Flüsternde Körper ® - Unausgesprochenes aussprechen.

#026 Spurensuche: Kapazitäts-Rucksack - Wofür kannst du nichts, weil ich es schon mitbringe?

Sabine Kunst Season 1 Episode 26

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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Diese Übung ist wie eine kleine Inventur, ein Check-in. 

Was bringe ich bereits mit, wenn ich zum Meeting gehe? 

Wofür kann mein Gegenüber gar nichts, weil ich es tatsächlich vorher schon in meinen Rucksack (aka Kapazitäts-Rucksack) gepackt habe?

Mein Bewusstwerden darüber kann mir helfen in Situationen mit Anderen bei mir zu bleiben. Wenn du magst, üben wir das heute mal...

Viel Freude beim Hineinspüren!

Ihr dürft mich gerne kontaktieren unter info@intopause.com

oder mir auf Instagram folgen https://www.instagram.com/sabineakunst/

Ein dickes Dankeschön an alle, die mich immer wieder dazu ermuntern, meine Stimme zu benutzen! This is also for you!

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Herzlich willkommen zur 26. Folge von Flüsternde Körper. Ich bin Sabine Kunst und es freut mich, dass du da bist. Heute gibt es mal wieder eine Spurensuche. Die Spurensuchen, die sind ja mehr Richtung Übungen. Also natürlich sind alle Folgen irgendwie so ausgerichtet, dass sie zum Nachdenken anregen dürfen. Oder zur Nachahmung, zum Hineinspüren, zum Darin marinieren. Bei den Spurensuchen ist es ganz eindeutig und bewusst so, dass das einfach Übungsimpulse sein sollen. Das hilft dann auch bei der Auswahl. Wenn du auf die Playlist guckst, dann weißt du, okay, ich habe jetzt gerade irgendwie Lust auf eine kleine Übung, dann gehst du zu einer Spurnsuche. Und jetzt gab es ein paar Folgen lang keine. Und heute eine ganz einfache, relativ kurze Übung, die aber durchaus eine große Wirkung haben kann. Ich nenne sie die Rucksackübung. Ich habe die vor etwa zehn Jahren kennengelernt. Ich weiß nicht mehr, in welchem Kontext und bei wem. Ich kann mich aber noch erinnern, dass die aus irgendeinem Grund auch unter dänischer Übung lief. Die dänische Übung. Keine Ahnung. Es ist also nicht meine, beziehungsweise sie ähnelt natürlich vielen Übungen, die es da draußen gibt. Das ist immer so. Das ist bei allen Sachen so, das Rad wird nie ganz neu erfunden. Ich nenne sie die Rucksackübung, weil es vom Bild her ganz gut passt. Wenn du mitmachen willst, dann such dir jetzt einen ruhigen Ort, setz dich bequem hin, sodass du für ein paar Minuten ungestört sein kannst. Du kannst auch hier kurz auf Pause drücken und dann hören wir uns gleich wieder. Die Rucksackübung ist sehr hilfreich, wenn wir uns auf dem Weg zu einem womöglich nicht ganz so einfachen Gespräch befinden. Wenn wir beispielsweise als Lehrkräfte uns auf dem Weg ins Klassenzimmer befinden, wenn du Arzt, Berater, sonst irgendwas bist und hast einen Termin, hast den nächsten Patienten oder Klienten, wie auch immer. Also es ist eine Übung, die ich kurz machen kann vor einer Situation, die muss mich nicht unbedingt herausfordern. Aber es ist womöglich eine Situation, die mich fordert oder wo ich ganz klar reingehen möchte. Also so kann man sich das vorstellen. In meinen Kursen früher für Lehrkräfte habe ich das immer im Zusammenhang mit, okay, du kommst in der Früh an die Schule, du gehst in dein Klassenzimmer in Verbindung gebracht. Aber es ist für alle Berufsgruppen und Lebenslagen übertragbar. Vielleicht triffst du deinen Partner nach einer Weile wieder, ihr habt euch länger nicht gesehen oder eine gute Freundin, was auch immer. Und bei der Rucksackübung geht es darum, sich vor dem Zusammentreffen kurz klar zu machen, also durch so einen kleinen Check-in, so eine kleine Inventur, was bringe ich denn jetzt gerade schon mit? Also was habe ich schon in meinem Rucksack? Und was bringe ich schon mit in die Situation hinein? Und da gibt es so ein paar Punkte. Also, wenn ihr euch auf den Weg macht, dann könnt ihr erstmal gucken, welche Gedanken habe ich gerade? Welche Gedanken begleiten mich vielleicht schon eine geraume Zeit? Und auch jetzt. Welche Gefühle oder Emotionen sind mit im Gepäck? Also bin ich total gut drauf, gut gelaunt, glücklich oder fühle ich mich vielleicht eher etwas traurig und gedämpft? Ihr könnt euch das auch vorstellen in Form eines Wetterberichts. Es ist sehr wolkig oder scheint die Sonne oder fängt es vielleicht auch noch an zu gewittern? Also, welche Emotionen hast du mit im Gepäck? Und als drittes, welche Empfindungen gehen damit einher? Also, wie fühlt sich der Körper an? Habe ich vielleicht einen verkrampften Nacken? Oder krummelt mir der Magen? Oder merke ich, dass ich den Kiefer ganz besonders zusammenbeiße? Da hat jeder seine Stellen, die sich bemerkbar machen bei An- und Entspannung. Einfach mal gucken, habe ich die Knie durchgedrückt oder sind die entspannt? Sind meine Schultern entspannt? Habe ich ein Lächeln im Gesicht? Oder merke ich, die Zähne reiben ein bisschen aufeinander und verkrampfen sich vielleicht. Also diese drei Punkte. Gedanken, Emotionen und Empfindungen. Und das bringe ich bereits mit. Warum ist das wichtig? Ich nehme jetzt mal das Beispiel Klassenzimmer. Je nachdem, was ich in meinem Rucksack habe, an einem Tag X, reagiere ich anders auf Gegebenheiten in meinem Umfeld, auf den Vibe im Klassenzimmer, die Dynamik im Klassenzimmer. Das heißt, an manchen Tagen habe ich einen sehr langen Atem, mich stört Lärm vielleicht nicht so, ich bin locker drauf, ich bin witzig drauf, da habe ich eine ganz andere Kapazität. Es ist eine Kapazitätsübung. Und an Tagen, an denen mein Rucksack vielleicht schon schwer gefüllt ist, da geht quasi nicht noch mehr rein. Da ist das Toleranzfenster ein bisschen mehr geschlossen, da bin ich vielleicht nicht so flexibel emotional und mit meinem Nervensystem. Und das ist einfach gut zu wissen, denn was häufig passiert, wir sind Menschen, dass wenn uns nicht von vornherein schon klar ist, also pass auf, das und das und das bringe ich schon mit, das war vorher schon da, dann ist es oft so, dass wir es auf die anderen projizieren oder dass wir sagen, du nervst mich gerade und deswegen. Also wir beschuldigen, gewollt oder ungewollt, direkt oder indirekt, die anderen. Und die können eigentlich gar nichts dafür, denn ich kam ja schon mit meinem Rucksack hinein in die Situation. Das kann auch eine Familienfeier sein. Und es ist einfach gut, sich das vorher kurz bewusst zu machen, es anzuerkennen. Denn wenn ich es anerkenne, ah, du bist da, herzlich willkommen, ihr Gedanken. Aha, da ist ein bisschen eine Traurigkeit, aber da ist auch irgendwie so eine Vorfreude, ein Kribbeln, macht sich als Kribbeln bemerkbar und gleichzeitig ist da so eine Anspannung in den Knien. Dann gehe ich mit mehr Klarheit in das Treffen, mit mehr Bewusstsein und es wird plötzlich auch leichter. Weil ich es mir bewusst mache. Also diese Bewusstwerdung meines Zustands oder meiner Anteile, die in meinem Rucksack mit dabei sind, meiner Gedanken, meiner Gefühle, meiner Empfindungen, Körperempfindungen, die sind schon mit drin. Und um die weiß ich. Ich weiß, dass die mit dabei sind. Und es ist okay. Die dürfen mitkommen. Und dann weiß ich aber auch, okay, alles, was von außen kommt, kann natürlich dann noch was auslösen in mir, kann irgendwie noch was in diesen Rucksack mit hineingeben, aber ich verwechsle nicht, was meins ist, was bereits im Rucksack war und was jetzt neu dazukommt. Es kann natürlich sein, dass durch die Inhalte meines Rucksacks, vielleicht sind die heute ein bisschen schwer, reagiere ich auf eine ganz bestimmte Art und Weise auf das, was von außen kommt. An anderen Tagen mag das vielleicht komplett anders sein. An Tagen, an denen der Rucksack leicht ist und nicht sehr beschwerlich, da kann von außen ganz viel mit reingegeben werden, womöglich. Das stört mich alles nicht. Fühlt sich alles noch leicht an. Also es ist eine Kapazitätssache. An manchen Tagen komme ich gut klar mit doofen Witzen von außen, an anderen nicht. Es ist ganz vereinfacht. Manchmal halte ich viel Lärm aus, manchmal nur sehr, sehr schwer. Je nachdem, was in meinem Rucksack schon drin liegt. Und das ist auch was, was ich finde, wenn wir jetzt nochmal an diese Situation Klassenzimmer oder mit Klienten arbeiten, denke, das ist auch, finde ich, eine schöne Übung, die man gut weitergeben kann. Das ist sehr. Damit kann man was anfangen. Sehr alltagstauglich. Kann man diesen Bewusstheitsmuskel ein bisschen trainieren, seine Kapazität etwas erweitern und seine Präsenz stärken. Viel Freude damit. Tschüss.