Drehmoment & Wendepunkt

#046 - „Ich muss mir das verdienen!“ – der gefährlichste Satz im Alltag

Christian Anderl & Daniel Lustig

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Diese Folge war nicht geplant – und genau deshalb so ehrlich.
Mitten in einer Recording-Pause drücken wir auf „Record“ und sprechen über das, was wir täglich sehen: Menschen, die glauben, sie machen alles richtig – und sich dabei selbst ausbremsen.

Es geht um Ernährung, Selbstwert, Stress und die größten Denkfehler unserer Zeit.
Eine emotionale Folge über unsere Arbeit, unsere Passion – und die Struggles dahinter.

Stell uns eine Frage

SPEAKER_02

Fall Christian, schießlos.

SPEAKER_01

Eigentlich gerade mitten in einer Recording-Pause, aber wir wären gerade sentimental, weil du gerade erzählt hast, dass es dein Arbeitsalltag ist, dass Menschen sowas sagen wie ich jetzt gerade. Nach meiner Ernährungsdiagnostik mit dir bin ich kurzerhand zu der Feststellung gekommen. Ich habe gerade gecheckt, dass ich die letzten 30 Jahre meines Lebens mein Leben falsch gelebt habe. Jetzt nicht mein Leben falsch gelebt habe, sondern mich um meinen Körper und meine Ernährung. Und um ich dachte, ich kümmere mich gut um mich. Das ist ja, glaube ich, das Schlimmste dabei. Dass ich eigentlich dachte, ich kümmere mich eh um mich. Gut, und hat das nicht gut gemacht. Genau. Und jetzt gerade drauf kommen, das war völlig daneben. Und hätte ich das die letzten 30 Jahre so gemacht, wie du es mir gerade empfohlen hast, und wie ich es halt im letzten Jahr durch die Zusammenarbeit mit euch Schritt für Schritt eh jetzt schon mache, dann hätte, dann hätte ich, glaube ich, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, mehr Spaß an vielen Dingen im Leben gehabt. Ich bin so weit, dass ich sage, diese Burnout-Phase, von der wir geredet haben. Ich glaube, die wäre nicht passiert, vielleicht. Oder zumindest wäre sie wesentlich leichter wegzustecken gewesen. Und einige Dinge wären leichter wegzustecken gewesen, wenn ich diese Basics drauf gehabt hätte. Und du hast gesagt, das Schlimmste dabei ist, dass ich jetzt, dass ich der Durchschnitt wahrscheinlich war, so wie ich das gemacht habe. Und jetzt dort, wo es so ist, wie es sein sollt, bin ich wahrscheinlich die Ausnahme.

SPEAKER_02

Genau, jetzt bist du die Ausnahme im positiven Sinne. Und eigentlich das, wie du dich gefühlt hast und was für dich normal war, ist leider das, was wir sehr, sehr oft in der Erstberatung vorfinden, wo einfach Leute leer sind, ausgebrannt sind.

SPEAKER_01

Und aber dann nicht glauben, was ihr sagt, oder? Weil es schwierig wird, weil du ihnen dann sagen musst, du musst mehr essen. Nämlich gleich 1000 Kalorien mehr essen. Ja, das ist normalerweise nicht die Herangehensweise von der Marken. Ja, weißt du schon, aber das ist, das müsstest du eigentlich sagen. Das ist das Ziel, das müsstest du eigentlich so sagen.

SPEAKER_00

Das ist oft das Schwierige, eben, weil nicht alle von so einer guten Ausgangssituation kommen wie du, mental, wo sie sagen, ja, ein paar Kilo mehr tun mir eigentlich sogar gut und das weiß ich. Weiß ich. Viele sagen ja, okay, wenn ich jetzt ein paar Kilo mehr habe, dann bricht man wirklich die Welt zusammen. Und da ist dann so ein großer Widerspruch. Eigentlich müssten die Leute wesentlich mehr essen, können aber nicht, weil sie so eine innere Blockade haben, weil sie glauben, sie nehmen dann halt noch mehr zu. Und das ist noch viel, viel, viel, viel schlimmer. Aber bleiben dann eben stecken in diesem Status, wo sie so viel Potenzial verschießen. Und das macht mich dann eben auch so sentimental, wenn ich jemanden sehe mit einem großen Herz-Kreislauf-System, wo das Einzige ist, das Gewicht auf der Waage. Aber das ganze Potenzial, was der Körper kann, was der Kopf kann, ist nicht genutzt, nur weil man sich fürchtet vorm Essen. Und es ist irretragisch und es macht mich fertig manchmal wirklich. Weil ich da oft auch nicht weiterkomme damit. Weil diese Prägung und dieser Glaubenssatz im Kopf, ich darf ja nicht zunehmen, der aller allergrößte ist.

SPEAKER_02

Und das Potenzial nicht nutzen ist das eine. Aber das Potenzial zu verheizen und quasi runter zu regulieren und dagegen zu arbeiten, das ist, finde ich, eigentlich das, was wirklich passiert, weil das Potenzial nicht zu nutzen ist noch schön formuliert und ausgedrückt, aber eigentlich brennen sich einfach verdammt viele einfach aus und her selber.

SPEAKER_01

Woher kommt es, dass wir da so erwartet? Also mir ist schon klar, dass es manche Missverständnisse gibt und dass vieles daherkommt, dass wir gesellschaftlich geprägt haben auf gewisse äußerliche Normen. Ich kann ja zum Beispiel rein einem Gewissen sagen, dass es daher definitiv nicht gekommen ist. Also ich habe jetzt nie irgendwie das Ziel verfolgt, weniger Kilos zu haben oder irgendwie auf der Waage weniger. Das war mir vollkommen. Ich renne auch mit 95 Kilo durch die Gegend, wenn es gesund ist und wenn es gut ist und wenn es mir gut geht dabei, ist es auch okay. Ich hatte auch Phasen mit, ich glaube, in meinem Höchststand war es sogar mal über 90. Aber da war halt wenig Muskelmasse dabei. Das war, glaube ich, eher so die Skinny-Fat-Problemzone, die ich rumgeschleppt habe. Aber da ist es mir auch nicht so sonderlich gut gegangen dabei, weil es halt kein gesundes Zunehmen war. Aber ich frage mich, woher diese wahnwitzigen Missverständnisse denn dann sonst noch kommen können. Oder ist es einfach, kann es sein, dass das einfach eher so ist, dass dieses stressige, dieses stressige Leben, das wir alle führen, ohne es überhaupt nur zu merken, alles überstresst und überpowered die ganze Zeit. Und darin geht es von mir ein bisschen aus, darin vergisst man leicht mal, dass man isst. Dann schaltet der Körper in einen Notzustand um, in einen Notaggregatzustand, weil er kann es ja. Das ist das Gemeine eigentlich und gleichzeitig das Geniale an diesem Körper. Du unterversorgst ihn wie Sau, überforderst ihn wie Sau. Und er kann es trotzdem. Und wenn es blöd hergeht, und die Erfahrung habe ich oft gemacht, bist du in dieser Situation, ist das Gemeine, und jetzt verstehe ich es halt auch besser, was ja auch wieder nur logisch und naheliegend wäre, aber jetzt verstehe ich, wenn du ihn unterversorgst und überforderst, dann hat er dieses geniale Notfallsystem, das sagt, okay, pass auf, wir müssen da jetzt Adrenalin und Cortisol und alles Mögliche reinschütten in diesen Typen, weil der muss verdammte Scheiße nochmal Essen besorgen. Und wir verstehen es nicht. Und was hast du mit der mehr Energie gemacht? Statt Essen besorgen. Mehr kackelt. Ganz genau. Und du denkst so, wow, super! Voll cool, wenn ich weniger esse, wenn ich anfange zu fasten wie ein Idiot, dann bin ich total munter am Fahre. Ich dachte, geht es mir super. Und da kann ich mir viel über. Ich habe das literally hier gesagt bei diesem Podcast. Ich habe 16 zu 8, wie heißt es? Intervall fassen. Über Monate durchgezogen mit dem Argument. Ja, ich merke eh, dass ich tue mir dann schwer, mein Gewicht zu halten, weil es eh schon zu wenig war. Ich habe natürlich aber das Gewicht gehalten, weil irgendwann geht immer weniger. Also wäre schon noch gegangen, aber ich habe es gerade noch da halten und habe mir eingebildet, das tut mir total gut, weil ich bin am Vormittag so fokussiert, ich kann so gut arbeiten und kommt es vielleicht einfach daraus, dass wir nicht mehr dieses Körpergefühl nicht mehr haben, vor lauter Stress und vor lauter alle orientieren sich am Außen. Das muss jetzt gar nicht die Optik sein, sondern Außenorientierung an allem, was andere tun. Anderen helfen, anderen helfen, außen, außen, außen, außen. Und keiner spürt mehr rein und hat überhaupt die Chance zu verstehen, was der Körper dir gerade versucht, mitzuteilen. Und dass das kein Ich gebe dir mehr Energie ist, sondern ein Panikruf. Alter, du musst, geht schon. Dein Körper versucht dich die ganze Zeit zum Jagen zu kriegen und du ignorierst es.

SPEAKER_02

Ich möchte da noch einen anderen Satz einwerfen und der geht jetzt gar nicht so in deine Richtung, Christian, sondern an dich mal an. Das habe ich mir verdient.

SPEAKER_00

Ich liebe diesen Satz. Sarkasmusende.

SPEAKER_01

Ja, voll.

SPEAKER_00

Diese Standardsätze, das habe ich mir verdient. Oder das ist eine Sünde, wenn ich das esse. Jetzt kann ich sündigen. Das Essen als Sünde zu bezeichnen, ist ja auch so ein Standardsatz, den man da draußen so hört. Also das ist alles so eine kulturelle Prägung, eine Prägung ganz tief auch von der Kindheit. Und das mit dem Stress, das verändert eben unsere Wahrnehmung und das verändert unseren Stoffwechsel. Und das ist eben das Tückische, das bei Stress dann eben manche abnehmen und andere halt und viele andere zunehmen. Die haben das gleiche Problem, dass die bei Stress untertags keinen Hunger haben, Vollgas hackeln, aber dann am Abend halt riesigen Hunger haben und das sich alles sofort speichert, weil der Körper sich ja auch denkt, okay, na endlich. Und dann werde ich gleich einmal speichern, ab in das Fettgewebe.

SPEAKER_01

Dann nimmt man zu an den falschen Stellen und dann sagt man, oh, ich darf nicht so viel essen. Oh Gott, was ist das für eine Schöne?

SPEAKER_00

Und dann fängt der Kreis auf am nächsten Tag von vorne an. Und somit geht man in diese Negativspirale die ganze Zeit rein und vergewaltigt den eigenen Körper. Es ist wirklich so.

SPEAKER_02

Ja, und ich würde sogar so weit gehen, wenn du denkst, das muss ich mir erst verdienen, dann bin ich es ja selbst nicht wert. Das heißt, ich habe keinen entsprechenden Selbstwert. Ich bin es nicht wert. Also bin ich klein. Weil alles andere drum ist schöner, besser, sonniger, das Gras ist grüner, was auch immer. Und das ist, glaube ich, so ein Riesenthema. Wenn ich das immer wieder sage und immer wieder auch so vielleicht ohne Hintergedanken vor mich hin brabbel. Oder das vielleicht aus dem Elternhaus auch gehört habe.

SPEAKER_01

Das macht das mit mir. Das sieht jetzt im Unterbewusstsein. Das kriegen wir alle so mit, dass es im Unterbewusstsein sind. Je mehr ich in eure Welt eintauche, umso sentimentaler machen wir solche Gespräche, weil die kommen.

SPEAKER_00

Die hört man dann nicht mehr. Diese Geschichten oder diese Erzählungen über das Essen und über das Abnehmen und über das Nicht-Essen, denen kann man dann nicht mehr entkommen. Das hört man dann plötzlich aus einem anderen Blickwinkel und plötzlich wird es richtig erschreckend.

SPEAKER_01

Na, vor allem es wird ja klar, was das für ein flächendeckendes gesellschaftliches Problem ist und was das über uns und unseren mentalen Zustand aussagt, dass wir diese Normalitätslatte dorthin gelegt haben, wo sie so ungesund ist und es nicht mal mehr merken. Und es. Ich weiß gar nicht. Kommt in unserer Welt.

SPEAKER_00

Und dann können wir ja noch eins drauflegen, oder? Die Abnehmspritze, die ist ja darauf hingelegt, dass wir keinen Appetit mehr haben. Ach du Scheiße. Und es geht ja genau in, es schlägt genau in diese Kerbe, dass Hunger böse ist. Appetit ist böse, Essen ist böse. Obwohl das das Einzige ist, was unseren Körper nähert.

SPEAKER_01

Übrigens, gut, dass du das Thema ansprichst. Das wird nach hinten losgehen. Ganz wild. Ich habe letztens, ich weiß nicht, ich kann es wissenschaftlich nicht verifizieren, wie alles, was ich hier von mir gebe, weil da wird es jetzt hier da. Aber vielleicht. Dafür setzt ihr noch. Moment, das hast du von Anfang aus für dich beansprucht und ich habe das freudig entgegengenommen und habe gesagt, super, das bringt mich in die Rolle, dass ich einfach sagen kann, was ich will, dass ich mich notfalls als Frage formulieren kann und sagen kann, ich kümmere mich ja nicht aus. Schau, ich habe so viel Angst, dass ich mir die Stärkung rulfe. Tatsächlich habe ich letztens eine Diskussion gesehen von Menschen, die nach Kapazundern auf diesem Gebiet gewirkt haben. Ich muss mir alles natürlich trotzdem immer wieder hinterfragen, weil auch da gibt es. Aber das klingt für mich nicht unlogisch, nämlich dass diese Abnehmspritzen, diese GLP One GLP Ones, die sind jetzt schon einige Zeit im Umlauf, und jetzt findet man scheinbar einen Zusammenhang zwischen rückläufigen Zahlen in Umfragen, was Geschlechtsverkehr und sexuelle Anziehung betrifft, weil diese Spritzen, und das ist für mich so logisch, nicht den Appetit aufs Essen nehmen, sondern generell das Bedürfnis, etwas zu wollen. And that schließt Intimität mit ein. Und anscheinend gibt es Studien, die die ersten, die dann irgendwie sagen, so Umfrage, zumindest von denen, die diese Atmenspritzen nutzen, stellt sich heraus, dass viele Beziehungen scheitern, weil einer der Partner diese Spritze benutzt, weil er einfach keine Lust mehr auf den anderen hat. Das klingt total ab. Ich habe mir im ersten Moment gedacht, das kann doch nicht stimmen. Aber das klingt nicht so unlogisch. Ich glaube, das wird alles nach hinten losgehen. Ganz, ganz, ganz, ganz wild. Diese Zusammenhänge machen mich fertig gerade.

SPEAKER_00

Wahnsinn. Es ist Wahnsinn, was da alles passiert und wie wir uns selber kastrieren.

SPEAKER_01

Ja, aber wirklich.

SPEAKER_00

Und ich weiß, für manche Menschen ist das echt ein guter Entschuldigung, ein guter Ausweg, weil da wirklich ab 140, 150 Kilo aufwärts ist es einfach nicht lustig. Natürlich. Da gibt es Menschen, die da wirklich echt profitieren. Die möchte ich hier ausschließen. Ich rede von den missbräuchlichen Youths of den GLP Ones, die dann mit diesen Spritzen 5 Kilo abnehmen wollen oder seien es 10 Kilo abnehmen wollen, aber sich daneben so viel zerstören. Und auch da haben wir den nächsten bedenklichen Aspekt, dass Depressionen und Suizide auch wieder steigen. Genauso wie bei bariatrischen Operationen, also bei Magenverkleinerung, das auch so ist, weil unser Gehirn nichts kriegt.

SPEAKER_02

Das ist genau der Punkt, wo ich gerade einhaken wollte. So wie du es so schön gesagt hast, die Abnehmenspritze, sie hemmt über das Hungergefühl. Sie hemmt über das und das. Sie hemmt, sie macht ein System kleiner. Ich habe mir das nicht verdient. Ich muss mir das erst verdienen. Ich bin zu viel. Ich muss kleiner werden. Ich muss meinen Stoffwechsel kleiner machen. Ja, nur umso kleiner ein Herz-Kreislaufssystem ist, umso kleiner ein Körper, was Muskulatur betrifft, ist, umso weniger resilient ist er. Umso weniger kann er mit Alltagsstress so psychisch wie physisch umgehen. Und unsere Umwelt wird nicht unbedingt stressärmer. Ganz im Gegenteil.

SPEAKER_01

Es läuft egal, also momentan habe ich das Gefühl, egal welches Thema man anschaut auf der Welt, es läuft am Ende des Tages immer auf eine Sache hinaus, nämlich dass wir. Es gibt so ein geniales Buch, das heißt die, wie heißt das? Es geht im Prinzip geht es darum, wir machen es uns zu gemütlich. Es ist eine Gemütlichkeitskrise, mehr oder weniger. Also wir versuchen, all die Dinge zu umgehen, die halt anstrengend sind und die ein bisschen Aufwand brauchen und die ein bisschen mehr Arbeit sind. And dabei verlernen wir einerseits überhaupt resilient to sein. Dabei verlernen wir die richtigen Dinge zu tun. And this is the Schlimmste, was ich jetzt eben so in diesem Jahr so deutlich gemerkt habe. Und der meiste Aufwand steckt meiner Meinung nach jetzt nach diesem Jahr in den ersten sechs Monaten, über die wir auch schon so oft geredet haben, wo es halt echt mühsam sein kann, wo man halt echt von einem schlechten kleinen System, das gerade missbräuchlich nichts geliefert hat und nichts leisten kann, dass man ständig fordern muss, damit es stärker wird. Nur wenn man es dann mal dort hat, dann ist alles geiler. Und dann, ich würde nicht auf die Idee kommen, mir irgendeiner Scheiß Spritze zu geben, um irgend so ein Problem zu lösen, sondern wenn ihr ein Problem hättet mit, keine Ahnung, ich bemerke, dass ich irgendwie zunehmend viel mehr, dann finde ich eine Lösung dafür, die in einem von euch versteckt ist. Und dann mache ich das halt. Dann heißt es halt ein bisschen was ändern und anpassen und fertig. Wow, wie kann man das? Also ich leite gerade ein bisschen mit euch mit, weil ich denke mir, also ich wäre der Falsche für den Job, weil ich tue mir ja generell so schwer damit, wenn man, wenn man selber was gemacht und ausprobiert hat und den Weg gegangen ist und dann versucht, das haben wir mal geredet, bei einer ganzen Folge, nur über Coaching, du machst eine andere Form von Coaching als ich. Und ich merke, ich tue mir dann so schwer, jemanden dabei zuzuschauen, wer an so kleinen Dingen scheitert, von denen du halt weißt, weil du schon durch bist, das ist eine Kleinigkeit. Und du bist nur gerade in einer Perspektive, wo das riesig ausschaut für dich. Aber wenn du durch bist, dann wirst du zurückschauen und wirst du denken, was war das mit mir? Was war das? Und du weißt, dass das passieren wird, aber du kannst das halt nicht für den Menschen gehen. Muss er halt selber machen. Und dann schaust du jemanden dabei zu, der diese, also in eurer Welt denken wir gerade, wie er diese Spritze reinpfeift, statt, dass er einfach Scheiße noch einmal macht, was ihr ihm sagt. Na wirklich, das macht mich.

SPEAKER_02

Es ist Gott sei Dank ist unser Alltag. Ich glaube, da spreche ich für uns beide aber von anderen Fanen geprägt. Also ich glaube, wir können auch sehr, sehr viele Erfolgsstorys verzeichnen und sehr, sehr positives Feedback. Was mich eher viel mehr beschäftigt im negativen Sinne, ist immer so diese Ausgangssituation, wo sich Leute rein manövriert haben oder rein manövriert wurden zum Teil auch. Also sowohl als auch ab und zu können auch schon zwei dazu oder auch die andere Seite. Und es ist einfach das Besondere im Körper ist, er hält so viel aus, er hat so viele Reserven, er hat so eine Leidensfähigkeit, dass würden wir einem Maschine nie aushalten. Die bricht vor auseinander oder die geht vor in den Streik. Und wir sind halt immer in diesem Maschinendenken drin. Nur unser Körper kann halt viel mehr. Weil der hat eine Evolution überlebt.

SPEAKER_01

Und ich bin überzeugt davon, ihr habt ganz andere Fälle in eurem Alltag, aber ich meine, ich denke mal nur aus eurer Perspektive, sich auf der Welt umzuschauen, wie Menschen mit sich selber umgehen.

SPEAKER_00

Schwierig. Und vor allem, weil du gerade Maschine gesagt hast, Daniel, wir denken ja eben auch, das hatten wir schon einmal in einer Folge, aber so dieses Kalorien rein, Kalorien rausdenken, das wir auch über unseren Körper annehmen, ja, das ist ein Faktor, aber von so vielen, weil unser Körper ja so anpassungsfähig ist. Und ich finde es so eine große Beleidigung dem Körper gegenüber, wenn wir ihn nur auf diese Rechenmethode von Plusminus reduzieren. Es ist eine Frechheit. Weil das ist nicht so.

SPEAKER_01

Ja, auch das habe ich gelernt.

SPEAKER_00

Ja, weil die Maschine eben vorher schon aufgeben würde, wenn man keinen Benzin einfühlt, aber unser Körper tut immer noch.

SPEAKER_01

Ja, das ist. Da bin ich sehr gespannt, das wird auch diese Tour dann nochmal auf das, was ich schon gelernt habe in dem Jahr, wird die nochmal einiges drauflegen. Im Sinn von, puh, da gibt es noch ein paar Notfallmodi, die ich noch gar nicht kennengelernt habe. Ja, also ich kann eure Sentimentalität von Emotionalität manchmal mittlerweile sehr, sehr gut nachvollziehen, weil das ist nicht schön anzuschauen, was Menschen sich antun. Und ich kann nur hoffen, dass das, was wir hier tun und was ihr in euren Podcasts miteinander macht und was ihr mit eurer Arbeit liefert und du auf Instagram mit Ernährung und du mit Sport, man braucht eigentlich nichts anderes als dem zuhören, was dort steht, das würde schon reichen. Und das ein bisschen umzusetzen und euch das einfach zu glauben, dann würde man sich schon einen großen Gefallen tun. Ich hoffe, dass wir da bei manchen zumindest einen Nachdenkprozess ins Gegenkriegen.

SPEAKER_00

Ich wünsche es mir sehr. Ich glaube, das kriegen wir hin.

SPEAKER_02

Das Encro nicht aber. Besteht aus vielen Einzelfällen. Genau, wir müssen uns auf die Einzelschicksale fokussieren.

SPEAKER_01

Und man darf eins nie vergessen, das muss ich an dieser Stelle schon noch nachschieben, man darf nur eins nie vergessen, du veränderst einen. Und der wird zu einem Mühe in seiner, mir ist gerade nur kein besseres Wort eingefallen. Domino-Effekt. Positiveres Wort hätte ich gesucht, aber ist ja wurscht. Multiplikator. Multiplikator. Domino-Effekt ist auch immer gut. Ich nehme das Geschwür. Was sagt das überhaupt? Also du bist das Geschwür deines Umfelds. Ich bin das Geschwür meines Umfelds, das dann jedem auf den Nerv geht und auch ein bisschen immer wieder mal droppt. So, habe ich euch auch schon einige Geschichten erzählt. Du bist ein großes Geschwür, ja. Ich bin ein großes Geschwir. Radfahrer in meinem Umfeld aus der alten Schule, so wie ich, die immer dann sagen werden, was, 90 Gramm pro Stunde? Das ist klar, ich kann das ja gar nicht essen, da wird mir schlecht. Ja, ich weiß, muss man halt üben. Es bewirkt was und ich merke dann auch, dass das einen Undenkprozess natürlich im Kleinen, aber doch, es kann ein bisschen was mitbewegen. Die macht schon einen guten Job.

SPEAKER_00

Du auch, du hilfst. Danke. Danke, danke.

SPEAKER_01

Ich tue mein Bestes.