Sachlich richtig

Insider aus dem Rundfunkrat: Was hinter den Kulissen läuft

Alexander Teske, Annekathrin Mücke, Ole Skambraks, Peter Welchering

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Der Verleger Martin Wunnike sitzt seit vier Jahren im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks - als Vertreter des Bayerischen Zeitungsverlegerverbandes. Im Gespräch mit Anne Mücke und Alexander Teske gibt er seltene Einblicke in eines der am meisten missverstandenen Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Er erklärt, warum der Einfluss des Rundfunkrats auf die Sender seiner Meinung nach überschätzt wird, aber auch, wo seine tatsächlichen Möglichkeiten liegen.

Dabei spricht er offen über politischen Einfluss, Interessenkonflikte und das Phänomen der „Embedded Control", schildert die hohe Arbeitsbelastung und Überforderung, wenn man die Arbeit als Rundfunkrat ernst nimmt. Wunnike begründet auch, warum der öffentlich-rechtliche Rundfunk jetzt eine ähnliche Krise erlebt wie zuvor die Zeitungsbranche und dass er deshalb dringend eine Strukturreformen empfiehlt.

IN EIGENER SACHE
Am Abend des 4. Mai ist "Sachlich richtig" erstmals live zu erleben. In Berlin in der König Galerie (Alexandrinenstr. 118–121). Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns auf Sie! Karten können Sie an der Abendkasse kaufen oder hier online:
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SPEAKER_03

Mein Ruf war ja von Anfang an schon ruiniert. Und deshalb bin ich ja so unabhängig. Ich muss mich an keinen Verband richten, weil bei mir gibt es nichts mehr zu beschädigen. Das habe ich auch schon beim Rundfunk gerade gesagt, dass ich das nicht verstehe. Weil bei Zeitungsverlagen gibt es mindestens sowas bei mir, einen publizistisch Verantwortlichen und einen kaufmännisch Verantwortlichen. Und die beiden müssen irgendwie miteinander auskommen. Aber es ist eine Gewaltenteilung. Bei dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind die meisten Intendanten alles. Die sind Gott. Ein Kollege hat zu mir gesagt, wir werden narkotisiert. Da ist schon was dran. Aber wie gesagt, das würde ich genauso machen. Und dann müssen wir halt laut werden. Und dann musst du laut werden. Und dieses Lautwerden habe ich durchaus schon erlebt. Jetzt beim Thema Presseähnlichkeit habe ich schon Gespräche dahingehend führen können, dass man was verändern konnte. Und bin auch offene Ohren gestoßen. Du musst nur was machen. Wenn du natürlich nur da hinkommst, deinen Kaffee trinkst und vielleicht nicht mal die Zeit hast, dich entsprechend vorzubereiten, dann bist du selber schuld.

SPEAKER_00

Sachlich richtig. Der Medienpodcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.

SPEAKER_02

Apologies for this interruption, but we have some breaking news.

SPEAKER_00

Mücke Scambrax-Teske Welchering sprechen über Meinungsfreiheit, Rundfunkbeitrag, Social Media. Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Sachlich Richtig, dem Medienpodcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Mit mir dabei ist heute Alexander Teske.

SPEAKER_01

Moin aus Hamburg.

SPEAKER_00

Und unser Gast Martin Wunnicke. Herzlich willkommen.

SPEAKER_03

Herzlich willkommen, ein schönes Grüßgott aus dem schönen Bayern.

SPEAKER_00

Oh, da sind wir gut verteilt vom Norden über die Mitte bis in den Süden. Hervorragend, mal gucken, ob wir auch ansonsten so gut verteilt sind. Herr Wunnicke, Sie sind Medienprofi. Sie haben beim Privatradio gearbeitet, unter anderem bei den Printmedien. Sie waren Vorsitzender der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlages, haben aber auch einen ziemlich guten Einblick in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn, und das ist wirklich was Besonderes, Sie sind seit 2022 Mitglied des Rundfunkrates des Bayerischen Rundfunks. Jetzt verraten Sie uns doch mal, wie sind Sie denn da eigentlich reingekommen?

SPEAKER_03

Naja, ich bin Vertreter quasi, ich glaube, der Einzige in der ARD eines Zeitungsverlegerverbandes, also des Bayerischen Zeitungsverlegerverbandes. Der hat einen Sitz im Rundfunkrat und ich bin ja 2022 quasi ausgeschieden aus der Mittelbereich und die ist verkauft worden. Und daraufhin hatte ich ein bisschen Zeit, mehr Zeit, und habe mich dieser Aufgabe dann gewidmet und bin, soweit ich weiß, der einzige ARD-Rundfunkrat eines Zeitungsverlags. Beim ZDF gibt es auch noch eine Frau aus dem Bundesverband der Zeitungsverleger. Aber ich bin der Einzige ansonsten beim Bayerischen Rundfunk.

SPEAKER_01

Okay, aber wie sind Sie reingekommen? Also man muss wissen, es gibt jeweils in jedem in den Bundesländern sozusagen Gesetze. In diesem Fall ist es vom Bayerischen Landtag mal verabschiedet worden. Und in diesem Mediengesetz steht drin, welche Entsendeverbände einen oder einer in den Rundfunkrat entsenden dürfen, alle anderen kommen nichts hinzu. Und diese Entsendeverbände sollen sozusagen die Breite der Gesellschaft abbilden. Und offenbar ist man in Bayern der Meinung, der Zeitungsverlegerverband gehört dazu, aber trotzdem, sie waren da Mitglied und dann, wie ist denn das? Dann gibt es eine Sitzung und die fragen, wer hat Lust und sie haben den Finger gehoben, oder?

SPEAKER_03

Ja, so ähnlich. Also es ist einfach so, dass es schon, es ist ja eine wahnsinnig umfassende Aufgabe, wenn man das wirklich ernst nimmt. Das ist ja eigentlich auch eine der großen Themen, auf die ich da mal zurückkomme, weil ich glaube, das wird völlig überschätzt in der Öffentlichkeit. Und da hat man halt jemand gesucht, der sachverständig ist und.

SPEAKER_01

Über- oder unterschätzt? Sie haben gerade überschätzt. Sie haben gerade überschätzt gesagt. Sie meinten wahrscheinlich unterschätzt. Ach, wirklich?

SPEAKER_03

Ja, glaube ich. Das kann ich Ihnen nachher sehr genau herleiten. Weil ich bin ein bisschen merkwürdig empfangen worden, kann man sich ja vorstellen. Deshalb habe ich eigentlich von Anfang an begonnen, mir darüber Gedanken zu machen. Also das Bayerische Rundfunkgesetz sieht einfach verschiedene Verbände davor. Insgesamt sind wir 50 Rundfunkräte, einmal, ich glaube, acht oder neun aus den Parteien, je nach Wahlergebnis. Und der Rest verteilt sich heißt. Es gibt aber auch, ich glaube, der Bauernverband hat zwei, die Gewerkschaften haben zwei Sitze. Das wird ja immer diskutiert. Wer gehört da hin, wer gehört da nicht hin? Ich sage immer, ich vertrete nicht die Zeitungsverleger, sondern ich vertrete die Zeitungsleser. Und die sind auch nicht wenige. Und so sehe ich auch meine Aufgabe ein bisschen und ich bin auch völlig frei von meinem Entsendeverband. Das ist auch mal was, über das wir reden können. Das sind im Prinzip diese Interessenkonflikte, in denen man sich da bewegen muss. Und dann wird man im Prinzip bestimmt von seinem Verband und da gibt es so feste Perioden, immer fünf Jahre lang. Das endet nächstes Jahr zum ersten Mal, eben von 22 bis 27. Es sei denn, du wirst unterjährlich ausgewechselt und dann wird man bestimmt und dann ist man eigentlich, also zumindest bei mir ist es so, ich bin eigentlich nur meinem eigenen Gewissen verpflichtet.

SPEAKER_00

Gibt es denn dann Einspruchsrecht? Also kann der Bayerische Rundfunk zum Beispiel sagen, nee, also den Martin Wunnicke, den finden wir nicht gut, den wollen wir nicht haben. Wie läuft das?

SPEAKER_03

Ich glaube, also das kann ich Ihnen jetzt juristisch nicht genau beim. Ich glaube schon und es gab mal, das wurde mir erzählt, also vor meiner Zeit, auch mal den Versuch, den Vertreter der Zeitungsverleger da rauszubringen. Da hat wohl ein ganz ehemaliger Rundfunkratsvorsitzender versucht, die Politik dazu zu bringen. Das ist ihm aber nicht gelungen.

SPEAKER_01

Wenn ich es richtig im Kopf habe, gab es es ja auch gerade beim CDF-Fernsehrad Trouble, weil jemand vom Zeitungslegerverband hineinwollte. Und ich glaube, da muss jetzt nochmal eine zweite Runde drehen. Ich glaube, es ist noch nicht entschieden. Ihm wird die Nähe zum Herrn Döpfner vom Springer Verlag vorgehalten, obwohl er seit vielen Jahren da gar nicht mehr Mitglied ist der Geschäftsleitung. Ich habe manchmal den Eindruck, man möchte im öffentlich-rechtlichen und bestimmten Rundfunkräten auch gerne unter sich bleiben und so kritische oder konservative Geister oder jemand aus dem Zeitungsgeschäft, aus dem Privatgeschäft nicht so sehr gerne drin haben oder täuscht das?

SPEAKER_03

Also ich habe das auch verfolgt kritisch. Also das sehe ich beim Bayerischen Rundfunk überhaupt nicht. Also ich habe eigentlich, ich habe genau das gegenteilige Erfahrung gemacht. Ich bin zwar merkwürdig begrüßt worden, ja. Also das kann ich nicht anders sagen, aber aus dem Rundfunkrad merkwürdig begrüßt worden.

SPEAKER_00

Schildern Sie mal, wie, bitte.

SPEAKER_03

Ja, ich bin angerufen worden vor meiner ersten Rundfunkratssitzung und im Prinzip gebeten worden, jetzt mal nicht in den sogenannten Drei-Stufen-Test in die Arbeitsgruppe zu gehen, weil die schon so lange getagt haben und weil ich ja quasi als Wettbewerber dort gesehen würde. Da war ich jetzt erstmal ganz brav und habe mich natürlich dann nicht gemeldet bei der ersten Sitzung, aber ich bin während dieser allerersten Sitzung aus dieser Gruppe angesprochen worden. Ich soll unbedingt kommen, weil man Sachverstand braucht und bin dann natürlich dann eingetreten. Das zweite war, dass mir jemand da wirklich ins Gesicht gesagt hat, dass ich bei einer meiner ersten Sitzungen, dass ich da überhaupt nicht hingehöre, dass ich quasi der Gegner bin vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und deshalb habe ich mir von Anfang an immer, ich habe mir alles genau angeschaut. Ich habe mir auch, also ich habe Fragen gestellt, ich schaue mir das ganze System an. Und das dauert ja lange, bis man überhaupt ansatzweise kapiert, wie das funktioniert. Oder ich würde mich selber noch als Anfänger bezeichnen. Aber es ist, ich habe einfach immer Fragen gestellt und ich habe immer quasi den Gesamtblick im Auge gehabt. Also das Big Picture habe ich mir immer angeschaut.

SPEAKER_01

Was ist denn der Drei-Stufentest?

SPEAKER_03

Achso, der Drei-Stufentest ist im Prinzip ein Beihilfekompromiss 2.07, sowas. Da haben ja die privaten Radioverbände und auch die Verleger haben im Prinzip bei der EU Beschwerde eingelegt gegen die Gebühr. Das ist ja eine staatliche Beihilfe. Und da wurde dann verhandelt und da gab es einen Beihilfekompromiss. Im Prinzip so, ich rede jetzt unjuristisch, weil ich Gott sei Dank kein Jurist bin. Die EU hat gesagt, also es ist schon kritisch, wir schauen da aber nicht so genau hin, wenn es einen Kompromiss gibt. Und in diesem Kompromiss gibt es diesen sogenannten Drei-Stufentest. Das heißt, alle neuen Angebote, die da öffentlich-rechtliche Rundfunk machen, müssen durch drei Stufen bestehen. Das erste ist, passt es überhaupt zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Das zweite, und das ist das Spannende, hat es irgendeine Martrelevanz, also greift es in bestehende Märkte ein. Und das dritte ist, können wir uns das überhaupt leisten? Also was kostet das Ganze? Und diese Arbeitsgruppe, die hat bei, also seit ich dabei bin, erst ein einziges Mal getagt wegen irgendeinem Kulturprogramm, das in meinen Agen krampf war, weil ein nationales Pulturprogramm für 5 Millionen Euro Etat, das ist ja eh, also das geht nicht. Und sonst hat es da bis jetzt auch noch nichts gegeben. Das ist ja auch das, was die Verleger dann immer kritisieren, dass bei diesem Beihilfekompromiss man sich nicht wirklich dran hält. Und da war auch die Presseähnlichkeit. Das ist ja eigentlich der ganz große, der ganz große Knackpunkt an dem ganzen Thema und ganz heißes Eisen. Da bin ich ja auch 2024, vielleicht haben sie das verfolgt vor der entscheidenden Ministerpräsidentensitzung. Da bin ich auch, da habe ich auch Sachen erlebt, das war schon beeindruckend. Aber ich möchte nochmal sagen, also das war mein Empfang im Rundfunkrat. Und das waren auch nur Einzelpersonen. Ich bin sonst wirklich super positiv empfangen worden. Und zwar auch erst recht übrigens von den ganzen Führungskräften. Also ich kann nichts, ich kann mich nur super positiv äußern. Von der Intendantin angefangen, über alle Führungskräfte, die da sind. Jede meiner Fragen ist sofort beantwortet worden. Man hat sie total mit mir befasst, zum Teil sogar sich hingesetzt letztendlich. Da hatte ich eher das Gefühl, dass die froh waren, auch mal so gechallenged zu werden, sage ich jetzt mal. Und das ist wirklich sehr positiv.

SPEAKER_01

Sie haben es gerade angedeutet, was haben Sie denn erlebt bei der Presseähnlichkeit? Vielleicht ganz kurz nochmal für alle, die es nicht wissen, Presseähnlichkeit sozusagen der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf im Fernsehen und Rundfunk betreiben. Und mit dem Aufkommen des Internets hat er natürlich auch Internetseiten betrieben und dort großflächig Texte veröffentlicht und auch welche, die im Programm so nicht bisher vorkamen. Und dann hat man sich ja irgendwie darauf geeinigt, dass diese Texte einen Bezug zum Programm, also zum Rundfunk oder dem Fernsehen haben müssen. Das wird aber sehr weit ausgelegt und die Verleger haben einfach Angst, dass ihnen das ja in die Suppe spuckt. Dass die Zeitungen dadurch eben einfach oder die Online-Seiten weniger Traffic haben, weil sie müssen ja dafür etwas verlangen. Also das ist ja meistens hinter der Bezahlschranke, während es beim öffentlich-rechtlichen das gleiche Angebot durchaus umsonst ist. Aber was haben sie da erlebt?

SPEAKER_03

Das Entscheidende ist der Sendebezug. Also du darfst im Prinzip Texte veröffentlichen, wenn es dazu eine Sendung gibt. Aber der öffentlich-rechte Rundfunk hat halt einfach angefangen, nur Texte zu veröffentlichen. Und zum Teil in Einzelteilen auch Zeitungsredakteure abgeworben für diese Tätigkeit. Und da war ist natürlich irgendwann Schluss, wenn es Zeitungen werden. Und letztendlich, wenn man sich auch immer auf den Artikel 5 Grundgesetz macht, als erstes schützt der Artikel 5 die Presse. Die wird sogar zuerst genannt. Und da danach erst die Freiheit in Rundfunk und Fernsehen, ohne das jetzt werten zu wollen. Aber das Grundgesetz hat eben auch ein Anrecht auf den Schutz der Presse oder die Zeitungen. Das muss man ganz klar sagen. Was habe ich erlebt? Es war eine Kampagne, eine völlig geschlossene Kampagne vor dieser Ministerpräsidenten, entscheidenden Ministerpräsidentenkonferenz, die mir den Atem geraubt hat. In der Tagesschau oder Tagesthemen war ein Bericht, wo Redakteure vor rot durchgestrichenen Webseiten standen. Die ARD hat auf den sozialen Medien bei Instagram und sonst so Posts gemacht, wo gepixelt die Texte waren und im Prinzip drüber stand, so könnte das aussehen. Also ungefähr als ob sie gar nichts mehr veröffentlicht konnten. Es gab Interviews, die unter anderem auch von meiner Verlegerin, die im Prinzip den Eindruck erweckt haben, die Verleger wollen das überhaupt nichts mehr im Netz machen, also diese altbackenden Herren, ja. Und keine Ahnung, auch im Rundfunkrat hat ein Mitglied mal, das hat mich dann da ein bisschen überrascht, die Intendantin aufgefordert, endlich etwas gegen die Verleger zu tun, damit dieses Buchstaben oder Wertezellen aufhört. Das hängt damit zusammen, dass in Bayern der Bayerische Rundfunk 2016 eine Unterlassungserklärung unterschrieben hat. Das hat nämlich ein Gericht festgestellt, dass das Angebot presseähnlich war. Dann beginnen jetzt die juristischen Feinheiten. Der Bayerische Rundfunk hat halt gesagt, so würde ich es allerdings auch machen, ist ja nur an diesem einen Tag so gewesen. Die haben ja jeden Tag quasi ein anderes Angebot. Und die Verleger haben gesagt, ja, es geht aber irgendwie um den Sinn. Dann hat man das 2022 auch nochmal wiederholt, diese Analyse, ist zum ähnlichen Ergebnis gekommen und dann hat man immer im Prinzip eine Klage vorbereitet gehabt. Und dann ist man allerdings, Gott sei Dank, und da war ich, glaube ich, ja nicht ganz unmaßgeblich beteiligt, in Gespräche gekommen und hat einfach mehrfach miteinander geredet. Das ist jetzt auch, glaube ich, auf einem sehr guten Weg. Wenn sie noch sich, wenn man sich dann noch erinnert, aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat dann eine Studie noch rausgeben, ein oder zwei Tage vor dieser Ministerpräsidentenkonferenz, die sogenannte Gold-Media-Studie, und gesagt, dass praktisch alle wissenschaftlichen Untersuchungen darauf hinweisen, dass selbst wenn der öffentlich-rechte Rundfunk sich da zurückzieht und weniger ihn auch nicht mehr geben würde, würden quasi die Menschen nicht auf die Zeitungsangebote oder nur in sehr geringen Umfang auf die Zeitungsangebote eingehen. Ich habe mir diese Gold-Media-Studie dann angeschaut und bin wirklich erschauert. Das ist ein Statistik Spielchen gewesen. Ich habe mich auch mit dem Marktforscher dann zusammengesetzt und es war aber natürlich alles, das ist zu spät und du kannst immer, wenn du so anfängst zu argumentieren, bist du einfach auf der verlorenen Seite. Nichtsdestotrotz, man ist da einem geschlossenen System gegenübergestanden. Alle diese ganzen Gremien und ich habe sowas in der Form eigentlich so geschlossen und das hat mich eigentlich entsetzt, weil das gibt es bei Zeitungen nicht. Bei uns gibt es immer ein paar, die uns irgendwie ins Knieser überschießen. Also wenn sie Verbandsgeschäftsführer beim Zeitungsverband sind, egal ob auf Bundesebene oder Landesebene, sie haben immer ein paar schwarze Schafe, die ihnen ihre ganze Sache ein bisschen ruinieren, mir jetzt zu viel gesagt. Aber das ist ja auch so. Also bei Zeitungen sind halt total frei und sie gibt es in allen. Sie sind die Taz, die Fats. Also sie haben ja da eine große Landschaft und da gibt es eben Zeitungen leben ja von verschiedenen Meinungen. Und bei uns war es dann so, das ist mir dann so ein bisschen immer um die Ohren geflogen. Da gibt es den Kurt Kister, den ehemaligen Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, der hat noch so eine Kolumne in der Süddeutschen. Und der hat in diesem Zusammenhang dann in der Kolumne im Prinzip ja nicht ganz zu Unrecht gesagt, ja Mensch, die neuen Medien sind nun mal anders, ja. Was ist jetzt Webseiten? Aber er hat am Schluss dann da auf die Spitze getrieben und hat halt im Prinzip gesagt, wenn die öffentlich-rechtliche Rundfunkpresseähnlich ist, dann sind dann Zeitungen Rundfunkähnlich. Also im Prinzip, das ist mir immer um die Ohren geflogen, so ungefähr, wenn ihr Zeitungen jetzt Videos macht, ja, dann dürfen wir auch Zeitungen machen. Was natürlich völlige Verkennung der Lage ist, weil Zeitungen dürfen auch Pizzerien aufmachen, weil die sich komplett am freien Markt bewegen.

SPEAKER_00

Genau, da wird ja, also es wundert mich natürlich gar nicht, dass das ausgerechnet von der Süddeutschen Zeitung kommt, denn wir dürfen nicht vergessen, der Zeitungsmarkt teilt sich ja irgendwie auch ein bisschen auf in die Zeitungen, die mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehr eng zusammenarbeiten inzwischen, was wir ja auch sehr kritisch sehen. Und die Süddeutsche gehört da ja mit dazu. Aber die Frage ist ja auch, bei dem Streit um die Presseähnlichkeit habe ich das so erlebt im vergangenen Jahr, als ich bei verschiedenen Anhörungen zum Medienreformstaatsvertrag war, dass diese Presseähnlichkeit immer eine sehr große Rolle gespielt hat. Und ich habe mich dann irgendwann gefragt, hat jetzt der öffentlich-rechtliche Rundfunk wirklich so große Bedenken, dass sie zurückfallen könnten hinter die Zeitungen und deren Online-Angebote? Oder ist es auch so ein bisschen eine Scheinschlacht, damit sie über viele andere Reformenvorhaben gar nicht sprechen müssen? Weil das wurde immer sehr, sehr, sehr betont, wie schlimm die Presse wäre, wenn die Presseähnlichkeit, wenn das gelten würde für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Aber dann ist es ja wirklich so, Sie sind ja dann einer von denjenigen im Rundfunkrat, der doch sehr, sehr tief einblickt, auch in Medienstrukturen hierzulande, also auch außerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das ist ja bei wahrscheinlich nicht allen Mitgliedern des Rundfunkrates der Fall, wenn die vom Lehrerverband kommen, vom Bauernverband, vom Komponistenverband. Wie werden Sie denn da vorbereitet oder wie bereiten Sie sich vor, wenn Sie selbst als Medienprofi sagen, nach vier Jahren sehen sich immer noch als Anfänger? Also, wie fähig sind denn die Mitglieder und wie werden sie befähigt, diesen wichtigen Aufsichtsjob überhaupt zu machen?

SPEAKER_03

Also jetzt am Anfang muss man die Süddeutsche in Schutz nehmen. Das gibt nicht die Süddeutsche, sondern das ist Meinung. Also der Kurt Kister hat einen Kommentar, der darf ja schreiben, was er will. Also der Geschäftsführer der Süddeutschen Zeitung, der war in diesen ganzen Gesprächsrunden mit dem Bayerischen Rundfunk zum Thema Presseähnlichkeit dabei. Und glauben Sie mir eins, der ist richtig hart und richtig gut auf der richtigen Seite, sage ich jetzt mal. Also deshalb ist es die Süddeutsche, da gibt es das nicht, sondern das ist halt die Meinung eines bedeutenden Redakteurs, aus früheren Zeiten, die ja auch wichtig ist und auch immer gern gelesen wird. Was war die Frage jetzt nochmal, wie ich.

SPEAKER_00

Na, wie geschult Sie waren oder gab es überhaupt sowas, eine Vorbereitung auf diese Tätigkeit im Rundfunkrat?

SPEAKER_03

Also vorbereitet werden sie nicht, aber der Bayerische Rundfunk, das muss ich wirklich sagen, macht fantastische Veranstaltungen. Es gibt eine Medienakademie, Sie müssen es nur wahrnehmen. Das ist jetzt dieses Thema mit dem Über- oder Unterschätzen, wie viel Zeit Sie haben, weil das ja alles Ehrenamtlich ist, viele sind angestellt, aber das Angebot ist groß. Es gibt eine Medienakademie für ARD und ZDF, die umfangreiches Schulungsmaterial macht, das können sie online machen. Dann gibt es beim Bayerischen Rundfunk gibt es ganz viele Veranstaltungen, die ich richtig toll finde. Das heißt, es sind zum Beispiel vom Rundfunkrat selber, das nennt sich Werkstatt. Werkstatt Sport haben wir jetzt zum Beispiel vor kurzem gehabt, Werkstatt Bildung, wo ihnen die entsprechenden Verantwortlichen des Bayerischen Rundfunks Einblicke geben. Und dann gibt es einzelne Workshops, dann kann man das vertiefen, dann kann man die Redakteure kennenlernen, kann die Programme kennenlernen, kann sich ganz intensiv in kleinen Arbeitsgruppen mit denen austauschen. Also die Ausbildung in Anführungszeichen während dem Ganzen ist eigentlich wirklich, wirklich toll, das Angebot. Man muss es nur annehmen können. Ich war jetzt gerade auf dem Medienkompetenztag vor zwei, drei Wochen. Der Medienkompetenztag ist hauptsächlich für Lehrer. Da habe ich gelernt, wie man Videos schneidet, da habe ich gelernt, wie man Konzept für einen Podcast macht. Also das war richtig klasse. Also es hat mir richtig, richtig, richtig gut gefallen. Das heißt, du bist jetzt nicht vorher. Vorher gibt es nicht viel. Wenn du entsandt wirst von deinem Verband, das ist ja meist dann, manche erfahren das vielleicht auch erst zwei Wochen vorher, da passiert natürlich keine große Einarbeitungsphase. Aber in dieser Zeit hat man jede Möglichkeit der Welt, sich entsprechend da kundzutun. Und nochmal, es sind bei den ganzen Sitzungen die ganzen Führungskräfte für die einzelnen Bereiche da. Und ich habe es noch nie erlebt, wenn man einen angesprochen hat in einer Pause oder sonst irgendwas, der nicht einem den Raum gegeben hat, deine ganz eigenen individuellen Fragen zu beantworten, inklusive der Intendantin.

SPEAKER_01

Da muss ich jetzt aber doch mal ein bisschen Salz in die Wunde streuen. Ich habe ja auch den einen oder anderen Rundfunkrat bisher kennengelernt und mir einen Eindruck über die Kompetenz verschaffen können. Und es gibt einige wenige sehr, sehr engagierte Rundfunkräte, die sich auch gut auskennen. Ich würde aber sagen, die Mehrzahl der Rundfunkräte hat von dem, worüber sie eigentlich richten, sehr wenig Arbeit, sehr wenig Ahnung. Und das liegt ja auch in der Natur der Sache. Wenn man sich mal vor Augen hält, das Durchschnittsalter in manchen Rundfunkräten liegt bei 55 Jahren. Das heißt, wenn da jemand nach Ablauf seiner aktiven Karriere mit 70 Jahren in den Rundfunkrat entsandt wird und dann über neue Angebote zu berichten oder zu richten hat, ist das eben sehr, sehr schwierig. Oder wenn ich vom Lehrerverband, Bauernverband, Kirchen sind ja ganz groß drin, Komponistenverband ist ja wirklich ein sehr lustiges Beispiel in Bayern. Ich habe vielleicht mal ein paar Berührungspunkte gehabt mit Medien in meiner Laufbahn, aber ich bin ja kein Journalist. Oder und dann haben wir ja gesehen, im Fall Julia Ruß und klar maßt sich aber der Rundfunkrat an, ist ja seine Aufgabe, zu sagen, hier wird gegen journalistische Standards verstoßen. Jetzt frage ich mich, auf was für eine Grundlage macht man das? Also ich würde mir Jetzt auch nicht, wenn ich jetzt in der Kommission sitzen würde, anmaßen über einen ärztlichen Kunstfehler zu urteilen. Da habe ich einfach keine Ahnung von. Also man sitzt ja dann in diesem Programmausschuss und schaut sich den Beitrag an und hat da vielleicht eine Beschwerde und muss sagen, ja, wurde gegen journalistische Standards verstoßen oder nein. Also auf was für eine Grundlage macht man das dann?

SPEAKER_03

Also, ich kann jetzt nicht für, ich kann nur für den Bayerischen Rundfunk sprechen. Sie haben ja vielleicht mitbekommen, dass sich der Bayerische Rundfunk geschlossen hinter Julia Rus oder vor Julia Rus, wie Sie es sehen, gestellt hat. Und wir vom Bayerischen Rundfunk, wir haben ja sogar noch das Problem gehabt, dass einer der Rundfunkräte im Prinzip sie als Faschistin bezeichnet hat über Instagram-Kanal und so. Und das war ja dann schon, dass man da ein deutliches Zeichen musste. Das wurde aber von rechts dann plötzlich genauso schlimm. Deshalb hat er, da haben wir eine, wie ich fand, eine sehr wertschätzende, sehr gute Sitzung gehabt, an der Ende das Statement stand, das dann auch entsprechend veröffentlicht wurde. Mit dem Thema Profi, Medienprofi oder nicht und auch Kompetenz des Rundfunkgrates oder nicht. Deshalb, mein Big Picture is folgendes. Ich komme aus dem Marketing ja unter anderem und da bestellt man bestimmte Sachverhalte in einer Matrixform dar. Und jetzt stellt euch mal ein Koordinatensystem vor. Und auf der X-Achse gibt es zwei Dimensionen. Das eine ist ganz links, das ist Fanclub. Diese X-Achse sagt praktisch, wie ich die Rundfunkräte zu ihrer Rundfunkanstalt stehen. Ganz links ist quasi Fanclub, also bedingungslose Liebe, Kritiklosigkeit. Ganz rechts, genau das Gegenteil, Gerichtsbarkeit. Knallhart zu Gerichtssitzen. Also linke, links Fanclub, rechts Gerichtsbarkeit. Und jetzt haben wir die X, die Y-Achse. Die Y-Achse hat im Prinzip blutige Amateur ganz unten und oben super Profi. Und da haben wir auch alles. Menschen, die noch nie im Rund, noch nie was mit Medien zu tun gehabt haben, wir ganz unten im Amateurbereich und dann, wir haben welche, die schon gearbeitet haben, die schon angestellt waren bei Bayerischen Rundfunk sogar. Oder viele Pressesprecher, die also absolute Medienprofis sind. Versteht man das jetzt? Das X-Achse Fanclub und. Ich verstehe es, nur die Frage ist, ist es ausgewogen? Ja, lassen wir mal fertigreden. Wo sind die Rundfunkräte hauptsächlich? Die sind hauptsächlich in Richtung Fanclub, also positiv dem Ganzen gegenüber eingestellt und eher Amateure. Also in dem links unteren Quadranten. Okay? Und die Öffentlichkeit, und das habe ich bei Vorträgen, ich bin ja fast verprügelt worden schon. Also ich habe mir diesen oft, und zwar von Academicers, Lions Club, Rotary Club, sehr kritisch behandelt. The Öffentlichkeit nimmt uns wahr in dem rechten oberen Quadranten. They need us wahr as Profis and with the absolute Gerichtsbarkeit, am besten ja noch sanktionieren können. And gegenüberliegender Quadranten widersprechen sich immer in allen Sachverhalten. Das heißt, and this is my cambotschaft. Meine Cernbotschaft is, this is this vulgar überschätzende Rundfunkrates. The Rundfunkrat wird in der Öffentlichkeit als ein Gericht empfunden. Und diese Aufgabe kann er gar nicht, soll er meines Erachtens auch gar nicht, so in der Form, wie das oft wahrgenommen wird oder gefordert wird. Weil das ist ja eine charmante Idee. Die charmante Idee, die der Gesetzgeber hatte, ist ja einfach quasi das Volk schaut auf seinen Rundfunk. Und wenn man sich dann das Bayerische Rundfunkgesetz anschaut, dann sehen Sie, dass der Rundfunk Informations-, Beratungs- und Mitwirkungsrechte hat. Er hat schwere Schwerter an der Hand, das ist diese Intendantenwahl, Führungskräfte müssen alle abgesegnet werden, auch der Wirtschaftsplan, das ist irgendwie schon ein schweres Schwert, das man hat. Aber ansonsten, wenn es ums Programm geht oder sonst werk, haben sie nur Informations-, Mitwirkungs- und Beratungsrechte und sonst gar nichts. Und so ist es eigentlich auch richtig, weil wie soll denn das sein? Bei der, es gibt keinen den Rundfunkrat, sondern es gibt 50 verschiedene Perspektiven im Rundfunkrat. Und sollen die 50 dann abstimmen und dann 51 zu 49 Prozent den rausschmeißen oder den Redakteur oder den, das geht ja, das geht ja in der Form nicht, sondern du hast im Prinzip, nehmen Sie, ich bin nicht im Programmausschuss, deshalb kann ich da jetzt nur vom Hörensagen bereden. Aber das Thema Sophie von der Tan war ein großes Thema jetzt, ja, die Israel-Berichterstattung, die ist ja auch zum Teil sehr kritisch gesehen worden. Und da gab es halt eine Programmausschusssitzung, wo die Redaktionsverantwortlichen, wo die meines Wissens auch die von der Tan dabei war. Und das war sehr wertschätzend, da gab es große Kritik, ja, aber das ist alles auf Augenhöhe behandelt worden. Die hören dann auch zu, so hat es mir auch der Programmausschussvorsitzende berichtet, die hören auch absolut zu, die nehmen das auch alles total ernst. Aber es gibt ja keine Sanktionierungsmöglichkeiten. Wo stehen die im Gesetz? Wo stehen wir, dass wir einen rausschmeißen dürfen oder so? Das ist ja, das finde ich jetzt auch nicht gerecht, weil es nicht einen Rundfunkrat gibt, sondern es gibt 50 verschiedene Perspektiven. Und diese Perspektiven sind ja auch das Spannende. Wenn Sie sagen, der Kollege von dem Komponistenverband oder so, natürlich ist der schon ein Rente, aber der hat einen Wahnsinns Erfahrungsschatz. Ich habe überhaupt keine Ahnung von dem ganzen Orchesterzeug. Also gehe ich mal hin zu ihm und er erklärt es auch im Rundfunkrat aus seiner Perspektive. Und das finde ich unheimlich wertschätzend, dass ich dies auch auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

SPEAKER_00

Aber dann erklären Sie uns doch mal mit diesem Programmausschuss. Also man hört ja immer wieder von den Programmbeschwerden und dass nur so wenige zugelassen werden, das ist ja der Job des Rundfunkrates unter anderem. Und das ist dann aber offensichtlich denjenigen vorbehalten, die im Programmausschuss sitzen. Also wie ist diese Aufteilung innerhalb des Rundfunkrates? Da beschäftigen sich ja offensichtlich nicht alle mit allen Themen.

SPEAKER_03

Das geht ja gar nicht. Und das ist eigentlich eigentlich noch viel komplexer. Wir haben einen Unterausschuss. Es gibt unter dem Programmausschuss einen Unterausschuss Beschwerden, der das alles vorbereitet. Und entsprechend behandeln. Das ist eine Schweinearbeit. Anders kann man das nicht sagen. Erstens haben sie wirklich, ich glaube, hunderte von Beschwerden, also auch ganz viel geschwurbel. Das muss man einfach sagen. Das wird halt einfach dann auch vorselektiert und dann bleibt etwas übrig. Und damit befassen die sich schon sehr, sehr intensiv. Und jetzt muss man das aber auch wieder in einen zeitlichen Zusammenhang stellen. Sie können sich vorstellen, jetzt gerade in der letzten Zeit ist dieses Beschwerdethema so gigantisch geworden, vom Umfang her und auch von der Tiefe, dass man eigentlich ja überfordert ist jetzt vielleicht gemein gesagt, aber dass man das in der Form gar nicht kann. Sie dürfen ja nicht vergessen, alle sind ehrenamtlich. Die meisten sind auch noch angestellt, voll im Berufsleben. Wir haben übrigens Thema Alter, wir haben welche drin, die haben eine 3, die sind noch in den 30ern. Also kann man ganz stolz sein. Aber wie soll denn ein junger Mensch im Rundfunkrat wirklich aktiv werden, der nicht fest angestellt wird und von seinem Arbeitgeber bezahlt wird dafür, dass er es macht, weil ein normaler Rundfunk, ein normaler Rundfunkrad, du kriegst 850 Euro und davon musst du versteuern. Du kriegst die Fahrtkosten noch ersetzt, aber du hast, wenn du in zwei Ausschüssen bist und im Rundfunkrad sitzt, hast du Minimum zwölf Sitzungen im Jahr, wenn ich, so wie ich, von außerhalb komme, dann sind das zwölf Urlaubstage, die man nehmen muss, weil der ganze Tag weg ist. Das geht um meist um zwischen 11 und 13 Uhr los und geht bis 17, 18, 19 Uhr abends. Open End zum Teil.

SPEAKER_00

Und die Vorbereitungszeit muss man auch noch mit einbeziehen.

SPEAKER_03

Genau, genau, richtig. Die Vorbereitungszeit muss man. Und jetzt bist du dann noch im Unterausschuss und musst jetzt noch dann 100 Beschwerden lesen. Also das ist, das ist, man sucht sich, glaube ich, die Entscheidenden dann schon raus. Es gibt da so Standardsachen, also es gibt halt die, die immer dasselbe sagen, ja, und dann gibt es halt die interessanteren und die werden dann schon intensiv besprochen und zum Teil auch sogar werden dann die entsprechenden Redakteure eingeladen oder die Verantwortlichen werden eingeladen, mit dem wird das besprochen. Nur was erwartet wird immer, ist ja das Thema Sanktionieren. Es wird immer erwartet, ja, ihr müsst jetzt irgendwie, was, was, was, ja, was sollen die denn tun? Sollen die die umbringen? Oder das gibt es nicht, sondern es gibt ein Feedback. Und das ist ja dieses Mitwirkung- und Beratungsrecht, dass man im Prinzip im Rundfunkrat ein Feedback gibt, wie bestimmte Gruppierungen denken. Auch im Rundfunkrat finden manche diese linke Stellungnahme ganz, ganz toll, den linken Kommentar. Und andere finden ihn ganz schlecht und umgekehrt. Also es gibt nicht diesen, ich sage ja immer, sollen die dann abstimmen und dann irgendwas verdammen? Letztendlich kommt es dann nur zu tragen bei ganz schweren Vorfällen, ja, wenn jetzt wirklich irgendwie, keine Ahnung, eine rechtsradikale Sendung entstehen würde. Da wäre, glaube ich, ein ziemlich geschlossenes Muster. Aber jetzt in diesen Feinheiten, ja, da kann man nur Feedback geben und da kann ich nur sagen, beim Bayerischen Rundfunk, ich habe es noch nie erlebt, dass man nicht ernst genommen wird. Noch nie.

SPEAKER_01

Ja, aber welchen Sinn hat das Ganze dann? Also 99 Prozent der Programmbeschwerden werden ja abgelehnt. Und es geht ja gar nicht darum, jetzt einzelne Mitglieder des Rundfunkrats zu bashen oder zu sagen, die geben sich keine Mühe oder nehmen das nicht ernst. Aber liegt der Fehler dann nicht im System? Also es ist ja schon, es gibt ja keine andere Möglichkeit, als Zuschauer sich zu beschweren. Ich kann an den Zuschauerservice schreiben und so, aber jetzt was handfestes, ne? Also kann ich mich nur an den Rundfunkrat wenden und eine Programmbeschwerde einreichen. Und die letzte Zahl, die ich gesehen habe, 99,1 Prozent, werden abgelehnt. Wie sinnvoll ist das dann? Also ich kenne es ja auch aus der Praxis von der anderen Seite, also als Redakteur. Und wenn Sie sagen, ja, die nehmen das alle ganz ernst, dann kann ich nur sagen, ja, tun Sie, aber Sie wissen auch, es passiert nichts. Also man nimmt es insofern ernst, man muss da hingehen, man muss was schreiben, aber wie Sie schon sagen, sie haben kein scharfes Schwert und das weiß auch die Redaktion. Insofern ist es einfach ein sehr, sehr unangenehmer Vorgang, keiner möchte das, aber es passiert eben nichts. Und es ist eben die Frage, wenn es schwere Verfehlungen gibt und bei vier Millionen Programmminuten im Jahr gibt es auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwere Verfehlungen. Was soll da passieren? Also es muss doch eigentlich jemand geben, wenn man nicht intern in der Lage ist, der auch extern sagen kann, also das war jetzt nicht in Ordnung und da eben nicht nur Du-Du-Du macht, sondern eben, dass es dann auch Konsequenzen gibt.

SPEAKER_03

Also diese Konsequenzen sind, glaube ich, das Entscheidende. Es ist ja nicht so, dass die alle abgelehnt werden, sondern es wird geantwortet. In der Antwort steht aber drinnen, dass man, also es gibt Fälle, wo man sagt, das war jetzt nicht ganz sauber, ja. Aber jetzt nicht sanktionieren. Dieses Sanktionieren ist, glaube ich, das, was immer erwartet wird und das gibt es halt nicht. Sondern es gibt einfach ein Feedback, ein Feedback und das ist durchaus auch mal negativ oder gibt eine Redaktion. Sie reden übrigens mit dem, ich habe mich vor letztes oder vorletztes Jahr eben mal erkundigt, warum das eigentlich so ist, dass da nichts passiert. Genau diese Frage habe ich gestellt. Da habe ich mich aber dann mal ein bisschen intensiver damit auseinandergesetzt und man muss halt dann auch mal die, keine Ahnung, 100 Seiten durchlesen, die da passieren. Und dann merkt man schon, dass da kritische Töne zum großen Teil auch drin sind. Und nochmal, ich glaube schon, dass es unangenehm ist, für einen Redaktionsleiter in den Programmausschuss erscheinen zu müssen und sich dann so erklären zu müssen. Aber der Programmausschuss sanktioniert nicht, sondern das ist, wenn dann die Führungskräfte, die das entsprechend entscheiden müssen. Also das ist mit den Beschwerden erstens unheimlich komplex, auch zeitlich komplex. Und was ich mir jetzt erwarte, und das finde ich das Spannende, das ist dieser Medienrat. Weil dieser Medienrat, ich konnte in Frankfurt-Oder, wo wir uns ja getroffen haben bei der Medienrechtstagung, konnte ich den Professor Huber, dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter und Vorsitzenden des Zukunftsrats am Vorabend in einer Pizzeria mal, alle meine Fragen stellen. Das war total schön. Und da habe ich halt erfahren, dass der Medienrat, dass man Qualität messen kann. Das wird ja in der Schweiz gemacht und das kann wohl, und da ist zum Beispiel die Professorin Annika Sehl aus Eichstätt, die können das, hat er gesagt. Und da bin ich mal, da bin ich gespannt, weil das, ich glaube, man kann sich dem Thema nur wissenschaftlich nähern, weil mittlerweile alle in solchen Blasen leben, sie werden nie den Rundfunkrat dazu bringen, wenn es nicht, ich sage ja, wenn es nicht was ganz was Dramatisches ist, da gibt es alle Perspektiven und das ist ja genau der Sinn. In dieser Welt da draußen, in diesen Bürgern gibt es eben tausende von Perspektiven. Und bei uns gibt es 50 verschiedene Perspektiven. Und diese Perspektiven auf eine Linie bringen, dass etwas passiert, dass etwas sanktioniert wird, das ist, das geht wahrscheinlich auch gar nicht. Es sei denn, wie gesagt, das ist was Dramatisches, ja. Und das wird davor schon entsprechend behandelt, da bin ich mir auch sicher. Also da brauchst du gar keinen Rundfunkrat.

SPEAKER_00

Also an den Mitgliedern des Medienrates sind wir ja auch schon dran, aber der hat sich gerade erst konstituiert und hat noch nicht mal ein richtiges Arbeitsprogramm und äußert sich deshalb noch nicht. Aber sobald sie bereit sind, sich zu äußern zu ihrer Arbeit, sind wir natürlich auch sehr gespannt darauf. Ich meine, wissenschaftliche Expertise gibt es ja eigentlich auch schon zur Genüge. Es gibt genug Studien, die vor allem in den letzten Jahren gemacht wurden, wo es um die Ausgewogenheit an Programmen ging, wo es um die Herkunft der Journalisten ging und so wissen wir ja eigentlich relativ viel von den Journalisten hier. Das ist eine Seite, aber ob man damit wirklich das Programm kritisch begleiten kann, das ist die andere. Ich nenne mal dieses Beispiel des MDR, dieser Beitrag über die verunreinigten mRNA-Impfstoffe, dem angebliche Verletzungen von journalistischen Sorgfaltspflichten vorgeworfen wurde und dann hat der Rundfunkrat nach einem halben Jahr, also sie haben sich das offensichtlich auch sehr genau angeguckt, gesagt, nein, es gibt diese Verletzung nicht. Der Beitrag ist aber nie wieder online gestellt worden. Und da sage ich mal, so weit sollte doch dann die Handhabe des Rundfunkrates schon reichen, dass sie, selbst wenn die Redaktion aus welchen Gründen auch immer sagt, nö, also den halten wir weiter unter Verschluss, dass er dann auch durchsetzen kann, nee, also der wird jetzt wieder online gestellt, weil er ist richtig und gut.

SPEAKER_03

Boah, das fehlt mir da jetzt der Tiefblick in dem Ganzen. Ich kann nur sagen, es ist nicht so, dass jeder Rundfunkrad hier glücklich ist. Wir grummeln über ganz viele Dinge, ja. Das hängt mit der Zeit mit dem zeitlichen Einsatz zusammen, das hängt damit zusammen, dass du schon umarmt wirst. Immer, ja, das kann man ja auch kritisieren. Das ist, ich nenne das immer Embedded Control, ja. Also du bist eingebettet in ein unfassbar Wohlfühl Ambiente. Das würde ich aber auch so machen. Ich habe meine Gesellschaft da früher auch immer bei Laune gehalten, ja. Also das ist ja blöd.

SPEAKER_02

Wir fragen jetzt nicht wie.

SPEAKER_03

Ganz sauber. Aber das ist, das ist ja, das ist ja völlig in Ordnung. Und wir haben auch, wir treffen uns auch in kleineren Gruppen auch ab und zu, ja, um mal bestimmte Dinge zu diskutieren. Auch, da gibt es viele Kritik, weil es gibt auch viele Rundfunkrette, die viel härter durchgreifen wollen, die gern viel schärfer das auch machen wollen. Das ist auch in großen Teilen zu Recht, weil du manchmal einfach von einer Tagesordnung erschossen wirst. Das ist natürlich, die beschäftigen uns. Ein Kollege hat zu mir gesagt, wir werden narkotisiert. Da ist schon was dran, aber wie gesagt, das würde ich genauso machen. Und dann müssen wir halt laut werden. Und dann musst du laut werden. Und dieses Lautwerden habe ich durchaus schon erlebt jetzt beim Thema Presseähnlichkeit, habe ich schon Gespräche dahin führen können, dass man was verändern konnte. Und bin auch offene Ohren gestoßen. Du musst nur was machen. Wenn du natürlich nur da hinkommst, deinen Kaffee trinkst und vielleicht nicht mal die Zeit hast, dich entsprechend vorzubereiten, dann bist du selber schuld. Das ist ja auch dieser Interessenkonflikt, in dem du dich bewindest. Wenn sie sich das Bayerische Rundfunkgesetz anschauen, Sie sind auf der einen Seite steht da drin, ich soll die Allgemeinheit vertreten. Das wird einem eingeprügelt. Man soll auf keinen Fall seine Entsendeorganisation vertreten, sondern die Allgemeinheit. Und gleichzeitig im zweiten, im nächsten Satz steht drinnen, ich soll die Interessen des Rundfunks vertreten. Wie soll ich in die Interessen der Allgemeinheit und die Interessen des Rundfunks gleichzeitig vertreten? Nehmen wir die Gebührenerhöhung. Also da ist Interessenrundfunk, machen wir alles, was so geht. Und im Rundfunkrat ist geteilte Stimmung, und die Allgemeinheit, glaube ich, auch, ist sehr geteilt bei dieser Geschichte. Also jetzt habe ich da einen Interessenkonflikt und den für größeren Interessenskonflikt finde ich zu meiner Entsenderorganisation. Weil wenn sie jetzt vom Kaninchenzüchterverband entsendet werden, dann haben sie erwartet natürlich der Kaninchenzüchterverband, dass sie jetzt die Kaninchenzüchterinteressen im Rundfunk unterbringen, ja, und nicht unbedingt gegen die Intendantin schießen, weil dann kommt ja der Kaninchenzüchterverband nicht mehr gut weg. Oder ich bin sogar noch fest angestellt bei meinem Verband, das sind ja auch viele, dann bin ich ja weisungsbepflicht, eigentlich meinem Arbeitgeber gegenüber. Also ich habe diese ganzen Interessenskonflikte aufgesogen, weil ich mir das ganze System auch letztlich angeschaut habe. Und bei dieser Geschichte war noch eine kleine Sache, der Helmut Marquard war im Rundfunkrat, wie ich gekommen bin für das FDP, auf dem FDP-Ticket. Und der ist ja dann rausgeflogen, weil die FDP aus dem Landtag geflogen ist. Aber der hat er mal in einem Zeitungsinterview in der Süddeutschen die Rundfunkrette als Dilettanten bezeichnet. Da war groß Stimmung im Rundfunkrat. Nicht ganz zu Unrecht, weil das auch irgendwie im Wahlkampf war. Aber ich fand es eigentlich gut, ja. Und ich habe das Ganze dann mal gegoogelt. Was ist denn eigentlich Dilettant? Und ein Dilettant kommt von Dilettare aus dem Lateinischen, sicher Freuen, Dilettante, Italienisch. Das ist ein musischer Liebhaber. Und das ist im 18- und 19. Jahrhundert ist das entstanden, dass jemand, der etwas sehr gut kann und etwas besonders liebhabt im Kunstbereich, ja, Musik, Kunst, ja, aber es nicht professionell macht. Das ist ein Dilettant. Und das ist erst jetzt im 19, 20. Jahrhundert so negativ konnotiert worden. Aber im Prinzip hat er recht, die meisten Rundfunkräte, und da zähle ich mich auch dazu, sind Dilettanten, weil wir irgendwie ein bisschen schon den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mögen, ja, und es nicht professionell machen. Darauf muss ich immer wieder hinweisen. Das habe ich auch in Frankfurt gesagt, da gab es danach einen Artikel, da steht drin, dass ich die als Dilettanten bezeichnet habe. Stimmt, aber im positiven Sinne.

SPEAKER_01

Genau, vielleicht zur Erklärung, wie es überhaupt zu dieser Einladung kam und dass wir uns kennengelernt haben. Es gab die 22. Frankfurter Medienrechtstage an der Universität Frankfurt-Oder. Da waren Sie auch eingeladen auf dem Podium, ich auch, und da habe ich die Diskussion, die durchaus auch kontrovers war, so interessant gefunden, dass ich gesagt habe, wir könnten das ja mal in diesem Rahmen hier fortsetzen. Sie haben schon das Stichwort genannt, in dem Sie gesagt haben, so ganz nonchalant Herr Markwort war für die FDP im Rundfunkrat. Der Einfluss der Politik, das ist viel, was viele nicht so gut finden, was in die Nase steigt. Im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks sind zwölf Vertreter des Landtages und jeweils einer von Staatsregierung, Gemeindetag, Landkreistag. Das sind die offiziellen politischen Vertreter. Dazu kommen ja aber noch welche, die über die Verbände kommen. Ich sag jetzt mal, ich weiß nicht genau, wie es beim Bayerischen ist, aber es gibt beim Rundfunkrat, beim Fernsehrat vom CDF, dass man eben dann für die Diakonie oder den Bauernverband oder so kommt, aber eben schon mal Bundestagsabgeordneter war, also noch einmal ein Amt hatte oder auch eine Partei ist, also eine gewisse Nähe es durchaus gibt. Und das war ja sogar so oder ist ja so ein Problem, dass auch das Bundesverfassungsgericht sich damit beschäftigt hat. Es gibt ein Urteil dazu, ich glaube, der Anteil der Politiker darf nicht ein Drittel übersteigen. Und es gibt aber eine Otto-Brenno-Studie dazu, wo jemand sich hingesetzt hat, das ausgewertet hat und gesagt hat, das wird nicht bei allen Rundfunkräten eingehalten. Für wie relevant halten Sie denn das Problem?

SPEAKER_03

Also ich kann wieder, ich kann immer nur für Bayern reden, ja, und ich kann auch nur für mich persönlich reden. Ich empfinde, das ist angenehm. Erstens, diese Parteienvertreter sind gewählt vom Volk. Also repräsentieren sie in einer gewissen Art und Weise schon auch das Volk. Vielleicht mehr als manch anderer von irgendeinem Verband, der ganz gering nur ist. Das ist das eine. Das zweite ist, wie es gelebt wird. Es gibt ja diese berühmten Freundeskreise, die auch immer so, wie ich angefangen habe, hat mich einer gefragt, bist du Schwarzer oder Roter? Ich habe überhaupt nicht gewusst, was der von mir wissen will, ob er Schwarzer oder Roter bin. Keine Ahnung. Bei mir ist es so, ich gehe immer dahin, wer mich einlädt und deshalb bin ich, da gibt es die Kaktusgruppe, nennt sich das, das sind die Unabhängigen. Und dann gibt es die sogenannte Mittagsrunde, das wird hauptsächlich natürlich von den Schwarzen, von der CSU im Prinzip organisiert. Jetzt ist es auch so, der Medienminister ist natürlich qua Amt im Rundfunkrat, aber das empfinde ich als total positiv, weil man kann ihn auch fragen. Und man hat direkt die Meinung der Regierung oder der Wichtigen da und man wird dann auch durchaus ernst genommen und in diesen Runden. Das wird auch total überschätzt. Also, diese Runden sind einfach, das ist Informationsrunden. Du gehst, mir wurde sogar am Anfang gesagt, geh überall hin, wer dich einlädt. Du kriegst einfach immer mehr Informationen. Und man geht da rein und da steht nicht drin, du musst jetzt so abstimmen und du musst so abstimmen. Das gibt es da nicht. Sondern da wird einfach da, da ist zum Beispiel auch die Ilse Eigner, das die Verwaltungsratsvorsitzende. Sonst habe ich nie mit dem Landtagspräsidentin, die ist auch per Amt immer der Landtagspräsident und die Präsidentin ist per Amt auch Verwaltungsratsvorsitzende vom Bayerischen Rundfunk. Und das ist so, da kann man mal Fragen stellen. Und die setzt sich auch zu einem her und beantwortet es dann. Also ich habe an so einem direkten Draht, um meine ganzen Informationen zu bekommen, ich muss halt da bloß hingehen. Dann gehe ich halt überall hin. Und es wird sogar erwünscht, dass man in mehrere dieser Gruppen geht, weil man dann in kleineren Kreisen natürlich auch viel besser über bestimmte Dinge redet. Und ich habe es noch nie erlebt, dass man irgendwie da irgendwie parteipolitisch irgendwie groß Einfluss nimmt. Dazu verhalten sich die meines Erachtens auch sehr fair. Also zum Beispiel der Klaus Holitsek, der CSU-Fraktionsvorsitzende, der leitet auch den Medienpolitikausschuss. Und das macht der wirklich in einer sehr neutralen und, wie ich finde, angenehmen Art und Weise.

SPEAKER_00

Aber jetzt gibt es ja noch das Problem, dass jetzt offiziell nicht mehr als ein Drittel der Rundfunkratmitglieder also offiziell über Parteien dort reinkommen dürfen. Aber es gibt natürlich so Konstruktionen wie, sag ich mal, die bekannteste ist wahrscheinlich die Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, Gerda Hasselfeld, die jetzt als Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes da drin ist. Aber wir wissen natürlich alle, sie ist eine langjähri CSU-Bundespolitikerin, ehemalige Ministerin. Und da gibt es ja einige davon, einige Beispiele, auch Leute, die einfach in Büros von wichtigen Politikern noch arbeiten und dann über andere Vereine da reinkommen. Ist das nicht doch ein bisschen schwierig, wenn dann so durch die Hintertür politische Interessen vielleicht doch wieder Einfluss finden und das auch nicht so deutlich ist? Und was halten Sie denn von der Idee, dass die Zusammensetzung der Rundfunkräte ganz anders viel basisdemokratischer gestaltet werden könnte?

SPEAKER_03

Ja, also jetzt erstmals ZDF, da sehe ich auch sehr viel kritisch. Und das ist erst recht entstanden in Frankfurt-Oder. Ich habe ja einen Abend auch noch verbracht da mit dem Andreas Halbach, das für mich und dem Joe Sperling, die da jetzt gerade entfernt werden sollen, das mich echt erschüttert hat. Auch Alexander, ihr Buch, seit ich, wenn ich jetzt immer Experten sehe, wenn eingeblendet werden, kriege ich Pickel. Also ihr Buch kann man auch nur empfehlen, ja, weil das ist ja genau die Aufgabe von Rundfunkräten. Deshalb bin ich auch da hingegangen. Die haben ja in Frankfurt-Oder, haben ja alle abgesagt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk und am Schluss auch eben überraschend die Rundfunkratsvorsitzende vom RBB und ich bin dann praktisch eingesprungen.

SPEAKER_00

Das ist im Übrigen keine Überraschung, dass sie abgesagt hat.

SPEAKER_03

Ja, es ist nur, das ist ja der völlig falsche Weg. Der richtige Weg, und gerade als Rundfunkrat, der richtige Weg ist, sich ja mit der Kritik auseinanderzusetzen, aber das Ganze schon objektiv zu tun, ja. Und beim ZDF, glaube ich, ja, also da würde ich mich auch anders verhalten. Also dass man zum Beispiel mit Mitarbeitern nicht reden soll, das würde ich mir nicht bieten lassen. Ich rede ganz viel mit Mitarbeitern, ich kenne auch ganz viele. Ich kriege auch anonyme Briefe zum Teil oder Briefe, wo was drinsteht. Und da muss ich einmal wieder sagen, überschätzt jetzt bitte die Rolle nicht. Aber jetzt nochmal die Ursprungsfrage, Entschuldigung.

SPEAKER_00

Ja, was wäre, wenn man das basisdemokratisch angeht?

SPEAKER_03

Achso, basisdemokratisch. Was ist basisdemokratisch?

SPEAKER_00

Wenn man zum Beispiel per Losverfahrenbürger dazu.

SPEAKER_03

Bei Losverfahren ist es nicht gefährlich. Erstens, Losverfahren, ja klar, ist es nicht gefährlich, weil dann ist es nicht mehr repräsentativ irgendwann. Selbst wenn es repräsentativ wäre, dann setze ich dem immer entgegen. Jetzt nehmen Sie mal einen 35-jährigen Arzt mit Arztpraxis in den Rundfunkrat. Völgnügen. Der Mann kann seine Praxis zumachen. Das ist diese Tätigkeit, die da ist, die ist so umfangreich. Wenn man sie ernst nimmt, wenn Sie natürlich dann einen haben wollen, der da einfach noch ein bisschen Geld einschiebt und sie ansonsten sich weder vorbereitet noch sonst irgendwas, dann können Sie es im Losverfahren machen. Das ist ja die Voraussetzung für diesen Job ist so kompliziert eigentlich. Und dass sie das, ich habe auch keine Lösung. Also nicht falsch verstehen, ich habe jetzt keine Lösung. Ich verstehe auch die Kritik, dass die Verbände jetzt nicht alles immer widerspiegeln. Das gibt es ja pausenlos wieder. Ich finde bloß die Verbände jetzt so schlecht auch nicht, weil die Verbände schon die großen Sportjugend, bayerischer Jugendring, Sportjugend, das sind ja tolle Verbände, das sind ja Millionen Mitglieder vertreten, die auch entsprechend sind. Also da finde ich, das ist das schon eine gute Methode. Das zweite ist dieses Alter, das wir hauptsächlich natürlich so wie ich auch, ich bin zwar noch nicht Rentner, bin erst Anfang 60, aber vom Prinzip her, dass es natürlich eher ältere Menschen haben, aber ich habe die Möglichkeit, weil ich unabhängig bin. Das haben halt andere nicht. Wenn ich jetzt arbeiten muss, 40 Stunden in der Woche, ganz normal irgendwo, habe ich überhaupt keine Chance, diesen Rundfunkratstätigkeit in eine Art und Weise zu begehen, die irgendwie dem Ganzen gerecht wird.

SPEAKER_01

Also ich glaube schon, dass man sich da perspektivisch, wenn man überhaupt an diesem ganzen Verfahren festhalten möchte, was Neues einfallen lassen sollte, weil diese Idee der Verbände und Vereine, die nimmt ja ihre oder hat ja ihre Integrationskraft in der Gesellschaft kontinuierlich eingebüßt. Also sehr stark vertreten sind die katholische Kirche, die evangelische Kirche, die jüdische Gemeinde, deren Mitgliederzahlen gehen kontinuierlich nach unten. Sehr stark vertreten sind Gewerkschaften, auch deren Mitgliederzahlen gehen dramatisch nach unten und so weiter. Es ist einfach, junge Menschen gehen nicht mehr so wie vor 50 Jahren, als das Ganze entwickelt wurde, auch in Vereine. Und deswegen ist es natürlich auch sehr schwierig, dort die junge Generation reinzubringen. Deswegen glaube ich, muss man sich da tatsächlich was Neues, perspektivisch überlegen. Aber ob das jetzt ein Durstverfahren ist oder wie auch immer, ich habe mal was, also man könnte ja auch wählen, also es gibt verschiedene, vielleicht auch Mischmodellmöglichkeiten, die man da vielleicht machen könnte, was ich sie aber fragen wollte, weil das eine Spezifität ist des Bayerischen Rundfunks. Die AfD ist ja sozusagen als neuer politischer Player in Deutschland in Erscheinung getreten, gewinnt immer mehr in Einfluss. Und damit wäre sie natürlich eigentlich auch im Rundfunkrat vertreten. Jetzt gibt es im Bayerischen Rundfunk Rat 2, wenn ich das richtig weiß, Vertreter der AfD. Und das ist deswegen was Besonderes, weil beim Norddeutschen, beim RBB, aber auch beim MDR, wo die AfD ja manchmal stärkste Kraft ist, ist sie nicht vertreten. Was können Sie denn den Rundfunkratskollegen in diesen Sendern mitgeben? Wie ist denn das mit den AfD-Vertretern? Ist das, sehen Sie das als Problem oder können Sie denen zum Beispiel beim MDR die Angst nehmen? Weil die haben ja regelrecht auch die Regeln geändert, damit das so bleibt, damit die AfD dann nicht in den Rundfunkrat geht.

SPEAKER_03

Ja, also ich empfinde, das ist kein großes Problem. Also in Bayern bei uns. Die sagen, was zu sagen ist, die stimmen, glaube ich, meistens immer gegen alles. Das macht einen natürlich jetzt nicht gerade beliebt, ja. Wenn man immer dagegen ist, ja. Aber ansonsten ist das nicht irgendwie, wie soll ich mal sagen, die verhalten sich da korrekt, also völlig korrekt und Punkt. Also es ist kein großes Thema. Natürlich kann man das kritisch sehen, ja, aber die beiden Vertreter jetzt, ich habe mich jetzt mit ihnen persönlich noch nicht auseinandergesetzt, ehrlich gesagt, irgendwie. Mir wurde erzählt, dass die auch zum Teil natürlich so kritische Vergangenheit haben oder so, ja. Ganz klar, dass sie ja die eine davon hat ja jetzt gerade bei diesem Julia Rus-Fall sich auch sehr negativ geäußert, hat das dann aber zurücknehmen müssen. Deshalb haben wir uns ja auch, die Stellungnahme ging ja auch gegen diese Anwürfe. Aber ansonsten ist das jetzt, das ist jetzt keine Behinderung der Rundfunkratsarbeit. Ich fühle mich da weder bedroht oder wie das immer überhaupt nicht, sondern das ist halt einfach, ja, dass man immer dagegen stimmt, muss man sich aber nicht wundern, wenn man überhaupt keine Akzeptanz entwickelt.

SPEAKER_00

Also beim RBB war es ja so, dass da doch längere Zeit ein Abgeordneter der AfD im RBB-Rundfunkrat war und dann in dieser ganzen Phase, als die sogenannte Schlesinger-Affäre aufploppte und später dann noch die Gelber-Affäre, wenn man sich die Rundfunkratssitzung angesehen hat, der war schon immer sehr, sehr gut vorbereitet und man hatte den Eindruck, er weiß oft auch viel, viel besser Bescheid als alle anderen. Und beim RBB ist es einfach so, das hat auch die ehemalige Rundfunkratsfrau Antje Kapik von den Grünen gesagt. Die war unglaublich erbost, als sie da nach zwei Perioden rausgegangen ist und hat gesagt, dass da war so viel Unfähigkeit und so viel Desinteresse. Und all das hat eben auch diese Dinge möglich gemacht, die beim RBB passiert sind. Und ich bin mir nicht sicher, ob es jetzt unbedingt besser läuft. Aber wenn wir jetzt nochmal zum Rundfunkrat des Bayerischen zurückkommen, ich meine, Sie haben dann Rundfunkratsmitglied mit Hamadou Di Pama. Der ist Sprecher des Flüchtlingsrates, des Bayerischen und hat ja sehr, sehr gegen Julia Ruß ausgeteilt und geht jetzt auch mit Strafanzeigen gegen mehrere Journalisten vor wegen Verleumdung. Wie nehmen Sie denn das wahr? Wie ist das im Rundfunkrat? Sie kennen ihn ja jetzt offensichtlich auch schon ein bisschen länger.

SPEAKER_03

Ja, Kennen ist jetzt zu viel gesagt. Ich habe vielleicht zwei, dreimal Sätze mit ihm. Man kommt ja in der Regel, er kommt, glaube ich, auch meist sehr zeitnah. Wenn, dann ist man auch nicht in jedem Ausschuss miteinander. Ich habe jetzt mit ihm noch keine großen persönlichen Berührungspunkte gehabt. Ich habe ihn sonst normal wahrgenommen. Also natürlich hat er immer seine speziellen Themen dann im Rundfunkrat, aber das ist ja auch irgendwie der Sinn des Ganzen. Und ansonsten, ich zähle zu den fünf Unterzeichnenden eines Antrags, die gesagt haben, wir müssen das Thema behandeln im Rundfunkrat und mit der entsprechenden Stellungnahme.

SPEAKER_01

Welches Thema?

SPEAKER_03

Naja, wie er sich geäußert hat über die sozialen Medien, das geht für mich nicht. Das geht für mich nicht, dass ein Rundfunkrat eine Redakteurin beschimpft quasi als Neofaschistin bezeichnet. Das geht einfach nicht. Auch wenn das dann dargestellt wurde, seine Privatäußerung und so, das Wort Rundfunkrat kommt auch vor in dem Statement. Das finde ich geht nicht. Und das haben wir auch entsprechend dann behandelt. Es geht aber genauso wenig, dass man ihm dann Morddungen zukommen lässt und Dinge behauptet, die auch wieder nicht stimmen. Also das ist das mit dieser Klage jetzt, das kann ich ganz schwer beurteilen, weil ich erstens diese Medien nicht konsumiere, die der verklagt. Deshalb kann ich dazu inhaltlich jetzt nichts dazu sagen. Ich kenne die Geschichte dieses Mannes nicht. Ich weiß nicht, was er durchgemacht hat, dass man so wird, wie er ist? Das tut mir leid, aber inhaltlich kann ich wenig sein. Ich kann nur sagen, es gehört sich nicht, dass ein Rundfunkrat Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks quasi verunglimpft. Das geht nicht.

SPEAKER_00

Würden Sie denn jetzt nochmal für eine nächste Periode sozusagen in den Rundfunkrat gehen? Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie geschaffen haben bisher? Denken Sie, dass sie noch mehr bewirken könnten? Wie stehen die dazu?

SPEAKER_03

Ich glaube, dass ich auch das angefangen habe. Das meine ich ja mit dem, du brauchst wahrscheinlich zwei Jahre mindestens, um mal anzufangen, das ganze System zu verstehen. Man wird immer sachverständiger und fühlt sich trotzdem immer noch unwissend bei vielen Dingen. Schauen Sie der Wirtschaftsbericht vom Bayerischen Rundfunk, der sind, glaube ich, 300 Seiten. Die kriegen Sie zwei Wochen vorher. Wie geht man jetzt wirklich damit um? Diese Welt, wie ich zum ersten Mal erfahren habe, dass das Eigenkapital im Minus ist. Das ist für einen Geschäftsführer, wie ich es war, da muss ich rübergehen zum Gericht, du musst mich anzeigen. Und da bin ich aber auch, glaube ich, ganz toll, hat mir das alles erklärt. Und das ist halt ein ganz andere Denke. Und das ist halt dieser Budget-Denker auch über vier Jahre hinweg. Man kann Sachen ausgleichen. Und warum soll ich sparen? Mein Programmaftrag ist ja, Geld auszugeben. Das ist ja der Unterschied zu einem freien Unternehmer. Also das ist eine ganz andere Welt. And this alles langsam zu verstehen und auch wirksam, selber wirksam zu werden, das braucht eine lange, lange Zeit. Es braucht aber auch viel Zeit persönlich, persönliches Engagement. Aber wenn man sich einbringt, das habe ich immer erlebt, dann werden sie zumindest beim Bayerischen Rundfunk wirklich total ernst genommen und wahrgenommen und kriegen, werden wirklich auf Augenhöhe behandelt von den Führungskräften. Da kann ich nichts anderes sagen. Da stelle ich mich auch mal bewusst gern dafür, weil ich da jetzt diesen Werkstatt Bildung, Werkstatt Sport, wenn sie die Mitarbeiter da sehen, die da arbeiten, da arbeitet, die meisten sind wirklich total motiviert und engagiert. Und nochmal zu dem Thema Abschaffen, dieses immer so Abschaffen, den ganzen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wenn man den abschaffen würde, was würde dann fehlen. Das ist ja dieses Informationsthema, journalistische Thema, ist ja noch ein Bruchteil. Also wenn sie allein so beim Norddeutscher Rundfunk bei euch oben so diese Insel-Dokus, ich finde den NDR-Dokus ganz toll, beim bayerischen Fernsehen die Bergfreundinnen, die Hubert und Staller und was es alles gibt, das sind ganz tolle Formate, jetzt auch im Podcast-Bereich, Telephobia, also der Anruf, den du dich nicht traust. Also das höre ich immer beim Autofahren. Das sind die blaue Couch, das sind ganz, das sind Schätze. Und das würde es am Privatfunk-Markt das nicht geben, weil du damit kein Geld verdienen kannst. Und deshalb ist, das muss man dann immer schon mal erstmal sehen. Deshalb verstehe ich auch das Bundesverfassungsgericht oder dieses Verwaltungsgericht, das muss das Ganze erstmal betrachten über einen längeren Zeitraum. Und das Ganze, ich teile viele journalistische Kritik, also diese Böhmermann-Sendungen, ja, die kann ich auch nicht sehen. Auch diese, wie da der Diet nur mal verunglüpft wurde, wie seine Sendungen kopiert wurde und so, das finde ich unterste Schublade, ja. Aber das muss man auch aushalten auf der einen Seite, ja. Auf der anderen Seite teile ich Kritik an vielen Beiträgen und auch an, wenn man die jungen Beiträge auch immer sieht. Junge Menschen, die dann Beiträge machen, jetzt irgendwie gab es gerade Ärger ein bisschen mit der Kirche, weil da war in einem Beitrag wurde halt unsere Kirchen quasi wurden niedergemacht und die anderen Kirchen wurden positiv behandelt. Ja, aber das sind junge Menschen und das ist auch das ist auch Journalismus. Journalismus sind eben tausende von verschiedenen Perspektiven. Ich teile in vielen Dingen auch die Kritik, aber ich sehe es nicht so pauschal, ja, und zum Abschaffen schon mal gleich gar nicht. Da bin ich dilettant, liebhaber.

SPEAKER_01

Aber ich sehe es ein bisschen anders. Warum sollen private, warum soll das Privat nicht machbar sein, Insel Dokus? Also es gibt doch es gibt doch ein Publikum dafür und deswegen kann man damit auch Geld verdienen. Also es gibt ganz sicher Angebote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die man privat nicht finanzieren kann. Also ich denke da vor allen Dingen an Kultursendungen, aber in anderen Bereichen kann ich das nicht verstehen. Also es gibt schon auch qualitativ hochwertige, privat finanzierte Sendungen. Und das Augenfälligste ist für mich die Filmwirtschaft. Ich finde alles, was im Öffentlich-Rechtlichen produziert wird, egal ob Serien oder Spielfilme sind, überhaupt nicht innovationsfreundlich und wirken für mich völlig aus der Zeit gefallenen von gestern. Und die wirklichen Innovationen kommen eigentlich fast immer aus den USA und sind dort ausschließlich privat finanziert und qualitativ auch extrem hochwertig. Da kommt auch viel Schrott her, aber da kommen die wirklichen Innovationen haben dort stattgefunden. Insofern kann ich das Argument das nicht nachvollziehen, dass man das jetzt sozusagen irgendwie mit Filmförderung oder aber Gebührenbeitragsgeldern stützen müsste, weil nur dann was qualitativ Hochwertiges, was sonst am Markt nicht bestehen würde, produziert werden kann.

SPEAKER_03

Also ich glaube, man muss ja bloß schauen, was RTL und Pro7 Sat 1, die ganz viele Mitarbeiter entlassen, also gerade jetzt. Und wenn man sich das Programm anschaut, was daraus dann letztendlich geworden ist. Es ist, wenn, und diese Privatfinanzierung über Werbung jetzt erstmal, ja, was Sie wahrscheinlich ansprechen, ist, dass man dann, dass man das freiwillig quasi eine Gebühr bezahlt, ja, für ein Programm. Da misstrau ich den Menschen schon, ehrlich gesagt, ein bisschen. Da glaube ich, wird es ganz schwierig. Das haben wir Zeitungen ja auch gemerkt, weil man mal eine Zeit lang angefangen hat, jeden einzelnen Artikel damit Geld zu verdienen zu wollen. Das ist dann pro Artikel 20 Cent zahlt oder so. Das funktioniert überhaupt nicht. Und vor dem Hintergrund mag es das geben. Sie sehen es ja bei Netflix oder so, ja. Also diese Geschichten funktionieren ja im fiktiven Bereich. Bei Dokus wäre ich mir da jetzt nicht so sicher und jedenfalls nicht in der Dichte und in der Menge. Ich habe gestern auch erfahren, gestern war bei uns Medienpolitikausschuss auch, da ging es um die bayerische Filminindustrie. Und ohne den Bayerischen Rundfunk und in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde da, ich glaube, die zwei Milliarden oder was die umsetzen, da würde es ganz zappenduster ausschauen. Und das ist ja auch, das ist auch ein großer Kulturbeitrag. Kann sein, dass die ein oder andere Doku das mal dafür zahlen würde. Ich glaube, in der Summe bin ich da sehr skeptisch.

SPEAKER_00

Aber da Sie ja gerade angebracht haben, dass so viele Leute gerade entlassen werden bei Sat 1 und RTL, beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden ja auch gerade sehr viele Leute, naja, vielleicht nicht entlassen, aber letztendlich eingespart, es wirklich neu besetzt. Und das ist vor allem im Programmbereich. Also auch wenn immer wieder gesagt wird, na, wir müssen ja, dürfen ja nicht weiter am Programm sparen, weil wir dann unseren Programmauftrag nicht mehr erfüllen. Aber genau das wird gemacht. Ich beobachte das ja hier beim RBB, diese 254 Vollzeit-Äquivalente, wie das so schön heißt, die werden natürlich vor allem in den Bereichen eingespart, wo das Programm hergestellt wird. Und insofern sehe ich auch das Argument ein bisschen kritisch. Also ich kenne auch im Übrigen seit 30 Jahren immer wieder diesen einen Satz, wir müssen sparen, wir müssen sparen. Den habe ich vor 30 Jahren schon genauso gehört wie jetzt. Und dass auch bei Formaten, die wirklich sehr gut waren, die genau in die Richtung gingen, die eigentlich zur Programmerfüllung des Öffentlich-Rechtlichen gehören. Und da frage ich mich dann schon, wie kann bei insgesamt mehr als 10 Milliarden, weil ja auch noch sehr viel Werbung und Sponsoring ihnen ja auch noch zugebilligt wird, ja, zu den hohen Beitragszahlungen, wie kann das eigentlich immer wieder dieses Argument sein, das am Programm gespart werden muss? Und ganz ehrlich, qualitativ, es gibt so viele Krimis, es gibt so viel Unterhaltung, die wirklich qualitativ guten Dinge haben ja auch sehr nachgelassen.

SPEAKER_03

Das Thema begegnen wir ganz oft und da verweise ich auf die Zeitungen. Die Zeitungen, die Zeitungen modernisieren sich seit seit 30, 40 Jahren. Und wir haben den großen Schlag, den wir Zeitungen erlebt haben um die Jahrtausendwende, wo die ganzen Stellenanzeigen weggefallen sind, hauptsächlich, wo sich im Prinzip sich der Markt auch so richtig dramatisch geändert hat. Und da ging es genau mit dem los. Wir müssen alle sparen. Und in dem Zustand, wie die Zeitungen vor 25 Jahren waren, befindet sich der öffentliche Rundfunk jetzt. Das ist alle sparen, alle müssen sparen. Bei uns wurde dann die Dienstwagenflotte halbiert und der Pferdner wurde eingespart und sonst. Und alle müssen irgendwie 5, 10 Prozent über alle Bereiche hinweg sparen. Es ist das ganze Haus ist sauer, alle sind frustriert, alles ist scheiße, Entschuldigung, und am Schluss, und am Schluss, am Jahresende, passiert ganz wenig, kommt ganz wenig drauf. Und so ähnlich fühle ich mich jetzt gerade. Und jetzt reden Sie natürlich mit dem Ökonom, mit dem ehemaligen Geschäftsführer. Sie müssen Strukturreformen machen, komplette Strukturreformen. Wie ich mich vorgestellt habe in meinem Ostbayern-Studio, habe ich mal gefragt, wo ist eigentlich das Ostbayern-Studium im Organigramm? Und habe mir ein Organigramm ausdrucken lassen von der Janze. Und da habe ich an zwei ganz große Reformprojekte mitgemacht. Da gibt es im Verlagsbereich eine Agentur, die heißt Heiberg. Früher Schickler, die sind total spezialisiert auf sowas, haben alle Daten. Und da habe ich mir daran gedacht, wenn die jetzt auf dieses Organigramm schauen würden, mit Hauptabteilungsleitern und Nebenabteilungsleitern und unter und links und rechts. Und in euren Sendungen kommt es doch auch pausenlos vor, dass bei Titel, Thesen, Temperamente sechs Kulturamtsleiter da, Kulturchefs da mitreden. Und da habe ich, wie ich das Organigramm gesehen habe so ein Flashback gehabt und habe mir gedacht, mein Gott, die würden sich jetzt hinstellen und würden einfach jetzt mal personenunabhängig zwei Führungsebenen einfach rauskegeln. Und dann passiert nicht nur das, es wird nicht nur billiger, sondern es wird besser, weil die Entscheidungswege viel kürzer sind. Und dann kannst du mehr Geld ins Programm investieren. Und das war bei den Zeitungsverlagen ja nötig. Die mussten komplett ins digitale Geschäft investieren. Und zwar mit der Ambidextrie, mit der Beithendigkeit. Du musstest dein altes Geschäft noch ausschöpfen und dein neues Geschäft komplett neu gestalten und da investieren und auch Dinge, Geld aus dem Fenster schmeißen, Risikokapital einsetzen. Und das Ganze geht nur, wenn du eine komplette Strukturreform hast, wo du von außen drauf schaust und alles im Prinzip wie auf einer grünen Wiese neu aufbaust. Und dann wird es besser. Und dann entlässt du auch wahrscheinlich, also ich habe mir gedacht, ich könnte hier ganz viel machen, aber ich soll es ja, ich soll es ja nicht und ich muss ja nicht, weil es will ja keiner. Also und ihr seid, ihr oder der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist jetzt genau in der Phase, dass alle sparen müssen, immer 10% hier und dort und hier und wirst pausenlos verprügelt und der ganze Laden begibt sich in eine totale Depression hinein. Und in Wirklichkeit müsste man von außen kommen, aber das gibt es natürlich bei diesen, das kannst du auch beim Finanzamt machen, das kannst du ja nicht mit jedem Amt machen. Wir haben ja viel zu viele Beamte. Das hören wir ja immer. Man müsste es einfach eine Strukturreform machen, Prozesse, wie dieser Prozess in diesem Unternehmen läuft und dann passiert das Gegenteil, dann kannst du in deine Redaktion investieren.

SPEAKER_01

Ich fühle mich gar nicht angesprochen, weil es heißt, ihr also nichts zu tun. Wir können das wenige, was wir haben, einfach raushauen. Entschuldigung. Nein, alles gut. Über eine Sache würde ich gerne sprechen, weil wir danach gar nicht angerissen haben. Sie haben es ganz kurz angedeutet. Eine der wichtigsten, vornehmsten Aufgaben des Rundfunkrates sind ja Personalentscheidungen. Und da ist mein Eindruck, Sie können ja im Programm nur nachträglich tätig werden und haben eigentlich keinen echten Einfluss aufs Programm, was ja auch so gewollt ist. Aber bei Personalentscheidungen ist das ganz anders. Also Sie können mitreden bei der Findung des Intendanten und ich sage jetzt mal ganz böse, Sie müssen nicht kommentieren, es ist noch keiner Intendant beim Bayerischen Rundfunk ohne das Plazett der Staatskanzlei der CSU geworden, also von Gnaden der CSU. Und die Direktoren, da haben Sie auch ein Mitspracherecht. Können Sie uns mal mitnehmen? Wie läuft das denn? Also wann werden Sie eingebunden? Die stellen sich, glaube ich, in verschiedenen Runden vor und werden dann intern befragt, dass eigentlich, wenn sie dann beschließen, die Hand heben, oder da ist ja eigentlich alles dann schon gelaufen meistens, oder?

SPEAKER_03

Ja, also ich kann jetzt erstmal zur Intendantenauswahl kann ich wenigstens sagen, weil das war vor meiner Zeit. Ich habe jetzt eine Intendantenbestätigung quasi erlebt, wo es auch keine Gegenkandidaten gab, mehr oder weniger. Es gab schon welche, die wurden dann diskutiert, aber man muss sagen, dass die Intendantin, und das glaube ich, kann sie wirklich sehr gut, parteiübergreifend und auch im Rundfunkradübergreifend eine hohe Akzeptanz hat. Weil die ist nicht irgendwo festgelegt. Das war früher wohl mal anders. Die ist wirklich, auch die können sie parteipolitisch nicht zuordnen irgendwie, aber sie verherrt sich allen gegenüber fair, auch mir. Weil mein Ruf war ja von Anfang an schon ruiniert. Und deshalb bin ich ja so unabhängig. Ich muss mich an keinen Verband richten, weil bei mir gibt es nichts mehr zu beschädigen, vom Prinzip her. Also jetzt kann ich nur von den Führungskräften reden. Bei den Führungskräften ist es so, es gibt im Prinzip eine Bewerbungsphase, die wird natürlich von den Verantwortlichen im Rundfunk, im Rundfunk gemacht. Weil die müssen ja mit denen dann auch arbeiten. Und die stellen uns dann zwei, drei im Finanzausschuss, wird das vorbesprochen. Und die anderen können sich zuschalten. Also wenn man nicht im Finanzausschuss ist, man darf ja nur in zwei Ausschüsse, dann kann man sich zuschalten lassen bei diesem Bewerbungsverfahren und dann stellen sich die einzelnen Bewerber, stellen sich dann vor und dann wird diskutiert danach und dann kann man denen auch Frage stellen natürlich. Und dann letztendlich legt sich der Finanzausschuss empfiehlt dann dem Rundfunkrat diese oder jene Person. So habe ich es bis jetzt immer erlebt. Und es ist, ich habe jetzt da noch nie Kampfkandidaturen erlebt oder sonst irgendwas. Ich habe als auch noch, also bis auf die Intendantin von den Top-Führungskräften hat sich noch nie jemand jetzt groß verlängert worden in dem Sinne, soweit ich weiß. Und wenn, dann war es unkritisch, weil da gibt es eigentlich keine großen Probleme. Also man muss schon sagen, wir sind mit den Führungskräften, natürlich gibt es Kritik hier und da und so, ja, aber jetzt nicht so, dass man die feuert. Das ist ja das habe ich jetzt so, die Stimmung nehme ich nicht wahr.

SPEAKER_00

Aber Sie haben jetzt die Parallelen ja auch angesprochen zwischen dem Bereich, aus dem Sie kommen, also aus dem privaten Bereich, die haben ja auch mal Radio gemacht, ne? Und dann aber lange ja im Printbereich gearbeitet und vor allem sich ums Finanzielle auch gekümmert, um Marketinggeschichten und so. Was könnte denn der öffentlich-rechtliche Bundfunk mitnehmen von den Veränderungen, die in der Zeitungsbranche schon vor sich gegangen sind und welche Fehler sollte er möglichst nicht wiederholen? Denn also den Zeitungen geht es ja auch nicht wirklich gut.

SPEAKER_03

Ja, also er soll möglichst wenig mitnehmen, weil dann wird er wieder Presseähnlich werden.

SPEAKER_00

Ja, aber was zum Beispiel Strukturen oder sowas angeht.

SPEAKER_03

Nee, aber wer ist denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk? Also wenn ich sage, da würde es ein, ich bin jetzt der Staat und ich bin Gesellschafter irgendwie, ja, dann würde ich schon, ich würde, aber das ist jetzt wirklich, das ist diese ökonomische Perspektive, ja. Ich würde schon die Sender zusammenfassen. Das haben wir auch getan. Also wir haben diese oft so viele kleine Redaktionen aufgelöst und zu einer zu einer mittleren Außenredaktion, also nicht in jedem Kudorf quasi eine eigene Redaktion, sondern das Ganze dann auf eine Immobilie im Zentrum irgendwie konzentrieren. Ich weiß immer nicht, das ist, da tue ich mir so schwer, weil dieser marktwirtschaftliche Blick ja da gar nicht gefordert ist. Also den will ja keiner und den verlangt ja keiner. Mitnehmen, glaube ich, könnte man von der Innovationskultur sehr viel von den Zeitungen. Also was mich auch wundert, das ist diese Konzentration auf einen mächtigen Intendanten. Da habe ich ja jetzt gelernt vom Professor Huber auch, dass das Intendantenprinzip eigentlich absetzbar ist. Das sehe ich auch als Schutz für die Zukunft, weil stellen Sie sich mal vor, da kommt ein falscher Intendant, also ein ganz falscher Intendant an die Macht, ja. Gerade ein Medium, das im Prinzip gegen Gewalt ist, gegen Gewalt, ja, ist selber so gewaltig aufgestellt, dass das Gewalt so konzentriert. Also es gehört eigentlich, gerade die Führung gehört eine Gewaltenteilung her. Das habe ich auch schon beim Rundfunk gerade gesagt, dass ich das nicht verstehe, weil bei Zeitungsverlagen gibt es mindestens sowas bei mir, einen publizistisch Verantwortlichen und einen kaufmännisch Verantwortlichen. Und die beiden müssen irgendwie miteinander auskommen. Da ist eine Gewaltenteilung. Bei dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind die meisten Intendanten alles. Die sind Gott. Die sind Finanzchef, wir haben natürlich einen, aber die sind verantwortlich für die Finanzen, die sind verantwortlich fürs Programm, die sind für alles verantwortlich. Und das finde ich alles nicht mehr zeitgemäß. Dann nehme ich so ähnlich wie in manchen Krankenhäusern, ich bin jetzt auch in einer Universitätsklinik sehr engagiert, für ein Forschungszentrum für die Kinderonkologie, ich nehme da so eine autoritär, so eine Hierarchie, sehr starkes Hierarchie-Denken. Das haben Sie ja vielleicht auch so ein bisschen erlebt, ja, was ich, wenn ich in euren Sendungen bisher so wahrgenommen habe. Also zumindest bei uns in Regensburg war es nicht so, dass der Chefredakteur alles erschauert und wenn der kommt in die Sitzung, sondern im Gegenteil, der musste sich behaupten, der muss sich durchsetzen, der ist dann, das ist wie ein Stuhlkreis, haben wir Marketingleute oft gesagt bei den Redakteuren. Da gibt es eben fast gar keine Hierarchie. Und das ist halt, das ist, glaube ich, bei Zeitungen in vielen Häusern viel moderner mittlerweile. Ich komme ja auch aus einer Marketingzeit, in der die Redaktion unschicklich war, Abonnentenzahlen sich anzuschauen. Um Gottes Willen, ich habe Mitte der 90er Jahre ein Gewinnspiel gemacht für Probe, abos und ein Auto verlost. Und dann hat mir die Redaktion verboten, die Gewinner bekannt zu geben, redaktionell. Da habe ich ein Anzeigen schalten müssen, weil ich wollte, dass die Menschen glauben, wir haben das wirklich verlost. Und mittlerweile sind in den Zeitungsredakteuren top-Leute, die mit dem digitalen, mit Reichweiten, mit allem drum und dran, mit den Kennzahlen in den guten Zeitungshäusern haben sie mittlerweile so richtige Walls, wo die ganzen Bildschirme gerade in Echtzeit die Erfolge abbilden. Das ist also für so einen Marketingmann wie mich ein Traum einfach. Richtiger Traum. Da ist der Bayerische Rundfunk aber zumindest, ich kenne ja das Neue Wellenhaus auch, den Newsroom und so, auch schon auf einem guten Weg in diesem Bereich, in dieser Marktorientierung. Aber vom Geld her nochmal, es gibt vom Konstrukt her gibt es die KEF. Die KEF kontrolliert, ob das Geld zur Verfügung steht nach Rundfunkbeitrag zum Programmauftrag. Und solange das alles so funktioniert, ja, solange da nicht Einfluss genommen wird, solange gibt es ja, ist der Gesellschafter zufrieden mit dem ist. Aber inhaltlich, wenn mir der Laden gehören würde, würde ich ganz viel strukturell verändern.

SPEAKER_01

Meine letzte Frage wäre: Es ist immer umstritten, ob die Rundfunkratssitzungen gezeigt werden, ob die öffentlich sind. Und das wird auch, das ist ja mal ein Kuriosum, unterschiedlich gehandhabt innerhalb der ARD. Es gibt Rundfunkräte, die ihre Sitzung öffentlich haben. Also man kann da hingehen, aber auch zum Livestream anbieten, wobei man das dann immer nicht mitschneiden darf, warum auch immer. Und es gibt Rundfunräte, wie zum Beispiel beim Mitteldeutschen Rundfunk, die beschlossen haben, dass sie das lieber nicht wollen. Transparenz finden sie nicht so gut. Man könne ja hinkommen und sich da hinsetzen, was natürlich sehr, sehr schwierig ist, wenn man dann zu der Tagung nach Leipzig fahren muss und aber irgendwie in Zittau oder Suhl wohnt. Wie ist das bei Ihnen?

SPEAKER_03

Also bei uns gibt es da einen öffentlichen Teil und einen nicht öffentlichen Teil. Nicht öffentlichen Teil sind hauptsächlich die Personalgeschichten, ja. Und das finde ich auch in Ordnung, weil der Lebenslauf von den Einzelnen, das ist jetzt nicht so, das kann ich verstehen. Ansonsten gibt es danach den öffentlichen Teil. Der öffentliche Teil wird live übertragen, aber nicht aufgehoben. Also du kannst ihn danach nicht bei YouTube oder so abrufen, ja.

SPEAKER_01

Aber was, aber das ist ja bei allen so, was würde der dagegen sprechen? Was wäre so schlimm daran?

SPEAKER_02

Ich habe damit überhaupt kein Problem. Ich hätte damit überhaupt kein Problem. Warum? Keine Ahnung. Also müsste ich mir mal.

SPEAKER_01

Ich weiß zum Beispiel von so interessanten Rundfunkrad-Sitzungen beim Norddeutschen, wo es um Julia Ruhes und Klar ging oder andere Dinge oder auch CDF und so, dann hat das jemand bei YouTube reingestellt und sodass man sich das auch noch angucken konnte, wenn man eben nicht gerade Freitag 11 Uhr Zeit hatte und das wurde sofort gelöscht. Also da waren die, da war der öffentlich-rechtliche hinterher bei Google, das sofort löschen zu lassen. Man scheint da ein hohes Interesse zu haben. Das wundert mich so ein bisschen, weil doch eigentlich wird von uns allen bezahlt und maximale Transparenz kann da nichts Schlechtes sein.

SPEAKER_03

Ist aber so 90 Prozent stinklangweilig. Aber vom Prinzip her, vom Prinzip her gebe ich Ihnen völlig recht. Ich frage mir, ich frag mal, das Thema ist mir noch nicht begegnet. Ich frage mal, warum es so ist, wie es ist. Ja, keine Ahnung.

SPEAKER_00

Ich kann Ihnen sagen, das Interesse ist sehr gestiegen und es gibt wirklich mittlerweile viele Leute, die sich auch die langweiligen Passagen antun, um auf das zu warten, was wirklich spannend ist.

SPEAKER_03

Aber bei uns kann man sich anmelden übrigens. Man kann sich anmelden, wenn man kommt. Kann man anmelden, weil das sind ja begrenzte Plätze, kann man sich anmelden und dann kann man sich auch hinten reinsetzen. Das gibt es auch.

SPEAKER_00

Genau, aber das haben wir ja gerade gesagt, das ist natürlich aus zeitlichen Gründen.

SPEAKER_01

Genau, und ich erinnere mich jetzt an das Zitat von Jörg Wagner, der das Medienmagazin 30 Jahre beim RBB gemacht hat und in dieser Funktion auch mal diese Rundfunkratssitzung sich angetan hat und hinterher gesagt hat, das war das Langweiligste in seinem Leben überhaupt und vergeudete Lebenszeit, insofern Respekt, dass sie sich das angetan haben und weiter antun wollen.

SPEAKER_00

Genau. Martin Wonicke, das war sehr, sehr, sehr spannend. Auch für uns ein interessanter Einblick in Details, die wir auch so nicht kennen. Auch gut mal wirklich zu hören, was positiv läuft, weil dieses immer nur draufhauen und zu sagen, was alles nicht funktioniert. Natürlich ist es wichtig, das zu benennen, aber es ist natürlich auch wichtig zu gucken, was läuft durchaus gut, was kann und sollte man auch beibehalten, wenn es mal zu einer Transformation kommen sollte. Wir bleiben gespannt. Das ist vielleicht nicht unser letztes Gespräch gewesen, aber für heute soll es dabei bleiben. Wir danken Ihnen sehr und ja, wenn Sie, die Sie gesehen und gehört haben, worüber wir heute sprachen, wenn Ihnen das gefallen hat, dann liken Sie uns, abonnieren Sie uns, empfehlen Sie uns. Das wäre natürlich auch toll. Und ja, eine kleine Spende kann auch nicht schaden. Wir haben ja jetzt bald unseren ersten Live-Podcast am 4. Mai in Berlin in der Königgalerie in Berlin-Kreuzberg. Da ist auch einiges noch zu tun. Kommen Sie auch da gern hin. Sie können online jetzt schon auf der Seite der Königgalerie Tickets buchen. Wir freuen uns, Sie dann dort auch vor Ort zu begrüßen.

SPEAKER_01

Genau und gerne kommentieren. Ich kann mir vorstellen, es gibt viele Kommentar wiederfolge. Bitte immer sachlich und dann antworten wir auch gerne.

SPEAKER_00

Und richtig. Tschüss.

SPEAKER_01

Tschüss, tschüss.