expectations - geplant und ungeplant kinderfrei
Rahel (geplant kinderfrei) und Katrin (ungeplant kinderfrei) diskutieren zu zweit oder mit Gästen über den Alltag ohne Kinder. Die Freundinnen schlagen eine Brücke zwischen denen, die bewusst keine Kinder haben, und denen, die nicht geplant hatten, ohne Kinder zu leben. Die beiden Seiten haben mehr gemeinsam als der erste Blick vermuten lässt. expectations bricht Tabus, klärt auf und interviewt geplant und ungeplant Kinderfreie sowie Expert:innen. Expectations macht die leisen Geschichten lauter. Offen, inklusiv, gesellschaftspolitisch relevant.
expectations - geplant und ungeplant kinderfrei
#1 Katrin: ungeplant kinderfrei
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Katrins Geschichte
In dieser 1. Folge erzählt Katrin, wie es dazu kam, dass sie heute ungewollt kinderfrei ist. «Ich wollte nicht schon immer Kinder. Die ominöse, bekannte ‹tickende Uhr› hörte ich erst, als ich bereits Mitte 30 war», erzählt sie. Kinderwunschzentrum, Fehlgeburten, Hormonspritzen und Arzttermine à gogo, und und und: Wie fühlte es sich an, mitten in der Kinderwunschreise? Welchen Einfluss hatte diese Reise auf ihre Partnerschaft? Und wie fühlt es sich heute an – rund sechs Jahre nach der ersten Hormonspritze? Hör‘ rein!
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Gemeinsam mit dir machen wir die leisen Geschichten lauter und machen so den kinderfreien Alltag sichtbar! Expectations bricht Tabus, klärt auf und interviewt geplant und ungeplant Kinderfreie und Expert:innen. Offen und inklusiv, gesellschaftspolitisch relevant.
Expectations, der Podcast über das Planten und Unplante kinder freie Leben. Hallo und herzlich willkommen zu unserer ersten Folge. Wir müssen uns zugeben, wir sind ein bisschen nervös, aber nichtsdestotrotz, wir freuen uns sehr, dass wir unseren ersten Podcast aufnehmen. Wir freuen uns sehr, was bist du heute hinein. In unserer ersten Folge wollen wir dir heute zwei Sachen erzählen. Zum einen, wie ist es dazu gekommen, dass wir diesen Podcast jetzt hier machen, was motiviert uns? Und zum anderen wollen wir dir hinter dem Mikrofon etwas bringen. Das bin zum einen ich, Drael Perrot. Und ich, Katrin Schmitter.
SPEAKER_01Uns ist es wichtig, Austausch darüber anzustoßen, wie es ist, in der heutigen Zeit kinderfrei zu sein, ob das gewollt oder ungewollt ist, wie wir den ganzen Prozess erleben, wie wir mit Erwartungen der Gesellschaft umgehen, mit Annahmen von außen. Uns interessieren eure Geschichten, egal ob Frau oder Mann, wie wir mit diesem Thema Kinderfreiheit umgehen, was für euch Emotionen auslöst. Und um das ganze Parkett zu eröffnen, fangen wir an, unsere Geschichte zu erzählen. Trahel und ich sind beide kinderfrei, ich umplante, Trahel plant. Es fühlt sich innerlich ganz anders an und doch haben wir ganz viele gemeinsame Erlebnisse.
SPEAKER_00In der heutigen Folge starten wir mit der unplanten Seite, mit der nicht ganz freiwilligen kinderfreien Seite. Und zwar starten wir mit der Geschichte von Katrin. Wenn dich interessiert, wieso ich keine King habe, dann schau dich in die nächste Folge hinein, erfährst du mehr dazu zu mir und zu meinem Entscheid, ein Leben ohne King zu leben. Aber jetzt gehen wir zur Katrin. Katrin, wer bist du?
SPEAKER_01Ich bin 43, ich bin kinderfrei, unplant. Ich wohne seit einem Jahr in den USA, in Washington, D.C., dass aufgrund des Jobs mein Mann sind mir da hergezöglich. Ich arbeite als Kommunikationsberaterin und bin am Ausprobieren, wie sich Selbstständigkeit anfühlt.
SPEAKER_00Sehr gut fühlt sich die an. Das kann ich bestätigen. Bis jetzt. Cool. Katrin und ich, wir kennen uns seit fast zehn Jahren. Wir haben uns kennengelernt im Rahmen unserer Tätigkeit für eine Agentur zu Zürich kennen. Wir haben uns zusammen Kunden betreut, haben wir ein Jahr zusammen geschaut. Und auch was sich unsere beruflichen Wege getrennt haben, haben wir den Kontakt behalten. Wir können tatsächlich ein Einstieg, die wir uns kennengelernt haben, Katrin, so vor zehn Jahren. Von welchen Punkt von deinem Weg, in der Familienplanung im Leben, zum Kinderfreien Leben, wo bist du dort gestanden, 2014?
SPEAKER_012014, dort war ich noch nicht so lange mit meinem Mann zusammen. Kind war definitiv für uns beide ein Thema. Und wir waren, ich würde mal sagen, auf dem Weg, um Kind zu bekommen oder um das Ausprobieren. Und in dieser Zeit ist sehr viel passiert, würde ich jetzt mal sagen, wo wir zusammen geschafft haben. Aber ich war definitiv in der Phase, in der ich Kind wollen. Hast du das immer kein Wollen? Nein, das war nicht immer so. Mit Anfang 20, Mitte 20 hatte ich kein Kind wählen. Und bin mir ziemlich sicher, dass ich nie ein Kind hatte. Ich glaube, ich hatte Leute davon lachen, wenn ich gewusst hätte, dass ich 15 Jahre später ziemlich alles auf der Welt machen würde, um ein Kind zu brauchen. Es war ein Prozess. Das war für mich lang kein Thema und plötzlich doch.
SPEAKER_00Hast du voran das Gefühl, wo du nicht den Wunsch hast, Mutter zu werden, aber das trotzdem von außen der Erwartung wäre, dass du Mutter werden sollst, dass die Erwartung angetan worden, die Mutter zu sein?
SPEAKER_01Ich würde sagen, das war etwas unterschiedlich. Von meinen Eltern war ich sicher nie unter Druck gestanden, Kinder zu haben. Sie sind selber relativ später. Meine Mami hat mich mit 35 bekommen und ich habe noch zwei Jahre jüngere Brüder. Ich würde es mal behaupten, für diese Generation war das ziemlich steueralt, um älteren zu werden. Und irgendwie habe ich gedacht, ich würde wahrscheinlich sicher nicht jünger als meine Mutter sein, wenn ich mal Kind bekomme. Von dem her habe ich wie mental Zeit oder Spatzung. Ich dachte, ich habe jetzt sicher mal bis 35, um mir das genau überlegen kann, ob ich das wette oder nicht. Aus der Familie habe ich mich nie unter Druck gefühlt. Ich glaube, Erwartungshaltungen oder Annahmen sind mehr von außen und oftmals von Leuten, die ich gar nicht so besonders gut gekennt habe. Oft im Arbeitsumfeld. Leute, die gewusst haben auch Katrin, die ist jetzt seit zwei Jahren mit ihrem Freund zusammen, die wohnen zusammen, dass dort dann automatisch der Annahme ist als nächstes. Es gibt entweder eine Hochzeit oder Kind oder beides. Und da bin ich ein paar Mal darauf angesprochen worden, ob ich dann kein Kind wette oder ob ich nicht denke, dass es langsam Zeit wäre, mir das zu überlegen.
SPEAKER_00Wie hast du darauf reagiert?
SPEAKER_01Ich habe das Gefühl, am Anfang habe ich wahrscheinlich ein bisschen trotzdem reagiert und habe das Gefühl, sowas. Warum muss ich mir jetzt mit N20 überlegen, ob ich Kind will oder nicht? Ich habe ja noch ewig Zeit. Ich habe das immer etwas absurd gefunden. Denn, also ich bin einfach dann noch überhaupt nicht parat, um mir Gedanken, mir ernsthafte Gedanken über das zu machen.
SPEAKER_00Und das hat sich auch nicht gestresst, dass du es gewusst, du musst jetzt entscheiden musst, was ich sehr gut von mir kenne, dass jetzt mich jetzt entscheiden muss, so mit 30. Das hast du nicht.
SPEAKER_01Nein, das habe ich irgendwie nicht so fest. Nein, und ich glaube, bei mir hat es irgendwie wie 180 Grad wechseln gegeben, aber ich bin nie in dem Pendel von wird, wird die nicht. Oder das war erst viel, viel später, eigentlich mehr, nachdem wir schon irgendwie x Jahre versucht haben und gewusst, es funktioniert auch nicht. Und je länger ich mit dieser Kinderfreiheit gelebt habe, desto unsicherer bin ich, ob ich die ganze Welt in Bewegung setzen würde, um das noch zu. Es ist so, wie ich über 40 Jahre mit dieser Kinderfreiheit gelebt habe, weiss gar nicht, ob ich das noch wette, ob ich das noch habe. Also ich habe mich ab und zu an alt gefühlt. Das ist mega blöd. Ich fühle mich nicht alt, aber einfach denke ich, für uns ein Kind zu bekommen. Und da kommt dazu, dass ich mit dem Rücken Problem hatte und ich habe zwischendurch das Gefühl, ich würde das physisch gar nicht stemmen. Aber ja, vor der um die 30 herum, es war mehr so, dass ich vorher kein Kind wählen kann und das relativ vehement ist. Und dann war mir ein bisschen aufgegangen, dass das Thema noch nicht ganz abgeschlossen ist. Eigentlich haben meine Freunde, die ums Verrecken kein Kind wählen und sich immer wahnsinnig genervt hat über kleine Babys, die schreien.
SPEAKER_00Die Freunde, die vor Team jetzt gemacht hast. Genau, genau.
SPEAKER_01Eine vorherige Beziehung, die ich so um die 30 herum habe. Mir hat es irgendwie gestresst, dass er so negativ auf die Babys reagiert, so genervt auf das reagiert. Dann habe ich gemerkt, das ist bei mir, glaube ich, noch nicht alles abgeschlossen. Und knapp nach 30 Jahren bei mir nochmal ein recht ein Wandel stattgefunden. Die Beziehung ist in die Brüche gegangen. Ich bin dann ein Jahr auf Südafrika gegangen und habe das Bedürfnis, etwas ganz anderes zu machen. In dieser Phase ist wie mental bei mir recht viel passiert.
SPEAKER_00Es ist sehr schön, dass du den Moment für dich genommen hast. Also per se, dass du es für dich eine Auszeit hast. Und du bist mal in Südafrika und in der Angst umfällt und dann auch in dir hast du hineingelasst, was du wolltest. Ich würde gerne nachher gehen, dass du voran dich nicht vorstellen können und er doch so diesen Weg passiert zum Muttersein. Du kannst es noch etwas benennen, was die Gereis schwächst das falsche Wort. Aber du dir erhofft hast, von der Mutterseit Erwartung gekommen, was wir machen können mit deinem Leben und wie dein Leben heraussätze. Sie sind deine Fantasien. Was Mutterseite? Kinderfantasie.
SPEAKER_01Mutterfantasie. Ich finde es noch schwierig, in Wurzel zu fassen. Also dieser Wunsch, Mutter zu werden, hat sich für mich instinktig angefühlt. Ich kann das nicht so genau in Wurte fassen. Ich habe diesen Wunsch, ein Kind zu bekommen, ich habe den Wunsch, auch wirklich schwanger zu werden. Man kann ja auch anders Mutter werden heutzutage. Aber ich habe wirklich diesen Bauch wählen. Ich kann nicht genau sagen, warum. Es ist auch hier eine romantische Vorstellung, also etwas anderes. Und vom Kind selber, ich habe auch gemerkt, ich bin gerne um Kind herum. Mir gefällt den anderen Blickwinkel auf die Welt, was sie einem zeigen und dass man plötzlich an nichts nur so fokussiert auf Karriere ist, sondern dass sie einem zeigen, es gibt noch anders auf der Welt. Das hat mir irgendwie gefallen.
SPEAKER_00Ich hatte verstanden, du sagst, du kannst es nicht so genau beschreiben, diesen Instinkt, etwas zu wollen. Mehr Munkeschuss kann es nicht beschreiben oder genau beschreiben kann, warum ich etwas nicht wollte. Also ich kann einfach sagen, ich wollte es nicht. Wahrscheinlich geht es ein bisschen das Gleiche, es ist ein diffus. Man merkt einfach entweder hat man den Wunsch oder hat man halt nicht. Du bist auch eigentlich da, das ist schon realisiert, Mau, du wolltest das. Und ich habe den schreien, nein, ich wollte das nicht. Ja, genau. Machen wir gerade ein bisschen härten Cut. Du hast insgesamt drei V-Geburte erlitten, die haben auch ein bisschen eine Geschichte mit künstlicher Befruchtung, mit diesen Kinderwunschzentren. Auch das Ganze wird kurz etwas zusammenfassen, obwohl die Zusammenfassung nicht so mindern, wir werden sicher in einer späteren Folge monoken auf das Thema V-Geburt eingehen. Es ist eine sehr komplexe, sehr schweiz V, das umfasst sehr vieles. Von dem wir so einen kurzen Wrap-Up von deinen drei V-Geburten angefangen. Kannst du ein bisschen sagen, wie hast du das erlebt, die Zeit erst, wie bist du mit dem umgegangen, wie bist du zusammen mit deinem Partner, wie seid ihr umgang mit dem, wie ist auch er auch mit dieser Situation umgegangen? Dass es echt nicht geklappt hat?
SPEAKER_01Ich glaube, ein wichtiger Teil für mich war, dass ich darüber begreibt habe. Und zwar nicht nur mit meinem Partner zusammen, wobei das sicher ein wichtigere Teil war, dass wir als Paar zusammen darüber redet, wie sich das anfühlt für den einen und für den anderen. Ich glaube, ich habe immer so ein bisschen das Gefühl, dass ich so gefangen in meinem Körper bin und dass ich geschuld bin. Das hat sich bis heute irgendwie nicht gelöst. Ich sage immer wieder, dass der Embryo oder das Baby nicht bei mir behalten kann. Und ich weiss rational gesehen, es ist nicht meine Schuld. Man weiss nicht, an wem es liegt. Wir haben ja x tausend Untersuchungen gemacht und gemessen all diesen Tests, ist alles in Ordnung, es mit meinem Mann und mit mir. Und es sollte eigentlich funktionieren und die Ärzte wissen einfach nicht warum. Wenn man in ein Kinderwunschzentrum geht, ist das auch etwas vom Ersten, das man hört. In 80% der Fällen gefindet man nicht raus, warum, dass ein Paar nicht kein Kind hat. Das trifft einem ein bisschen wie eine Ohrfige. Es war schon mal ein rechter Schritt, in ein Kinderwunschzentrum zu gehen. Und zu dem Zeitpunkt war es aber irgendwie notwendig. Ich das Gefühl braucht, dass ich etwas mache, dass ich wieder die Zügel in die Hand nehme. Man fühlt sich absolut machtlos an. Und ich glaube, das war ein Gefühl, das eher sehr präsent war. Bei mir. Es war so eines von diesen Mals im Leben, wo man weiss, man nichts machen. Und auch das Kinderwunschzentrum vielleicht nichts machen. Und ich kann nur so planen und wünschen. Und es hilft irgendwie einfach nicht. Ja, und darum war es auch wichtig, dass wir viel darüber geredet haben. Es war viel Wut drum, es war Hilflosigkeit drum. Wir haben uns manchmal geschrauen, aber auch notwendig, dass wir wieder der Rang finden. Und ich war mit meinen Freundinnen auch recht offen mit diesem Umgang und habe es verzählt. Für mich war es gar keine Option, das nicht zu erzählen, zumindest meinen engeren Freundinnen. Wie das Gefühl, dass ich ihnen etwas verheimliche, das einen sehr grossen Teil von mir ausmacht. Und ich weiss, dass es andere Frauen gibt, die etwas ganz anderes wählen, die lieber das mit sich selber ausmachen. Das ist auch okay, aber für mich wäre das nicht gegangen.
SPEAKER_00Ich kann mich sehr gut erinnern an eine Situation, als ich ins Bern besuchen kann, sie über Weihnachtsmerit zu einem von denen zu Bern gelaufen und du hast mir erzählt, dass es wieder nicht geklappt hat. Und du dich auch so schuldig gefühlst und so als Versagerin. Jetzt auch wieder ein Verzählen. Ich habe Hühnerhaut und ganz Körper aus mich so verrückt, dass du so hart mit dir ins Gericht gehst, dass du so hart mit dir bist und dass du der Fehler bist. Aber man wird darüber reden, es ist ein Wahnsinn, dass du so hart mit dir selber bist. Ich finde verrückt, wie du sagst. Man geht so in ihre Notsituation, man geht ins Kinderwunschzentrum, man wollte gerne, dass einem gekauft wird, dass Lösungen präsentiert werden und das Problem lösen. Und wie du sagst, 80% am Schluss weiss man eher nicht, was es ist. Also es ist ihre Hilfussituation, dir wird nicht gekauft werden. Du musst eher damit selber auch klarkommen.
SPEAKER_01Ja, es ist ein Prozess, man muss selber damit klarkommen. Was ich im Nachhinein anregen würde, ist, dass man sofort psychologische Unterstützung sucht. Und das wird einem von diesen Kinderwunschzentren eigentlich nicht anboten. Wir haben dann mal gefragt, ob sie etwas empfehlen können und haben uns dann irgendwie an passend und zwei Kärtlee drückt. So einer Psychologin gegangen und es hat uns zu dem Zeitpunkt ein bisschen geholfen. Aber ja, ich würde wirklich anregen, dass wir vor davon darüber reden und eine dritte neutrale Person dazu zieht, die einem diesen Prozess unterstützen kann. Der Kopf ist gefüllt mit diesem Kinderwunsch oder mit dem, und man denkt immer wieder daran, warum funktioniert das nicht, warum ausgerechnet ich, was mache ich falsch, könnte ich mein Essen noch umstellen? Hätte ich irgendwie früher Selle A Phopolsäure hinein, hätte ich diesen oder jenes Selle gemacht, sollte mein Mann vielleicht auch aufhören, Kaffee zu trinken, sollte ich ihm sagen, dass er sein Händler mit den Hosentaschen trägt, strahlen. Es ist endlos und man kommt in so einem Strudel hinein und man schafft ja noch neben dran. Also ein Schindz, ja.
SPEAKER_00Ein Schindtest du noch angeschleppen dran. Ja, es ist auch fit. Du hast gesagt, wir darüber reden, ein wichtiger Schritt, darüber zu reden. Wir reden darüber. Es ist ein Prozess, wie du gesagt hast, der sie gelaufen genommen und einen Prozess, um entscheiden, nein, wir verfolgen das nicht weiter. Wir kennen es ein bisschen mit dir ein bisschen Erinnerungen schwelgen, auch so lange ist jetzt noch nicht her. Wir haben diesen Sommer zusammen telefoniert und dann hat es einen Moment gegeben, der für uns etwas verändert hat. Ich weiss es noch ziemlich genau, auf einem Bänkel im Parkhaus gekocht bin ich. Ich weiss nicht genau, wo du gekockert bist. Ich bin auf dem Sofa gelegen bei uns.
SPEAKER_01Es ist nicht so spannend. Aber es war auch grün. Es war ein grün. Es war als Gemeinsamkeit.
SPEAKER_00Genau, aber bei uns hat etwas geklickt, und zwar diese Idee, diesen Podcast zu machen. Die Idee, diesen Podcast zu machen, ist, wir haben jüngeren Datum, bei dir ist das schon ein bisschen länger breiten, oder?
SPEAKER_01Ja, das ist bei mir wirklich schon etwas, das länger im Kopf umeinander trotten. Ich habe mich schon vor ein paar Jahren ein bisschen darüber genervt, dass ich einfach keine Geschichte finde von Frauen, die Infertilität erlebt haben oder von Paaren, die das erlebt haben, die viele versucht haben, die vielleicht auch IVF versucht haben und wo schlussendlich keine Happy End in Form eines Kind stattfindet. Das habe ich wirklich sehr fest vermisst, weil ich hatte diese Geschichte gebraucht, um so auch weitergehen kann. Es ist ja nicht so, dass ich nicht gewusst, wie es weitergeht, aber alternative Lebensmodelle oder was es braucht, auch zwischen einem Paar, um sich einig sein, wiederfinden und dass man einfach okay ist mit dem, wie es jetzt ist. Und je mehr ich recherchiert habe, desto mehr habe ich Geschichten gefunden von Frauen und Paaren, die zehn Zyklen IVF gemacht haben, 10'0usige von Franken ausgeben haben. Und nachher glückliche Eltern von einem kleinen Mädchen- oder Bub. Mich hat das einfach genervt und mir jetzt weht und die anderen Geschichten auch noch wenig gehören. Und darum war mir die Idee, dass man vielleicht muss ich mit diesem Anfang. Der erste Stück weiter. Es ist nicht so, dass es überhaupt nichts zu diesem Thema gibt, aber es ist definitiv ein kleiner Grau Zone.
SPEAKER_00Es ist ein unglaubliches Tabu, es geht eben, wenn man gerne King hätte und es nicht geklappt. Aber die Scham auf das, was du erlebt hast, sich so selber fertig zu machen, dass man ungenügend ist und es ist auch ein Scham, was sich ja darüber legt. Ich bin nicht in der Lage, mit dem muss es gehen, ist einfach schon etwas, wo es nicht in jedem Licht gefällt.
SPEAKER_01Nein, es ist nicht das einfachste Thema. Man wird ja auch oft angesprochen drauf, hast du Kind? Es ist so eine Frage, die man en passant stellt, weil man einfach mal annimmt, Default ist Kind. Ich glaube, wenn man einen Ring am Finger hat, ein Eherring hat, ist es noch eher der Default oder der ist ein fetter geschrieben als bei anderen.
SPEAKER_00Ja, ich kenne, darum kommt auch nichts. Aber ja, ich kann mir gut vorstellen, dass der Ehering ist einfach.
SPEAKER_01Und ja, ich kann bis heute irgendwie nicht so wirklich einen Schlagfähigkeit. fertige Antwort. In dieser Phase, wo wir im Kinderwunschzentrum sind und wo ich Pfeilgeburte habe und mir die Frage gestellt worden ist, ich war innerlich immer zusammengekehrt, zusammengesagt. Es war furchtbar. Ich hatte gerne Ja gesagt und ich habe mich gestämt dafür, dass sie Nein sagen. Ich habe das Gefühl, es stab mir auf den Stirn geschrieben.
SPEAKER_00Und dann bist du schon gegenüber etwas einfach so gefragt, ohne sich etwas zu überlegen, was eigentlich am Hingendran passiert. Und das ist ja das Verrückten, oder? So eine banale Frage, aber so etwas Heftiges auslösen gegenüber. Ich habe mir eigentlich schon nicht bewusst, man irgendjemand etwas gefragt, was man vielleicht mit dem auslöst. Du siehst ja nicht. Du siehst nicht dahinter. Nein, dir ist es nicht auf den Stirn geschrieben, dass es so ist. Das sehen wir aber leider nicht. Aber in diesem Moment im Sommer, ja, wir haben telefoniert, wir haben uns ein bisschen, ich würde es nicht sagen, selber mitleidet, aber diese Struggle, wo wir irgendwie mit dem Leben und ich king, bei mir vor anderen Perspektiven. Und ja, da ist plötzlich Komfort zusammen. Das Wort Podcast ist plötzlich immer umgestanden und es hat sich gut angefühlt.
SPEAKER_01Es hat sich super angefühlt. Für mich war es genau die Motivation, die ich gebraucht habe, um das rauszupushen in die Welt. Ich glaube, sonst hätte ich wahrscheinlich noch ewig Draomen studiert, wie ich das jetzt am besten mache. Und ja, ich glaube, dank dir habe ich jetzt irgendwie die ideale Kombination gefunden. Und gegenseitig machen wir uns Mut. Sehr gut.
SPEAKER_00Ja, definitiv. Also du kannst sagen, die letzten, jetzt mit vielen Monaten, aus dem wir das jetzt initiiert haben, es hat sich ein bisschen bei dir verändert, im Mindset, um das Passwort zu brauchen, das empfinden, Gespräch, das du geführt hast. Was ist unsere Rolle gekommen?
SPEAKER_01Mein Fokus ist irgendwie schon sehr stark auf diesem Thema. Und was ich merke, ist, mich interessiert es und ich rede gerne darüber. Und ich erzähle das auch vielen Leute, dass wir diesen Podcast planen und schauen, wie die Leute darauf reagieren, ob sie es interessant finden oder nicht. Und bis jetzt habe ich eigentlich noch coole Reaktionen. Das macht natürlich noch mehr Mut. Und ich habe das Gefühl, ich kann dort einen Schritt zurück machen auf das Thema, wie ein bisschen von weiter weg können, betrachten können. Oder wenn Reaktionen oder Bemerkungen von Leuten kommen, glaube ich, hat mich das vor noch einem Jahr oder ein paar Monaten irisch genervt oder verletzt. Und jetzt denke ich, auch super eine blöd-Bemerkung. Das Thema verbietende Podcast.
SPEAKER_00Man muss ja auch eine Sprache nach rechts machen. Genau. Ist das Lieblingstool. Genau. Sehr gut. Es ist ein bisschen die Distanz, aber auch eigentlich trotzdem Distanz heisst ja nicht, dass du das wie abklemmst bei dir, aber es gibt öffnet eine neue Perspektive und du kannst etwas von einem neuen Blickwinkel anschauen. Und es tut dir jetzt mal mega, mega fest weh, wie für mich voran. Also merkst du schon, dass du auf dem Weg bist, auch vor einer Heilig. Also das wird jetzt sehr spirituell. Also gleich.
SPEAKER_01Ja, ich hast das Gefühl, ich bin auf allen Fällen weiter als nur vor zwei Jahren. Ich würde sagen, vor zwei Jahren hätte ich nicht einfach so von meinen Fehlgeburten erzählen können, ohne anfangen zu brühlen. Es wäre nicht gegangen, weil einfach alles sofort wieder aufkommt. Und dort habe ich aber auch mit einer Psychologin länger daran geschafft und das hat es möglich gemacht. Und natürlich das Leben, wie es ist. Und dieser Podcast geht jetzt sicher zu diesem ganzen Prozess dazu. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, am Anfang, vor allem wo wir in den USA gezügelt sind, haben wir so etwas Hoffnungen gemacht, da viele neue Leute kennenzulernen und auch Leute kennenzulernen, die vielleicht nicht immer ein klassischen Familienmodell sind. Und das ist am Anfang rechts erschmettert worden, weil ich gemerkt habe, ich bin hier in einem konservativeren Umfeld gelandet, als das, was ich in der Schweiz habe, was natürlich über Jahre hinweg aufgebaut worden ist und ich mir auch auswählen kann. Man kommt in ein neues Umfeld und mir ist auf andere Leute angewiesen, sozialen Austausch usw. Und gemerkt, es ist alles viel konservativer und das hat bei mir recht viel ausgelöst. Und es hat die ganze Thematik nochmals ziemlich heftig ins Rolle gebracht. Und das hat auch am Anfang, also in den ersten paar Monaten, habe ich wieder viele, viele Diskussionen geführt mit meinem Mann zusammen. Und ja, es hat wirklich vieles wieder aufgerollt. Und mich tun, wie der Podcast hat alles so etwas zum Wellen von mir sind wieder ein bisschen gelettert worden.
SPEAKER_00Es flacht wieder etwas ab.
SPEAKER_01Es flacht wieder etwas ab.
SPEAKER_00Genau. Super. Ich glaube, dann schauen wir, wie die Wauen weitergehen, wenn wir da zusammen weitergehen die nächsten Wochen und Monate. Und ja, hoffe, dass du, was uns zu uns zulassst, begleitest du uns auf diesem Weg.
SPEAKER_01Das hoffe ich natürlich auch. Wir sind sehr, sehr gespannt auf deine Geschichten, auf unsere Geschichten.
SPEAKER_00Schön, bist du bei heutigen Folge dabei. Wenn dir gefällt, was wir machen, dann abonnier doch unseren Podcast. Vielleicht kennst du auch jemand, der das Thema auch beschäftigt. Dann empfehle uns doch gerne weiter. Hast du einen Wunsch für eine nächste Folge oder willst du mit uns über deine eigene Geschichte reden, dann schreib uns eine Mail an hallo atexpectations.ch. Du fängst uns so auf Instagram und Facebook. Wir freuen uns auf dein Feedback.