Sachlich richtig

Fernandes-Ulmen - Rosenkrieg oder Medien-Propaganda? Mit Borris Brandt

Alexander Teske, Annekathrin Mücke, Ole Skambraks, Peter Welchering

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Seit Tagen scheint es hierzulande nur noch ein Thema zu geben: die Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen. Die Rede ist von digitaler Vergewaltigung, von dringend notwendigen neuen Gesetzen und davon, dass Männer generell Täter seien. Das Bedenkliche daran: Dieser absurd anmutende Medienhype wird nicht etwa durch digitale Plattformen angeheizt, sondern von den sogenannten ‚Qualitätsmedien‘ wie dem ‚Spiegel‘ oder den ‚Tagesthemen‘, die damit der Regierungspolitik wieder einmal ganz unverhohlen den roten Teppich ausrollen. Anne Mücke und Peter Welchering analysieren gemeinsam mit Boris Brandt – der unter anderem Programmdirektor bei ProSieben sowie Geschäftsführer und Präsident von ‚Endemol Deutschland‘ war – dieses mediale Ereignis, das wirklich wichtige Themen wie Krieg, wirtschaftlichen Abschwung und den Niedergang der SPD komplett in den Schatten stellt.


Drei Links zum Thema „Livestreaming von sexuellem Kindesmissbrauch”:

https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Kinderpornografie/kinderpornografie.html?nn=27162


https://www.heute.at/s/mann-gab-anleitung-zu-kindesmissbrauch-via-videocall-120172129


https://www.esslinger-zeitung.de/inhalt.45-jaehriger-bestreitet-paedophil-zu-sein-kindesmissbrauch-vor-laufender-kamera-angeklagter-gibt-taten-zu.a16074e4-9312-402d-90d1-d41cc07dd76a.html


Hintergrundartikel von Nius vom 25.3.26:

https://nius.de/api/collien-fernandes-christian-ulmen-virtuelle-vergewaltigung-deepfakes-hateaid


Und ein Hinweis in eigener Sache:

Am 4. Mai ist "Sachlich richtig" ab 19 Uhr erstmals live zu erleben. In Berlin in der „König Galerie“. Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns auf Sie! https://www.koeniggalerie.com/


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SPEAKER_02

Es ist eine unfassbar absurde und eigentlich, ich sag mal, im ersten Level des Betrachtens komplett alberne, surreale, dümmliche Situation. Es ist wie eine Geschichte fürs Sommerloch eigentlich. Jetzt haben wir noch keinen Sommer. Und deswegen fragt man sich natürlich, woher kommt das? So, das ist so der erste Level davon.

SPEAKER_05

Diese mediale Wucht, die da stattgefunden hat in den letzten Tagen, zu einer Zeit, das muss man sich ja mal überlegen, am Wochenende waren die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Die SPD ist zu einer sterbenden Gattung ganz deutlich deklariert worden. Und Herr Klinweil, von dem alle erwartet haben, dass er am Montag darauf die Konsequenzen zieht und zurücktritt, setzt sich abends zu Pila Attalay ins Studio und redet über Fernandes. Das ist ja auch einfach so absurd aus meiner Sicht.

SPEAKER_04

Sachlich richtig. Der Medienpodcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.

SPEAKER_06

Apologies for this interruption, but we have some breaking news.

SPEAKER_04

Mücke Scambrax Tess Gewälchering sprechen über Meinungsfreiheit, Rundfunkbeitrag, Social Media.

SPEAKER_05

Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sachlich Richtig, dem Medienpodcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Heute aus aktuellem Anlass eine Zwischenfolge sozusagen, die auf meinen ausdrücklichen Wünschen stattfindet, weil ich als Frau ein besonderes Bedürfnisse habe, in diese Diskussion einzusteigen, aber natürlich auch als Journalistin. Und Peter ist auch mit dabei. Hallo Peter.

SPEAKER_00

Ja, moin aus aus Schwester.

SPEAKER_05

Genau, und wir sind heute zu zweit, weil die beiden anderen so aktuell keine Zeit hatten, aber dafür hatte Boris warten für uns Zeit und dafür freuen wir uns sehr, denn er ist ein ausgesprochener Medienexperte. Also jetzt alle Punkte seiner Laufbahn aufzuzählen, wäre ein bisschen viel. Aber er kennt das Gewerbe ganz gut, wirklich von innen, hat auch als Programmdirektor unter anderem bei Cosine gearbeitet, hat TV Total mit herausgebracht mit Stefan Raab. Sie waren auch bei AID Entertainment ein paar Jahre, soweit ich weiß, also wirklich eine spannende mediale Laufbahn und deswegen ein hervorragender Gast zu diesem Thema. Und worum geht es natürlich darum, worüber alle im Moment sprechen, obwohl es weit wichtigere Themen gibt, das vielleicht schon mal am Anfang gesagt. Es geht um die Causa Kanandes Ulmen. Und Peter, bringen wir uns mal kurz auf den aktuellen Stand. Ich bezweifle zwar, dass irgendjemand daran vorbeigekommen ist in den letzten Tagen, aber gut, wer weiß, gleich guckt ja jemand auch später oder ignoriert wirklich konnt, die Medien.

SPEAKER_00

Ja, der aktuelle Stand. Ich habe allerdings nur von der Hälfte dieses aktuellen Standes Ahnung, nämlich was Deepfakes und diese Technik angeht. Bei den anderen Sachen kenne ich mich nicht aus. Da geht es nämlich darum, dass Fernandes Moderatorin bei Viva war. Ich habe den Namen schon mal gehört, ich weiß gar nicht, was die machen, muss ich sagen. Und da lernte sie, den Herrn Ullmen kennen, den habe ich einmal kennengelernt. Da hat er, ich meine, als Kommissar in Weimar irgendwie gespielt und es ging um irgendwelche Wildwestgeschichten und irgendwie um Pferde. Aber ansonsten kenne ich den Herrn auch nicht, muss ich gestehen. Der hat bei MTV moderiert, noch so was für mich völlig fremdes. Und 2010 hat er wohl seine Frau kennengelernt. Da hat mich Anne auf den aktuellen Stand gebracht, das wusste ich auch nicht. Und die haben dann auch tatsächlich später in Pro 7 noch eine Serie gemacht, haben auch eine Tochter bekommen, ob das mit der Serie zu tun hat, naja, muss man mal gucken. Sind jedenfalls dann 2023 nach Mallorca gezogen und haben sich wohl jetzt vor einigen Monaten irgendwie Ende 25 oder Mitte 2025 sowas getrennt. Schon 2024 hatte Fernandes bei einer ZTF-Doku zum Thema Deep Fake-Porno mitgewirkt. Da kenne ich mich wiederum aus, weil für den Laden habe ich lange gearbeitet. Die habe ich mir auch angeschaut. Da geht übrigens vieles durcheinander in dieser ZTF-Doku. Also Pseudonym, anonym wird immer nicht so ganz getrennt. Und 2021, so haben wir recherchiert, wurde ihr Management erstmals durch einen Rentenberater, einen Rentenberater, auf ein Fake-Profil aufmerksam gemacht, von dem aus eben solche Sexvideos gesendet worden sein sollen. Da sich dann auf diversen Plattformen eben genau dieses Material verbreitete, ging Frau Fernandes damit an die Öffentlichkeit und 2023 wurde das Ganze dann Teil einer Hate-Aid-Kampagne gegen Deepfake-Pornos. Und am 13. März, da gab es eine WDR-Talkshow, in der trat Frau Fernandes auf, den Kölner Treff, hat die Vorfälle um ihre Deepfake-Videos wohl detailliert geschildert. Ich habe es nicht gesehen, muss ich gestehen. Allerdings wohl dabei auch die Täterschaft oder die Urheberschaft von Herrn Ulmen nicht genannt. Und hat aber auch eine Identifikationspflicht im Netz gefordert und ihr das Wort geredet. Ja, und dann kam eben, wie gesagt, der Spiegel raus am 19.03. mit einem großen Titel sogar, mit einer großen Titelgeschichte, die auch eben entsprechend aufgemacht wurde, natürlich auf allen Kanälen. Es kam dann auch später, wenige Stunden später, eben ein Instagram-Post von Frau Fernandes, da hat sie dann uns Namen genannt. Dann hatten wir, und da habe ich zum ersten Mal davon mitbekommen, weil die habe ich zufällig gesehen, ob schon ich Tagesschau, nicht mehr immer schaue, aber an dem Tag schon, nämlich am 20. März, eine Tagesschau. Und da habe ich mich gewundert, warum wird da so furchtbar viel über Frau Fernandes und über ihre Sachen jetzt gemacht. Also nicht nachvollziehbar auch von den Nachrichtenfaktoren her, aber haben die gemacht. Und es gab eben von Frau Hubig, der Justizministerin, auch eine Ankündigung, wir brauchen bessere andere Gesetze. Ja, und dann eben am letzten Sonntag eine Demonstration in Berlin. Da gehen die Angaben über die Teilnehmer auseinander. Die einen sagen 13.000, die anderen sagen irgendwas um die 6.000 bis 7.000, die eben da für unter anderem gegen diese Deepfakes protestiert haben. Teilweise wurde auch für eine Klarnamenspflicht oder eine Identifikationspflicht im Netz demonstriert. Also durchaus unterschiedliche Forderungen, die sich da wohl miteinander vermischt haben. Das sind die Dinge, soweit ich die jetzt so in der Ultrakurzdarstellung liefern kann.

SPEAKER_05

Genau, alles andere wäre wahrscheinlich zu ausführlich. Vielleicht ganz kurz mal Deepfakes. Du bist ja Spezialist dafür. Was genau sind denn eigentlich Deepfakes?

SPEAKER_00

Ja, Deepfakes sind von mit KI-Tools das generierte Fotos oder Videos. Und wir können uns nachher auch nochmal angucken, wie die entstehen. Im Prinzip ist das ein spätes Kind der Verkehrsüberwachung. Hat aber nichts mit Sex zu tun. Die wirkliche Verkehrsüberwachung zum Straßenverkehr. Denn da ging es darum, dass Kfz-Kennzeichen häufig verschmuttert sind, nicht so richtig mehr erkennbar waren. Und da sind die ersten KI-Tools entwickelt worden, die haben nämlich diese Kfz-Kennzeichen dann sozusagen rekonstruiert. Und das machen die und das machen Deepfakes, in der Deepfake-Erstellung wird heutigen noch genauso vorgegangen, in dem immer die Wahrscheinlichkeit berechnet wird für den nächsten Pixel. Also so ein Bild hat ja vier bis sechs Millionen Pixel. Und das muss ich bei einem Video eben mit der entsprechenden Frequenz machen, je nachdem wie viele Bilder pro Sekunde, also ein Mordsrechenaufwand. Und da wird immer der Farbton, bis zu 256 Farbtöne, der kann nämlich so ein Pixel haben, der wahrscheinlich nächste Farbton des nächsten Pixels berechnet und der wird dann hinzugefügt.

SPEAKER_05

Einmal vervollständigt sozusagen ein unvollständiges Bild.

SPEAKER_00

Genau, wenn ich also beispielsweise jetzt einem KI-Tool den Auftrag gebe, erstelle mal ein Video, wo Boris Brandt und ich einander in den Arm nehmen oder sowas, dann wird dieses KI-Tool jetzt mehrere Sachen machen. Ein neuronales Netz wird diese Grundsituation erstellen. Ein zweites neuronales Netz wird aufgrund der Datenlage, die da ist, aufgrund der Datenbasis erstellen, wie die meisten Umarmungsfotos aussehen, also welche Verteilung der Farbwerte bei welchen Pixeln wahrscheinlich ist. Und dann wird eine dritte Prozedur, eine dritte Software eben Pixel für Pixel genau diese Farbwerte berechnen. Und dann wird manchmal noch nachgeschaltet ein weiteres neuronales Netz, das berechnet dann nochmal, wie wahrscheinlich ist denn das im Vergleich zu wirklich existierenden Fotos, um dann nochmal beispielsweise dieses Foto oder dieses Video ein bisschen korrigieren zu können.

SPEAKER_05

So, Peter, damit hast du jetzt natürlich viel Foto dafür gegeben, dass wer auch immer eine Angst vor Anzeige gegen dich stellt, weil du mit deinen Kenntnissen höchstwahrscheinlich Deepfake-Fotos in allen möglichen Bereichen erstellt hast, weil so ausführlich wie du es erklärt hast, habe ich noch nie gehört bei irgendjemandem. Aber schätze beiseite heran, für mich gestaltet sich das Ganze ja wirklich wie eine absolute Medienkampagne. Wir haben letzte Woche um die Zeit alle noch nichts davon gehört, nichts gewusst. Wir zumindest, Sie als Insider vielleicht schon, keine Ahnung. Aber wie haben Sie denn vielleicht das mal als erste Frage diese letzten Tage seit dem 19. März erlebt?

SPEAKER_02

Ich sage mal so, zwischen Lachen und Verzweifeln. Aber erstmal möchte ich allen Zuhörern und Zuschauern sagen, stellt euch doch bitte vor, es wäre nicht heute, sondern wir wären 20 Jahre weiter. Und dann hört ihr das, was der Peter eben gerade erzählt hat. Das ist so absurd, das kann man sich überhaupt nicht ausdenken. Das ist so ein wahnwitziger Quatsch. Da ist, also jetzt mal nüchtern zusammengefasst aus der Perspektive des Historikers in 20, 50 Jahren, ist folgendes passiert. Es gibt ein Ehe war. Da hat der Mann ein bisschen Fantasien, die sage ich jetzt mal abseits des etwas Normalen sind. Dieser Mann übrigens ist bekannt dafür, dass er Fantasien abseits des Normalen hat, weil er das in seinen einzelnen Fernsehprogrammen so immer dargestellt hat. Und das wurde gerade von dieser sehr links wogen, pro Siebenlastigen Szenerie ja unglaublich gefeiert, wie offen und frei er über Durchfall redet oder über seine Frau wegzugeben oder alles was. Das war ja immer alles prima. Dieser, sagen wir mal so, leicht anders gepolte Mann war mit dieser Frau zusammen, die beide aus dem Musikansagebereich kommen. Und dann trennen die sich wegen einer Geschichte, von der kein Mensch irgendwas weiß. Sie trennen sich, sie sagen, am zweiten Weihnachtstag 2024 haben sie sich getrennt, dann haben sie das 25, Anfang 25 bekannt gegeben, haben gesagt, naja, aber wir sind ja weiter die Eltern unserer Tochter, alles bleibt, wie es ist. Und jetzt auf einmal der Spiegel kommt raus, Hate, Aid arbeitet, da sind Menschen mit gleichförmig gemalten Plakaten in Demonstrationen unterwegs. Morgen wird das Ganze nochmal in Hamburg stattfinden. Luisa Neubauer, früher mal für Klima zuständig, jetzt für das Klima zwischen Eheleuten anscheinend, wird da auch reden. Es ist eine unfassbar absurde und eigentlich, ich sag mal, im ersten Level des Betrachtens komplett alberne, surreale, dümmliche Situation. Es ist wie eine Geschichte fürs Sommerloch eigentlich. Jetzt haben wir noch keinen Sommer. Und deswegen fragt man sich natürlich, woher kommt das? So, das ist so der erste Level davon. Der zweite Level ist, und da wird es dann ein bisschen unangenehmer für alle Beteiligten und da werden auch noch einige Sachen in nächster Zeit rauskommen. Ich kenne diese Geschichte, diese ganze, also diese Geschichte mit angeblichen Porno-Fotos. Deepfake hat das kein Mensch genannt. Ich danke für die Erklärung von Deepfake, weil das habe ich tatsächlich nicht gewusst. Das heißt, ich habe in dem ganzen Thema heute sogar noch was Positives gelernt. Das ist toll, vielen Dank. Ja, da war es die Teilnahme an dieser Veranstaltung schon wert.

SPEAKER_00

Ja, Bildungsfernsehen halt nicht.

SPEAKER_02

Es ist so, dass die Herrschaften, also sie haben sich, also am zweiten Weihnachtstag begab sich folgendes, in Hamburg wurde im Rahmen des Weihnachtsvorbereitungen oder so, am ersten Weihnachtstag wurde darüber gesprochen, dass sie eine Anzeige aufgegeben hat, anscheinend in Itzehoe in der Nähe von Hamburg, und hat dort anonym angezeigt, dass jemand in ihrem Namen Accounts betreibt und Bilder veröffentlicht. Und in der Erzählung waren es auch Deepfakes, aber es gibt bis heute keinen einzigen Deepfake-Film, den jemals jemand gesehen hätte. Also das muss man mal am Rande sagen. Egal. Also nicht von mir, nicht von ihr. Dann hat sie also ihm das erzählt anscheinend und dann hat er gesagt, oh scheiße, jetzt ermittelt die Polizei, ich gebe das mal lieber zu. Und Weihnachten ist ja der erste Weihnachtstag, was gibt es für einen besseren Tag, um sozusagen seiner Liebsten zu erzählen, dass man so einen Schrott macht. So, das hat er gemacht, daraufhin war sie empört, getroffen, verständlich und nachvollziehbarerweise. Und hat dann im Laufe der nächsten Tage beschlossen, das ist jetzt nicht mehr so eine tolle Voraussetzung für eine Ehe. Und bei allem, was ich früher an ihm toll fand, nämlich seine Schrägheit, diese Schrägheit will ich nicht akzeptieren, deswegen trennen wir uns. Das wurde dann bekannt gegeben. Ja, und eigentlich war Ruhe im Karton.

SPEAKER_05

Ja, man muss ganz, ganz kurz, darf ich kurz unterbrechen. Also was ja bis jetzt nicht überhaupt gar nicht klar ist, was angeblich im Netz rumgeistert und was angeblich Christian Ulm zugeben hat. Es wird ja immer von Deep Fakes gesprochen, aber es handelt sich ja offensichtlich um ganz andere Dinge und dass die Staatsanwaltschaft so die Ermittlungen eingestellt hat, hat ja auch nichts mit einer Gesetzeslücke zu tun.

SPEAKER_02

Nein, es hat, also die Staatsanwaltschaft hat dann zu ihr gesagt, pass auf, wenn das denn so ist, und das war ja anonym, dass anonyme Menschen das machen, dann zeig uns doch mal bitte diese Fotos, Deepfakes, diese ganzen fürchterlichen Verbrechen, die gegen deine Persönlichkeit im Internet gewalttätig verübt worden sind. Daraufhin hat sie nichts geliefert. Und zwar nichts im Sinne von nichts. Nichts. Es gibt nichts. Und daraufhin hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren oder diesen ganzen Prozess sozusagen nicht eingestellt, sondern sie hat ihn vorübergehend ruhen lassen, weil ja nichts mehr gekommen ist. Dann haben diese beiden Herrschaften zusammen noch ein paar Werbespots gedreht und ähnliche Sachen zusammen gemacht und waren in verschiedenen Talkshows und haben irgendwelche Filmprojekte realisiert, alles lief ganz normal weiter. Parallel ist, und das ist neue Erkenntnis für mich vom heutigen Tag sozusagen, paralleles Folgendes passiert, Colin Fernandes ist mit HateAid gerne zusammen, hat das ja auch öfter demonstriert, haben wir ja gerade gehört. Und die hat dann gemeinsam mit HateAid überlegt, was können wir denn aus dieser, wie können wir diese furchtbare Geschichte, das Deepfake, dass man also heute in der Lage ist, einen Körper zu nehmen und den nackt darzustellen, obwohl er gar nicht nackt war oder beziehungsweise Köpfe auf Körper drauf zu montieren, Pornofilme zu verteilen und so weiter. Das haben die sich richtig groß gerechnet, richtig, haben da eine Kampagne sozusagen draus gemacht und überraschend, und das ist das Dirre, sie haben dann Medienpartner gesucht, anscheinend haben sie relativ lange dafür gebraucht, Medienpartner zu finden, aber haben dann im Spiegel einen gefunden und haben dann gemeinsam mit dem Spiegel, also Hate Aid, der Spiegel und, jetzt kommt es, daher weiß ich nämlich einiges von den Geschichten, einigen Prominenten, die angerufen worden sind von HateAid, nicht von Frau Hodenberg, sondern von irgendwelchen Mitarbeitern, die gesagt haben, sie sind von HateAid und gesagt haben, ja, wäret ihr bereit auf der Seite von Colin Fernandes, da ist eine schlimme Sache passiert, der Täter ist jetzt bekannt. Es wurde nie Ulm genannt, aber es wurde immerhin gesagt, es ist jetzt bekannt, würdet ihr euch committen, würdet ihr zu ihr stehen sozusagen. So, da wird das Ganze komplett durchkomponiert und immer noch war die Rede von Deepfakes, von Pornofotos, die von ihr versendet worden sind. Jetzt das Erschütternde im Prinzip stand heute. Erstens, es gibt keine Deepfake-Filme mit ihr. Was wohl ist, Christian Ullmen hat, und da freie Sexualität und Linksmokes, offenes Verhalten hin und her, da ist in seinem Kopf irgendwas schiefgelaufen, denn der hat Folgendes gemacht. Er hat wohl Filme, Pornofilmchen, die frei verfügbar sind im Internet, wo eine vielleicht indisch aussehende Frau, die vielleicht mit seiner Frau zu vergleichen, ist drin ist, die hat er geschickt an Menschen aus dem Umfeld von Colin Fernandes. Und zwar nachdem er mit diesen Menschen schon ein bisschen gechattet hat und die ein bisschen geteased hat und sie ein bisschen scharf gemacht hat auf seine Frau. Sein Fetisch ist sozusagen, ich mache andere scharf auf meine Frau und führe dann und tue dann so, als wäre ich meine Frau und führe mit denen erotische Gespräche und versende Pornobilder. Da war aber nirgendwo Colleins Gesicht drauf. Es hat mit Colin Fernandes gar nichts zu tun gehabt. Was es gibt ist, und das habe ich selber gesehen, das ist zwei, drei Jahre her, es gibt tatsächlich so ein Bildchen, so ein sexy Bildchen, wo ihr Kopf drauf ist, wo sie ganz nackt ist. Das ist rausgekommen, irgendwann zu der Zeit, wo sie, und sie hat ja verschiedene sexy Fotos von sich gemacht in allen möglichen Magazinen. Und da hat irgendjemand, war angestrengt darüber, dass man anscheinend niemals ihre blanken Brüste sieht. Ich vermute ja, es ist jemand aus dem Osten. Ich habe gehört, die aus dem Osten sind, so FKKala immer, so wie ich zum Beispiel auch. Wahrscheinlich kommt es ein Fetisch aus dem Osten, hat gesagt, Mensch, jetzt wollen wir die Brüste sehen. Und daraufhin gibt es tatsächlich, das stimmt und das habe ich selber gesehen. Und das wurde auch verschickt oder umgereicht oder umgezeigt, dass es so Bilder gab, wo Colin Fernandes als Gesicht tatsächlich zu sehen war mit einem nackten Körper. That's it. Und das, ganz ehrlich, also keine Klarnamengeschichte, kein Protest, keine gemalten Schilder, keine Kastrationen werden dazu führen, dass sowas unterbleibt, zumal es ja das Darknet gibt, wo ich sowieso alles machen kann. Und von jeder Schauspielerin, jeder amerikanischen Schauspieler, in jedem Star sind da Pornofilme. Ich bin manchmal angestrengt darüber, dass es über mich sowas nicht gibt, weil das zeigt, wie unwichtig ich bin. Alle wichtigen Leute haben ja anscheinend Deepfake-Porns von sich rumlaufen.

SPEAKER_00

Ja, zu diesem Bild nochmal eine Nachfrage. War das denn manipuliert oder war das ein echtes Bild?

SPEAKER_02

Nein, das war manipuliert. Das war ein Bild, also sie hat sie hat ästhetische, sexy Fotos von sich gemacht, öfter. Also gibt es einige Belege von, in welchen Zeitungen sie das überall gemacht hat. Und das war da so ein Maxim, glaube ich. Und ich weiß nicht, ob es auch der Playboy war, keine Ahnung. Ich habe das ja nicht verfolgt und das interessiert mich auch nicht. Aber Fakt ist, irgendjemand hat tatsächlich ein, also eine Frau, das war ein Bild, wo eine Frau war mit sehr starker Behaarung zwischen den beiden, breitbeinig da saß und auf der Kopf war der Kopf von Colin Fernandes. Ja, drauf montiert. Also jetzt, und kein Mensch nimmt das ernst. Und wenn mir das jemand, also wenn ich ein Mail kriege von Colin Fernandes, wo steht, hey, und wir haben uns noch lange nicht gesehen und wie geht es dir denn so? Und ich antworte, ja, mir geht's super, was ist denn mit dir los? Und dann sagt sie, ach, ich mache gerade sexy Fotos und dann wollte ich dir gerne mal eins schicken, dann vollpfosten merkt, dass das kein echtes Foto war. Ich habe, wie gesagt, die anderen nicht gesehen, aber das Foto kenne ich und das ging auch in der Branche rum und das war einfach ein, das war nicht, das war kein Deepfake, das war ein Dummfake.

SPEAKER_05

Also um das mal ganz kurz klar zu ziehen, also erstens sind das ja alles immer noch Vermutungen. Also wir haben keinen Gerichtsprozess, wir haben keine Verhandlungen, wir wissen nicht genau, was passiert ist, wer was gemacht hat. Denn genau das ist der Punkt, es muss die Unschuldsvermutung immer und für alle gelten, bis es eine ordentliche Gerichtsverhandlung gab, in der in deren Zuge im günstigsten Fall wirklich gerichtsfeste Beweise und Indizien für oder gegen die Schuld eines Angeklagten offiziell geworden sind. Und wer sich gegen eine Unschuldsvermutung ausspricht, der spricht wirklich der Verwahrlosung dieser Gesellschaft das Wort. Das ist das Allerwichtigste und deswegen können wir alle überhaupt gar nicht genau sagen, was passiert ist. Niemand kann es sagen. Und an anderer Stelle, das will ich auch gesagt haben, natürlich ist das keine schöne Vorstellung und gibt es garantiert Menschen, die sehr unschöne Erlebnisse gehabt haben im Netz, was mit ihnen angestellt wurde, was ihnen angedichtet wurde. Das sind alles sehr unappetitliche, unschöne Entwicklungen, über die wir gesellschaftlich natürlich sprechen müssen, darüber diskutieren müssen. Aber es kann nicht immer der Reflex sein, zu sagen, daraus wird ein Straftatbestand und wir zeigen uns am Ende des Tages alle gegenseitig an.

SPEAKER_02

Aber dazu kommen wir vielleicht noch. Ja, es ist vor allen Dingen ist eins, glaube ich, dabei wichtig. Ich finde, ich bin totaler, also erstmal glaube ich, es gibt Gesetze. Zweitens mal, ich finde es absolut und 100% widerwärtig, was manche Menschen im Internet machen. Und zwar, das fängt an mit Kommentaren, die sie wo drunter schreiben, Bedrohungen, die es überall gibt. Und auch natürlich irgendwelche Pornogeschichten, gerade im Bereich Kinder, Jugendliche, Schüler, da passieren Sachen, macht ihr euch keine Vorstellung. Also ihr schon, weil ihr kennt euch aus, aber der normale Mensch draußen nicht. Das ist widerwärtig und da braucht man nicht drüber zu diskutieren. Und natürlich soll man sich Gedanken machen, wie man gegen sowas vorgeht. Aber da gibt es eben auch Gesetze. Und was im Darknet passiert, ist eben nicht kontrollierbar. Das muss man auch mal einfach sagen. So, ich finde, ich finde die privaten Ehestreitigkeiten von diesen Herrschaften und die vermutliche Perversion oder Perversion, weiß ich gar nicht, ob das überhaupt, ich glaube, es ist nicht mal straflich relevant, aber die eigentümliche Vorstellung von erotischen Spielchen von Christian Ulm können ja nicht Anlass sein, dass, also erstens mal ein angeblicher NGO, der aber nachweislich ein verlängerter Arm der Grünen ist, denn das ist gesetzlich festgelegt, dass man das zu Hate Aid sagen darf, dass der dazu führt, dass der deutsche Rechtsstaat neue Regeln einführt. Ich meine, ganz ehrlich, wenn ich sage, in meiner Straße ist 40 Stundenkilometer angebracht und nicht 30, dann wird ja nicht das Gesetz hier geändert. Das ist Quatsch, das ist einfach Unfug, das stimmt. Die grundsätzliche Thematik ist völlig in Ordnung. Und ich nehme keinen Christian Ulm in Schutz und das, was da angeblich passiert ist, finde ich völlig daneben. Ich weiß aber nicht, was ich nicht mehr so gut habe. ob es strafrechtlich überhaupt relevant ist und ob man es strafrechtlich relevant machen kann. Weil wenn wir angucken, was wirklich passiert ist, dann ist wie gesagt, er hat Männer angeschrieben und hat so getan, als wäre er seine Frau. Er hat kein Geld gezogen, er hat sie eigentlich auf Deutsch gesagt verarscht, was er als 14-Jähriger auch schon gemacht hat, hat er in der Talk schon mal erzählt, bei Frau Rust damals irgendwo. Und das ist irgendwie strange und daneben und so war er und für seine strange Art und für seinen strangen Humor und sein strange Verhalten haben ihn gerade die Leute, die sich jetzt wie Joko zum Beispiel als erstes umgedreht haben, haben die ihn gefeiert. Das sind die lautesten Lacher gewesen. Und jetzt sind sie, haben sie Anrufe bekommen von irgendwelchen Leuten, die zu irgendwelchen Organisationen können und kehren sich plötzlich um. Ich finde das, also auch ist für mich auch ein Bild der Gesellschaft, was total traurig ist. Es ist auf die Gefahr hin, wir haben das ja gehört von dem einen oder anderen Influencer ja, der gerne möchte, dass man auf Marktplätzen aufgehängt wird und öffentlich kastriert wird, wenn man das kritisch betrachtet, was da passiert ist. Ich betrachte das kritisch. Ich möchte bitte nicht auf dem irgendeinen Marktplatz, den bei mir um die Ecke aufgehängt werden am C, schon gar nicht ohne Urteil. Und da möchte ich sehen, ob es im Strafgesetzbuch steht, dass man das machen kann. Aber das ist diese Bedrohung, dass es Menschen gibt, die jetzt andere bedrohen wegen den Eheproblemen von diesem Paar. Das ist so absurd. Wie gesagt, Geschichtslehrer in 50 Jahren wird sagen, Freunde, das war die Zeit der Bekloppten.

SPEAKER_05

Vielleicht, wir können diesen O-Ton, auf den kommen wir noch, von der sogenannten Leonie Löwenherz, ich weiß gar nicht, wie ihr Klarname ist, Leonie oder so heißt sie, den sie gepostet hat. Aber das würde ich doch etwas später machen. Was mich ja interessiert, ist ja diese Mediale, dieser mediale Aufschrei, diese Wucht, diese mediale Wucht, die da stattgefunden hat in den letzten Tagen. Zu einer Zeit, das muss man sich ja mal überlegen, am Wochenende waren die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Die SPD ist zu einer sterbenden Gattung ganz deutlich deklariert worden. Und Herr Klingbeil, von dem alle erwartet haben, dass er am Montag darauf die Konsequenzen zieht und zurücktrifft, setzt sich abends zu Kila Atalay ins Studio und redet über Fernandes. Das ist ja auch einfach so absurd aus meiner Sicht. Und ich bin ja vor allem durch diese Tagesthemensendungen, ich bin aufmerksam gemacht worden darauf, Peter, weil also ich gucke das ja freiwillig eigentlich auch nicht mehr. Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden und habe das gesehen und habe gedacht, das gibt es doch gar nicht. Die haben, nicht nur angefangen, nicht nur aufgemacht mit diesem Thema, sondern sie haben eine fast monothematische Sendung gemacht. Es gab einen Beitrag dazu, wo nur gesagt wurde, Herr Ulm hat sich nicht geäußert, also da kam sozusagen nur die eine Seite zu Wort. Dann wurden nochmal Ausschnitte aus dem exklusiven Interview gezeigt, die Kollegen Fernandes der AD gegeben hat. Dann schaltet sich die Bundesjustizministerin dazu. Das muss man sich mal überlegen und redet davon, dass sie in der nächsten Woche eine Gesetzesvorlage zu Deepfake und digitaler Gewalt vorbringen wird. Diese Gesetzesvorlage lag seit fünf Jahren in der Schublade. Und warum lag sie dort? Weil sie eine völlig schwammige Definition von Straftatbestand liefert, die genau das möglich macht, das im Grunde genommen jeder jeden für alles verklagen kann. Also wenn dieses Gesetz so durchkommen sollte, dann hätte auch Herr Bendels dann doch verurteilt werden können für sein Name von Frau Faeser, wo er ihr dieses Schild in die Hand drückt, ich hasse die Meinungsfreiheit, auf dem ursprünglich was ganz anderes drauf stand. Jeder Jurist schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er diese Formulierung liest, also da geht es wirklich um, wenn sich jemand angegriffen fühlt oder heruntergesetzt fühlt und seine soziale Integrität angegriffen sein könnte, dann macht sich jemand strafraum mit dem Inhalt. Also Entschuldigung, worüber reden wir denn da? Und wie kann es sein, dass aus diesem Anlass die Bundesjustizministerin dann so ein Interview kommt, keine einzige kritische Frage der Moderatorin, Frau Wellmar. Im Gegenteil, sie redet dann auch noch die ganze Zeit von Mädchen und Frauen als Opfern, als ob, wenn wir jetzt mal wirklich dabei sind, nur Mädchen und Frauen, Opfer von solchen widerlichen Dingen im Internet werden. Wie viele Jungs werden dort gezeigt? Wie viele kinderpornografische Fotos und Filmen von minderjährigen Jungen gibt es, die im Netz kursieren. Die gibt es, es sind nur Mädchen und Frauen. Und die sind natürlich auch Opfer. Ich bin kein Opfer. Also ich bin eine Frau und ich bin gewiss kein Opfer. Und kein Opfer, das von irgendjemandem vertreten werden muss, das mache ich selber.

SPEAKER_02

Ja, und Sie reden eine ganze Tagestheben, was glaube ich, ne? Ich weiß gar nicht, wer ganz genau. Eine ganze Sendung lang. Ja, eine halbe Sendung. Eine halbe Sendung. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Also bei der Weltlage, die wir jetzt gerade haben, reden Sie eine halbe Sendung lang darüber, was es an virtueller, digitaler Gewalt gibt. Ich hätte mal gerne eine Sendung, eine halbe Sendung zum Thema, was es an echter Gewalt gibt, weil nämlich gleichzeitig die echten Vergewaltigungen, die Massengruppenvergewaltigung, ich will ja gar nicht irgendwie jetzt, das geht jetzt gar nicht um politische Richtung und so, aber da haben wir gerade zwei Fälle gehabt in Jugendheimen, wo Sozialpädagogen, ja linkslastige Sozialpädagogen, einfach das wegdrücken, weil es vielleicht ein schlechtes Image auf Migrationshintergrundler werfen könnte. Das ist doch nicht auszuhalten, dass plötzlich diese digitale Übergriffigkeit höher bewertet wird als die tatsächlich körperliche Übergriffigkeit. Das ist ja irre.

SPEAKER_01

Es ist wirklich völlig entlitten und Herr Lass Hirn und gesunden Menschenverstand vom Himmel regnen und zwar zügig und viel, bitte.

SPEAKER_00

Ja, was mich geärgert hat daran, war, dass ja der eigentliche Punkt, nämlich genau die Gefährlichkeit von Deepfakes generell und wie wir damit umgehen, von dieser Debatte jetzt einfach völlig überlagert wird. Also es hätte mir durchaus mal gewünscht, dass tatsächlich, hier ist ein Deepfake aufgetaucht, dass es damit passiert, dass sowas etwa auch mal in eine Nachrichtensendung kommt. Und dass man dann beispielsweise auch mal vorstellt, das sind etwa die Leute, Fraunhofer oder andere, die in den Instituten eben auch daran arbeiten, dass man sowas erkennen, detektieren kann. Und da bin ich jetzt ein bisschen verärgert, dass es tatsächlich durch diese Debatte jetzt genau diese Diskussion eigentlich völlig überlagert wird und größtenteils abgewirkt wird.

SPEAKER_02

Was geht es denn weiter eigentlich jetzt? Habt ihr gehört, es gibt ja heute ein Treffen, habe ich gehört, zwischen Selensky, Trump und Putin. Das habe ich gehört, soll stattfinden in Scham El Cheikh oder so, wo sie tatsächlich über das Ehepaar Ulm reden. Habt ihr das gehört? Nee. Ja, die treffen sich nur zu diesem Thema. Nein, die reden nicht über die Weltlage. Die reden das Wichtigste zurzeit auf, das müsst ihr einfach, ich weiß nicht, wie kann das noch euch vorbeigehen? Sie treffen sich und das Wichtigste, was es gibt, ist diese Geschichte dieses Ehepaars Ulms. Und ich finde es irre, dass zum Beispiel ihr als Medienleute auch gar nicht wisst, dass das heute stattfindet, folgt.

SPEAKER_05

Ja, das ist wirklich verrückt.

SPEAKER_00

Ja, so ein Detail mit den dreien über das Thema, also das wird einige Stunden Rechenzeit kosten.

SPEAKER_05

Das stimmt, aber vielleicht gibt es irgendeinen Frieden, der das hinkriegt. Nein, was ich aber nochmal nennen möchte, und das ist wirklich eine sehr, sehr grausame Geschichte, worüber kaum jemand etwas weiß, ist die Verbindung zwischen tatsächlichem digitalen und analogen schwersten Missbrauch, vor allem an Kindern, an Minderjährigen. Diese Definition findet man, wenn man Interessert, ich werde es auch in die Shownotes dann stellen, eine Definition auf der BKA-Seite. Und zwar nennt sich das Livestreaming von sexuellem Kindesmissbrauch. Ich weiß nicht, haben Sie schon mal davon gehört, Herr Brandt?

SPEAKER_02

Nee.

SPEAKER_05

Das ist vielen unbekannt, ist aber eine Tendenz, die es seit ungefähr zehn Jahren gibt. Man weiß ja, es gab ja immer schon viele Menschen aus der tollen westlichen Wertewelt, die als Sextouristen unterwegs waren, vorwiegend Männer, durchaus aber auch Frauen, viel in Asien, aber auch in Afrika, um dort Dinge zu tun, die sie hier nicht so ohne Weiteres tun können. Und das ist aber nicht mehr notwendig. Diese Leute sitzen zunehmend zu Hause an ihren Rechnern, gehen über das Darknet, kriegen sie Verbindungen in Behausungen eben in diesen Ländern, Asien, Afrika, wie auch immer, und dort werden dann für sie von Menschen vor Ort nach ihren Regieanweisungen live Menschen missbraucht, misshandelt, oft Kinder, Minderjährige. Ich habe geguckt, wenn man mal ins Netz schaut, findet man auch, es gibt immer mal wieder Verurteilungen deshalb, weil glücklicherweise doch ab und zu auch mal, vorwiegend Männer, das muss man sagen, an der Stelle erwischt werden und es ihnen nachgewiesen werden kann. Das ist eine wirklich perverse Entartung, muss man wirklich mal sagen, von dem eigentlich schon perversen Umstand, dass es offensichtlich so viele Leute gibt, die an pädophilem Sex Spaß haben, wobei ich auch sagen möchte, es ist eine sexuelle Neigung, die immer schon vorgekommen ist bei Menschen und ich bin absolut dagegen, irgendjemanden dafür an den Mann stellen zu wollen oder so, sondern da muss man eingreifen, gibt es ein tolles Projekt hier in Berlin in der Charité, kein Täter werden, wo Menschen sich hinwenden können, die solche photopieren Neigungen verspüren und sagen, helft mir, wie kann ich diese Neigung so unterdrücken, dass ich niemandem etwas zu Leide tue. Das ist die für mich absolut beste Form, damit umzugehen. Ich kenne persönlich auch sogar jemanden, der auch darunter leidet unter dieser angebotenen sexuellen Neigung und natürlich spreche ich mit ihm und behandle ihn weiter als Menschen. Aber das sind ja wirklich dann Entartungen, wenn man sagt, ich fahre da hin und lebt das alles aus, weil zu Hause kann ich das nicht so ohne weiteres. Aber das dann über das Digitale zu machen als Livestreaming, und die meisten haben noch nie was davon gehört. Also ich habe dazu jemanden vom LKA interviewt, weil ich auch lange für ein Fahrungsmagazin gearbeitet habe. Und ganz interessant, und das ist ja eine Sache, die nie jemand wahrhaben will, er sagte mir dann, natürlich sind die meisten der Täter männlich, aber ermöglicht wird es natürlich nur durch die Mittäterschaft vieler Frauen, die sowas organisieren, die Kinder, die Kinder bereitstellen, die Stillschweigen üben. Er sagt, die dort also dann auch in den Ländern natürlich diese Organisationen auch an sich nehmen, weil sie meistens ja auch die Hand auf die Kinder haben. Und was ich aber ganz, ganz erstaunlich fand, und es hat aber nicht, also er hat er nur off the record zu mir gesagt, er hat gesagt, er würde sowas nie öffentlichem sagen, aber das ist seine Erfahrung, weil er muss ja sehr viel kinderpornografisches Material auswerten. Frauen werden selten wirklich aktiv als Täterin. Aber wenn sie es werden, sagt er, sind sie brutaler und grausamer als jeder Mann. Und da habe ich gedacht, okay, das ist doch mal eine sehr interessante Erkenntnis. Wie gesagt, ein LKA-Mitarbeiter, ich glaube nicht, dass der mich angelogen hat, einfach nur um zu relativieren, dass es hier nicht darum geht, Männer kollegial zu Tätern zu stempeln und zu sagen, in jedem Mann wohnt ein Monster. Dagegen verwahre ich mich wirklich absolut.

SPEAKER_02

Wie seht ihr das?

SPEAKER_05

Ihr seid Männer?

SPEAKER_02

Ja, also ich habe dazu gestern ein kleines Filmchen bei mir gemacht, weil ich das wirklich, ich kann es auch nicht mehr hören, dieses, ich bin ja schon der alte weiße Mann, ja oder wir beide sind ja hier der alte weiße Männer. Allein das ist ja schon eine Katastrophe, weil wir die gesamte Welt zerstört haben, für unsere Kinder unwohnbar gemacht haben, weil wir hier leugnen, dass die Erde wegbrennt, nur weil es mal ein bisschen kühler ist als erwartet. Wir kriegen ja sowieso schon von allen Seiten auf den Kopf. Und ich muss ganz ehrlich sagen, natürlich als wir jung waren, haben wir auch gegen die Alten rebelliert und haben gesagt, ihr habt ja keine Ahnung von Musik und lange Haare sind super, weil das nämlich Freiheit bedeutet, haben wir auch alles, wir haben auch alle rebelliert und so, aber es hat heute eine Dimension angenommen, eine Aggression, eine Selbstverständlichkeit, das ist wirklich Irrsinn. Und ich weiß, dass Ricarda lang auf einer Geburtstagsfeier in Berlin war von irgendeinem CDU-Abgeordneten. Und da hat sie, ich weiß nicht, ob nach einem Glas Weißen oder zwei oder so, keine Ahnung, aber sie hat auf jeden Fall gesagt, das große Problem, was wir alle haben, ist, wir haben die extrem, also in unserer Bubble sozusagen, haben wir die Kontrolle verloren über den linken Rand. Dieser linke Rand, das sind Leute, damals war sie hinter Nizert, als sie das gesagt hat, das sind Leute, die denken oder auch beigebracht bekommen haben oder die Erfahrung gemacht haben, dass wenn man laut aggressiv, schrill und über Grenzen geht, dass man so politische Karriere heute macht. Weil laut, schrill und aggressiv wichtiger ist als Inhalt, Werte und alles das, was dazugehört. Die haben einfach gelernt, dass man so durchkommt, dass man, wenn man mit einem so einem Handbohrer den Leuten immer in den Ohren rumbohrt mit seinem strillen Geschrei, dass dann irgendwann diese Menschen anscheinend aufgeben. Und dass viele Menschen in Deutschland so viel zu tun haben jetzt aufgrund der Gesamtlage mit sich selber, mit ihrer Familie und so, dass sie keine, dass sie denen keine Aufmerksamkeit geben. Ich meine, linke Terroristen haben in Berlin den Strom abgestellt in Zehlendorf. Die Frau, die dafür verantwortlich ist, hat sich hingestellt und hat gesagt, ja, wir brauchen keine Hilfe, alles easy. Das sind alles Vorkommnisse, die sind so weit weg von der Realität. Und diese Situation jetzt übertragen auf das, wofür wir hier reden, ist genau, hier braucht es doch eins, hier braucht es Menschen, die sich wirklich fachlich auskennen. Menschen, die Zahlen, Daten, Fakten haben, Menschen, die genau wissen, was passiert ist. Und es braucht bestimmt kein fehlgeleitetes Ehepaar Ulm Fernandes, was irgendwie für irgendwas einsteht und uns dazu bewegt, die Welt zu verbessern, zu verändern, unsere Kinder zu schützen und sowas alles. Es gibt viel, die reale Welt hat viel größere Probleme als der Quatsch. Und das Schlimme ist aber das, dass auch die Medien inzwischen so infiziert sind, dass sie unbedingt zu dieser Herde der Guten gehören will und nicht mehr zur Herde der Wissenden. Früher war das so, dass die Medien ja den Mächtigen auf die Finger geguckt haben und wissend sein wollten. Die wollten Zahlen, Daten, Fakten haben, um irgendwie zu sagen, da läuft was schief und hier läuft was schief. Da hat man recherchiert, da ist man als Journalist eingestiegen, pro, kontra, mindestens zwei Quellen. Das ist alles weg. Und am Ende soll die Männer, es ist jetzt so weit, dass man sagt, die Männer sind immer, die Männer sind Täter. Einer in Berlin hat dann gesagt, eine gut aussehende junge Dame hat gesagt, ja, wir müssen zu Hause anfangen. Also ihr ruft die Frauen auf, den Männern zu Hause das Leben schwer zu machen, hat die einen Vogel. Meine Frau hat gesagt, was ist das denn für eine Gestörte? Wir haben ein ganz normales, tolles Verhältnis. Wir brauchen das nicht. Ich brauche auch in Sachen Rassismus, in Sachen Verhalten von Menschen in Sachen Religion. Ich brauche keinen von oben, der keine Lebenserfahrung hat, der keine Ahnung hat, der mir erzählt, wie ich mich zu verhalten habe. Ich war noch nie in meinem Leben Rassist. Ich habe noch nie jemanden wegen seiner Hautfarbe, wegen seiner sexuellen Ausrichtung irgendwie in irgendeiner Form schlecht behandelt. Aber ich habe festgestellt, es ist unglaublich, aber es ist so, es gibt Leute mit Migrationshintergrund, die Arschlöcher sind und es gibt unglaublich nette und es gibt Homosexuelle, die Arschlöcher sind und es gibt noch unglaublich viele nette Homosexuelle. Und das ist mein Maßstab. That's it. Und dieser gesunde Menschenverstand ist komplett außer Kontrolle geraten. Komplett diese Hysterie, dieser Wahnsinn, das ist das, was uns eigentlich verrückt macht. Und wir müssen wieder zurück zu einem, ich kling jetzt bescheuert vielleicht, aber Zahlen, Daten, Fakten. Und wenn man das anguckt, dann sind die Männer eben nicht die Männer, die Bösen.

SPEAKER_05

Ja, Peter, tust du mir die Gefallen? Ich weiß, du hast dich ein bisschen gesträubt, aber ich würde doch gerne mal diesen Post von Leonie Löwenherz mal.

SPEAKER_00

Ja, klar, mache ich. Wobei, du hast mir denn ja geschickt einen Link und gemeint, ob das denn geht, dass man ihn zuspielt. Das habe ich doch ja technisch schon, aber nachdem ich die gesehen habe, habe ich gesagt, ihn halte ich doch nicht, Entschuldigung. Aber klar, ich mach das mal.

SPEAKER_03

Ich will nicht, dass Christian Ulm jetzt gecancelt wird. Ich will, dass er und alle anderen Täter ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufgehangen und öffentlich gastriert werden. Ich möchte, dass al Männern, die jetzt irgendwas von Unschuldvermutungen in Kommentarspalten rotzen, das Wort Täter schützen auf die Hier tätowiert werden. Und ich möchte nichts mehr von not all men lesen, weil es offensichtlich doch alle Männer sind. Tausende haben diese Videos gesehen. Dutzenden, wenn nicht sogar Hunderten wurden diese Deepfakes geschickt und kein einziger hat was dagegen unternommen. Das sind keine Monster, das sind keine fucking Frauen gewesen, das sind Männer. Männer sind das Problem. Alle Männer profitieren von diesem System und kein einziger von ihnen hat den Mund aufgemacht. Nicht bei Ulm, nicht bei Pelicot und nicht bei Epstein. Das sind keine Einzelfälle, das sind einzelne Fälle in einem System. Solange sich noch ein einziger Mann unter anderen Männern sicher genug fühlt, um Frauen sowas anzutun, will ich niemanden mehr über Männerhandlung hören. Ich will keine Sondersendungen mehr, die hinterfragen, was Männer zu solchen Taten treiben. Wir kennen die Antworten. Wir wollen keine Erklärungsversuche, wir wollen Konsequenzen. Verurteilungen reichen nicht mehr. Ich will das ganze scheiß Täterschutzsystem brennen sehen. Und wenn du dich davon angegriffen fühlst, dann schreib das nicht in meine Kommentarspalte, sondern guck verdammt nochmal in den Spiegel.

SPEAKER_05

Wenn da Hate Aid nicht aktiv wird wegen Hass und Hetze im Netz, dann weiß ich auch nicht. Also Christian Ulm und andere Täter, ich glaube, die gute Leonie hat wirklich nicht mal annähernd in der Schule aufgepasst. Ich glaube, es wird dann schon irgendwo auch mal behandelt, wann man jemanden Täter nennen darf und zwar nicht. Männer sind das Problem und kein Täterschutz. Nein, also Unschuldsvermutung, das ist ja das Allerschlimmste. Da habe ich schon so oft auch gehört, selbst auch von Männern. Ich glaube, es war in dem Zusammenhang auch Markus Kafka, die mich immer sehr mochte und da ging es irgendwie auch um Web. Und dann sagte die Moderatorin, ja, also wenn eine Frau sagt, dass sie vergewaltigt wurde, dann darf man das nie im Zweifel ziehen haben. Der muss man grundsätzlich immer erstmal glauben und er sagt, ja stimmt, da gebe ich dir. Und ich sage, was? Seid ihr irre? Irgendjemand erzählt irgendwas und ob nur eine Frau oder wer auch immer. Und dem muss ich jetzt glauben, weil es ist von vornherein ein Opfer. Also wie irre ist denn das? Wo soll denn das hinführen? Und vor allem habe ich mich auch so gefragt, Peter, haben Sie sich jemals darüber Gedanken gemacht, dass wenn Ihre Identität mal geklaut werden sollte, und dann unter ihrer angeblichen Identität irgendetwas gemacht wird und Sie nicht mehr die Unschuldsvermutung für sich in Anspruch nehmen können, sondern natürlich erstmal das umgekehrt wird, Schuldumkehr und dann sagt so, nur weil du erstmal das Duß nicht gewesen bist. Haben die sich jemals Gedanken darüber gemacht, was dann ist, wenn Ihnen das mal zum Schluss?

SPEAKER_00

Naja, ich habe öfter mit solchen Leuten gesprochen und dann kam immer dabei heraus, ja, das wäre dann in solch einem Fall mir auch egal. Und ich glaube, da haben die dann einfach die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht, dass sowas nämlich auch die gesellschaftliche, die wirtschaftliche Existenz schlicht kosten kann.

SPEAKER_05

Ja, und dass jeder, dass jeder dann betroffen sein kann davon. Und jetzt geht es ja noch weiter. Also wenn wir uns diese ganze Geschichte angucken, gibt es ja zwei Dinge, zwei Wörter, die man unbedingt nennen muss. Es gibt diese sogenannte Klarnamenpflicht, um die es letztendlich geht, und in letzter Konsequenz geht es um die EID. Und darum geht es ja auch bei der unseligen Diskussion um das Social Media Verbot für Minderjährige, denn wie will ich das umsetzen? Natürlich nur, wenn jeder sich im Netz immer identifizieren muss über eine EID. Also das an und für sich halte ich ja schon für ein sehr schändliches Vorhaben, das aber von Brüssel ja mit aller Macht vorangetrieben wird, weil es uns natürlich noch gläser und noch lenkbarer macht. Aber der Identitätsglaube, wie gesagt, ich habe lange für ein Fahrungsmagazin gearbeitet und habe in den zehn Jahren diese Entwicklung erlebt, wie wir immer weiter weg von analogen Kriminalitätstaten gekommen sind. Also am Anfang war noch die Sprengung von Geldautomaten und von Fahrgartenautomaten und so noch. Und dann eigentlich nach fünf, sechs Jahren ging es fast nur noch um digitale Kriminalität. Und bitte, wer kann mir denn garantieren, dass meine sogenannte E-ID nicht geknackt und dann missbraucht wird? Wir waren in der Redaktion alle sehr viel besser informiert als das Groß der Bevölkerung, weil wir uns sehr regelmäßig mit den allerneuesten Tricks beschäftigt haben. Und trotzdem sind wir fast alle Opfer von digitaler Kriminalität geworden.

SPEAKER_02

Vielleicht nochmal ganz kurz zu Leonie Löwenherz, das ist kein Klarname, fängt damit schon mal an. Unter einem nicht-Klarnamen ruft sie also zur Selbstjustiz auf und fordert sozusagen, dass das Rechtssystem abgeschafft wird. Das ist nicht nur ein Fall für Hate Aid, das ist ein Fall für den Verfassungsschutz, ehrlich gesagt. Aber sie hat auch genau das gezeigt, was ich vorhin meinte, schrille Stimme, schriller Auftritt in einer Art und Weise völlig überzogen. Aber und jetzt kommt es, und das ist das Gefährliche und ehrlich gesagt, Deutschland hat das ja in finstersten Tagen Deutschlands schon mal erlebt, völlig übergriffige Menschen, die wirklich glauben, sie sind im Recht. Also es ist ja nicht so, wenn wir die Analymdetektor anschließen, dann würde der nicht ausschlagen bei dem, was sie da sagt, wenn man dann fragen würde, meinst du, das ist korrekt? Nö, die ist voll überzeugt.

SPEAKER_00

Die voll überzeugt.

SPEAKER_02

Die ist 100%, und das ist das Problem, da ist, da haben, sagen wir so, da hat die Menschlichkeit, Empathie, Emotion, Erziehung haben komplett versagt, dieses Kind ist total entlitten, ist also auch, muss man ehrlich sagen, auf einem wahnsinnig gefährlichen Kurs. Weil wenn solche Leute Macht bekommen, sind morgen wieder in Deutschland Lager und da werden Leute an ihren Zehen aufgehängt werden und die werden kastriert werden, von denen man vermutet, dass... dass sie vielleicht entweder recht sind oder gegen das Klima sind oder gegebenenfalls irgendwelche Übergrifflichkeiten gemacht haben. Diese Konsequenz, diese Selbstverständlichkeit, mit der solche Leute gefeiert werden, das zu machen, ist irre. Und das gleiche hat ja übrigens Luisa Neubauer in Berlin auch gemacht. Die hat sich ja hingestellt und hat gesagt, die Männer können froh sein, dass wir nur Gleichberechtigung fordern und keine Vergeltung. Ist die durchgeknallt, ist die völlig durchgeschäppt? Was glaubt sie, wer sie ist? Wie, ich soll froh sein, dass sie keine Vergeltung fordert von mir? Und diese Selbstverständlichkeit findet deswegen statt, und das ist genau das, was wir schon, das sind die gleichen Werkzeuge und die gleichen Geisteszustände. Sie glauben wirklich, sie sind im Recht und dürfen das. Und sie werden nicht, aber auch gar nicht von irgendeinem Teil der Regierung, welcher von den Gewalten dafür zuständig ist, auch immer, ja, eigentlich müssten es alle Gewalten machen, müssten denen sagen, Freunde, das geht nicht, die Presse müsste es sagen, die Juristerei müsste es sagen, es müsste sowieso auch die Staatsanwaltschaft, Verfassungsschutz, alle müssten sagen, Fräulein, du bist auf dem falschen Weg, das geht nicht. Und normalerweise für so eine Aussage gibt es eine Hausdurchsuche und zwar ohne Bademantel. Und dann geht es erstmal ab irgendwie zum Verhör und sonst was alles. Das ist irre.

SPEAKER_05

Aber warum passiert sowas? Also ganz so weit will ich jetzt vielleicht nicht gehen. Ich möchte mich ja nicht auf das gleiche Niveau begeben wie die, deswegen würde ich da nicht so weit gehen in meinen Forderungen. Aber Peter, was ist der Hintergrund? Warum passiert das alles nicht? Sondern wird von der Politik offensichtlich ja genutzt oder sehe ich das falsch?

SPEAKER_00

Also einige nutzen das sicherlich aus, um tatsächlich ihre politischen Inhalte und ihren Politikaktivismus auf genau dieser Ebene auch pflegen zu können. Das muss man ganz klar sehen. Ich glaube, das ist eine kleine Minderheit. Ich glaube, der weitaus großen Mehrheit geht es so, wie es mir auch bisher gegangen ist. Ich habe das einfach nicht ernst genommen. Also wenn ich vor einem Jahr oder so so eine Leonie da hätte rumtoben sehen, hätte ich mir gesagt, na gut, keine Ahnung, was die vorher geraucht hat und ja, kann mal passieren, vergessen wir es einfach. Inzwischen bei der Häufung solcher Forderungen und auch bei der Häufung der undifferenzierten Hasstiraden sieht das anders aus. Also ich habe das vor kurzem mitbekommen, erstaunlicherweise waren das auch überwiegend Leute, die irgendeine seltsame Accountbezeichnung hatten, also gerade nicht unter Klarnamen auftraten, aber forderten, man braucht natürlich die Klarnamenspflicht. Da hat, das war eine Diskussion auf Twitter, da hat vor kurzem ein EU-Abgeordneter der Grünen sich sehr positiv zu einem Display geäußert, das wohl rund um den Bundestag gefahren ist, mit einem Porträt von Julian Reichelt. Und auf diesem Display stand neben dem Porträt von Julian Reichelt, dass das kein Chefredakteur sei, sondern ein geistig zurückgebliebener Menschenverächter oder Menschenfeind. Man kann von Julian Reichelt und sagen, Journalismus halten, was man will. Ich bin kein Freund von dem, was er tut, er ist mir zu schuld. Auf der anderen Seite, ein paar Sachen hat Nius durchaus gut recherchiert, muss man auch sehen. Ich will sie deshalb eben gerade nicht verbieten, sondern würde mich Frau Klöpner anschließen, da gibt es News und da gibt es die Taz. Aber allein für meinen Hinweis, dass man zwei Dinge hier bitte nicht machen darf. Nicht mit geistig zurückgebliebenen argumentieren, wenn man den politischen Gegner meint. Und dass ich Bedenken habe, was denn mit den Menschen, die ich kenne und die ein solches Handicap haben, passiert when these Leute an die Macht kommen, hat einen Schrittsturm verursacht, das war unglaublich. Und da ist mir klar geworden, und das hat tatsächlich eine ganze Menge ausgelöst, in mir also das ist noch relativ frisch, da ist mir klar geworden, dass das sind keine einzelnen Gleisungen, sondern inzwischen haben wir es wirklich mit sehr vielen Menschen zu tun, die meinen, sie dürfen solche Dinge machen, weil es ja um ihre hehren politischen idealen Ziele geht. Und wenn ich mein eigenes politisches Ziel so hochhänge, dass ich alle anderen Dinge, die ihm unterordne, auch die, ich sage mal einfach, guten alten europäischen Standards und Sitten, dann mache ich das falsch. Und ich glaube, da müssen wir in dieser Gesellschaft wieder einen Konsens hinbekommen, dass wir uns da wieder auf ein paar Umgangsformen miteinander verständigen. Aber offensichtlich, das muss ich auch lernen, offensichtlich ist die Spaltung in dieser Gesellschaft so weit fortgeschritten. Und offensichtlich übernehmen auch viele Medien diese Spaltung sehr bereitwillig, um daraus dann ihre Narrative fahren zu können, dass wir mit dieser Spaltung nicht mehr zu dem, was einen Diskurs in der Gesellschaft noch ausmacht, zurückkehren können. Also das, was der alte Habermas mal, er ist ja jetzt auch gestorben, mit seiner deliberativen Demokratie gemacht hat, die ist offensichtlich schon lange tot.

SPEAKER_05

Ja, und was ich so erschreckend finde an der Stelle, ist, dass die Politik das Ganze eindeutig nutzt, um schwindende Machtverhältnisse irgendwie zu retten. Da nenne ich mal in erster Linie wirklich die SPD, die ja auch hier wieder unrühmlich hervortritt bei der ganzen Geschichte. Also so Hand in Hand zu gehen mit öffentlich-rechtlichem Rundfunk, sogenannten Qualitätsmedien wie dem Spiegel, das haben wir alles auch schon mal bei dieser Korrektivgeschichte erlebt. Also wie da auch konzertiert, offensichtlich gut abgesprochen, die Politik mit eigenen, also korrektiv ist für mich ein Medium der jetzt Regierenden, sonst gäbe es die gar nicht. Und dann aber auch reinreifend in den öffentlich-rechtlichen, der da komplett aufgesprungen ist und wirklich falsche Dinge dann auch in großer Maße rausgeblasen hat und dann politischen Aktivismus entwickelt hat. Das ist mit dem Abschiedsgeschenk von Frau Faeser in puncto AfD so gelaufen. Und jetzt hat man genau das gleiche wieder und ich frage mich immer Peter, und das will mir nicht in dem Kopf, wenn ich das sehe, was da jetzt abgegangen ist, wie sind denn die Diskussionen bitte, zum Beispiel bei den Tagesthemen verlaufen, haben die alle schon die Causa Gil Ophraim vergessen? Haben die alle schon vergessen, wie sie sich da wirklich komplett in die Nesseln gesetzt haben? Also ich habe ja mir das mal den Spaß gemacht und habe mir das aufgehoben. Reaktionen zu Gil Ophraim, ja, wenn ich es mal kurz vortragen darf. Das war wirklich genau, ich glaube, das ist am 4. Oktober gewesen und Olaf Sundermeier, ein sehr geschätzter Kollege vom RBB, eine richtige Fachkraft, schreibt, bisher war ich zweimal zu Gast im West in Leipzig, ein drittes Mal wird es nicht vorkommen. Was auch immer er damit sagen wollte. Gabor Hash, gut, dass Hunderte in Leipzig gegen Antisemitismus demonstrieren. Besser wäre es gewesen, wenn jemand laut und deutlich in der West-in-Lobby widersprochen hätte, denn hätte Gen Offray nicht alles öffentlich gemacht, wir hätten davon nie erfahren, wie von vielen anderen Fällen. Antidiskriminierung, bunt, das ist ein unfassbarer Fall von Antisemitismus und in der Tat ein Verstoß gegen das AGG. Eine rasche Antwort des Hotels ist überfällig. Aus unserer Sicht kann das nicht folgenlos bleiben. Die Amadeo-Antonio-Stiftung, es reicht. Schluss mit Shalom Deutschland, Antisemitismus ist hier leider nach wie vor Alltag, wie der antisemitische Vorfall der Offraying gestern beim Check-in im Westin wiederfahren zeigt. Es braucht endlich echte Konsequenzen statt Lippenbekenntnisse. Das ist ja eine Blaupause. Das ist ja eigentlich genau.

SPEAKER_00

Ein Anspruch, du musst noch mal kurz sagen, was mit Ofarin passiert ist. Was er da veranstaltet in Leipzig.

SPEAKER_05

Er hat ja sehr unberühmte Eltern, vor allem sein Vater war ein sehr erfolgreicher Schlagersänger, eine Berühmtheit. Und er und sein Bruder wollten offensichtlich unbedingt in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Das ist aber nicht so richtig gelungen. Also er ist immer rumgedümpelt zwischen irgendwelchen Castingshows und hat ein bisschen als Moderator gearbeitet und so. Also in der Unterhaltungsbranche, ich weiß nicht, habe Franz, die können da vielleicht schon mal was dazu sagen, wie er da wahrgenommen wurde. Aber er war eher ein erfolgloser Typ, der ja vergeblich versucht hat, in diese großen Fußstapfen zu treten. Und er ist müde. Und dann war er in Leipzig und irgendwie muss er dort ziemlich anmaßend aufgetreten sein. Es gab jedenfalls Ärger und danach ist er rausgegangen und hat ganz alleine ein Filmchen gemacht mit seinem Handy, hat seine Kette mit dem Davidstern da hingehalten und hat behauptet, in einer Rezeption hätte der Mitarbeiter ihn aufgefordert, diese Kette abzunehmen oder zu verstecken, weil man hier keinen Davidstern in der Öffentlichkeit sehen will. Und jeder, der das gesehen hat, dem muss klar gewesen sein, es gab keinen Zeugen, also er hat das alleine aufgenommen, da ist nicht irgendwie wenigstens ein zweiter dabei gewesen, der das bestätigen können. Und es ist etwas, was jemand in die digitale Blase reingibt. Völlig unkontrolliert, ohne dass jemand was nachgeprüft hat. Und jetzt frage ich dich Peter, was wäre denn früher eigentlich die Reaktion gewesen? Beim öffentlich-rechtlichen Rundpunkt, wo du ja lange gearbeitet hast.

SPEAKER_00

Ja, ich hätte mir das angeschaut, ich hätte mit Herrn Ofarim telefoniert, ich hätte mit dem Westin telefoniert, hätte versucht, einen der Servicemitarbeiter, die ja betroffen sind, an ein Apparat zu bekommen, um herauszubekommen, was war denn da wirklich los? Weil natürlich die.

SPEAKER_05

Weil wenn man hingefangen hätte gesagt, okay, also jetzt müssen wir erstmal abwarten, was die Überwachungskameras uns zeigen oder so, und nichts von all dem.

SPEAKER_02

Aber das ist das entscheidende Wort. Da war eben das entscheidende Wort. Abwarten. Und dieses Problem mit dem Abwarten und mit der Gründlichkeit und mit Pro und Contra und alles das, das gibt es alles nicht mehr, weil wir in einer komplett wahnsinnig hysterischen Zeit leben. Und sagen wir, bezogen auf den aktuellen Fall jetzt, tatsächlich ist es so, dass man sich Gedanken drüber machen kann, finde ich völlig in Ordnung, wie man verhindern kann, dass menschliche Existenz, und das gibt da Beispiele von, im Netz vernichtet wird. Ich finde, das ist ein wichtiges Thema und da sollte man drüber reden. Und man sollte auch mit AI zum Beispiel, was da alles passiert, wie macht man das kenntlich, gibt es Systeme, die das erkennen, ob es stimmt oder nicht, wir wissen ja alle gar nicht mehr, was los ist. Sie reden alle, es bricht ein Krieg aus und es sind, ich habe plötzlich in Deutschland die gleichen 60 Millionen Corona-Experten, sind plötzlich Kriegsexperten, ja, dann ist was mit Gelofarim, dann gibt es plötzlich 60 Millionen Experten für jüdisches Leben und Gelofarim und es geht immer, es sind immer alle sofort Experten, die Menschen können diesen einfachen Satz, weiß ich nicht, oder muss ich mal sehen oder kenne ich mich nicht mit aus. Das können die Menschen nicht mehr sagen. Sie wollen jetzt und hier und sofort reagieren. Wie man sieht, Joko zum Beispiel, ja hier Joko Winterscheid, am nächsten Tag steht er da und er erklärt sich natürlich solidarisch, Axel Schulz plötzlich auch dabei, sieht man genau, wen die angerufen haben und welche sich solidarisch erklären sollte. Wenn jetzt rauskommt, dass das alles inszeniert ist, dann stehen die ziemlich dumm da. Aber die gute Nachricht ist, und das ist Sign of the Times, wenn du heute, wenn du einen Fehler gemacht hast in den Medien, wenn du gelogen hast, betrogen hast, wenn du Menschen, das Volk angelogen hast, es ist ja völlig egal, weil da passiert nichts. Es hat ja keine Konsequenzen mehr. Gil Oferims Geschichte, die geht ja weiter dann mit RTL und sowas alles. Und ich habe von Anfang an gesagt, hier bei mir auf meinem Kanal nachprüfbar, der wird das Ding gewinnen. Und zwar deswegen, weil keiner mehr Bock hat, dass auf jemanden rumgeschlagen wird kollektiv, was passiert ist im Camp. Am zweiten Tag war klar, auf dem wird rumgeschlagen und die Frau 40 Plus ist von der, die ist so angespannt und die ist so gestresst über das Leben draußen und was alles passiert, dass die sagt, ich gucke mir nicht an, wie jemand niedergeritten wird und der ist doch eigentlich ganz nett, wissen tun sie über die Hintergründe gar nichts, die anderen Sachen werden zur Seite geschoben und deswegen gewinnt dann so jemand. Wir leben in einer Zeit, wo die laute Hysterie mehr wert ist als jede Form von Recherche und leider, leider, leider, leider ist der Journalismus für mich, für mich ist Schuld an dieser ganzen Situation, die wir haben, ist eindeutig der, wie soll ich sagen, das Berufsbild Journalismus. Das war früher ein fantastischer Beruf. Der war nicht Beruf, der war Berufung. Da sind Menschen, die wollten gerne die Wahrheit erzielen, Emotionen wecken, die wollen die Menschen zeigen, wie es ist, die wollten die Seiten, die verschiedenen offenlegen und so. Heute geht es darum, ein Lob von seinem Chef zu bekommen und vorauseilenden Gehorsam etwas zu machen, dass man eingelegt wird in Regierungsflieger oder sonst irgendwo. Ich finde es hochgradig peinlich und es ist mir, ich komme ja aus dem, also zumindest aus dem entertainigen Bereich des Journalismus. Und es ist mir unglaublich peinlich für die Kollegen, die ich von früher kenne, die jetzt solche Sachen machen. Gleichzeitig aber kenne ich zum Beispiel beim ZDF jetzt Kollegen, die gesagt haben, wir gründen jetzt eine Gemeinschaft, die haben sich zusammengetan mit Leuten vom WDR, zum Beispiel auch vom NDR, von der Süddeutschen Zeitung, sind welche dabei, von der Zeit, vom Spiegel, vom Stern, also vom Guna und ja, die jetzt, die eigentlich sagen, wir sind das nicht. Wir sind nicht diese Billigjournalisten, diese Trendjournalisten, sondern wir wollen richtige Journalisten sein. Und die probieren da ja auch was zu machen. Es gibt also eine Gegenbewegung, das finde ich eine gute Nachricht. Aber grundsätzlich mal ist Schuld ist die Zeit und die Konsequenzlosigkeit für Fehlverhalten. Und das finde ich so schlimm, dass jeder sofort rumbrüllt und gar kein Schamgefühl hat für das, was er tut. Und es wird, ich sag mal so, ich sage es voraus, es wird rauskommen, dass diese ganze Geschichte, über die wir hier sprechen, komplett gestaged ist. Es werden Leute in diesem System, werden auspacken und werden sagen, naja, so war es dann ja, wir haben da mitgemacht und so, aber es wird keine Konsequenz haben.

SPEAKER_00

Abwarten.

SPEAKER_02

Ja, so ist es.

SPEAKER_05

Und was ich aber erstaunlich finde, ist, es ist ja nicht bei allen Geschichten so, dass die Empörungswelle rollt, sondern es sind eben ganz bestimmte Geschichten und ganz bestimmte, wenn sie ganz bestimmte Narrative erfüllen. Also die Opferinnen-Geschichte wäre auf keinen Fall so durchgestartet, wenn er nicht die jüdische Karte gezogen hätte. Ich sage es jetzt einfach mal so. Mein Großvater war auch Jüde, also ich habe auch jüdische Vorfahren, ja. Nur um das gleich mal hier zu klären, wobei, boah, Antisemit kann man ja immer sein, ja. Aber das Wort Antisemitismus ist ja im Dominum schon reine Propaganda, weil was sagt das aus, die Palästinnen sind genauso Semiten wie die Hebräer. Aber egal. Das interessiert ja auch keinen mehr.

SPEAKER_02

Wir wollen mal ganz kurz auch sagen, dass wir auch noch Antifaschisten sind, alle, weil keiner von uns hat was mit dem großartigen Faschismus von früher zu tun. Wer hat von uns, wer will das wiederhaben? Keiner will das wiederhaben. Aber die, die heute das feiern, haben mit uns leider so wenig gemeinsam, weil sie nämlich so wenig Fach- und Sachkenntnis haben und weil sie eben nicht abwarten können, mal in Ruhe gucken, was ist wer, wer macht was, warum kann man denjenigen so einsortieren und so.

SPEAKER_05

Sie wollen es ja auch gar nicht. Und ich meine, ich glaube auch, darüber haben wir ja auch schon oft gesprochen, Peter, dass es ja viele Journalisten inzwischen gibt, die ja auch gar nicht mehr wissen, wie eine Recherche funktioniert. Und gerade bei den Jüngeren muss man sagen, die denken ja wirklich, wenn sie am Rechner sitzen und da lange genug durch die digitale Welt scrollen, dann werden sie schon die Hintergründe und die Wahrheit herausfinden, wenn man Dinge sagt, also du musst es vielleicht doch nicht mal auf den Weg machen und mal wirklich vor Ort mit der Spürnase mal in Kontakt kommen mit Menschen und versuchen, ja, Beziehungen aufzubauen und so an Informationen ranzukommen, da gucken die sich groß an und sagen, da habe ich keine Zeit dafür, ich muss ja jetzt hier Klicks generieren, muss ja schnell gehen und ich muss ja rausgeben, bevor alle anderen muss ich ja auch was dazu geschrieben haben. Das ist das Selbstverständnis von vielen. Ich weiß, als ich bei den Tagesthemen war, das ist jetzt wirklich auch schon über zehn Jahre her, da ging das los mit Twitter und dann wurde gesagt, ja, du musst aber unbedingt auch bei Twitter immer gucken. Und da habe ich gesagt, nein, da kann jeder alles Mögliche schreiben, das ist doch keine Quelle für mich. Also vielleicht mal eine Anregung, aber es ist doch nicht tatsächlich eine Quelle. Ich habe auch keine Ahnung, was da eigentlich passiert. Und also wenn man recherchiert hätte, dann hätte man zum Beispiel auch einfach mal Juristen gefragt. Und es gibt durchaus Juristen, die sich geäußert haben und die sagen, diese Behauptung, wir hätten eine Lücke im Gesetz, die stimmt ja gar nicht. Das wird ja immer behauptet. Wir haben ja den sogenannten Stalking-Paragraf, Paragraf 238 Strafgesetz. Und diese Regelung ist mehrfach schon nachgeschafft worden. Und also da hat einer sogar geschrieben, es ist heute das Taschenmesser gegen digitalen Identitätsmissbrauch. Da geht es im Absatz 1 Nummer 6, geht es explizit um das Verbreiten von Abbildungen des Opfers. Und es gibt auch, und das ist die eigentliche juristische Trumpfkarte, wird unter Strafe gestellt, wer Inhalte unter Vortäuschung der Urheberschaft des Opfers verbreitet, um diese Person verächtlich zu machen oder herabzuwürdigen. Wir haben ein Gesetz, wir brauchen kein zweites. Während ja in diesem Entwurf, ja, das kann ich auch gerne auch nochmal zum Besten geben, da sind Formulierungen drin, der Inhalt zur Ansehensschädigung im Sinne des betreffenden Absatzes ist der Inhalt geeignet, wenn die dargestellte lebende oder verstorbene Person durch ihn verächtlich gemacht oder in der öffentlichen Meinung herabgewürdigt werden kann. Was ist denn das für eine Formulierung, dass ein Straf herabgewürdigt werden kann, also nicht mehr herabgewürdigt wird, ja, durch das Merkmal der Eignung zur erheblichen Ansehenschädigung, Ansehenschädigung, was ist das für ein juristischer Begriff, wird sichergestellt, dass die Beeinträchtigung eine gewisse Schwere erreichen muss und nicht mehr als sozial hinnehmbar erscheinen kann. Was ist denn das für eine Sprache? Da muss doch jedem Juristen doch die Haare zu Berge stehen. Wenn sowas als Gesetzesvorlage ernsthaft angebracht wird.

SPEAKER_00

Ja, der entscheidende Punkt für mich, der entscheidende Punkt für mich ist tatsächlich, dass Leute wie Udo Vetter oder auch Carsten Brenneke, also Rechtsanwälte hier darauf aufmerksam gemacht haben, es ist wirklich bisher durch entsprechende Bestimmungen im Strafgesetzbuch abgedeckt. Von, du hast ihn genannt, dann noch der 201a oder 187 und und und. Also es gibt unterschiedliche, wirklich sehr unterschiedliche Bestimmungen im Strafgesetzbuch, die genauer solches Verhalten auch schon je nach Ausprägung unter Strafe stellen und da müssen wir einfach dazu kommen, dass die wieder konsequent angewendet werden.

SPEAKER_05

Man muss auch nochmal sagen, Herr Brandt hat es ja schon mal gesagt, das, was Frau Fernandes dem Ulmen vorwirft, also diese angeblichen Deepfakes, sind ja weder durch eine Angabe von Klarnamen noch irgendetwas anderes irgendwie zu verhindern. Das macht natürlich keiner mit dem Klarnamen, beziehungsweise wenn man dann sagt, ja, ich fake das, weil ich dann meinem Verwandten, Bekannten den Ausweis entwende und damit mich identifiziere, damit kannst du es ja sofort unterlaufen.

SPEAKER_02

Und den größten Bärendienst hat diese Eheproblematik dieser beiden schrägen Vögel, haben sie im Prinzip der Gewalt geleistet, weil es wird jetzt diskutiert über Theorie, über irgendwelche nicht fassbaren Sachen und so und die tatsächlichen ernsthaften Probleme, Gewalt gegen Frauen. Ich bin der festen Überzeugung, dass der öffentliche Raum in Deutschland inzwischen so unsicher ist, wie er seit dem Nachkriegszeit nicht mehr war. In einer großen Selbstverständlichkeit und es wird täglich schlimmer und keiner tut irgendwas. Das sind die Themen, wo sich eigentlich Juristen drum kümmern sollten. Dann diese Geschichten, wenn im Internet was ist, und da gibt es tausende von Beispielen, dann sollen doch die Gerichte und die Richter und die Rechtsanwälte und alle Beteiligten sich bitte darum kümmern, anstatt jetzt darüber zu reden, ob eventuell eine Ehefrau, die über das Verhalten ihres Mannes zu Recht enttäuscht ist, wenn das denn alles so stimmt, was da ist, dass das ein großes Signal an die Gesellschaft sind. Was für ein Quatsch das Schlimmste ist, dass die wirklichen Probleme dadurch überdeckt werden. Das gleiche gilt übrigens für das Thema Gelofarim. Das ist genau das Gleiche. Da wird in großer Emotion erst in diese Richtung, dann in die andere Richtung diskutiert. Aber das eigentliche Thema, nämlich das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden zum Beispiel, was da passiert, was der gemacht hat, was das auch bedeutet in dem Alltag und wie sich das inzwischen in Deutschland verändert hat, das Verhältnis zu den Juden und wie viele Experten es hier gibt, plötzlich für den Krieg, der da passiert, und Gaza-Streifen, alle wissen über alles Bescheid. Diese Themen verschwinden hinter solchem Pillefitz-Zeug und hinter dieser kollektiven Aufregung. Und das ist das wirklich Dramatische. Insofern habe ich große Hoffnung, dass vernünftige, echte Journalisten ihre Ehre wiederfinden und sich eben nicht diesen, wie soll ich sagen, diesem vorauseilenden Gehorsam unterordnen, sich einer Aufregung zu beteiligen.

SPEAKER_05

Übrigens hat Pauline Voss einen hervorragenden Hintergrundrechercheartikel heute bei News veröffentlicht. Also denen kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen. Das ist echter Journalismus, das muss man nicht einfach nur so sagen. Ja, absolut. Was ich ja aber allerdings auch nochmal betonen möchte an der Stelle, wenn man sich das anhört, was Frau Rubig zum Beispiel in den Tagesthemen gefordert hat, dass also die Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen ausgeweitet werden soll, dass erfragt werden kann, wer der Inhaber von IP-Adressen ist, dann sind das alles Dinge, die eigentlich von Datenschützern bisher immer verhindert wurden, mit Mühe und Not, um uns eine gewisse Freiheit auch wenigstens im Netz zu erhalten und zu ermöglichen. Das finde ich ja das eigentlich bei viele, dass das wirklich genutzt wird, dass die Medien auch, gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk, sich instrumentalisieren lassen, um politische Absichten durchzuboxen. Und all diese Dinge, die dann noch mit eine Rolle spielen, das eben über das gesagt wird, ja digital. Gewalt sei schlimmer als analoge, das muss man sich mal überlegen. Das ist ja für jedes Opfer von in einer analogen Welt erlebten Gewalt, ist es ja ein Hohn. Also das ist ja auch eine totale Abwertung. Und wir haben das gerade angesprochen, auf der einen Seite wird alles kriminalisiert, alles soll irgendwie strafrechtlich verfolgbar werden. Frau Hubig hat ja auch diesen wunderbaren Vorschlag gemacht, dass man Catcalling strafbar machen sollte. Also wenn einem hinterhergefiffen wird oder ein Schnalsgeräusch gemacht wird, im Übrigen wird immer selbstverständlich davon ausgegangen, dass das Männer bei Frauen machen, dass es Frauen gibt, die zunehmend übergriffig werden. Das haben zum Beispiel viele Gäste des Werke hin inzwischen auch schon öffentlich gemacht, dass Kadot von Frauen angetatscht und angemacht werden, weil das ist offensichtlich Empowerment, wenn Frauen das machen. Ja, das gilt dann aber auch für alle Frauen wirklich. Also da kann man jetzt, glaube ich, schlecht sagen, das trifft jetzt nur auf männliche Täter zu und auf weibliche nicht. Aber das soll strafbar gemacht werden. Man muss sich das mal vom Ende her überlegen, was hieße das für unser Zusammenleben. Wie soll das aussehen? Ich bilde mir ein, also irgendjemand pfeift seinen Kumpel hinterher, ich laufe als Frau da lang und sage, der hat mir noch geziffen. Na, sofort werde ich eine Anzeige. Schön anonym natürlich im Intranet bei der Polizei machen. Was soll das bewirken? Und mal ganz konkret gesprochen, ja, also es ist inzwischen soweit, ich kenne persönlich einen Fall, dass ein minderjähriger Schüler von seiner Schulleiterin angezeigt wurde, weil er angeblich einer Mitschülerin auf den Po gefasst haben soll. Alles nicht erwiesen und angeblich Videos von ihr gemacht und ins Netz gestellt haben soll. Bei der Befragung dieser Schülerin kam raus, Jana, sie hat gehört davon, ihr wurde das zugetragen, dass er das getan haben soll. Und also die Anklage wurde fallen gelassen, aber so weit sind wir schon, dass es solche Anzeigen gibt. Da wird mit einem Minderjährigen nicht mal mehr gesprochen, da findet kein Gespräch statt davon, sondern die Schulleiterin macht direkt im Internet eine Strafanzeige. Keiner weiß davon, die Eltern wissen nichts davon. Das ist das eine. Und auf der anderen Seite haben wir dann diesen Fall aus dem Jugendzentrum in Neukölln, wo ganz offen sie auch das wissen wir ja nicht. Das sind ja auch, muss man jetzt sagen, da gab es ja auch noch keinen Professor zu. Aber offensichtlich gab es mehrere Vorteile, dass ein kurdisches Mädchen von muslimischen Jungs mehrfach belästigt, vielleicht sogar vergewaltigt wurde. Und dass es sehr wohl, dass sie sehr wohl darüber auch sich ausgetauscht hat, dass das auch bekannt gewesen sein muss in diesem Jugendclub und nichts passiert ist, da zeigt keiner jemanden an. Das ist doch verrückt. Also wo soll denn das hinführen?

SPEAKER_02

Und wenn man mal logisch nachdenkt und wenn man mal guckt, was hier in Deutschland in den letzten Jahren passiert ist, 3,8 Millionen Menschen anderer Kultur, vielfach anderer Kultur hierher gekommen und so, was ist passiert, um denen unsere Kultur nahezubringen? Was ist passiert, um die sozusagen fit zu machen für das Zusammenleben bei uns? Was ist auf der anderen Seite passiert, dass wir mit denen klarkommen? Was ist hier passiert? Es ist alles ein einziges Chaos, ein Durcheinander, eine Anbiederei, eine Mischung zwischen Wahnsinn, Dummheit und Übergriffigkeit. Und so ein einfaches Thema, ich habe das hier in Hamburg, ich bin Schulpate in Hamburg, ich habe gesagt, warum gibt es bei euch nicht mindestens einmal die Woche eine Stunde? Einfach nur zum Thema Internetführerschein. Also wie verhalte ich mich im Internet? Was sind No-Gos? Was macht man? Bringen doch den Kindern die Handwerkszeuge bei, genau wie in der Fahrschule, genau wie, keine Ahnung, wenn man einen Hund sich holt oder so, muss man doch damit umgehen, Gassi gehen, alles, da gibt es doch Sachen, Regeln, die man lernen muss, der darf keine Schokolade futtern, ich weiß nicht was. Da haben die aber kein Interesse dran. Das gleiche ist, man bietet sich an einer Religion, ja, und die eigene Religion geht komplett unter, weil sie sich plötzlich mit einer Art und Weise gibt, die mit der Religion gar nichts mehr zu tun hat, die nicht mehr nachvollziehbar ist für die Menschen, die eigentlich sowas wie Religion gut gebrauchen könnten, gerade in schwierigen Zeiten. Da ist alles so dermaßen durcheinander und es ist so viel Übergriffigkeit und es hat eine klitze, klitze kleine Minderheit, hat in diesen ganzen Bereichen die Macht übernommen und dazu geführt, dass der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet wird. Und das ist die Basis der Hysterie. Ich warte schon die ganze Zeit darauf, also habe ich vorgestern auch in meinem Podcast gesagt, ich warte darauf, dass die evangelische Kirche aufruft dazu, sich mit der Colin Fernandes solidarisch zu erklären. Das ist die nächsten, die kommen, ganz sicher. Die evangelische Kirche ist empört, sie muss auf jeden Fall eingreifen, jetzt ist der Zeitpunkt, wo Jesus und Gott ins Spiel gebracht werden müssen, und zwar für Colin Fernandes, ohne zu wissen, was da passiert ist. Das ist bei den letzten Fällen dieser Art auch immer gewesen. Es ist beim Klima so gewesen, bei CO2 so gewesen, bei der Migration so gewesen. Das ist irre. Aber das hat zu tun für mich eben wirklich mit einer flächigen Leichtfertigkeit, Dummheit und natürlich in schwierigen Zeiten auch so ein bisschen diese Sucht, zu einer Herde zu gehören, die Gutes bewirkt. Morgen in Hamburg ist diese Demonstration für Colin Fernandes, das ist, also in Hamburg kannst du sagen, gegen rechts, da stehen am nächsten Tag 250.000 Leute auf der Straße und wissen gar nicht, warum sie da sind. Ich habe selbst Interviews geführt da drin, die wussten gar nicht, warum sie da sind. Ja, wir sind gegen die CDU, ja, wir sind gegen die AfD, ja, wir sind gegen rechts, sie wussten das gar nicht. Und das wird morgen wieder so sein. Da stehen Leute, die kämpfen für etwas und wissen es nicht. Wie kann man so dumm sein? Und vor allen Dingen, warum stehen sie nicht auf der Straße und kämpfen für das, was sie wissen? Zum Beispiel die Preise an den Tankstellen, wo die Hälfte Steuern sind. Warum stehen die nicht da für Frieden? Warum stehen sie nicht da für, ich weiß nicht was, gegen den Niedergang der deutschen Wirtschaft, für alle Sachen, die sie betreffen. Nein, sie gehen raus für Dinge, von denen sie wenig bis nichts wissen und wo sie geleitet sind, von den Gedanken in einer Gruppe zu stehen. Übrigens auch irre, dass diese Schilder, die da bei der Demo auftauchen, von einem Graphologen untersucht worden sind und rausgekommen sind, das sind die gleichen Leute, die die gemalt haben, die auch die Friday for Future Sachen malen. Das scheint ja auch so eine Fabrik zu geben, wo Demoschilder gemalt werden oder so, ist doch völlig irre.

SPEAKER_00

Ja, und das Problem, weil wir ja ein Medienpodcast sind, das Problem ist, eigentlich haben Medien hier dann eine Aufgabe, dem entgegenzuwirken, da Korrektive zu setzen. Eigentlich haben Medien die Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, Vorsicht mit bestimmten Narrativen. Lasst uns die mal durchdenken, was wirklich dabei rauskommt. Und genau diesen Job machen noch ein paar sogenannte alternative Medien. Aber eben die meisten der eingeführten, der alteingesessenen Medien, die kriegen es nicht mehr hin.

SPEAKER_05

Aber ganz ehrlich, Peter, es muss doch in den Redaktionen Menschen geben, die das ähnlich sehen wie wir und die auch die Hände im Kopf zusammenschlagen. Werden die inzwischen auch regiert von einer lautstarken Minderheit in den Redaktionen oder ist es dort doch dann inzwischen die Mehrheit und die, die irgendwie noch wirklich Qualitätsjournalismus eigentlich machen könnten und wollten, die lassen sich unterbuttern und halten den Mund, so wie es uns ja Axel Bojanowski vom Spiegel geschildert hat.

SPEAKER_00

Also das ist in unterschiedlichen Medienhäusern unterschiedlich. Was ich vom NDR höre, ist da tatsächlich wohl zumindest in Hamburg die Mehrheit in genau dieser politaktivistischen Ecke. Da glaube ich, weil ich unterschiedliche Quellen habe, kann man das so sehen. Beim ZDF bekomme ich dann etwas anderes Bild mit. Allerdings, da haben wir es mit sehr vielen prekären Arbeitsverhältnissen zu tun und da sagen die Leute natürlich, ich lehne mich da nicht raus, ich muss es auch im nächsten Monat noch auf mein Geld verdienen. Dafür habe ich lange Zeit sehr großes Verständnis gehabt, da muss ich sagen, da schwindet ein wenig mein Verständnis, weil ich sage, da wird irgendwann mal der Punkt erreicht sein, da sagt sie dann auch, jetzt geht es aber wirklich nicht mehr. Und da sehe ich das ja auch an etwa auch den Reaktionen auf unseren Podcast. Die Zahl der Leute, die sich da uns gegenüber äußern, die sich einbringen, wachsen ja. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass wir mehr Leute erreichen, sondern es hat damit zu tun, denke ich, dass eben tatsächlich der Unmut in der Gesellschaft über diese Art von Medienwirklichkeit auch gewachsen ist. Und das zieht dann, da muss man ein bisschen Geduld haben, aber es zieht dann, nicht in den nächsten Wochen, vermutlich nicht in den nächsten Monaten, aber so irgendwo in ein bis zwei Jahren denke ich dann auch deutliche Änderungen in der Medienlandschaft nach sich.

SPEAKER_05

Ich würde jetzt gerne auch, oder nicht würde, sondern ich thematisiere jetzt mal noch etwas, weiß nicht, wie viel ihr dazu sagen könnt, aber ich kann dazu eine Menge sagen. Also ich bin ja vor 30 Jahren in den Journalismus eingestiegen und habe da noch eine komplett andere Welt erlebt, die ich wirklich auch schwierig fand, die wirklich dominiert war von älteren, meist älteren Männern, die, wenn mir der Regisseur mal nebenbei ein bisschen den Oberschenkel getätschelt hat, während wir in der Regie saßen und die Live-Sendung lief und ich dann mich darüber beschwert habe, dann vom Redaktionsleiter, der heute und schon sehr lange eine sehr hohe Funktion beim NDR hat, gesagt wurde, ja mein Gott, das ist schon ein älterer Herr noch, es ist ja nichts weiter passiert. Oder der Moderator einer Radiosendung, der offensichtlich mehrere Mitarbeiterinnen reingerückt hat, die also die Redaktion und Aufnahmeleitung hatten, weil er angeblich was mit ihm besprechen wollte, und ihm dann umgefragt irgendwelche Pornofilmchen vorgespielt hat mit der Frage, wie fällt denn mir das, was ich tatsächlich für sehr übergriffig halte. Und dann habe ich das mit einer leitenden Redakteurin, habe sie darauf angesprochen. Und dann gesteht die mir, ja, das hat er bei mir auch gemacht. Ich war völlig boff und dachte, wie doof ist der denn? Und sage, naja, und jetzt, also wenn er das sogar bei dir gemacht hat, dann musst du doch jetzt mal durchgreifen, ich bin freie, ich kann nichts machen, ich kann dir das nur sagen. Und was sagt diese Frau, ach naja, weißt du, ja, ich rede mal mit ihm, der moderiert noch heute. Das ist ein super moralischer Typ. Ich kenne so viele Männer, die sich über so viele Jahre so derartig daneben genommen haben, Frauen gegenüber, Kolleginnen gegenüber, die rennen jetzt mit der Wurkungsfarbe vorweg. Und wenn dann eine junge Aktivistin als angebliche Expertin zum Thema einer Frauenkrankheit befragt wird und dann von Personen mit Gyterus spricht, dann steigt der alte weiße Mann darauf ein und spricht auf einmal auch keine Person mit Gyterus. Und ich denke, sag mal, Tax bei euch.

SPEAKER_00

Ja, siehst du, die Männer sind schuld, jetzt sagst du es auch.

SPEAKER_05

Nein, aber das finde ich so krass, dass Sie, also Herr Brandt, vielleicht können Sie nochmal was dazu sagen, Sie haben das ja vorhin mal angedeutet. Also für mich ist das wirklich so, es gab wirklich Verhältnisse, wie gesagt, vor 30 Jahren, die ich als sehr unschön erlebt habe und ich bin froh darüber, natürlich, dass sich das ein Stück weit geändert hat. Aber es ist so eine Roll-Back-Bewegung, wie so bei vielen anderen auch. Es ist so eine Bewegung geworden, dahingehend, dass Männer grundsätzlich als Monster hingestellt werden. Komischerweise aber viele von denen, die sich wirklich aus meiner eigenen Erfahrung tatsächlich daneben genommen haben, ihre Macht auch ausgenutzt haben, denen wird abgenommen, dass sie jetzt auf einmal weiße Lämpchen sind und obwohl alle wissen, wie die drauf waren. Das wird akzeptiert. Und dafür wird aber, werden andere dann zur Schlachtbahn geführt, das ist doch alles irgendwie wirklich schräg, was da passiert. Und hat ja auch mit einer echten Aufarbeitung dessen, die findet nämlich nicht statt, eine echte Aufarbeitung dessen, was halt noch vor 20, 30 Jahren möglich war. Das ist meine Erfahrung.

SPEAKER_02

Also wir sind ja noch nicht mal fertig mit der Aufarbeitung, was vor 100 Jahren passiert ist oder vor 80 Jahren oder so. Insofern ist das das eine. Das zweite ist, es waren einfach andere Zeiten und Menschen verhalten sich so, wie sich verhalten können. Grundsätzlich ist das so, dass der Mensch, der Mensch ist Jäger und Sammler, das hat neulich Roger Köppel sehr schön gesagt. Wir müssen uns nicht beschweren, dass hier irgendwelche Leute in Deutschland 10.000 Euro abkassieren und sich tot lachen darüber, wie sie den Staat ausnehmen können. Die sind nicht die Kriminellen. Die Kriminellen sind die, die die Nüsschen auf den Fußboden schmeißen und die, die Jäger und Sammler, die das einsammeln, die sammeln das halt ein, so ist der Mensch so. Und das Gleiche gilt natürlich auch für Übergriffigkeit, das gleiche gilt auch für fieses Verhalten. Ich kenne, also vor 30 Jahren war ich auch in der Medienbranche, ja, ich habe hauptsächlich tatsächlich alleinerziehende Frauen am liebsten eingestellt, weil das nämlich die fleißigsten und tapfersten Arbeiterinnen sind, die man sich wünschen kann in der Medienbranche zumindest und ich habe da sogar mal eine Auszeichnung für bekommen. Ich habe immer lieber mit Frauen gearbeitet, ob es meine Chefin war bei Jaida oder ob es eine Kollegin war, die ich sozusagen als Bereichsleiterin bei mir hatte und so. Ich komme mit Frauen besser klar. Das liegt aber an mir und ich habe auch ein gesundes Verhältnis und ich muss keinen auf dem Hintern klatschen und sowas alles. Aber vor 30 Jahren, als ich angefangen habe, Filmproduzent Horst Wendland, ja, eine Legende, absolute Legende der Otto-Filme, L'Oreal, alles was dazu gehört. Der Typ war null übergriffig, 0,0, aber er hatte eine sehr rustikale Art, mit Menschen umzugehen. Und zwar mit Männern und Frauen gleichermaßen. Der hat da gesessen, hat die Füße auf dem Tisch gehabt, hat sich die Nägel geschnitten und diese abgeschnipsten Nägel flogen wie ein Schoß, weil ich auf der anderen Seite des Schreibtisches saß. Da kann man auch sagen, übergriffig und so. Aber nein, ganz ehrlich, der Typ war eine Kultfigur, der hat Irrsinniges geleistet und hat sich halt scheiße benommen im Verhältnis aus der Sicht von später. Aber nur deswegen, weil das konnte und weil keiner was dagegen gesagt hat. Und das gleiche gilt für diese ganzen Weinsteins, Weinsteins und wie sie alle heißen. Natürlich gab es da Menschen, die es gewusst haben. Aber ehrlich gesagt, wenn ich jetzt sagen würde, ja zu einer 22-jährigen Kollegin hier meinem Lehrling zum Beispiel, wenn ich sage, pass mal auf, Stella, morgen um 22.30 Uhr, ich bin da im Hotel, wir treffen uns da in meinem Hotelzimmer und dann stehe ich da im Bademantel, ganz ehrlich. Also 22.30 Uhr gibt es halt keine Meetings. Da kann man jetzt auch sagen, also wer so naiv ist und da hingeht, weiß auch, was da ihnen erwarten könnte. Und da muss man sich eben als Frau und ich kenne genug Frauen übrigens und gerade auch aus Hollywood-Geschichten, die einfach gesagt haben, nee, meine ich. Aber es gibt halt auch genug, die es gemacht haben, denen dann 40 Jahre später einfällt, wie schlimm das alles war. Es ist zudem... Wir haben es nicht nur aus Naivität gemacht, sondern aus Berechnung auf. Ja, wobei auch da ist es wieder, das darf man ja nicht so richtig sagen und das ist auch ungerecht und ein Machtverhältnis und so, das ist, aber wir aus unserer heutigen kleinen Sicht, wie sollen wir denn beurteilen, was vor 30, 40 Jahren passiert ist und nein, das ist nicht richtig und nein, man macht es heute nicht mehr. Es gibt auch ganz andere Sachen, die früher richtig waren, die man heute nicht mehr macht. Ja, Autos fahren, die hinten her, wo das, wo der Dreck hinten rauskommt, bis zum Geht nichts mehr. Die Sache, die Zeit entwickelt sich weiter. Und dieses, die Vergangenheit zu kritisieren, was gibt es Dümmeres, macht die Zukunft besser, anstatt immer in der Vergangenheit rumzuwühlen. Und wie gesagt, die schlimmsten Themen, die wir haben, haben wir noch nicht aufgearbeitet. Und ja, ich kenne und ich habe das selber erlebt, als Chef von Pro7, ich habe zum Beispiel, mir war es so, also ich war nie mit einer Moderatorin oder jemand, einer Schauspielerin, die sich bei uns beworben hat, die unbedingt mit mir irgendwas besprechen wollte, never ever alleine. Nie. Weil ich damals schon paranoid war vor solchen Sachen, weil sie ja da, die reißt sich die Bluse auf und sagt, haha, er hat mich angekattelt oder so. Das ist, haben immer alle gesagt, du hast sie ja nicht alle. In heutiger Zeit, glaube ich, sagen viele Leute, der Brand hat es damals schon richtig gemacht. Ich habe das nie alleine gemacht. Und es gab genug Angebote von Frauen, die übrigens heute moderieren, die haben eindeutige Angebote gemacht. Ich habe sie halt nie angenommen, weil ich nicht der Typ dazu bin und so. Aber andere Leute, die dann auch in meiner Position waren, haben das angenommen. Und haben dann sogar, das hat sogar zu Beziehungen geführt und zu sonst, also vorübergehende Beziehungen geführt und so. Das war eine andere Zeit. Sorry, bei der Bild-Zeitung, ja, ich weiß eben, also wer den Kollegen, den ich sehr schätze, Martin Heidemanns zum Beispiel, ja, ich schätze den wirklich als Mensch. Mir gegenüber war der immer fair, korrekt und anständig. Und das ist das Einzige, was ich beurteilen kann. Ich kenne haufenweise Menschen, die sagen, das ist der übelste Vogel überhaupt gewesen, ja. Aber das ist ungerecht, weil es war eine andere Zeit und jeder macht das, was er kann. Und ich kann immer auch nur beurteilen, was mir selber widerfahren ist. Und ich hatte das selber in der Hand, mich entsprechend zu positionieren, zu wehren, was gefallen zu lassen oder nicht. Und im Nachhinein jetzt anzufangen und irgendjemand was anzuhängen, es schmeckt nicht gut. Und das als neulich, also für mich der Gipfel dieser Bewegung auch so ein bisschen war, dass jetzt dann Howard Carpendale erzählt, vor seiner Tournee, als er bekannt gibt, er geht auf Tournee, er wurde, er war Missbrauch ausgesetzt in seiner Kindheit.

SPEAKER_01

Mal ganz ehrlich, boah, es wird einem auch schwer gemacht, sich ernsthaft mit den Dingen zu beschäftigen. Ja, gutes Schlusswort, nur mit Hinblick auf die 90 Minuten, die wir jetzt schon fast diskutiert haben.

SPEAKER_05

Genau, wir freuen uns natürlich, wenn Sie in dieser aufgeheizten Diskussion ganz sachliche Kommentare unter diese Folge schreiben, gerne auch Anregungen, vielleicht auch eigene Geschichten. Das würde uns auf jeden Fall sehr interessieren. Bleiben Sie gespannt, das ist ja eine Sonderfolge zwischendurch, dann folgt auch wieder eine reguläre, nicht ganz so aufgeregte. Aber wir hoffen, dass wir so ein bisschen durch das Dickicht führen konnten, dass er sich, also so stellt sich ja doch für viele dar. Und ja, abonnieren Sie uns, empfehlen Sie uns weiter, unterstützen Sie uns gern auch mit Spenden und dann freuen wir uns alle gemeinsam aufs nächste Mal. Ich sage Tschüss.

SPEAKER_00

Ja, vielen Dank auch an Boris Brandt und Tschüss.

SPEAKER_01

Einen schönen Tag wünsche ich allen. Tschüss.