganze Weg, den wir bisher in unserem Leben beschritten haben, hat uns hier hingeführt. Das sind alles, wir sind ein Produkt unseres gesamten Lebensweges. Das muss man einfach so betrachten in dem Zusammenhang. Und deswegen müssen wir auch uns fragen, wenn ich jetzt hier stehe auf meinem Lebensweg und ich will da hin, wie komme ich da hin? Und das klingt total selbsterklärend. Aber das ist es eben nicht. Weil unser Gehirn betrachtet immer nur das, was schon gewesen ist. Und wenn wir Erfahrungen gemacht haben, die dem entgegenstehen, was wir tatsächlich wollen, dann wird unser Gehirn sagen, ja, schön, dass du dir das wünschst, Digga, aber das wird nichts. Und das ist halt die große Kunst am Mentaltraining, dass man da diese ganzen Prägungen, diesen Lebensweg, den man bisher beschritten ist, benutzt, verändert, anpasst, analysiert, reflektiert, um an das Ziel zu kommen, was man tatsächlich, wo man tatsächlich hin will. Deswegen, wichtig ist in dem Zusammenhang immer, nicht jetzt zu sagen, ah, nächstes Wochenende fahre ich jetzt die von mir aus 39 in Oschersleben. Ja, das ist mein Lieblingsbeispiel, tut mir leid. Ich fahre jetzt nächstes Wochenende die 39 in Oschersleben, sondern zu sagen, hey, ich arbeite darauf hin, ich tue jetzt gerade alles, was ich dafür tun kann, um so weit vorne wie möglich zu sein, wenn das mein Ziel ist, meine Rundenzeit zu verbessern. Und dann werde ich vor Ort schauen, ob das gereicht hat. Ich werde gucken, ob das gereicht hat. Ich will das, aber ich lege mir jetzt nicht diese Bürde auf zu sagen, das muss jetzt auch wirklich passieren, sonst XY. Ich gucke, ich schaue, wie nah komme ich daran. Und wenn ich nicht drankomme, frage ich mich, was hat gefehlt. Das klingt wahnsinnig selbsterklärend, aber unsere Emotionen lassen das meistens nicht zu. In dem Zusammenhang müssen wir uns auch immer fragen, was haben wir über uns selbst gelernt, was Fehler machen angeht. Weil Fehler machen wurde meistens irgendwie bestraft mit irgendwas. Selbst wenn man irgendwie ein Glas ausgekippt hat oder so, war das meistens schon eine Katastrophe, je nachdem, wie man aufgewachsen ist. Für manche hoffentlich auch nicht. Aber in aller Regel war das dann immer irgendwie schon eine Katastrophe oder es gab irgendwie Ärger für Fehler oder so. Und wir haben alle oder viele von uns haben halt gelernt, dass Fehler machen nicht gut ist, dass das bestraft wird, dass vielleicht schlechte Emotionen bei jemand anderem auslöst oder dass man etwas verliert dadurch oder oder oder oder es hatte immer irgendwie Konsequenzen. Wenn du jemand bist, wo das in der Kindheit Konsequenzen hatte, wenn du einen Fehler gemacht hast, ja, wenn du Scheiße gebaut hast, bewusst, dann hat es halt Konsequenzen. Aber wenn man einfach einen Fehler gemacht hat, dann wurde das meistens genauso bestraft. Und Bestrafung und Konsequenzen sind auch nochmal ein ganz, ganz großer Unterschied. Das ist auch wichtig in dem Zusammenhang. Konsequenz ist, ich kippe das Glas um und ich muss es auffischen. Das ist die Konsequenz. Bestrafung ist, ich kippe das Glas um und werde angeschrien und in mein Zimmer geschickt. Konsequenz und Strafe sind nicht das Gleiche. Das ist ganz wichtig, das mal für sich zu reflektieren. Gab es Konsequenzen oder gab es eine Bestrafung? Genau, weil auch daraus ist eine Prägung entstanden, wo wir dann gesagt haben: oh Gott, ich darf auf keinen Fall scheitern, ich darf auf keinen Fall einen Fehler machen, ich darf auf keinen Fall irgendwie versagen, weil das wird direkt bestraft. Das ist das, was ich am Anfang gesagt habe. Das, was daraus dann die Konsequenzen, in dem Moment habe ich es Konsequenzen genannt. Aber im Grunde ist es dann auch die Bestrafung sozusagen. Weil, wenn du einen Menschen in deinem Leben hast, der dich dafür bestraft, in Anführungsstrichen, wenn du erfolgreich bist, naja, dann musst du dich erstens fragen, was stimmt mit dem Menschen nicht? Und zweitens willst du den in deinem Leben behalten. Im Grunde bestraft der Mensch dich ja dafür, wenn er dann deinen Erfolg nicht feiern kann oder das blöd findet aus irgendwelchen Gründen oder deinen Erfolg sogar sabotiert. Und das ist genau das, was, also, wenn wir diese Prägung abbekommen haben, wovor wir Angst haben. So, jetzt habe ich versucht, diesen Kreis nochmal zu drehen, aber es war ein bisschen holprig. Das Problem daran ist, dass wir ja meistens wirklich nur die Angst haben, dass es passiert. Da gibt es so ein bisschen zwei Seiten. Entweder wir haben wirklich nur diese Angst, dass es tatsächlich passieren könnte, und deswegen versuchen wir es gar nicht erst, oder du stellst fest, ha, es ist tatsächlich so. Und das war bei mir zum Beispiel so. Als ich mit der Selbstständigkeit angefangen habe, gab es auch einige Menschen, die damals noch in meinem Leben waren, die sind nicht mehr in meinem Leben genauso. Dem Grund nämlich, die irgendwie, die mich irgendwie gebremst haben, die irgendwie gesagt haben, nein, das wird nichts und das kauft keiner und lasst es lieber und so weiter. Und vielleicht hatten die Menschen gute Intentionen, geht mich nichts an, aber die hatten in meinem Leben dann auch nichts mehr zu suchen. Das klingt ziemlich rabiat, aber es ist so. Weil ich wusste ganz tief drin in mir ganz genau, warum ich das mache und dass es sinnvoll ist und dass das funktionieren wird. Ich wusste da noch nicht, wie es funktionieren wird und wie ich das anstelle. Aber ich wusste, nee, das ist das Richtige. Ich weiß, das ist das Richtige. Es fühlt sich richtig an. Und wenn wir so einen so einen inneren, so einen inneren Drive haben, so einen inneren Motivator, dann war das bei mir zumindest so, dass da konnte niemand dazwischen kommen. Niemand. Und es ist heute immer noch so, bin ich ganz ehrlich. Wenn jemand zwischen mich und meine Mission, nenne ich es jetzt mal, kommt, fliegt der Mensch raus. Das klingt super hart. Aber ich bin mir selbst so wichtig geworden und ich bin so überzeugt davon, was ich mache und warum ich das mache und dass es hilft und dass es Menschen gut tut, dass da niemand mehr einen Zweifel bei mir auslösen kann. Und das musste ich auch auf die harte Tour lernen, weil ich bin auch ein Mensch gewesen, der sein Leben lang sich für andere aufgeopfert hat und die eigenen Bedürfnisse komplett hinten angestellt hat. Und die Art Mensch, wie ich es bin, die seid ihr in der Regel auch ganz, ganz häufig. Weil nur, nur ist übertrieben, in erster Linie die Art Mensch, die eh sich selbst immer hinterfragt und eh immer sich selbst reflektiert und sagt, bin ich das Problem, das ist die Art Mensch, die eher ins Mentaltraining kommt, als jemand, der sagt, nee, die anderen sind immer schuld. Von daher, ich bin mir selbst so wichtig geworden und mein Erfolg ist mir selbst so wichtig geworden, dass das eben nicht mehr passieren kann. Dieses, oh, der findet das bestimmt nicht cool, wenn ich jetzt schneller bin als er oder so. Jetzt in dem Rennen geschehen zum Beispiel. Wenn ich jetzt einen Kumpel überhole und fahre aufs Podium und der wird nur Vierter oder was weiß ich, dann könnte ich Angst haben, dass der dann irgendwie, dass die Freundschaft kaputt geht, weil der das irgendwie Kacke findet oder so, zum Beispiel. Und für mich, im Business vor allem, weil, ne, ihr wisst, Rennen fahren tue ich aktuell nicht, aber im Business ist das für mich kein Thema mehr. Weil ich will Menschen in meinem Leben haben, die meine Erfolge mit mir feiern. Und ich bin auch nicht jemand, der über Leichen geht, sondern alle meine Coaches, die pushe ich mit allem, was ich kann. Sei es jetzt persönliche Gespräche darüber, wie man ein Coaching-Angebot entwickeln kann und anbieten kann oder persönliche Gespräche über private Themen oder deren Angebote immer wieder präsentieren und posten und teilen und bis hin zu hinter dem Rücken von diesem Menschen gut über ihn sprechen. Das sind alles Dinge, die ich tue für mein Team und mit meinem Team und ich weiß, dass mein Team das auch tut. Und wenn es da jemanden gibt in meinem Team, der das nicht tut, dann hat er in meinem Team nichts zu suchen. Und das ist die Einstellung, die einen Rennfahrer halt auch braucht. Ein Rennfahrer, ein Hobby-Rennstreckenfahrer, wie auch immer. Weil da sind wir wieder beim Thema Racer-Ich. Wenn mein Racer-Ich nicht egoistisch sein kann und den eigenen Erfolg als Priorität in den Vordergrund stellen kann, naja, dann werde ich mir immer selbst im Weg stehen. Und genau das ist der Punkt, dass wir uns das nicht erlauben, dass wir dieses Ziel haben, diesen Prozess eigentlich gehen wollen, diesen Weg eigentlich gehen wollen. Aber wir stehen uns mit diesen Ängsten selbst im Weg. Was ist mit den anderen? Was denken die dann? Sind wir dann noch Freunde? Stehe ich dann alleine da? Und dann haben wir Angst vor unserem eigenen Erfolg. Und das ist so eine innere Zerrissenheit, dass einen das wirklich fertig machen kann. Und es geht nicht nur ums Motorradfahren, sondern generell im Leben. Wie wir uns von Freunden behandeln lassen, wie wir uns von Partnern behandeln lassen, wie wir uns auf Arbeit behandeln lassen. Es lässt sich auf alles, wie sagt man, nicht implementieren, sondern übertragen. Es lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen. Alles, was wir im Mentaltraining machen, lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen. Weil es geht nicht nur ums Motorradfahren, es geht um uns selber, um unsere Persönlichkeit, um unsere Prägungen, unsere Denkweise. Deswegen, der Weg ist das Ziel, weil dieser Lernprozess ist das, was uns am Ende des Tages an unser Ziel bringt. Und deswegen muss der Lernprozess etwas sein, auf den du dich freust. Der ist manchmal hart, der kann richtig hart sein, aber ohne den geht es halt nicht. Ohne diesen Lernprozess geht es nicht. Du kommst nicht an dein Ziel, ohne diesen Lernprozess zuzumachen. Ich benutze auch immer gerne die Metapher, wenn du einem Kleinkind immer die Schnürsenkel bindest, wird er nie in der Lage sein, sich selbst die Schnürsenkel zuzubinden. Weil er hat diesen Lernprozess nicht gemacht. Er, sie, wie auch immer. Ein Kleinkind, wenn wir dem, wenn wir einem Kleinkind, das gerade, weiß nicht, lernt, den Löffel selbst in den Mund zu stecken, wenn wir das immer wieder für das Kind machen, dann lernt es, dass es a jemanden dafür braucht und B, ist dieser Lernprozess viel langsamer, weil wir den ständig unterbrechen. Deswegen auch als guter Coach, und ich sage nicht, dass ich das perfekt mache, ich weiß auch genau, dass ich Dinge auch verbessern kann und so weiter, aber ein guter Coach lässt den Klienten auch diesen Lernprozess. Der nimmt dem das nicht weg. Das ist so unfassbar wichtig, dass Klienten ihre eigenen Erkenntnisse haben. Weil als Coach merkt man das auch ganz oft. Man weiß das Ergebnis schon, man weiß, welche Erkenntnis dieser Klient haben müsste. Und teilweise erklärt man das dann auch, aber dann stellt man fest, das Nervensystem von demjenigen ist noch so auf Frust und Emotionen eingestellt, der hört gar nicht, was ich sage. Das kommt gar nicht an. Und das ist normal. Das ist jetzt keine Bewertung oder Kritik oder so, sondern das ist normal. Das ist etwas, womit ein Coach arbeiten können muss. Er muss dann gucken und sagen, okay, der hat mich gerade nicht gehört, das ist in Ordnung, der Kopf ist noch mit was anderem beschäftigt. Das bedeutet, diese Erkenntnis ist noch nicht reif. Klienten müssen in ihrem eigenen Tempo diese Erkenntnisse haben dürfen. Der Lernprozess muss bei dir selber passieren. Den kann ich dir nicht abnehmen. So gern ich wollen würde. So gern ich wollen würde, aber ich kann dir diesen Lernprozess als Coach nicht abnehmen. Den musst du selbst durchgehen. Niemand kommt, um dich zu retten. Wir sind alle hier, um dir zu helfen, aber niemand kommt, um dich zu retten. Das musst du selbst tun. Und das solltest du auch selbst tun, weil du sonst den Weg nicht selbst gehst. Es kann niemand diesen Weg für dich gehen. Weil der Lernprozess das ist, was du brauchst, um von A nach B zu kommen. Deswegen behandle Fehler, Rückschläge, Versagen. Behandle das als Erkenntnisse und Informationen. Freu dich darüber, dass was nicht geklappt hat. Weil du hast eine neue Information. Ausschlusskriterium, Quatsch, Ausschlussverfahren. Du weißt, was du nicht mehr tust. Du weißt, wie es nicht geht. Das ist ein Riesenerfolg. Das ist ein Riesenerfolg. Fehler machen muss generell bei uns im Kopf einfach mehr ein Erfolg sein. Ah, krass, das hat nicht funktioniert, alles klar, jetzt mache ich es anders. Ist eine wichtige Erkenntnis. Ist eine wichtige Information, wie es nicht geht. So habe ich mein ganzes Business aufgebaut, bin ich ganz ehrlich. Ich habe stumpf irgendwas ausprobiert und habe geguckt, funktioniert es oder funktioniert es nicht. Bin ich ganz ehrlich. Und es gab schon ganz, ganz, ganz viel, was ihr alle schon vergessen habt, was ich schon mal angeboten habe, was nicht funktioniert hat. Und es sind alles keine Dinge, wo ihr dann im Kopf behaltet, ah, das und das und das, da hat sie versagt, sondern ihr seht jetzt natürlich auch in erster Linie die Erfolge. Von daher scheiß drauf, ob du einen Fehler machst oder versagst oder so. It's not that deep. Die Welt geht nicht unter. Ich weiß, es fühlt sich so an, als würde die Welt untergehen, aber es gibt immer eine Lösung. Es gibt immer eine Lösung, es gibt immer eine Erkenntnis, es gibt immer eine Information, die wir daraus benutzen können. Deswegen glaube ich, man sieht ja immer nur von außen was so, ne, man kann ja immer nur von außen vermuten, was bei den Moto-GP-Fahrern so im Kopf vor sich geht. Aber deswegen glaube ich, ist Marc Marquez auch ein so unfassbares Ausnahmetalent und ein so unfassbarer Ausnahmerennfahrer. Ob du jetzt Fan von ihm bist oder nicht, sei mal dahingestellt, aber man muss, man muss wertschätzen, was der geschafft hat. Und man muss auch wertschätzen in dem Zusammenhang, was für Rückschläge der in den letzten Jahren hatte. Immer wieder, immer wieder aufs Maul gekriegt, immer wieder verletzt, immer wieder operiert. Und der steht noch. Der fährt noch und der weiß, der will immer noch an sein Ziel. Schon wieder an sein Ziel. Nochmal Weltmeister werden, nochmal bester sein, immer noch bester sein, bester bleiben. Das ist krass. Und der macht das, glaube ich. Ich kann nur vermuten. Und er macht das, indem er alles als Erkenntnisse betrachtet. Indem er weiß, nur wenn ich aufhöre, diesen Weg weiterzugehen, komme ich nicht an mein Ziel. Ich komme an mein Ziel, ob nun dieses Jahr oder nächstes oder in drei oder in fünf. Irgendwann ist es da. Wenn ich alle Erkenntnisse sammle, alle Infos sammle, erst wenn ich nicht mehr der Beste sein will, dann bin ich es auch nicht mehr. Weil aus Versehen wird niemand Weltmeister, in der Regel. Genau. Ja. Der Weg ist das Ziel. Ich habe diesen Spruch immer gehasst, aber es steckt ganz, ganz, ganz viel Wahrheit drin. Freut euch über eure Fehler, betrachtet es als Erkenntnisse und Information. Zieht daraus Maßnahmen, um besser zu werden. Das ist das, was wir tun wollen. Ganz genau. Das soll es auch erstmal gewesen sein für diese Episode. Tatsächlich mal geschafft, mich ein bisschen kürzer zu fassen. Von daher, ja, schreibt mir gern, wie ihr so damit umgeht mit diesem Thema, ob ihr das tatsächlich so mehr oder minder rational betrachten könnt oder ob euch eure Emotionen manchmal im Weg stehen. Wenn ja, gibt es dafür natürlich auch Lösungen. Und vielen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Episode. Ciao.